Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 51 (9.12.1921)
- Date
- 1921-12-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gedenkfeier für tfom Adder. Die AgudaL Jisroel Ortsgruppe Breslau veranstaltet in Verbindung mit den ihr angeschlofsenen und nahestehenden Bereinigungen am Donnerstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Lessingsaale eine Gedenkfeier für ihren kürzlich verstorbenen Führer Aron Kober. Angesichts der Persönlichkeit dessen, dem die Feier gilt, werden es sich sicherlich auch viele unserer liberalen Freunde nicht nehmen lassen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Neuanschaffungen in der Bibliothek der Thnagogen- . Gemeinde seit August 1921. Meffert, Tr. Franz, Israel und der alte Orient. Schmude, Albert, Breslau, eine Heimatskunde. Nngnad, Religionen der Babylonier und Assyrier. Meyer, E.. Ursprung und Anfang des ChristentmnS. Weber, W.. Io sc pH ns und Vcspasian. Schlesinger, Abrah., Einführung in den Iionisnnis. Breuer, +. Ein Kampf um Gott. Wassermann, Jacob, Geschichte der jungen Renate Fuchs. Zlocisti, Theodor, MoseS Heß. Rosenzweig, Franz, Der Stern der Erlösung. Schalom, Alechem, Die erste jüdische Republik. Segall, Jacob, Die deutschen Juden als Soldaten um—18. Weber. Mar. Aufsätze zur Rcligionsso.ziologie. James, William, Religiöse Erfahrung. Iöhli, Bismarck und die Fanden. Hello, Friede.» Das Gebet. Bolkert, Ioh.. Reliaion und Schule. Otto, Rudolf, Das Heilig. Brod, Mar. -Heidentum, Christentum und Judentum. Der Verein israelitischer Lehrer in Schlesien hält am Sonntag, den U. Dezember 1921, vormittags 11 Uhr, in Breslau im Sitznngssaalc der Repräsentanten der SYnaqogengcmeinde l.Wallstraße 9, II.) seine 40. ordentliche Vereinstagung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Beremä'. und Verbandsbericht. 2. Neuwahl öc* Vorstandes. 3. Rechnun^sleauna der Kassenverwaltung. . -I. Bericht über die Verhandlungen mft der Regierung betreffs Hebung der sozialen und materiellen Loge des jüdischen Lehrerstandes. (Falkenste in-^andeshut.) 7». La^l eines Delegierten zum nächsten Berbandstage. 0. Erhöhung des Mitglicderbeitraoes. 7. Der Arbeitsschulgcdanko im Religionsunterricht. tUnilower Namslau.) 8. Freie Aussprache. 9. Anträge aus der Mitte der Bersammlnug. Warnung! Der Z e. n t r a l v e r e i n deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Breslau, teilt uns mit: In den letzten Wochen sprach in zahlreichen jüdischen Geschäften ein Angehöriger des Selbstschutzes vor. der als Ausweis den Brief eines Offiziers vorleate und für seinen Truppenteil nur Mittel bat. Einen Austveis über die zu bv^attip[eit Sammlungen erforderliche behöMiche GWebnügung legte er nicht vor. Es ist daher Borsicht vei der Hingabe von Geldern an dcrartiae Sammler dringend anzuraten. Mitteilung über Namen und Persönlichkeit der Sammler an die Redaktion ist erwünscht. Bortrag von R.-A. Dr. Klee«Berlin. Wie wir in der vorigen Nummer unseres Blatics sckon kurz berichteten, sprach am Dienstag, oen 29. November, im gut gefüllten Freunde,aale Herr Rechtsanwalt Dr. Klee aus Ber.tn im Aufträge der zionistischen Ortsgruppe Binjan haare; (Aufbau des Landes) über das Thema „Einigung oer jüdischen Parteien im Ausbau Palästinas". Der die Versammlung leitende Tr. Steiniy wies dem Vortragenden die Ausgabe zu, die Beriammetten in den Jdcenkreis des Binjan yaarez einzuführen. Ans dieser Ausjassung heraus lonme dann später auch den sich zum Worte meldenden hiesigen Zionistenführern dieses nicht erteilt werden. Der Vortragende führte sich damit ein, vast er zu deutschen Juoen spreche und sich auf deren Auffassung einstelle, ol ne Parteimann zu sein. Er warf d.c Frage aus, wieweit Palästina ein Faktor sei, der inr Gcmütslebcn der deutschen Juden eine Rolle spiele. Es gäbe manche, auch orthodorc Juden, dir sich Jahre hindurch leine Rechenschaft darüber abgegeben hätten, ob sie irgend welche Beziehung «it Ere; jißrocl hätten. Das Leben schleife ab, cs müsse anders werden. Jetzt sei auch bei liberalcn Juden eine Fülle von seelischen Bindungen mit Palästina vorHansen. Man müsse sich nun fragen, ob rricht heute die Stunde gekommen sei, wo das gesamte Judentum aus den Ausbau Palästinas eingestellt werden müsse. Palästina müsse die versöhnende Idee werden. Wenn es nicht gelange, die gesamte Judenheit für den Aufbau Palästinas zu gewinnen, so halte der Redner den Ausbau sür nicht möglich. Unter „Ausbau" könne nicht verstarrden werden, daß einige tausend Juden dort angesiodclt würden. Palästina müsse euren großen Teil der Juden der Welt aufnehmen; der Ausbau müsse getragen sein von der Arbeit und der Sympathie der gesamten Judenheit. Wenn au« allen Ländern der Blick nach Palästina sich richte, dann sei Garantie gegeben, daß dieses Lend ein übernationales, d. h. ein jüdisches Land werde. Wir müßten begreifen, daß es sich um unsere Angelegenheit handl:. Wir deutschen Juden seien herrschend gewesen, wir hatten im Judentum der Welt entscheidenden Einfluß. Diesen würden wir verlleren, wenn wir beiseite stünden und nicht mitar'bciteten. Wie der Ausbau des Landes vollzogen werden könne, beantwortete der Redner dahin, daß man dem Problem nicht nahe käme und seine Pflicht nicht getan hätte, wenn man sür Palästina sammelte und gar mit vollen 5'änden gäbe. Nur durch die Initiative der einzelnen Menschen würde ein Land ausgebaut. Jeder rnög? Egoist sein und seine wirtschaftlichen Interessen wahrnebmen. Jeder möge irch prüfen, was für ein Gewerbe er auch immer habe, wie er geldverdienend sich betätigen uns feine persönliche Verbindung mit den» Land« Herstellen könne. Ernste wirtschaftliche Arbeit sei nur dann möglich, wenn jeder persönlich interessiert ist. Dies nicht rechtzeitig erkannt zu haben, sei drr Fehler der zionistischen Oraanisation. Eine nur politische Einstellung kann in wirtschaftlicher Beziehung eine falsche sein. Jeder von den 15 Millionen Juden der Welt solle sagen, auch er habe in Palästina seine Interessen. Die Männer des Wirtschaftslebens müßten Helsen, das Land aufzubauen. Der Ausbau sei nur inöali^ ohne lede wirftckaftstheoretische Voreingenommenheit. Ein Land könne nickt so zialistisch ausgebaut werden. In Palästina werde das Geseß der sozialen Gerechtigkeit gelten, weil wir Juden seien Dreiheit und Recht werden herrschen, und keine Ausbeutung werde ftattftnden. Nickt alles brauchten wir zu leisten, auch andere Generationen hatten daran mitzuhelien. Wir dürften die Menschen nickt zurückstoßen, die milmacken wollen. Wir müßten aus dem Theoretischen ins Praktische hin "Us. Zu diesenr Zwecke müßten wir eine Jugend haben Es gebe keine palästinensischen Berufe. Der Redner wandte üch dann ge^en die Wirtschaftsetbik dieser Tage. Jeder ZvnL-ta vrovukttv, VMM. tt «Mst -VtttWrst fvtvde. Für RalaMna seftn -E Berufe uöM. Ek wMte dübor. M uaend zu proletaristeren. An Menschen, die gründlich stu und stark erhalten hätten. Jüdischer Aufbau knüpfe an Mi« sche Erfahrung an. Westeuropäische Formen könne man nicht lrittklos. übernehmen. Der Vortragende schloß mit der Bemerkung, daß die Zeiten vorbei sein müßten, wo aus vitter bestimmten Tendenz heraus für Palästina gearbeftet werde. Das Motiv der einzelnen Beteiligung am Aufbau habe er nicht zu untersuchen. Der Aufbau sei eine heilige Ausgabe, jeder solle eingespannt werden in das große Werk und mitarbeiten unter Einsetzung seiner Persönlichkeit. Binjan Haara; greise ntemanöcii cm, wolle alle zuscnnmensassen. Danach unternahm es Bankier L o e w v, den Standpunkt drr Agudas jißrocl darzulegcn. Ohne sie wäre Erez ftßroel vergessen. Der Aufbau törinc nickt nur nach wirtschaftlichen Grundsätzen vorgenommen werden. Für die Lessing-Loge erklärte deren Präsident Doktor Lewkowitz, daß d'cse sich ihrer Pflicht bewußt wäre, den bedrängten Glaubensgenossen im Osten Hilfe zu leisten. Die Loge Wäre in die überparteiliche Arbeit eingctreten; sie begrüße es, daß ein öiulturwerk geschaffen werden solle. R echt scurw alt Spitz, der dann zu Worte kam. betonte, daß er irur für sich spräche. Er trat im Sinne des Referenten für den Ausbau Palästinas ein. Rabbiner Dr. S i m o n s o b n gab der Hoffnung Ausdruck, daß wahrhaft jüdisches Leben in Palästina erblühen möge. Er führte Gedanken aus dem Talmud zu diesem Thema an. Das Land zmückzugewinnen, wäre die Ausgabe, die zu erfüllen Ware. In seinem Schlußworte wies Tr. Klee den Vorwurf der Verwässerung des Zionismus zurück, forderte geistige Beweglichkeit für den Politiker und stellte nochmals Palästina als einigendes Band für alle Juden hin. Die liberalen Vereitle werden wohl noch in ihren Versannnlungen zu dielen Ausführungen Stellung nehmen. d-ert batten, w"re kein Reichtum vorhanden. Die Sehnsucht -ach Aussckwuna wäre groß. Das iüdiscke 5--aus wäre di? Keimzelle des Segens für das jüdische Volksleben. Binjan staarez beiße: Erhaltung der Werke. die rmier Volk groß Klavierabend Fritz Peffer. Es ist gut, daß wir auch ohne die berüchtigten Wunderlinder guten pianistischen Nachwuchs haben. In Fritz P e i s e r lernte ich einen hier schon wohlbekannten, strebkamen jungen Künstler kennen. Strebsam, weil er arbeitet, den Werken in ihrer Verschiedenheit gerecht zu werden. Ich hörte von ihm zwei Gegensätze: Beethoven und Glazounoff. Beethovens Fantasie in G-moll spielte er sauber und präzis, mit zeittveis zu starker Betonung des Themas in der linken Hand, wo sie keinesfalls die Rechte nnvernehmbar werden lassen darf. Glazounoffs Sonate in C-moll gab er viel brillantes Feuer im Schlußsatz, was ihm entsprechenden Beifall brachte. Das Andante war nur zu wenig russisch, sodaß er zwar Glazounoff spielte, aber nicht Glazounoff spielte. Chopin und Liszt lagen ihm sicher gleich gut. Man kann sagen, daß Peiser gereift eine große Zukunft haben wird. Ueber das Publikum noch zwei Worte. Deutlicher als je trat der Unterschied zutaae zwischen den persönlich und Geistig Jntcrcss'crten. Diese lauschten, jene waren halb auffällig ungerührt „unter sich". Freunde! Hinaus mit den Händlern und Wechftern aus dem Tempel! W. I. t X. Breslau Tauentzfenplatz 1^ GALERIE STENZEL j u Ständig wechselnde K u n sta u sste 11 u n Reparaturen sofort. Optiker Garai, Albreehtstraße 4. Gottesdienst ln len Gemeinde-Srongnen zu Breslau: m-rn» »»h», Ereitog 9.,12. Beginn abends 4 Ohr 4 Uhr Sbä. 10./12. ftlhgotteritaut morgs. VodHBtaom. Rptguttudiusl vorm. 8.45 ü. 9.00 ü. r, Hnpiondweihe — — — Predigt vorm. 10.00 ü. 9.45 D. 99 n inendgottüsd. nachm. — 3.15 U* Scdünii abends 4 35 D. 4.35 U An den Woch.- 11./12. bis Beginn morgs. 7.00 U. 7.15Ü. tasren 16. 12. „ abends 4.00 ö. 4.000. * Dtr )uKend(tottesdienst findet in der Synagoge des isral* Krankenhauses, Hohenzollemstraüe Q6, statt Um das Andenken unseres unvergeßlichen. Herrn Aron Kober za ehren, veranstalten wir in Gemeinschaft mit unserer Jngendgruppe sowie dem Verein Machsikc Thora, der Breien Vereinienrg; für die Interessen des orthodoxen Judentums and der Vereinigung Jüdischer Akademiker Donnerstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Lessingsaale eine Gedenkfeier. Es ist selbstverständlich tür unser0 Mitglieder und deren erwachsene Familienmitglieder Ehrenpflicht,-vollzählig zu erscheinen. Freunde und Verehrer des Veistorbenen weiden hierdurch erg ebenst eingeladen, der Feier ebenfalls beizuwobnen. Direkte Einladungen werden nicht versandt. Agudns Jisroel O tsgraope Breslau. r x 7n$enlzur-%üro Curi lüaeöer funkemstraßc 19 beseitigt schnellstens SHfrmgsn in elektrischen Anlagen and übernimmt Ctusfä/krsutf uon Sfceuanfafen jeden Umfanges Temruft Za.$dienst. Ttacfridteast; ft. 9193. ft. 9193. Am 12. Dezember, abends 8 Uhr, findet im Saale der Gesellschaft der Freunde, Graupenstr. die Hauptversammlung des JIMb der iMto Julei, .. Breslau“ statt, bei we'chc Herr Dr. James Simon, Berlin einen Vortrag über Getenuartsinittiilien des Hilfsvereins halten wird. Daran anschließend findet eine Neuwahl des Vorstandes und eines Ausschusses statt Der Vorstand. Braucht Ihr Licht, imTiHmfitmiKinnminifniiuminiinnmnirTTiiinMHfnmnmiHimmjiinmimfnmmTiiiiffimii so ruft mich! iinnimiiiiiRfTnnRinmiimiinnffimimiinniRiiiimfmifiimiinfim Richard Geliert Eelektrtsche Licht* und Kraftanlagen Grabschenerstr. 39. Frelburgerstr. 17 Telefon Rlnc 790" J Ein gutes Buch finden Sie Jederzeit in der Buchhandlung Hermann Roth, Breslau OartonotraS« 81, Nr » WHthcnatiite. s. Qrsft« AarnM ta QMChteUHentu, Roaaara, JagtadMbriftra, gch eatpfesu meixe «rftnefRsctt Equipage« i«9«»*euc* ttai emMsaasca. Bin. Pelmk Kodii. Netz», Orttlau, gtktMgäffe l«. - Sei. 9t 1278 Kaiserkrone Kabarett und Tanzpalast Das brillante Programm. Täglich 4—6r,, Uhr: Tanz-Tee mit Tanrvorffihruwgan. MWfllWU vornehmer Garderobe. Klaffe a« Kager. fjtll. 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