Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 48 (18.11.1921)
- Date
- 1921-11-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2613366-2613604-2613651--0236-2617449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
t . ■ tetbortb Ostpreußen wird gebeten, diesen Beschluß alle« angeschlossenen Gemeinden zu übermitteln und zur Durchsich, mng M empfehlen." Ein Führer des Liberalismus in Amerika gestorben. Bor wenigen Wochen starb, wie unS jetzt gemeldet firitb, in Cincinnati Professor Dr. Gotthard D e u 1 s ch, Twzent am dortigen Hebrew Union College. Mit ihm ist ein Mann dahinaegangen, dessen Bedeutnng für die Förderung des religiösen Liberalismus in Amerika und dessen Stellung als einer der hervorragendsten silbischen Gelehrten auch bei uns in Deutschland von allen interessierten liberalen Kreisen stets anerkannt und geschätzt worden ist. Vreslau. Ei« neues Glied in der liberale« Bewegung. Gründung eines liberalen Vereins zu Schweidnitz. Der letzte Sonntag hat der jüdisch-liberalen Bewegung einen erfreulichen Erfolg gebracht. In Schweidnitz, wo dank der Propagandaarbeit des Jli zu Breslau bereits ein Interesse für unsere Arbeit bestand, fanden sich am 13. d. Mts. zu einer vertraulichen Besprechung Mter und Jugend der Gemeinde zusammen. Herr Erich Kohn-Schweidnitz, der in sehr geschickter Weise die Vorbereitungen übernommen hatte, cröffnete mit Dankesworten die Besprechung und bat den Vorsitzenden des Gemeindevorstandes , Herrn Justizrat Landsberg die Leitung zu übernehmen. Herr Curt Brienitzer legte nun in sehr präzisen äußerst beifällig aufgenommenen Ausführungen die Ziele unserer Bewegung dar, und Herrn Alfred Berger war es dann ein Leichtes, die praktischen Aufgaben für den neu zu gründenden Verein, in dem Mer und Jugend zusammengeschlossen sein sollen, nuseinander zu setzen. Herr Erich Bayer wußte geschickt alle Anfragen zu beantworten, und in sehr wirkungsvoller Weise forderten Herr Justizrat Landsberg und unter besonderer Betonung der dringenden Notwendigkeit mrserer religiösen Arbeit Herr Prediger Brock ^in Beitritt auf. Nach kurzer Aussprache er- « klärten sämtliche Anwesenden ihren Beitritt zum Jüdischliberalen Verein zu Schweidnitz und Umgegend, den wir Breslauer unter besonderem Dank an alle Kreise, die Die umfangreiche Vorarbeit geleistet haben, aufs herzlichste begrüßen. Am Sonntag, den 27. November, findet die Eroffnungsversammlung der' Ortsgruppe Schweidnitz der Liberalen Bereinigung statt. JüdischiUVeraler Jngeudverel» z« vreSlaa. Kursus vr. Guttmann. ■ Dienstag, den 22. November, abends 81/ Uhr, in der Wohnung von Frl. L e f ch z i n 1t, Kaifer-Wibhelmstr. 21, 1. GavteuhauS, Kursus unter Leitung von Herm Dr. Guttmann: Erneuerung des Judentums ' — a) Religion im Lichte d«S Judentums. — Anmeldungen beim Leiter ent. weder telephonisch Ring 1637 von 9 bis 12 und 3 biS 6 Uhr oder schriftlich: Rosentbalerstratze 43. Repräsentanten-Dersammlung. Nach längerer, durch die lange Reihe der Herbstfciertage bedingter Pause findet am nächsten Montag, den 21. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, wieder eine Repräsentanten-Bersammlung statt. Die urnfangreiche. sehr interessante Tagesordnung enthält neben den üblichen Punkten eine Interpellation über die Angelegenheit Ster und über die der Leichenträger. Das größte Interesse dürfte sich aus die Beamtenbesoldungsvorlage konzentrieren, aus deren durch umfangreiche Vorarbeiten verspäteter Vorlegung jedoch den Gemeindcbeamten kein wesentlicher Schaden erwachsen sein dürste, da die zu erwartenden Gehaltszulagen ungefähr bereits in Form von Vorschüsien gezahlt worden sind. Ableben des Herrn LouiS Loewenthal. Der in wertesten Kreisen in der Stadt bekannte und durch seine umfangr;ick»e Betätigung im wirtschaftlichen und sozialen Leben hochverdiente Rentner Louis Loewenthal ist am Sonntag gestorben. Der Verblichene hat lange Jahre hindurch seine umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen innerhalb der Repräsentantenversammlung und später des Vorstandes der Spnagogengemeinde Breslau in den Dienst der FSrde.ung unserer Gemeinde gestellt und sich damit bleibenden Dank und immerwährendes Gedenken gesichert. Der „Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Breslau", der.die Organisation der Jüdischen Kinderhilfe für Breslau übernommen hat, veröffentlicht in vorliegender Nummer einen Aufruf, auf den wir hiermit verweisen. - - Die Red. Frauengruppe des jüdischen Handwerkervereins. Der jüd'scke Hawdwerkerverein Breslau hat am 31. März 1921 eine Frauengmvpe gegründet, die. es Stf, zur Ausgabe grmacht hat, soziale Arbeit in den Kreisen des jüdischen Handwerks und verwandter Berufe zu leisten. Die Gruvv-r umfasst schon eine große Zahl von MitaUederu und außevordentlichen Mitaltedern. — Neumeldungen nimmt die Vorsitzende Frau Malwine Kohn, Brandenb-urgersir. 36, entgegen. Des Bußtages halber gelaugt die vorliegende Nummer unseres Blattes einen Tag später zur Ausgabe. . Die bereits angckünd'igte Gegenschrift gegen Friedrich D e l i tz s ch * § zweiten Teil der „Großen Täuschung" von Geheimrat Professor Dr. Cd. K ö n i g in Bonn, ist setzt unter dem Titel: „Wie weit hat Delitzsch recht?" im Berlage von Schwetzschke u. Sohn (Berlin W. 30) erschienen. Geheimrat König legt hier in würdiger und überzeugender Weise dar, daß cs dem von ihm Angegriffenen auch in dem zweiten Teile nicht im entferntesten gelungen ist, die schweren, gegen seine, in der ersten Schrift enthaltenen ungeheuerlichen Behauptungen, und gegen seine gänzlich unzulängliche und unkritische Beweisführung erhobenen Borwürfe zu entkräften. Die Judenhasser, die so gern mit dem Namen eines Delitzsch gekrebst hätten, sind ja wohl auch zu der Ueberzeugung gekommen, daß sie aus dessen Veröffentlichungen für ihre unlautere und gehässige Agitation kein Kapital schlagen können. Auch der Laie witt» die zweite Schrift Königs über diesen Gegenstand bei ihrev klaren mtd allgemeinverständlichen Darstellung mit großen: Nutzen lesen, und er wird sie mit der Ueberzeugung aus der Hand legen, daß es dem Verfasser in jeder Beziehung gelungen ist, die oberflächliche, fische und voreingenommene Methode eines Friedrich Delitzsch auf das gründlichste zu widerlegen, und sie als nichts anderes denn als eine grobe und große Täuschung seiner Leser zu erweisen. Die Strohhut- und Filzhut.Fabrik Freund L Krebs, Breslau. Karlstraße 3 0. neben der Hofkirche, hat an ihren Betr'-eb von Tamenbirlen das Umformen von weichen Herrenfilzbüten angegliedert und bittet die Firma, Herrensilzhüte zinn Umformen bald aeü. zu bringen, da der Andrang vor Weihnachten ein sehr großer ist. Filialen oder Laden unterhält die Firma nickt. Herren, und Damenftlzhüte werden nur direkt in der Fabrik, Karlstraße 30, zum Umformen angenommen. Für die mit Namen gezeichneten Aussätze, welche die persönliche Meinung des Berkassers zum Ausdruck bringen, übernimmt die Schristleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. 1981 Kalender 56*2 Wochentag Mo Nov. 30 T. nat st,5ikuttwai 30 5 Sabbath- Ausgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath 18. 19. 17. 18. Breslaus i.Mose 181—2224 II.KSnige 4,1—37 Reparaturen sofort. Optiker Garai, AlbrecHtstraße 4- Gottesdienst in den Gemeinde-Synagogen JXi l IHtSyoag. RibcSjui. Freitag SM. 9 « Anoden Woch.- tagen 18., 11. Beginn abends 4.15 ü. 4.15 U. 19.,11. FrUjatMlnst morgs. Wstartipm. w HptfatYasficas! vorm. 8.45 ü. 9.00 tJ. 9.45 U. » TttndRftlfMd IVllMfs behloft nachm. abends 8.90U. 446 V. 4.46 ü. •20./I1. Beginn morgs. 6.45 C. 7.15 ü. bis 25:'11. V abends 4.15 U. 4.15 Ü. KonffrinatioMii. Neue Sy n »goge.SonnabenJ, d-14. November Cm»t Weigert (Vater Apoth. Emil), Steinstr. 4/6. I'nne Weigert (Vater Eugen) aus Koflstadt. Herbert Kaiser (Vater Ernst), Arletiusstr. 28. Georg BÖhm, Am Hauptbahnhof 4. Konfirmationen Alte Synagoge, Sonnabend, den 19. November: iger (Vater Mi ' . ßerhard Lani tax), Priedr.'Wilbeimstr. S5. Oeffentliche Kihrrng der KeprSfenlanlen-Uersarnrnlirng AttS der Curt Oscar Muhr Mufikerstift sollen Beihilfen an unbemitt., begabte Studier, der Musik oder an junge Künstler und Künstlerinnen, vergeben werden. Die Empfänger müssen deutsche ReichSangehör. u. jüdischen Glaubens sein. Durch Zeugnis einer musikal. Hochschule od. eines anerkannten Künstlers ist der Nachweis einer besottd. künstl. Begab, zu erbringen. Meld. bis 6 Dezbr. Der Vorstand der Lhyagogen-Gemciudc. ^timäandiiftr Hielten u. Damen &au£e/v Sve ^ut unB vortei&uaft AnMJ Rosentiaf Neue 5chu/etdnftg«rs$r. 5 rNonlag» den 21. Novbr. 1921, dachm. 5 Ahr * im Sitzungssaal, Wallstraße 0, II. Jn Ptrltnlr Irr fttfraimn Jfffmlni Dr. Wohlaaer. Im Alter von 77 Jahren ist heut morgen der Rentner Herr Braucht IHr Licht, llllNIIIIIlkllllNIIiiiMIIIIIIillllWlMlilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllill so ruft mich! Richard Geliert Eelektrlscha Licht- und Kraftanlagen Gräbschenerstr. 39, Frelburgerstr. 17 Telefotr Ring 7901 Lonis Loeuentha) l r ein edler, hilfreicher und guter Mensch verschieden. Durch mehrere Jahrzehnte hat er als Mitglied und als Vorsitzender unseres Fürsorgeausschusses zum Nutzen unserer Gemeinde vorbildlich gewirkt. Der Verewigte hat vermöge seiner reichen Erfahrung als Repräsentant und später als Mitglied unseres Vorstandes die Aufgaben unserer Gemeinde durch seinen weisen Rat wesentlich gefördert. Seine heitere, philosophisch abgeklärte Lebensauffassung und seine stets verbindlichen Formen haben ihn uns zu einem beliebten Amtsgenossen gemacht, dem wir über den Tod ein ehrendes Andenken bewahren werden. Breslau, den 13. November 1921 Vorstand und Repräsentanten-Versammlung der Synagogen-Geineinde Ingenie ur~ fbäro Curt lüaeöer funAertutraße 19 beseitigt schnellstens Störungen in elektrischen Anlagen und übernimmt CLusfüArung von TCeuanfagen jeden Umfanges Ternruft Zagdfcnsti XacötcUenst: ft 919h ft 9193. % Jüdische Kinder leiden Not! Sie leiden gemeinsam und in gleichem Maße wie ihre nichtjüdischen Altersgenossen. Von den Millionen, die für die allgemeine »deutsche Kinderhilfe" gesammelt worden sind, können jüdische Institutionen nur einen Anteil beanspruchen und erhalten, der bei weitem nicht ausreicht, um der wachsenden Not zu steuern. Unsere Kinderheime, Kinderhorte, Ferienkolonien, Waisenhäuser, Erziehungsanstalten, sie olle stehen vor dem Zusammenbruche. Die Geldentwertung hat diesen. Anstalten, die vor dem Kriege über ausreichende Mittel verfügten, einen schweren Kampf um ihr Fortbestehen aufgezwungen. Wir müssen sie erhalten. Außerdem wollen wir unserer Iugendpflegerin Mittel an die Hand geben, um die häusliche Fürsorge für die Jugend auszubauen. Die Kinder des jüdischen Mittelstandes sind aufs schwerste gefährdet. Line erschütternde Tragödie verschämter Armut spielt sich in zahlreichen jüdischen Familien ab, die ihre Kinder bei aller Aufopferung nicht mehr ausreichend ernähren können. Unterernährung und als ihre Folge Tuberkulose, Rachitis und Skrofulöse gefährden die Entwicklung des Heranwachsenden Geschlechts. Tausenden jüdischer Kinder in den großen Städten kann aus Geldmangel der so bitter nötige Ferienaufenthalt nicht gewährt werden. Wir müssen eine weitere Entkräftung der Jugend abzuwenden suchen. Auch der Unglücklichsten aller Unglücklichen in den östlichen Ländern müssen wir uns annehmen. Das Leben der ostjübischen Kinder ist eine Qual. Wir können uns der Verantwortung ihnen gegenüber nicht entstehen. Wir können nicht viele Tausende jüdischer Kinder aus Mangel an allem — Nahrung, Kleidung, Wartung — zugrunde gehen lassen. Wir müssen diese Kinder der jüdischen Gesamtheit retten. HD» „Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Breslau", I1 angeregt durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, hat die 11 Organisation der „Jüdischen Kinderhilfe" für Breslau übernommen. 0 ß Die 3tföff(f)0 ^ilröerftilfe, 33rCdlCUI/ will unter besonderer Berücksichtigung der Breslauer Bedürfnisse, auf dem Wege einer umfassenden Sammlung unter der gesamten jüdischen Bevölkerung erhebliche Mittel aufbringen, um möglichst wirksam der Not des jüdischen Kindes zu steuern. In den nächsten Wochen werden wir an jeden Juden und an jede Jüdin herantreten und ihren Beitrag fordern. Nicht als Almosen, nicht als eine milde Gabe; als freiwillige Steuer, als eine Ehrenschuld, als ein Bekenntnis deS Glaubens an die jüdische Zukunft; als das, waS Zedokoh ist: Forderung der menschlichen Liebe und der sozialen Gerechtigkeit! J RorislroBe 30 ■eben dar Hotkircbe fUibUte werden umgoforml bei Freund i Kreis Kaiserkrone Kabarett und Tanzpalast Enifflo RoscUorf und das große Programm. Täglich 4-8',, Uhr: Tanz-Tee mtt TanzvorfUhrnngstt. [S£ Kauft nur bei Lnserenien! =3 Ich (uuMit autee erstklassige» Equipagen r« _ «ab «eer eite» gttitgeft. Aop. PetnK Huchf. Netzlr «vellaa, Fischergasse IS. — Set R. INS Wir bitten bei Einkäufen auf die Südlich-liberale Zeitung Bezug zu nehmen. Vornehme Eheanbahnung durch Dame; in besten jüdischen Kreisen eingeführt. Offerten unter V. 75 an die Expedition dieser Leitung. r fefimueß * «Aren :: Schnellste Ausführung :: oller Wiederherstellungs- und Neuarbeiten Mfißlge Preise — Gewissenhafte Bedienung (Tafct^crätc, Jtfunsfgevvezrfbe VoSdt, Ohlauer Straße 6o 1« ulinssC von Gold. Silber, Plet n 1 9% II fl O li ■ —: meistbietend. süchtiger Schadchen gesucht. I Offerte» unt. A. B. 354 an die Exp. d. Jüd. lb. Ztg. Herausgeber: Liberaler Verein der Syyagogen-Gerneinde Breslau. — Verantwortlich für den Inhalt; Dr. Ludwig Davidsohn in Breslau. Druck und KowmiMonSverlÜgr £&. Schatz ly, Sttrfihnvferei und Verlassanstalt. Qkm. K 8w Breslau Ip, gteueJStaunenftrafic 5. 4