Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 44 (14.10.1921)
- Date
- 1921-10-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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IvLhttnd die kleineren von «in« Hortnerin mit Spielen Beschäftigt Werden. Die Kinder haben ein monatlicher Entgelt von 5 Ml. zu zahlen. Jüdisch-liberaler Jugendverei«. Der indisch-literarische Abend, den der Verein am 10. d. Mts. veranstaltete, kann in jeder Hinsicht als wohlgelungen bezeichnet werden. Abgesehen von den biblischen und jüdisch-literarischen Vorlesungen der Herren R.-A. Spitz und Dr. D a v i d s o h n, sowie Frl. Leschziner (darunter Stellen aus Jesaia, Legenden des Baal-Schem, Psalmen und Heine-Dichtungen) bedarf vor allem der musikalische Teil des Abends, der dem ernsten Charakter der Festwoche angepaßt war und von den Herren Kantor W a r t e n b e r g e r und Kurt N e l l h a u s IN höchst eindrucksvoller Weise bestritten wurde, besondere Hervorhebung. Musikalische Vereinigung. Freunden klassischer Musik, Herren und Damen, bietet sich Gelegenheit, in einem vornehmen klassischen Mnsikverein am Orchesterspiel teilzunehmen. Fortgeschrittene Musikdilettanten aller Instrumente, die ihre musikalischen Fertigkeiten vervoll» kommnen und ihr Wissen auf dem Gebiete der klassischen Musik erweitern wollen, können gegen einen geringen Vereinsbeitrag (von 4 Mark monatlich) an den Bestrebungen des Vereins teilnehmen. Das Streichorchester probt einmal wöchentlich unter Leitung eines Berufsdirigenten und unter Mitwirkung eines Künstlerquartetis. Der Verein erstrebt: 1. die Pflege klasstscher Musik, 2. die Pflege der Geselligkeit. Der Verein veranstaltet: a) öffentliche Konzerte, b) interne Musikabende für geladene Gäste, c) Solistenkonzerte, d) Musikwissenschaftliche Vorträge, e) Gesellschaftsabende, f) Vergnügungen. — Gerade in der jetzigen Zeit dürste so mancher gebildete, geistig hochstehende Mensch sich von dem Zeitvertreib mit seichten und kostspieligen Dingen wie Kino, Foxtrott usw. abwenden, um durch die Pflege klassischer Musik seine Feierstunden anregend und harmonisch zu gestalten. — Meldungen von Interessenten (aktiven und passiven Mitgliedern sind an den Dirigenten Herrn R. Schönfeld, Augustastraße 15, zu richten. Theater-Nachrichten. Ein neues Werk Bruno Franks im Lobetheater. . Mit Freude und Genugtuung muß man seststellen: im Theatevbetriebe Breslaus, das jahrelang Stätte Mangel haften Könnens und künstlerischer Stagnation war, weht ein neuer Geist; Direktor Barnah und seine Helfer, der Dramaturg Graetzer, der Spielleiter Lichtenberg rc. verstehen es, unserer großen Stadt wieder die ihr gebührende Stellung im deutschen Kunstleben zu erobern; die Aufführung von Brun» Franks Drama „Das Weib auf dem Tier" (ein biblischer Vergleich!) war ein glücklicher Griff. Der junge, jüdische aus Stuttgart stammende Verfasser des Stückes ist in der modemen Literatur kein Unbekannter mehr; er gehört zu den bedeutenden, bereits allgemein anerkannten und auch oft ausgeführten Könnern, dessen Lyrik zumal mit zu dem Besten gehört, was uns die neuere Zeit beschert hat. Wie so Manche der jung-jüdischen Autoren — z. B. Toller, Lan dauer, Münzer, Munk rc. — zählt er zu den Mitleids- Dichtern, deren Ringen nach einem höheren Ethos und einer besseren Gesellschaftsordnung etwas Erschütterndes und fast Heiliges an sich hat. Diesmal gilt das werbende Mitgefühl Franks einem „käuflichen Weibe" mit einer großen, stolzen und freien Seele; diese hat den von ihr Ge-Liebten, der — ein unsäglich niedriger Charakter — sie in widerwärtig ster Weise betrog, erschossen. Und nun sucht sie, aus Recht fettigung und Gnadengesuch verzichtend, den Tod; aus der Bühne erleben wir nun die Gerichtsverhandlung. Ein! technische Mängel (nasale Tongebung, undeutlicher Sprechen)' kluger Verteidiger, ein gütiger Gerichtspräsident, ferner dessen1 -s nntarrw »m-rs-s h<i6 n. Sohn, ein sie liebender, feuriger Jüngling, richten im Kampfe wider prüdes und heuchlerisches Vorurteil, banausenhaste Verständnislosigkeit und „zahlungsfähige Moral" nichts aus; Regine wird zum Tode verurteilt, kommt aber der Volltreckung des Urteils durch Selbstmord zuvor. In einem rhantastischen Schattengericht, — einem mit Herzblut gechriebenen Akt voll einzigartiger, lauterer Poesie — wird von „Frauen" in ganz herrlichen Versen Verhandlung und Urteil revidiert. — Das ist in wenigen Worten der Inhalt des Dramas. — Der mit dem Hinweis aus die Zerstörungskraft des Weibes (Strind'berg, Wedekind!) begründete Einwand, daß der Verfasser in diesem tiefgefühlten Plädoyer ür das „Ergänzungsgeschlecht" einseitig gewesen sei, ist müßig; denn es ist das schöne Vorrecht des Poeten, für den mehr Leidenden Partei zu ergreifen, und es unterliegt a keinem Zweifel, daß die Vulnerabilität und die zum Affekt neigende psychische Sensibilität des Weibes größer ist, als die des Mannes. — Dt« Aufführung war. ebenso wie letzthin die Nibelungenwiedergabe, außeroirdentlich gut und bot eine Fülle vortrefflicher darstellerischer Leistungen. Frau Maria Fein in der Titelrolle war e-iste unvergeßliche R e g i n e von chlichter Hoheit und bestrickendem Liebreiz. Der milde, vertändntsvolle Vorsitzende war bei Herrn M e i n e ck e gut aufgehoben, und auch das flackernde Feuer des mortimerhaften Jünglings fand bet Herrn R e n f e r eine recht gelungene Wiedergabe. Zu onirtert war der Staatsanwalt des Herrn Z i st i g; — der sonst ausgezeichnete Künstler glich in Spiel und Maske mehr einem Börsenjobber, denn einem verantwortungsbewußten Staatsbeamten. Aus dem verlogenen Komödianten hätte Herr Barg noch mehr herausholen können; immerhin war er glaubhaft und befriedigte. Allen Lobes wert war der Verteidiger des Herrn F e l d e n; dieser Darsteller hat anscheinend noch eine große Zukunft. Eine ganz bedeutende schauspielerische Leistung war die Zofe von Frl. Kaiser; ihr Schmerzensausbruch im zweiten Mt war von ergreifender Echtheit. Frau Hi Schlüter fiel im Actus mysttcus als meisterhafte S cherin aus; diese Künstlerin müßte auch als Rezitatorin Konzertsaal gewaltige Eindrücke Hervorrufen können! — Einige Mängel sollen nicht ungerügt bleiben: es in diesem tragischen Stück nicht an und wirkt stillos, N in den Gerichtsdicner-Szenen und im Geschworenen-Akt billige Possenwirkungen hingesteuert wird; das hat Dichter bestimmt nicht gewollt! — Die „Frauen" sollten zum „Schattenspiel" nickt wie sittete Zöglinge eines Mädchenpensionates im Gänsem auf die Bühne pilgern, sondern dort lieber lautlos scheinen und verschwinden! — Das Spiel aus dem men Dank, den wir den keineswegs schmälem! ... Leitern der Ausführung Dr. schulden 2-, D Sängerinnen zur Laute; Käte Schottlaender einen fröhlichen Liederabend im Kammermusiksaal und sich in alle Herzen; niemand ging ohne ausgeheitert wor den zu sein und einige glücklich-heitere Stunden verlebt haben, nach Haus«! — Die Sängerin hat in den letzten Jahren ganz bedeutende Fortschritte gemacht, steht jetzt mimisch und gesanglich aus ansehnlicher Höhe und lvird sicher bald zu den ersten Vertreterinnen ihres Faches zählen! Lilli Liebrecht ist noch eine blutjunge Anfängerin sie wird noch eifrig an sich arbeiten müssen, um gewisse zu beheben; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß sie viel Talent hat; — dir Hoffnung, daß auch sie in nicht ferner Zett eine beachtenswette Künstlerin werden wird, ist nach ihren Leistungen doch durchaus gerechtfertigt! — Tr. L. D. Der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" hat im Oktober eine O p s e r w o ch e verantaltet, um seinen Fond zur Abwehr des Antisemitismus zu tärken. Das Anwachsen dieser „Schmach unseres Jahrhunderts" ist einer Propaganda zuzuschreiben, für die von interessierter Seite ungeheure Geldmittel zur Verfügung stehen. In Wort und Schrift nimmt die Judenhctze als politisches Mittel einen Umfang an, der nicht nur in der Gegenwart bedrohlich ist, sondern durch die damit fortschreitende Verrohung die größten Gefahren für die Zukunft birgt. Der Zentralverein, welcher in der Abwehr dieser Angriffe die von allen jüdischen Parteien anerkannte Organisation ist, fügt in den Rahmen dieser Opferwoche ein Konzert ein, das am 18. Oktober d. Js., abends 8^ Uhr, im Saale der Gesellschaft der Freunde staltfindet und dessen Ertrag den Abwehriond stärken soll. Als Künstler sind die Opernsängerin Frl. Anny Landsberg, Herr Opersänger Hecker, Herr Konzertmeister Rosenthal, Herr Pianist Fritz Peiser gewonnen. Die mitwirkenden Künstler haben ein künstlerisch hockstehendes Programm zusammengestellt. Wir erachten es als eine Ehrenpflicht eines jeden Juden, den Zweck dieses Konzerts durch seinen Besuch zu fördern. Der Verkauf der Eintrittskarten erfolgt durch Hainauer und Vcrkehrsbureau Barasch. Wegen des Laubhüttenfestes erscheint die nächste Rümmer des Blattes am Freitag, den 28. Oktober. 1931 Kalender 5689 Monat Prophetenabschnltt Wochentag - Oltob. 31 T. Tisthri 30 T. Sabbath- AuSgang Wochenabfchnitl Freitag 14. 12. Sabbath 15. 13. BreSlau 543 »rmn “in nsTl 5. Buch Mose II.Buch Samuel Kap, 32 22, 1-51 ) Montag 17. 15. ThoraTorlesang mro 3. Buch Mose Secbarjah 22, £6-23,44 4. Buch Mose 14, 1-21 29, 12-16 J Dienstag 5 , 18. 16. 3. Buch Mose -Hu 22,23—23,44 4. Buch Mose 29, 12-16 U Buch Könige it > 1 8.2-21 Reparaturen sofort. Optiker Garai, AlbrecHtstraße 4« 1***-»-—t» MMNWM.IWON« Freitag 14./10. Beginn abends 5.15 U. 6.15 ü. Sbd. 15./10. FiBhgotfndienst moTgs. Vodwnfigim. « ÜDtaottttditntt Hpigwii sewiviivi vorm. 8.15 U. 9.00U. 91 ff Bredigt — — M 9» Jooeodgottesd. nachm. — — An "den n Schloß abends 5.43 ü. 5.48 TJ. Woch.- tagen 16./10. Beginn morgs. 6.15 U. 7.00 TT. Konfirmationen, HeueSynagoge, Sonnabend, den 15. Oktober. Horst B6hm (Vater Hermann, Kartstr, 28). Alexander Roth (Vater ]osef, Kaiser Wilhelmstr. 39). Am Mittwoch, den IS. Oktober, abends S Ahr, findet iin kleinen Saale der Lessingloge ein Elternabend der Religions-Anterrichts« Anstalt II der Synagogen-Gemefnde statt. Hierzu laden wir Eltern und Freunde der Anstalt ergebenst ein. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde. Wir bringm hierdurch zur KeiminiS unserer Gemelndemii« glieder, daß die Speisewirtschaften von Frau Fanny Ltttmann, Aniomenstr. 16, snb Frau Clara Haas«, Hisck'enstr. 57, unter Aufsicht unseres RabblnatS stei-en. BreSlau, 6. Oktober 1S21. Der Vorstand der Chnagogen-Gemeinde. Religions-Unterrichts-Anstatt II der Shnagogen-Gemeinde. Die Aufnahme neuer Schüler und Schülerinnen Upschl. der Fortbildungskurse zur Ausbildung von Lehrerinnen findet Sonntag, den 16. Oktober, vorm. 10—12 Ahr, Mittwoch, den IS. Oktober, nachm, 3Vs—5 Ahr im Amtszimmer, Anger 8, pt., statt. Anmeldung für Flmingkurse (auch für Schulentwachsene) Donnerstag, den 13. Oktober, nachm. 3—8 Ahr im Konferenzzimmer der Jlmingschule, Kleiststraße Rabbiner!>r. Sänger. ■Dfö V8flestiiigdbs fTerrh Assessor Dr Marcus über „Grundlagen der bisherigen jüd. Kolonisation und der zukünftigen jüd. Arbeit in. Palästina** findet nicht Montag, sondern Dienstag, von 7—8 Uhr statt. Herr Dr. Kaplun«Kogan hält nicht üebnngen, sondern eine Vorlesung über robleme der jüdischen. Wirtschaftsgeschichte'*. Gleichzeitig machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß der Kartenverkauf za deu Vorlesungen bereits begonnen hat. Zentral-veretn -eutscherStaatsbürgerjü-ischenGlaubens Kabarett und Tanzpalast Schweidn. Stedtgr. 9 Das brillante Oktober-Programm mit Ott u. Liy Joseph Josephy Ena u. Ossy Waiden n. a. Tafelsilber! Dienstag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr im Saale der „Gesellschaft der Freunde", Nene Graupenstratze Konzert zu Gunsten -er Gpferwoche. Mitwirkende: Opernsängerin Fräulein Anny Landsberg Herr Opernsänger Aecker Herr Konzertmeister Rosenthal Herr Pianist Fritz Peiser Nummerierte Sitzplätze zu 20 Mk. und 12 Mk. sowie Stehplätze zu 6 Mk. zuzüglich Steuer bei tzainauer und Verkehrsbüro Barasch. erstklassige Palästina- Tokayei- Mosel- Rhein- Bordeaux- Süßwelne Liköre zu billigen Preisen Weingroßhandlung In den nächsten Wochen bringe ich einen Restposten von Tafelsilber aas den Beständen von Hamburg-Amerika* Dampfern zam Verkauf. HOF“ Seltene Gelegenheit! -W8 Prima weißes Alpaka Äirs!!Billige Preise!! Julius Lentor, Sltan Breslau 6, Fischergasse 11, Gegründet 1818 Telefon Ring 742 Abteilung II (8—5 Uhr). werden umgeformt Jüdisch-liberaler JuMerem zu Breslau. 2 Bitten an alle ordentlichen Mitglieder. '. Gebt uns baldigst die entliehenen Bibliotheksbücher zurück. Zahlt sofort Eure Quartalsbeiträge (Mindestbeitrag 3 Mk. nebst Zeitungsgeld 2 Mk.) auf Postscheckkonto Breslau Nr. 17448 Alfred Berger. Ihr erspart uns große Aib&it und Euch unnötige Postnachnahmespesen. Braucht Ihr Licht, so ruft mich! I>IIIIIIIIIIIIIIIIII>IIIII!IlIIIIIIIIIIIIII!IIIII>!III!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIII>I!IIII!IIII Richard Geliert Eelektrlsche Licht- und Kraftanlagen Gräbschenerstr. 39. Freiburgerstr. 17 Telefon Ring 7903 I Nikolaistr. 7, Hof links gegenüber Biclschowsky GEGRÜNDET 1876 Fernruf Ring 4209 V_ Für die Bekaunbstabe von Familien-Nachrichlen bitten wir die Jüdisch-liberale Zeitung iK i ständig zu benützen — Ermäßigte Anzeigenpreise! Nack 9 jähriger Ausbildung an medizinischen und diirurgilchen Abteilungen sowie insbesondere mehrere 3ahre hindurch als Alhitent der UniDerliiäts-Frauenhlinik Breslau (Geh. Med.-Rai Prof. 0. 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