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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-09-30 · 43 (30.9.1921) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
43 (30.9.1921)
Date
1921-09-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Industrieschule. Die kürzlich verbreiteten Gerüchte, daß in! der Industrieschule am Sonnabend Handarbeitsunterricht erteilt1 wird, widerlegen sich dadurch, das; am Sabbat überhaupt keinerlei Unterricht stattfindct. Der Artikel „Liberales Judentum* lag, wie wir aut Wunsch des Verfassers, Herrn Mittelschullehrer Stern -Kattowitz mitteilen, schon längere Zeit vor und war im Hinblick auf die diesiährigen Frühjahrstagungen der „Vereinigung für das liberale Judentum* des „Verbandes liberaler Rabbiner* geschrieben. Tie Red. Breslauer Modenschau im Scheitniger Ausstellung-» gebäude. Wer die entzückenden Dinge, die diesmal dort draußen zu bewundern waren, nicht gesehen hat, versäumte wirklich etwas! Es war eine große Freude, wieder einmal sestzu. stellen, wieviel künstlerisches Feingefühl und muntere Schaf, fenslust in weitesten jüdischen Kreisen zu finden ist. Den Clou der Ausstellung bildeten die Puppen, die FrauMariot R o s e n t h a l - Breslau zeigte. Wer die feinsinnige, liebenswürdige Frau, die bis in die Fingerspitzen mit künstlerischem Feingefühl ungefüllt ist, einmal bei der Arbeit beobachtet und zugeseben hat. wieviel Mühe und Arbeit dazu gehören, um aus Stoff, Draht und Pappe derartige Gebilde zu schaffen, der kann ermessen, was hier geleistet worden ist. Die Künstlerin hat es verstanden, ihren Geschöpfen eine fabelhHte Lebendigkeit zu verleihen; in der Bewegung sind sie geradezu unerreicht: wenn man sie mit halbgeschlossenen Augen beobachtet, verfällt man einer merkwürdigen Autosuggestion: man glaubt, die Figuren wirklich tanzen und agieren zu sehen. Unvergeßlich sind die allcrl'ebsten Merkchen: der Mohr im Harem, der in fataler Resignation mit gekreuzten Armen vor seiner schlafenden, in duftige Silber, tüllschleicr gekleideten Herrin steht, der Prinz im pelzverbrämtem, blau-violettem Wams mit rosa Schärpe, der die Flötein der linken Hand hält und mit sehnsüchtiger Gebärde nach dem Lorbeerkranz langt, den ihm eine Fee hinhält, die Tänzerin ln grüne Gaze mit den in graziöser Gebärde bae. chantisch bochgeworfenen Armen, der verliebte, blattweise gestreifte Pierrot, der zu seiner rotschwarzgekleideten Dame emporscknnachtet — das ist wirklich ein« völlig neue, kaum je gesehene Kunst; denn obwohl die Bemalung der Pupp»«, gesichter vorzüglich gelungen ist, liegt doch, wie gesagt, der ganze Charakter lediglich in der Bewegung. Gertrud W e i l S Puppen sind lang« nicht so gelungen; sie sind primitiver und versuchen, mehr durch den Gesichtsausdruck zu wirken. Sehr sein sind Frl. Täublers Kisien in ihrer malerischen Farbengebung, die unter Verzicht auf jeden Stickeretschmuck nur durch das Material des Stoffes gefangen« nehmen. Prächtig gemusterte Bänder sind von der Fa. S ch ä s. s e r ausgestellt. Hildegard Staub zeigt wundervolles handgemaltcs Porzellan, Jda Prinqsheim recht gelungene kunst. gewerbliche Arbeiten, Kästen und handgestickte Decken und Kissen. Golddurchwirkte Stoffe und Brokate stellen die Firmen Petersborff und Schlesinger aus: allerliebst sind die Kindeckleidck'en von Nora M ü n z e r; die Kostüme der Fa. Albert Michaelis leaen ein ehrenvolles Zeugnis für die künstlerischen Berater ibrer Ateliers ab. Die historische Entwickelung der Moden zeigt Prozessor Haas-Hetze in einer ganzen Reibe von wohlgelungenen Figurinen. — Alles in allem eine überaus selten schöne und ^enswüodige künstlerische Veranstaltung! Dr. L. D. Die Weingrotzhandluna Noh. Nomiami tz Co. bat in ihren Probier- und Likörstuben (Kcmtorowiez-Likäre), Garten, strafte 81, geflenüber dem Landesbaus, vielfachen Wün'cben ihre" Kundschaft entsprechend, mit dem Eintritt der kühlen Witterung* feine, warme Küche eingeführt. 1921 Kalender 5681/568S Wochentag Mo Oktob. 31 T. nat Tis*ri 30 T Sabbath- Au-gang Wochen. abfchnitt Prophetenabfchnitt Freitag 30.Cepi 27.ötul Sabbath 1. Okt. 28. .. BreSlau^ v-vn ioiv 5 Bach Mos. Kap. 29 »-SO» IciajaSl, 10.11 62,1-12.63,1-» Sonntag 2. 29. .. Montag 3. I.Tischrt Tboravorlescng i. Fach Mose Kap. Li 4. Bach Moso Kap. 29, 1-8 1. Samuel I. 1-2,10 Dienstag 4. 3. 1. Buch kl oso Kap 22 4. Bach Mose Kap. 28, 1- 6 Jerem. 81,2—20 Mittwoch 5. 3. Fasttag: ir^ja als Jesaja LV, 6 bis LTI, 8 Reparaturen sofort. | Optiker Garai, Albrechtstraße 4. Gottesdienst In Hin Gemeinde-Synagogen za Breslau: >«>!«. Freitag 30./9. Beginn abends 5.30 ü. 5.30 ü. Sbd. 1./10. FrQbgottesdiensY morgs. WmMiüsgSSb. Hptgottesdfenst vorm. 8.15 ü. 9.00 U. w Fredisrt „ — — n Jogendroftcsd. nachm. — — bcblnü abends 6.13 ö. 6.13U. An den Woch.- 2./10. Beginn morgs. 6.00 ü 6.45 U. tagen Konfirmationen, Alte Synagoge, (Jen l. Oktober 1921: Ernst Perl (Vater Hermann, Gabitzstraße 94). Neue Synagoge: Georg Sabor, FreiburgerstraSo ft, Heinz Graetzer, Kaiser Wilhdnistraflo 76, Johannes Dombrowsky, MoritzstraUe. Gottesdienst In den Gemeinde-Synagogen zu Breslau: iltshnsg. Ordnung des Gottesdienstes an den beiden Neujahrstagen St<r. 2./10. Beginn (Predigt) abends 5.30 ö. RIontg. 3./10. Beginn morgs. 7 00II „ „ Predigt vorm. 9.15 U. 5.30 U. Beginn abends Dienst. 4./10. „ morgs. 7.00 U. „ „ Predigt voim. 9.15 ü. Schluü abends 6.01 ü. An den Woch.- 5./10. bis Beginn morgs. 6.15 ü. tagen 7./10. „ abends 5.30 U. 5.30 U. 8.15 U. 9.45 u. 5.30 U. 8.15 U. 9.45 U. 6.04 ü. 6.45 U. 5.30 U. Bemerkung: Im Saale der Hermann« u. Le«slngloge wie in der A41 cn Synagoge; in den übrigen Zweiggottesdiensten .vie in der Neuen Synagoge. üer Eintritt ist nur Mir Vorzeigung der Einlaßkarte gestattet. Der MW wM Boooooocooooocozooncciooooocccocoooocc bleibt mein Geschäft ab br Montag, den 3. bis Dienstag, den Z tz. Oktober, nachmittags 5 Uhr, sowie hj am 12. Oktober bis nachmittags 6 Uhr 8 geschlossen. "AM 8 g Konditorei und Kasfee, Bestellgeschäft $ 8 Is.HirscHliK, 8 R Renschestratze 11/12. g Ssoocriocx^oocrcoxxrrcoxoxraooocxxjS Ske jG^egonle ^Arinßaifdufir Herren u. Domen. ßjOu^ea Sie aut und vortetffiafi tuol AmftüÜ RoseniftaC Neue Schu/eiidnitrerstr. 5 vorlesungs-Verzeichnis öer Lreien jüdischen Volkshochschule für das fünfte Halbsemester (Nov./Dez. 1921.) vr. Willy Cohn: Ter Ka i pf um die Emanzipation im 19. Jahrhundert. (Donnerstag 7—8.) Frau Dr. Fuchs »HeS: Menschheitsprobleme bei modernen Dichtern des Auslands in ihrem Verhältnis und im Vergleich zum Judentum. (Donnerstag 8-9.) Dozent Dr. Heineinann: Charakterkö/fe jüdischer Denker. (Dienstag 6—7.) Dr. Manuel Joel: Rasse und Judentum. I. Kultur und Rasse (mit Uebungen) (Mittwoch 8—9^.) Dr. Kaplun-Kogan: Hauptprobleme der jüdischen Wirtschasts-Geschichte. (Uebungen.) (Mittwoch 7—8.) Assessor Dr. Marcus: Grundlagen der bisherigen jüdischen Kolonisation und der zukünftigen jüdischen Arbeit in Palästina. (Montag 8—9.) Frau Dr. Meidner: Einstein, seine Persönlichkeit und seine Lehre. (Dienstag 8—9.) Fräulein Dr. MorawSki: Nietzsches Beziehungen zu Juden und Judentum. (Donnerstag 6—7.) Rabbiner Dr. Simonfohn: Vorlesungen und Uebungen über den Midrasch. (Montag 6—7.) Rabbiner Dr. Bogelstein: Das Ostjudentum. (Mittwoch 6—7.) Beginn der Vorlesungen: Dienstag» den 1. Npveinber 1921.; Eröffnung: ' Sonntag, den 39. Oktober» vormittags 11 Uhr, im kleinen Saale der LeFing.Loge, Agnesstraße 5, durch einen Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Hoffmann über: „Die Arbeiterfrage in der biblifch-talmudifchen Gesetzgebung." Tie Vorlesungen finden im Realgymnasium am Zwinger stait, die des Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein im Osteuropa-Institut in der Universität. Kartenverkauf vom 6. bis 14. Oktober (12—2, 4Va—6VS) im Lesezimmer der Lessing-Loge, Agnesstrasie 5, wo auch ausführliche Vorlesungs-Verzeichnisse zu haben sind. Daselbst liegen auch Listen zur Eintragung der Miigliedschatt für den Verein „Freie jüdische Volkshochschule" aus. Preis für den Vortrag?cykius für Mitglieder 8 Mk., kür Nichtmitglieder 16 Mk., für Sindenten und Schüler 6 Mk., für an die Vorlesungen anschließende Uebur gen 4 Mk. Kaiserkrone Kabarett und Tanzpaleat Schweldn. Stadtgi. 9 Das brillante September-Programm mit Olt u. Liy Joseph Josephy Ena n. Ossy Waiden n. a. gch empfehle meine erstklassigen Equipagen 5tt Hochzeiten urb Beerdigungen. Ang. Petrak Hacbf. SSTÄBSr« Jetzt; BreSlau, Fifchergaffe 1«. — Tel. 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