Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 38 (26.8.1921)
- Date
- 1921-08-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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gewiesen worden. Demgegenüber kann ich aufs bestimmteste versichern, daß Bismarck in seinem ganzen Leben nicht ein Wort mit Stöcker gesprochen hat. Stöcker ist niemals bei Bismarck persönlich eingeladen gewesen. Er war nur einige Male auf seinen „Parlamentarischen Abenden", ist aber niemals angesprochen worden. Angesichts des Interesses, das für die Klärung der Frage, wie sich Bismarck zum Judentum und Antisemitismus gestellt hat, besteht, werde ich das gesamte Material, das sich in meinem Besitz befindet, darunter auch im Wortlaut bisher nicht bekannte Briefe, in einem Buche veröffentlichen, das demnächst im Verlage der Firma Dietrich Reimer A.-G. (Ernst Bohsen) unter dem Titel: „Bismarck und die Juden" erscheint. Dort wird auch das urkundliche Material im Wortlaut abgedruckt, auf das sich meine Anffätze in der „Kölnischen Zeitung" stützen." stus -er Presse. Mtestamentarijche Kelnöesliebe. Die „Voffische Zeitung" veröffentlichte vor einigen Tagen folgenden Brief: Kiel, 19. August 1921. An die Redaktion der „Vossiichen Zeitung". Sie berichten in der Morgenausgabe vom 17. August, erste Beilage, unter der Ueberschrift „Die Humamtätsidee in der Religion" über einen Vortrag von Professor Dr. Hans Haas in Leipzig. Darin findet sich folgende Behauptung: „Im Judentum finden sich zwar viele Uebereinstimmungen mit allchristlicher Ethik, aber das Gebot der Feindesliebe fehlt; das Judentum lehnt es auch als undurchführbar ab. Wohl aber erreicht der Chassidismus fcm Ostjudentum eine ethische Höhe, die der des Neuen Testaments kaum nachsteht." Sollte die Behauptung, daß dem Judentum das Gebot der Feindesliebe fehlt, wirklich ausgestellt worden sein, so würde sich darin eine unbegreifliche Unkenntnis des Alten Testaments offenbaren. Ich verweise auf das Spruchbuch 24, 17 f. und 25, 21 f. Diese Bibelstellen gibt D. Karl Kautzsch, Pastor in Dresden, in seiner Schrift „Die Philosophie des Alten Testaments" in folgender Uebersetzung wieder: 24, 17 f.: „Wenn Dein Feind fällt, so freue Dich nicht. Und wenn er strauchelt, frohlocke Dein Herz nicht, damit es nicht Jehova, wenn er es sieht, mißfalle. Und er seinen Zorn von ihm abwende." 25, 21 f.: „Wenn Deinen Feind hungert, so speise ihn mit Brot, und wenn ihn dürstet, so tränke ihn mit Wasser. Denn glühende Kohlen wirst Du damit auf sein Haupt sammeln. Und Jehova wird es Dir vergelten." Als Erläuterung fügt Kautzsch hinzu: „Manches warmherzige Wort über die Nächstenliebe finden wir im Alten Testament, und die Mahnung: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst, lesen wir bekanntlich nicht erst in der Bergpredigt, sondern bereits in der sogenannten Priesterschrift (3. Mose 19, 18; vgl. V. 9 bis 17 die Ausführung dazu!). Man sucht diese sittlichen Mahnungen des Alten Testaments gegenüber der Forderung Jesu bisweilen dadurch herabzusetzen, daß man darin ausschließlich die Liebe zum jüdischen Volksgenossen gelehrt findet. Nun wird allerdings der „Nächste" häufig neben dem „Bruder" oder den „Kindern seines Volkes" genannt. Aber schon in dem sogenannten Deuteronomium (5. Mose 19, 10) und vollends wieder in der Priesterschvift (3. Mose 19, 34) wird das Gebot der Nächstenliebe ausdrücklich auf den „Fremden, der sich bei Dir aufhält", ausgedehnt. . . ." „Auch häßliche Schadenfreude über den Sturz des Feindes ziemt sich fiir die Weisen nicht und erregt Gottes Mißfallen (zu 24, 17 vgl. Hiob 31, 29). Vielmehr sollen gerade wehrlose und hilfsbedürftige Feinde mit verdoppelter Liebe umgeben und dadurch feurige Kohlen — nicht die Scham, sondern die Reue auf ihrem Haupt gesammelt werden. Man beachte, daß Paulus in seinem Zitat Röm. 12, 20 den wieder ganz jüdisch klingenden Schluß „und Gott wird es Dir vergelten", wegläßt!" Sanitätsrat Dr. Jacob. Jüdisch-liberaler Jugendverein zu Berlin. Sonntag, den 28. August, Tages-Ausstug Potsdam— Michendorf—Seddim. Treffpunkt 8,15 Uhr Stadtbahnsteig des Bahnhofs Zoologischer Garten mit Fahrkarte nach Potsdam. (Abfahrt 8,26 Uhr.) Sonntag, den 4. September, Vormittags-Ausflug nach Sadowa. Treffpunkt 9 Uhr auf Bahnsteig Alexanderplatz. Vreslau. Ableben des Handelsrichters David Mugdan. Herr Handelsrichter David Mugdan, Vizepräsident der Breslauer Handelskammer, ist am 23. d. Mts. verstorben. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, dessen reiche Erfahrungen und vielseitigen Kenntnisse neben seinen zahlreichen Obliegenheiten im öffentlichen Leben in besonderem Maße der Förderung der Interessen der Breslauer Synagogengemeinde galten, dessen Vorstand er lange Jahre hindurch in hingebender Arbeit angehört hat. Herr Mar Perl, der durch die politischen Verhältnisse in Oberschlesien feinen Wohnsitz hat aufgeben müssen, hat hier, Viktoriastraße 59, ein Kolonialwaren- und Feinkostgeschäft eröffnet. (Siehe Inserat.) In der altbekannten Firzhut-Fabrik von Freund u. Krebs, Breslau, Karlstraße 30, neben der Hofkirche, hat der Verkauf von Damenhüten in Velour-, Samt-, Setdenhüten und Unterformen in Bast und Linon zum Uebttziehen begonnen. Neue ausgenommen ist das U m - formen von weichen Herren-Filz- und Velour- Hüten. Herren - und Damenhüte werden schon jetzt zum Umformen angenommen. Läden oder Filialen unterhält die Firma nicht. F a h r st u h l b e n u tz u n g. Vom 22. bis 27. August findet in der Fabrik, Karlstraße 30, eine M o d e l l h u 1 - A u s st e l l u n g statt. 1921 Kalender 5681 Wochentag Mo: Aug. 31 T. [tat Ab 30 T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath 26. 27. 22. 23. BreSlau?«» 2Pv 8 Buch Mos« Kap. 7»—11» sffrr -lärtni Jes. 40, 14—LH 50. 1-11, 51,1-3 Reparaturen sofort. Optiker Garaiv Albreclitstraße 4« Gottesdienst ln den Gemeinde-Synagogen ZU Breslau: _mim- Hm«synag Freitag 26.,8. Beginn abends 6.45 ü. 6.45 ü. Sbd. 27./8. Frtthgottesdieiist morgB. WoduntajisyuiGji 6.80 U. Hptgottesdinst vorm. 8.15 ü. 9.00 U. n XnnondwBiht „ 9.45 ü. 9.30 U. Predigt „ — 9.45 U. w Jaadootlesdienjt nachm. 4.C0Ü. — Schluß abends 7.34 0. 7.34 U. An den Woch.- 28./8. bis Beginn morgs. 6.30 U 6.45 ü. tagen 2.9. W abends 6.45 ü. 6.45 U. Konf rmation, Alte Synagoge, Sonnabend, den 27. August* Hermann Berg, Vater Arnold, Hohcnzollcrnstr. 68. Die Zinsen Dei Stiftungen: a) Emanuel Breslauer, Louis und Bernhard Frank, Morttz Moll, Bernyardt-Schoreck, Marcus Schottländer, Salomon Speyer, d) Kommerzienrat Jakob Landau sollen an: a) würdige und bedürftige Mitglieder der hiesigen Gemeinde, die ein Geschäft oder Handwerk betreiben. d) anständige und bedürftige Personen oder Familien vergeben werden. Almosengenossen ausgeschlossen. Meldungen bis 19. Septemoer. 9fr 9orffan0 Der Simm-ticmWr Die Erneuerung der Platzkarten für 1921/22 erfolgt für die bisherigen Inhaber bezüglich der Plätze: in der Alten Synagoge vom 7.— 9. September „ „ Neuen „ „ 12.-14. „ im Konzerthaussaale „ 16.—20. „ „ Kammermusikiaale am 22. „ * Freundesaale „ ^3. * „ Hermannloge „ 24. „ nur vormittags von 9—1 Uhr» Wallstratze 9 Nach Ablauf der Frist findet eine Erneuerung nicht mehr statt. Die Preise der Platzkarten sind erhöht. Die freien Platzkarten für obige Gottesdieiiste werden auf Grund von Ordnungsnummern, die vom 6. September ziw Ausgabe gelangen, vergeben. Im Saale der Lessinglage findet ein weiterer Gottesdienst nach altem Ritus statt. — Briefliche oder telephonische Anfragen können nicht berücksichtigt werden. Irr ~ ~ ürr SgnaioacB-ffirntrtnar. Vereinigte Theater in Breslau Direktion: Paul Barnay. Lobe-Theater. Dienstag, 30. August, 7 Uhr: Eröffnungs-Vorstellung: „Die Nibelungen“ von Hebbel („Der gehSrnte Siegfried“ Hierauf; „Siegfrieds Tod*), ln Szene gesetzt v. Pani Barnay (Erhöhte Preise). Folgende Tage: .Der gehörnte Sicglried und .Siegfrieds Tod*. Gewöhnliche Preise. Vorverkauf tdglich v. 10—2 Uhr u. 4*/»—7 Uhr an der Theaterkasse des Lobetheaters, Lessingstraße 8, u. im Verkehrsbüro Barasch, Ring. Thalia-Theater. Donnerstag, l.Sept., 7'/^ adds. Eröffnungs-Vorstellung: „Die BonelstoileDteo' Große Posse mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern von Bernauer und Schanzer. Musik von Brett Schneider u. Zepler. ln Szene gesetzt v. Alex Marich Musikalische Leitung- Walter Betz. Orchester 22 Mann. Erhöhte Preise. Folgende Tage: .Die Bummelstudenten*. tiewöhnliche Preise. Vorverkauf täglich v. 10—2 u, A'L - 7 Uhr an der Kaste des Thalia - Theaters, Schwertstr. und Verkehrsbüro B a r a s c h , Ring. Bilanzsichere Buchhalterin sucht Stellung. Offerten unter hl. 291 an die Expedition der Jüdisch-liberalen Zeitung. Am 23. 6 Ml«, wurde unser verehrter, lieber Kollege und stellvertretender Vorsitzender Herr Handelslichter David Mugdan Ehrenmitglied unserer Gesellschaft nach kurzer Krankheit, im ehrenvollen Alter von 81 Jahren, uns durch den Tod entrissen. Tief trauernd stehen wir an der Bahre dieses hervonagenden, ausgezeichneten Mannes, der seit 36 Jahren, ungeachtet seines sonstigen ehrenamtlichen Wirkens, seine unermüdliche Tatkraft, sein umfassendes Wissen und seinen hochgeschätzten Rat mit vorbildlicher Pflichttreue und strengster Gewissenhaftigkeit auch in den Dienst unserer Verwaltung gestellt hat Mit nie versagendem Interesse hat er an der Förderung unserer humanitären Bestrebungen innigsten Anteil genommen. Mit hingebendem Eifer hat er sich bis zuletzt unseren heiligen Aufgaben als treuer Mitarbeiter und Berater gern und freudig gewidmet. Mit ihm ist einer der besten Männer unserer Gesellschaft geschieden, in unserer Verwaltung hinterläßt sein Heimgang eine schmerzliche, schwer ausiufüllende Lücke. Unauslöschliche Dankbarkeit und Verehrung werden wir dem verklärten Freunde über das Grab hinaus allezeit bewahren. Breslau, den 24. August 1921. Der Vorstand der Israelitischen Kranken«Verpflegungs - Anstalt und Beerdigungs - Gesellschaft. Am 23. August verschied nach kurzem schweren Leiden Herr Handelsrichter David Musdan. Tief ergriffen, von inniger Trauer erfüllt, beklagen wir das Ableben dieses ausgezeichneten Mannes. Jahi zehnte hat der Heimgegangene unserem Vorstand als Mitglied angehört. Ausgerüstet mit hervorragenden Geisteegaben, sicherem auf vielseitiger Kenntnis und Erfahrungen begründetem Urteil, außergewöhnlicher Arbeitsfreude und Arbeitskraft nat er in nie eimüde.ider Pflichterfüllung die Interessen unserer Gemeinde gefördert Das verantwortungsvolle Amt des Vorsitzenden der Kommission der alten Synagoge wurde von ihm hervorragend geführt und wir bezeugen dankbar, daß er auf allen Gebieten zum größten Segen unserer Verwaltung tätig war. Durch die seltene Güte und Liebenpwüidigkeit seines Wesens hat er sich in den weitesten Kreisen das größte Vertrauen erworben. Sein Andenken wird uns unvergänglich sein und iu hohen Ehren gewahrt werden. Breslau, den 24. August 1921. Der Vorstand und die Repräsentanten V ersammlung der Synagogen-Gemeinde. Braucht Ihr Licht, III>IIIIIIIIIII>IIIIII>lII>IIIIIIIIIIIIIIIIII>IIIIIIII>IIIIII>IIIIl!IIIIlIIIIIIIIIIIIIlIII»IlIIlIIIIII»IIIIIIIIIIl»ll>III so ruft mich! Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllülllllllllllllllllllllll Richard Oellert Eelektrische Licht- und Kraftanlagen Gräbschenerstr. 39, Freiburgerstr. 17 Telefon Ring 7903 Ans Oberschlesien geflüchtet, habe ich hierselbst, Utktoriastraßr 59 ein Mmlaiam-«. 7' ‘ errichtet. Ich bitte ergebenst, mein Unternehmen zu unterstützen, indem ich im Voraus streng reelle und gute Bedienung zusichere. IDfiliHt NA Id MmWIek seriltr: Bücklinge und Flundern. Ergebenst Max pari, iHMorioilr. 59. Slg jeteyante. wtiröcuidufir Herten u. Domen. &au£en Sve und vorteitfioft AmftcCd Rosciftfiat Neue Schu/eidnitrerstr.5 ( «m 27. August 1921 23. Ab 5881 findet die Barmizwoh» Feier unseres Sohnes Herbert in der dienen Synagoge zu Breslau statt. Em l Mährer und Frau Ella geb. Morgenstern. in, Velour, Filz und Sammet Formen z.Ueberzlehen empfehlen Freund & Krebs Filzhutfabrik Karlstr&Be 30 neben der Hofkirche. Damen- und Herren-Filzhüte ^werden umgeformt.^ Kilver zum Einschmelzen kaust zu höchsten Preisen Sübtrsarrsrabrik Julius Lemor Breslau 6 Jischergajse ll (8—6). Für .JHL_ •retkl&eslge MOSCl- Rheln- Borüeaux- Tokayer- Pfliästina- Siiduelne Liköre zu billigen Preisen Weingroßhandlung Mö üiei Nikoiaistr. 7, Hof links | gegenüber Bieischowsky | GEGRÜNDET 1876 I Fernruf Ring 4209 I J Wieder lieferbar! gebrauchsfertige > Rasier-Creme Joritnifl.-lluirrr. ert. ich ab Ans. Septbr. m Zirkeln zu 4—6 Teiln. Fernipr. R. 10808 (o.ö1/. bis 9Vgvorm. u. IV2—21/! Uhr nachm.) Kinn Kerlrorvitz Freiburgerstr. 34, hptr. zum Raiieren ohne Messer konkurrenzlos 1 gr. Tube M. 10 und Porto, bei 10 Tuben halbes Porto. Hamborg 13c Koopstr. 28. 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Schatzky, Buchdruckerei und BerlagSanstait, G. m. b.H., BreSlau 114, Neue Graupenstraße 6, D+367A 8854