Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-07-08 · 31 (8.7.1921) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
31 (8.7.1921)
Date
1921-07-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2613366-2613604-2613635--0156-2617343
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

schäften nur dvnn sincinxielle Hilfe leisten, wenn auch die europäischen Inden sich deteilMU. Am Montag, den N. Juli cr., wird in Breslau abends 8 Uhr im Schiedmayer-Saal, Karlstraße, eine vom „Cvt" veranstaltete öffentliche Versammlung stattfinden, auf der einer der Begründer der Abteilung der Gesellschaft „Ort" in Deutschland. Herr Dr. L i ngalowskh, Berlin, einen Bortrag über den Ausbau des jüd'scken Wirtschaftsleben? in den Oftländern halten wird. Bon der Industrieschule. Die Industrieschule für israelitische Mädchen hielt am 4. d. Mts. ibre Mitgliederversammlung ab. Der Vorstand legte bar, baß, die finanziellen Verhältnisse der Schule sich so bedrohlich gestaltet haben, daß er sich genötigt sehe, die Auslösung der Schule zum 1. Oktober zu beantragen, wenn es nicht gelingen sollte, namhafte Mittel für ihre Erhaltung zu beschaffen. In der eingehenden Erörterung wurde von allen Seiten betont, daß die Auflösung der Schule mit allen Mithin verhütet werden müsse. Die Schule ist 1801 gegründet worden. Sie ist ein Kind des EmanZipationszeitalters und hat nicht nur damals ihre Aufgabe, die indischen Mäidchen in moderne Bildung einzuführen und gleichzeitig zu Handfertigkeit und Handarbeit zu erziehen, erfüllt, sondern auch später überaus segensreich gewirkt. Seit Jahrzehnten ist sie eine Mädchenvolksschule. Allseitig wurde anerkannt, daß die Schließung der Schule gerade im gegenwirrtigen MgqNblick überaus bedenklich sein würde. Insbesondere wurde hcrvorg>ehoben, daß es in, Interesse der ostjüdischen Kinder, welche die Schule besuchen, nicht minder aber im allgemeinen Mischen Interesse liege, die Schule zu erhalten. Dar Vorstand wurde beauftragt, eine Propagandakommission zu bilden, um die Schule durch freiwillige Beiträge zu erhalten und später ihre Ausgestaltung zü ermöglichen. Sollte trotz aller Bemühungen das Ergebnis ein ungünstiges sein.^^o würde eine neue Ver- ' ‘ Mi 1921 Kalendei 5681 Wochentag Mo Juli 31 T. iat Tammus 29 T. Sabbath- AuSgang Wochenabfchnitt Propheten« abfchnitt Freitag 3. Srtbbflil) j 9. 1 9. BreSlau^ rnp 4. Buch Moie Kap. IG1—1935 I. Samuel XI, 14-2,. XII, 1-22. Reparaturen sofort. sammlnng im September die Auslösung beschließen müssen, l Optiker GBPdiy Albrechtstraße 4» Gottesdienst In den Gemeinde-Synagogen in Breslau: »»«w,,. nmy»,,. 8./7. Beginn abends 7.30 ü. 7.30 U. 0./7. FrDhgottesdienst morgs. Woduntagi- M Hptgottesdlenst — 8.15 ü. 9.00 U. Predigt „ — 9. .5 U. Jugendsottesdst. Scnluü nacum. 4.00 ü. — abends 9.02 U. 9.02 U. 10./7. bis Beginn morgs. 6.300. 6.45 ü. 15. 7. „ abends 7.30 ü 7.30 ü. Freitag Sbd. An den Woch.- tagen Konfirmation, Alte Synagoge, Sonnabend, den 9. Juli; Adolf Kornstein (Vater Jakob, Kupferscbmiedestraße 44). Konfirmationen, Neue Synagoge: Hans Chocheles (Vater Ignatz, Schwerinstraße 3b), Helmut Aufricht (Vater Emanuel, Kurfürstenstraße 28), Kurt Lewin (Mutter Gertrud, Sonnenstraße 15). Es ist eine Ehrenpflicht aller jüdischen Mitbürger, der WelliWti krslikrii - vllpllMW' Wslt und MiQUiP'iBtfellfjliajt WM KsöWj als Mitglied beizutreten und hierdurch unser Israelitisches Krankenhaus in seiner durch den Krieg und die wirtschaftlichen Folgen herbeigeführten schweren Notlage zu unterstützen. Nichtmitglieder der Chewra Kadischa haben bei Trauerfällen für sich und ihre nicht selbständigen haushaltungs - Angehörigen die Beerdigungskosten in doppelter Höhe zu bezahlen. Beitrittsmeldungen an das Büro des Israelitischen Krankenhauses, Hohenzollernstr. 96 (Tel. Ring 0716-18.)__ MM Cantytim MsisWOn (Jfartal) 1 Stunde Bahnfahrt von München. — Idyllischer Erholungsaufenthalt für Kinder im schulpflichtigen Filter. Herrliche geschützte Lage im bayerischen Alpenvorland. Prachtvoller Park. Badegelegenheit. Streng rituelle, gute und reichliche Verpflegung. Luftige Zimmer. Pädagogische Leitung. lieberwachung des Heims durch Kinder-Spezialarzt. Das ganze Jahr geöffnet. Prospekte und Anmeldeformulare durch die Vorstandschast. München — Richard Wagncrstr. 18. „Oitlesellsdiaftz..Um Landwiitsüiaff unf. d. Judeo d. früiier.Siin.Re!diet. Montag, den 11. Juli, abends 8 Uhr int „Schiedmayerscial", Karlstraße 48/49 Dortrag oon hem Dt. j>. hlWlamkh, Berlin mm: Der Jlufbau des jlidWn MiWsstslebm in den (DfllanOsm. Eintritt frei. Eintritt frei. ernte ^rmßatidufir Herren u Damen Amtiert Sxe -c^ut unö vorteilhaft Arnfrcfd Roseniftaf Neue Schiueidm'tzerstr. 5 Ich empfehle meine erstklassigen Equipagen zu Hochzeiten und Beerdigungen. Aus. Petrali Nach!, ss“Ä«’ Jetzt: BreSlau, Fischergasse 1«. — Tel. R. 1278. Braucht Ihr Licht, lllllllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllll!lllllllllllll!llllllllllll!llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll»l so ruft mich! öfifauer §kr. 60 °ÖOQ&{ JuwekierH.m.ö./c). (ßduard £Dogdf.) Schmuck *3 ^lifiren Sc/meffefe ftutfttfirung alter <U5lederfier»te((img»- u. eHeuarbeifen eDlü^ige Greife ^ewirrenkmske Bedienung Safetgeräfe? <rKunsfgeiDerf>e Kicliar«! (ediert Eelektrische Licht- und Kraftanlagen örabschenerstr. 39, Freiburgerstr. 17 Telefon Ring 7903 Vertriebsgesellschaft Koscherer Holsteinisch. Lebensmittel G. m. b. II., Elmshorn in Holstein, liefert la Pflanzenbutter Maadanim Hergeatellt unter Aufsicht S Ehrw. ISL mJ Oberrabbiner Dr. LERNER, Altona. Stets frisch und tadellos im Geschmack. Es werden noch an allen Plätzen Deutschlands Vertreter gesuehtl Malerarbeiten Martin Herold Uorckstraße 4L Telefon Ring 5109. /~-> Kurzwaren Woll waren Strumpfwaren H. Sohwersenz HBfchenitraße 70. (Sonnabends u. Feiertags geschlossen.) RESTE ommer- Ausverkauf Preisherabsetzungen von 20-50o/<> ijjiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiii^ | Sommerstoffe für Herren und Damen | | Lüster für Sommerjacketts und Mäntel § | Waschstoffe / Militärtuch / Lodenstoffe | | Sportstoffe / Tennishosen / Covercoat | | Schlüpfer-u. Kostümstoffe/Futterstoffe | ITuch'caM Körte I S Herrenstr. 7 Herrenstr. 7 s RESTE m m m Kabarett Kaiserkrone Schweidnitz. Stadtgraben. Ab 1. Juli: Gastspiel: Fritz Trostorff ehern. Mitglied des Breslauer Stadttheaters. IllllllllllltllllllllH u. Itimllißr gjijnfiiktfi kauft und verkauft F. W. Fuchs Zvlj. E. Kräcker Äreslau. Kangegasse 4 Fernspr. Ring 11262. Die wkin in der Jsr. waisen-Knstalt Gräbschenerstraße 61/f 5 ist sofort zu besetzen. Freie Kost, Wohnung und Gehalt. Persönl. Vorstellung beim Direktor, nachm, von 2—4 Ahr erwünscht. Erstklassige Pension ist in besserem Hause an berafstotlge Dame zu vergeben. Offert, unt. P. 5 an die Expedition der Jüdischliberalen Zeitung. (Bad Harzburg ] j Hotel und Pension »mar Ernst August vormals „Bellevue“ Ein in jeder Beziehung erstklassiges Haus Hervorragende Verpflegung! I Autogarage Telephon Nr. 15 Telegramm'Adresse: Ohrenstein Bad Harzburg Eine jüngere fiontoriftin die Wert daraus legt, am Sonnabend und jüdischen Feiertagen vom Dienste bejreit zu >>in, mit > ch ö n e r H a n d s ch r i j, per sofort gesucht. Ledergrosthandlung tieyoianfl Daniel Büttnrrstraße 1. Wir bitten bei Einkäufen auf die Düdifdi-Iiberate Zeitung Bezug zu nehmen. Hilfswerk für die Ukraine. Glaubensgenossen! Die Geschichte der Juden im Laufe der Jahrtausende ist furchtbar, ist qualvoll, ist blutig. Wir Juden sind daran gewöhnt, daß denen, die zu uns gehören, selbst in unserer lichteren Gegenwart die Schrecken des Mittelalters nicht vollkommen erspart bleiben. Ruch in der letzten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts und im Beginn dieses Jahrhunderts hat es im Osten von Zeit zu Zeit, hat es stets und ständig Judenverfolgungen und Judenpogrome gegeben; Plünderung, Schändung, Verstümmelung, Mord und Brand. Solche Ereignisse haben uns bis auf den heutigen Tag begleitet. Niemals, auch nicht in den entsetzensvollen Tagen des Mittelalters, ist aber über Juden eine Katastrophe hereingebrochen von so unvorstellbarer Furchtbarkeit, wie sie sich jetzt am Rande des zivilisierten Europas, in der Ukraine, abgespielt hat. Es ist im Augenblick noch nicht möglich, völlig klar den ganzen Umfang dieser Tragödie zu überblicken. Sicher ist nur, daß Hunderte von Ortschaften, die von Juden bewohnt sind, niedergebrannt wurden; daß Zehntausende von Menschen, weil sie Juden sind, ihrer Habe beraubt verstümmelt, verwundet, vergewaltigt, -getötet worden sind. Es gibt Tausende und Tausende von jüdischen Vollwaisen, die während der Massakres in der Ukraine ihre Heimstätten, ihre Geschwister, ihre Mütter und Väter verloren haben, Diese Waisen irren wie gehetztes Wild umher, ohne, gesicherte Unterkunftsstätte, und Tausende von Erwachsenen, die nur ihr nacktes Leben retteten, stürmen gegen die westlichen Grenzen vergeblich an, um der östlichen Hölle zu entfliehen. Die gesperrten Grenzen verhindern, daß sie sich in gesichertere Gegenden zu retten vermögen. Das furchtbare Elend das über die Juden der Ukraine gekommen ist, kann nur gemildert werden, wenn die Gesamtheit der Juden in der zivilisierten Welt sich zusammentut, um entsprechend dem entsetzlichen Elend, sich zu einer gewaltigen Hilfstätigkeit aufzuraffen. Wie ernst die Lage der deutschen Juden ist, wir müssen in diesem Augenblick uns auch unserer Pflicht gegen die gehetzten Brüder in der Ukraine bewußt bleiben; wir müssen einen Hilfsfonds von einer Größe, die der Größe des Unglücks entspricht, schaffen. Wir fordern Euch auf, zu spenden, reichlich zu spenden für die unglücklichen Juden der Ukraine. Und spendet nicht nur selbst, sondern sammelt zugleich bei Euren Verwandten, Euren Freunden, bei jedem, der es vermag, das schreckliche Unglück zu lindern. Hilfsverein der Deutschen Juden Großloge für Deutschland VIII U.O.B.B« Dr. James Simon Geh. Justizrat Timendorfer Hilfskomitee für« die notleidenden osteuropäischen Juden Justizrat Dr. Blau, Frankfurt a. M. Verband der russischen Juden Zentralrat der Jüdischen Welthilfs-Organisation in Deutschland Vertretung in Deutschland Staatsrat Teitel Dr. Klee Gütige Spenden bitten wir mit der Bezeichnung „Für den Ukrainefonds“ zu senden an die Commerz- und Privatbank, Depositenkasse C, Berlin Charlottenstraße 47, Postscheckkonto 1303 und an das Bankhaus Lincoln Menny Oppenheimer, Frankfurt a. M., Postscheckkonto 1276. Herausgeber: Liberaler Verein der Synagogen-Gemeinde Breslau. — Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Ludwig Davidsohn in BreSlau. Druck und Kommissionsverlag: Th. Schatzky, Buchdruckerei und Verlagsanstalt, ®. m. b. H., BreSlau III, Neue Graupenstraße b. 115444182^^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.