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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-06-03 · 26 (3.6.1921) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
26 (3.6.1921)
Date
1921-06-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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j i 1 •i H •J K Breslau. oem «. Ul 1921. Da feit 2 Monaten keine Versammlung stattgesunden hatte, so hatte sich der Beratungsstoff zu 23 Vorlagen angehüuft, die in mehr als dreistündiger Sitzung durchberaten wurden. Nach der Annahme einiger Zuwendungen für Graverhaltungszwecke genehmigte man die Gebührenordnung für dritte Grabstellen in Grüften mit geringer Abänderung, bewilligte Telephonzuschuhkosten, solche für 'Drainagearbeiten auf dem Friedhof Cosel und für Jnstandsetzungsarbeiten an dem Hause Antonienstraße 6. Der Wahl von Kommissionsmilgliedern in die Fürsorgekommission wurde zugestimmt, und die Kosten für' die Reorganisation des Religionsunterrichts an den höheren Schulen wurden bewilligt. Durch die Bemühungen des Herrn Gemeinderabbiners Dr. B o g e l st e i n in Verbindung mit Herrn Justizrat H i r s ch b e r g ist' es gelungen, den Religionsunterricht an den höheren Schulen mit Zustimmung des Provinzialschulkollegiums einheitlich zu gestalten und auf alle Stufen auszudehnen. Eine längere Debatte knüpfte sich an die Vorlage, die Mittel zur Anschaffung von Büchern für die Gemeindebibliothek und Honorare für Ueberstunden der Bibliotheksgehilfinnen verlangte. Die großen Bücherverluste der Bibliothek klärte der Dezernent dadurch auf, daß er betonte, daß ein Teil der entliehenen Bücher in den Händen von Gelehrten bliebe, die sie zu wissenschaftlichen Zwecken dauernd gebrauchten. Leider hätten Mahnungen nach dieser Richtung keinen Erfolg gebracht. Die Jahresbeihilfe für das jüdische Kurhospital in Warmbrunn wurde von 400 auf 600 Mark erhöht. Der Haushaltplan der M. S. Leipziger-Stiftung wurde zur Kenntnis genommen und eine Beihilfe für die Wanderbibliothek des Bezirksverbandes der Synagogengemeinden bewilligt. Die Mittel der Neander Müller-Stiftung sollen in Zukunft zur Unterstützung jüdischer Nervenkranker Verwendung finden, und die nicht unerheblichen Kosten, welche durch die Mazzoth- Bersorgung entstanden find, wurden genehmigt. Alsdann trat die Versammlung in eine geheime Sitzung ein, in der u. a. beschlossen wurde, aus Mitteln der Gemeinde dem verewigten Gemeinderabbiner Dr. R o s e n 1 h a l ein Grabdenkmal zu errichten. Zur Beachtung. Der Jüdisch-liberale Jugendverein zu Breslau veröffentlicht im heutigen Inseratenteil das überaus reichhaltige und wertvolle Programm für seine Sommertätigkeit. Anmeldungen zu den stattfindenden wissenschaftlichen Kursen werden bis spätestens zum 10. Juni cr. erbeten. walösanatvrium Obernigk. Der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund, Ortsgruppe Obernigk, veröffentlicht in der Nummer vom 4. Mai des „Boten ans den Kreisen Trebnitz, Militsch- Trachen'berg, Wohlan, Anzeiger für Bad Obernigk" ein Inserat, das von Dr. med. Fritz Kontny als 1. Vorsitzenden unterzeichnet ist. Dr. Kontny fordert darin alle, die dem Schutz- und Trutzbund beizutreten wünschen, aus, sich bei ihm im Waldsanatorium Obernigk zu melden. — Diese Tatsache verdient mit aller Entschiedenheit festgehalten zu werden, weil Dr. Kontny durch seine Tätigkeit als Vorsitzender des volksverhetzenden Schutz- und Trutzbundes wohl klar und eindeutig genug zum Ausdruck bringt, daß er auf jüdische Kurgäste in seinem Sanatorium keinen Wert legt. Die Firmeulifte des Deutsche« Schutz- «uv Drutzbnudes. Die Firma Otto K o w a t s ch & C o., Veleuchtungskörper- und Metallwarenfabrik, Breslau 5, Rehdigerstraße 6—8, teilt mit, daß sie jeglichen antisemitischen Bestrebungen fern steht und schon des längeren den Schutz- und Trutzbund nachdrücklichst ersucht hat, sie aus der Liste zu streichen. Zuschrift. Wir geben im folgenden Herrn Freund auf feine dahingehende Bitte zu einer persönlichen Feststellung noch einmal das Wort und schließen damit die Auseinandersetzung. (Die Red.) Auf die Erklärungen, die Herr Justizrat Hirschberg namens des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Nr. 25 Ihrer Zeitung abgibt, habe ich folgendes zu erwidern: I. Daß nach dem ursprünglichen Satzungs e n t w u r s, wie er bei der formalen Gründung und in der Versammlung vom 11. April d. I. vorlag, auch Dissidenten aufnahmefähig sein sollten, ist allgemein bekannt und insbesondere in dem Bersammlungsbericht, der in Ihrer Zeitung veröffentlicht wurde, ausführlich erörtert. Dem gegenüber hatte ich festzustellen, daß geradt infolge des Widerspruches, der in dieser Versammlung laut geworden war, der Entwurf geändert und die endgültige Satzung so formuliert ist, wie ich sie wiedergegeben habe. Ich überlasse es dem Leser, ob man mir unter diesen Umständen vorwersen darf, daß ich etwas „verschweige". II. Auf der gleichen Höhe steht der gegen mich erhobene Wurf der „Verschleierung". Herr Hirschberg führt einen dem Zusammenhang gerissenen Satz aus der gegen Dr. Hollc gerichteten Denkschrift des Herrn Dr. Naumann an. Er litischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu dieser oder jener Partei halte n." Ich überlasse es wiederum dem Leser, festzustellen, wer hier etwas „verschweigt" oder „verschleiert". III. Ich bin der Meinung, daß sowohl Zentralverein als auch der Verband dem Interesse der gesamten deutschen Juden dienen. Die Versicherung, daß wir neben dem Zentralverein wirken und nicht gegen ihn wirken wollen, daß wir nicht daran denken, ihn zu bekämpfen, ist eine offene und ehrliche. Eugen Freund. Druck von außen" aufgegeben habe. In derselben Denkschrift des Herrn Dr. Naumann ist einige Seiten weiter wörtlich zu lesen: Ich habe bereits oben davon gesprochen, daß ich ursprünglich, als meine Ideen noch nicht feste Form angenommen hatten, daran gedacht habe, nur die auch parteipolitisch meinen persönlichen Anschauungen nahestehenden Juden organisatorisch zusammenzuschließen. Aber Herr Dr. Holländer weiß ganz genau, daß ich diesen Gedanken schon aufgegeben hatte, ehe ich meine Broschüre schrieb. Sollte er es bestreiten, so werde ich ihm Zeugen stellen. Er weiß ganz genau, daß in meiner Broschüre selbst politische Fragen auch nicht mit einem Worte gestreift werden. Er weiß ganz genau, daß in den Rundschreiben, mit denen ich v o r G r ü n d u n g u n s e v e s Verbandes die Broschüre versandte, wörtlich zu lesen ist: „Ich lege besonderen Wert darauf, zu betonen, daß der Verband völlig unpolitisch a u f g e b a u t werden soll. Als Mitglieder sollen alle Juden w i l l k o m m e n sein, deren Gesinnung nationaldeutsch ist, mögen sie sich im Uebrigen unter po¬ Crklärung. werden um Veröffentlichung folgender Erklärung Wir gebeten: In den letzten Tagen sind an die hiesige jüdische Einwohnerschaft Rundschreiben mit der Bitte um Geldstistungen für eine jüdische Arbeiterküche verbreitet worden. Abgesehen »von den vielen, nachweisbar nicht wahrheitsgetreuen Ziffern, die dort angeführt sind, erweckt dieses Rundschreiben den Anschein, als wäre die fragliche Küche von sämtlichen jüdischen Arbeiter-Organisationen gegründet und verwaltet. Demgegenüber stellen wir hiermit fest: Daß diese Küche nur von einer einzigen kleinen Gruppe geleitet wird; daß die Unterzeichneten Organisationen mit derselben nichts gemein haben und daß deshalb die Versender des Rundschreibens keinesfalls im Namen der hiesigen jüdischen Arbeiterschaft zu sprechen befugt sind. Jüd. Soz. Arbeiter-Organisation Poale-Zion Ortsgruppe Breslau. Jüd. Arbeiter-Verein „Bund", Ortsgruppe Breslau. mi Kalender Wochentag Mo Juni 30 T. nat Ijar 29 T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath 3. 4. 26. 27. BreSlauß" 8. Buch Moee Kap. «»-A« nvvl "w 71 \ T \ Jirmijah X.VI, 19—21, 1-19 5681 Kabarett Kaiserkrone.. Der Juni - Spielplan ist sehr erfreulich. Ter unendlich dicke Otto Mücke (paradox!), die schmissige Elsa Felsen und die Sänger Herrmann Torf und Atbrecht Hoffmeister, sowie das Krönlein-Tima- Duett sorgen für denkbar beste Unterhaltung. Besonders zu erwähnen ist die Tänzerin Dolly Gerda, die in ihren Nationaltänzen eine gute Technik mit feiner Musikalität und Typenechtheit verbindet. Es lohnt sich wirklich, das Juni-Programm zu sehen. Der lebende Irrgarten, welcher auf der Volksfestwiese des Breslauer Lunaparkes in Morgenau errichtet worden ist, bildet infolge seiner großen und vielen labyrinthartigen grünen Heckengänge das Entzücken aller Besucher. Neoimpressionistische Original-Statuen, große Konkav- und Konvexspiegel und ein freundlicher Springbrunnen inmitten des Irrgartens geben diesem ein künstlerisches Gepräge und erhöhen den Zuspruch des Publikums zu dieser gärtnerischen Zauberanlage, welche den in früheren Jahren im Scheitniger Parke gelegenen Irrgarten bei Weitem übertrifft. mm fitttlHdlemt ln kn Gemeinde - Synagageo zu Breslm: Freitag 3./6. Beginn abends 7.30 0. Sbd. 4./6. fffllltttttiUlt morgs. — » e « n IptieHesiliist _ 8.80 ü. n loioiiviihi — 10.00 ü. » n Fredigt — 10.1517. n n Jofflbottndjf. ScnlnJi nachm. abends 8.640. An den 5./Ö. Beginn morgs. 6.300. Woch.- bis tagen 10./6, » abends 8.150. 7.80 ü. «ifatipm. 9.80 U. 10.00 V. 10.150. 5.00 0. 8.540. 6.46 U. 7.30 U. i\onnrmauon, aus aynagoge, aoimaoena, acn juni;;rn»t Günther Karpe (Vater Siegmund K., Schuhrfleke 19/21) und Albert Loewy (Vater Leo L., Neue irauponstraße II). Konfirmationen, Neue Synagoge, Sonnabend, den 4. Junis ierhard Glaser (Vater Leo G., Augustastrafie 133). Aus der Ootthrlf-Ktiftunsollen Stipendien an jüdische Studierende der Medizin oder der Jurisprudenz, die in den Provinzen Schlesien oder Posen geboren, vergeben werden. Meldungen unter Beifügung der Geburtsurkunde und von Zeugnissen bis 3 0. Juni d. I. Der vorstanü -er Spnagogen-Semeinüe. Aus den Stiftungen Jakob und Charlotte Krebs, Stadtrat Fedor und Charlotte PriugS» heim, AMer Sina und Freifrau v. Pilot sind Beihilfen zur Ausstattung an hiesige würdige jüdische Bräute zu vergeben. Meldungen bis 1. September. Der vorstanü -er Spnagogen-Gemem-e. Ls ist eine Ehrenpflicht aller jüdischen Mitbürger, der WelllWii kMkeii-VWWW' JMjtoit und MrrWW.WlWst (CtjttDm Kudlslhal als Mitglied beizutreten und hierdurch unser gfraelMfcheS Krankenhaus in feiner durch den Krieg und dl« wirtschaftlichen Folgen herbeigeführten schweren Rotlage zu unterstützen. Richttuitglieder der Lhewra Kadischa haben bet Lrauerfällen für sich und ihre nicht selbständigen Haushaltung- - Angehörigen die Beerdigungskosten in doppelter ASHe zu bezahlen« Veitrittsmeldungen an daS Büro des Israelitischen Krankenhauses, tzohenzollernstr. SS (Tel. Ring 6716-18.) Vertriebsgesellschaft Koscherer Holsteinisch. Lebensmittel G. m. b. II., Elmshorn In Holstein, liefert la Pflanzenbutter Maadanim m-aeetM Hergestellt unter Aufsicht S. Ehrw. \\Umd Oberrabbioer Dr. LERNER, Altona. Stets Irisch undtadellos im Geschmack. Es werden noch an allen Plätzen Deutschlands Vertreter gesucht I S£ Kaust nur bei Inserenten! 35 Spezialitäten in der Preislage von 1.50—3.00. Karl Baumgarten SÄj Neudorfsfr.02, Ecke Augusfasfr. Fernruf Ring 3010 - Gründcngsjohr1002. Fordern Sie meinen Besuch. Zigaretten, sämtliche bekannte Marken. Haushalt. Dame, aus besten jüdisch. Kreisen, wünscht tagsüber Leitung eines möglichst frauenlosen Haushalts. 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Zwrlwöchentlich Sonntag Ausflüge (vorherige Anzeige in dieser Zeitung). III. Vorbereitende Arbeit für die Herbstlind WiniertLtigkeii. Folgende Themen werden in kleineren Gruppen an Hand einschlägiger Literatur behandelt: 1. ProHhetiSmnS. Lektüre: Cornill .Der israelitische ProphetiSmus". Leitung: Fräulein Lucie Jacobsohn Nikolaistadtgraben IS. 2. Mtschuah nud Talmud. Lektüre: KrauS .Mischnah, Bernseld, Talmud\ Leitung: Fräulein Else NellhauS, Dikioriastraßr 58, Telefon Ring 5897. 3. Abraham Geiger. Lektüre auSgrwähltrr Stellen aus Abraham Geigers Leben und Ledenswerk. Leitung: Herr Rechtsanwalt Erich Spitz, Gutenbergstraße 4, Telefon Ring 175. 4. Sadduzäer und Pharisäer. Lektüre: LeSzynsky Gleichnamiges Buch. Leitung: Herr Eurt Brienitzer, Höschenplatz 3. Telefon Ring 1797. 5. Apologetik. Lektüre: GüdemannS gleichnamiges Werk. Leitung: Fräulein Frieda Karger, Kloster straße 17. Telefon Ring 772. 6. Rastenfrag». Leitung: Herr eand. med. Ludwig Korn, Kaiser Wilhelmstraßr 171. Telefon Ring 2988. 7. De» Gottesdienst und fetue Geschichte. Lektüre: Ellbogen Gottesdienst und fynagogale Poesie. Leitung: Fräulein Lotte Lefchziner, Kaiser Wildelmstraße 21. Telefon Ring 274. 8. Lehren drS JudeutamS. Lektüre: Die gleichnamige Schrift des Verbandes der deutschen Juden. Leimng: Herr Fritz Stoll, Biktoriastraß» 116. Tel. Ring 2284. 9. Soheleth. Lektüre und Erläuterungen. Leitung: Herr Erich Bayer, Karlstraße 13. Telefon Ring 2702. 10. Wesen «. Bedeutung der iüdtfche» Organisationen Deutschlands. Leitung: Her, Alfred Berger Höfchenftratze 61. Dir Kurse finde« 1« den Wohnung«» der einzelnen Leiter statt. In Aussicht genommen sind j, 3-4 Zuiammenkünfte von 1—1'/, stündiger Dauer, die von Fall zu Fall festgesetzt werden. Meldungen werden bi« fpäleften» 10. Juni schriftlich oder telefonisch an die Leiter der einzelnm Gruppen erdeten. Außerdem nimmt schriftlich Meldungen für alle Kurse Herr Alfred Berger, Hvfchmstraße 61 rntgrgm. Der ititiMiiftyf lei zii }t fttShtt. ttnrt Brienitzer, geschästsfiihrmder Vorsitzender. Herausgeber: Liberaler Verein der Tynagogen-Gemeinde Breslau« — Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Ludwig Davidsohn in Breslau. Druck und Kommissionsverlag: Th. Schatzky, Buchdruckerei und VerlagSanstalt, S, m. b. Breslau UI, Neue Graupenstraße 5. »

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