Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 25 (27.5.1921)
- Date
- 1921-05-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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V* mid hinter ihnen drängen neue Massen, welche die bewachbarten Gebiete überfluten werden. Düs österreichische Htlfs« komitee rust aus zur Spendung von Geldmitteln und Klei« dungs stücken, Gründung von Emtgrantenheimen, Errichtung von Werkstätten zur Beschäftigung arbeitsfähiger Auswanderer, Beihilfe zu ihrer Weiterbeförderung, Mitwirkung an der Adoption von Pogromwaisen. Die „Frankfurter Zeitung" berichtet ferner von einem Vorfall in Gießen, der von neuem zeigt, wohin die maßlose anüsemitische Verhetzung an der dortigen Hochschule führt. Der Betroffene berichtet selbst: „Ich kam abends spät in Gießen an. Als ich mit zwei Handkoffern den Bahnhof verließ, kamen drei bis vier Studenten auf mich zu und riefen: „Das ist auch ein Jude!"; sie schlugen mit Äöcken auf mich ein, sodaß ich zusammenbrach und von Leuten bewußtlos in ein Hotel gebracht werden mußte. Ich blutete aus einigen Wunden und mußte einen Arzt in Anspruch nehmen. Zwei oder drei der „Helden" liefen davon, einer wurde von der dazukommenden Polizei gestellt." Dabei ist der blutig Geschlagene ein — Christ. Es genügt also in Gießen, daß jemand durch Handkoffer in den Verdacht gerät, ein jüdischer Geschäftsreisender zu sein, um bis zur Bewußtlosigkeit mißhandelt zu werden. Diese Zustände find einfach ein Skandal. Unseres Erachtens wird es nunmehr zur Aufgabe der Gießener Universitätsbehörden, den Geist, der zu solchen Heldentaten führt, im Interesse des akademischen Ansehens ex officio zu bekämpfen. Lokales. Riepräsentanten-Verfammlung. Am Sonntag, den 29. d. Mts., vormittags 10y2 Uhr, findet eine Sitzung der Repräsentantenversammlung im Sitzungssaale Wallstraße Nr. 9 mit reichhaltiger Tagesordnung statt. Jüdischer Frauenbund Breslau. Am Dienstag', den 24. d. Mts., fand in der Lessingloge die Hauptvrrsarmnlung des Jüdischen Frauenbundes statt. Die Vorsitzende, Frau Professor Guttmann, begrüßte die zahlreich er« schienenen Anwesenden, insbesondere als Gast Frau Henriette Map- Berlin; sie berichtete ferner über die stetig erfreulich wachsenden Leistungen der Ortsgruppe Breslau. Sodann folgten die Einzelberichte der verschiedenen Gruppenvorsttzenden; Frau Justizrat O l l e n d o r f s sprach über die Wirksamkeit der Beratungsstelle, Frau Bankdirektor Cohn über das Kinderheim, Frau Grete B i a l über den Mädchenklub, Frau Engel erstattete den Kassenbericht. Hierauf ergriff Frau May das Wort und referierte in ungemein fesselnder Weise über den Karlsbader Weltkongreß, indem sie den aufmerksam lauschenden Hörerinnen ganz neue Perspektiven über die Kinderhilfe eröffnete und über dies bisher noch nicht genügend bekannte großartige Hilsswerk neue, sehr interessante Mitteilungen machte. Frau May hat sich den lebhaften Beifall und Dank aller Anwesenden in vollem Maße verdient. Frau Ollendorfs! knüpfte an den Vortrag noch wettere wertvolle Ausführungen über die Kinderhilfe. Zum Schluß kam Frau Regina Reißer zu Wort. Sie betonte unter nochmaligem Ausdruck des lebhaften und herzlichen Dankes für Frau May, daß die jüdischen Frauen sich ja mit stolzer Freude und vollem Recht deutsche Frauen jüdischen Glaubens neunen. Daher sollen sie das große Wort des deutschen Mannes, des großen Menschen- und Ktnderfreunldes Friedrich F r ä b e l beherzigen und betätigen: Kommt, laßt uns unseren Kindern leben!, so wie sie als jüdische Frauen ihren Kindem leben wollen- X. Zur Beachtung! Von durchaus vertrauenswürdiger Seite wird uns berichtet, daß am Vormittag des 16. Mai d. Js. in einem Abteil des Zuges Breslau—Oels der Kaufmann Paul Buchwald, Inhaber eines Südfruchlgeschäfts auf der Kaiser-Wilhelmstraße 62, in außerordentlich gehässiger Werse über die Juden loszog und ihre Entfernung aus Deutschland forderte. Wir veröffentlichen dies mit dem Bemerken, daß Herr Buchwald diese Gesinnung wohl sicherlich auch gegenüber den Käufern seiner Waren hegen uttd deshalb auf jüdische Kundschaft keinen Wert legen dürfte. Die Strohhut-Fabrik Freund & Krebs, Karlstratze 30, hat an ihren Betrieb das Umformen von weichen Herrenfilz-Hüten angegliedert und bittet die Firma, Hervenfilzhüte zum Umsormen baldgefälligst zu bringen, da der Andrang im Herbst ein sehr großer ist. Filialen oder Läden unterhält die Firma nicht. Hüte werden nur direkt in der Fabrik Karlsttaße 30 zum Umsormen angenommen. I«21 Kalende k SV81 Wochentag Mo Mai 31 T. nat Ijar 21, T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freilag Sabbath 21. 28. 19. 20. BreSlau^ 1712 8. Buch Mo»« Kap. 2ä!— JJ* VTBT. lÖk’J Jirmijah XXXII, 6-27 r Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze, welche die persönliche Meinung des Verfassers zum Ausdruck bringen, übernimmt die Schristleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. ^- > Kamilienanzeigen. Verlobt: Charlotte Joßmann, Breslau, mit Wilhelm Rosenbaum, Berltn-Reinickendors-West; Paula Fische! mit Walter Bayer, Breslau; Marie Eisner mit Siegfried Falk, Berlin. Vermählt: Arthur Weinslock mit Charlotte Marcus, Breslau; Arthur Hirsche! mit Erna Deucht, Breslau; Sieastted Kochmann mit Edith Wettzmann, Breslau; Alex Deckro mit Lydia Warschauer, Breslau; Josef Scheye mit Erna Choyke, Breslau. Geboren: Sohn: Mar Fröhlich und Magda, geb. Retchmann, Breslau; Georg Brinnitzer und Clara, geborene Wiener, Oppeln; Theodor Prinz und Lutte, geborene Böhm, Breslau; Dr. Bruno Strauß und Dr. Bertha Badt-Strauß, Berlin; Erich Böhm und Käte, geb. Ebstein, Rativor; Max Roth und Frau, Breslau; Dago - bett Liebennann und Johanna, geb. Lewy, Breslau; Wilhelm Ludwig Schlesinger und Rest, geb. Gerstel, Breslau; Walter Roth und Küthe, geb. Leschnitzer, Breslau. Tochter: Emst Mohr und Bettha, geb. Scheyer, Breslau; Dr. Lazarus Jutkowski und Grete, geborene Hauptmann, Mtlitsch. Gestorben: Heiman Glaser; Hermann Berger, Breslau; Georg Matheus, Breslau; Isidor Goldschmidt, Neustadt OS.; Sophie Meyer, geb. Schwerin, Breslau- Nanny Zimmt, geb. Bernstein, Breslau; Julius Moses. Breslau; Markus Schindler, Äreslau. Gottesdienst in den Gemeinde-Synagogen ZU Breslau: Alte Synag. Nene Synag. Freitag 27./S. Beginn abends 7.30 0.; Sbd. 28./5. Frühgottesitienst morgs. — „ V " Hptgottesdienst — 8.300 t'redist — — Jugendgottesdst. nachm. 4.00 0. fcjchiuli abends 8.45 0. An den 29./5. Beginn morgs. 6 300 Woch.- bis tagen 3./6. „ abends 8.000. 7.30 Ü. Viodintagssynasoj« 7.30 0. 9.30 U. 10 000. 8.45 U. 6.45 0. 8.300. Konfirmationen, neue Synagoge, oonnaoena, ocn m«.; Richard Ölass (Vater Joser Blass, Körnerstraüe 44) und Hei bert Luft (Vater Arthur Luft, Gabitzs raße CO.) Es ist eine Ehrenpflicht aller jüdischen Mitbürger, der WrlllWli krsliken - veWegliW- Wslt und MWW-AMW WM ‘ ‘; als Mitglied beizutreten und hierdurch unser Israelitisches Krankenhaus in seiner durch den Krieg nnd die wirtschaftlichen Folgen herbeigeführten schweren Notlage zu unterstützen. Nichtmitglieder der Chewra Kadischa haben bei Trauerfällen für sich und ihre nicht selbständigen Haushaltungs-Angehörigen die Beerdigungskosten in doppelter höhe zu bezahlen. Beilrittsmeldungen an das Büro des Israelitischen Krankenhauses, hohenzollernstr. 96 (Tel. Ring 67,6-18.) Bad Salzbrunn. Neu eröffnet! Neu eröffnet! Streng Restaurant u. Pension. Eigener Schauche Gute Köche. — .Solide Preise „Im Felsenhaus“ Inhaber: M. Zucker. Orsfrntlichr Sitzung der Uegräscntanten-Nersammlung Sonntag, den 29. Mai 1921, vorm. 10Vg Uhr: Repräsentanten ° Sitzungssaal» Wallstraße 9, 11. An SorlUtiöt itc Seortreataatea - Dnraamiuaa Br. Wohlauer. Die Verlobung ihrer Kinder Paula und Walter zeigen hierdurch ergebenst an Ludwig Fischei u. Frau Moritz Bayer geb. Meyer Breslau, flgnesstr. 11. Paula Fischei Walter Bayer Verlobte Zu Hause: Sonnabend, den 28. und Sonntag, den 29. Mai 1921. Sn nn — nn ~ nn nn n ~~ nii nii ~ nn ~rin — Gänseschmalz garantiert rein 1 Pfd. Dosen 19 M. 10 Pfd. Dosen 190 Mk. pWmMcwllcllu.ziciWslMbclk Albert Pieper Schlawin Kr. Gchlawe. Spezialitäten in der Preislage von 1.50—3.00. Karl Baumgarten Neudorf3fr.02., Ecke Auguafasfr. - Fernruf Ring 301Ö Grünäcngsjeihr 1902.. Fordern Sie meinen Besuch. Zigaretten, sämtliche bekannte Marken. Haushalt. Dame, aus besten jüdisch. Kreisen, wünscht tagsüber Leitung eines möglichst frauenlosen Haushalts. Offerten unter?. 591 an die Expedition dieses Blattes. ' Schirme! /K,rl,lr 30™^\ 5pazierslöcfee I I bekannt gut und preiswert > VlttWLI—■I SÄ fl. Bettsab I I OHonaslnte 85 1-b.i w 3. Saus vom klug | Freund & Krebs w Wir nw\m fachgemäß alle Arten Kabarett Schweidnitz. 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Leitüre auSgewLHIter Etellen aut Abrabam Geiger« kedcn und LedenSwerk. Leiiung: Herr RechiSanwatt Erich Spitz, Gurenbergstraste 4, Trleson Ring 175. 4. SadduzSer und Pharisäer. Lektüre LeSzynsky: Gleichnamiges Buch, ieitung: Herr Eurt Brienttzer, Höschenplatz 3. Telefon Ring 1787. 5. Apologetik. Lekrür«: GiidemannS gleichnamiges Werk. Leitung: Fräulein Frieda Karger. Kloüeistiaße 17. 8. Rafseufrag«. Leitung: Herr caaä. we>d. Ludwigs Korn, Kaiier Wilhelmstraße 171. Telefon Ring 2988. 7. Der GotteSdtenft und seine Geschichte. Lektüre! Ellbogen: Gotteedienst und synagogale Poesie. Leitung:! Fräulein Lot,e Leschziner, Kai,er Wildelmstraße 21. Telefon Ring 274. 8. Lehre« d»S Judentums. Lektüre: Die gleichnamige! Echrift des DerbanrrS der beutichen Juden. Leitung: Herr Fritz Stoll, Diktoriastratz« 1>6. Tel. Ring 2284.1 9. Kohelrth. Leklür» und Erläuterungen. Leitung: Herr! Erich Bayer, Karlsttaße 13. Telefon Ring 2702. I 10. Wesen u. Bedeutung der jüdischen Organisationen! Deutschland-. Letiuug: Herr Alfred Bergers Hoschenstraße 61. Die Kuese finden in den Wohnungen der einzelnen! Letter statt. In Aussicht genommen sind je 3—4 Zu ammer»! fünfte von 1—1V2 ständiger Dauer, die von Fall zu Fall fest« gefetzt werden. Meldungen werden dir fpätrstenS 2. Juni schriftlich vdn! tilefonisch au die Lester der etnzrlnen Geuppen erdeten. Außer-! dem nrmmt Ichrisriich Meldungen für alle Kurse Herr Alfred! Berger, Höschenstraße 81 entgegen. ' Jet Weil«.';•; des z,j „ Eurt Brtrnttzer, geichäftsführeder Vorsitzender. S£ Kauft nur bei Inserenten! - Herausgeber: Liberaler Verein der Synagogen-Gemeinde Breslau. — Verantwortlich für den Inhalt: Julius Loeb; kür das Feuilleton: vr. Ludwig Davidsohn (beide in Breslau) Druck und Kommissionsverlag: Th. Schatzky, Buchdruckerei und Verlagsanstalt, G. m. b. BreSlau III, Reue Graupenstraße 6. 4181 1271