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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-05-20 · 24 (20.5.1921) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
24 (20.5.1921)
Date
1921-05-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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t Jüdisch-liberaler Jugendverein. Psingstaus - s l u ß. An den Pfingsltagen veranstaltete der Verein den ersten größeren Aus'Mg dieses Jahres. Am 15». morgens ging es mit einer Teiinehmerzahl von 17 Personen mit der Bahn bis StetnkinHe, von dort zu Fuß nach dem Rummelsvery und weiter über Pogath, wo zu Mittagessen a'bgekocht wurde, nach Heinrichau. Der nächste Tag führte von dort mit der Bahn nach Wartha, das besichtigt wurde. Anschließend fand eine Wanderung nach dem Spitzberg statt. Mittags wurde wieder im Walde abgekocht, und von Wartha aus ging es dann abends mit der Bahn nach Breslau zurück. Herr Mar V o g e l st e i n bittet uns mitzuteilen, daß sein in Nr. 22 dieses Blattes erschienener Artikel: „Zur Palästtnasrage — Keren hafessod" ursprünglich für die „Kameraden"-Zeitschrift bestimmt war und erst infolge der Veröffentlichung des Artikels „Mußte das sein?" in diesem Matt zur Veröffentlichung gelangte. Kus -er Presse. Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: Es läßt sich gut verstehen, daß auf unseren Hochschulen der nationale Gedanke in diesen Tagen zündet. Es spricht sogar manches dafür, in gewissen „deutsch-völkischen" Schwärmereien romantijch-jugendhastc Uebersteigerungen eines begreiflichen Gntndgefü'hls zu sehen. Um so mehr wird matt enttäuscht, wenn aus diesen Kreisen immer wieder von übelstem und im Grtinde so undeutschen Antisemitismus berichtet wird. Die studierende Jugend, die das unter sich duldet, schändet ihren Idealismus. In die Zustände aus kleinen Universitäten leuchtete dieser Tage ein Gießener Prozeß hinein. Korporationsstudenten forderten von einem Restaurateur, daß er jüdische Studenten sortweise: „Wir wollen uns von diesen Juden das Essen nicht verekeln lassen." Als einer der beteiligten jüdischen Studenten seinen Gegner sorderte, fragte dieser Tapfere, ob man sich „mit Knackwürsten oder Schokoladenpistolen schießen wolle". Der andere antwortete daraus mit einer Ohrfeige. Derselbe jüdische Studierende, der übrigens fahre-. ' lang im vordersten Schützengraben gelegen und alle Kriegsauszeichnungen erhallen hatte, wurde in einem anderen*Falle, als er sich in Begleitung einer Dame befand, von fünf Burschenschaftern beschimpft. Als er darauf dem Einen einen Schlag gegen den Kops gab, fielen die fünf solange mit Stöcken über ihn her, bis die Spazierstöcke zerbrochen und -das Opfer am Boden lag. Den Halbbewußtlosen bearbeiteten sie dann noch mit Fußtritten, sodaß ihm das Nasenbein zertrümnrert wurde und er aus mehreren Kopfwunden blutete, bis einige Arbeiter riefen: „Wir wollen den Jungens mal die Hosen stramm ziehen." Diese Vorgänge richten aufs schärfste gewisse Strömungen in der Studentenschaft, denn sie entspringen unmittelbar jener sinnlosen und fanatischen Judenhetze auf den Hochschulen, die in so unakademischer Weise jedes Maß der Tinge aus den Augen verliert. Böllg unverständlich war das Urteil der Vorinstanz, des Gießener Schöffengerichts, das den jiidischen Studenten in beiden Fällen wegen „hinterlistigen Ueberfalls" hart bestrafte. Sollte der Antisenlitismns nun sogar auf die Gerichte Einfluß gewinnen? Die Strafiammer in Gießen korrigierte zum Glück das Vorurteil, verurteilte den Studenten im ersten Falle nur SU einer Geldstrafe und sprach ihn im zweiten Falle frei. Man wird erwarten dürfen, daß nunmehr auch gegen die durch den Prozeß schwer belasteten fünf Burschenschafter gerichtlich eingefchritten wird. Die „Kreuzzeitung" veröffentlicht eine Entschließung, die der Adelstag am 12. Mai in Berlin gefaßt hat. Nach allgemeinen politischen Ausführungen heißt es darin: „Wir sagen ab denl jüdischen materiellen Geiste der Vaterlandslosigkeit, der Raffsucht und Genußsucht, der unser Volk so tief hat sinken lassen." Man muß sich wundern, daß der sogenannte jüdische Geist in den Kreisen, für die der Adelstag spricht, so stark verbreitet ist, daß ein feierlicher Beschluß der Absage gefaßt werden muß. 1921 Kalendei e 5681 Wochentag Mo Mai 31 T. »rat Ijar 29 T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath :0. 2l. 12. 13. BreSlaul^ 3. Bach Mose Kap. 21'-Li« Jocheakel 44, 15-31 ——- \ Für die mit Namen gezeichneten Anffätze, welche die persönliche Meinung deS Derfaffers zum Ausdruck bringen, übernimmt die Schristleitung nur die preßgefetzliche Verantwortung. Zamklienailzetzen. Verlobt: Editha Wilda, Breslau, mit Manfred Rofenfeld; Clara Herrnstaidt, Breslau, mit Julian Pasch; Rosel Wqgner, Brr'slau, mit Herbert Guttmann, Breslau; Lisbeth Groß, Breslau, mit Rudolf Baumann, Leipzig; Leni Leschinski, Breslau, mit Dr. med. Hans Taterta; Käthe Bruck, Breslau, mit Hugo Jokl, Dresden; Alice Lustig, Breslau, mit Jonas Rebensaft, Berlin; Fridel Ftnkenstein mit Arthur Meyer, Breslau; Hanni Böhm, Zatenze, mit Hans Warschawsty, Breslau; Paula Wolff, Löwenberg, mit Arthur Wolff, Hirschberg; Otti Forell, Frankfurt a. M., mit Emst Baerwald, Osaka (Japan); Johanna Glaser, Breslau, mit Max Klein, Fürstenberg a. O., Dr. med. Gerimd Hammerslein, Stettin, mit <£>r. med. Erich Rosenhain, Braunschweig'. Vermählt: Max Feige mit Betty Gottheiner; Max Gerstel mit Grete Prinz, Strehlen; Julius Sachs mit Mimi Riesenfeld, Breslau; Herbert Schweitzer mit Rest Brasch; Sally Biberfeld mit Grete Wolff, Wreschen; Paul Jacob mit Ilse Wolff, Wnstegiersdors; Georg Ritter mit Käthe Weinberg, Liegnitz; Dr. Curt Bromberg mit Käthe Grundt, Breslau. Geboren: Sohn: Julius Nathan und Gertrud, geb. Herrnstadt, Breslau; Alfred Uhlemann und .Liese, geb. Simmel, Breslau; Otto Weiß und Rosa, geb. Heppner, Breslau; Hans W oh lauer und Hertha, geb. Simmenauer, Breslau; Georg Eckstein und Steffi, geb. Kai schtnsky, Breslau. Tochter: Joses Schwarz und Rost, geborene Appetbaum, Breslau; Otto Jacobsohn und Erna-Maru. geb. Danziger, Breslau; Dr. med. Erich Schneemann und Ema, geb. Silberberg, Breslau; Georg Hauschner und Frau, geb. Warienberger, Breslau; Heinrich Loewy und Frieda, geb. Löwi, Breslau. Gestorben: David Böchm, Zawadzki; Julius Leipziger, Berlin; Friederike Gmnauer, geb. Kaelier, Breslau; Geh. Medizinalrat Dr. Arthur Leppmann, Berlin; Oskar Zittwitz, Strehlen; Franziska Li'bas, aebvrene Naphtali, Breslau; Leopold Grabowsky, Oftrowo; Abrecham Matthias, Koschmin; Rosa Rubin, geb. Zen dtg; Wilhelm Falk, Breslau; Simon Ritter, Breslau; Bianca Rieß, geb. Ollendorff, Breslau; Jenny Pino„. geb. Braun, Breslau. d Gottesdienst in den Gemeinde-Synagogen. Alte Synag. KmeSynag* Freitag 20./5. Beginn abends 7.30 ü. 7.30 U. Sbd. 21./5. Frfibgottesdienst morgs. — 7.30 ü. V » Hptgottesdienst — 8.30 0. 9.30 U. f) tl Predigt — — 10.00 ü. n 1t Sdnifterklirong — — — w M JuQendgottesdst. Scntad nachm. abends 8.33 U. 5.000. 8.33 U. An den 22./5. Beginn morgs. 6.80 U 6.45 ü. Woch.- bis tagen 27.(5. « abends. 8.00 ü. 8.00 ü. V Konfirmationen, Neue Synagoge, Sonnabend, den 21. Mais Fritz Reiter (Vater Josef Reiter, Viktoriastraße 117). Egon und Heinz Heilborn (Vater Ludwig Heilborn, Herderstraße32) Jüdisch-liberaler Jugenöverein zu Berlin. Sonntag, den 22. Mai 1921: ' -jnwfliifl nad) Dem Wut« jotll unü ptentiug. Treffpunkt: 7" Fernbahnsteig des Bahnhofs Zoologischer Garten mit Bittet nach Spandau hptbh f. (Abfahrt 8"). Für Nachzügler Treffpunkt Nachmittags Bahnhof Finkenkrug. — Abfahrt Lehrter Bhf. 4** oder Charlottenburg 408 mit Ämsteigen in Spandau. Repräsentanten-Versammlung öer Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Sonntag, den 22. Mai 1921, vormittags: Sitzung der Repräsentantenversammlung. Für den Chor der Neuen Synagoge wird eine erste Sopranistin und ein Bassist bei hohem Gehalt gesucht. Meldungen schriftl. a. d Biyo der Synagogen-Gemeinde Walistr. 9. Für die Bekanntgabe von Familien Nachrichten bitten wir die SE" Jüdisch-liberale Zeitung ständig zu benützen — Ermäßigte Anzeigenpreise '£££-Stoffe» Herren u. in den feinsten Qualitäten zu günstigsten Preisen IT uchfert Körte \ jp nur Herrenstraße 7. % MliIIII>>?>>IIIIIII>Il>^IiIIIiiIi>O>l!l,,,IiI>^II,,!,,,III>tz>II,,,llB>II,,,ilO>I>iIIII>>>>^>>»I»»I»^»IIIIII»»^»IIIIIII»>^»»!»l>^ Tafelsilber bestecke / Schüsseln Kaffeeu. Teeservice beschlagene Crystalle etc. in echt Silber und Alpacca schwer versilbert. Julius Lemor Spezialitäten in der Preislage von 1.80—Ä.00. Xart Baumgarten, Reudorfstratze 92, Ecke Augustastratze. Fernsprecher Ring 3016. ■ Fordern Sie meinen Besuch. Zigaretten, sämtliche bekannte Marken. 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Stadtgraben. _ ifl(hnlllMiMnlH SSftouft nur bti SoffKiitfn! -S n. <1. ..»«I.«ne?e<>,en>nw Mltk.MM IIIIIHIHmilimHIIIIIIHIBHIIIIIIIimillllllllllllH Martin Herold Horckftrsßeft» Telefon Bing 51«. 'Herausgeber: Liberaler Verein der Synagogen-Gemeinde Breslau. - Verantwortlich für den Inhalt: JuliusLoeb; kür das FEeton:vr. Ludwig Davidsohn (beide in Breslau). Druck und Kommissionsverlag: TH.Schatzty, Buchdruckers: und Verlagsanstalt, G. m. b. H., BreSlau IH, Neue Graupenstraße o. D50B

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