Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-04-15 · 20 (15.4.1921) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
20 (15.4.1921)
Date
1921-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2613366-2613604-2613624--0101-2617277
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

i § iiFItr m •5*1 m v iv ifc)j $;■ individuell seür gen, in lautem verschieden kund lat: in ergriffenem Schwei- Klatschen Md Zurufen — leider! Betty Foerder, stuld. Ml. Orchester-Matinee. Die „Freie Vereinigung für klassische Musik E. V." veranstaltete am letzten Sonntag vor geladenem Publikum ein Konzert. Herr Schönfeld dirigierte mit Verve, das Programm war mannigfaltig! und nicht uninteressant. Die pianistische Solodatbtetung des Herrn Trautner war meist kaum Durch, schnitt, doch liehen einzelne Stellen aufhorchen, wo die leicht Behenden Passagen hübsch herauskamen. Besonderes Interesse verdient der sehr junge Dirigent Kurt N e l l - haus. Wenn er den Taktstock in die Hand nimmt, durchzuckt eine Flut von Energie den jungen Musiker. Mit peinliche^ Sorgfalt gibt er jeden Einsatz, und soweit das bei einem guten Dilettantenorchester möglichst ist, holt er fast erschöpfend alle Feinheiten heraus. Besonders der letzte Satz von Mozarts „Kleiner Nachtmusik" war eine wahre Freude. Man wird Kurt Nellhaus im Auge behalten! müssen; wenn er sehr fleißig-ist und sich die Ausmerzung kleiner Fehler (Idas zu lebhafte Unterstreichen der Bläser aü Tuttistellen) angelegen sein läht, wird er einmal von sich reden machen. A W. Sch. Mandatsentwurf weniger skeptisch ausgefaht werden könne, stenn der englische Gouverneur über Palästina, Herbert Samuel, sei einer der eifrigsten Verfechter der zionistischen .Idee. Im übrigen seien alle Juden, auch die Nichtzionisten, innen es ernst sei um den Aufbau Palästinas, verpflichtet, vas große Werk in jeder Weise zu fördem. Bankier L o e w y fordert, daß der nrue zionistische Staat nach jüdischem Gesetz und strenger Religiosität geleitet werden müsse, und drückt sein Bedauern darüber aus, daß auf dem deutsch-israelitischest Grmeindetage in Berlin bei den Besprechungen so wenig das religiöse Moment hervorgehoben worden sei; es mache auf ihn den Eindruck, als ob es doch letzten Endes der Agudas Jtsroel Vorbehalten sein solle, das Interesse für die Thora von neuem zu erwecken. Jnstizrat Hirschberg betonte in seinem Schlußwort, daß er in vieler Beziehung mit Rechtsanwalt Jacobsohn übereinstimme. Auch Herrn Loewh gebe er in vielem recht, nur müsse er ihm darin widersprechen, daß die Weiterverbreitung der Thora nicht allein der Agudas Jisroel Vorbehalten sein könne, denn jede jüdische Religionspartei sei an diesem kulturellen Werk beteiligt. Hff. Vereine und Versammlungen. Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Am Dienstag, den IS. er., abends 8 Uhr, findet im großen Saal des Konzerthauses ein Vortrag des bekannten Pfarrers Nithak-Stahn, aus Berlin über das Thema: „Antisemitismus und Menschentum" statt. Hierzu ladet die Veranstalterin, diehiesigeOrtsgruppedesEentralverems die Bürgerschaft Breslaus ein. Im Anschluß an den Vortrag wird eine freie Aussprache stattfinden. Die Aufgaben des deutschen Judentums. Im Verein zur Förderung der Interessen der Synagogengemeinde Breslau sprach Justizrat Hirschberg über „Aufgaben des deutschen Judentums". Der Redner betonte zunächst, daß nach dem Zusammenbruch Deutschlands England das MaMat über die in Palästina zu gründend« nationale Heimstätte der Juden übernehmen wolle. Dev Übrigen gesamten Judenhett erwachse daraus eine große Aufgabe, denn wenn man auch leicht geneigt sei, die englischen Maßnahmen als günstig zu betrachten, so müsse man doch berücksichtigen, daß die Kolonisattonsarbeit wegen der feindseligen Haltung der Araber unendlich schwer sein würde. Der erste Weg zur Erfüllung dieser Aufgabe sei die religiöse Erziehung der Jugend und die HeraNbildMg geeigneter Lehrkräfte, die auf die Verbesserung des Reltgionsunterrtchts Einfluß auSüben. Die größeren jüdischen Gemeinden seien gewiß in der Lage, die kleineren Gemeinden mit Geldmitteln zu unterstützen. Der Redner wies ans die erst kürzlich erfolgte Gesamtorganisation der deutschen Juden hin mit dem Bemerken, daß diese wohl geeignet sei, die Wünsche des Zionismus in dieser Richtung zu erfüllen. Auch müsse für die Verbesserung der Rabbinerseminare gesorgt 1921 Kalender 5681 Wochentag Mo Apr-l 30 T. aat NIBan 30 T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabfchnitt Freitag Sabbath 16. 16. 7. 8. BreSlaufbo VNLV 8. Baoh dloa» o»p. 14^—1&33 - D'ttb« nw-iK*. II Könige VII.. a-2o werben. Von großem Vorteil für die Kolonisationsarbeit sei auch die Heranbildung der Jugend zu Landwirten und Handwerkern. An diese Ausführungen schloß sich eine sehr anregende Diskussion, in der zuerst Rechtsanwalt Jacobsohn das Wort ergriff, um daraus hinzuweisen, daß der englische Kamilienanzeigen. Verlobt: Suse Schidlower, Breslau, mit Richard Weißenberg, Schweidnitz; Friede! Tarrasch, Groß-Wartenberg, mit Ernst Doßmar, Berlin; Käte Münzer- Helberger, Gharlottenburg, mit Willi Mosle, Leipzigs Lotte Krieg, Breslau, mit Joses Hirschberg, Breslau; Alice Ra-blauer, Breslau, mit Bruno Behnsch, Breslau; Ellen Schalscha, Gera (Reuß), mit Siegfried Leipziger, Breslau; Hertha Linker, Breslau, mit Gustav Krause, Czenstochau; Erika Nelken, Breslau, mit Earl Muschel, Breslau; JeMy Schimek, Breslau, mit Harry Brauer, Breslau. Vermählt: Julian Matthias mit Käthe Tyrrasch, BreslaU; Rechtsanwalt Dr. Alfred Wolff mit Hilde Weiß, Oppeln; Marlin Wiener mit Margarete Simon, Breslau. Geboren: Sohn: Julius Abraham und Rosel, geb. Riesenseld, Charlottestburg; Albert Schragenheim und Clatre, geb. Broh, Zoppot. Tochter: Bernhard Böhm und Cläre, geb. Vogel, Breslau; Wilhelm Blumenfeld und Erna, geb. Bremer, Lauban. Gestorben: Oscar Heimann, Berlin; Adolf Frey, Breslau; Arthur Katzriel, Breslau; Louis Siedner, Breslau; Berta Schachtel, geb. Weiß, BreslaU; Lina Friedner, Breslau; Mathilde Heilborn, geb. Aufrichtig. Breslau; Lisbeth Luft, Berlin; Martin Aufrichtig, Breslau. Eine neue Probier-Stube. Die Wein- und Spirituosengroßhandlung Heinrich Normann L Co., die sich in Breslau am 1. Jul, vorigen Jadr,S niedergelassen hat, ist aus zwei altrenommierten Posener Weinhandlungen entstanden, den Firmen Heinrich Normann & Ed. Kaatz. Diese beiden Firmen ereilte das gleiche Schicksal wie die deutsche Likörfabrik Kantorowlcz, welche auch Posen verlassen mußte und ihre Aktien-Gesellschaft deshalb nach der Reichshauplstadt verlegte. Eine neue Vc rbindung dieser deutschen Schicksalsgenossen entstand in der auf der Garten» ftratze 81 jetzt eröffneten Probierstr,be, in welcher neben einer reichen Auswahl bestgepflegier Weine guter Jahrgänge die Firma Heinrich Horniann L Co. sämtliche Liköre der weltbekannten Fabrik ihres deutschen Landsmannes Hartwig Kantorowicz zum Ausichank bringt. An diese Wein- und Likörstube ist ein Zigarrengeschäft angegliedert. Beide Geschäfte haben eine einheitliche feine Straßenfront und beweisen in ihrer Jnnenraumaufteilung und Ausnutzung sowohl als auch in der Ausschmückung einen guten, neuzeulichen Geschmack. Der Zuspruch des Publikums am Eröffnungs-Sonnabend. den 12. März, war ein lebhafter und beifälliger. Palmen und Blumen und ein riesiges Manoli-Schiff legten die bestes Zeugnisse von den vielen Symphatien ab, welche dieler deutschen Wein- und Likörschänke in Breslau entgegengebracht werden. Eröffnung. Nach vollendetem Umbau des ehemaligen tzoltei*Eafös Gräbfchenerstratze IS/21 eröffnete am Dienstag, nachmittags 4 Uhr, der Posener Flüchtling Brodda dort ein streng solides Familien-Lass in neuzettlichem, vornehmem Gewände unter dem Namen Caf6 firooda. Zum Lunapark. Nach Morgenau lockte das herrliche Wetter in den letzten Tagen Tausende und Abertausende aus Stadt und Provinz, um teilzunehmen an dem harmlosen Volkstreiben, für dessen großzügige Ausgestaltung de« deutsche Schaustellerkcnig Hugo Haase geschickte und gewaltige Arbeit geleistet hat. Die alten und vor allem die neuen Bauten des Vergnügungsparkes prangen in frischen farbenfrohen Gewändern, deren bunte, muntere Ausschmükkung dem Breslauer Maler Emil Btvdzag wohl gelungen ist. Aus der Wasserfahrt in der blauen Grotte erfreut die Besucher der helle Gesang mitfahrender Mandoltnistinnen. Das Münchener Kasperletheater und die orientalischen Sensationen finden Sonntags mehr Liebhaber als Raum dafür vorhanden. Bewegtes Leben herrscht aus dem eisernen See. Polonäse stehen die Menschen an der Achterbahn. Dank einer neuen Dynamo-Anlage ist den Drehlustigen ein doppeltes Vergnügen aus der sinnreichen Planetenbahn geboten. Gute und einzigartige Dressuren mit Hunden und Affen zeigt der weltberühmte Paoli, dessen selbsttätig arbeitende Zöglinge alt und jung fröhlich stimmen. Die lustige Entenjagd, die.jüngst wieder eröffnet wurde, ist ein beliebter, unterhaltender Sport geworden, welcher der Zweckmäßigkeit nicht entbehrt, zumal am letzten Sonntag 27 fette Enten gewonnen wurden. Ab 16. April werden im Freien an 16 Meter hohen Masten die drei Rekos, verwegene Todesradfahrer, außen und innen an der Perepherie eines beweglichen Trommelrades ihre waghalsigen Attraktionen ausführen. Freunde eines ruhigen Lebens tuen gut, sich für einen Lunapark-Besuch einen sonnigen Nachmittag in dev Woche zu wählen. Die Sana-Gesellschaft m. b. H., Cleve, empfiehlt in der heutigen Nummer ihr bestens bekanntes Fabrikat „Tomor", worauf hiermit besonders hingewiesen sei. Gottesdienst In den ' ' Synagogen: IlteSjnig. HmSjnag. Freitag 15./4. Beginn abends 7.00 U. 7.00 ü. Sbd. 16./4. morgs. 8.45 ü 9.80 ü. Rnnndvtili — — Predigt w — 10.00U. Drasch a nachm. 4.00 U. — Schluß abends 7.30 U. 7 30TI. An den Woch.- 17./4. bis Beginn morgs. 6 45U 6.45 U. tagen 22./4. » abends 7.00 D. 7.00 ü. Konfirmationen Neue Synagoge, Sonnabend, den 16. April: Herbert Jawitz, Vater Adolf J., Museumplatz IO. Gerhard Brieger, Oskar B., Ring k>2 Franz Sittenfeld, Vater Siegismund S., Hohenzolienstrafie 6;. Die Verlobung unserer Tochter Edith mit Herrn Georg Weigert gestatten wir uns, nur auf diesem Wege bekannt zu geben. Breslau 13. Hohenzoilernstr. 74 im April 1921. Alfred Bielschowsky u. Frau Hedwig geb. Goldschmidt Edith Bielschowsky Georg Weigert Verlobte. J Schirme Spazierstöcke bekannt gut und preiswert sFftfl, Beltsafe Oblauersfra&e 85 3. Daus vom Ring In unserem Verlage ist soeben erschienen: m Mauer lvo-nuMcht die für Stadt und Land aeitend. Bestimmungen. Zusammengestellt und erläutert von den Rechtsanwälten vr. GilliS und Dr. Ungar in vreSla«. 80 Seiten. Gr.-8. Preis 10 Mark. TlUchutzky,Breslau 3 Rene Graupenstr. 5, Fernsprech. Ring 451,4600. Aus der Gebrüder Maxim, u. Viktor Lion- Ttiftnng sind Beihilfen an einige jüd. schulentlassene bedürft. Mädchen zu vergeben. Verwandte sollen vorzugsweise berücksichtigt werden. Meldungen bis 25. April. Irr lirlul ln $iiiitin-frarig|r. Aus der „Gebrüder Falk- «. Henschel-Goldfchmidt-Stiftnng" sind Unterstützungen an jüd. hilfsbedürftige Personen zu vergeben, die aus Breslau gebürtig u. 50 Jahr alt sind. Verwandte der Stifter werden vorzugsweise berücksichtigt. Meldungen bis 25. April. D« Mnl in?PMW-8e»»iiile. Oeffentliche Sitzung desVorftandes und derRepräsenianten- Bersammlung d. Synagogen-Gemeinde Nitlmih, In 20. flyrtl, «aWttiji VU Uhr Sitzungssaal Wallstraße 9, II. Tagesordnung: Einführung des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Hofffmann. Eduard Sachs. Dr Wohlauer. HDöS p Süßer Palästinawein Gez. Ober-Ungar Rheinn. Rotwein' Feinster Sliwowitz Wsfwawjj&HaiSl«« 'ftMMfUrA Prompter Versand nach auswärts. ^pesiaiiifc naturrein- Wtut. Fiaicn-n. / Vttkiul iTrobierftube 3 Min. vom Hkuptbahnh-I T«l. Ring 4248 **'e„ftraPc Kantorowiez-liköre •(fft ©fifauer Sfr. 60 T)ogdf Zuwelier^.7n.b.k). (Sduard <Dogdt.) iefimuek « llfiren Srfineftzfe $luafüfirung öfter ‘IDtederftersteftungiu. eJleuat6etten Mäßige Greife ^eioissenfiafle Bedienung ©afetgeröfe * TCunstgeioer&e Packung gesetzlich geschützt Tomor kaufen rot«, achte daraus, datz er auch Tomor in dieser Original-Aabrik-Packung erhält. Es gibt aur eine it!/) Mandelmilch. Pflanzenbutter. Margarine Tomor, die allein von uns. unter streng ritueller Aussicht dßs Herrn Rabbiners Dr. B. Wolf, Köln, hergestellt wird und als erster vollendeter fleischig und milchig verwendbarer Butter-Ersatz Wettruf genießt. Vor mißbräuchlicher Benutzung unserer gesetzllch geschützten Handelsmarke Tomor wird gewarnt. Für p eff ach wird Tomor HD& geliefert Saua-Gef ellfchafl >. Cleve. Alleinige Hersteller!»: für Damen 9 Herren Kinder in den neuesten Formen Freund & Krebs Strohhutfabrllc Karlstr.30, ncb. d. Hofkirche S'rotiHUte jeder Art und Herren » Filzhüte werden umgefoimt I JjofmmTOkCnt 3iui&ecn&tc. 21 Jacken- und Blusenkragen Schleier, Strümpfe, Handschuhe Stets das Neueste in besten Qualitäten au mKBIgen Preisen. e e e e e e e e e e e e e e e e e e e e e e se e e e e e e e e e e e e e e e e e e e sj Paul Neumann Schneidermeister Breslau 1, Königstraße 11, III empfiehlt sich zur AnferiM feiner Minioden sowie Sportsnchen aller Art. Lager in- und ausländischer Stoffe. Gater Sitz. — Solide Preise. Stoffe werden zur Verarbeitung angenommen. PCnnriDPOII fachgemäß alle Arten —OId-DDfl Golflwai Wir liefern u-prei3w.cr‘da1jBestcder — ibiBfl' iitd Gölten- Industrie Arnhold ßosenthal Neue Schweidnitzer Strafte 5. V7ir bitten bei Einkäufen auf die Südlich liberale Zeitung Bezug zu nehmen. Mer-Meile! iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiil Martin Herolt Uorckstraße 42 Telefon Ring 5109. | Witwe aus besten jüd. Kreises mittlere Jahre, wünsci Stellung als Reises gleitung. Offerten unter P. 51 an die Expedition btejc| Blattes. Für die Bekanntgabe von Fümliien-Rachrichten bitten wir die SE" Jüdisch-liberale Zeitung ständig zu benützen — Ermäßigte Anzeigenpreis Verauizeder: Lib-r-Ier D-«,n der Sya°g°«-a.S°m,mde Breslau. - Vnamwartltch s«r den Inhalt: Jultus Laev: für das S-uE-wn-^^ ö Druck und Kommissionsverlag: Th. Schatzky, Buchdruckerei und Verlagsansialt, G. m. b. H., Breslau III, Neue Graupenstraße 5.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.