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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-03-18 · 16 (18.3.1921) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
16 (18.3.1921)
Date
1921-03-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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schritt in 5>ic Erziehung ünseror Mädchen bringen rurd dcch hierdurch die Berufswahl der jüdischen Frauen becmfhiBt und der Aufbau unserer jüdischen Familien ein gesürtderer wird. -t- £ --- Die Tatsache, daß England während der inlerallnerien Besetzung Qberschlesiens ohne Begünstigung der einen oder der anderen Seite strengste Objektivität bewiesen har, hat chm bei unseren östlichen Nachbarn den Nus eingetragen. ein Feind Polens zu sein. Inwieweit an dieser unparteiischen Haltung der englischen Regierung nach Auffassung der polnischen nationalistischen Kreise — und das sind gleichzeitig die antisemitischen Kreise — wieder einmal die bösen Juden schuld sein sollen, zeigt folgende geradezu unsinnige Deduktion des „^Jllustrowany Kuryer Codziermh", der in Krakau erscheint. Es heißt da: „Die Politik Lloyd Georges findet lebhaften Beifall bei den Juden, auf die die englische Politik ungeheure Rücksicht nimmt. Zu Beginn des XVH. Jahrhunderts beherrschte die holländische Industrie und vor allem der holländische Handel die ganze Welt. Diese Industrie und dieser Handel aber befanden sich damals ausschließlich in den Händen Amsterdamer Juden. Später siedelten diese Juden dank, der Protektion, die sie von Seiten Englands erfahren haden, aus Amsterdam nach London über und machten eS zum finanziellen Zentrum der Welt. Diese dominierende Stellung der Londoner Börse dauerte zwei Jahrhunderte, jetzt aber geht sie ihrem Ende engegen. Durch die Macht der Ereignisse wird die finanzielle Hauptstadt immer mehr nach Newyork verlegt. Die Welt soll jetzt von Wall-Street regiert werden. Die 250 000 englischen Juden unterliegen der Million Newyorker und den 3 Millionen amerikanischer Juden. * So wie die Juden einstmals die finanzielle Hauptstadt der Welt von Amsterdam nach London verlegten, so befiehlt ihnen jetzt eine analogische Kalkutterung ihrer Interessen, die wirtschaftliche Zukunft in Amerika zu suchen, und daher verlegen sie das Weltzentrnm ihrer finanziellen Operationen aus London nach Newyork. Mit dieser Tatsache rechnet Lloyd George sehr, und daher findet die polenfeindliche Politik der internationalen jüdischen Finanz- Welt bei ihm großes Gehör." Lokales. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe.Breslau, teilt uns mit: Rechtsanwalt Dr. Dütschke in Zobten hat sich in einem an Herrn Rechtsanwalt Jnstizrai Landsberg in Schweidnitz gerichteten Briefe geweigert, von diesem ein Mandat anzunehmen, mit der Begründung, daß „er sich aus prinzipiellen Gründen nicht entschließen könne, von semitischen Anwälten Aufträge anzunehmen". Die Annahme ist wohl gestattet, daß sich die iwrigens als bemerkenswert konsequent anzuerkennende Haltung des Herrn Dr. D. auch gegenüber jüdischen Parteien in gleicher Weise kundgibt. Um unliebsame Rücksendungen uttd Verzögerungen zu vermeiden, welche die Rechtspflege zu beeinträchtigen geeignet sind, erscheint es angebracht, die jiidi" schen Mandanten hiervon zu unterrichten. Tanzabend Erna Dial. Erna Bial ist ein Breslauer Kind, an dessen künstlerischem Werdegang ein großer Kreis von Freunden und Bekannten lebhaften Anteil nimmt, wie am Mittwoch Abend der ausverkaufte Kammermusiksaal bewies. Künftighin aber werden auch Fremde an der Weiterentwickelung der jungen Tänzerin Anteil nehmen, denn man begegnet hier einem starken Talent, daS schon jetzt ein schönes Maß innerlicher Gestaltung-gäbe besitzt, das ihren Tanz zum Ausdruck starken seelischen Erlebens stempelt. Ein jahrelanges, fleißiges Studium bei Meister Daleroze in Hellerau, später in München haben den schlanken Körper mit der Technik deS modernen Tanzes vertraut gemacht, der in der innigen Berschwisterung von Musik und Bewegung auf die feinstdifferenzierte Versinnbildlichung innerer Erlebnisse ausgeht. Erna Bial gab ihr Reifstes in den Preludes von Scriabin, die eine leidenschaftliche Empfindungsfülle zu ergreifendem Ausdruck brachten, und in drei Tänzen ohne Musik, für deren wertvolle Eigenart dem breiten Publikum das Verständnis noch abgeht; bedauerlicherweise, denn hier kann sich die Schöpfergabe der Tänzerin noch kühner entfalten. Die Klavierbegleitung erledigte ein Frl. S ch n e r i n g sorgfältig, hre Solodarbietungen von Chopin und Scriabin fanden dankbaren Beifall. S. vereine uns Versammlungen. Der Liberale Verein der Syaagogengemeinde veranstaltete am Sonnabend, den 12. März, im großen Saale der Lesslng-Loge einen ebenso trefflich vorbereiteten wie anregend und stimmungsvoll verlaufenen Bierabend, der überaus zahlreich besucht war und für den schönen Gemeinschaftsgeist innerhalb der liberalen Reihen beredtes Zeugnis ablegte. Auf eine Begrüßungsansprache deS Herrn Alfred Bielfchowsly, der in wirkungsvollen Worten Zwecke und Ziele der jüdisch-liberalen Bestrebungen oarlegte, folgten weiterhin im Verlauf des Abends äußerst bemerkenswerte Reden von Herrn John L e v t und Herrn Äemeinderabbiner Dr. B o g e l st e i n. Bor allem aber muß der ganz ausgezeichneten Ausführungen des Herrn Geh. JustizcatS H e i l b e r g gedacht werden, der in tiefgründiger Weife auf das Verhältnis der Juden zur Presse einging und dann insbesondere die Aufgaben der eigentlich jüdischen Presse skizzierte. Er fand ungeteilten Beifall mit feiner Feststellung, daß die jüdische Presse ganz besonders die Aufgabe habe, ein Muster an Wahr - heilsliebe, Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit zu sein. Gesang, Verlosung und Versteigerung gaben dem Abend einen gemütlich^buntenAnstrich. Im verein für jüdische Geschichte «nd Literatur spricht anr Dienstag, den 22. März, abends 8^ Uhr, im Freunde-Saal, Rene Graupenstraße, Herr Rabbiner Dr. Adolf Kober-Köln über „Der Rhein in der jüdischen Geschichte". Eintritt ist frei. 1»21 Kalender 5681 Monat Sabbath- Wochentag März 31 T. Ader II 29 T. Wochen- Propheten- AuSgang abfchnitl adschnitt Freitag 13. 8. Sabbath 19. 9. BreSlau *?PM 'n yyt .13 ¥ L SaintMl 8. Bach Kon 04p. l‘-6* Z7, 1—84 Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze, welche die persönliche Meinung de- Verfassers zum Ausdruck bringen, übernimmt die Schrtstleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. Zamillerianzelgen. verlobt : Ruth Schutz, Glatz, mit Dr. Lothar Markte Witz, Breslau; vermine Hauhmann, Breslau, mit Dr. Paul Mayer, Charlottenburg; Alice Friedländer, Mikultschütz OS, mit Rudolf Earo, Breslau; Elly Großmann, Frankenstein ». Schl., mit Georg Bernstein, Seeburg (Ostpr.) vermählt: Paul RieS mit Felicia Fetbelsohn, Breslau; Paul Mottek mit Erna Jaentke, Breslau; Eurt Wittenberg nnt Charlotte Fischer, Breslau; Max Lewin mit Lisbet Tockuh, BreSlau, Eurt Süßmann mit Suse Lustig, Breslau. Geborenr Sohn: Josef Manneberg und Erna geb. Rahmer, Breslau; Georg Bujakowski und Gertrud geb. Grün, Waldenburg i. Schl.; William Heumann und Mally geb. Klindworth, Breslau. , . Tochter: Zahnarzt Richard Engel und Frau Alice, Breslau; Dr. Paul Ledermann und Elisabeth geb. Freier, Breslau; Walter Weiß und Philipine geb. Bileski, Breslau; Bernhard Lob und Aenne geb. Schmitz, BreSlau. Gestorben: Geh. Justizrat Dr. Ludwig Cohn, Breslau: Adolf Lustig, Breslau; Oscar Freund, Breslau; Hertha Pia geb. Süßmann, BreSlau; Michael Weiß, Berlin: Bruno Lomnitz, Breslau; Fanny MarkuS geb. Wittenberg, BreSlau. Gottesdienst In du Gemeinde-Smogen: UtiSjUf. HmSjui. Freitag R/S. Beginn abends 6 0013. 6.00 ü. Sbd. 19./8. n morg8. 8.45 ü 9.80 (J. Innndvilki n — — Predigt „ 10.00 IJ. 10.00 u. Ji|nd(dt«dlnst nachm. — — Schluß abends 6.41 ü 64t ü. An "den 20./3. Beginn morgs. 6 45U 7.00 U. Woch.- bis tagen 23.8. " abends 6.00 ü 6.00 ü. verein für jüdische Geschichte und Literatur. Dienstag, den 22. März, abends 81/« Uhr, im Freundesaal. Neue Graupenstraße Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Adolf Kober-Äfcln: brr Win in iin MW» AsWie. Zutritt frei. Der Borstand. Haoshaltaigs* und Kodisdiule für israil. Middien (Print-Säule) Da die tür den IS. Mira 1941 anberaumt gewesene Mitglieds-Versammlung nicht bescbluOffoig war, beiulen wir mit der gleichen Tagesordnung für den LS. M&rz 1921, mittags 12 Uhr, in das Sitzungssimmer I der Synagogen- Gemeinde, WallstraOe 9 eine Mitglieder-Versammlung ein, die ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlußfähig ist. ($ 13 der Satzungen.) Tagesordnung: Antrag auf Auflösung des Vereins. Iler Verstand. Waschanstalt SANITAS Breslau-Kleinburg Tel. Ring 4969 Wäsohe nach Gewioht Lieferung in wenigen Tagen. Garantiert ohne scharfe Wittel Jedes Wftschestfick ist voll versichert. WOiir-M» Curt Mer Jiitrnflnlt 19 beseitigtschnMrn- Störungen in elrrtrischea Anlagen und übernimmt Ausführung von Reuaulagen. 113 Sei. R. 9193. Wir reparieren s-^em°L «rr« Wir liefern { Damals O für { Harran | Klndar in den neuesten formen Freund I Krebs Strohhutfabrik Karlstr.30, ncb. d. Hofkirche S'rohHOte jodor Art und k Harran > Pilahilto n wei den timgefoi ms Stützt. Für kleinen HauShaU, 2 Personen. wird Siütze oder Hauedame gesucht, welche auch in Buchiühlunz und Korrespondenz sich nützlich machen kann. Dienstmädchen vorhanden. 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H., Breslau Ui, Neue Graupenstraße b. 620611

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