Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 13 (25.2.1921)
- Date
- 1921-02-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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% Geaenwärttg gilt es für sämtliche Hilfsorganisationen, den beraubten, von Haus und Hof verjagten jüdischen Landwirten Vieh, Pferd«, Geräte, Sämereien zn verscya„en und ihnen bei Wiedererrichtung der Gebäude. V."M Lanrankauf oder beider Pacht zur Seche zu stehen. Für jede jüdische Kowne i,t en „Milte.punkP vorgesehen, wo leihweise a les Unentbehrliche für den Agrarvetrieb zu haben sem soll. Vorbereitet wird ferner die Gründung einer Agrarbank, die L eranzieyung' sachlundigen Personals zur sustemallschen Einführung in Milchwirtschaft, Acker-, Oost-, Gemüse-, Wein- und Tabaksbau, in Vieh, und Geflügelzucht. . Um unter dem Drucke der Verhältnisse rascher zum Ziele zu kommen, sind kurzfristige LanDwirlschaftslmse> auf vorwiegend praktischer Grundlage geplant, die auch Erwachsenen zugänglich sein sollen. Aehnliche Lehrstätten haben sich, ebenso wie agrarische Wanderkurse, in Odessa, in Wilna und an anderen Orten bewährt. Instinktiv fühlt die. jüdische Bevölkerung in Rußland den Drang nach dem platten Lande, ie mehr die Erwerbsgrbiete im Handel uns Warenumsatz beengt werden und durch Transporthemmungrn bedenklichen Krisen äusgese'tzt stad. So erblicken unzählige jüdische Familien, namentlich angesichts der höber geyenden Wellen der Lebensmitteluyt, ihre dringendste Ausgabe darin, ihr Heil auf Weideland oder aus kleinen Landstellen zu suchen. Ganz besonders sind diejenigen unter ihnen, die einst Beziehungen zur Landwirtschaft hatten, bestrebt, als Kolonisten, Pächter oder Ge.niisegärmer wieder aus der geliebten Scholl« ein Arbeitsfeld zu finden und möglichst neue Kulturen einzuführen. Der Einsicht vom allgemeinen Nutzen dieser Bestrebungen en zieht sich auch die Sowjetvegierung nicht und begünstigt die Erwerbung von Weidenflachen. als Grundbesitz. Das gesamte Unternehmen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus unter den Juden Rußlands wird von einem werbenden und begeisternden Idealismus getragen und mit einer sorgfältig durchdachten, schürfenden Gewissenhaftigkeit zielsicher von allen ihren Organen gelei.et. Bedeutende Intelligenzen und aufrechte, vornehme Persönlichkeiten Halen sich selbstlos in den Dirnst des großzüg'gen sozialen Werkes gestellt, das im Auslande, diesseits urch jenseits des Ozeans, Vertrauen und Ansehen genießt. Ein Einblick in die Arbeitspläne allein weckt die Ueberzeugung, daß die vereinigten eingangs erwähnten Gesellschaften, ihre Arbeiten zu einem erlösenden Faktor ausgestalten können, um die unter hartem Schicksal zufamm-«brechende Masse der russischen Judenbeit zur Selbsthilfe und zur wirtschaftlichen, moralischen, sittlichen und geistigen Gesellschaft zuzusühren. Lokales. Der uns Breslauern nicht fremde Richard Rodet veranstaltet am 2. März im Mozartsaal der Hermannloge einen Arien-, Lieder- und Balladenabend, auf den hiermit besonders hingewiesen sei. Die Begleitung am Flügel hat Franz Czerny übernommen. Karlen bei Hoppe, Zwingerplatz 8. In Breslau erscheint seit einigen Wochen ein neues Organ des deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbundes, die „Schlesische Volksstimme". Das Blatt bewegt -sich in dem, seinem Gedankenkreise entsprechenden üblichen Rahmen und wird, wie bereits wiederholt beobachtet wurde, besonders allf Bahnhöfen gratis verteilt. Recht interessant und belehrend dürfte der auf zwei Abende verteilte Vortrag über „Das Nibelungenlied in der deutschen Literatur mit besonderer Berücksichtigung vvn Rich. Wagners Ring des Nibelungen" werden, den die bekannt«, in Breslau lebende Schriftstellerin Maria Renee Daumas am 8. und 10. März, abends VA Uhr, im kleinen Saal des Turnverein „Vorwärts", Gutenbcrgstraße 21/23, hält. Maria Renee Daumas, obgleich völlig deutsch geworden, stammt aus einem alten französischen, in Marseille heimischen Adelsgeschlecht, das selbst Misches Blut inseinen Adern hat um sich durch warme Anteilnahme für die triwen Schicksale der Juden ausgezeichnet hat. Als im 15. Jahrhundert die Juden aus Marseille vertrieben werden sollten, mar es der Fürsprache eines Pascal Duc de Daumas zu> versanken, daß die Unglücklichen auf 110 Jahre hinaus dort und im Besitz ihrer Handelsrechte verbleiben konnten. Karten zu dem Vorträge sind bei Hainauer zu haben. Der Liberale Verein der Synagogeugemeinde ernannte sein langjähriges hochverdientes Vorstpndsmitglied, den, wie gemeldet, kürzlich verstorbenen Buchhändler Iakobsoyn zum immerwährenden Mitglied. — Am Donnerstag, den 10. März, veranstaltet der Liberale Verein als Purimvorfeier und zur Belebung der persönlichen Be Ziehungen unter seinen Mitgliedern einen Herren-Bievabend, für den umfassende Vorbereitungen getroffen werdend 1021 Kalender S681 Wochentag Mo Febr. 28 T. nat Adar I 30 T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath 26. 26. 17. 18. BreslauLOb '2 L. LnvU Iilo«s oap. *7»>-30u> vyy D'ü?; Ezachiel Kap. 43,10-27 Lamilienan-eigen. Verlobt: Elfriede Fink, geb. Schlesinger, Reiff«, mit Apotheker Bernhard Ucko, Gr.-Strehlitz OS.; Alice Landsberger, Charlottenburg: mit Hugo Goldmann, Berlin: Ilse Wolff, Dobrzyoa (Posen), mit Buchdruckerei. besttzer Paul Jacob, Wüstegiersdorf; Alma Süßmann mit Leo Reumann, Breslau: Rose Rvfenthal, Breslau, mit Oskar Wagner, Militsch. Vermählt: Franz Behmack, Bunzlau, Mit Berta Pvelitz, Löwenbcrg i. Schloss Sigmar Weiß mit Flora Borchardt, BreSlau; Rechtsanwalt Dr. Ernst Marcüs mit Lucie Ritter, BreSlau. Geboren: Sohn: Eurt Ltsser und Hanni, geb. Haller, Breslau: Cemawer und. Märe, geb. Pöklack, Königschütte OS.; Fritz Wechselmann und EharlMtt. geb. Drescher, Breslau; Siegbert Zacharias und Lotte, geb. Austerlitz, Bremen. Tochter:. Zahnarzt Arthur SchüsstüN und Sophie, geb. Schüfftan, Breslau: GerichMffefiorldr. Hans Gabriel und Lotte, geb. Kochn, Breslau. Gestorben: Hulda Kochmann, geb. Tischler, B-wSKm: Julius Kareski, Kattowitz; Berthold Marousy, Landsberg OS.; Johanna Bvym, geb. Flichret, BkeSlau; Berta Efrem, geb. Krrtz, Hamburg; JnliUS SäloMbN. Breslau: Helene Gvklhils, gSb. Jacoby. Breslau; Berta Schreuer, gO. Glaser, Berlin; Berkhold .Spanier, Berlin; Siegismund Münzer, Breslau; Moritz Fuchs, Breslrm; Baruch Colki, Breslau; Alfred Berliner, Rütivor; SaNy ANmann, Breslau. panl lAonch ft ft«., das Pelzmodrhaus, Kuudnastratze 22/24, hat nach erfolgten Ausbau feinem Geschäfte eine Abteilung für Hüte und Mützen angegliedert. Galerie Lichtenberg T au entzlen platz 6. Neu! Neu! % Clara Sachs t Ibi Aussteller-Verband Münchener Künstler E.V. Gottesdienst In den Gemeinde-Synagogen: Alte Synag. Neue Synag. Freitag 25.12. J3eginn abends 5.30 Ü. 5.30 b. ÖtxL 26./2. morgs. 8.45 U 9.30 L. W » Predict — 10.00 ü. » W Jogendgottesdienst nachm. — 3.00 u. w Öchluli abends 6 05 U. 6.05 U. An den Woch.- 27.12. . bis Beginn morgs. 7.00 ü 7.L5Ü. tagen 4; 3. " abends 5.30 ü 5.30 Ü. j Mittwoch, den 2. März, abends 7% Uhr: j I JxtftcwuteaTOkftn. i Mozartsaal der Hermannloge Arien-, Lieder¬ und Balladen-Abend Richard RodeK uw Am Flügel: Franz Czerny :—= Karten 311 11, 8,6 5, 3 Mk. und Steuer in der Musikalien, bandiung Richard Hoppe, Zwingerplatz 8. IHlHilBHRiRRil BBliBlffliHiliH I Pelziraren i M gröfete Auswahl n W in allen Arten W B stets rrorrätig am hager. P > Aufbewahrung > B von Pelz- und WoIIsadien jl B gegen (Hotten, Feuer und Elnbrudisdiebslaftl, W W auch wenn nicht von mir gekauft. W IE. Bisdioff ] ■ Breslau, Ring 42. 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