Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 7 (14.1.1921)
- Date
- 1921-01-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Monsimterrichts tu pädagogischer und organisatorischer Hinsicht, sowie ein« verstärkte Inspektion deS ReligtonS- «nterrtchtS an den öffentlichen Schulen. Sie halt es sür erwünscht, daß all« deutschen Staatsbürger, gleichviel ob Juden oorr Richtjniden, eine gemeinsame Schulbildung ge. nteße». Sie erwartet von allen liberalen Repräsentanten «sd Gemetnldemitgliedern, dah ff« gegen die Errichtung jüdischer Schulen und gegen die Unterstützung neu ge. gründete« Privatschulen eintreten. — Die jüdisch-liberale Jugcnd lehnt es ab, in Palä- Sna ein kulturelles Zentrum für die Gesamtjudenheit zu «ffen, Palästina, mit dem sie sich wie jeder Jude duru. religiös-historische Bande verlnüpst fühlt, hat in der Ge- Senwart für sie praktische Bedeutung nur als Kolorits«, ansland neben anderen, für Juden, die sich in ihren jetzigen Heimatländern nicht afftmilteren wollen oder kön- »en. Auf dieser Grundlage find wir bereit, an dem Kolontsationswerk mitzuwirken. — In der Mittagspause vereinten sich die Delegierten als Gäste des Liegnitzer Jli zu einem Essen in der Silesia- Loge, dain jeder Hinsicht einen ebenso schönen wie anregenden Verlauf nahm. Am Nachmittage fand eine öffentliche Versammlung im Hotel „Rautenkranz" statt, die von den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Liegnitz überaus zahlreich besucht war. Herr Gemeinderabbiner De. Goldmann-Leipzig sprach unter lebhaftem Beifall über das Thema „Kritischer Ueberblick über die jüdische Jugendbewegung der Gegenwart." — Der Liegnitzer Jli hatte dank seiner vottrefflichen Leitung alle Vorbereitungen für die Tagung und das Wohlbefinden der Delegierten in so ausgezeichneter Weise gettoffen, daß jeder der Teilnehmer mit größter Befriedigung und herzlichem Dank an diese Zusammenkunft zurückdenken wird. Alles in allem war der Delegiertentag zweifellos ein voller Erfolg der bisherigen Arbeit der jüdischliberalen Jugendbewegung und ihrer unermüdlichen hingebungsvollen Leitung, und er bot andererseits die Gewähr, daß, so lange der Geist, wie er in Liegnitz zum Ausdruck kam, rege und lebendig bleibt, der liberale Gedanke sich weiterhin machtvoll zum Segen des bewußten Judentums durchsetzen wird. verlku. Der „Bund für buddhistisches Leben" erläßt in der „Zeitschrift für Buddhismus" folgende Erklärung: „Das altehrwürdige Hakenkreuz, das im alten Indien Jahrtausende lang Symbol der Brüderlichkeit und Liebe war, ist von unserer alles umstürzenden Zeit auch -nicht verschont geblieben und als Feldzeichen politischer Parteien in gehässige Bruderkämpfe verwickelt worden. Da man uns in letzter Zeit, dieses gemeinsamen Abzeichens willen, von verschiedenen Seiten als Gesinnungsgenossen und Mitkämpfer in der politischen Arena begrüßte, in völliger Verkennung unserer Ziele, die nur der Ausbreitung von Buddhas milder Lehre gellen, fern jedem politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Streite, unh nachdem sich die Stimmen aus unserem Freundeskreise mehren, die auf Klärung und Abwehr drängen, sehen wir uns heute zu unserem schmerzlichen Bedauern zu der Erklärung veranlaßt, daß wir, solange das Hakenkreuz von politischen Patteien als Kampfeszeichen geführt wird, auf die weitere Benützung desselben zu verzichten gezwungen sind." | m Berlin. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur sprach Alexander Moszkowski vor überfülltem Saal über die Philosophie des jüdischen Witzes. Ueber ein Thema, das sich scheinbar der theoretischen Behandlung entzieht, wußte der Vortragende entwickelungsgeschichtlich und psychologisch sehr Wertvolles und (Änstes zu sagen. Er kennzeichnete das Wesen des jüdischen Witzes, der für ihn „der Witz an sich" ist, aus dem Ursprung und der Ghettoqual, aus der scharf denkenden Logik und der raschen Assoziationsgabe der Juden. Indem er sein großes Wissen auf philosophischen Gebiete ausbreitete, gab er zugleich bezeichnende Proben dieses Witzes, gewissermaßen die Keimzellwitze, deren Abkömmlinge dann immer wieder durch die Witzpresse gehen. So mischte sich in höchst anregender Vereinigung Scherz mit wissenschaftlicher Gründlichkeit. Der Beifall war sehr groß. Frankfurt a. M. Ehrung für Dr. Cäsar Selig mann. Zum 60. Geburtstage von Herrn Rabbiner Cäsar Seligmann hat der Jli-Frankfurt a. M. ihn zu seinem Ehrenmitglied ernannt und ihm eine Urkunde des folgenden Wortlautes überreicht: „Hochverehrter Herr Rabbiner! Der Jüdisch-liberale Jugendverein Frankfurt a. M. naht sich Ihnen heute an Ihrem 60. Gebuttstage mit innigen Glückwünschen. Als dem jüngsten Ihrer geistigen Gemeindekinder werden Sie es ihm Nachsehen, wenn er den Tag, den Ihre Bescheidenheit in aller Stille begehen wollte, nach Kinder Art sich zu einem Festtag macht. Nicht zienit es sich seiner Jugend, in Ihnen den unermMichen und unerschrockenen Verteidiger, den begeisterten und hinreißenden Vorkämpfer des religiösen Liberalismus in Deutschland zu feiern. Nur ehrerbietigen Dank möchte er Ihnen darbringen, für das, was Sie ihm als Vater und Freund, durch Lehre und Beispiel gewesen sind und bleibend sein werden. Das einzige, womit er Ihnen alle Ihre Liebe zu lohnen vermag, ist heute noch ein bloßes Versprechen, das Versprechen, daß Ihr reinstes Streben in der jüdischen Jugend ewig sich verjüngend fortleben wird, so daß Sie selber niemals altern können. Als ein geringes Zeichen seiner Dankbarkeit bittet Sie der Jüdisch-liberale Jugendverein Frankfurt a. M., die Ehrenmitgliedschaft anrunehmen; er weiß sich selbst nicht mehr zu ehren an diesem Tage. Mögen Sie, hochverehrter Herr Rabbiner, Ihrer Familie, Ihrer Gemeinde und dem unabsehbaren Heere derer, die Ihnen als dem anerkannten geistigen Führer treueste Gefolgschaft leisten, noch unzählige Jahre in voller Geistesfrische und Schaffensfreude erhalten bleiben. Möge der Allgüttge Sie, der gekommen ist, „niederzureißen und auszuroden, um zu bauen und zu pflanzen", uns bleiben lasten „eine eiserne Säule und eine eherne Mauer". In tiefster Verehrung und Dankbarkeit Der Jüdisch-liberale Jugendverein Frankfutt a. M., den 14. Dezember 1920. Lokales. Fra« Direktor Clara Pawel, die Leiterin des Pawelsche« Lyzeums, teilt uns mit, daß die Anstalten nach wie vor unter ihrer Leitung verbleiben. Berichtigung. Die Firma Julius L e m o B , Silben Warenfabrik, teilt uns mit, daß sie bedauert, aus Gnwtz eines Irrtums in die Liste christlicher Kaufleute ausg u)Mmen worden zu sein, daß ste ferner ihre sofortige Streichung vom Schutz- und Trutzbuud verlangt hat und ihr jegliche antisemitische Tendenzen vollständig fcrnliegen. Konfirmation am 15. Januar in der Landschulsynagoge : Martin Fuchs. Vater Heinrich Fuchs, Freiburgerstraße 21. Der heutigen Nummer liegt ein A b d r u ck e i n e - Flugblattes bei, das der Deutsche Schutz- und Trutzbund in der hiesigen Geschäftswelt verbreitet. Wir sind, wie unseren Lesern bekannt, darauf schon wiederholt unter dem Titel „Boykott jüdischer Geschäfte" zu sprechen gekommen und weisen hiermit nochmals darauf hin. 1921 Kalender 5681 Wochentag Mo Jan. 31 T. nat Sdnbit 30 T. Sabbath- AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath 14. 15. 6. 6. Breslaus« 113 II. M. ep. 10.1-13,16 -aV Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze, welche die persönliche Meinung des Ver'assers zum Ausdruck bringen, übernimmt die Schriftleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. i - Ordnung des Gottesdienstes in den Gemeinde-Synagogen: MteSjnig. HneSjug, iNitag 14.,1. Beginn abends 4.30Ü. 4.30 U. Bbd. 1b.,1. n morgs. 9.00 ü. 9.30 U. Predierb verm. lO.COÜ. w laukalt uünit nachm. 3.00 Ü. Schluß abends 4.59U. 4.59 ü. Am den Woch.- 16.,1. bis Beginn morgs. 7.00V 7.15V. tagen tm. abends 4.80 U. 4.30 ü. Kreie jüdische Volkshochschule Sonntag, den 1s. Januar, vormittags 11 Ahr, nn großen Saale der Lessing-Loge, Agnessiraße 5 Eröffnung des 4. galbsemesters der Freien jüdischen Volkshochschule durch einen vorlrüg von Herrn Professor Dr. ® t o 1t c: Die Kunst der Ostjuden (mit Lichtbildern). Anschließend: Mitglieder - Versammlung de» Verein- Freie jüdische Volkshochschule. Tagesordung: 1. Bericht des Vorstandes. ». Rechnungslegung und Entlastung. 8. Wahl der Kassenprüfer. Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen. Kartenverkauf für die Vorlesungen der Freien jüdischen VoUshochichule: Freitag von 11—2 Uhr, Sonnabend von b—7 und Sonntag von 10—2 Uhr im Lesezimmer der Leising-Loge. Der Vorstand de» Vereins Freie jüdische Bolhochschule. Dr. A. Lewkowitz. Waschanstalt SANITAS Breslau-Kleinburg Tel. Ring 4969 W&sohe nach Gewicht Lieferung in wenigen Tagen. Garantiert ohne scharfe Mittel Jedes Wftschestflck ist voll versichert. Nach 7jähr. ärztl. Tätigkeit an der medizln Akademie in Düsseldorf (Prof. Schloßmann) am städt. Kiankenhaus Stettin (Prof. Neisser), am Kaisern. Kaiserin-Friedrich-Kmdeikrankenhaus Geh. Rat ßaginski), am Rudolf Vircho-v-Krankenhaus, Berlin, und an den isr. Krankenanstalten in Breslau habe ich mich hier, Brandenburger Straße 37, als Aerztin für innere Krankheiten niedergelassen. Sprechstunden: 8—9, 4—5, Sonntag 9—10. feraspÄ Dr. mßd. R. Hoffmonn. Zurückgekehrt Biktoriastratze 109 Nähe «aiser-WUHelmstraße Tel. Ring 3920. 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