Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 95 (26.12.1934)
- Date
- 1934-12-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Tag des judifeheii Handwerks Profciror ifar saup 60 Jahre Der )>f rillttitit* ^I^f )it*ttiiiliLi<t* mi <li*ilti>vK>i>>i* I 'ntixr^r^^t Am 25. Dezember begeht der Jadische Handwerker- Verein Berlin, wie bereits mitgeteilt, das Fest seines vierzigjährigen Bestehens. Das Jubiläum fällt in eine Zeit, die dem Handwerk innerhalb des ständischen Aufbaus in Deutschland einen Ehrenplatz eingeräumt hat. Die Zuwendung zum Handwerk gehört zu den besten Traditionen des Judentums. Das jüdische Volk hat, in starkem Gegensatz zu Griechenland und Horn, als erstes Volk des Altertums den Adel der Arbeit proklamiert, und so mancher geistige Führer und Gelehrte hat, wie hinreichend bekannt, einen handwerklichen Beruf verschen. „Wer ein Handwerk ausübt", sagt der aus davidischem Hause stammende Weise Gamlicl II., „der gleicht einem umzäumten Weingarten, dessen Zugang wilden Tieren versperrt ist, von dessen Früchten nicht jeder, der des Weges kommt, essen kann, und dessen Inneresman nicht sieht. Wer aber kein Handwerk ausübt,' der gleicht einem nicht umzäumten Weingarten, der allen den erwähnten Unbilden ausgesetzt ist." '. '; Erst im Mittelalter, da das Handwerk goldenen Boden hatte, wurden die Juden in Deutschland von jeder handwerklichen Betätigung ferngehalten und so gezwungen, sich im. Handel Erwerbsmöglichkeiten zu suchen. Es ist ein historisches Verdienst der Männer, die vor nunmehr -iO Jahren den Kampf um Achtung und Gleichstellung des Handwcrkerbcrufs mit anderen Berufen innerhalb der deutschen Judenheit aufnahmen," den Jüdischen Handwerker-Verein ins Leben gerufen zu haben. "Wenn in zielbewußter, unbeirrter Arbeit auf dem Fundament jüdischen Glaubens ein Ilandwcrkcrgcschlccht erzogen worden ist, 50 ist das nicht weniger eine wirtschaftliche als eine ethisch bedeutsame und richtungweisende Tat. Das jüdische Handwerk erfreut sich seit dem Umbruch in ständig steigendem Maße der Wertschätzung. Die Zeilen sind vorbei, da Eltern ihren Kindern, die in_dcr Schule nicht weiter kamen, drohten: „Wenn Du nicht fleißig bist, dann lasse ich Dich Handwerker werden". Wenn es heute keinen leistungsfähigen jüili.-dien Handwerkerstand gäbe, so könnten die durch die Zcitvcrhältnisse gebotene Umschulung und Umschichtung der jüdischen Jugend nicht durchgeführt werden. Das Handwerk ist ein Träger jüdischer Zukunft in Deutschland. Wenn wir dem Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens in dem heute. Männer wirken, die ihre ganze Kraft in den Dienst der jüdischen Gemeinschaft stellen, unseren Dank für die geleistete Aufbauarbeit und unsere Wünsche für die Zukunft übermitteln, so wissen wir uns dabei eins mit der jüdischen Gesumthrit. Aus Anlaß des Jubiläums gibt der Berliner Hand«crkcrvcrciu eine mit einem Leitwort von Wilhelm Marcus, dem Leiter des Zcntrahcrbandcs jüdischer Handwerker Deutschlands, versehene Schrift unter dem Titel „Handwerk i m J u d c n 111 m'" heraus, die Auszüge aus Reden und Schriften Louis Wol f fs enthält, der seit dem Jahre 1910 an der Spitze der Berliner llaudwerkerbewegung steht und dank seiner rednerischen Begabung, Lebensklugheit und religiösen Durchdruugcnhcit in erster Liuie'uiit dazu', beigetragen hat, dem Berliner Verein zu seiner heutigen Bedeutung zu verhelfen. Wir veröffentlichen nachstehend aus dem Buch" einige besonders markante Stellen. Der berühmte Mathematiker an der Berliner Universität Am 10. Januar 1935 vollendet der Mathematiker und Ordinarius der Berliner Universität Prof. Isay Schur sein 60. Lebensjahr. Isay Schur ist ein Algchraiker von Wc II ruf, der auf dem Gebiete der Zahlenthcoricn nicht nur Hervorragendes geleistet hat, sondern auch die allgemeine Anerkennung der mathematischen Wissenschaft genießt. Er wurde am 10. Januar 1875 geboren, studierte in Berlin' und promovierte an der Universität summa cum laude. Kr habilitierte sich dann in Berlin als Privutdo/ciit. ging l'Jl'J als außerordentlicher, .Professor nach. Itiiiin, wurde in eben dieser Kigcu- "scha[t 1917 nach Berlin lu.-ru,fcn nml 1919 zum ordentlichen Pro-' fessor ernannt. Kr ist ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaden, der Leipziger Akademie, sowie der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften. Nach dein Um- Schwung der politischen Verhältnisse -wurde er zurrst beurlaubt, bald aber wiedergeholt und doziert nach wie vor an der Berliner Universität. Obgleich Schirr das zurückhaltende ['.eben des Gelehrten nie aufgegeben hat, hat er doch stets tlas größte Interesse for alle jüdischen Dinge bewahrt, »las er als lx'.str* Erbteil nusscim-ui frommen und hoi-haugcsehciicn Kllernhaiis mitbekommen bat. Kr ist seil Jahren. M i t g 1 i e d d e s K 11 r a I o r i 11 m » «I e r L e b r - anstatt für die Wissenschaft tl e s Judentum» und hat in diesem Amte segensreiches Witkeu entfaltet. Die mathematische Weh wird das Jubiläum seiner Altersgrenze gebührend. feiern, ilie jüdische Well zollt dem hervorragenden Manne und großen Gelehrten Khrerhietung und Dankbarkeit. fÜl* Iialicnifcho Ehrung ProfelTor Paul Korcnltein Wert und Weg Von LOUIS WOLFF Vorsitzender des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens, Berlin Nachdem unser Platz in der Wirtschaft — wenn auch noch nicht endgültig, so doch in großen Umrissen — erkcimhar wird, scheu wir, wie mit. einer gewissen Hast und Überstürzung viele berufene und unberufene jüdische Stellen in einem möglichst kurzen Zeitraum ohne, jede Systematik eine Revolution im Berufsleben der deutschen Juden herbeiführen wollen. Man kann aber eine völlige Umstellung einer ganzen Gemeinschaft in der Berufsschichtung nicht zwangsweise in. Wochen oder Monaten herbeiführen; denn Beruf ist flicht nur Erwerb, sondern auch Gesinnung. Eine Bcvolution der Gesinnung erzwingt man aber nicht in Monaten und Jahren, sondern erst in Jahrzehnten und nach Generationen. Das beweist die Wirtschaftsgeschichte der deutschen Juden im letzten Jahrhundert, in dem die Gesinnung auf bestimmte Berufe geradezu kultiviert wurde. - Und wenn man uns fragt, auf Grund welcher Legitimation wir uns berufen fühlen, in eine Normalisierung des jüdischen, Wirtschaftslebens miteinzugreifen, so antworte ich: Weil wir jüdischen Handwerker seit -10 Jahren im organischen' Zusammenschluß au das Gewissen der deutschen Judenheit. gerüttelt haben, weil wir Verantwortung zeigten, wo oftmals Verantwortungslosigkeitherrschte, weil wir gegen Kastengeist" kämpften, weil wir als Fundament im jüdischen Leben von tiefer Sorge erfüllt waren um die Zukunft unserer Gemeinschaft. Und noch ein Allerletztes! Weil jetzt der Buf ,.Zurück zum Handwerk" in einem Maße' erklingt, das erschrecken läßt. Wenn einer Vielheit durch Entwöhnung etwas fremd geworden ist, so muß man versuchen, will man sie zurückführen, ihr dieses Fremdgewordene wieder vertraut zu machen. Jeder, der sich dem Handwerk zuwenden will, muß doch zumindest die allgemein gültigen Grundlagen des Handwerks wissen, die heute andere geworden sind, als zu den Zeiten unserer.Talmudgclchrtcii. Wie auf allen Gebieten, so hat sich auch im Handwerk in einem ganz besonderen Ausmaße ein tiefgehender Umwandlungsprozeß vollzogen, der gekennzeichnet ist durch die Anwendung neuzeitlicher technischer und kaufmännischer Hilfsmittel. ' Diese Entwicklung ist etwa nicht abgeschlossen, sondern das Handwerk befindet sich jetzt in einem UmstcIIungs- und Läutc'- rungsprozeß, "der nicht nur wirtschaftstcchnischcr Art ist, sondern stark bestimmt wird von der sozialen Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit. Dieser Umstcllungsprozeß ist durch den geistigen Umbruch der neuen Staatsidcc stark beeinflußt.- Auf e inentscheidendes Merkmal wird aber das Handwerk niemals verzichten können. Es ist das überwiegen der menschlichen über die mechanische Arbeitsleistung und die allseitige Beherrschung des ^Arbeitsgebietes. Nur allein der Mensch, seine inneren Werte und seine Arbeit — und zwar die in Kenntnissen . und Erfahrungen, nicht die im Kapital aufgespeicherte Arbeit — bestimmten den Inhalt und den Wert de» Handwerks. Es ist heute die tiefe Tragik; daß ein erheblicher Teil des deutschen Judentums diese inneren Voraussetzungen zum Handwerk nicht erkennen wollte und eine Anpassung an diese wirtschaftliche Struktur geradezu als einen Bruch mit einer geheiligten Überlieferung und Tradition gegenüber ganzen Familiengruppcn angesehen hat. Und nicht der Zwang der Verhältnisse sollte Vorurteile brechen, sondern die Erwägung, daß nicht der Beruf, sondern der Choraktcr den Menschen formt. Wir konnten es nicht verstehen, daß man Menschen scheidet nach Geburt, Besitz und Stand. Heute sehen wir die. verheerenden Folgen. - Wenn wir auf der einen Seite bereit sind, Opfer für diejenigen zu bringen, denen es noch schlechter geht als uns, so werden wir auf der anderen Seite nicht nur versuchen, bestehende, aber erschütterte Existenzen zu unterstützen, sondern —- und das weist von der Gegenwart in die Zukunft — bei der Berufsergreifung unserer Jugend ordnend mitzugcstaltcn. _' Und wenn wir uns in der Hauptsache dabei auf ein Teilgebiet der Berufsgcstaltung beschränken, nämlich das des Handwerks, so wissen wir, daß die manuelle Betätigung von entscheidender zukunftsweisender Bedeutung für den größten Teil unserer Jugend sein wird; denn wenn das Handwerk auch nicht der Beruf ist, 'der in materieller Beziehung den sogenannten „goldenen Boden" hat, so sorgt es doch dafür, daß derjenige, der es erlernt, nicht hoffnungslos und für immer der wirtschaftlichen Abhängigkeit ausgeliefert wird. . " , E3 ist nicht leicht, in diesem Augenblick und mit Plötzlichkeit eine Berufsumschichtung vorzunehmen, die schon seit Jahren nur mit relativ geringem Erfolg gepredigt wurde. Diese Umschichtung bedarf zweier Voraussetzungen. Einmal einer vollkommen seelischen Umstellung, dann aber auch der Unlerbriiigimgsiiiüglichkcil. Die Voraussetzungen zur Erlernung eines Handwerks aber — das ist das Problem unserer Jugend. Uns kann es heute nicht genügen, wenn alles jetzt dem Handwerk zuströmt, ohne mit dem Herzen dabei und innerlich dazu vorbereitet zu sein.' « ' Das Handwerk .ist nun'auch nicht unbegrenzt aufnahmefähig, und ich möchte dringend davor warnen, nunmehr von einem Extrem in das andere zu verfallen und unsere Jugend, wie früher aul die akademischen, so jetzt ausschließlich auf die handwerkerlichcu Berufe zu dressieren. - Der Neubau einer Bcrufsschichrung muß außerordentlich pfleglich behandelt werden, und einem übermäßigen Zustrom auch vielfach ungeeigneter Kräfte zum Handwerk muß man beizeiten Einhalt gebieten, so schwer diese Notwendigkeit auch heute viele Hoffnuhgsfrohc treffen mag, denn jedes Handwerk erfordert besondere Eignung, angeborene Anlage der Geschicklichkeit' und manuelle Fertigkeit. Wer diese Voraussetzungen nicht besitzt, wird immer nur ein stümperhafter Handwerker werden und eine große Enttäuschung erleben. Nach Maßgabe unserer eigenen Aufnahmefähigkeit und unseres Beschäftigungsgrades werden wir unsere in jüdischen Händen befindlichen Betriebe dazu erziehen, geeignete jüdische junge Menschen im Handwerk auszubilden. Der Znhlcnumfangwird aber nicht von uns bestimmt, sondern gesetzliche Vorschriften regeln die Anzahl der auszubildenden Lehrlinge, j'e nach dem Umfang des Betriebes. « Aber eins ist uns klar: Der Weg unseres wirtschaftlichen Daseinskampfes ^wird schwer und' dornenvoll sein.. Er muß mit Kühnheit und Entschlossenheit, besonders aber mit dem festen und unbeugsamen Willen einer vollkommen veränderten inneren Lcbcnsgcstaltung' gegangen werden. Denn das ist die Schicksalsfrage des deutschen Judentums, die nicht nur von außen abhängt, sondern von uns selbst beantwortet werden muß. Der besondere Typ des Handwerkers, ilcn wir schaffen wollen, ist nichv der Mensch, der in der harten Materie versinkt, sondern der stolze und aufrechte Jude, der handwerkliche und geistige Arbeit zu einer Synthese harmonisch gestaltet. Dcr'Direklor der chirurgischen und urologisrhcil Abteilung im Krankenhaus der jüdischen Gemrinilr zu Berlin. Professor Dr. Paul 11 o s c n s I e i n . ist zum a 11 s w a r I i g c 11 M i t g 1 i e tl de r . UrologS sehen G c s c 11 s r Ii a f t in IIa 111 ernannt worden. Als Anzeichen ilcr Würdigung, dir die Verdienste jüdischer Gelehrter im Au-Iande finden, hat die Kriicuuung in weiten Kreisen Geniiglnnng hervorgerufen. ' "» Die Leser der ..Jüdischen - Allgemeinen" werden 'sich des vor kurzem in unserem Blatt erschienenen Aufsatzes von Professor Paul llo-cnslcih ..Im A11I0 zum italienischen Urologenkongreß" erinnern, in dem der verdienstvolle Arzt und Gelehrte will* Kill- * drücke schilderte, dii' er beim Besuch Indiens gelegentlich »einer Teilnahme am italienischen Urologrnkoligrcß, hei dem er zwei lleferatc hielt, empfangen hat. Reichsiluchtftcucr und deiitfches Intercue Zwei interessante Urteile des ltcu-liHfiiianzhofii, die dir Frankfurter* 'Zeitung veröffentlicht, Itchnudclu die Frage der Uvichsfluchfutencr ins Ausland berufener nichtarinchcr Arzte Im ersten Füll« (Urteil vom 12. 4. TO4 — llt A 117/34) hatte der I\FH die Reichst luchuteuerpflicht bejaht mit der Begründung, doli der nacli Entlassung aus seiner Stelle sU Krankennuusdirektor nach Amerika berufene Arzt lediglich aus' persönlichen Gründen ausgewandert bck Trotz der von ihm Übernommenen Lehrtätigkeit liege ein deutliches Interesao an der Auswanderung (Verbreitung deutscher Wissenschaft) 'nicht vor, auch habe kein materieller Zwang xur Auswanderung-vorgelegen, da der Betreffende in Deutschland weiter habe praktizieren fcfinncfi, außerdem infolge seines Vermögens vor Not geschätzt gewesen sei. In dem zweiten, ganz Ähnlichen Fall handelte es Bich um die Berufung eines nie Ii tarischen Uiiivcraitfitsprofeasors nach Istanbul. Dan Finunzgericlit hotte in Anlehnung an das vorerwähnte HFII-Urleil die llcirhsfhicht«teuerjiflicht bejaht' .Da ttöwohl der preutfiM-lie .Minister für Wissenschaft,. Kunst und Volksbildung wie ihm Ii d(t> Auswärtige Amt in hesomlcrrm Sdirci- I>cii da* Vorliegen' d«*n dcul-schen filtere»«!*, gerad« bei der Universität Istanbul im Uiiililick auf die nicht unerhebliche französische' Konkurrenz in dienern Falle bejaht hatten (was vom Finnnzg'crirht unhenrhtet ßrlilirheii war), kam der HFIf (Urteil min 25. 10. VJ'M — III A 3.ID/34) zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Verneinung der Heichsfluclitsteiier/ Es wird gemeldet: ■ Nach einer Pariser Meldung des DNIt aux Aix en Provence hat die dortige Anklogekammcr beschlossen, dem deutschen Auslicferungsantrag gegen Friedrich Schaic genannt Albert II o 11 c r (gemeint ist der ehemalige berliner Theaterdirektor Fritz flotter. Die Schriftltg.) wegen Vcrtraucnsmißbrauchs und betrügerischen Bankrotts stattzugeben. * - Die- „Nationalsozialistische Srhlcsischc Tageszeitung" in Breslau hatte, wie von uns berichtet, beanstandet, daß neben dem Bild des Führers im Anwaltszimmcr des Ohcrlandcsgcrichts in Breslau sich Bi 1 d e r d c r j üd i s eh c n Justizräte Hcilbcrg und Stcinitz, der .früheren Vorsitzenden der Anwaltskammcr, befänden. Wie das gleiche Blatt mitteilt, sind die beiden Porträts jetzt entfernt worden. « ■ Auf dem jüdischen Friedhof in Xanten wurden mehrere Grabdenkmäler umgelegt. Die Täter sind nicht bekannt. * ■ In London fand die Beisetzung des im 60. Lebensjahre verstorbenen Konororprofessors für indo-iranischc Philologie an der Universität Oiford, Dr. S eh e f t e 1 o wi t z, statt. Scheftelowitz war früher an der Kölner Universität tätig. * ■ Nach einer Meldung der Rhein NSZ-Front in Neustadt a. d. ffardt hat der Gauleiter der Pfalz eine Bekanntmachung erlassen, in der es heißt: „Nationalsozialisten! Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß wir nichts im Harn schwären luden de» Juden verloren haben. Und wenn Du mir sagst, daß Deine Frau die Einkaufe besorge, so ergibt »ich daraus, daß eben in Deinem- Hause kein iialionulsozMilislincbrn. Geist herrscht und Du selbst kein Munn bist, sondern ein lluiiswursl.*; * .* SJ Der rumänische König Carol II. hat, wie aus Jas'sv ■ gemeldet wird, der dortigen Jüdischen Gemeinde einen größeren Betrag "zur Unterstützung armer Juden zur Verfügung gestellt. *- ■ Infolge der neuen österreichischen Gewerbeordnung, die unter ouderem den Itatcnagenten das Aufsuchen der Kundschaft verbietet, sind über zehntausend jüdische Ilatenhändler und Itatcnagenten in Österreich brotlos gemacht. . Auf einer in Posen abgehaltenen Tagung des polnischen Tierschutzverbandc» wurde beschlossen, Schritte zu unternehmen, um «in ge »e t zl ic h e»' S chä ch t v er ho t in Polen herbeizuführen. S] Wie aus Jerusalem gemeldet" wird, wurden in das Cefängni» von Akko 120 illegal nach Palästina eingewandertcJuden eingeliefert, von denen 90 zu G e 14 n g - nisstrafen bis 15 Monaten mit nachfolgender Londcsverweisung verurteilt wurden. 30 Gefangene sollen noch abgeurteilt werden. cfitf f«^ Moabit,Xutmftr. 42 BEKANNT DURCH QUALITXTS -WAREN