Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 89 (14.11.1934)
- Date
- 1934-11-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ihnen Freude . . ., kulminierend kann hinzukommen, daß das Photo bchmeiehelt, das nScbste Mal bind sie dessenungeachtet genau so ablehnend. und legen ebenso wenig Wert darauf. E» gibt auch Persönlichkeiten» nie legen "Wert darauf, ganz offiziell legen sie Wert darauf. „Daß ich alt bin, wissen die Leser allein", sagen sie, „wenn da steht, Herr Soundso begeht die Feier seines 50. Geburtstages. Worauf es ankommt, das ist: die Leute müssen staunen, überrascht, überwältigt müssen sie sein:-" wie jung der aussieht. Fabelhaft! müssen sie ausrufen, verlieben müssen sie sich! Sonst hat das Ganze ja gar keinen Sinn. Glatze? Ich bitte Sic; das ist doch ganz uncharakteristisch für mich." Sie sehen, das ist alles nicht so einfach. Hat muri dann seine Bilder, allen Widerständen zum Trotz, endlich fertig, so kommt die große Prüfung beim Bilderredaktcur. Sie werden meine Zurückhaltung in diesem Punkt verstehen. Also: da .sieht der Mächtigste die ganzen Sachen durch, kneift ein Auge zu, kneift beide Augen zu und guckt durch die Nase, mißt, findet zu dunkel oder zu hell, zu affektiert im Ausdruck oder zu ausdruckslos, macht nach allen Regeln des Berufs madig und nimmt zum Schluß, . „weil nichts Besseres da ist". Furchtbar sind die Begegnungen mit Leuten, die man Photographie rl, aber nicht untergebracht hat. Wehe mir -.— ich meide sie, wo ich kann. Aber plötzlich sind sie arriviert, ich muß zu ihnen vorstoßen, sie sind sehr zurückhaltend, erinnern sich und ~woIlcu nicht vor die Linse. „Sic haben doch noch ein Bild aus dem Jahre 1920 von mir", na und so, bis sie dann doch so gut sind. Man wird daraus ersehen, daß das mit dem Beruf des Prcssephotograplien gar nicht so einfach ist. und daß die Berufsphotugraphiererci genau da anfängt, wo der Amateursport aufbort: nämlich bei der Kunst, überhaupt erst einmal zum Knipsen zu kommen. - Aber Freude machte du<*h. Genau wie am .ersten Tage, da ich als Stift (Stativkutscher begann. ms mm woef @pg Arnum Die Arzt-Praxis ift nicht veräußerbar — Reichsgericht Jchäfft Klarheit — Vergütung nicht verboten Die Frage, ob eine ärztliche Praxis wie ein 'Erwerbsgewhäft veräußerbar ist. oder' nicht, ist von großer Bedeutung für jeden Arzt. Bisher standen sich zwei Auffassungen entgegen, die dem Juristen die Beratung schwer und den Abschluß-von sogenannten . ~ Verkaufsvertragen für den Vcräußcrcr risikovoll machten. Nunmehr ist. durch ,eine Entscheidung der vereinigten Zivilsenate (I. 214.33)^ diese Frage entschieden worden. /Wie wichtig der Streitfall war, ergibt sich aus dem Umstand, daß selbst zwei Senate des Reichsgerichts hierüber verschiedener Auffassung waren, so daß sämtliche Zivilsenate des höchsten Gerichts Deutschlands zur. Entscheidung dieser Frage einberufen werden - mußten. Und damit ist endgültige Klarheit über' diese Frage geschaffen: Das Reichsgericht verkennt nicht, daß der Arzt seinen Beruf nicht nur der Wissenschaft halber, sondern auch zu Erwcrbszwecken ausübt. Ermacht aber einen Unterschied zwischen den gewöhnlichen Erwerbsgeschäften und der Arztpraxis. Während die gewöhnlichen Geschäfte nach der Verkehrsansrhauung und auch im Rechtssinne. weiterveräußert werden können, hält das " Reichsgericht dies im Hinblick auf das stark ausgeprägte " Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient für ausgeschlossen. Nach der Auffassung des Reichsgerichts endigt die Praxis mit dem Tode des Arztes. Sein Nachfolger muß sich erst das Vertrauen der Patienten erwerben, wenngleich das Reichsgericht nicht außer acht, läßt, daß der Ober nehm er einer solchen Praxis eine ihm günstige tatsächliche Lage dadurch vorfindet, daß <Üe Patienten des verstorbenen Arztes die Räume aufsuchen und auf diese Weise'mit dem neuen Arzt in Berührung kommen. Eine Fortsetzung des -Unternehmens findet aber nicht statt, da der neue Arzt nur bei Einsei/img eigner Tüchtigkeit ein nachhaltiges günstiges Ergebnis zu erzielen vermag. Dennoch ist wichtig, daß 'das Reichsgericht es nicht verbietet, daß der neue Arzt den Erben des Verstorbenen. eine Vergütung zahlt — zwur nicht-für den Erwerb der Praxis, sondern für dir Ausnutzung der für den neuen Arzt durch den Tod des „Vorgängers" geschaffene ihm günstige tatsächliche Lage. Das Reichsgericht will aber die Frage gründlich lösen. Es geht in seiner Entscheidung über den Rahmen des Falles hinaus und erörtert den Fall auch dahin, welche Grundsätze zur Anwendung gelangen müßten, falls es sich um einen Arzt handelt, der aus einem Orte wegzieht und die Praxis einem Kollegen übergibt. Das Reichsgericht hält auch hier die gleichen Grundsätze für gegeben. Nach seiner Ansicht ist eine derartige Praxis nicht veräußerbar, wohl aber kann von dem neuen Arzt etwas für die Ausnutzung der tatsächlich gegebenen Lage an den fortziehenden-. Arzt als Vergütung gezahlt werden. Das Reichsgericht kommt zu dem Ergebnis, daß eine Entscheidung im wesentlichen darauf beruht, daß sieh der Beruf des Arztes aus dem Rahmen reiner Erwerbstätigkeit heraushebt und dem einzelnen Berufsau gehörigen im höchsten Maße menschliches, Vertrauen zuteil werden läßt, das notwendigerweise ganz an seine Person gebunden ist. Seine Auffassung soll nicht nur den Belangen der Ärzteschaft, sondern auch dem Wohle der Allgemeinheit dienen, die der Ärzte bedarf. Von diesen Entscheidung*gründen des Reichsgerichts wird selbstverständlich nicht die standesreehtliche Frage berührt, zu der noch besonders Stellung genommen werden soll. M. Raffehygienifche Entmannungen Die erbbiologische Einstellung des nationalsozialistischen Staates hat ein Gesetz — es tragt das Datum des 24. November 1933 -— hervorgerufen, das die Bestimmungen enthält, nach denen bei der Unfmchtfaarniachung gefährlicher Sitth'chkeitsv erb reeller verfahren „ werden soll —'■ zur Sicherung der Allgemeinheit vor weiteren Sittlichkeitsverbrechen, zugleich aber auch zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Seitdem das Gesetz in Kraft ist, sind in dem staatlichen Krankenhaus beim Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit 111 Entmannungen (Kastrationen) durchgeführt worden. Wie Med.-Rat Professor Dr. Schlegel, leitender Arzt des Krankenhauses, im .»Ärzteblatt für Berlin" mitteilt, ist die in örtlicher Betäubung vollzogene Operation ohne jeden tödlichen Unglücksfall verlaufen," obwohl es sich um Männer zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr handelte. Der Eingriff nimmt bei vollendeter Technik etwa acht Minuten in Anspruch. Für den nächsten Monat sind bereits 20 Sträflinge vorgesehen, die zunächst einer genauen Voruntersuchung unterzogen K werden. Dazu gehört u. a.-cinc photographischc Aufnahme, eine sorgfältige Blutuntersuchung, die Messung des . Blutdruckes, die Prüfung der Intelligenz und des physischen Verhaltens; die Stimme wird in ihrer Klangfarbe und Tonhöhe in besonderen Fällen auf Wachsplatten festgehalten. Über die Auswirkungen der Kastration äußert sich Professor Schlegel bei der Kürze der Beobachtungszeit mit einer gewissen Zurückhaltung und selbstverständlich nur für die erste Phase, die der Beobachtung seitens des behandelnden Chirurgen unterliegt; sie reicht allerdings bis zu mehreren Monaten. Es sind keinerlei körperliche oder seelische Störungen aufgetreten; die vorhandene ..Sexualspannung" wurde auf der anderen Seite ,.bis zur völligen Ncutralisierung" durch den operativen Eingriff beeinflußt. . . . Die meisten Kastration»fälle stammen aus dem Obcrlandcsgerichtsbezirk Berlin; es folgen Kiel, Celle, Stettin, weiterhin Meseritz und Schneidernühl. Auffallcnderweise erscheint gerade die Wasserkante und ihr Hinterland reichlich von Sktlichkeits- *"«rbrechern durchsetzt. Es wäre interessant zu erfahren, ob und wie -viele Juden sich unter de» operierten Verbrechern Itcfunden haben. Mcdirus. Keine Differensierunff nach „Gnindraffen" Auf einer P flieh (Versammlung der Mitglieder und Anwärter des N. S. D.-Arztebundes in Königsberg teilte, wie das B. T. berichtet, der Reichs führcr der Kassen ärztlichen Vereinigung Dcutsch- - lands, Grate, mit, daß die Gesetzezum A u f h au der Reichsärztekamm.er noch vor Weihnachten erlassen werden dürften. Der Stellvertreter des Rcichsär/.leführcrs, Ministerialrat Dr. Bar- ' tela, betonte, daß zur Mitarbeit im Amt für Volksgcsundheit nur Arzte zugelassen „würden, die aus ihrem Innersten heraus, als väterliche Freunde ihrem verantwortungsvollen Beruf nachgehen. Der alte Typ des Hausarztes soll wieder erstehen. Der Arzt der Zukunft solle Erzieher. Lehrer und Priester sein. Eine Auswahl der .Ärzte nach .,Grundrossen'; (nordisch, ostisch usw.) solle es nicht 1 geben, sondern nur die Frage deutschstämmig oder fremd rassig. ■ ■ Der ärstliclie NacJncuchs Unter dem Vorsitz von Professor Dr. S e 1 i g m a n n fand eine Fach Besprechung des bei der Zentral wohlfahrtsstclle ~ der deutschen Juden gemeinsam mit der Reichsvertretung und dem Zentraleusechuß für Hilfe und Aufbau gebildeten Anstaltsausschusses statt, an der Vertreter -von elf Krankenanstalten aus allen Teilen des Reiches teilnahmen. Dabei wurde besondere Auf¬ Aufmerksamkeit den Fragen des Nachwuchses und der Ausbildung Wirklich moderne Inneneinrichtung HANS SCHNEIDER, UHLANDSTR. 165 zwischen Kurfurstcndamm und Lictzenburger Straße Wh mcficn dßcnncntenfcetßßt in Berlin und in der Provinz. Damen und Herren mit Beziehungen zu religiös-liberalen Kreisen finden lohnende Betätigung durch Übernahme der Vertretung unserer Zeitung. Zuschriften erbeten an Jädifche Allgemeine Zeitung Verlagaleitung Berlin W 15, Uhlandftr. ISS Bb 300000 Mark «rebeo vir Verfügung im Ankauf grösser«* und aMetetw c-ii. Markensammlungen Angabo«* erbeleo Philipp Kosach £ Co. / Berlin C, Burgslr. 13 fia&t&täÜQn Tanz-Kaffee Trianon W 30. Bayerischer Platz. 1 * lababer 5. BomsteiR Mitglied der lüdlscben Gemeinde . . Täglich nachmittags und abends Tanz Für Vereine, Hochzeiten, Geburtstage. Konfirmationen usw. stehen separate Räume zur Verfügung # Erstklassige Oesterreichische - Ungarische Küche __ zu ganz billigen Preisen Ü^HH TANZKAPELLE HANS GEERT Konditorei und Caie Dippe MoramsenstraBe 36 — J 6 Bleibtreu 0739 Vorzug!. Kuchenauswahl. Versand nach all. Stadlteilen. Zahlr. Zeitungen vorn. Conditorei-Coie Rani Wenisdi (früher M. Dobrin). am Spittel markt 15 erwartet Ihren Besuch Alles in bester Qualität A 6 Merkur 2085 Konditorei Leon gewidmet. Im Mittelpunkt der. Erörterungen «tand die Sorge um dca Nachwuchs an Ärzten und besonders für bestimmte Spezialfächer. Die Lage der Medizinalpraktikanten wurde als sehr ernst bezeichnet Um einen Ausgleich herbeizuühren, beschloß die Versammlung die Einrichtung eines Adicsöcnaustausehs für Bewerbungen und freie Medizinalprak- (ikontenstellen. Die finanzielle Lage der Krankenhäuser bildete einen weiteren flauptunpkt der Tagesordnung. Hilfswerk für jüdifche Tierärzte Zwecks Aufbaus eines wirtschaftlichen Hilfswerks werden die jüdischen Tierärzte gebeten, ihre Anschrift der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158, II Tr., bekanntzugeben. a. D. ftatt i. R. ■ v Der Reichsminister des Innern hat folgendes Sehreiben an die Landesregierungen gerichtet: „Ich habe bisher folgenden Standpunkt vertreten: Aus Paragraph .2 Abs. 2 des* Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (Entlassung wegen mangelnder Vorbildung oder Eignung, die sogenannte „Bestimmung gegen Partcibuchbcamtc". Schriftl.) ergibt sich zweifelsfrei der Wille des Gesetzgebers, dem aus dem Dienste entlassenen Beamten neben den vermögensrechtlichen Ansprüchen auch den Anspruch auf Weiterführung der Amtsbezeichnung und des Titels zu entziehen. Gleiches gilt auch in den Fällen des Paragraphen 2 a des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in der Fassung des Gesetzes vom . 20. Juli 1933' (Entlassung wegen kommunistischer Betätigung. Schriftl.). In Paragraph 4 des Berufsbcamlcngcsctzcs (Entlassung wegen der. früheren politischen Betätigung. Schriftl.) fehlt dagegen eine die Wciterführuhg der Amtsbezeichnung und des Titels untersagende Bestimmung. Da die nach Paragraph 4 entlassenen Beamten jedoch kein Ruhegeld, sondern eine Rente in Hübe von drei Vierteln des Ruhegeldes bc- - ziehen, wird der Zusatz zur Amtsbezeichnung nicht „i. 'R.", sondern nur .,a. D." lauten dürfen." . Hinzuzufügen wäre, daß die gemäß § 3 und § 6 des Gesetzes, zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit der gesetzlichen Pension in den Ruhestand versetzten Beamten zu ihrer Amtsbezeichnung den Zusatz i. .It. führen dürfen. . / 7 Söeh- ________I vieist. 6110 Kurfarstendamm 1S5 Säle 40-800 Personen fassend für Veranstaltungen jeder Art frei Caf<§ Uhlandeck KurfDrsts-ndamm 91 angtnahmBr AufanthaH — Konzertmusik! Tanzt Hermaun's Restaurant Unter. Aufsicht der KuctL-Kcmm. Inh.J.Hermann - W8, Jägerstr.18 Hula Fdi In grfiaen Zweig Im Hause der Scala, Lutherstr. Intemation. Spezialitäten-Küche Speisehaus Charlott seit 18 Jahren Charlottamstr. 31 HDndiloreiu.Caiesctilenhrjcti Angenehmer Aufenthalt - Bestes Eis Salzburgerstr. 10 . Konditorei Winkler NW Flensburßerstr. 5, Ecke Claudlusstr. 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