Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 84-85 (19.10.1934)
- Date
- 1934-10-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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sind die Haare ziemlich dünn.“ Darm hielt er ihm einen langen Vortrag darüber, dal! sieh eine Glatze l>ei langen Haaren einzuslellen pflege. Joachim sali den Mann nur schweigend an und schüttelte verneinend seine Künstlerinälme. Mürrisch'begann der Friseur nun mit der Rasur, indessen gab er die Hoffnung immer noch nicht auf: „Soll ich nicht wenigstens die Spitzen abschneiden — etwa einen halben Zoll?“ Joachim blie.b hartnäckig. Da rill dem Barbier die Geduld. „Schön,“ sagte er mit tiefster. Verachtung, „niir ist es egal, wenn Sie durchaus wie ein M u s i k e r-aussehen wollen.“ Allerlei aas Hamburg cßiicf au „3iicwcfi-fi&j:äfc Shilling“ Hamburg. Zu einer stark besuchten Veranstaltung hatten die neugegründete Ortsgrupjx: des R c i c h s v c r b a n d es des jüdischen Mittelstandes und der Jüdische H a nd werk ervje r e i n geladen. Der Vorsitzende der beiden Vereinigungen, Wilhelm Marcus, Berlin,'hielt ein großangelegtes Referat über die Aufgaben und die Tätigkeit des Zentralvcrbandes jüdischer Handwerker und des Reichs* verbandes des jüdischen Mittelstandes. Von seinen Ausführungen ist besonders erwähnenswert die eindringliche' Warnung, vor einer einseitigen Umschichtung in den landlandwirtschaftlichen und handwerklichen Beruf. Nur im Rahmen' einer, normalen Wirtschaftsentwicklung könne sich die Umschichtung vollziehen. Ausführlich schilderte er die unbedingte Notwendigkeit des Zusammenschlusses des jüdischen Mittelstands und begrüßte es, daß sich nun auch in Hamburg eine Ortsgruppe gegründet habe, nachdem in Berlin, Breslau und Hannover bereite mit besten Erfolgen gearbeitet werde. Ein von dem Maler Paul W. Heule geschaffenes Portrait des im. vorigen Jahre verstorbenen, verdienstreichen Heinrich L e v y, des Vorsitzenden des israelitischen Tempe*.- verbandes und Vorstandsmitgliedes der Hamburger Jüdischen Gemeinde, wurde im Sitzungszimmer des Tempels geweiht. Der Vorsitzende des Tempelverbandes, Daniel .Münden, hielt eine kurze Ansprache, in der er die drei Epochen der Entwicklung der Geschichte des Hamburger Tempels'mit drei Persönlichkeiten verband, die in der dauerrtch?! Erinnerung Aller bleiben werden: mit dem Leiter des Tempelverbandes, Josef. Schönfeld, in dessen Zeit sich die revolutionären Elemente im religiösen Liberalismus zur UuTie begaben, Joseph Lippmann, dem Leiter des Tcmpdlverbandes, unter dem die evolutionäre Bewegung einsetzte und der . Entwicklungitn letzten. Jahrzehnt, ln dem unter Heinrich Lcvy die organische Eingliederung des Tempels in das Gemeindeganze vor sich ging. Alle drei Bilder schmücken jetzt den Raum, in dem -weiter für die Tempelgcineinde gewirkt werden soll. Moritz Ezcchel, eine irn Hamburger Gemeindclebcn 'Wohlbekannte Persönlichkeit,' beging in geistiger Frische das 80jährige Lebensjubitäum. Er war bis vor wenigen Jahren Mitglied des Repräsentanfenkol/egiums; auch im Vorstand der Gemeinde, dem er eine Zeitlang angehörte, galt sein Wort und seine Tat. Seit beinahe 50 Jahren betätigt er sich an den höhen Feiertagen als Vorbeter an der Synagoge -des Israeli? tischen Waiseninstitutes. Stets hatte er‘für das musikalische Leben innerhalb der Gemeinde ein besonderes Interesse; so gehört er zu den Mitbegründern des Jüdischen Chorvereins. Mit rührender Fürsorge umgibt er die Insassen des Siechenheims. Der Deutsch-jüdische Kreis, der junge, jüdische Menschen deutschjüdischer Gesinnung umfaßt, denen das Judentum religiöse Aufgabe bedeutet, (die Älterengruppe des Bundes Deutschjüdischer Jugend, Hamburg) tritt mit einem außerordentlich wertvollen; und vielseitigen Arbeitsplan für das erste Wintersemester vor die jüdische, Öffentlichkeit. Gemeinsam mit der Franz Roscnzweig-Gedächtnisstiftung wird ihre Arbeit durch zwei Vorträge von Dr. Max Vpgel stein, Der Herr, Die Dame Elegante Maßschneiderei A. Berkowitz, joachlmsthalerstr. 38. j 1 Bismarck 7640 Berlin, über Esra und die Entstellung des Judentums eröffnet. Vorträge von Henry Chassel, dem Sekretär des Hilfsvereins der deutschen Juden über seine Arbeit, eine Vortragsreihe „Zur Ethik des Judentums“ von Frau Rabbiner Löwy, ein Vortrag von Senta Meyer „Probleme um Max Brod“ zeigen die Beschäftigung mit jüdischer Geschichte und Lehre, mit jüdischer Arbeit und den Gedanken jüdischer Persönlichkeiten. Daneben werden Abende „Recht im Alltag“, „Fragen der Zeit“, „Gang in die Gegenwart“, „Biologische Probleme der Zeit“ den Blick öffnen und offen halten für die Gegenwart und das Zeitcrlebcn. Das Hamburger jüdische Kabarett „Die rosenrote Brille“ erfreut sicli allgemeiner Beliebtheit.^ Dies bewies wieder der letzte Unterlialtungsabcnd, den diese junge Künsilergemeinschaft im Curioliaus veranstaltete. Den AnlalS. zu diesem Abend gab der Abschied von dem beliebten Albert Walter, der der Gründer dieser Gruppe und an das „Deutsche Theater“ in Straliburg engagiert ist. Das Zusammenwirken, die Gemeinschaftsarbeit dieser Gruppe jüdischer Künsletr, ihre wahrhaften Leistungen, machen es einem leicht, über einige Mängel, die sich hoffentlich mit der Zeit verlieren werden, gerne hinwegzusehen. Die „Franz Ro s e n z. w e i g-G e d ä c h t n i s-St i ftung“, die mit Unterstützung des Bildungsausschusses der Deutsch-Israelitischen Gemeinde arbeitet, hat soeben ihr Programm für das Wintersemester verschickt. Die Arbeitsgemeinschaften und Vorlesungen gliedern sich wie folgt: Hebräische Sprache (biblisches Hebräisch), Bibelkunde, Jüdische Geschichte und Literatur, Retigionspliilosoptiie, Pädagogik und Philosophie, Naturwissen, Allgemeine Geschichte, Kuiistbetraclitiing. Ein sehr reichhaltiges Programm also, das auch eine Fülle bekannter und bewährter Referenten bietet. Alles in allein: es ist festzustellen, daß auf jedem Ge-- biete jüdischer Arbeit, in künstlerischer wie' in geistiger Hinsicht, starke Aktivität entfaltet wird, die wir ganz besonders begrüßen. mcy. Neuwahlen in Hannover -Schlosserei Feyerabend, C 25 rfUIIUMCI CI Kl. Alexander«*. 16 Fordern Sie uncer- ___ .tflomnitAM» tnndlieh Kostenanschlag. Sämil. Repo- ——illCIII|#IIClCl roheren, Umbauten usw.xu bilL Preisen spräche eingerichtet werden. Auch die Einführung besonderer fottesdienstlicher Feiern ist beabsichtigt, für die nach den Tfahrungen der letzten Zeit am besten die Spätnachmittage von Sonntagen gewählt werden. Ein Auftrieb des religiösen Gedankens und Willens wird von der Tätigkeit der hiesigen Ortsgruppe mit' Bestimmtheit' erwartet. Dresden. Der seit Generationen mit dem hiesigen Kultuswesen aufs engste verbundene Oberkantor H o f s t e i n ist nach 43jährigem unermüdlichen Wirken nunmehr offiziell in den Ruhestand getreten; dies soll aber nicht ausschließen, daß man ihn, wie soeben zu den hohen Feiertagen, noch oft als Gast am altgewohnten Plätze oder bei sonstigen Anlässen begrüßt. Die Gemeinde gestaltete den Simchat Thora-Gottesdienst zu einer ergreifenden Ehrung des Scheidenden. Namens des Vorstands würdigte Rabbiner Prof. Winter das Wirken und die ganze, zu Herzen gehende Art dieses auch als Sänger und Komponist meisterlichen Vor-Beters und versicherte ihn der liebenden Dankbarkeit alt derer; die durch ihn Erbauung,- Weihe und Andacht beim Beten empfangen haben. — Der Wiederbeginn der Kunstabende bedeutete bereits einen in allgemeiner Begeisterung sich äußernden Höhepunkt. Mit Werken von Händel und Bach, Brahms und Beethoven sowie den Böhmen Suk, Dvorak, Smetana wurde von Simon Goldberg und Paul Aron nicht nur ein hochwertiges Konzertprogramm geboten, sondern aufs neue geistig und technisch die prachtvolle Beherrschung beider Instrumente durch die genannten Künstler erwiesen. Aron ist uns seit langem vertrant; - so war man besonders auf die Wiederbegegnung mit Goldberg gespannt, der, seit er hier in ganz jungen Jahren an einem ersten Pulte saß,.naturgemäß reifer geworden' ist. Eine Kraft voll von innen heraus strömender, musikantischer Kultur! Sowohl solistisch als im Zusammenspiel war der Abend - ein erlesener, höchste Anforderungen erfüllender Genuß. reb. Karlsruhe. Hans Wilhelm Steinberg vermittelte mit seinem Orchester eine musikalische Weihestunde allerersten Rangs. Neben der „Coriolan“-Ouvertüre von Beethoven brachte er in hervorragender Weise die Jupiter-Sinfonie von Mozart zu Gehör. Als Solistin bot Frau Alice Krieger-Isaac mit einem herrlichen Vortrag des G-Dur Konzertes von Beethoven Vollendetes. In ihr lebt der göttliche Funk, und sie hat die Fälligkeit, ihn auf ihre Zuhörer zu übertragen und alle in ihren Bann zu bringen. Reicher Beifall wurde den Künstlern zuteil, Ai K. Hannover. Der Regierungspräsident zu Hannover hat den Beschluß des Repräscntantenkollegiums vom 27. September 1934 über die Verlängerung der Wahldauer n i c h t genehmigt, weil der Durchführung dieses Beschlusses ein inzwischen ergangener allgemeiner Erlaß des Herrn Reichsmhiisters des Innernentgegenstellt. Die Neuwahlen für die Mitglieder des Repräsentantenkollegiums der Synagogengemeinde Hannover sind auf den 9. Dezember 1934 festgesetzt. Voraussichtlich wird es zu einer tatsächlichen Wald aber nicht kommen, da aussichtsreiche Bestrebungen im Gange sind, durch Aufstellung einer Einheitsliste eine Wahlhandlung unnötig zu machen. Das 1. Sportfest des Sportbundes - im RjF.. nahmeinen erfreulichen Verlauf. Den tntschcidungskämpfen des Nachmittags wohnten etwa 100U Personen als Zuschauer bei. im ■ganzen starteten 145 Wettkämpfer, 4 Fußballmannschaften und 8 4X100 m-Sfaffeln. im Drcikampf für-Damen errang Marga Nußbaum (BDJJ) den I. Preis, im Vicrkampf für Herren Kurt Israel (VTH im RjF), im Dreikampf für Jugendliche Bernd Blumenthal (VTH im RjF), im Dreikampf für Jugendliche unter 17 Jahren Gustcs Neuberg (SchwarzWeiß Hannover); im Laufüber 800 Meter mit 2.22,2 Bernd Blumenthal (VTH im RjF): im Lauf über 100 Meter für Herren (35—39 Jahre): Ernst Koopmann, Schwarz-Weiß Hannover mit 13,2; für Herren über 40 Jahre: Julius Frankenberg, Bielefeld mit 16,0 4X 100 m-Staffel für Damen: VTH im RjF mit 63,2; 4 X 100 m-Staffel für Herren: VTH im RjF mit 52 Sekunden, im Fußball-Blitzturnier siegte nach Verlängerung VTH iin RjF Hannover gegen Fürstenau mit 2: 1. Der Abend vereinigte Teilnehmer und Gäste bei geselligem .Beisammensein. S. ß. Wann? Wo? Die Frauengruppe des Liberalen Vereins für die -Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V., Charlottenburg 2, Bleibtreustraße 45, des Bezirks Wedät,n g-Rei nie kend 6 rf veranstaltet ihren ersten Abend in diesem Winterhalbjahr am Donnerstag, 2 5. Oktober, abends 8.30 Uhr, im. Restaurant zum Steinacker, Eing. .Seestraffe 44+ l (Ecke Müllerstr.). Rabb.-Kand. Brasch spricht über das Thema „Gestalten des JudentumsDer Prophet: Jeremias; der Theologe: Akiba ben Joseph; der Religionsphilosoph: Jehuda Halevi; der Politiker: Gabriel Riefier. .Gäste herzlich wilkommcn. Der Jüdische Kulturbund Rheifi-Rtthr veranstaltet folgende Aufführungen von Schnitzlers „Der'Einsame Weg": Dortmund: 22. Oktober, 20.30 UUr, im Kölnischen Hof, Kölnische Straße; Köln: 23. und 28. Oktober, 20.30 Uhr, im Weißen Saal der Bürgergesethchaft; Krefeld: 24.' Oktober, 20.30 Uhr, Theatersaal der Stadthalle; Essen : 25. Oktober, 20.30 Uhr, Kruppsaal des Städt. Saalbaues. Am 20. Oktober, 8'.30 Uhr *abends, veranstaltet die Selbsthilfegruppe jüdischer Kör per be hin derter in Deutschland, Ortsgruppe Berlin, im Logenhaus, Joachimsthaler Straße 13, einen bunten Abend. Ihre Mitwirkung haben zugesagt: Marion Koegel, Walter Steiner, Prof. Erich .Hopp, Gustav Stabinski, Danny Grün u. a. Eintritt frei. Am 24. Oktober, vorm, von 10—11 Uhr, beginnt in der Le.hr anst alt-f ür die Wissenschaft des Judentums Dr. Arnold Metzger einige Vorlesungen über das Thema: „Einführung in die philosophischen Probleme der Gegenwart- Aus anderen Gemeinden Dortmund. Die Vereinigung für das'religiös-liberale Judentum, Ortsgruppe Dortmund-begann unter ihrem neuen Vorsitzenden, Herrn Rabbiner Dr. Appel, ihre Wintertätigkeit. Dieser erste Abend war aus allen Kreisen der Gemeinde sehr gut besucht und wurde dadurch besonders interessant gestaltet, daß Frau Dr. Appel einen ausführlichen Bericht über die Londoner religiös-liberale Konferenz gab. Sie hat es verstanden, einen lebendigen Eindruck von dieser Tagung in den Zuhörern zu erwecken. Außer verschiedenen Vorträgen, die während des Winters gehalten 'werden, sollen auch Kurse über Lehren und Sitten des Judentums, die jüdische Geschichte- und die hebräische Gebets- Köpenicker Wäscherei Paul Ramlau Köpenick, Glienickcr Straße .37. — Telefon F 4 Köpenick 0142 Schonendste Bclund^ng, Niedrigste Preise. Abholung und Liefciung tugli-h Der „Lie de rk r a nz" e. V. Mannheim veranstaltet unter der musikalischen Leitung des Kapellmeisters Max Sinzheimer u. a. folgende Aufführungen. Psalmen für Soli, Chor und Orchester von Weckmann, Rosenmüller, Bacft, Schütz, Schubert und Lachner; „Licht und Volk", eine Lehrkantute zu Chanukkah von Hugo Adler (Text von Max Grünewald)-; ,Joseph and seine Brüder", Oratorium nach der Heiligen Schrift für Soli, Chor, Orchester und Orgel von G. F. Händel; 4 Orchesierkonzerte mit namhaften Solisten, 2 Rammcrnwsikabende, 4 Jugendkonzerte. ■ Empf. prima Fleisch, Wurst u. Geflügel zu bili. Tagespreisen Siegfr. 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