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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-10-19 · 84-85 (19.10.1934) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
84-85 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Der Verleger der Naturalisten $. Fischer gestorben Johannes THON, Halensee, Eisenzahnstr. 54 Auto-Reparatur-Werkstatt ^^^^^bschle£ge^ü^ajer^Cunde|^OTatls^ H 7 Wilmersdorf 0225 H 7 Wilmersdorf 7958 Tifl^jmdJUchtficnst Am vergangenen Montag ist in Berlin der Verleger S. Fischer im 75. Lebensjahr gestorben, Die Beisetzung hat gestern auf dem jüdischen Friedhof in WeiBensee stattgefunden. Seit nahezu 50 Jahren ist der Name S. Fischer nicht ratur unlösbar verknüpft. Am 15. Oktober 1886 hat er aus kleinsten Anfängen, dafür mit um so größerem Wagemut und literarischem Ehrgeiz den Grundstein zu dem stolzen Bau seines Lebenswerks gelegt, an dem die Namen Dostojewski, Tolstoi, Zola, Shaw, Ibsen, Björnson, Richard Dehmel, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Hermann Hesse, Hermann Stehr. Jakob Wassermann, Schnitzler, Hofmannsthal prangen. Am Geburtstag seines Verlages hat er nach schwerem Leiden sein Leben ausgehaucht. Als armer Junge war Samuel Fischer aus der ungarischen Heimat nach Berlin gekommen. In einem Ladengeschäft hatte er die Lehre durchgemacht und war dank seiner'überlegenen Intelligenz auf dem besten Wege, ein begüterter Sortimenter zu werden, als er . alle Sicherheiten beiseite ließ und mit dem Wagemut, der keineswegs Spekulation war und stets ein Kennzeichen seiner Persönlichkeit geblieben ist, den Verlag S. Fischer ins .Dasein rief. Die literarische Bewegung des Naturalismus, den er mit vorausschauendem Blick erkannte, und dem er den Weg in die Öffentlichkeit gebahnt hat, ist geschwunden. Trotzdem hielt er den -Dichtern seiner Jugend die Treue, ohne sich einer neuen Jugend zu verschließen. Man hat S. Fischer mit Recht einen schöpferischen Verleger genannt. Er befriedigte mit rer Herausgabe der. Gesamtwerke seiner Hauptautoren nicht nur seinen literarischen Ehrgeiz, er verband damit auch eine literarische Mission. Er'hatte nicht nur Verständnis für die materiellen Nöte und Bedürfnisse der Dichter, die er gefördert Hat, sondern auch für ihre menschlichen Schwächen. Er verlegte kein Werk lediglich um’ der Verdienstmöglichkeiten willen, er mußte stets von dem künstlerischen Wert im Innersten seines Herzens durchdrungen sein. Nicht alles, was S. Fischer in den Jahrzehnten seines Wirkens veröffentlicht hat, hat Ewigkeitswert. Aber das Bleibende ist noch immer groß genug, um ihm einen dauernden Platz in der Kultur geschichte und Literatur und in den Bibliotheken zu sichern. u. a. „Jetzt haben wir den güten Fischer reingeiegt“ Von Julius Elias Der vor ei/iigen Jahren verstorbene Ibsen-Obersetzer und Freund S. Fischers, Dr. Julius Elias, hat in ■ einem Almanach, der anläßlich des 40jährigen Bestehens des Verlages herauskam, folgende Erinnerung an S. Fischer und Ibsen veröffentlicht. Fischer war ein Sonntagskind, er hatte Glück im Leben: das-Glück, daß seine Berufung in die rechte Epoche gefallen war; daß er als Bundesgenossen die rechten Männer fand; unter keinem andern Stern -hätte er geboren werden dürfen. Die „Freie Bühne“ wurde gegründet, und die „Freie Bühne“ urteilung nicht ausreichend sind, könnte eine solche nur in .. ... . .... ... ... ., den anderen Punkten erfolgen. Es müßte dabei für die noch 'türif-S-^er eft Vnd uiiLrarl^h-en wPr°pa*!a2f IStei1 fjCht nicllt vorbestrafte Angeklagte auf eine Strafe unter eigentlich in den Sattel gehoben. Sein Name steht unter dem 6 Monaten erkannt werden. Da nun ersten Protokoll. Dei maximarum gentium vom; Hause Fischer: Schnitzler, Hofmannsthal und Thomas Mann oder Wassermann und Georg Kaiser oder Shaw, ihr werdet nicht viel einzuwenden haben, wenn man Ibsen und Hauptmann als die starken Grundsäulen des Pantheons bezeichnet. Mit beiden ist Fischer heraufgekommen: es waren die Geister, die er wie einen Kompaß neben, sich hatte, als er noch durch eine gärende Welt tasten mußte. Um Ibsen war der verlegerische Streit groß. Fischer hat den Ibsen-Gedanken organisiert. Er hat Ibsens Autorrecht geschützt, indem er, von „Hedda Gabler“ ab, eine Form konstruierte und durchsetzte die das skandinavische Werk als deutsches Geistesprodukt schützte. Der Weg war immerhin erst beschriften, nicht durchmessen . . k Ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen. Es war bei Gelfort in der Brüderstraße, nachts um die dreizehnte Stunde. Schlenther (der Theaterkritiker und spätere Burgtheaterdirektor) hatte bereits als üblichen Abschluß seinen doppelten Danziger Kurfürsten bestellt — da schlug ich, anknüpfend an ein vorangegangenes Gespräch, vor, den ganzen Ibsen zu „retten“. Ihn zu retten vor der Ausnutzung durch allerlei dubiose Verlagskapitäne, ihn zu retten vor dem papiemen Deutsch der Lange und Brausewetter, durch eine wirkliche Gesamtausgabe. Schlenther meinte, man werde uns für zwei Verrückte halten. Immerhin könnte man mit unserem Fischer darüber'reden. Und Fischer hielt diesen Sammlungsgedanken gar nicht für so verrückt; es reizte ihn, origineller und schneller zu sein als die Skandinavier selbst: denn Gyldendal (der Kopenhagener Verleger) dächte nicht im entferntesten an dergleichen; er druckte die Einzelausgaben in großen Auflagen von den alten Platten und verdiente viel Geld damit. Peter Nansen hat mir geschildert, wie ironisch man damals im Kopenhagener Hause die Botschaft aufgenommen habe, daß Wir päpstlicher sein wollten als derPapst. Also, unser Fischer bekam zunächst das lockende Grauen: Er glaubte und zweifelte zu gleicher Zeit, legte die berühmte Maskie der Unentschlossenheit vor, um hinter ihr Atem zu holen. Abiy innerlich war er gestärkt und machte wirklich unser Credo zu seinem Credo. Dennoch, es war eine Opfertat: von Henrik Ibsens Seite,- von Fischers Seite, von Schlenthers und meiner Seite. Ibsen hat frei bekannt, daß er. sich über die Verwegenheit der Herausgeber, über die Kühnheit des Verlegers sehr gewundert habe ... Schlenther und ich hatten in der Bülowstraße den Vertrag unterzeichnet. Als wir in den nebligen Abend hinaustraten, da sagte Schlenther aufatmend: „So, jetzt wollen wir zu Biere". Wir gingen schweigend, wie durch ein böses Gewissen bedrückt, lange nebeneinander einher. Endlich. Schlenther: „Nun, was denken Sie, mein Elias?“ — „Ich denke, was Sie denken, mein Schlenther.“ — „Nun, was denk’ ich denn?“ — „Sie denken: Jetzt haben wir den guten Fischer aber gründlich reingelegt.“ Und Schlenther feixte zustimmend. Wir waren so wenig von einem buchhändlerischen Erfolg überzeugt. _ die Wohltaten der Amnestie des Führers auch den jüdischen Staatsbürgern des Deutschen Reiches zugute kommen, wird das Verfahren gegen JL eingestellt, und es Werden die Kosten der Staatskasse . überbürdet. Ein Tag für die jüdische Frau. Kochen und Kunst Für die Tage der jüdischen Frau, die die Künstlerliilfe der jüdischen-Gemeinde unter Leitung von Lucy Gelber und ■Hans Schapira veranstaltet, hat sich schon ein gewisser Ritus herausgebildet: Künstlerische Darbietungen, emstündige Erholungs- und Besichtigungspause, Ausstellung. Die letzte galt dem' Heim und der Küche. Es wurde gekocht, gebraten, gebacken. Die Düfte von Schokolade und Vanille mischten sich mit denen von geschmorten Tomaten und verdunstenden Zwiebeln. Plaudereien am Kochherd waren m|t Bratengerüchen gewürzt. Die Haushaltungsschule der Jüdischen Gemeinde ließ von appetitlichen Schülerinnen ebensolche Milzschnittchen als Delikatesse servieren, eine Privatkochschule als Spezialität eine Sandwichtorte. Es gab auch Dinge zu sehen, die nicht nur dem Magen, sondern auch dem Auge wohltun: funkelndes Tafelsilber in modernen Linien, Kaffeeservice, Rauchgarnituren, modische Kleinigkeiten. Nicht zuletzt arbeiterleichternde Geräte und Apparate für die Hausfrau, von Else Ladendorf instruktiv'vorgeführt. Das’ künstlerische Programm fügte sich gut in den Rahmen ein: es war (gleichfalls) geschmackvoll. Von Egon Jacobsohn mit munterer Lebendigkeit eingeführt, ließ Hedi Haas in lockeren Chansons ihrem Temperament die Zügel schießen, scherzte Harry Hauptmann am Flügel, gab Josef Plaut Märchen von Andersen und Manfred Kyber sowie eigene dialektische Plautereien zum besten. Ein besonderer Genuß: Rita A 11 a s z, in schwarzem Samt, die das Publikum, unter dem sich auch einige Männer befanden, in die Höhen ihrer kultivierten Gesängskunst mitriß. Das von Berthold Goldschmidt schon gut ieinexeraerte Orchester - der Künstlerhilfe erfreute durch Meyerbeer und Offenbach' und begleitete, von Fritz Wallenberg dirigiert, schmiegsam die Gesänge von Rita Atlasz. Während der Teepause handhabte Meister Richard H i r s c h den Flügel. Ein anregender Nachmittag. et. 70 jähriges Bestehen des Bankhauses Gebrüder Arnhold In diesen Tagen feierte das Bankhaus Gebr. Arnhold, Dresden-Berlin, sein 70jähriges Bestehen. Das' in Privatbank- und deutschen Wirtschaftskreisen sehr angesehene Bankunternehmen hatte einen sehr großen Anteil am Aufschwung der sächsischen Wirtschaft. Im Züge der Banken- Konzentratiön in Berlin hat es späterhin das Schwergewicht seiner Tätigkeit nach der Reichshauptstadt verlegt. Gründer und Inhaber des Bankhauses hatten stets besonderes Interesse an jüdischen Dingen und waren im jüdisch-öffentlichen Leben tätig. ' Jadlowker singt in Berlin In den Nebenräumen der- Synagoge Levetzowstraße wird die werktägliche Abenduhr durch reges Treiben unterbrochen. Der Dirigent des Synagogenchors, Janot S. Roskin, bekannt als Komponist und Bearbeiter jüdischer Volksmusik, probt dort für die Aufführung von Haydn’s „Schöpfung“ mit dem Roskin’schen Kammerorchester und dem Roskin’schen Gemischten Chor. Das Konzert findet am Montag, 29. Oktober, im Beethovensaal statt. Roskin gibt seinen Mitarbeitern einige Minuten Pause und erzählt von der unermüdlichen Arbeit, mit der sein Chor und sein Orchester die Aufführung vorbereiten. „Wir bemühen uns, soweit es in unseren Kräften steht, eine bis ins Kleinste durchgearbeitete Aufführung zu bieten und werden deshalb auch nur ganz hervorragende Solisten von Ruf singen lassen. Die Tenorpartie hat Kammersänger Herrmann Jadlowker übernommen, der zum ersten Mal seit Jahren wieder in Berlin singen wird. ■ Die anderen Partien werden von Elsa Koch-Stabinski, Toni Türk, Herxmann Schey und Julius Peissachowitsc.h gesungen. Die Rezitative werden am Flügel von Dr. Fa.erber begleitet.“ Palästinabilder gesucht. Die Jüdische -Buch-Vereinigung bittet uns um Veröffentlichung, folgender Zeilen: Dr. Georg Landauer gibt im Rahmen der Publikationen der Jüdischen Buch-Vereinigung einen Paläslina-Bilderband heraus, der Anfang 1935 erscheinen wird. Dieser Band soll rieben Aufnahmen der bekanntesten Berufsphotographen auch eine ganze Reihe von Amateuraufnahmen enthalten. Alle Besucher Palästinas, die Aufnahmen von dort mitbrachten, Angehörige von Palästinensern, die Palästinabilder besitzen, Gesamthöhe von 2900 Mark gestellt haben, obwohl sie eine werden gebeten, unverzüglich die Bilder, die sie für geeignet wirkliche Angestellte im väterlichen Geschäft nicht gewesen sei. halten, einzusenderi r “*•*' : Angestellte im väterlichen Geschäft nicht gew Auf Grund der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt' gegen M. R. eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten. Die Strafkammer gelangte im Sinne der Ausführungen des Verteidigers zu folgendem Beschluß: Da'die Verdachtsgründe in einigen Punkten der Anklage für eine Ver- Pariserstraße 7. i an Jüdische Buch-Vereinigung, Berlin W 15, Die nächste Nummer der „IIZ“ erscheint wieder als Doppelnummer. am 26. 0 ktober- Aus dem Gemeindeparlament Auf Einladung des Vorsitzenden der , Versammlung, Rechtsauwalt Heinrich S t e r n, geht der Sitzung eine kurze Feier in der Laubhütte der Neuen Synagoge voraus. In einer Ansprache weist Herr Heinrich Stern auf die allgemeine religiöse Bedeutung der Laubhütte als des Symbols der Zeit des Überganges für die Juden und als Symbols des Friedens, denn sie umfasse alle Juden, und er gedenkt der Gemeindemitglieder, die heute im Ursprungsland der Laubhütte das Fest feiern. Herr Rechtsanwalt Klee spricht den Dank des Gemeindevorstands für die Veranstaltung dieser Feier aus. Zu Beginn der Sitzung widmet der Vorsitzende dem am 3. August plötzlich verstorbenen Mitglied der Versammsammlung Nathan Ackerhalt herzliche Worte des Gedenkens. Anschließend gibt er Kenntnis von einigen Eingängen, insbesondere von dem Dankschreiben des Herrn Oberst von Hindenburg für die Beileidsbezeugung anläßlich des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg. Die Organisation der Wirtschaftshilfe „Die Amnestie gilt auch für Juden“ Verfahren eingestellt Die „Bayerische Voikszeitung“, Nürnberg, berichtet: Vor : der Großen Strafkammer^ beim Landgericht Nürnberg-Fürth hatte sich die 34 Jahre alte led. Marie R. von Fürth wegen verschiedener Delikte zu verantworten. Sie wurde beschuldigt: 1. Sie soll sich aus dem Bücherbestand der väterlichen Buchhandlung Georg R. in Fürth eine Anzahl Bücher angeeignet haben, die überhaupt noch nicht Eigentum der Firma waren, da sie dieser von einer auswärtigen Firma unter Eigentumsvorbehalt geliefert und noch nicht bezahlt waren; 2. Nachdem . über den Nachlaß ihres im Juli 1933 verstorbenen Vaters der Konkurs verhängt worden war, soll sie zur Konkursmasse gehörige Bücher nach und nach beseitigt und teils ihrer in München wohnhaften Tante zur einstweiligen Aufbewahrung übersandt, teils einer guten Freundin in Nürnberg, die eine Barforderung von 700. Mark an die Konkursmasse'zu stellen hatte, als Sicherheit gegeben haben. 3. Soll M. R. -eine Forderung auf rückständiges Gehalt an die' Konkursmasse in verständigenausschüsse für allein notwendig. Antrag auf Statutenänderung Herr Rechtsanwalt Kozower begründet einen volksparteilichen Antrag auf Statutenänderung, die dem Gemeindevorstand im Verein mit den Fraktionsführern die Möglichkeit geben soll, anstelle derjenigen Kandidaten der verschiedenen Listen, die rein zahlenmäßig als nächste Bewerber in die Repräsentantenversammlung nachrücken würden, andere Persönlichkeiten in die Repräsentäntenversammlung zu schicken. Der Antrag wird einer Kommission, die aus den Herren Rechtsanwalt Holländer, Rechtsanwalt Kozower, Dr. Lesser, Marcus, Amtsgerichtsrat i. R. Michaelis, Stiebei und Landgerichtsrat Rau besteht, überwiesen, die gleichzeitig die Frage einer Verkleinerung der Repräsentantenversammlung prüfen soll, ferner die Fragen, in welcher. Weise die Listen ergänzt werden sollen, wenn sie erschöpft sind, und auf Antrag Rau, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn Fraktionen sich spalten. Neue Mitglieder des Gemeindevorstandes Anstelle des Mitgliedes des Gemeindevorstandes, Herrn Dr. Aron Sandler, der seinen Wohnsitz nach Palästina verlegt hat, wird — wie bereits mitgeteilt — vorbehaltlich der schriftlichen Mitteilung des Herrn Dr. Sandler, Herr Amtsgerichtsrat Kurt Tuchler zum 'Mitglied dieses Gremiums bei Anwesenheit von 38 Mitgliedern der Versammlung einstimmig gewählt. Ferner wird, da die Aufsichtsbehörde den in" Aussicht genommen, für die verschiedenen Abteilungen Nachtrag zum Gemeindestatut, durch welchen die Zahl der der Wirtschaftshilfe Sachverständigenbeiräte zu Vorstandsmitglieder von 11 auf 12 erhöht wird, genehmigt bilden. Herr Wovda geht sodann auf die Fragen der Berufshat, Herr Dr. Sally Hirsch zum Mitglied des Gemeinde- Rechtsanwalt Kozower (Vpt.) ersucht den Gemeindevorstand mit Rücksicht darauf, daß die letzte Sitzung am '2. Juli stattfand, um Bericht über wesentliche Ereignisse in dieser Zeit und die getroffenen Maßnahmen. Vom Tische des Gemeindevorstands antwortet Herr Wo yd a. Er begründet den Beschluß des Gemeindevorstands, die Schaffung eines Beirats der Wirtschaftshilfe auf ein Jahr zu vertagen; es sei notwendiger und zweckmäßiger, für die einzelnen Zweige der Wirtschaftshilfe beratende Ausschüsse einzusetzen. Daher ist Probesendung anfordern! '/2Pfd.feinstenSaldor- Kaffee und 50 g Ia Teemischung zusammen für RM. 2,— franko Haus. Ai Uwemteia. W 50, Schaperstr. 11, B 4 8785. Umschichtung und auf die Probleme ein, die sich aus der Verordnung über den Austausch von Arbeitsplätzen ergeben. Landgerichtsrat Rau (zion. Fraktion) betont, es werde ein Ausschuß für notwendig gehalten, der mit dem Dezernenten der Wirtschaftshilfe die Grundzüge der Arbeit, die Frage der Verteilung des Geldes bespreche, und Entscheidungen zu treffen vermag. Auch wichtige Beschlüsse in personeller Hinsicht können nicht im Dezematswege erledigt werden. Dem Sinne und dem Aufbau der Gemeindeverwaltung gemäß müsse ein größeres Gremium entscheiden. Herr Woyda wendet dagegen ein, daß ein Beirat für die Wirtschaftshilfe mit den von Landgerichtsrat Rau bezeichneten Funktionen schon deshalb überflüssig sei, weil die grundsätzliche Gestaltung der Arbeit der Wirtschaftshilfe und ihre finanziellen Leistungen nicht vom Dezernenten, sondern vom Gemeindevorstand bzw. dem Direktorium bestimmt werden. Auch in personellen Fragen treffe der Dezernent keine Entscheidung, da diese durch den hierfür zuständigen Personaldezernenten erfolgt. Die Liberale Fraktion (Dr. Fleischer) spricht sich im Sinne von Herrn Woyda aus und hält die Sachvorstandes einstimmig gewählt. Beamtenangelegenheiten Auf Antrag des Gemeindevorstandes wird beschlossen, sieben Beamte zum 31. 3. 1935 mit dem ihm zustimmenden Ruhegehalt in den Ruhestand zu'versetzen. ■ Die Repräsentantenversammlung tritt sodann einem Antrag des Gemeindevorstandes bei, aus den Kreisen der Angestelltenschaft einen kleinen Teil seit Jahren für die Gemeinde tätiger und besonders leistungsfähiger Angestellten io, das Beamtendienstverhältnis zu überführen, um an der Angestelltenschaft die Auf stiegsmöglichkeit und den damit verbundenen Anreiz für ihre Tätigkeit wie früher zu bewahren. Es werden elf Angestellte zu Beamten und einige Beamte in. höhere Gruppen befördert. Die Versammlung faßte sodann noch Beschlüsse über einige andere Beamtenangelegenheiten. Es wird eine Kommission eingesetzt, die von den Angestellten der Gemeinde einschließlich der Lehrer diejenigen Personen bezeichnen soll, die für eine Aufnahme in das Beamtenverhältnis geeignet sind. Herausgeber: Hanns Loewenstein, Berlin-Charlottenburg 4. Hauptschriftleiter tind verantwortl. für den gesamten redaktionellen Inhalt: Dr. Eugen TaJI5Lenba9m;, Berlin- Wilmersdorf; Leitung der Anzeigenabteilung und verantwortl. für den Inhalt der Anzeigen: Georg Mic,haelsohn,_ Berlin-Charlottenburg. — Redaktion und Göchaftsstelle: Berlin-Charlottenburg 4, Mommsenstraße 40; Fernruf: J 6 Bleibtreu Sammelnummer 1545. Bankverbindung: Kreditverein für Handel und Gewerbe e.G.m.b.H., Berlin N 24. Postscheckkonto: „Jüdisch-liberale Zeitung“ Berlin-227 64. DA. IX/34 5000. — Druck: Sonnendruckerei G.m.b.H. (Felix Wolf), Berlin-Charlottenburg 4, Weimarer Straße 18. — Bezugspreis:. Monatlich 1,35 RM. zuzügl. Bestellgeld. Abonnements werden bei allen Postanstalten angenommen. Anzeigen nach Tarif. 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