Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 61 (31.7.1934)
- Date
- 1934-07-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Übrigens , . . _ n_—.... Ein Mann von großem DCl* I en-LIUD. Verantwortungsgefühl und tiefem Wissen, der Schweizer Kritiker Korrodi, hat letzthin zu den Problemen des Pen-Clubs, der Vereinigung der Schriftsteller aller Länder, Stellung genommen. Er meint, daß es nicht recht sei, Männer wie Toller, Emil Ludwig usw. allein als Vertreter der deutschen Dichtung zu betrachten, die heute viel stärker durch die Namen Carossa, Emil Strauß und Wilhelm Schaefer gekennzeichnet würde. Die Kommentare zu dieser Äußerung bezogen sich im Wesentlichen auf das Problem des jüdischen Einflusses auf die deutsche Literatur, der hier als bedenklich und nicht charakteristisch für deutsches Wesen bezeichnet zu sein schien. .' Die Worte Korrodis sind schwerwiegend genug, um jeden, der sich mit diesen Dingen beschäftigt, zum Nachdenken anzuregen. Sicher sind Emil Ludwig, Toller und der Kreis derer, die heute mit ihnen so oft genannt werden, angesichts der heutigen geistigen Lage nicht maßgeblich für den Begriff, den man mit den Worten „deutsche Dichtung“ in Deutschland verbindet. Aber das ist in erster Linie eine Frage der Weltanschauung — und es ist charakteristisch, daß es bei der letzten Tagung des Pen-Clubs .wegen des italienischen Schriftstellers Benedette Croce, der Gegner des faschistischen Systems ist, zu lebhaften politischen Auseinandersetzungen kam —, trifft aber nicht den Kern des Problems. Es ist Hans Carossa, den Korrodi an erster Stelle als Repräsentanten der wahrhaft deutschen -Literatur bezeichnet, dessen letztes Buch „Führung und Geleit“ auch vielen deutschen Juden eine große Freude war, der in diesem Buch Zeugnis-davon ablegt, wie wenig mit diesem Namen die Verbindung zwischen den deutschen Juden und der deutschen Dichtung bereits bedeutet ist. Von drei Männern ist darin die Rede, die wesentlichen Einfluß auf sein Leben ausübten, mehr als viele andere und so wie eigentlich nur einer sonst, wie Rainer Maria Rilke. Der erste der drei ist der Halbjude Hugo von Hofmannsthal, der zweite und der dritte sind die Juden Alfred Mombert und Karl Wolfs.kehl. Daß Carossa einer der Großen im Gebiet des deutschen Geistes i9t, steht außer Zweifel; die aber, die das Bild des Mannes formen halfen, stehen wichtig und bedeutsam neben ihm. Und so sind mit diesem einen, der unbezweifelt deutsch ist, drei Männer jüdischen Bluts durch sein Bekenntnis, von ihnen vie.1 empfangen zu haben, zu Mitformern des deutschen Geistes gemacht worden, ohne daß es notwendig erscheint, ihre eigene Leistung zu werten. - Es ist nicht möglich wiederzugeben, was Carossa über Hofmannsthal, Wolfskehl und Mombert sagt, Seiten um Seiten wären damit zu füllen. Aber dies eine soll doch erwähnt werden, daß des Dichters einziger Begleiter im. Krieg Momberts „Der Denker“ war und daß dieses Buch „das bescheidene Unternehmen seiner Aufzeichnungen begleitete“" oder vielmehr, wie Carossa fortfährt-zu berichten, „er ihm folgte so wie ein Fußwanderer dem Zug einer großen tiefdurchleuchteten Wolke eine Weile -nachgeht“. Und wer die herrlichen Kriegstagebücher Carossas kennt, weiß, was das bedeutet. _ Wir müssen wissen, was hier und draußen geschieht, wir sollen die Dinge,'die Juden angehen, uns klarmachen. Aber dennoch und vielleicht gerade darum ist es sicher, daß die Frage des Pen-Clubs mit dem Problem der Juden in der deutschen Dichtung nur sehr wenig zu tun hat. ' Jakob. Fritz Reuters literarische" Modelle „Dir, dem luden“ Die Kenner der Werke Fritz Reuters werden sich der Gestalt des Dr. Michel in „De swarteb Pocken“ (aus Lauschen von Rimels) erinnern. Die wenigsten aber werden wissen, dall der große deutsche Volksdichter, dessen Todestag sich jetzt zum 60. Male jälirte, darin den ihm befreundeten jüdischen Saiiitätsrat Dr. Michael Marcus aus Anklam verewigt hat. Auch dem praktischen Arzt Dr. Michel Liebmann aus des Dichters Geburtsort Stavenhagen in Mecklenburg hat Reuter ein Denkmal gesetzt, und zwar im dritten Band seines Hauptwerks „Ut mine Stromtid“. ln Dr. Liebmann besaß Reuter in jener traurigen Periode seines Lebens, in der er von einer Festung in die andere geschleppt, vom eigenen Vater und den ehemaligen - Freunden aufgegeben, einen aufrichtigen und treuen Freund. Diese Treue Liebmanns belohnte der Dichter in seinem Werk, in dem er von dem Kinde des Freundes „de lütte Anna“ spricht, mit den Worten: „De Vader von de lütte Anna was cn Dokter, um eh Titel hadd hei gor nicHf; aever hei hadd wat Beteres. (etwas Besseres) hei hadd en Hart (Herz) -für de „Armautli (Armut).“ Dieses für die Armut schlagende Freundesherz glaubte der Dichter auszeichnen und erfreuen zu sollen, indem er im Jahre 1867 aus Eisenach eine Spende für das zu errichtende Krankenhaus in Stavenhagen mit einem sehr herzlichen und überaus schmeichelhaften Schreiben sandte: __ . „Wie ich aus den mecklenburgischen Zeitungen ersehen habe, habt Ihr Steinhäger (Einwohner Stavenhagens) einen lang ersehnten Wunsch meines verstorbenen Vaters, die Errichtung eines Krankenhauses, der Erfüllung nahegebracht, und da wollte ich doch auch gern mein Scherflein beisteuern. ... Mir ist nämlich die große Ehre geworden, daß mir die deutsche Nation durch das Komitee der Tiedge- Stiftung in Dresden^ einen Ehrenpreis von 100 Dukaten übermittelt hat. Und von dieser Summe habe ich für meine liebe Vaterstadt die einliegenden 250 Rthlr. preuß. Kour. zu dem . oben angeführten Zweck bestimmt, der Rest wird in ähnlicher Weise verwendet werden ... Nicht weil Du und Deines Schwiegersohns Name in dem betreffenden Zeitungsartikel genannt wurde, sondern weil ich seit fangen, langen Jahren Dein treues ehrenvolles Wirken in Deinem Berufe und Deine Liebe und Freundschaft für mich kenne, sende ich diese Gabe an Dich. Dir, dem Juden, der in trübster Zeit, in Not und Tod treu zu mir gestanden hat, verdanke ich viel mehr, als manchem Christenmenschen. Nun kommen sie, viele, ach, sehr viele! Es sind die bravsten Leute und aufrichtigsten Freunde darunter; aber damals, als es not tat, da hatte ich wirklich keinen, der mir so treu zur Seite stand, wie Du ..." Ein ganz anderes Verhältnis verband Reuter mit dem Begründer der Völkerpsychologie, dem ’unvergeßlichen Professor Moritz Lazarus. Für ihn hegte der „Stromtid“- Verfasser die tiefste Verehrung und las dessen Schriften mit besonderer Liebe, weil sie — wie er sagte — so menschlich geschrieben sind. Durch ein schmeichelhaftes Anerkennungsschreiben, das Lazarus aus Bern dem Dichter für die ersten Bände der „Stromtid“ gesandt, fühlte Reuter sich sehr geehrt und antwortete darauf am 25. Juli 1864 mit einem ausführlichen Briefe, in dem er dem Philosophen für das gespendete Lob freudfgst dankt, ihn zu einem persönlichen Sichkennenlemen nach Thüringen einlädt und ihm einen Gegenbesuch in Bern in Aussicht stellt. Lazarus folgte zwei Monate später der freundlichen Einladung, und die Freude war auf beiden Seiten groß. Zwei Tage verlebten die beiden Männer in angeregter Unterhaltung und nahmen, wie Lazarus diese Begegnung später in anmutiger Weise schildert, angesichts der Wartburg neiter-ernstbewegt voneinander Abschied. Dr. E. Finkei. Die „HZ“ empfiehlt Ihnen: 99 Wir deutschen Juden” Joachim Schoeps contra Joachim Prinz Es war vorauszusehen, daß das vielfach besprochene Buch von Rabbiner Dr. Prinz sehr bald den geharnischten Widerspruch einer anders gesinnten Jugend hervorrufen .würde. Die Gegenschrift unter dem Titel „Wir deutsch e n Juden“ ist soeben im Vortruppverlag erschienen, und ihr Verfasser ist der durch seine konservativ deutsche und konservativ jüdische Haltung bekannte Dr. phil. Hans Joachim Schoeps, Schon im Ton sind die beiden Kontrahenten grundverschieden. Während Dr. Prinz mit journalistischer Fähigkeit in seinem Buche kein Mittel literarischer Spannung unbenutzt läßt (oft auch auf Kosten objektiver Geschichtsereignisse), tritt Schoeps ah die Bewältigung seines Stoffes heran mit aller philologischen Prägnanz und Gewissenhaftigkeit (zuweilen auf Kosten der Volkstümlichkeit). Das literarische Aufsehen, das das Buch „Wir Juden“ gemacht hat, ist zum größten Teil auch zurOckzuführen auf das völlig Unrabbinische seines Gehaltes, so meint Schoeps. Hier begegne uns „nur nackte Lebensverherrlichung und Diesseitsbejahurig ohne Ausblick auf ein anderes besseres Wissen“. Schoeps vertauscht die' Rollen. Er wirft sich auf zum Bekenntnis theologischer Fundierung alles jüdischen Schicksals Und hält Joachim Prinz die Frage entgegen: „War unser Vater Abraham wirklich nur ein Beduinenfürst von großartiger List und Verschlagenheit, — war Moses wirklich nur eine geniale Führergestalt, die der Lebensbestimmung und dem Glückswillen seines Volkes den beredtesten Ausdruck verliehen hat?“ Die Antwort des Buches „Wir deutschen Juden“ will aufzeigen, daß ein imwägbares Mehr als völkischer Stolz und Heldenverehrung die- Geschichte des Judentums bestimmend durchströme: Die Würdigung Israels durch heilige Bundesschließung als ein heiliges Volk auf Weltzeit vor eine ewige Aufgabe gestellt worden zu sein. So stehe jüdische Existenz in der Bipolarität seiner Wurzeln. Pessach sei nicht zu denken ohne Schowuaus, d. h. die nationale Erlösung Israels sei nicht zu lösen von der Sinaiaufgabe seiner Religion. Das Judentum sei in echter und legitimer Weise aus der Wirklichkeit seiner Geschichte und seines Lebens heraus zum Mitglied der Weltvölker geworden; denn die Zerstreuung Israels unter die Völker sei eine gottgewollte. Im Leid, das es erlebe, in dem Ärgernis, das die Völker immer wieder an Israel nähmen, liege eine Sinnsetzung seiner Sendung. Der politische Zionismus sei aber darum eine so entscheidende Bedrohung, weil er die jüdische Aufgabe und das jüdische Schicksal verfälsche, indem er sich nach den Lebensgesetzen anderer Völker ausrichte. Aus solcher Erkenntnis kommt Joachim Schoeps zu der Beurteilung der Emanzipation der Juden im 19. Jahrhundert. Auch er verschließt nicht die Augen vor dem von Prinz gebrandmarkten „Randjudentum“. Nur rechnet er, von der Basis seiner Voraussetzung aus, auch den Zionismus zu dem peripheren, vom Wesen jüdischer Substanz abseitigen Assimilationsprozeß. So ergibt sich ihm die Frage nach dem Schicksal der Juden in Deutschland für Gegenwart und Zukunft. Schicksal ist Schickung und wird durch Schuld oder Sühne gefestet oder gelöst. Die Schuld des Judentums liege darin, daß es sein Wesen als Bundesvolk verleugnet habe; die Lösung in der Hoffnung „jenseits von Assimilation und Zionismus eine Haltung zu finden, die es gestattet, als Juden für Deutschland bereit -zu sein und zu bleiben“. Hierbei werde dem deutschen Juden eine klare Erkenntnis des Umbruchs notwendig sein, den der Nationalsozialismus, „als erste rassische Revolution der Weltgeschichte“ vollzogen habe. Dem Juden, dem kraft seines Wissens um den göttlichen Sinn der Weltgeschichte die Hoffnung auf die Zukunft niemals und durch nichts zu rauben sei, bleibe die Zuversicht seines Eingereihtwerdens, sofern er nur durch Haltung, Gesinnung, Leistung und Bewährung sich bereit halte. Die Aufgabe sei dringlich, der. heranwachsenden Jugend die Erkenntnis zu geben, daß sie ihre Lage „als jüdische Prüfung und als deutsche Aufgabe erkenne“. Wer die beiden Bücher von Prinz und Schoeps aufmerksam gelesen hat, dem wird unschwer zum Bewußtsein kommen, wie die beiden, so verschieden orientierten Essayisten aufs tiefste beeindruckt von den Gedankengängen des neuen Deutschland an das Problem des Judentums herantreten. Es ist wünschenswert, daß das Wechselgespräch nicht abreiße, sondern zur Klärung und Bewährung hinführe. Dr. Davin Schönberger, Aachen. „Heimweh nach Wien“ „Moses Mautner und sein Sohn“, hieß ein früherer Roman von Leopold H ich ler, hinter dessen Pseudonym sich - der Name Ehrlich verbirgt. „Hermann Mautner und seine Tochter“ könnte der Titel dieses (im Verlag R. Löwit, Wien-Leipzig, erschienenen) Buches sein. Diese beiden Menschen — der gläubige und ewig streitbare jüdische Familienvater und seine Tochter Berta, die die Gattin eines Brünner Gymnasialprofessors wird und am Heimweh nach ihrer Geburtsstadt Wien zerbricht — stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Schlichte, einfache warm empfindende Menschen, in einer bestimmten Schicht jüdischen Bürgertums der Vorkriegszeit wurzelnd. Mit allen ihren kleinen Schwächen und großen Vorzügen. Da ist der alte Moses Mautner, den seine lebenskluge Frau Sali nicht anders als Hermann nennt, da ihr der Name Moses zu grell klingt. Weitabgewandt, in die Bücher der Heiligen Schrift vergraben, ein: Nörgler, dem die Streitlust Lebenselement ist, aber ein Mensch mit einem blutvollen Herzen, ein Vertrauender, von unerschütterlicher Gläubigkeit erfüllt. Durch rastlose Arbeit hat er. es zu Geld gebracht. Aber er knausert. Die ihn betreuende Tochter Berta will, daß er sich einen neuen Rock machen soll, da er in dem alten nicht mehr herumlaufen kann. „Ich weiß nur“, seufzt er, ,;die Mutter hat immer gesagt, das ist ein wunderschöner Winterrock.“ Und auf die lächelnde Frage, wann das wohl gewesen sei, gibt er zur Antwort: „Wann sie das gesagt hat? Das kann sein — laß mich nachdenken — das kann sein 10 Jahr’, 12 Jahr’.“ Ergreifend weiß es der Autor zu schildern, wie der Alte sich nach dem Tode der Frau, mit der er 46 Jahre zusammengelebt hat, sich von seinen Kindern vernachlässigt fühlt, wie er auf seine kleinen Nörgeleien kein Echo mehr findet und sich in eine Tragik der Einsamkeit einspinnt. Da ist Berta, treue, gehorsame Tochter, voller Nachsicht für die Schwächen des alten Mannes, zielbewußt in der Gestaltung ihrer Ehe an der Seite eines farblosen Schulprofessors, stets auf familiären Frieden bedacht. Während Moses Mautner bei allen Schicksalsschlägen im frommen Glauben seiner Väter nur gestärkt wird, gehen seine Kinder den Weg der Assimilation. Aber wie Berta dann in ihrer Todesangst in Kindheitsgebräuche zurückflüchtet, wie sie in Gedanken die ersten Worte des Sch’ma formt und die folgenden vergessen hat, wie sie-hinüberdämmert im Gedanken an den Propheten Elia — das ist aus einer tiefen Kenntnis jüdischer Psyche heraus geschrieben. Hichler-Ehrlich ist kein Literat, der sich in die Verstiegenheit einer erdichteten Welt hineingrübelt. Er ist ein volkstümlicher Schriftsteller, der lächeln machen und rühren will, der Heiterkeit und Tragik lebenswahr nebeneinander setzt. Die Leser der „Jüdisch-liberalen Zeitung1! haben kürzlich ein Kapitel aus dem Roman kennen gelernt, in dem in die Verlobungs- und Festtagsstimmung hinein die drohenden Beilhiebe einer verhetzten Volksmenge dringen. So werden in diesem Buch jüdisches Familienleben und christliche Umwelt kontrastiert, das bunte Leben Wiens und die graue Atmosphäre der Kleinstadt, Regimentsmusik und synagogaler Gesang. So prallen auch in der Familie Mautner die Gegensätze aufeinander und schaffen eine Stimmung, in der sich der Leser behaglich fühlen kann. E. Ta. Zwei Bändchen Lyrik — und eine Komposition Das Gesicht des jüdischen Künstlers zeigt sich am unbefangensten in der Dichtung, und unter den Dichtungsarten am besten in der Lyrik. Auf zwei schmale Bändchen lyrischer Dichtungen sei hier hingewiesen. „Die Lieder des ewigen Brunnens“ nennt Fritz Rosenthal, der auch unter dam Namen Ben Chorin bekannte Münchener Autor, seine-im Verlag R. Löwit, Wien und Leipzig, erschienenen Verse. Ein Diener des Wortes und ein Deuter, holt er seine Impulse aus der biblischen Legende, aus dem Kreis der Propheten und der vielgestaltigen Problematik unserer Zeit. Ein Gottsucher, ein Wahrheitsfanatiker, ein gläubiger Mensch, dessen Gedichte weiteste Verbreitung verdienen. Ein Zeitprodukt: das rote Heft „Im Ve)rs gefangen“ von Hilde Marx-Peters. In Ermangelung eines Verlages hat sie ihre kleinen, von jungmädcherihafter Lebensfreude erfüllten lyrischen Bilder in hektographierter Schreibmaschinenschrift erscheinen lassen. Manches mehr, manches weniger geglückt. Eine Begabung, die sich noch sammeln muß. «. a. 9 Es ist ein rühmendes Zeichen von Pietät, wenn Kinder das Denkmal ihrer Eltern im Herzen tragen, und wenn sie das zu deren Lebzeit sichtbar zum Ausdruck bringen. Aus den vielen ungedruckten und zu den vielen gedruckten Werken von Altmeister Aron Friedmann haben 9eine Kinder die vori ihm-vertonten Worte von Emanuei Geibel „Das Gebet“ drucken lassen. Die Komposition, in mittlerer Stimmlage erfaßt und geschrieben, echt lyrisch und gut sangbar, * *st ein wertvolles Dokument gebetsinhaltlfcher Stimmungen. Die modulatorischen Anordnungen sind geschickt und überzeugend und tragen mitsamt dem obligaten Klavierpart ein durchaus originelles Gepräge. Das Lied ist im Selbstverlag des Komponisten, Berlin N 24, Krausnickstraß ei 13, erschienen. Hermann Ziwi.