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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-06-19 · 49 (19.6.1934) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
49 (19.6.1934)
Date
1934-06-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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intensiver gestaltet werden. AUe Handvverkslehrlinge und -gfchiHen sollen in den Verband eingegliedert werden. Auch soll durch Erfassung von freien . Lehr- und Gehilfenstellen , ein besserer Ausgleich des jüdischen Arbeitsmarktes innerhalb des Reiches bewirkt werden. Das wichtigste Ergebnis der Beratung stellt folgende Entschließung dar, in der die Forderung, dem Handwerker-Verband ein' stärkeres Bestimmungsrecht in allen das jüdische Handwerk betreffenden Fragen einzuräumen, zum Ausdruck kommt: „Die Reichsvertretung der deutschen Juden ist zu ersuchen, in Anbetracht des für die nächste Zukunft zu erwartenden außerordentlich starken Zustroms zum Handwerk, der den jüdischen Handwerkerstand in der allgemeinen Berufsstruktur zu einem hervorragenden Faktor macht, bei der Reichsvertretung ein Dezernat einzurichten, das ausschließlich dem Handwerk gewidmet ist. Dieses Dezernat ist dem Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands e. V. zu übertragen. Damit soll nicht allein die Bedeutung zum Ausdruck gebracht werden, die der jüdische Handwerkerstand innerhalb der deutschen Judenheit einnimmt, sondern auch jetzt schon sollen im Einvernehmen zwischen Reichsvertretung und Handwerkerstand'die Vorbereitungen für berufliche Einordnung getroffen werden. Nachdem die Berufsumschichtung älterer Menschen allmählich zu einem gewissen Abschluß kommt, können diese für das Schicksal des deutschen Judentums außerordentlich wichtigen Arbeiten sachverständig und damit allein erfolgreich nur von einem selbständigen Dezernat mit Liebe und Sorgfalt bearbeitet, werden.“ . Si'HC l Nach vermiedenem’Wahlkampf in Danzig C'ClDCCjl'c cR-c p <>ä J'c-11-l’ct v v l’c-1 v J* i iii t c| cßiizj an i.‘ .,ci 11 j.Ti-fiC-.-:af‘-C- .■ i 11111 .j ‘ ■ Danzig,-im Juni. In der letzten Sitzung der Repräsentanfen wurden die neugewählten Mitglieder der Versammlung eingeführt. Den weitgehenden Bemühungen der Liberalen ist es zu verdanken, daß diesmal ein Wahlkampf vermieden und eine Einigung zwischen den beiden Parteien, der liberalen und der Volkspartei,-erzielt wurde. Trotz schwerster Bedenken sahen sich die Liberalen zu einer Reihe von Konzessionen geneigt, nur' um den Gemeindefrieden zu erhalten. Man verzichtete auf die Majorität in der Repräsentantenversammlung, die sich jetzt aus sieben Liberalen, sieben Volksparteilern und einem Orthodoxen züsammensetzt. Allerdings bestand man auf einer liberalen Mehrheit im Vorstande (Vier Liberale gegen drei Zionisten). Aber auch hier gestand man der Volkspartei den stellvertretenden Vorsitzenden und außerdem die .Ernennung von zwei Vorstandsstellvertretern. Ferner wurde allseitig der Errichtung einer jüdischen Volksschule zugestimmt. ln der gleichen Sitzung fand auch die Beratung des H aus haltsplan es-jfür das Etatsjahr 1934/35 statt. Wer gemeint hatte, daß diesle Etatsberatung auf Grund des vorausgegangenen Wahlkompromisses einen friedlichen Verlauf nehmen würde, hatte sich getäuscht. Denn die Vertreter der Volkspartei, vor allem der volksparteiliche Finanzdezernent des neuen Vorstandes, Dr. Löwenherz, ergingen sich in Ausfällen und unberechtigten Vorwürfen gegen die Liberalen und ihre bisherige Verwaltungsarbeit und Finanzpolitik in der Gemeinde. Man hielt den Liberalen vor, daß die Schulden von Gld. 231 260.—, durch welche die Gemeinde sich im Laufe der Jahre belastet habe, auf ihr Konto zu buchen seien. Die Gereiztheit der Volksparteiler hat aber einen anderen I Brillanten - Ankauf! Perlen, Pfandscheine iTTi T.Tr'ir Uhren, konkurrenzlose Kassapreise JCa H TauenlzlensloS« 14« hodi ptr, (Stillerhaus). Telefon: 8 4 Bavaria 3Z71. Aach Verkauf Grund, der verdient, in aller Oeffentlichkeit dargelegt zu werden. Tatsächlich sind die erwähnten Gelder von früheren liberalen Gemeindevorständen aufgenommen worden, aber lediglich aus dem Verantwortungsbewußtsein der Gemeinde gegenüber, weil bei dem, stetigen Wachsen der Zahl der Gemeindemitglieder der Bau einer neuen Synagoge in Langfuhr notwendig wurde, und die liberale’Gemeindeverwaltung es als ihre vornehmste Aufgabe betrachtete, den religiösen Bedürfnissen ihrer Mitglieder Rechnung zu tragen. Der einzige Vorwurf, der den Liberalen gemacht werden könnte, so führte mit Recht der liberale Fraktionsführer Dr. KamnitVer aus, sei die mangelnde Prophetengabe, daß man nämlich nicht die heutige Wirtschaftsgestaltung voraussehen konnte. Er wies auch daraufhin, daß die Opposition der Volkspartei nur aus dem eigenen Schuldbewußtsein heraus erklärt werden könne, nämlich aus ‘der Tatsache, daß der jetzige Finanzdezernent, Dr. Löwenherz, früher als Opponent der schärfste Gegner jeder Steuererhöhung, heute selbst eine solche von 20 aut 25 “o vertreten müsse. Trotz der finanziellen Nöte der Gemeinde trat die Volkspartei für eine Neubelastung der Gemeindefinanzen ein, indem - sie die Einstellung eines Betrages für einen anzustellenden - orthodoxen Rabbiner forderte. Audi gegen diesen Antrag wandte sich der liberale Fraktionsführer mit der Begründung, daß die Verantwortung erfordere, die Gemeindefinanzeu heute nicht noch mehr zu belasten, zumal.das Amt des orthodoxen Rabbiners im Augenblick durch eine geeignete und zuverlässige Persönlichkeit in musterhafter Weise verwaltet werde. Dieser Standpunkt konnte von der liberalen Fraktion umso eher vertreten werden, als bekannt geworden war, daß selbst in den Reihen der Volksnartei sich starke Widerstände gegen eine Neubesetzung des Rawpostens geltend machten. Wenn dennoch die Vertreter der Volkspartei diese Angelegenheit zur Parteiforderung erhoben und von der Annahme dieses Antrages ihre Zustimmung zum gesamten Etat abhängig machten, so zeigt dieses Vorgehen deutlich, aut welcher Seite das größere Verantwortungsbewußtsein zu finden ist. - Auch in diesem Falle wurde der Gemeindefrieden wiederum durch -die Liberalen dadurch hergestellt, daß dem Antrag der Volkspartei durch zwei liberale Stimmen zur Annahme verholfen wurde, während sogar der Vertreter der Orthodoxie sich der Stimme enthielt. So wurde nacli einer bewegten Sitzung schließlich der Gemeindeetat, der in Einnahmen und. Ausgaben mit Gld. 1S7 00ü.— balanciert, angenommen. Bielefeld. Hier fand der dreißigste Gemeindetag des Verbaud^es der Syuagogen-Gemeinden Westfalens statt. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Katzenstein, Bielefeld, eröffnete den Gemeindetag. Aus dem Geschäftsbericht ging u. a. hervor, daß der Religionsunterricht in den leistungsschwachen Gemeinden trotz aller Schwierigkeiten aufrcchterhalfen werden konnte. Der geistigen Anregung. in den kleinen Gemeinden dienten Vorträge, die der Verband kostenlos veranstaltete. Als ein neues Tätigkeitsgebiet des Verbandes sei die Einrichtung der Wirtschaftshilfe für Westfalen zu erwähnen. Für Berufsumschichtung und Wirtschaftshilfe sind im ersten Jahre etwa RM. 14UQ0'— . ausgegeben worden. Die Darlehnskasse für die Provinz ist nach langen Vorarbeiten mit Hilfe von 10 Gemeinden zu Stande gekommen. Sodann hielt Herr Dr. Lilienthal, Berlin, seinen Vortrag über „Aufgaben und Tätigkeit der Reichsvertretung der Deutschen Juden.“ Hauptaufgabe der Reichsvertretung sei es dafür zu sorgen, daß die Juden in Deutschland eine Lebensmöglichkeit haben. Die Lösung der bedeutsamen wirtschaftlichen uml kulturellen Fragen erfordere die Zusammenfassung aller Kräfte. Das Parteimäßige und Weltanschauliche müsse, zurücktreten gegenüber dem Gemeinsamen, das Alle verbinde. Das deutsche Judentum bedürfe einer straffen Organisation. Bei der Aussprache wurde u. a. bekannt gegeben* daß in Alt-Schermbeck bei Dorsten i. W. ein Jugend- und Ferienheim des RjF. bc- . gründet worden sei. Es wurden ferner die Themen Wander-' Fürsorge, Schulfragen und' Bildung vori Lehrerbezirken behandelt. Allseitig wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die gefährdeten Lehrerstellen in den kleinen Gemeinden erhalten werden und daß alle beteiligten Gemeinden und Lehrer daran mitwirken sollten. Berliner öotfesbienffe Freitag, 22-. Juni: Lützow straße. 6.30 Uhr. int Anschluß ' an den Hauptgottesdienst Jugendfejer. Prinz/egentenstraße 7.15 Uhr. Alle übrigen Synagogen mit neuem Ritus 7 Uhr. Predigt Schmargendorf: Dr. Vogelstein. Ansprachen: Reue Synagoge: Dr, Sänger. Lindensiraße: Dr. Blumenthal. Lützowstraße: Dr. Salomonskj; Fasanenstraße: Dr. Wiener'. l.eveizoxvstraße: Dr. Prinz. ■ Friedenstempel: Dr. Warschauer. Prinzregentenstraße: Dr. Galliner. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162, 7.15 Uhr: Dr. Heimann. Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30, 7.30 Uhr: Dr. Hirschberg. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176, 7.30 Uhr: Graf. Uberate Synagoge Wedding-Reinickendorf, ÖY£- straße 44, 7.30 Uhr: Goetz. Jüdische Religionsgemieinde Charlottenburg, Schulstraße 7,7 1 ’hr. Jüdische Reformgemeinde, Logenhaus Joachimsthaler Straß*’ 13, 6.15 Uhr: Dr. Gottschalk. Sonnabend, 23. Juni: Hauptgottesdienst in allen Svnagogen mit neuem Ritus 10 Uhr. Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg 9.30 Uhr. Außerdem Frühgottesdienst 7.JO Uhr in den Synagogen: Undenstraße, Leietzowstraße, Prinzregentenstraße. Liberale Synagoge Norden: Dr. Heimann. Sonntag, 24. Juni: Jüdische Reformgemeinde, Johcmnissfraßt 16, 10.30 Uhr: Dr. Rosenthai. Leute Nachrichten Um die^Synaggöe in Gröbzig ln der ausländischen Presse, besonders in der „Neuen Züricher Zeitung4’ werden irreführende Meldungen über die Verhandlungen der Stadt* Gröb/ig (Anhalt) mit der dortigen Jüdischen Gemeinde wegen der Synagoge in Gröbzig; vci- __ breitet. Wie die Reichsvertretung der deutschen Juden hierzu mitteilt, sind die Verhaudiiuigen zwischen der Stadt und der Jüdischen .Kultusgemeinde, die übrigens nur noch aus zwei männlichen Mitgliedern besteht, noch im Gaiige". Die Ver- "* Handlungen sind zwar von der Stadt ausgegangeit, werden jedoch im beiderseitigen Einvernehmen geführt. Die schon seit langem nicht mehr benutzte Synagoge soll in den Besitz der £tadt übergeheii^dagegen soll der jüdische Friedhof auf ewige Zeit der Jüdischen Gemeinde,,in Gröbzig verbleiben. „ . Deutsche Studenten und jüdische Repetitoren linier dieser Überschrift teilt die „Fränkische Tageszcitung*‘j Nürnberg, mit, daß der Bund Nationalsozialistischer 'Deutscher Juristen darauf himveist, daß über die Maßcirviele Studenten ihr Wissen bei jüdischen Repetitoren holen. Das Blatt fügt hinzu: „Wir können die Ansicht des BNDJ aufs schärfste unterstreichen, daß es heute eines deutschen arischen Studenten unwürdig ist, jüdische Repetitoren und jüdische Lehrer zu besuchen. Wir glauben, daß dieser Hinweis genügt, daß manche Studenten ihr bisheriges Verhalten residieren, und es nicht nötig ist, Zwangsmaßnahmen anzudrohgt - oder zu empfehlen. Juden auf der englischen Ehrenliste London. Anläßlich des Geburtstages des Königs-Georg von England wurde eine" Reihe von Persönlichkeiten desöffentlichen Lebens.in England geehrt. Die Ehrenlistc enthaft auch jüdische Namen, darunter. Sir Hugo Hirst. Vorsitzender der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft,' der die Baronetswürdc erhielt. Hirsts Familie stamint aus Deutschland, er selbst wurde in München erzogen. Auch der Finanzmann Sir Julian C a h n erhielt die Baronetswürdc. BERLIN tfupleMewswecte JS&zuQsqueUea Damen* ii. Oarantl«rl «MtkL AuatOhruni itto Görig, str.22^iitaKaIseraIlee FtlM Damoa- und Warna - HaSach—Moral LTtWKrtSchneidermeister LützowstraSe 54 am Lfltzowplatz B1 Kurfürst 2943 Stoffe aus ersten Häusern. Modernisieren. Reparaturen, Büffeln. Annahme für chem. Reinigung Uhran - Reparaturen sachgemlfi und billigst . Paul Knlppel joachimsthaler Strafte 38, hochpart. 9Robe>6oIon Seutföe grau Dann! {tetfev Sljarfottcntmrg ea ofgitwfafc 7 iDonh CoUberg Hoden Ilten für feinste Maßarbeit z 5969, Clurlbg, VitrtjtraB« HO-lll Drogenhaus Rinke neu Blaanaahnatr. 49 Ecke Paulsbornerstrafie Tel. J 7 Hochmeister 1301 FeineDamen-Maßschneiderei M4nt«l — Klaldar— KoatOsn« Emil Seidemahl W 30, Goltzstr. 34 '_am Winterfetdtplatz Johann Seiter, Berlin W 62 Schillstr. 8, B 5 Barbar. 5229 Feine Herrenu. 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