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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-06-12 · 47 (12.6.1934) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
47 (12.6.1934)
Date
1934-06-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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14. Jahrgang Nummer 47 38öifdj-(ibeca(e äeilung Beilage - 12. Juni 1934 DAS JÜDISCHE HEIM liiiitiiiitjiiiiiiiiiiiJiiJtitiiijiiiiiiiiiitJiiitiijmiiiiiijiijtiiiitiiiiiiiimtiiiitHimiiiiinituimuiiimiiiiiiijimiiiiijiiititJiiKjiiitiiiiiiNmiiimiiiiaumtuuutiuiiutuitiituutuiuu iiiiiitmiiiiimiiiniiiimiiHiiiimimiiimiimmiuiiiumiiiimiuMuiwiuu Gespräch in der neuen Wohnung Von Eugen Tannenbaum Sie: Verschwender.! t£ r : Soli das eine Beleidigung oder ein Kompliment sein? Sie : Sie sollen nicht so viel Öeld aiisgeben1. In diesen Zeilen — die teuren Blumen! Er : Wachsen, sie nicht auch für uns? . . . Und dann: Sie werden ja wohl im nächsten Quartal nicht schon wieder umziehen wollen! Sie: Wollen? Bestimmt nicht. E r : Es geht also auch in zwei Zimmern. Sie: Tja, es gab mal eine Zeit, da glaubte man ohne die Einrichtung der geheiligten „Guten Stube'‘ nicht auskommen zu können. Er: Was voraussetzte, daß die anderen Räume — schlechte Stuben waren. ' Sie: Es gibt ja glücklicherweise keine schlechten. Stuben mehr. Er: Bis auf die schlechten Kinderstuben! . . . übrigens Kinder — wo ist denn der Gatte, ich hätte ihm auch gern meinen Glückwunsch zur neuen Wohnung ... Sie: Der „sitzt“ wieder mal. E r : Ach, richtig, heut ist ja Ausschußsifzung. S i e r Ja, heut ist Ausschußsitzung und morgen ist Repräsentantenversammlung und übermorgen ist etwas für Ferienheime ... .Er: Er kommt also vor lauter Sitzen nicht zur Ruhe! Aber Sie sollten sich freuen, daß er neben seinem aufreibenden Beruf noch die Spannkraft aufbringt, sich für die jüdische Gemeinschaft zu betätigen. Sie: Tu ich auch, aber ... E r : Wieso: aber? Sie: Ein Mann — das hängt vielleicht mit seiner Arbeitstradition zusammen — ein Mann kann mit viel weniger Anregungen auskommen als eine Frau. Er: Sie wollen doch damit nicht, andeuten, daß Sie sich langweilen? Sie: Jetzt werden Sie mir gleich sagen: Setzen Sie sich an Ihren schönen Bechstein-Flügel öder legen Sie eine Kipnis-Platte auf ... Er: . . . oder gehen Sie ins Kino nebenan — nein, das will ich eigentlich nicht sagen, meine Dame. Obwohl auch eine schöne Grammophön-Flatte einem über Manches hinweghelfen kann. Obwohl auch ein guter Film, mitunter sogar ein schlechter, eine leere Stunde ausfüllen kann. Ich habe mir schon dreimal Annabella in „La Bataille“ angesehen. Uncl das hat mich veranlaßt, mir den Roman von Claude Farrere wieder mal aus meiner Bibliothek hervorzuholen. Sie: Wenn. Sie jetzt noch sagen-: daß ich mehr lesen soll . . . E r : Sie sind doch, eine kluge Frau. Das zu sagen, lag •mir, offen gestanden, nicht so ganz fern. Haben Sie schon den neuen Wassermann gelesen? Er wird jetzt von der Jüdischen B u c h g e m e i n s c h a f t ausgeliefert! Sie : Ich habe vor vielen Jahren mal seine „Juden von Zirndorf“ gelesen. E r : Es ist ein weiter Weg von diesem Erstlingsroman Wassermanns — in dem übrigens schon die tragende Doppelmelodie Deutschtum-Judentum machtvoll angeschlagen ist — bis zu dem nachgelassenen Vermächtnis „Joseph Kerkliovens dritte Existenz“. Sie: Erzählen Sic doch mal! E r: Den Inhalt? Nein, meine Dame, den werde ich Ihnen nicht erzählen. Ich möchte Sie doch nicht davon abhalten, das Buch zu lesen. Im Gegenteil. Sie kennen doch den „Fall. Maurizius“? Von dem hat mal jemand gesagt, er sei bezwingend als Phantasiewerk, grandios als Gestaltenwerk, beispielhaft als Bauwerk, dokumentarisch als Zeitwerk. . Und dies gilt Wort für 'Wort auch von dem „Kerkhoven“, der uns als Seelenkünder schon im „Etzel Andergast“ nahegerückt ist. Hier ist er mehr. Hier ist er schon beinahe ein Prophet, ein Gattsucher, der alles, was in seinen Kreis tritt, in die Welt seines Glaubens hineinzwingt. Wenn er auch die beherrschende Zentralfigur des Romans ist, so ist doch jede der übrigen Gestalten von einer unheimlichen Plastik aus dem Material herausgemeißelt, aus dem rätselhaften Material, das man Leben nennt. ’ Sie: Es wundert mich, daß Sie heute die Sammlung zur Lektüre aufbringen können. Er: Gerade heute. Wenn Sie sichs recht überlegen, wieviel Zeit man gewonnen hat, die Sie und ich und zahllose andere früher für ihre sogenannte Bildung aufbringen zu müssen glaubten. . Sie brauchen nicht mehr,, wie früher, Theaterstücke anzusehen, die Sie schon am nächsten Morgen vergessen hatten. Sie brauchen keine .langweiligen Gesellschaften mehr mitzumachen. Das ist doch alles Zeitgewinn — Zeitgewinn für eine wertvollere Beschäftigung. Sie: Mit Büchern? Er: Wenn man nicht gerade die passenden Menschen aus dem Bücherschrank Holen kann — mit Büchern. Sicher. Mir tun alle guten Bücher leid, die, wie Tiere hinter Gittern, in den Schaufenstern gefangen sind und sich nach Umgang mit Menschen sehnen: Da sehen Sie jetzt in den jüdischen Buchhandlungen kleine bunt eingebundene Büchelchen, rof, gelb, blau, grün. Die gibt der Schocken-Verlag heraus. Volkstümlich gehaltene, gut ausgewählte Werke und Proben, aus den verschiedensten Gebieten jüdischen Wissens — kann Ihnen, gar nichts schaden, meine Dame! Da hat Leo Baeck mit seiner Abhandlung über „Die Pharisäer“ gezeigt, wie aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Religion zur bestimmenden Kraft wurde. Da können Sie ein Bild von dem jüdischen Geschichtsschreiber F I a v i u s J o s e p h u s gewinnen. - Sie: Eins von Liebermann wär’ mir, ehrlich gesagt, lieber. Und die Unterhaltung? . - Er: Wissen Sie, wer Aron B e r n s t e in war? Sie: Der — Dramatiker?' Er: Wo würde ich — er war ein geistiger Verwandter von dem Schwarzwalddichter Berthold Auerbach — oder kennen Sie auch nur — Auerbachs Keller?! Der Bernstein hat — also das müssen Sie lesen, diese entzückende Novelle „Vögeleder Magggi d“, mit ihrem jüdischen Kleinstadtleben und Kleinstadthumor. Wissen Sie, wie die wirkt? Wie eine verblaßte Photographie aus einem Familienalbum, die uns Lächeln und Rührung abgewinnt. Es ist, natürlich in weitestem Abstand, aber doch in einem gewissen Sinn das heitere weibliche Gegenstück zu einem vor kurzem erschienenen Roman von Schalom Asch. Der behandelt die Geschichte eines Judenjungen, der nichts anderes sein will als ein einfacher Dutzendjude und der doch gegen seinen Willen aut den ihm schicksalsmäßig bestimmten Weg gezwungen wird. Wie er durch seine reine Menschlichkeit und die Tiefe seines unerschütterlichen Glaubens aus ärmlichen Verhältnissen zum Führer seiner Gemeinde emporwächst, die zarte Jugeudgeschichte in dem Buch, die Beschreibung des Lebens und Sterbens dieses Wunderrabbi und Führers der „Psalmisten“ — das ist in feiner Mischung von Realistik und Visionärem so herrlich geschildert, daß dieser Roman trotz seiner 473 Seiten Sie nicht loslassen wird, bis — Ihr Gatte von seiner Sitzung nach Hause, kommt. Sie: Und wie heißt das Buch? Er: Ich denke, Sie sind in der heutigen Zeit eine Feindin der Lektüre? Aber ich habe Ihnen das Buch— wie sagt man so schön? — vorsorglich mitgebracht. Es heißt „Der Trost des Volkes“. Sie: Das kann man wirklich in der heutigen Zeit gebrauchen. Gutes und Schönes mit wenig Mitteln Ein Innenarchitekt erzählt Er hat viel zu tun und ist trotzdem über die Störung nicht böse, er ist eben einfach gut aufgelegt, sein Beruf macht ihm große Freude, und an Aufträgen mangelt es ihm auch nicht. „Die wirtschaftliche Lage scheint für Architekten also nicht schlecht zu sein.“ „Nein,“.-antwortet er, „es-gibt für uns allerhand zu tun. Sie dürfen nicht vergessen, daß zahlreiche jüdische Architekten aus Deutschland weggezogen sind, das wirkt sich natürlich für die Zurückgebliebenen günstig aus. Allerdings haben wir nicht mehr so viel große Aufträge, und der Innenarchitekt ist heute mehr Berater als frei schaffender Künstler. Unser größtes Arbeitsfeld ergibt sich aus den U m Zügen von großen und größten Wohnungen in kleinere bis zu Zvvei- und sogar Einzimmerwohnungen. Wenn auch unseren Ideen Was kann uns das jüdische Heim bieten? ' Von acht auf Das jüdische Leben spielt sich wieder mehr zwischen den eigenen vier Wänden ab. Theater und Konzerte werden sehr selten besucht, auch das Kino übt nicht mehr die alte Anziehungskraft aus. Viele Freunde sind weggezogen — mit einem Wort: man ist mehr zu Haus. Man besinnt sich wieder stark auf die eigene Familie und Verwandtschaft, die hier gebliebenen Freunde trifft man nach wie vor, allerdings nicht mehr in den bekannten Cafes und Restaurants, man sitzt lieber im vertrauten Kreise zu Hause, in seinem Heim, dessen persönliche, gleich gebliebene Atmosphäre unangenehme Erlebnisse des Tages und den harten Daseinskampf wenigstens für ein paar Stunden vergessen läßt. Die jüdische Hausfrau stellt sich um Vor zwanzig, dreißig Jahren ließen es sich die stolzen 6- bis 8-Zimmerwohnungen nicht träumen, einmal vor die Tatsache gestellt zu sein, ihre Möbelfülle in einer 3- und 2-Zimmerwohnung gruppieren zu müssen; ohne die praktische Erfahrung und das U m s t ei I u n gs ta I en t der jüdi.-' sehen Hausfrau wäre das auch einfach nicht möglich. Auf manches Althergebrachte, durchaus Übliclte, wie z. B. das ■Nur-Schlaf Zimmer, muß von vornherein ganz verzichtet werden. Die Betten lassen sich sehr leicht mit Hilfe _ eines Tischlers in Couches verwandeln, tagsüber. hat das ' Zimmer dann gemütlichen, wohnlichen Charakter, ohne daß nachts das traditionell gewohnte Bett entbehrt werden müßte. Verschiedene Dinge verschwinden aber ein für allemal — und das sind besonders die Fotos der Tanten und Großtanten, die chronologische Wachstumsentwicklung von Onkel Fritz und seiner ganzen Sippe. Daß Eltern- und Großeltern die Fahrt ins neue Heim mitmachen, ist doch selbstverständlich. Ein einziges, künstlerisch wertvolles Bild genügt, die neu und hell tapezierten Wände des Zimmers zu schmücken und den Anspruch auf den Ruf „guteingerichtet“ erheben zu lassen. Stellen Sie nicht zu viele Tische und Tischchen in Ihre Zimmer, dekorieren Sie das schöne alte Büfett nicht mit Ihrem Kristall, daß man das Zimmer mit einem Ausstellungsraum für Glaswaren verwechselt! Denken Sie in erster Linie an sich, daß das Abstauben Sie nicht zum Sklaven Ihrer Wohnung damals, als noefl Ist cs im Licht'auch immer licht und im Dunkel auch immer dunkel? Man ist versucht, das zu glauben, es stimmt aber nicht genau. Licht kann schmerzhaft sein und Dunkel weh tun — wenn man dabei auch nicht, an das Scherzwort denkt: „Im Dunkeln ist gut munkeln.“ Die Ueberfülle von elektrischem Licht, das die Häuser und die Wohnungen der Menschen durchflutet, hat die Bewohner nicht glücklicher, nicht fröhlicher, nicht zufriedenergemacht.. Was die hundertkerzigen Glühlampen beleuchten, das ist-oft nur ein Schimmer, der erlischt, wenn der Schalter der Ne'rvenaufpeilschung abgedreht ist — die glänzende Kulisse des Feenschlosses wird zu einem verstaubten glanz- und Vorschlägen scharfe Grenzen in finanzieller Hinsicht gezogen smd, so gibt es gerade Befriedigung, mit wenig M 111 e.ln etwas Gutes zu schaffen. Und das Re-- sultat versöhnt manchen Auftraggeber, der eigentlich unfreiwillig seiner „'herrschaftlichen“ Wolmtmg Lebewohl gesagt hat, mit seinem neuen in der Anzahl der Räume viel beschränkteren Heim. - Ein weiteres Tätigkeitsfeld finden wir bei den vielen Auktionen. Hier verbringen wir oft viele Tage, um das Richtige für unsere Auftraggeber zu'finden 11111! möglichst preiswert zu ersteigern. Unser Ideal ist cs natürlich, nach eigenen Entwürfen arbeiten zu können: Erst nach Lust mul Eingebung das Schaubild eines Zimmers zu utgiarcllicrcii, dann den Techniker Stühle, Tische und Couches 'zeichnen' zu lassen, diese Entwürfe wieder durchziikorrigiereu und dann die Möbel in eigener Werkstatt aiis/iifüluciE Und weiter, die Farbe der Tapete, Decke und der'Wände zu bestimmen, Gardinen, und Beleuchtungskörper ausziisuehen." „Finden sich unter Ihren Auftraggebern auch brauchbare Mitarbeiter?“, „Nicht immer sind die Wünsche des Auftraggebers ohne weiteres mit dem künstlerischen Gewissen des Architekten zu vereinigen, aber im gemeinsamen. Plaudern wird schließlich stets ein beide Teile befriedigendes Ergebnis gefunden, zumal die Juden im, allgemeinen Menschen von gutem künstlerischen Verständnis sind. Teils huldigen die Auftraggeber neuzeitlichem Geschmack, teils inklinieren sie für einen historischen Stil, vor allem, wenn sie viel gereist sind -und viel Kunst, gesehen haben. Eine sehr willkommene Hilfe-ist dem Architekten bei der Ausführung seiner Arbeit — die jüdische Frau. Der männliche Auftraggeber hat durch seinen Beruf meist keine Zeit, sich der Wohnungseinrichtung, zu widmen; und wohl auch nicht die Ausdauer einer Frau, z. B. nach einem bestimmten Chintzmuster alle Läden der Stadt zu durchsuchen. Auch wenn der Architekt seine Arbeit in einer . Wohnung längst, heendet hat,' muß die Frau noch Proben_ ihres vorhandenen oder nicht vorhandenen iimerarchitekto-—- nischcn Gefühls ablegcn. Die Auswahl des Blumenschmuckes, das Ausstichen der dazu passenden Vasen, das richtige Hängen der Bilder mul viele andere Kleinigkeiten können ihr Verständnis für Wotmuugskunst bezeugen.“ S.. drei Zimmer machen kann, denken Siedaran, daß Sie Platz haben sollen, sich in Ihrer Häuslichkeit ungehemmt zu bewegen. Ein Zimmer muß Raum für seine Bewohner bieten und darf nur der Rahmen sein für die Menschen, die in ihm leben. Die jüdische Frau hat sich in geschmacklichen Dingen immer als begabt erwiesen, und wenn praktisches. Disponieren noch diese natürliche Veranlagung ergänzt, so wird die Umstellung von acht auf Urei Zimmer für ihre Familie kein unlösbares und auch kein schlecht gelöstes Problem sein. .Ersatz für die ferienreise Die kostspielige sommerliche Ferienreise muß in diesem Jahr wegfallen, aber damit ist keineswegs, der völlige Verzicht auf Sonne und Luff verbunden. Stellen Sie auf Ihren Balkan zwei Korbsessel mit bunter- Kisseiigärnitur, eine kleine Stehlampe — und das Sommcrabendidyll ist fertig und ein vollwertiger Ersatz für manchen auf ungemütlichen und unpersönlichen Hotellerrassen verbrachten Abend. Ein bischen Hausmusik — . Und daß man abends nicht mehr so viel altsgehl, ist schließlich kein Nachteil. Der Bücherschrank erlebt die Renaissance des Ocfesemverdens, und die Klavier spielend-' Tochter wird nicht mehr wie in den letzten Jahren spöttisch abgelehnt. Man kann auch außerhalb eines Konzertsaales Musik hören, und Hausmusik war schon zu allen Zeilen eine sehr gepflegte und geschätzte Kunst. Nicht nur am Freitagabend sitzt die Familie vollzählig versammelt um den festlich gedeckten Tisch. Die Eltern sind wieder mehr denn je in den Mittelpunkt der Familie gerückt, lind ihre Gabe-ist es, die Jugend ans Haus zu fesseln. Man spricht nicht nur von den Tagesereignissen, der Politik und den Sorgen des Alltags, aber die Kinder erfahren trotzdem, daß auch die Eltern und Großeltern mancherlei Entbehrungen in ihren Jugendjahreii durchgemacht haben, aber auch, daß. aus den schlechtesten Zeiten für Willensstärke und arbeitsfreudige Menschen immer wieder ein Weg in hoffnungsvolle Zukunft führt. , , . Iteuzcn brannten ■lösen ■ Leinenlappen, wenn'das Rampenlicht nicht mehr seine trügerische Wirksamkeit entfaltet. ' Es gab eine Zeit, in der man keine strahlende Deckenbeleuchtung kannte; keine Lampen, die mit der Sonne wetteifern wollen, keine Salons, in denen es auch in der Nacht taghell sein sollte. Die Technik, die vielgerülimle Technik, sie war damals noch nicht so weit. Man begnügte-sich mit Kerzen, deren Schimmer weich ist, wie ein Lied von-Schubert oder eine Sonate von Mozart. " . Damals, als noch die Kerzen brannten, da konnte man noch geruhsam sein, geruhsam plaudern, geruhsam denken und leben. Besonders die Juden -konnten das- Sie hatten ihr Heim, ihre Familie, ihre Verwandtschaft und Freundschaft

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