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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-06-05 · 45 (5.6.1934) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
45 (5.6.1934)
Date
1934-06-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Was ist uns Von Rabbiner Im Anschluß an den von uns,in Nr. 42 der „J.-l. Z." veröffentlichten Aufsatz „Was ist der Talmud“ sendet uns der Leipziger Gemeinderabbiner Gustav Cohn den nachstehenden Beitrag, den wir um so lieber veröffentlichen, als er darin die Stellungnahme des religiös-liberalen Juden zu dem Born jüdischen Geistes charakterisiert. Die Fragestellung, die den Ausführungen über den Talmud (in Nr. 42 der „Jüdisch-liberalen Zeitung“) zugrunde lag, sollte erweitert werden: Was ist uns der Talmud? Denn damit würde zugleich zu untersuchen sein: was kann bzw. soll uns liberalen Juden der Talmud sein. Wir gehen um ein Erhebliches weiter, als in den Forderungen des Verfassers jener Ausführungen geschah: nicht nur „müßte man eigent- 11 c h“, sondern auch der liberale Jude m u ß , und nicht nur „etwas“, sondern viel, sehr viel vom Talmud wissen. Es ist von dem Weizen und dem Gold, die im Talmud neben der Spreu und der Schlacke enthalten sind, nur andeutungsweise gesprochen worden, und wir fürchten, daß die Darstellung der Art der Entstehung des Talmud aus Diskussionen von tausend Rednern, die sich über achthundert Jahre erstreckten, nicht gar sehr stark zur Vertiefung inden Talmud anreizen wird, um zu dem Weizen und dem Gold zu gelangen. Und doch glauben wir, daß die Verf lachung der .Schöpferkräfte im religiösen Liberalismus nicht zum wenigsten auf die völlige Vexnach lässigung des Talmud Studiums zurückgeht. Jüdische Lebensform Es war natürlich, daß eine freiere Stellung zur über-, lieferten Form zu einer Abkehr vom Talmud führen mußte. Jahrhunderte hindurch war dem Talmud dogmatischer Wert beigemessen worden. Man hatte sich mit ihm, oft buchstäblich, immer aber dem Sinne nach, jomam walaj’lah, Tag und Nacht, befaßt. Die Diskussionen der Gelehrten untereinander oder mit ihren Schülern hatte man fortzusetzen sich bemüht. Und hatte dies unter zwei Gesichtspunkten getan, die einem freieren religiösen Denken und Fühlen kaum, noch etwas bedeuten könnten, einem .äußerlichen und einem sachlichen. Man strebte danach, es an Scharfsinn den jüdischen Lehrern des Altertums gleichzutun; denn in den Diskussionen des Talmud' geht es darum, die Überlieferung von Formen jüdisch-religiösen Lebens zu klären, gegensätzliche oder abweichende Sätze über das, was der religiöse Jude als sein Religionsgesetz zu üben habe, durch kritische Vergleiche auf den ursprünglich wahren Sinn zurückzuführen und damit Zweifelsfragen der Kasuistik auszuschalten. Diese ungewöhnlich tiefschürfende Denkarbeit hat etwas Reizvolles an sich; wer diesen logischen Deduktionen folgt, kann es verstehen, daß die Juden, denen ein anderes Schulwerk als Cheder und Jeschiwah, mit Mischnah und Talmud als Lehrstoff,.nicht zur Verfügung stand, ihnen verfielen-und gleichzukommen trachteten. Und dies um so mehrmals ja der Talmud die Quel Ie-f ür die Kenntnis jener Übungen darstellte, die als so lebenswichtig galten, weil sie das Leben des Juden in all seinen Beziehungen regelten. Wer mit dem Talmud 'vertraut war, wußte, aut welche Gefahren möglicher Übertretung er zu achten hatte, welche Gesichtspunkte bei den einzelnen religiösen Riten zu beachten waren: er konnte seine jüdische Lebensform als ein Wissender..Teben. Aber in diesen Vorzügen lag auch der Keim für die gegensätzliche- Haltung dem Talmud gegenüber, die dann im IQ. Jahrhundert Platz griff. Man war dahin gekommen, den Talmud mit Scharfsinn um des Scharfsinns willen zu lernen, statt aus ihm den Geist des jüdischen Gesetzes zu erforschen. Und: man hatte im Talmud nur „gelernt“, um zu der genauesten Kenntnis der technischen Einzelheiten bei den Riten zu gelangen, und hatte gär zu gerne all das übergangen, was nicht unmittelbar diesem Ziele diente. So kam es, daß man ein ganz falsches Bild vom Talmud gewann: man kannte in’ ihm nur die Halacha,.die Teile, die sich mit dem Weg, mil der, auf Grund einer in bestimmte Formen geprägten Gesetzgebung, äußerlich sichtbaren Lebenshaltung befassen, während man die H a g g'a d a h , die die Begründung dieser Lebensführung aus dem Gemüte heraus oder die Wirkung dieser Lebensführung auf das Gemüt enthielt, außer acht ließ. Und so ist es nur zu begreiflich, daß das Interesse am Talmud gering wurde, daß er als Lehrziel nicht mehr fesselte. Man wünschte seine religiösen Impulse aus Quellen zu schöpfen, die geeignet schienen, das Fühlen,, die Gesinnung zu richten und zu führen; als eine solche Quelle kannte man den Talmud nicht. Dnr Talmud — die Quelle Es hat den Anschein, als ob der Abstand, der dadurch den religiös-liberalen Juden vom Talmud getrennt hat, heute wieder schmerzlich empfunden wird. Nicht etwa nur, weil die Angriffe auf den Talmud, dienie aufgehört haben, heute wieder mit gesteigerter Heftigkeit erfolgen, und. man gerne aus eigener Kenntnis zu ihnen Stellung nehmen möchte, weil man wissen möchte, was wahr daran ist.- Das Verlangen, um das Judentum "zu wissen, heute sichtlich im Wachsen, hat viele zu Schriften greifen lassen, die in die religiöse Gedankenwelt des Judentums hineinführen. Dabei mußte man die Entdeckung machen, daß sie alle in breiten Teilen auf den Talmud als Quelle zurückgreifen. Begnügt man sich nicht damit, die Abhandlungen zu lesen — 'und man sucht heute' in solchen Schriften mehr als die Gedankengänge der Autoren —, sondern blickt auch in das Verzeichnis der Quellen, auf denen die Arbeiten bauen, so begegnen wir immer und überall den Hinweisen auf den Talmud: der Talmud? Gustav Cohn ob man Baecks „Wesen des Judentums“ oder Lazarus’ „Ethik des Judentums“ oder irgend ein Werk aus dem Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums durcharbeitet, der innige Zusammenhang aller dieser Darstellungen mit dem Talmud wird immer deutlich. Und es wird damit deutlich, daß dieses Schrifttum — der Talmud ist mehr als ein Buch, ein Werk, stellt ein ganzes Schrifttum dar — denn doch keineswegs damit erschöpft wird, wenn man bei seiner Nennung nur an die jüdische Gesetzesform denkt,, die in ihm entwickelt wurde. Es zeigt sich, daß die so arg vernachlässigten haggadischen Teile im besonderen, aber auch die halachischen Stücke, bei einer Vertiefung nach neuzeitlicher Betrachtungsweise die ganze reiche Fülle von Erkenntnis jüdischer Geistesrichtung vermittelt, ohne die das Judentum auch vom Standpunkt heutiger Auffassungen aus gar nicht verstanden werden kann. Wie sollte es denn auch anders sein. Nur als gewordene und gewachsene Erscheinung darf das Judentum gesehen werden. Und da bedeutet der Tatmüd, wie immer man sich im einzelnen zu ihm stellen mag, diejenige Quelle, auf der alle weitere Entwicklung besteht. Wer sich etwa mit der deutschen Literatur vertraut machen will, kann sich nicht mit den Werken der Dichter des 19. oder 20. Jahrhunderts genug sein lassen, er muß dem gesamten Werdegang nachgehen und muß sich mit der Edda und dem Nibelungenlied und dem Waltarilied beschäftigen, weil sie als Ausgang wesentlich sind. Und in weit höherem Maß noch gilt das vom Talmud; er atmet ja den Geist, aus dem heraus das Judentum eines Jahrtausends die Bibel und ihre Lehre " verstanden lind gelebthat, der richtunggebend wurde für die Erfassung des Judentums, wie sie im religiösen Schrifttum weiterer dreizehn Jahrhunderte niedergelegt wurde. Die ewigen Wahrheiten der Bibel haben den Erscheinungsformen, die gewiß einen breiten Teil im Talmud einnehmen, ihren Sinn gegeben; sie sind immer das Wesenhafte geblieben vom Zeitpunkt ihrer Offenbarung bis in unsere Tage: im Talmud haben sie. eine Prägung gefunden, an der niemand vorübergehen kgnn, dem eine quellenmäßige Erkenntnis des Judentums . wertvoll und erstrebenswert ist. ' Ein paar Beispiele Neben solchen geschichtlichen Aufschlüssen kann aber im Talmud eine Menge von Erkenntnissen über die jüdische Sittenlehre geschöpft werden, die man nicht ohne Verwunderung dort, entdecken wird, an denen man meist acht- -los vorübergegangen ist, und die z. T. unserem heutigen jüdischen Leben wertvolle Kräfte wecken könnten. Ein Beispiel: eine ganze Reihe von Bestimmungen gründen sich auf den Begriff: „mipne darke schalom“, Um der Bewahrung des Friedens willen. Wie hoch das sittliche Gut des Friedens unter den Menschen gestellt werden soll, wird daraus ersichtlich, daß auf gewisse rechtliche oder moralische Forderungen verzichtet werden soll, um dem Frieden zu dienen. Oder: immer wieder begegnet die Förderung, daß man handeln solle „lischmah“, um der Sache willen, daß persönliche Beweggründe oder Rücksichten auf eine Partei ausgeschaltet werden müssen, wenn die Sache-gefördert werden soll. Oder: die Anschauung, daß man bei seinem Urteile über Menschen und ihre Handlungen den Grundsatz befolgen solle ,,1’kaf s’Chuth“, sich von Milde leiten lassen. Eine Welt von Oüte und Menschenfreundlichkeit und aufrichtiger Wahrhaftigkeit tritt in den Sagen und Legenden und Weisheitssprüchen und Fabeln und Parabeln, aber auch in den Berichten über das Leben der Lehrer entgegen, die durchaus nicht überaltert er-, scheinen, sondern so anziehend, so innig, so packend wirken, und jhre ganze Tiefe und Schönheit in ihrer talmudischcn Prägung zeigen, daß man unendlich viel Erhebung und Ansporn, Stärkung und Beglückung aus ihnen erfährt, und daß eine ganz machtvolle Steigerung jüdischen Wollens und jüdischer Vertiefung erzielt werden würde, wenn man zum Talmud, dem uralten und doch so ewig jungen Born jüdischen Geistes, wieder ein persönliches Verhältnis besäße. Doch wie kommen heutige Juden zum Talmud? Sie haben ja so häufig keine Kenntnis des Hebräischen oder doch so geringe, daß sie nicht im entferntesten hinreichen, um den Talmud zu lesen, und vor allem; die methodischen Schwierigkeiten zu überwinden, die-das Studium des Talmud bietet. Hier erwächst den geistig.-n Führern der Gemeinde eine Aufgabe, an die sie heute herangehen sollten. 'Ideal würde sicherlich bleiben, die Kenntnis des Hebräischen so zu fördern,' daß jeder Jude den Talmud in seiner Sprache lernen kann. Doch dürfte das erst für die Jüngeren verwirklicht werden können. Auch den Älteren muß ein positives Verhältnis zum Talmud vermittelt werden. Hier muß die heute vorhandene Talmudübersetzung herangezogen werden. Noch fehlt die Methode. Sie muß gesucht und wird gefunden werden. Wie den Kleinen die Geschichten aus der Bibel nahegebracht werden, i bevor sie sie in der heiligen Sprache lesen können, so müssen auch in systematischem Aufbau Stücke aus dem Talmud in der geläufigen Sprache behandelt werden, so daß Schritt für Schritt Methode und Stoff des Talmud dem Verständnis immer näher kommen. Mancher und viele werden dann die Neigung verspüren, auch zum alten Text schreiten zu können, und werden in der Freude an der Arbeit der Hemmungen Herr werden, die als ungeheuerlich erscheinen, solange nicht diese Freude geschaffen ist. Johannes THOH, Halensee, Eisenzahnslr. 45 Auto-Reparatur-Werfcstatt , H 7 WUmtndort 79S8 Abschleppen fflr unstre KMndenjgatU!__TgfcjMiJlMjiggrt_ Gegenwartsfragen jüdischer Jugendarbeit Persönlichkeit und Gemeinschaft .In der Vortragsreihe des Reichsausschusses jüdischer Jugend verbände über Gegenwartsfragen jüdischer Jugendarbeit war der zweite Abend dem Problem __ der Gemeinschaft gewidmet. Dr. Paul E p p s t e i n , der Vor- ' sitzende des Verbands der („neutralen“) Jüdischen Jugendyereme Deutschlands, behandelte in Seinem Referat die Gemeinschaftsformen jüdischer Jugendarbeit, insbesondere die drei Probleme: Freiwilligkeit oder -Erziehung, das Führerprinzip und die hündische Lebensform. . Nachdem ein Vertreter der Agudas Jisroel-Jugendorganisation die Disziplin der Versammlung durch ein seltsames Referatüber „Die jüdische Generationenfrage'* - auf eine h*rte Probe gestellt hatte, ergriff Heinz Kelle rmaiin als Vertreter des Bundes deutsch-jüdischer Jugend das Wort zu dem Thema „Persönlichkcits- und Gememschaftsbiidung“. In tempeiamentvoller Weise setzte sich Keltermann, mehrfach vom Beifall der Versammlung unterbrochen, mit dem Liberalismus auseinander.- Hatte der Liberalismus einst das große Verdienst, das Individuum als Menschen, unabhängig von seiner sozialen Stellung, entdeckt zu haben, so wurde er im Laufe der.Zeit zum Träger einer Verhängnis-“ vollen j Entwicklung. Das Individuum unserer Tage kannte keine soziale Verantwortlichkeit. So ging der Liberalismus nicht jn seinem Ideal, sondern an seinem Verrat an dem Ideal zu Grunde. Die historische Schuld des Judentums aber wurde es, daß Cs den Liberalismus, dem es einst seine gesetzliche Gleichstellung zu danken hatte, auch ÜLseiuer Verfallszeit begleitete. So wurden die Vorwürfe,die eigentlich das Bürgertum treffen mußten, gegen die Juden“erhoben. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß das künftige Judentum ein anderes Gesicht hat als das heutige. Es ist daher unsere Pflicht, uns von der Verfitichtung mit jenen Elementen zu lösen.' Unzeitgemässes Verhalten einzelner ist zu vermeiden, asoziale Elemente müssen aus der Oeffcntlichkeit zurückgezogen werden. Wir sehen, wie jenseits del jüdischen Grenze das gesamte deutsche Volk durch Organisationen erfaßt ist; sollte das" bei uns Juden nicht möglich sein? Denn nur eine feste Gemeinschaft ist in der Lage, solche Mängel zu beseitigen. — —— Der jüdische Bunddarf nicht Selbstzweck sein, er •muß eine Erziehungsgemeinschaft darstellen. Ucbcr eins muß man sich dabei im Klaren sein: Bildung und Weltanschauung sind nicht zu trennen. Gewiß ist es unter Umständen Pflicht. Einigkeit zu wahren. Daß sich die deutsch-jüdische Jugend dessen bewußt ist, beweist sie durch ihre Mitarbeit im Reichsausschuß. Aber: Neutralität ist keine Weltanschauung! Die Geschichte der letzten Jahre hat bewiesen, daß sich eine Bewegung nur durchsetzt, wenn sie ihren Totalitätsanspruch nach außen stellt. Weltanschauung . soll bedeuten, daß man sich der geschichtlichen Situation bewußt wird, um daraus seine geschichtliche Aufgabe zu erkennen. Vor zwei Möglichkeiten steht die jüdische Jugend in Deutschland: Fortführung der geschichtlichen Entwicklung, die die Juden.nach Deutschland geführt hat, oder ein Zurück zu dem Ausgangspunkt vor 2Ö00 Jahren. Die deutsch-jüdische Jugend ihat sich für das erste entschieden. Sie weiß: Die Entscheidung war nicht schwer, wohl aber wird es der Weg sein. Unser Leben setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Deutschtum und Judentum. Unsere jüdische Aufgabe besteht nun nicht nur in der Erhaltung der jüdischen Gemeinschaft, sondern auch darin,-durch das Wissen von den Quellen des Judentums und seiner Ge- schichte die Kraft zu finden, allen Widerständen gegenüber auszuharren... Nicht die Bildung der Persönlichkeit; sondern die Bildung der Gemeinschaft ist heute das Wesentliche. Dennoch kann natürlich keine Zeit auf Persönlichkeiten verzichten. Aber sic müssen sich der Gemeinschaft eingtledem. Die Persönlichkeitsbildung ist ein ungelöstes Problem. Willensmäßig . bilden kann sich die Persönlichkeit wohl nur selbst, aber auch nur dann, wenn man - es nicht erstrebt. An uns ist es, so schloß Kellermann unter stürmischem Beifall, den Boden für die Persönlichkeiten in der Gemeinschaft, zu bereiten. —mt— Berliner öoffesbienffe Freitag, 8. Juni: Prinzregentenstraße 7 Uhr: Dr: Swarsensky. Schmargendorf (Altersheim) 7 Uhr: Dr. Salomonskl. IMtzowstraße 6.30 Uhr. Jugendfeicr im Anschluß an den Hauptgottesdienst. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee '162, 7.15 Uhr: Dr. Hirschbirg.' Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30, 7.30 Uhr: Brasch. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176, 7.15 Uhr: Dr, Plotke. Liberale Synagoge Weslcnd, Kaiserdamm 78, 7.15 Uhf: Dr. Sänger. Uberate Synagoge Wedding-Reinickendorf, Scestr. 44, 7JO Uhr: Zimet. Jüdische Religionsgemeinde, Charlottenburg, Scluilstr. 7, 7 Uhr. Jüdische Reformgemeinde, Logenhaus Joichimsthaler Str. 13, 6J0 Uhr: Gedenkgottesdienst für Dr. Joseph Lehmann: Dr. Gotischalk. Alle übrigen Synagogen mit neuem Ritus 7 Uhr. Sonnabend, 9. Juni: Neue Synagoge: Dr. Blumentfial. Lindenstraße:- Dr. Warschauer. Lülzowsiraße: Dr. Wiener. Fasanenstraße:- Dr. Baeck. Lcvetzowstraße: Dr. Lewkouitz. Friedenstempel: ür. Prinz, tu alleii Synagagen 10 Uhr, Frühgottesdienst: Lindenstraße, Levetzowstraße, Prinzregentenstraße 7.30 Uhr. Liberale Synagoge Norden 10 Uhr:--Dr. Hirschberg. ■ Jüdische .Religionsgemeinde, Charlottenburg 9.30 Uhr: Predigt und Barmizwahfeier: Dr. Solomon. Nachmittags 3JO Uhr: Jugendgottesdienst. , Sonntag, 10. Juni:. Jüdische Reformgemeinde, JoJumnisstraße 16, 40.30 Uhr: Dr. Rosenthal. Wann? Wo? - Am 5. Juni hält die „Sclbsthilfegruppe jüdischer Körperbehinderter in Deutschland“ ihre - Monatsversammlung im Sitzungszimmer der Synagoge Münchener Straße 37 ab. Rabbiner Broch spricht über „Religiosität und Gesetz“. - Am 12. Juni, abends 8.15 Uhr, Hauskonzert zugunsten der Jüdischen Altershilfe Groß-Berlin E. V. im Hause von Georg Bertram, Bayerischer Platz 1. Oeorg Bertram spielt" die H-moll-Sonate von Chopin und den Carneval von Schumann. Wilhelm Guttmann singt Schubertlieder. Die jüdische Studentenseelsorge beabsichtigt, einen geistigen Mittelpunkt für die jüdischen Studenten Berlins zu schaffen. Sie lädt aus diesem Grunde zunächst zu einem Vortragsabend ein, an dem der Studentenrabbiner Dr.Jrtax Wiener sprechen wird. Biese Veranstaltung, zu der die jüdischen Studierenden aller Berliner Hochschulen eingeladen sind; wird Donnerstag, 14. Juni, 20.30 Uhr, im Vortragssaat der Synagoge Fasanenstr. 80 stattfinden. Am 25.' Juni wird das zuletzt in der Scala in Mailand aufgeführte Gottesdienstoratorium „Awodass Hakodesch“, für Baritonsolo, Chor und großes Orchester von Ernest Bloch von Alexander Weinbaum in der Neuen Synagoge, Oranienburger Straße, zu Gehör gebracht werden. Voran geht die-Aufführung der Freitagabendliturgie von Heinrich Schälit.

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