Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 39 (15.5.1934)
- Date
- 1934-05-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wird, die seihst die Schuldigen sind, ist ia zu bekannt, als dal! auf sie hingewiesen zu werden brauchte. Man erinnert sich noch der Leistung Kortners in der Titelrolle und der überragenden Darstellung des höhen Offiziers, der für Dreifuß eintrat. Das war Albert Basse r mann. Auch der jüdische Lustspielfilm darf in diesem - historischen Zusammenhang nicht vergessen werden: „Die Firma hufratet** und „Der Stolz der Firma‘r waren liebenswürdige Erscheinungen. Sie haben sogar eine gewisse film- *• historische. Bedeutung, insofern nämlich,’ als Emst Lubitsch, heyte vielleicht der bedeutendste Filmregisseur der Welt, in ihnen die Hauptrolle spielte. _ Wenn" gesagt wurde, daß unter den Regisseuren und Hauptdarstellern von Filmen in jüdischem Milieu auch Andersgläubige am künstlerischen Werke waren, so war es.selbstverständlich, daß sie sachverständige Berater für die rituellen Gebräuche zur Seite hatten. Daß die Hauptschöpfer zweier bedeutender Filme des letzten Jahres, die auch in Deutschland sensationelle künstlerische* und materielle Erfolge hatten, nämlich der französische Film „La Mate rne!lc“ (Mutterhände) und der englische „Sechs Frauen und -ein König“, jüdische Künstler waren, soll nur der Vollständigkeit wegen erwähnt werden. Dem Vernehmen nach ist in Hollywood eine ganze Reihe neuer „jüdischer“ Filme hergestellt worden, die in der kommenden Saison zur Uraufführung gelangen. Dramatische Zeugenaussagen im Arlosoroff-Prozeß Abdul MedschidimKreuzverhör Jerusalem. Das Zeugenverhör int Arlosoroff-Mordprozeß geht weiter.'1' Der. Zeuge Abdul Medschid, der junge Araber, der sich als einen der an der Ermordung Arlosoroffs beteiligten Männer bezeichnete, später aber die Erklärung widerrief, erklärte, er sei im Gefängnis mit Stavskv, Rosenblatt und Achi-Mcir /usanunengekommen. -Einmal habe ihm Stavskv 100U Pfund und die Bestellung ausländischer Verteidiger für den Fall versprochen, daß er die Schuld an der Ermordung Arlosoroffs auf sich nehme. Hierbei habe Stavskv die Ähnlichkeit zwischen sich und Abdul Medschid sowie zwischen Issa el Derwisch und Rosenblatt betont. Der Araber Subhi werde ihm alle Einzelheiten mitteilen, die er benötigen werde, um schildern zu können, wie der Mord an Dr. Arlosoroff geschehen sei. Dann habe Stavsky den Hergang des Mordes erzählt. Am nächsten Tag seien Stavsky uu<l Rosenblatt wieder zu ihm gekommen und hätten ihn gefragt, ob er sich die Sache überlegt habe. Er brauche nichts zu befürchten, er werde jeden Beistand erhalten. Dann habe er . mit "RosenblaU gesprochen, der Stavskvs Angaben bestätigt und hinzugefügt habe, die Waffe sei eine Repetierpistole gewesen. Auf Ersuchen des Verteidigers Horace Samuel wurde nun das erste Geständnis Abdul_ Mexlschids vor Hauptmann Rice verlesen, in Ücm Medschid erklärte, Arlosoroff ermordet zu haben. R.-A. Samuel fragte: „Hat Ihnen Hauptmann Rice Rosenblatt ihm zu sagen aufgetragen hätten. „Wir hatten keinen anderen Gesprächsstoff“, erklärte Abdul Medschid. „Stavsky und Rosenblatt sprachen und Subhi Zablawi gab Erklärungen.“ — „Sagten Sie nicht vor dem die Untersuchung führenden Polizeibeamten,“ fragte der Verteidiger, „daß der Mord an Luftf nicht Ihr einziges* Verbrechen war?“ Abdul Medschid antwortete: „Alles, was Sie sagen, ist Lüge.“ Verteidiger:. „Wann erklärten Sie sich bereit, das Geld anzunehmen?“ Medschid: „Nachdem Subhi Zablawi mich unterrichtet hatte; ich sagte von allem Anfang an, daß ich erst zustimmen würde, sobald Subhi mir die Sache erklärt haben würde. Wir kamen überein, daß ich das Geld nach Ablegung des Geständnisses bekommen sollte.“ Der nächste Zeuge war Schanun Suleimann, ein Zellengenosse Abdul Mcdschids. Er sagte aus*, er habe gesehen, daß Stavsky und Rosenblatt acht- oder neunmal mit Abdul Medschid sprachen. Einige Male sei das Gespräch durch das Fenster, sonst durch die Tür geführt worden.- Auch Achi-Meir habe einmal gesprochen. Alle* hätten hebräisch gesprochen,, sich jedoch nie lange aufgehalten. Vom Verteidiger befragt, erklärte Schanum Suleiman, er sei vonder Polizei niemals mit Abdul Medschid konfrontiert worden, doch sei er einmal allein zum Assistenten des Hauptmanns Rice gerufen worden, der ihm Fragen über Abdul Medschid und seine, mit Stavsky und Rosenblatt von Hiex anittiextet die <££.* t A. G., Lörrach. Sie fragen nach einer billigen und handlichen Ausgabe einer Bibelübersetzung. Wir empfehlen Ihnen die von S. Bernfeld, die'in Frankfurt a. M. erschienen und in allen jüdischen Buchhandlungen erhältlich ist. Historiker. Moses Grab ist bis auf den heutigen Tag unbekannt. Mose wurde ini Lande Moab in aller- Stille begraben. Die Israeliten sollten nicht Vergötterung mit ihm“ treiben, wie die anderen Völker es mit ihren Königen und Religionsstiftern zu tun pflegten. R. N., Berlin- Ein semitisches Museum wurde an der Havard Universität in Cambridge (U.S.A.) durch den Philanthropen Jacob H. Schiff begründet. F. S., Frankfurt. Der amerikanische Bankier Samuel Insul! ist schottischer Abstammung und gehört der-prCsbvterianischen Kirche an. Kindergärtnerin. Wenden Sie sich an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 15S, oder an den im gleichen Hause befindlichen Jüdischen Frauenbund, wo Sie nähere Auskunft erhalten*. Die Ausbildungsstätte für jüdische Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen beginnt ihren Lehrgang Mitte Mai. Der Pensionspreis beträgt 50 Mark, das Schulgeld 25 Mark monatlich. Gottesdienste die Projektile gezeigt?“ Medschid erwiderte: „Ja, Hauptmann der Zelle geführten Gespräche gestellt habe, ohne daß ihm _: i - * \f... I. _ _ _ __— I i. »..-M »4 .n! >1nR illa \/a.Hakmnnn mit /Inm 4 rlnenrnff. Rice zeigte mir vier Kugeln, von denen ich eine aussonderte, die der Kugel ähnelte, die mir vorher im Gefängnis Rosenblatt gezeigt hatte. Auf Hauptmann Ricefs Frage, was für eine Kugel zur. Tötung Arlosoroffs benutzt wurde, erwiderte ich, daß es die Märke-Nickel-Roß war.“ Auf Horace Samuels Ersuchen wurde auch das zweite : .Geständnis Abdul Medschids, das dieser vor Inspektor Shitreet : abgelegt hatte, verlesen. Darin gibt Medschid weitere? Einzelheiten über die.’Tötung Arlosoroffs. Aut die Frage des Verteidigers, oh er, Medschid, das Protokoll über sein Geständnis unterzeichnet habe, erwiderte Medschid: „Was darunter steht, ist mein Name.; jeder kann meinen Namen zeichnen. Was in _dem Protokoll drin steht, ist nur das, was SUbhi Zabldwi mir zu sagen auftrug.“ •Verlesen wurde nun ein Protokoll über das Zwiegespräch zwischen Medschid und Issa el Derwisch während der Konfrontierung int Büro des Hauptmann Rice. Danach hat Issa el Derwisch hartnäckig Mcdschids Aussage bestritten., daß er, Issa, zusammen mit Abdul Medschid den Mord an Arlosoroff begangen hätte. Medschid wurde nun über seine seinerzeitige Konfrontierung mit Frau Arlosoroff ins Kreuzverhör genommen. Er erklärte, daß er damals Frau Arlosoroff zum erstenmal gesehen habe. Ich sagte ihr,-fuhr er fort, was Subhi Zablawi mich zu sagen gelehrt hatte. Dann fragte der Verteidiger: „Haben Sie Ihre Schuhe einen Monat nach Arlosoroffs Ermordung weggeworfen?“ Medschid erwiderte-nichts. In der daraut folgenden .Sitzung kam es zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden Richter Corrie und dem Verteidiger Horace Samuel über die Technik des Kreuzverhörs. Corrie wollte Fragen des Verteidigers nicht zulassen, die 1 Medschid ‘bereits beantwortet hatte und fügte zu R.-A. Samuel gewandt,, hinzu: „Jetzt verstehe ich,- warum Sie im Vorverfahren Medschid fünf Tage lang unter Kreuzverhör hielten.“ R.-A. Samuel fragte Medschid:. „Sie gehen zu, ftir die Polizei gegen Belohnung gearbeitet zti haben?“ Medschid: „Ja/* Verteidiger: „Wie wurden Sie bezahlt?“ Medschid: „Mir wurde für jede Information eine Belohnung gegeben.“ Verteidiger: „Wie oft waren Sie in Tel Aviv?“- Medschid: „Icli ging immer nach Tel Aviv, wenn ich Einkäufe machen oder das, Kino besuchen wollte. Meist ging ich an den Freitag-Abenden dorthin.“ Auf weitere Fragen erklärte Medschid, daß sein Freund Issa Projektile der Marke Nickel-Roß besaß, wie sie auch hei der Erschießung Arlosoroffs verwendet wurden. Er erzählte weiter, er und Issa seien an dem Freitag, an dem der Mord an Arlosoroff . begangen wurde, in Jaffa gewesen und hätten den Ringkämpfen beigewohnt; sie hätten jgich aber nach der Vorführung nicht nach Hause begeben. Auf die Frage, warum er.und Issa den Barbier Luftf _töteten« erklärte Medschid: „Das-war F a m i I i e u ra"cji e.“ R.-A. Samuel: „Vor Inspektor Shitreet haben Sie ausgesagt, Sie hätten Ihrem Gefälirten Issa /»gerufen: „Sage nicht, daß ich Lufti tötete, und ich werde nicht sagen, daß Du Arlosoroff. gelötet hast, dann werden wir beide freigesprochen.“ Medschid: ^W i r tö t e t en Lufti, aber wir töteten nicht Arlosoroff.“ Medschid schloß: „Als ich im Büro von Haupimatm Rice gesagt habe, ich hätte mit Issa Arlosoroff erschossen, hat die zur Identifizierung anwesende Frau Sima Arlosoroff gerufen: Nein, er ist nicht der Mörder! Als ich später merkte, daß den Fall politische Hintergründe hat, beschloß ich, das Mordgestiindnis zur ü c k z u z i e h e n und der Wahrheit gemäß zu erklären, daß^ich nicht der Mörder hin.“ * R.-A. Samuel wo lle wissen, oh Abdul Medschid sich an alles erinnere; was angeblich Subhi Zablawi, Stavskv und -Besuchen Sie bitte Wcstphais gesagt worden sei, daß die Vernehmung mit dem Arlosoroff- Mord in Zusammenhang stehe. Brief aus Breslau Mit Breslau, im Mai. der verdienstvollen, vor kurzer Zeit erfolgten Gründling der „Gemeinschaft der Freunde jüdischer K u 11 ii r‘- in Breslau wird erneut zum Ausdruck gebracht, daß auch die Breslauer Glaubensgemeinschaft die Kraft in sich fühlt, über alle seelische und materielle Not hinweg sich zu 'überzeitlichen und übermateriellen Bezirken zu erheben, daß sie bestehenden Tatsachen Geistiges entgegenzusetzeu hat. Die begeisterte Freude, mit der die Vertreter aller jüdischen Organisationen, Prominente des Geistes und der Wirtschaft, der Einladung des Aktionsausschusses Folge ■ leisteten, ist beredtes Zeugnis dafür. Mit ‘diesen Worten eröffnete der Vorsitzende, Max Silberberg, die Sitzung, die ihn zum Vorsitzenden wählte. Die Struktur dieser Organisation sicht eine Teilung in folgende Fachgruppen vor: 'Theater, Musik, Literatur, Wissenschaft und bildende Kunst. Die weitere Aufmerksamkeit gilt, allen heimischen jüdischen Künstlern Arbeit zu verschaffen, den Ausführenden Gelegenheit zur Betätigung zu geben, bei notleidenden bildenden Künstlerp unterstützend durch Ankauf und Umtausch von Kunst- und kunstgewerblichen Gegenständen gegen praktische. Gegenstände des täglichen Bedarfs einzugreifen. Daneben Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162 Freitag, IS. 5., abds. 7.15 Uhr: Predigt: Zimet. —Sonnabend, 19. 5„ vorm. 10 Uhr: Lit.: Dr. Hirschberg; abds. 7.15 Uhr: Dr. Salomonski. — Schowuaus, 20. 5., vorm. 10 Uhr: Dr. Salomonski; abds. 7.15 Uhr: Brasch (Seelenfeier). — Schowuaus, 21. 5,, vorm. 10 Uhr: Dr. Heymann (Seelenfeier). Liberale Synagoge Osten, Aula Kaiserstr. 30 Freitag, 18. 5., abds. 7.30 Uhr: Predigt: Dr. Heymann. — Schowuaus, 20. 5., abds. 7.30 Uhr: Dr. Hirschberg (Seelenf.). Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176 Freitag, 18. 5., abds.-7.15 Uhr: Predigt: Graf. — Schowuaus, 20. 5., vorm. 10 Uhr: Dr. Sänger (Seelenfeier). Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78 Wiedereröffnung der Gottesdienste Freitag, IS. 5., abds. 7.15 Uhr: Predigt: Dr. Hirschberg. Liberale Synagoge Wedding-Reinickendorf, Seestraße 44 Freitag, 18. 5., abds. 7.30 Uhr: Predigt: Dr. Sänger. Jüdische Reformgemeinde Logenhaus, Joachimsthaler Str. 13 Freitag, TS., 5. abds. 6.30 Uhr: Dr. Rosenthal. Jüdische Reformgemeinde, Johannisstr. 16 Sonntag, 20. 5. 10 Uhr: Wochenfestgottesdienst mit Seelenfeier. Abschiedsgottesdienst für Rabbiner Dr. Jelski: Dr. Jelski. Letzte Hathritlrten Gesetz gegen antisemitische Propaganda Amsterdam. Die zweite Kammer des holländischen P a r I a m e n t S'hat mit großer Stimmenmehrheit einem vom .Justizminister Dr. van Schaik vorgelegten Gesetzentwurf zugestimmt, der verhetzende Propaganda und Handlungen, die Haß gegen bestimmte Bevölkerungsteile erzeugen könnten, unter Strafsanktion stellt. In Begründung seiner Vorlage hatte der Minister auf die Notwendigkeit hingewiesen, strengere Maßnahmen gegen die Verbreitung antisemitischer Flugschriften und sonstige antisemitische Propaganda, wie sie im letzten Jahr in Holland aufgetreten bung für einzelne Künstler ins Leben zu rufen. Die schon lange außerordentlich erfolgreich tätige Gruppe „Theater“ wird sich weiter wie bisher der Durchführung der Gastspiel- Veranstaltungen des Kulturbundes der deutschen Juden Berlin widmen. Dein Vorsitzenden Max Silberberg gesellt sich ein Stab erprobter Mitarbeiter hinzu. Zwei Vertreter des Gemeindevorstandes werden auch dem Vorstande des Kulfurwird versucht werden, Ausstellungen zur Förderung und Werse!» zu treffen. Die öffentliche Meinung in Holland hatte •- r.-._ —ii — — —t— r\:~ sejt langem die Schaffung eines derartigen Schutzgesetzes gefordert. . Das erste Urteil gegen die Exzedenten in Polen Warschau. In . Wilna wurde das erste Urteil gegen „ t , . „ Nationalradikale, die an den jüngsten antisemitischen Ausweises angehören. Wenn der Kulturkreis „Gemeinschaft der cruri.:4IInfTPn hHtPilitr* u-nr*»n 19 Naiinndriili Freunde jüdischer Kultur“ seine Aufgabe erfüllen wird, dann schrutungen betedigt waren, gefallt. 12 National radi- - “ . . kale wurden1 zu 10- bis 30tagigen Gefängnisstrafen ohne Zubilligung einer Bewährungsfrist verurteilt. In einem dem Minister, des Innern überreichten Memorandum des dem Regierungslager angehörenden Clubs der ägudistischen Sejm-Abgeordneten werden die judenfeindlichen Ausschreitungen in’ Bialystok, Wilna, Lodz, Czenstochau und anderen Orten geschildert. Die Regierung wird darauf aufmerksam gemacht, daß diese Ausschreitungen auf die antisemitische Propaganda der * nationaldemokratischen -Presse ihliger und gewandter Begleiter, der zurückzuführen seien, und sie wird aüfgefordert, gegen die der Wiedergabe der Org - 1 Pj13/1 *ac antisemitische Hetze vorzugehen. In der Warschauer Vorstadt Molotow ist es inzwischen dürftees gelingen, aus der Not kultureller Isolierung heraus einen Bund zu formen, in dem Gebende und Empfangende sich zu gemeinsamem Werk zusammenfinden. In der Neuen Synagoge fand wiederum ein Konzert statt, dessen Erlös zu Gunsten des Jüdischen Wohlfahrtsamtes bestimmt war. Neben dem Jüdischen Kammerchor (Leitung Werner Sander) waren es besonders die Solisten des Abends, die für den großen Erfolg des Konzertes bestimmend waren. . Hertha Glückmann (Alt) und Jascha Bernstein (Cello) sind Künstler, die weit über Breslaus, ja über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sind. Beiden Künstlern war der Organist der Neuen Synagoge, Erich Schaffer, ein feinfühliger —1 .. seine Fähigkeiten auch in von Mozart zeigte. Lobende Erwähnung verdient auch das hiesige jüdische Kammerorchester. A». */*. zu neuerlichen Ausschreitungen gekommen. Die - Schaufensterscheiben vieler jüdischer Geschäfte wurden zer- Gleiwitz. Hier starb die Ehrenvorsitzende des Frauentrümmert, zahlreiche Juden schwer mißhandelt. Die jüdischen Vereins der Synagogengemeinde, Frau Emma Bujakowski, Einwohner der Vorstadt wagen es nicht, die Straßen zu im SO. Lebensjahre. Die Verstorbene gehörte vier Jahrzehnte , dem Vorstand des Frauenvereins an und ist in ihrer hilfreichen tKireien. ( Spezial - Eiskonditorei I Angenehmster Aufenthalt auch im Vorgarten I .Nikulbburger Platz 3 V an der Kiiserallee Ecke TrautenaustraBe v^Qualitito-Eia ____ Eisbomben^/ Güte, treuen Pflichterfüllung und Bescheidenheit das Vorbild einer jüdischen Frau gewesen. Den Armen und Bedrängten insbesondere war sie eine aufopfernde, warmherzige Beraterin und Helferin.— In den Logenraumen fand ein Konzert statt, bei dem ein Kammerorchester unter Leitung von Sanitätsrat Dr. Blumenfeld I und der geschätzte Pianist Erich Länderer mitwirkten. -Erich Länderers Klavierspiel war den schwierigen technischen Anforderungen in vollem Umfange gewachsen und erfüllt von tiefer Beseelung und ekstatischem Feuer. Das Orchester, aus Dilettanten zusammengesetzt, bot eine hervorragende Leistung, an der die exakte und verständnisvolle Stabführung Dr. Blumenfelds reichen Anteil hat. — Vor kurzem erfolgte die Neuorganisation des Gleiwitzer Ortsringes der jüdischen Jugendvercinigungen. Die Führung erhielt unter allgemeiner Zustimmung Dr. Ernst Heidt. Der Ortsring plant im Rahmen seiner kulturellen Bestrebungen demnächst eine Wiederholung der Beuthener Aufführung von „Jaakobs Traum** (Beer-Hoffmann) und Vorhereituiigskurse zum besseren Verständnis der jüdischen Feste. Am *21. Mai wird in der Synagoge ein Jugendnaehmittagsgottesdienst stattfinden, hei dem ein Jugendlicher über die Gegjinvartsaufgaben der jüdischen Jugend sprechen soll. Anerkennung für jüdischen Hochschullehrer Prag. Der’ Präsident der tschechoslowakischen Republik hat dem ordentlichen Professor für indische Philosophie und Ethnologie an der philosophischen Fakultät der deutschen Universität in Prag, Dr. Moritz Winternitz, anläßlich seines Abgangs in den Ruhestand die Anerkennung für seine hervorragende .wissenschaftliche Lehrtätigkeit ausgesprochen. Professor Winternitz, einer der hervorragendsten Sanskritforscher, hat bedeutende Werke über, indische Literatur, Religion und Kunst verfaßt, u. a. eine dreibändige Geschichte der indischen Literatur. Jüdische Siedlung in Kenya? London. Nach Mitteilungen der Londoner Presse hat der Führer der jüdischen Gemeinde in Kenya, dem britischen Mandatsland in Ostafrika, nach London den Plan einer Änsiedlung von 1000 Juden in diesem Gebiet übersandt. . Herausgeber: Hanns Loewenstcin, Berlin-Charlottenburg 4. Hauptschriftleiter und verantwortlich für den gesamten redaktionellen Text: Dr. Eugen Tannenbaum, Berlinwilmersdorf; Leitung der Anzeigenabteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Georg Michaelsohn, Berlin-Charlottenburg. DA IV/34 5142. — Druck: Sonnen- * druckerei GmbH (Felix Wolf), Berlin-Cfiarlottenburg 4, Weimarer Straße IS.