Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 34 (27.4.1934)
- Date
- 1934-04-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kinder in Luft und Sonne 50 Jahre jüdische Ferienkolonien rii ,de, jüdischen Ferienkolonien, die in ^ii,? “f lh-r fu.nfzlBJahnges Bestehen zurückblicken können, gibt ein empragsames Beispiel dafür, wie eine No*a*andsmaßnahnie entstandene Einrichtung mit unaufhaltsamer Konsequenz ihren jüdisch-pädaeowirSHCk«,{l "v, en?a!tet!>a‘. In drei stattliche Heimen r wird heute jüdisches Leben intensiv gepflegt. w„rrW fünfzig-jiihren des Bestehens der Ferienkolonien -Iwenl2er als 20 1.6.4. jüdische Kinder 5S!ß.f Sge* anu-d‘,e. Se,e> ins 0ebirge. in Waldkolonien 2-- b2d. veisch,‘^t- 1884 wurden 12, im Jahre 1923 Kinder betreut. 1933 konnten jedoch nur 272 erholungsbedurftige Kinder verschickt werden. Die Heime, in denen die Kinder untergebracht werden, sind Stiftungen von Privatpersonen und den-Berliner Logen U.O. B.B., und zwar in;*V,sd;;oy, in Hirschberg und in Bad Elm'en. Auch wahrend der Wintermonate können Kinder verschickt werden. j‘e A usdh i der Kinder erfolgt auf Grund der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Bedürftigkeit. Während früher fast nur Kinder der ärmeren Bevölkerungsschichteil verschickt tvurden, müssen jetzt auch zahlreiche Kinder.des «nemaugen Mittelstandes und von Angehörigen der geistigen Berufe durch die Ferienkolonien betreut werden. Die Tätigkeit der Vertrauensärzte — zurzeit sind etwa 20 Ärzte in ai|?u Bezirken Berlins ehrenamtlich für die Ferienkolonien tätig — ist seit einigen Jahren durch Richtlinien geregelt, die •eine starke Erweiterung und Vertiefung der Arbeit gegenüber früheren Jahren zeigen: Vorbeugung, Nachpflege und ständige Beobachtung einzelner Kinder, mehrmalige Verschickung und durchgeführt1”1*’ werdbn 4n dringenden Fällen angeordnet und Nicht zu unterschätzen sind die erzieherischen Einwirkungen auf die Kinder während der Ferien. Der Grundsatz, daß richtige Beschäftigung zur richtigen Erholung 2eJ'ort, wird durchgeführt: Handfertigkeit, Turnen und Gymnastik bilden außer dem Leben in Luft, Wasser und Sonne ■den gewöhnlichen Tageslauf. Vor allem aber wird das jn den Heimen der Ferienkolonien, insbesondere die Feier der Freitagabende, Sabbathe und Fest- KmderUeenSChemliCh einem nachhaltiBen Erlebnis der .Hoch niemals war die Erholungsbedürftigkeit unserer juoischen Kmder so groß wie gegenwärtig, noch niemals seit oem Bestellen der Ferienkolonien waren die Geldmittel so Begrenzt. Es ist nur zu hoffen, daß der innere Aufschwung des Judentums, die stärkere Besinnung weiter jüdischer Kreise auf ihre jüdischen Gemeinschaftswerte,, sich in einer großen Opfenvilligkeir für unsere Kinder auswirken wird, die ersetzt, was in den seit der Begründung vergangenen Jahrzehnten als selbstverständliche Wohlfahrtspflege an unserer.. hilfsbedürftigen Jugend geleistet worden ist. . . . H.O. d^eHeii,sl^ewf hieint Als in der lnflationszeit der Bestand iw V?ankfn B^rleti da gehörten die „Ehemaligen“ Hilf&ki£n f»;m ier Ans.,aLt- -Sei .Iel,eten in ihren Kreisen eine Hilfsaktion ein, deren Aufruf mit den Worten begann: „Das H ,a .rem u'lr erzogen wurden, darf nicht untergehen.“ . A*s <J*e schwere Zeit übenvunden war, nahm das Taubsturamen-Werk einen neuen Aufschwung: Die weitverstreuteri .^^Sctate gnWd« im Jahre 192b die Zeitschrift „Das Band . Ein beliebter deutsch-jüdischer Kalender wird von dem Verein seit einigen Jahren herausgegeben. Die erste deutsche Realschule für Taubstumme wurde vom preußischen Staat auf Veranlassung des Sohnes undNachfolgere Markus Reichs gegrümlet. 193Lvvurde ein Kindergarten »"gliedert,, und das Provinzialschulkollegium f'h -e ““^f.dte Anstalten ein, deren Kindergärtnerinnen- 1 rektikum stäathche Anerkennung hat. Im Vorjahre hat die Anstalt jüdische Umschichtlerinnen als Wirtschaftspraktikantinnen aufgenommen. Die Bemühungen, taubstumme Kinder zu vollwertigen Menschen zu erziehen, werden auch im neuen Jahrzehnt des Bestehens der Anstalt nicht nachlassen, es wird immer der Wille lebendig und wirksam bleiben, die Anstalt auch noch ^dervveitig in den Dienst der jüdischen Gemeinschaft zu Elisabeth Reich. aber die nordische Rasse verdient erhöhte Beachtung, weil unser deutsches- Kulturleben zumeist auf ihr ruht und weil diese Kasse mehr als die andern dazu neigt, sich im Verlauf einer Kultur, namentlich in den Spitzenbegabungen, zu verbrauchen. Ebensowenig wie die Pflege der deutschen Sprache bei der Zuruckdranguug der Fremdwörter niid der Verbesserung des Satzbaus dazu führt, fremde Sprachen zu Verachten, ebensowenig dürfen wir fremde Rassen verachten: Sie sind in llireni .Boden und in ihrem Klima genau so berechtigt wie unsere Rassen in unserem Land. Nur die Mischungen aus ment zusammenpassenden Rassen sind zu bekämpfen.“ Boxabend des Jüdischen Boxklubs In den fast ausverkauften Sp i che rn sä 1 en kamen Dienstag die ersten Boxveranstaltungen des Jüdischen «5 K?Jl*rSfcBcrJ,?n zur Abwicklung. Die Kämpfe standen?¥*^beachtlichem Niveau. In den Hauptbegegnungen siegten N&ftaniel, Eslcenazi, Rubinstein, Salomon,. Michelson, Gelles, Jr?wkö\vit2 Meyer. Den Preis für den technisch besten Kampf bekam der Berliner Boxer Gelles. Sowohl die Gaste aus Köln und Chemnitz wie auch die Berliner . hinterließen. einen vorzüglichen Eindruck und versetzten das volle:naus in die beste Stimmung. Auf dieser Basis wird man auch in Zukunft weiter bauen können. 60 Jahre Taubsfummen-Anstatt Die Israelitische Taubstummen-Anstalt kann am kommenden Sonntag ein denkwürdiges Jubiläum feiern. Vor 60 Jahren wurde von Markus Reich, der auch Mitbegründerder Fürstenvvalder Svnagoge war, in Fürstenwalde a. d. Spree die Bildungsstätte für deutsche taubstumme Kinder jüdischen Glaubens errichtet. Zehn Jahre später. gründete er zur Erhaltung der Anstalt den Verein „Freunde der Taubstummen", Jedide ilmim. Auch seine ehemaligen Schüler haben später einen Verein ins Leben gerufen, um sich gegenseitig zu helfen und zu fördern. Seit dem Jahre 1890 befindet 'sieh die Anstalt in Berlin-Weißensee auf eigenem Grund und Boden. Im Jahre 1911 wurde der Erweiterungsbau vorgenommen. Diese nüchternen Daten lassen erkennen, daß Jahrzehnte lang mit hingebender Liebe und mit zäher Energie, an diesem Werke gearbeitet worden ist, und die Erfolge beweisen, daß es notwendig war: ' - Tief unglücklich bringen Eltern ihr kleines taubstummes Kind in die Anstalt. Nach einigen Jahren sind sie erfreut über die Fortschritte, die das Kind un Sprechen macht, und schließlich beruhigt und versöhnt sic der Gedanke, daß ihr Kind ein lebensfroher Mensch geworden ist, der sich selbst ernähren und Angehörige unterstützen kann. Die meisten, die Taubstumme nicht kennen, fürchten die Bekanntschaft mit ihnen. Bei häufigerem Umgang aber verliert sich die Scheu, und man wird froh unter diesen vertrauenden, dankbaren Menschen. Die ehemaligen Zöglinge des Hauses sind schon zu einer kleinen Gemeinde angewachsen, deren Verbundenheit mit der Stätte ihrer Kindheit Immer Gefängnisstrafen für Posener antisemitische Studenten Warschau. Von drei Studenten, die vor kurzem eine Stinkbombe in ein jüdisches Geschäft in Posen geschleudert hatten, wurde einer zu zwei Jahren verurteilt, die beiden anderen erhielten je 18 Monate Gefängnis. In der Begründung. . führte das Posener Gericht aus, die Härte der Strafe solle alle Studenten vor imüberlegten Demonstrationen gegen unschuldige Mitbürger warnen. Der Sadagoraer Rabbi verlässt Wien Wien. Auf Wünsch seiner _ Polen, die den. Rabbiner in ihrer Nähe der Groörabbmer Mordechai Schalom (aus Sadagora) entschlossen, seinen Wohnsitz von Wien nach Przemysl zuverlegen. Die Übersiedlung erfolgt bereits in den nächsten Tagen. Ein unveröffentlichter Brief Nietzsches »vien. *Im Katalog- Nr. 58 der Firma V. A. Heck in Wien wird ein unveröffentlichter Brief Nietzsches vom 24. August 1877 an Siegfried Lipiner angeboten. Es heißt darin: .. 'sagen Sie mirsodann ganz unbefangen, ob Sie in Hinsicht auf Herkunft in irgend einer-Beziehung zu vden Juden stehen. Ich habe nämlich neuerdings so manche Erfahrungen gemacht, die mir eine sehr große Erwartung gerade von Jünglingen dieser Herkunft erregt hat. . Wann? Wo? Am 28. April, abend* 8730 Uhr, veranstaltet der Schwast er 11 hu ndd c r U.O. B. B. Logen im Logenhaus Kleiststraiie eine Kunstlerhiltsvorstellung von „Der Brief des u r i a von Entil Bernhard. Am 28. April, I1) Uhr, veranstaltet die Selbstliilfeoriranisation R e i c h s v e r b a n d israelitischer Schwer* höriger t. V. (Risch) int Hotel „König von Portugal“, Burgstraßc lü, ein F r ü h l i n gs - Wo hltätigkeits fes t: Ansprache des Rabbiners I3r. Swarsensky und anderer prominenter l ersonlichkeiten. Darbietungen-Tombola. Der Sprachableseunterricht findet jeden Mittwoch IÖ Uhr iu der Knabenschule Große Hamburger Straße 27 statt. Jugendgumeinsehaft d e r - I ü d ischen Reform geineiitde.: Mittwoch', 2.*Mai, Collegium musicum unter Leitung von Dr. Hermann Schildbergcr. Beginn abds. 8 Uhr bei Ilse Basch, NO 18, Große Frankfurter Str. 118. Donnerstag, 3. Mai, abends 8 Uhr, Uemeinsehaftsabaul .(Aussprache und Unterhaltung) bei Herrn Dr. Gottschalk Charlottenburg, Niebnhrstr. 75. (Nur für Mitglieder^-der Jugendgeipeinschaft.) . xv, Ain. ,°* Mai findet. die Erstaufführung von Shakespeares „Was Ihr wollt“ im Kulturbund deutscher Juden (Rer*. Imer Theater) zugunsten des Zentralauss’chusses für Hilfe umd Aufbau statt. Darüber hinaus soll der Abend Gelegenheit geben, den mit dem Hilfswerk des Zcntralausschusses eng verbundenen Kreis im Rahmen eines großen künstlerischen Ereignisses zu vereinigen. Die Aufführun* •wird von Fritz Jeßner inszeniert, die .tragenden Rollen werden von den - Damen Ruth Reimer, Mira*-Rosowsky,. Lotte Stein und den Herren Martin Brandt, Klans Bri«, Hermann Heuser, Julius Kuthan, Ernst Lenart, Fritz Lion, Fritz W&ten und -Martin Wolfgang verkörpert. Karten zum Preise von 5 bis 20 Mark sind an den - Kassen des Kulturbundes deutscher Juden zu erhalten. Der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr ver- Die altbodenständigen Rassen in Deutschland toren-Konzert (Loge), Essen: 26. April Konzert Hermann Schey (Kruppsaal des Saalbaues), G e 1 s e n k i r c h e n: 2. Mai Kantoren-Konzert (Loge), Köln : 28. April Konzert Hermann Schev - (Büreergesellschaft), Krefeld: 30. April Konzert ■Hermann Schey (Theatersaalder Stadthalle), Wup p erta I : 2. Mai Konzert Hermann Schey (Gesellschaft Kas.ino). " "’j ■ (Aufnahmen in dies« Jtabrfk koatraloa.) Herr Hermann Fren'ket und 'Fraii Henriette, ^geb; Schwarz, feiern ain 28. 4. in Jüchen bei Köln die Barmizwah ihres Sohnes Harry Heinz. Frau Maria Lo r c h- H enoch s h c rg kann am heutigen Tage ihren 60. Geburtstag föieni. In Münzcsheim in Baden vollendet Herr Lippmann Du r- I a c h e r sein 70. Lebensjahr. Herr Benno Herzog verlebte dieser Tage in Sclilocliau Im Rahmen der soeben Ausstellung „Deutsches Volk - Kundgebung der deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene statt, bei der. der Präsident der Gesellschaft, Professor Dr. Rüdin, München, u. a. ausführte, daß die Rasscnhygieniker jede Mischung mit änderen unähnlichen Rassen a b 1 e li n e n. Das sei kein Hochmut, sondern Besinnung aut die völkische Eigenart. „In der Rassenkunde," sagte Professor Riidin weiter, „erkennt die Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene sämtliche der in Deutschland altbodenständigen Rassen als grundsätzlich gleichberechtigt an, eröffneten großen Bcrlüier (Grenzmark) seinen 70. Geburtstag. deutsche Arbeit" fand eine Die 80. Wiederkehr seines Geburtstages begeht licutc Herr M. Markus in.Düsseldorf. Zu der in der Ausgabe vom 17. April bckanntgegebcnco Vermählung von Herrn Bernhard Neu mann und Frau Dora, geh. Brzezinski, bemerken wir noch, daß es richtig heißen muß: Altona Czcnstochau. Kurfarstendamm 36a riefmarken ..MERKUR“ Bc(«faarkM-HiAMs-a*M. •nkaat-Vwtairt miiu* w ti 2 ökr Stammklno * Emser C.lchtspiele am Ludwlljklrchplalz Ich bin Susann« mit LUJan Han'ey OHva-E.ichtspiele Olivaer Platz Die groDe' Chance mit Hansi Niese,CamiltaHom u J.TIedtke Residenz-E.iditsplele Kantstr. 130b ö. 7. 9.15 Des ungeheuren Erfolges wegen verfing.: PROCHTCHEN Studio Tauentzienstr 7a ab 11 Uhr vorm.: Ole Fituudia eiaes grotat Hiuutr mit Klte v. Nag)' Corso-I-Ichtsplcle Uhlandstr. 48 Ecke Pariser Str. So ein Flegel mit Heinz Rübmann Minerva-Lichtspiele „Wilmersdorfer Str. 75 Die weiße Schwester Dazu: Diele und Dof QZfiieatetf Jia&axett, Hino iGLKACHH.1 HD ABEND Direktion: Flatow-EIow ELOW konferiert das luserlesene April-Programm äs ist nieder ganz lustig! ' iintritt M. I,-, kleine Preise llglicb Hausirauennactiminase Kanne Kaffee nnd Kuchen M. 1,- Eintritt 20 Pf. Kondltoral A d l r Wltt«nb«i*9Plata 'empfiehlt sich nach wie vor ihrer . werten Kundschaft. KAFFEE KURF0itSTENDAMM| Karfurstendamm 70, ■ ,. Ecke II'i7«i^rst/or/«r Strasse I Das Hans der guten Gesellschaft Erstlu. Köche. Tigl.Konzert Billardo.Spf elsftle Hermann’s Rcffauranf Unter Aufsicht der Kasch>Komm. Inh.J.Hermann -W8,Jägerstr.l8 RESTAURANT RUBINSTEIN floachlmstlialer Sir. 41. Dorotheen- ‘str. 77-78. Tel. ]1 Bismarck 1232 WIENER KÜCHE iimiiimiinnniiiinintiiitmiiimjuiiiiniiifii utminuiuiniiitnitii hbi u i n i u m i ui 1111 u i TANZ*STIMMUNG Wo kSniiea wir uns gut imflstere«? Safd Trianon“ inh. 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