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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-04-24 · 33 (24.4.1934) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
33 (24.4.1934)
Date
1934-04-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gottesdienste Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162 Freitag! 27. 4., 7.15 U'lir. Predigt: Graf. - Sonnabend, 28. 4., 10 Uhr: Zinirt (Einsegnung). Im Jugendheim der Liberalen Synagoge Norden, Schönhauser Allee 31, II Jeden Dienstag, 7 Uhr: Treffpunkt für Mitglieder, Freunde und Interessenten. Liberale,Synagoge Osten, Aula Kaiserstr. 30 Freitag, 27. 4., 7.30 Uhr. Predigt:-Ihv Hirschberg. Liberale Synagoge'Nordost, Prenzlauer Promenade 176 Freitag, 27. 4., 7.15 Uhr. Predigt: Brasch. Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78 Freitag, 27. 4., 7.13 Uhr. Predigt: Dr. Sänger. Liberale Synagoge Wedding-Reinickendorf, Seestraße 44 Freitag, 27. 4., 7.30 Uhr. Predigt: l)r. Heymann. Jüdische Reformgemeinde Logenhaus, Joachimsthaler Str. 13 Freitag, 27. 4., 0.30 Uhr: Dr. Jelski. Jüdische Reformgemeinde Johannisstraße 16 Sonntag, 20: 4., 10 Uhr: Dr. Gottschalk. Ans den Gemeinden Im Jüdischen Museum Bilder, Worte, Dichtung, Tee itators L t eigentlich paradox, _ Iden. Aber sie taten’: s Jüdischen Museums. ’ Kvig Hardt, jene e . _ jnnabend in den Räu- Dort haben das" Porträt des indringliche Studie des jungen ’ - eben fünfzig Jahre alt Sechzigers Eugen Spi... _ gewordenen Ludwig M e i d n e r Gemälde . _ Baeck für einige Zeit Zuwachs erhalten. Eine Sonderausstellung von Werken beider jubilierender Künstler, zarte Frauenbildnisse und saftige Landschaften, wuchtige Prophetengestalten und inbrünstig betende Juden, waren der künstlerische Rahnwn, in d**” 4**,, Dr^sfndle Mitbegründer KT '. schloll sich 'Persönlichkeiten, E Jüdischen Gemeinde Im Raum «Zession' und der Vorkämpfer des Exgefeiert worden. Aber der verkleinerte im so enger um die beiden Künstter- 1 schöner Erfolg der Künstlerhilfe der der dieser Abend zu danken war. Eduari r ‘Tage > Jahre orden wäre, fanci im Sitzungssaal des Israelitischen Krankenh eine schlichte Feier statt, an die sich ein kurzer Gedenkakt am Grabedes grollen Wohltäters anknüpfte. , Dieser Tage fand in der’ Neuen Synagoge eine Feier Rechtsanwalt Dr. Spitz, der Vorsitzende des Kuratoriums des Vereins, den Wunsch aussprach, alle Kreise möchten das Werk unterstützen, das darin bestehe, die jüdische Ju- ’ ’ cligiör ’ Rabbim Dr. Vogels betont» erlöschen die Lichter. Die Farben der Gemälde ringsum hegen im Dämmerschein. Eine Vorleselampe flammt grell auf und überschüttet das Gesicht des Redners mit kalkigem Weil). Dr. Lutz Weltmann spricht. In ungekünstelten Worten seziert er die jubilierenden Künstler, beides Landsleute der Brüder Carl und Gerhart Hauptmann: Spiro, den aus dem Heimatboden Schlesiens ins Weltbürgerliche gewachsenen, und den dem gleichen Erdreich entstammenden Mystiker Meidner. Wie Gerhart. Hauptmann wurzelt Spiro im Naturalismus, während Meidner, wie der ältere der Dichterbrüder, seine Kraft aus dem Mystizismus holt. Wenn auch der weltliche Novellist Spiro und der religiös erfüllte Mystiker Meidner künstlerisch und weltanschaulich nicht das Geringste miteinander zu tun haben, so ist'ihnen doch die Deutschheit des Grundgefühls gemeinsam. Aber Ludwig Meidner ist nicht mir Maler und Zeichner. Ihm steht .Midi das dichterische Wort als Ausdruckskunst zur Verfügung. Und so ist es nur folgerichtig, wenn nach Weltmann die Schauspielerin Rose Liechtenstein am Vorlesetisch Platz nimmt. Sie macht das unterirdische Mitschwingen der biblischen Melodie in Meidners Wortmusik deutlich vernehmbar, in Rhythmik und Dynamik. Sie läßt aus den eigenwilligen hymnischen Prosadichtungen Freude, Spott und Naturgefühl ziim Durchbruch kommen; Meidners - künstlerisches Manifest vom Zeichnen wird ein eindringliches 'Bekenntnis; Beschwörungen, Süchte und Fantasien eines Suchenden und ein heil) verströmender Dank an die. alte Mutter, die „mysti- ~ ' ch diese Seite Ludwig Meidners zu den Wert der jüdischen Tradition für die Erziehung ii halb des Judentums. Studienrat Dr. Schaffer versieh da 11 die Leitung des neuen Schulzweiges'alles daran setz» Arbeit auf die Basis der durch die Vorredner gekennzeiclu Grundsätze zu stellen. Orgelspiel und Chorgesang gabei Feier einen würdigen Rahmen. da: der behandi Guben. Ober das’ Thema „Unser Weg“ hielt Dr. L a n - , Frankfurt a. O., einen Vortrag, in dem u. a. die Frage Emanzipation und Assimilation in der Vergangenheit einem Erlebnis. Inzwischen ist die „Wirtschaftshilfe" der Künstlerhilfe zur Seite getreten, ln einer improvisierten Küche ist der Tee zubereitet worden. Erna Stein, die Betreuerin des Jüdischen Museums, hat die hausfraulichen Funktionen des Abends übernommen. Sozusagen als Schwarz-Künstlerin zaubert sie weißgedeckte Tische und Tassen herbei und verwandelt so die Landschaft der Kunst in ein Gefilde der Geselligkeit, das Museum in einen Salon. Ein geglückter Abend. Sitzung, so daß das Gericht hofft, schneller als ursprünglich angenommen, den Prozeß zum Abschluß bringen zu können. ’ Die Einwände des Verteidigers Horace Samuel, der sich dafür eingesetzt hatte, daß das Hauptverfahren, ebenso wie die Voruntersuchung, in Jaffa durchgeführt werde, sind vom Obersten Gerichtshof nicht berücksichtigt worden, obwohl dem Gericht schriftliche Erklärungen des Bürgermeisters von Tel- Aviv und des Vizebürgermeisters Vorlagen, daß diese die volle Garantie für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in Tct-Aviv während der etwaigen Durchführung des Pro- ■ zesses in Jaffa übernehmen. (Siehe auch die Rubrik „Es wird gemeldet“.) In Berlin 684 nichtarische Anwälte weniger Die Ariergesetzgebung hat sich auf einem wesentlichen Teilgebiet, nämlich dem der Anwälte und Notare in den preußischen Oberlandesgerichtsbezirken nach einer Feststellung des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege folgendermaßen ausgewirkt. Es wird festgestellt, daß am 1. April 1934 die Zahl der nichtarischen Rechtsanwälte gegenüber dem 7. April 1933 um 38,84";,, abgenommen hatte, die der nichtarischen Notare sogar um 56,79o/„. Insgesamt waren in den erwähnten Oberlandesgerichtsbezirken am 1. April 1934 noch zugelassen 2066 nichtarische Rechtsanwälte (gegenüber 3378 am 7. April 1933) und 884 nichtarische Notare (gegenüber einem Bestand von 2046 am 7. April 1933). In Berlin hat sich die Zahl der nichtärischen Rechtsanwälte vom 7. April 1933 bis zum 1. Januar 1934 von 1911 auf 1227 verringert. In Breslau ist ein Rückgang der nichtarischen Rechtsanwälte um rund 39,5, in Düsseldorf , um rund 48,3, in Hamm um rund 5ü"> zu verzeichnen. Noch im April 1933 stand der' Anteil der nichtarischen Rechtsanwälte an der Anwaltschaft in Preußen überhaupt auf etwa 29,75»Vi.' Das Gesetz vom 7. April 1933 hat diesen Anteil ' auf 17,5o/o herabgemindert. Das GeseFz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 hat eine relativ noch weit schärfere Einschränkung bezüglich der nichtarischen Notare zur Folge gehabt. In Berlin allein beläuft sich'der Rückgang der nichtarischen. Notare auf rund 56, äfn, in Kassel sogar auf rund 73,33"o. Der Arierparagraph in der Wehrmacht Wie erinnerlich, hatte der Reichswehrminister die Durchführung des Arierparagraphen in der Wehrmacht angeordnet. Auf Grund der inzwischen getroffenen Feststellungen scheiden im Reichsheer fünf Offiziere, zwei Offizier-Anwärter,, ein Sanitätsoffizier-Anwärter, 31 Unteroffiziere und Mannschaften aus. ln der Reichsmarine werden zwei Offiziere, vier Offizier- Anwärter, fünf Unteroffiziere um' f wurde. Der Redner verstand es dann, schickt die Auswirkungen der gesetzgeberischen Akte für die jüdische Zukunft in Deutschland zu analysieren, wobei er betonte, daß jüdische Selbstbesinnung und' Rückkehr zu - den Quellen jüdischen Geistes und Kulturlebens notwendig sei. Die großen Probleme eines wirklich jüdischen Gemeinschaftslebens und der Neubefruchtung des religiösen Sinnes wurde eingehend beleuchtet. Der Herr, Die Dame Elegante Maßschneiderei A. Berkowitz, Joachimsthalerslr, 38. J 1 Bismarck 7640 Letzte Haihriihten Arlosoroff-Prozeß hat begonnen Jerusalem. Nachdem bis zur letzten Minute keine Einigung darüber erzielt werden konnte, wo der Prozeß gegen Abraham Stavsky, Zwi Rosenblatt und Achi Meir, die des Mordes an Dr. Chaiin Arlosoroff angeklagt sind, stattfinden sollte, hat der Prozeß auf Beschluß des Obersten Gerichtshofs Palästinas am Montag in Jerusalem begonnen. Es ist vorgesehen, daß Verhandlungen an fünf Tagen der Woche stattfinden, und Z”"’r ’ ** c_ unA Nn.'hmit.ao*:- I Mannschaften betroffen; Gegen antisemitische Propaganda Winnipeg. In Canada ist jetzt zum erstenmal ein Gesetz zum Schutz gegen antisemitische Propaganda geschaffen worden. Auf Antrag des Abgeordneten Marcus Hyman hat der Provinziallandtag von Manitoba soeben einstimmig ein Gesetz gegen Verleumdung angenommen. Danach wird jedem Angehörigen einer Rasse oder eines Galubens, der durch Veröffentlichung und Verbreitung verleumderischer Beschuldigungen angegriffen wird, das Recht eingeräumt, Klage; gegen - die Urheber solcher Angriffe zu erheben. Sämtliche Zeitungen der canadischen Provinz Manitoba hatten sich für die Annahme dieses Gesetzesentwurfs eingesetzt: Auch den übrigen Provinziallandtagen des Landes soll ein solches Gesetz zur Annahme vorgelegt werden. '■ In Zusammenhang mit diesem Beschluß ist wohl eine Regierungsverordnung zu bringen, wonach die canadischo Rundfunkkommission die Einführung der -Zensur für private R a d io s t a t io n e n beschlossen hat, um der von den Leitern der faschistischen Clubs in Canada mit Hilfe des Rundfunks betriebenen antisemitischen Propaganda entgegenzuwirken. Der canadischen Regierung ’- e Vormittagsu eltzter Zeit vielfach Beschwerden aus Kreisen der Rundfunk- ' höre'r zugeleitet worden, die über die von den privaten Sendern Nachmittagsausgehende judenfeindliche Kampagne Klage geführt hatten. Sfoftionotor (E&gar 3ofepb Ktttt. SMtDerfUnb. [SI.-IS. 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