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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-04-24 · 33 (24.4.1934) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
33 (24.4.1934)
Date
1934-04-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Übrigens . . . Der Zukunft* Darüber, was unsere. Pflicht ist und was uns weg nottut, ist in dieser Zeit viel gesprochen „■ M . worden; es wird nicht mehr viele geben 'die rfimLe w DaChA!r grUndsät2lichen Weltanschauung - befeZ rt' Anhv°rt Sebe“ könnten. Auch davon war Leben d “ d"h KuIturbund deutscher Juden unserem schien f 11111 deutscNDdische Kultur geht, Schien. ' MogIlchkeit d« Zweifels noch geringer: als Motto LZ! ^Ummer der Kulturbunds-Monatsblätter trägt DiV^uri TuZ« d6S Rabbiners Dr. Joachim Prinz:!oJ“d haLe" begrlffendaß die Rückkehr zum Judentum b!w~ 'Zn 7ß:jnnerhalb dieser g™ßen Rückkehr* .... p'f4 alles Bemühen um die Pflege und die Übermittlung der Kulturwerte eine zentrale Rolle. Der Kulturbund hat das Verdienst, Mittler dieser Werte zu sein.“ - t,i_"an iest e,nmal> zweimal ohne Verständnis es hilft “ da- Und der auchdnicht 'ünlriedlL im Judenhim säen will, fragt erstaunt, ob denn dies wirklich das .Verdienst des Kulturbunds sei. Es will uns nach der bisher geleisteten Arbeit, nach allem, was wiZsah« und KuZrCdf ‘m"’ -! °b d!e 'eitenden Peinlichkeiten des Kulturbunds wohl wüsten, daß in der Schaffung der Synthese zLtZfZZ Z Judischem ibr größtes Verdienst und der Zukunffaweg des Kulturbunds liegt. Soll das nun.anders wer- .Dles^. sphe,nt “nmöglich, so daß man nur glauben m1 dfS W°rt V°" Dr’ Prmz sei in seiner Bedeutung gar nicht erkannt worden. g gar . Wir haben uns über „Nathan der Weise“ und „Hoff- ÖeadZErZaff Unien“vÜber die Dblge also, die von wichtiger Bedeutung für deutsche Kultur und zugleich von innerer Verbindung zum jüdischen Leben sind, nicht weniger gefreut als “ber »Figaros Hochzeit“ und „Othello“, denen alle Bezogenheit zum Jüdischen fernliegt. Und es soll witklich nicht gefordert werden, daß die kulturellen Werte des Jüdischen im Kulturbund nicht mit aller Macht gepflegt werden; wir werden im Gegenteil stolz darauf sein, wenn es dem Kulturbund gelingen sollte, auch neue jüdische Künstler zu entdecken. Aber immer: bleibt der Kulturbund uns Mittler deutschen Kulturgutes; für das Werk eines Juden, den wir nicht auch nach anderem Maßstab für einen Künstler halten könnten, ist darin kein Platz. Jakob. ' E.eo Baech. Religion des Lebens /, --* ‘ J “ c ' Uitriei KüDOliter Ur. Leo BatrL Tem \vlr fTfK-PP irischer Geschichte dar. a,is Ren der 7ch P Vcrla^- einen Abschnitt brin L dcr F^jL P. dSn‘G^!nil:esen‘m der Väte, Anspraehe des Generals Smuts bei der Grundsteinlegung einer Synagoge „Die Juden Südafrikas brauchen um ihre Zukunft nicht besorgt zu sein“ Kapstadt. In Gegenwart zahlreicher Festgäste fand hier die Grundsteinlegung zur neuen Sy na go ge. statt. Bei der Feier' hielt der Justizminister und ehemalige Ministerpräsident von Südafrika General Smuts eine Ansprache, in der er u. a. erklärte: „Ich bin fest davon überzeugt, daß der Antisemitismus bei uns nicht erfolgreich sein'wird. So-, lange ich Justizminister sein werde, wird es gleiches Recht für alle geben. Es wird in Südafrika nicht : sästää Hasmonäer’ ‘"'ZE&'&ns.. sr ra Jndd^teprSÄfr^ uic vornehmen Priestenjeschlechter fii*» s * waren meist der Kreis Ve^uet u^d^er sSZhe^ ' neuen gCfn di,e Printer mußte j’ebfeille!' D .. . Akzent erhalten, den''des Gegensatzes treten d-w Prifesterregime. Der Konflikt mit diesem Staate mSte früh« oder spater ausbrechen, um so heftiger, je weniger d« Herre!t!nraL1hSepPerSOnli1,iat-lonJdes sichtbaren Staates, dem Ideale nuL Päußherlich d™ eVnH.-„daUe7ld|‘r Z'viespalt> als dann ein cerl . ,denl. Volke -und der Religion Verbundener Herodes aus dem idumäischen Na’chbarvofke den die klmr ""'°röene Guns‘ d« Römer zum Heraher g^ach Iratt/ und danach die Römer selbst mit ihren Prokuratoren Geb?eteV und Zw.ngherren über das Land geworden waren allen gegenüber hat sich gewiß die Gemeinde in^„frUb. or^a"is!ert- ,n dei> ..Kapiteln von den Vätern“ m denen das Pharisäertum, als es gesiegt hatte Alter und f‘Ä se“J-er -Geschichte aufzeigen wollte, sind an den dfr ..Großen Gemeinde“, Simon den Gerechten und tmcdc^Ji,der .-°r »d‘e Oberlieferung empfing“1, Antigonos aus Socho, fünf Paare als weitere Träger S«^beri"eff™n£ ngeschlossen.. Der Mann, mit dem <fiese Reihe abschlfeß® niuei, war zur Zeit des Herodes aus Babylon irekommen InIhattVeneei!e5SMli<|Undt,hatt£ der T1?ra neuen ^Sinn und neuen’ auf den irSn;^nra?Sh;|leben.,gelehrt- «einer Familie, die?Jd lhren Ursprung zurückführte, hat sich dann dm Gemeinde, gegen das Haus des Hercules, ihre rJS2l<LPynaStia geschaffen. Hillel galt als der Füret der Gemeinde; es ist wohl kaum ein Äveifel, daß sie in ihm den geheimen Gegenkomg gegen Herodes haben wollte, einen Legitimen gegenüber dem Usurpator... Es ist verständlich, daß das Pharisäertum, wieviel mehr es auch war als eine bloße Vereinigung, doch als eine Gemeinschaft die im Volke stand, nach einem Einfluß im Staate getrachtet hat. Die alten .Berichte lassen erkennen, daß dieses Streben vornehmlich auf eine Geltung in der obersten Gerichts- und Verwaltungsbehörde, dem Synhedrium, ging. Die politischen Kämpfe zwischen Pharisäern und Sadduzäern hatten jedenfalls das auch zum Ziel. Auch Gegensätze, die sich in der Theorie und der Praxis des Gesetzes ausbildeten, ■ hatten hier eine Richtung. Allein es war nicht nur das, nicht - eine bloße Frage von Geltung und Einfluß. Es handelte sich um ein Ernsteres und Tieferes; denn das Pharisäertum war eben nrehr als eine Organisation, es bedeutete in Wahrheit eine heroische Forderung. Und jede heroische Forderung, in der sich eine Gemeinde zusammenfindet, geht über den Staat hinaus. Für diese Menschen wurde der Kampf für Gott und sein Gebot oft zu einem Kampfe gegen das Gebot des Staates; ein Vergleich mit Erscheinungen aus näherliegender Zeit, vor allem mit denen des Puritanertums, verdeutlicht es wieder. Der Staat wird immer durch die Staatsräson bestimmt, sie ist, wie es ein Historiker unserer Tage, Friedrich Meinecke erklärt, „die Maxime staatlichen . Handelns, . das Bewegungsgesetz des Staates“. Und das Pharisäertum ist der heldenhafte, geistige Versuch, dem Staate nicht -in der Staatsräson, sondern im Gottesgesetze sein Maxime zu gehen, die Idee'des Staates durch Jas IdcaUler Äet ha? alf" Tr\ “V\ wie, J°sePb»s « richtigtl geltalte,, ’ ..T'ieokratie--, als Gottes Herrschaft zu Daher auch Hi.* e_ nicht, ohne die i.^al «nd Wirklichkeit war eu -groß, als daßeine andere Ts die e Ssche Löslg fcWiire- Den tal°" Slaat konnte der Messias allein ncrauttuhren; seiner galt es gewiß zu bleiben ihm der"mSldC D' di-e dcr ..Abgesonderten", dfe fltm R«iel.H \r messlan,scl'e Enthusiasmus schied,-wie mit der c;., I. -,L eI*c'mcn lassen, von den Sadduzäern, -clie Pharisäe-Mhshm;1S^nli‘1!* Ko,"P1roi"'.l> Kcschlossen Iiatten. Die i narisae. haben .nicht immer das Schwert ziehen wollen nur hahmf «i1'6' lhne" 'vairai dics,; ^^loten; aber jenes Kompromiß moLd" der ‘ Staats!.1,,b«*ipam abgelelmt, sie haben de,? „D;,- . , / Staatsräson sieh lunweghebeu heißen. Und ihre inhriS-m lli"a.r so 'nnißer, da ihnen, mochten sflFaurii d!ese! &e dC,i ™nlL'r ßir Staatswcsen sehen können, . uuses Land doch ihr Land war und sein Boden heb'" der ' AhSin .RodelV dcn *ie einem Qebietc der Rein- Im!’. n t, "Absonderung“ machen wollten. Auch über den uesk-nt b«’ «h KCS1leg,> 'V11 .ihter. messianischen Gewißheit gesiegt, er schwand, und sie, nicht nur als Individuen sondern als Gesamtheit sind geblieben. * Das ist das Pharisäertum. Es braucht nicht wi'tat vn vyertlen, daß. so_manche Menschen in ihm, so oft gcradewon ‘ jr;eEl§?"art. bf,. 'hre wesentlichen Mängel hattni. überall, H- V- "Gemeinde gegen den Staat steht, oder auch gegen die Kirche, die ja auch wie ein sichtbarer Staat ist, bildet Sch AtmosnhTre Kri°reVeFtlkeUUm ’ entwickel‘ sich bisweilen eine Atmosphäre des Eingeschlossenen und Stickigen. Man kennt 2n Aachen von Religiosität, das an die Stelle des di^ Religion wird bisweilen Oegeno Betriebes, fast eines Sports. Auch das Judentum ß d.ayon, aus alten und aus neuen Tagen. Wo eln_Ideal deri.Hei-,gkeiÄ a,ufgestel!t wird, dort gibt ea*dle Scheinheiligen auch, die „Gefaxten“, wie das tfort de. haroonälscRS Königs, das der Talmud überliefert hat, sie nennt. Wenn, die_ Retigion gelehrt werden soll, damit sie dem Volke zum-' 5e s i tzt u m werdot, dann kann die Religion a'ueh zur bloßen Beschäftigung mit der Religion werden, und auch die Kleinlichkeit und ihre Dialektik wirken sich dann nicht selten autf. Sicherlich hat es das alles im Pharisäertum gegeben. Wenn wir es nicht von vornherein wüßten, der Talmud, nicht nur das das Evangelium erzählt es uns. " ' Aber das Pharisäertum ist das nicht. Sein Wesen ist ein. anderes. In ihm ist der großartige Versuch gemacht worden, die Religion ganz zur Religion des Lebens zu machen, des- Lebens des Einzelnen und der Gesamtheit, damit die Religion nicht nur neben dem Menschen, .neben dör Gemeinschaft, neben dem Staate hergehe. Mit dem Gedanken der Heiligkeit, ist hier Ernst gemacht worden, unbedingter Emst mit der Forderung, jeden Tag, auch den Alltag, zur Idee hinzuführen, mit der Forderung, in der die Pharisäer ihre Aufgabe und ihr Recht fanden: „ihr sollt euch heiligen und heilig sein“ — „ihr sollt pcruschim sein!“ Der heroische Versuch ist hier unternommen worden, dem Gottesreiche den Boden zu bereiten. Der Name frehört einer Veriranflrenheit an; uta« In .mmin+m finhwfc* "vimwij uw« xjuiit.9is-n.iic um uiwcii au ucrciicn. ucr wainc gehört einer Vergangenheit an; was er in seinem Gebote. das er enthält, bezeichnen wollte, ist ideale Wi rki/chfc e 11 geblieben: Zurücksetzungen und zur Errichtung eines Ghettos kommen. Die südafrikanischen Juden brauchen um ihre Zukunft nicht besorgt zu sein.*# Zum Schluß gab General Smuts seiner Überzeugung Ausdruck, daß die Entwicklung letzten Endes zu einer Rehabilitierung der Juden führen werde. Ein Siebzigjähriger Der Dozent am Berliner Rabbinerseminar undl Seelsorger der Synagogengemeinde Adaß Jisroel, Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer, vollendet am 20. April sein siebzigstes ‘Lebensjahr. Dr. Hildesheimer hat sich besondere Verdienste um den Ausbau des von seinem Vater begründeten Berliner Rabbinerseminars erworben. Als Vertreter der OrtiuKloxie hat er sich in zahlreichen zentralen Organisationen und Einrichtungen der deutschen Judenheit m tulirender Weise bctätigt. zum Teii auf Reisen bei den verschiedenen Juden Europas und im Orient gesehen hat. Eine interessierte Zuhörerschaft folgte den Ausführungen Dr. Sängers. Für den ersten der vier Abende hatte der Vorsitzende des Liberalen Vereins, Ortsgruppe Westend, und der. Liberalen Synagoge Westend, Dr. Alfred Caro, sein Heim zur Verfügung gestellt. An den übrigen Abenden versammelte sich ein großer Kreis in den schönen Räumen von Apotheker ’ Dr. Ernst T'e 11. Durcli die kultivierte Gastlichkeit, mit der die Zuhörer aufgenommen wurden, erhielten die Vorträge einen besonderen Rahmen. Stufend fi c i wi enfotetvt ein i?ie Dr, Gercke Ober die Judenfrage Ein Abend für die Jugend Jüdische Gemeindearbeit in Bei einer großen Kundgebung vor ^sämtlichen Amtswaltern der Politischen Organisationen Breslaus hielt der 'Sachverständige für Rassefragen im Reichsministerium des Innern, Dr. Gercke, eine Rede, Tn der er u. a. folgendes ausführte: „Unser-Volkstum verpflichtet uns zu einer scharfen Abgrenzung gegenüber dem rassischen Fremdtum. Deshalb darf es auch hinsichtlich der Judenfrage für uns keinerlei Kompromisse geben. Es ist weiter unsere Aufgabe gegen das Ungesunde im Volkskorper vorzugehLn. Die rortpflanzungsmöglichkeiten der Erbkranken mußten deshalb unterbunden werden. Uiisere bevolkeningsnolitische Aufgabe geht über diese beiden negativen Merkmale weit hinaus. Das Ziel ist unser Volkstum zu erhalten und fortzuentwickeln und seinen Wert in rassischer Hinsicht zu erhöhen. Rasse ist keine Theorie, Rasse ist der Strom des Erbgutes, das Um ernichtbare, das in uns lebt. Der Einzelne stirbt, die Rasse aber pflanzt sich fort, ist unsterblich, wenn alle Generationen ihre Pflicht tun“. Charlottenburg Einen ’wohlgeiungenen erfreulicherweise von der Jugend stark besuchten Gemeindeabend hatte die jüdische Reli- ...Z1 k „ „ I » i 4 a n k ■■ ■• <T i. 1/ in fl»»r Süll. alul K UtmillCII \jv.ll«muvuuwiiu J-• 1 c gionsgemeinde Charlottenburg e. V. in der Svnagoge in der Schulstraße veranstaltete Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Reich mann, führte'in seiner Eröffnungsansprache aus, daß das Ziel, die Arbeit und Sorge der Älteren sei, der -Jugend in Deutschland einen Icbensmöglichcu Bodcu una Raum zu schaffen. Der religiöse jüdische Deutsche könne sein Heimatland nicht wie ein Kleid wechseln. Deutschland sei unsere Heimat und.werde es bleiben. Helene Hayer Florettmeisterin von U.S.A. In überzeugender Weise sprach sodann -Wilhelm Gractz vom Hauptvorstand der Jüdischen Gemeinde über Jüdische Haltung. Das Judentum müsse wieder innerlich erlebt werden. Wenn wir aus den Quellen des Judentums schöpften, dann könne und werde positives, produktives jüdisches Leben entstehen. Was die äußere Haltung angene, so müsse Zurückhaltung und Bescheidenheit der Not der Zeit Rechnung tragen. Das jüdische Haus mit seiner Pflege der jüdischen Tradition müsse wieder zur Gelhing kommen. New York. Die in New York ausgetragene Damen- Florettmeisterschaff der Vereinigten Staaten Arnerikas gewann die deutsche Jüdin Helene Mayer, die die vorfähfige Siegerin Dorothv Locke besiegte. Helene Mayer ist die einstige deutsche Meisterin und spatere Weitmeistenn im Damen-Fechten. * Zur Vertiefung jüdischen Wissens Der zweite Redner des Abends, Martin Sobotkcr, der Vorsitzende der deutsch-jüdischen “Jugendbewegung, sprach von der Not der heutigen Jugend, die größer sei als die der früheren. Mit klaren Worten schilderte er die große Arbeit, die von dem Jugenddezernat geleistet würde. Berufsumschichtung und -Arbeit, Möglichkeiten zum Lernen, Religionsausübung, soziale Arbeitsleistung habe das Amt zu, besorgen. Daneben müßten Sportplätze geschaffen, Jugendheime und Jugendherbergen gegründet werden. Nicht nur die _ __!_!_i. ... J..^. »i<„L etia itrtnrmniciPrth ltlf7#“TlM fTtltSüP Der Liberale Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. lud zu einer Reihe von. Abenden ein, an denen Kurse zur Vert.efungjudischen Wissens in kleinerem Kreise gehalten wurden. Dr. Hermann Sänger sprach aus der Fülle seines Wissens über das ganze große Gebiet jüdischen Brauchtums und jüdisch-religiösen Lebei«, wie es sich in Haus und Familie der Juden da stellt. Er beschränkte sich hierbei nicht nur auf die reine Wiedergabe dieser Formen, sondern verstand es auch, m ebendiger und anregender Weise die Gebräuche aus den Quelten der Volkskunde und des Volksglaubens zu erklären. Besonders bereichernd war dabei auch die Darstellung einer Fülle seltener Sitten und Varianten jüdischer Bräuche, wie sie Dr. banger ncimc uiiu juycnuin.iu'-ig'-»* 6*511111«« „-w. ---_ — organisierte, sondern auch die unorganisierte Jugend müsse betreut werden. Kinderstuben, Jugendlesestuben, Werkarbeits- ♦_: t— Min n-ave!» nm-lt {IßMfl fffnPn. oeircui Mciutu. cvmuvtatuu*-», --- - säle seien in der Entstehung. Man werde auch uararugehen, wie in früheren Jahren, kranken und erholungsbedürftigen ' Kindern die Gelegenheit zu geben, sich zu erholen und sie für das Leben widerstandsfähiger zu machen. Magdeburg, im April. Vor etwa fünf Wochen wurde uns mitgetcilt, flalt wir ein Heim des „Bundes deutsch-jüdischer Jugend“ bekommen sollten. Acht Tage später war die Sache fest, und es - herrschte bei uns große Freude. Nur hatte die Sache zwei Haken; denn die beiden Räume, aus denen das Heim bestand, waren zwar sehr scliön, aher bis auf einen, großen Schrank. Lampe und Ofen in'jedem Zimmer leer. Nun wurde ein Aufruf aufgesetzt undan die Mitglieder und Freunde des Bundes .geschickt. Darin wurden sie aufgefordert, Tische, Stühle, kurz alles, was in ein Hcmi; paßt, für uns zu spenden. Und so häuften sich in kurzer Zeit alle möglichen und unmöglichen Gegenstände, die nach Ansicht der Eltern für“ uns paßten. — Jetzt kam Haken zwei - an die Reihe. Denn natürlich. hatten,die. Sachen verschiedene Farben, und damit unser Heini etwas wohnlicher wurde, sollten alle Möbel die gleiche Farbe bekommen. Darum wählten wir braun. Zuerst wurden alle unbrauchbaren Sachen fortgebracht, und dann ging es an die Arbeit. Es blieb allerdings dabei nicht beim Streichen der Möbel. Auch unsere Kleider bekamen reichlich von der Farbe ab; denn wir strichen natürlich selber. Wenn die Einrichtungsgegenstände auch nicht wie vom Maler gestrichen aussahen, so wurden sie doch sehr schon, -und dazu kam das Gefühl, daß es eigene Arbeit war. So slieg die Einweihungsfeier mit einer kleinen Verzögerung in Anwesenheit aller Mitglieder. Zu unserer großen Freude wohnte der Feier auch ein Abgeordneter der Berliner Rundeslcitung, Heinz Warschauer,-bei. Es war auch Herr Rabbiner Dr. Wilde anwesend, ferner Vertreter des C.V., des ' R.j.F., der Liberalen Vereinigung, des Frauenbundes, der Gemeinde und der- Loge. Die Feier wurde mit dem Lied , Adaun atilom“ eröffnet. Danach sprach Ruth Hadra ein paar Begrüßungsworte. Darauf schlug Herr Dr. Wilde die Mesttsse ein und erklärte diese Handlung. Anschließend brachte ein Sprechchor ein Gebet in Versen dar. Heinz Warschauer sprach sodann Tiber die Ziele, des Bundes. Er überbrachte uns Grüße der Bundesleitung und der- Berliner Kameraden. Er sagte, daß mit der Gründungunseres Heims ein wicht i ge r Bau-, stein zur Ausführung unserer Ideen gelegt worden sei. Ferner führte er an, daß die Grundlagen des Bundes Kameradschaft, Liebe 'zum Judentum und zum Deutschtum seien. Die Feier beendeten wir mit dem Kameradschaflslicd und einem kräftigen „Bereitschaft". _- ® tierbrrt.S. (JunRerengruppe). Umrahmt waren die Vorträge von Gesängen des Oberkantors Go Man in, der mit jugendlicher Kraft und Schönheit unter Begleitung von Fräulein Abrahamson seine herrliche Kunst zum Ausdruck brachte. An die jüdische Gemeinde Berlin sei jedenfalls der Appell gerichtet, der Charlottenburger Gemeinde mit ihrem regen jüdischen Leben Mittel zur Verfügung zu sielten, damit sie zweckvolt weiter arbeiten, kann. Stiller Teilhaber 2000 Mark I fßr gntgehcode» Unternehmen eofort I ■acht Zuschrift, erb. d. JQd.-1lb. Zel- I tunir* Chart. 4, Mommsenitr. 40 mit, I>. 320 | Aelterer Buchhalter und Kassierer, „ bestempfohlen, erfahren in Mahn* und Klagesachen, sucht Stellung bei minimalen Ansprüchen. H. Krotosehln, Berlin N 54, Christinenslraße 5

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