Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-04-24 · 33 (24.4.1934) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
33 (24.4.1934)
Date
1934-04-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2613366-2613519-2613549--4883-2616636
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

14. Jahrgang Nummer 33 S&irifdj'lHietale Seifung Beilage 24. April 1934 Eine Geige singt . . Berliner Skizze von Eugen Tannenbaum ■ Das Symphonie-Konzert des Städtischen Orchesters in der Tonhalle verlief glanzvoll wie jeder der. Abende, denen ■ Richard Bloch den Ruhm seines Namens und den Elan seiner Stabführung verlieh. Beethoven, Brahms und Arnold Seliönberg zierten das Programm. . Träger geläufiger Namen saßen in den ersten Parkettreihen. Hinter dein roten Samt der Logeiibrüstungen tauchten die Köpfe von Persönlichkeiten auf, die jedem der Konzertbesucher aus den illustrierten Zeitungen bekannt waren. Die hintere Hälfte des Saales nahm der große anonyme Chor begeisterter Musikstudenten ein, die Masse der Musikliebhaber, die im Lauf der Zeit auf die billigeren Plätze, abgewandert war, die Schar der persönlichen Verehrer des großen Dirigenten, die jede Schönheitslinie seiner Bewegungen kannte und . liebte und jede Nuance seiner musikalischen Ausdeutung beglückt auskostete. . Den einzelnen Sätzen der Symphonien hefteten. sich brausende Akkorde des Beifalls an. ■ Doch erst am Schluß des Werkes verneigte sich der Gefeierte, wobei er mit der linken Harnt die langen weißen Strähnen aus' der hohen, feuchten Stirn strich und mit der rechten, die noch 'den Dirigentenstah hielt, -den empfangenen Dank auf die Mitglieder seiner Kapelle ausdehnte. Der letzte Tonn der fünf kleinen Orchesterstücke von Arnold Schönberg, deren Klanggewebe voll kühner’ Verknüpfungen Richard Bloch restlos zur Wirkung gebracht hatte, war verhallt, in marmorner. Ruhe, die nichts von seinem Innern ausstrahlen ließ, neigte sich der Dirigent dem rauschenden Applaus. Man erhob sich von den Sitzen, um ihn besser sehen zu können. Man umdrängte das Podium, um ihm aufgerissene Liebe und Verehrung aus unmittelbarer Nähe entgegenzubringen. Keine Miene in seinem verwitterten Schauspielergesicht, aus dessen Falten eine Nase kühn hervorsprang, regte sich. Erst im Künstlerzimmer, als er mit sich allein war, fern von. Ovationen, losgelöst von dem Musikkörper, dessen Herz und Geist und Kopf er fast ein Menschenalter lang gewesen, erlitt er einen Schwächeanfall. Richard Bloch hatte zum letztenmal ein öffentliches Konzert dirigiert. Einen Tag nach dem letzten Symphoniekonzert brächten die Zeitungen im Anschluß an eine kurze Kritik des Abends die Nachricht von seinem Abschied. Dies war Richard- Blocks Nekrolog. * .. _ . ... .... Und doch lebte er weiter. Nicht in der Stadt, in der ' sein Ruhm gewachsen war. Er hätte ins Ausland gehen können, wie so mancher seiner Kollegen. Angebote von< lmprepresarios, in Holland, in England, in Südamerika Gastspielkonzerte zu veranstalten, lagen vor. Er lehnte alle ab. Er konnte und mochte sich nicht aus dem Erdreich lösen, in dem seine Kunst verwurzelt war. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Berlin, um unterzutauchen in der Legion der Namenlosen. Ein Zimmer in einer Mietskaserne des Berliner Ostens nahm ihn auf. Und mit ihm einen Stoß ■ seiner Lieblingspartituren und seiner- Geige, über deren Steg er vor über vierzig Jahren ins. Zauberreich der Musik gelangt war. Vielleicht wäre es ihm möglich gewesen, aus der Reklamemacht seines Namens wenn auch bescheidenen materiellen Nutzen zu ziehen. Aber auch davon mochte Richard Bloch nichts wissen. Er Wollte zahllosen seiner Glaubensgenossen nichts voraus haben. mit dem berühmten Namen, der jäh ausgetilgt war, einen Kellner herbei und bestellte eine Runde Cognak für. die Mitglieder des Orchesters. Seine letzte Barschaft, die er hei sich trug, gab er dafür hin. Nachdem Cr so gewissermaßen seine Visitenkarte ohne Namen abgegeben und der Dirigent der Kapelle ihn mit leicht ironischen Bemerkungen bei seinem Orchester eingeführt hatte, trat Richard Bloch vor die Musiker hin, hob den Taktstock und dirigierte die Tanznnmmer, deren Noten aufgeschlagen auf den Pulten lagen. Um ihn herum spotteten die lärmenden ^Instrumente, steppten die Nadelstiche der Banjos, meckerten Trompeten, dudelten “Saxophone — ohne Rücksicht auf Richard Bloch, dem der Angstschweiß über die Stirn perlte, und der sich - vergebens bemühte, das Orchester in seine Gewalt zu bringen. War es Wirklichkeit oder schien es ihm nur so, als ob ihn aus dem wogenden Meer brodelnder Klänge die Gesiebter der Musiker wie höhnische Fratzen angrinsten? Als ob die Instrumente ihm Zurufe ins Ohr jagten? Immer wilder wurde das Chaos der Töne, das sich nicht von dem kleinen Männchen mit den weißen Haarsträhnen gebieten ließ. Wie ein Ertrinkender ruderte der Dirigent der schönen Geste mit den Armen. Wie Blitze fuhren die zackigen Bewegungen seines Tacktstocks durch die rauchgeschwängerte Luft, bis er am Pult zerbrach. Da riß Richard Bloch eine neben ihm liegende Geige unter das Kinn, um sich mit ihren Klängen durchzusetzen — vergebens. Längst Hatten die Paare ihr Tanzen eingestellt. Lächelnd umstanden sie das Podium,"den Mann da oben durch ■ Eines Abends" ging er in der Gegend des Schlesischen Bahnhofs .an einem Tanzlokal vorbei, aus dessen Halle das Gedröhn einer Musikkapelle anreißerisch auf die Straße drang. Er trat ein und setzte sich an einen der Tische in der Nähe des Orchesters, der von den Pärchen,"die mit Vorliebe das Lokal frequentierten, wegen der Unmöglichkeit, im Lärm der Musik Gespräche und Zärtlichkeiten auszutauschen, geiniedenl-j, wurde. Lampions baumelten an der verräucherten Decke/--, Stoße dbeutficilc ußer das (Judentum „Daß — die Lehre von der Einheit Gottes-bei; seite gesetzt, welche in den Büchern des Alten Testamentes sich findet und sich nicht findet, — daß, sage ich, ■ wenigstens die Lehre von der_-Unsterblichkeit der "Seele und die damit verbundene Lehre von Strafe und Belohnung in einem künftigen Leben darin völlig fremd sind, beweist ebenso wenig wider "den göttlichen Ursprung dieser Bücher. Es kann demunge- , ,a.ch.t«/;,jro.it aJlea IlW««. V(&ndern..und ,Prophezeiungeit seihe gute Richtigkeit:haben. Denn laßt uns setzen, jene Lehren würden nicht allein' darin vermißt, jene Lehren wären auch sogar nicht einmal wahr; laßt uns setzen, es wäre wirklich für die Menschen in diesem Leben alles aus: wäre darum das Daseins Gottes minder erwiesen? Stünde es darum Gott minder frei, würde es darum Gott minder ziemen, sich der zeitlichen Schicksale irgend eines Volks aus diesem vergänglichen Geschlecht unmittelbar anzunehmen? Die Wunder, die er für die Juden tat, die Prophezeiungen, die er durch sie aufzeichnen ließ, waren ja nicht bloß für die wenigen sterblichen Juden, zu deren Zeiten sie geschahen und aufgezeichnet wurden: er hatte seine Absichten damit auf das ganze jüdische Volk, auf das ganze Menschengeschlecht, die hier auf Erden vielleicht ewig dauern sollen, wenn schon jeder einzelne Jude, jeder einzelne Mensch auf immer dahinstirbt.“ ' Gotlhold Ephraim Lessing. ■ Aus: „Ute Erziehung des Menschengeschlechts“. Girlanden zogen sich in weit gespannten Bogen zwischen den i£ Schilder an auf gefrischten Häuserportalen. Aber es gibt mit- Säulen hin, die das Gewölbe stützten. Hingebungsvoll tanzten^ jj leidige Portiers, die einem armseligen Musikanten den Zütriti die Paare im wechselnden Licht' von Scheinwerfern. Die durch den Nebeneingang nicht verwehren. Zurufe zu immer wilderen Bewegungen anfeuernd. ln johlendem Tumult ging der Schuß der Tanznuinmer unter. , * - „Betteln und Hausieren verboten“ warnen knallig-rotehi mit- Zutritt die Paare im Musiker suchten die Stimmung noch zu erhöhen, indem sie durch Papp-Megaphone Refrains von Tonfitmschlagem sangen, sich zu den Klängen eines bayerischen Jodlers winzige Lodenhülchen über den Kopf stülpten und anderen musikalischen Unfug trieben. Angezogen und angewidert zugleich, folgte der. verabschiedete Leiter des Städtischen Symphonie-Orchesters in M, mit Augen und.Ohren den Vorgängen um ihn her. Wenn er Richard Bloch spielt auf Hinterhöfen. Fragend gleiten seine Blicke zu Küchenfenstern, Vorratskammern und Hinterziinmem, ehe er Geige und Bogen dem Kasten entnimmt und zum Spiel ausetzt. Kalter Frühlingswind fährt durch die Aste. In sein Rauschen hinein singt die Geige ihr Lied. Doch es sind nicht jene Weisen, die aus heiterem Gemüt strömen, im-' Marschrhythmus und in der Unbekümmertheit fröhlicher Volkslieder. Mollmelodien sind es, jahrhundertealt, War Stefan George Jude? George, der bedeutende moderne dcut>chc Dichter der Künder des „Neuen Reichesist -J title, und seine’— Kunst ist iiiideutscli. Nein, nicht wir sind so vermessen, das /n behaupten, sondern die Nürnberger Wochenschrift „Der Stürmer“ (Nr. 10) stellte das knr/.lieh fest. Darin heißt es: . . ,< lcorß'' »»II nach Kürschners Literaliirkaleiuler tatsächlich Heinrich Abel es geheißen haben. Es wird neuerdings , bestritten, aber verdächtig ist, daß die Juden K. Woltskehl, der berüchtigte Professor üundolf, der eigentlich Gupdolfinger heißt, und Richard M. Mever mit der ganzen jüdischen Presse sich für ihn einsetzen. I)er deutsche ueilller aber schrieb über ihn: .Der w'fttlichc George, eine iiicrkwurditfe Ke^riffsvervvirrunj; für die seltsame Blast», uie der Geist der Zeit in der Kunst derer um tleinrnJi Abeies yetriehcii hat. Seine Töne sind /u närrisch und iinüeutscli und werden in dem teile der Literaturgeschichte,—‘ lm k*!n'’iatl,rc,!. briiii»!, vertreten bleiben.’ Auch hier imillle Klarheit Geschäften werden, denn die VcritachtsjjrfHiiU* sau! /windend. Deutsch sind Georges. Duhtiiit^ni sicherlich nicht und muten fremdartig an.“ Daun zitiert der „Stürmer“ noch vier Verse de> .Dichters, um zu dem Schluil zu kommen: „Lin* Stil, dem jüdischen Dadaismus sehr ähnlich.“ * Dazu wäre folgendes zu sagen: Wir können nur he* dauern, da» Stefan George kein Jude ist. Jedenfalls haben wir nirgends etwas darüber gefunden. Nicht einmal Härtete oder Fritsch in seinem Handbuch der Judeiifrage-bVmerkeii etwas darüber. , Wie mau im übrigen das Werk Stefan Georges beurteilt, sagt vielleicht am besten Professor Hans Naumann in seinem neuen-Buch „Die deutsche Dichtung der Gegenwart*.* l)ort heilit es: „Hier ist-eine wahrhaft neue Geistigkeit in der Welt erschienen, neue Gehalte, nicht nur neue Formen,^ eine grobe innerliche Gesamtauffassung unu ein neues Gefühl' für'die innersten Angelegenheiten unseres Volkes, um das' sich die ganze Epoche' so wenig bekümmert hat. Das alles war unerhört und stand völlig einsam in seiner Zeit, von ganz wenigen nur begriffen, verstanden und geteilt.“ . An “einer anderen Stelle schreibt Professor Naumamv: „Wir werden uns daran gewöhnen müssen in Stefan George die höchste dichterische Instanz des neuen Keiches zu stehen. Was Hauptmaun oder Thomas Manu dem NachkriegSrdeutschlaiKl war, das scheint das Schicksal laugst ungleich tiefer und geheimnisvoller mit Stefan George für das neue Reich vorausbestimmt zu haben. Die mcislcn Deutschen ahnen -nicht, da» hier mit ungeheurer Prophetie der Ausbruch des neuen Reiches und die Gestalt seines Führers schon vor zwölf Jahren geweissagt worden sind...“ . Da» bedeutende Juden sich von jeher für Stefan George eingesetzt haben, steht auf einem anderen Blatt. BUNTE ABENDE •Der Weinbaum^che Chor im Beethovensaal , ..... .Der-a-capella-Chorvoip-AJextuideriWieiiab a umgpbiei» Konzert im beelhovemiaal. Selten wird ein Niveau erreicht, bei dem, wie hier, zwischen Werk und Wiedergabe ein." fco absolute Kongruenz besteht, bei dem sich die Intentionen de* Dirigenten mit der Sicherheit, mit welcher der Cljpr auf eie ’ reagiert, so restlos decken. Weinbaum vermcidef aufs peinlichste jede äußerliche, überflüssige Geste, jedes Zurschaustellen der eignen Person. .Für seine Arbeit spricht die hohe_ Leistungsfähigkeit des Chors, der bis ins Letzte ausgefeilt, nuancenreich und mit offensichtlicher Liebe, zur Sache sang. Wir erleben es nicht oft — was doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit wäre --, daß nirgends eilte Bewegung ins Leere gemacht wirtl, daß auf jede Andeutung in der Zeichengebung tatsächlich der entsprechende Ausdruck beim '.Chor, erfolgt. Die Vortragsfolgc enthielt größtenteils heitere Frültliugs.- üeder, Madrigale und Volkslieder mis mehreren Jahrhunderten, angefangeu von Isaac und Lasso bis herauf zu Brahms, Othegraven und Hugo Hermann. ' Alis dem Programm muß besonders das eiit/Uckendc Bierlied des alten Joh. Herrn. Schein erwähnt werden. Aii-dem Erfolg von Hermanns nicht allzu., belangreichem Liederzyklus tiardas liarfeitspicl von Ilse Nathan wesentlich Anteil. SJcf.ui Frenkel, den Alexander Weinbaiini mit .Geschick .begleitete, spielte .einige billige Zugalicstiickclicn mit großer Bravour. , —nn. Lena Stein-Schneider im römischen Rundfunk- Aus Rom wird uns gesell rieben: In der Sala Sgambati in Rom konzertierte die bekannte Komponistin Lena. S t e i n - S c h u e i d e r. I )ie .Künstlerin, die in Amerika und zuletzt in Berlin als Komponjstin, Sängerin und Pianistin große Erfolge hatte, hat sieh in Berlin vor allem außer durch ihre schlichten und volkstümlichen Kompbsitioncn durch die Gründung des R u b i n s I e i n - C I u b s bekannt gemacht. Ihr Konzert in Rom, das zur-.-Hauptsache-eigene Kompositionen umfaßte,- wurde zu einem außerordentlichen Erfolg. Das verwöhnte römische Publikum war von der graden und unkomplizierten Musik begeistert und erzwang zahlreiche Wiederholungen und Zugaben. Auch die führenden römischen Zcitungcji hielten mit ihrem Lob nicht zurück. Ita's Konzert wurde auch auf den römischen Sender übertragen, eine Auszeichnung, die bisher nur wenigen ausländischen Musikernzuteil wurde. ' de. t>. die Tollheiten der Kapelle auch als Entheiligung der Musik die Not und Elend überdauert haben, die den Fall Jerusalems ‘ empfand rührten sie doch sein Blut auf, so daß es in ihm beklagen, die durchzittert sind von religiöser Weihe und in -zuckte auf das Podium zu springen und noch einmal, ein Tönen der Demut dunkel aus den Saiten klingen. zuckte, auf das Podium zu springen einziges Mal noch, ein Orchester in seinen Rhythmus Itinein- 'zureißen. . . , Ais der Kapellmeister beim Herannahen der Polizeistunde vom Podium abtrat, um einem der Geiger für den kleinen Rest der Nacht den Dirigentenstab zu überlassen, ging Richard Bloch auf ihn zu und äußerte den .-Wunsch, eine einzige Nummer dirigieren zu dürfen.. Launen eines Sonderlings, dachte der Tanzdirigent, der den seltsamen Gast während des ganzen Abends beobachtet hatte. Nach einer kürzen Überlegung gab er jedochseine Zustimmung. .'.Aber,“ so schränkte er seine Erlaubnis ein, indem er den alten Herrn kritisch abschätzte, „das kostet ’ne Kleinigkeit.“ Und als Richard Bloch nicht zu verstehen schien, fügte er erläuternd hinzu: „Na, meine Musiker sind begreiflicherweise sehr durstig.“ Da winkte der Kapellmeister Ihrer Fremdheit verschließen sich die Fenster. Aber dringen sie an das Ohr gleichgestimmter Menschen, dann öffnen sich ihre Herzen. Und ihre Hände. Und zaghaft bückt . sielt der greise Geiger, um die in Papier cingewiekelfen _ Münzen, die hart auf den asphaltierten Boden niederklatschen, mit gekrümmtem Rücken aufzuheben. Seine Finger schmerzen vom langen Spielen. Unermüdlich klagt es aus seinem Instrument. Es ist, als sei er mit der •Geige zusammtngewachsen. Den Kopf hat er tief zur Seite geneigt, als schäme er sich und wolle sein Gesichtnicht zeigen, das von Traurigkeit überschattet ist. Seine Geige klagt . .-. und weckt ein Echo, das zu ihm ' findet. Eine Stimme gibt Antwort und -noch eine und wieder eine, durch Fenster und Wände und Wind, der sie zum Himmel trägt. Dr.' Fritz Eisenberg trug an' zwei Abenden in einem Berliner Privathatisc eigene und fremde Dichtungen vor und reizvolle Lautenlicdcr. Man nahm den Eindruck der viel- . seifigen Gestaltungsgahe des Vortragenden mit nach Hause. Neben Goethe, Schiller, Shakespeare und Heine („Am 'Teetisch“) wurden Hofmannsthal und Rilke wirkungsvoll zu Gehör gebracht. Unter den eigenen Arbeiten blieb „Verzicht“ und „Das Zimmer“ im 'Gedächtnis, während die 'schlichten Lautenlieder den Veranstaltungen ein volkstümliches Gepräge gabelt, so daß der Besucher in vielfältigster Welse angenehm unterhalten - wurde. Ur. (). IE Konzert in Konstanz. Einen Höhepunkt der musikalischen Veranstaltungen bildete das Konzert der cnffieimischen Künstlerin Else H a y m a n n. Als Mitwirkende waren die Solisten Emmy'Josef und Max Lipmann aus Mannheim gewonnen. Fräulein Haymann leitete den' Abend mit dem E-moll-Präludium öp. 35 von Mendelssohn ein und schuf damit die Stimmung für den ganzen Abend. Den Gesängen der Solisten war sic eine hervorragende Begleiterin. Frau Josef sang mit besonders weicher und gewinnender Stimme „Komm, süße Freiheit“, „Erwach zu Liedern der Wonne“ von Händel, und wußte durch das „Alleluja“ von Mozart die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.