Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 31 (17.4.1934)
- Date
- 1934-04-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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14. Jahrgang Nummer 31 ÄMMiftetale äeifung Beilage 17. April 1934 Benjamin: Das neue Telefonbuch Das alte Exemplar ist abzugeben, Man nimmt dafür das neue in Empfang, Und findet drin: ein kleines Stückchen Leben, In klarer Schrift, zwölftausend Seiten lang. 1" Der himmelblaue Einband war verblichen, Im neuen Buch ist noch keim Blatt zerfetzt, Doch mancher liebe Name ist gestrichen, Sein Amt und seine Nummer sind besetzt. Man wendet langsam Blatt um Blatt, beklommen, Der Anschluß, da und dort, besteht nicht mehr, Das neue Fernsprechbuch hat abgenommen, Denn viele seiner Namen wogen schwer. * Der Teilnehmer ist längst nfcht mehr erreichbar Und je-per ohne Anschluß an die Welt, Die andern haben sich, dem Amt vergleichbar, Auf einen Selbstanschluß jetzt um gestellt. .wenn er vor dessen Verkündigung stürbe; so versuchte er denn m seiner Bedrängnis, mit vernünftiger Rede ihnen beizukommen ... Sie aber verschlossen ihre Ohren, so verzweifelt waren sie. Dem Tode hatten sie sich längst geweiht und wurden darum nur um so mehr verstockt. Von allen Seiten drangen sie auf Josephus ein, mit gezückten Schwertern, und schmähten ihn wegen seiner. Unmännlichkeit. Jeder schien bereit, ihn auf der Stelle zu erstechen. Er aber, den einen rief er bei seinem Namen, den andern blickte er mit dein Auge des Eeldherrn an, einen dritten faßte er bei der Hand, einen vierten besiegte er durch Bitten; also, Selbst von den.mannigfachsten Empfindungen durchbebt, vermochte er, in dieser Not, das Mordschwert von sich abzuwenden. Wie ein eingekreistes Wild, wandte er sich stets gegen den, der ihn gerade angreifen wollte. UnU da sie auch in dieser letzten Bedrängnis m ihm noch immer ihren Anführer ehrten, erschlaffte ihr Sinn, die Waffe entglitt ihren Händen, und viele, die das Schlachtschwert gegen ihn erhoben hatten, liehen es aus freiem Willen wieder sinken. Ihn selbst hatte in dieser ausweglosen Lage seine Über* legung nicht verlassen, und, im Vertrauen auf die Fürsorge Gottes, wagte er sein Leben. Er sprach: „Da alle /um Tode entschlossen sind, wollen wir durch das Los entscheiden, \ver jedesmal am andern die Tötung vollziehen imilt. Der, den das Los getroffen hat, falle von der Hand dessen, den es nach ihm trifft; so wird das Schicksal uns alle, der Reihe nach, ereilen, und doch keiner gezwungen sein, die Hand gegen sich_ selbst zu erheben. -Auch wäre es unrecht, wenn, nachdem die andern dahin sind, eiuer etwa reuig würde und sein Leben rettete.** Durch diese Rede erschien er wieder ihres Vertrauens würdig; er gewann sie für seinen Vorschlag und loste selber mit. Jeder Mann, der'das Los zog, ließ sich Willig von seinem Nachfolger hinschlachten; nahm er doch die Überzeugung mit, daß der Feldherr gleich darauf sterheu wurde. Der Tod gemeinsam mit Josephus deuchte ihnen süßer als das Leben. Aber war es mm ein Zufall oder göttliche Fngung: Josephus blieb, mit noch einem Gefährten, von allen , übrig. Nun mochte er ebensowenig selbst das Todeslos ziehen oder, wenn der andere es zöge, seine Hand mit dem Blute eines Stammesgenossen beflecken. Und er überredete jenen Mann, sich auch den Römern zu ergehen. Das Erbe unserer Ahnen Woher kommen die jüdischen Namen? Von Dr. Max Golde Die Gestalt des Historikers Flavias Jaseplris, dessen Schritten für die Periode des. zweiten Tempels fast die ein- ' zige geschichtliche Quelle darstellen, ist von jeher Objekt leidenschaftlichen Interesses gewesen. Emanuel bin Gorion hat jetzt unter dem Titel „Das Leben■ des Fidvius Josephus“ Aufzeichnungen des Verfassers des,Jüdischen Krieges“ und.der „Altertümer'< zusammengestellt und übersetzt. Mit Erlaubnis des Schocken-Verlages bringen wir hier ein etwas gekürztes Kapitel aus dem lesenswerten Buch. Die Römer fahndeten indes eifrig nach Josephus.- Ihre eigene Erbitterung trieb sie dazu an, vor allem aber wünschte der Feldherr dringend seine Gefangennahme, von der vielleicht die Entscheidung des Krieges abhinge. Sie suchten ihn unter den Toten und durchstöberten alle Schlupfwinkel. Aber er war, als die Stadt fiel, wie unter göttlichem Beistände mitten durch die Feinde geschlichen und in eine tiefe Zisterne gesprungen, von welcher seitlich eine geräumige, nach oben nin unsichtbare Höhle abzweigte. Hier fand er vierzig angesehene Jotapatener versteckt und ausreichende Lebensmittel für einige Zeit. Tagsüber hielt er sich verborgen, da die Feinde alles besetzt hatten; nachts aber stieg er herauf, suchte einen Weg zur Flucht ausfindigzu-machen -und.spähte..die.„Wachen aus. , Aber gerade um seinetwillen war allenthalben alles gesichert ’ und ein Entrinnen unmöglich. So kehrte er wieder in die Höhle zurück. Zwei Tage blieb erunentdeckt, am dritten verriet ihn ein Weib, das bei ihnen gewesen und gefangen worden war. Eilends sandte Vespasian die beiden' l'ribunen . Paulinus und Galticanüs aus, dem Josephus Sicherheit zu versprechen, und ihn zu überreden, daß er herauf käme. Angelangt riefen sie ihn an und verbürgten ihm sein Leben. Aber sie überredeten ihn nicht. Das wahrscheinliche Urteil über einen Mann, der den Römern solches zugefügt hatte wie er, nicht die milde Natur der Abgesandten stellte er in Rechnung und besorgte, sie suchten ihn nur deshalb auf, um ihn zur Hinrichtung zu führen. Vespasian sandte einen dritten Boten an ihn ab, den Tribun Nikanor, der dem Josephus persönlich bekannt und von früher her vertraut war. Dieser stellte dem Josephus die Nachsicht der Römer gegenüber den von ihnen Besiegten vor; durch seine Tapferkeit habe er, Jo-, sephus, mehr die Bewunderung als den Haß der römischen Führer erregt, und der Feldherr wünschte ihn nicht zur Bestrafung vorzuführen — was er ohnehin durchsetzen könne, auch'wenn Josephus nicht herauskame — sondern den als heldenmütig bewährten Mann zu erhalten ... „ Josephus blieb auch dem Nikanor gegenüber noch schwankend. Die Soldaten in ihrem Zorn wollten schon Teuer in die Höhle werfen. Ihr Anführer hielt sie aber zurück, denn ihm lag viel daran, den Mann lebendig zu fangen. Nikanor setzte dem Josephus immer, dringender zu, auch vernahm diese deutlich die Drohungen der Soldaten. Da besann sich Josephus auf nächtliche Träume, durch die ihm Gott das. bevorstehende Unglück der Juden wie das. künftige Geschick der römischen Kaiser angezeigt hatte. Er besaß nämlich die Gabe durch Auslegung von 1 räumen auch das von der Gottheit doppelsinnig Gesagte zu enträtseln, die Weissagungen in den Heiligen Schriften waren ihm vertraut, denn er selbst war ja Priester und priesterlicher Abkunft. Zu dieser Stunde nun wurde er von göttlicher Begeisterung ergriffen, er zog die schauerlichen Bilder aus seinen letzten Träumen wieder hervor und betete in der Stille zu Gott: „Dir gefällt es, den jüdischen Stamm, den Du aufgerichtet hast, zu beugen, das Gluck hat sich gänzlich den Römern zugekehrt, und meine Seele hast Du erwählt, die Zukunft zu verkünden. So biete ich denn den Römern willig die Hand und wähle das Leben. Dich aber rufe ich zum Zeugen an, daß ich nicht als einer, der Verrat übt, zu ihnen gehe, sondern als Dein Diener.“ Nach diesem Gebet vertraute er sich dem Nikanor an.. Als aber die Männer, die das Versteck mit ihm teilten, merkten, daß er geneigt sei, jener Aufforderung zu folgen, stellten sie sich rings um ihn auf und schalten ihn mit folgender Bude: Wahrlich tief aufseufzen werden über dich die väterlichen Gesetze, die Gott gestiftet hat, er, der den Juden Seelen anerschuf die den Tod verachten. Willst du wirklich, Josephus. aus Liebe zum Leben künftig als Sklave das Tagtölicht sehen S Wie schnell hast du deiner selbst vergessen! Wie viele sind auf dein Geheiß um der Freiheit willen in den Tod gegangen! Eitel war also der Ruf der Tapferkeit, eitel auch_ der der Klugheit, in dem du standest, wenn du wirklich wähnst, von denen begnadigt zu werden, denen du so schwer zu schaffen gemacht hast, und, falls die Sicherheit dir wirklich verbürgt ist, wenn du sie von ihnen entgegennehmen, magst! Allein, hat dich auch das Glück der Römer so verblendet, daß du deiner selbst nicht achten willst —van uns ist es, die Ehre unseres Volkes zu bewahren. Wir bieten djr Am und Schwert: % stirbst du aus freiem Entschluß, so stirbst du als der Juden Feldherr, wenn aber unfreiwillig, so sollsydu als Verräter, sterben.“ Mit diesen Worten zogen sie ihre Schwerter und drohten ihn niederzustoßen, wenn er sich den Römern ergäbe loseohus fürchtete, daß sie tätlich wurden, und glaubte zugleich einen Verrat an dem göttlichen Geheiß zu begehen, Das Gedächtnis der Ahnen-ist von den Juden zu allen Zeiten durch Feste, Familiengedenktage und pietätvolle Brauche gefeiert worden, so daß sie eine Familientradition unter uns schufen. Der Neuaufbau unserer Tage führt uns wieder dazu, die lange Zeit vernachlässigten Geschlechtsregister unserer Ahnen von neuem zu durchforschen. ' Der Begründer und Leiter der Gesellschaft für jüdische Familienforschung, Dr. Czellitzer, hat einmal darauf hingewiesen, daß schon die Namen L e v 1 und Cohn mit ihren zahlreichen Ableitungen auf die aus der babylonischen Gefangenschaft heimgekehrten Priester und Leviten hindeuten, die in der Heiligen Stadt bis zu ihrem Untergange das-Ansehen genossen, das bei den anderen: Völkern dem Geburtsadel zugemessen wird. Vergebens ließ Herodes ihre zahlreichen Stammesregister verbrennen, .um seine eigene edomitische Herkunft zu tarnen. Zwar wurde der Abkunftsadel unter den Juden dadurch erschüttert, aber nicht ihre Ahnentreue. Siefindet ihren Ausdruck in unseren-jüdischen Namen. Wunschträume ... Diese Namen j wecken in uns den Sinn zur innerlichen Erfassung der Dinge unserer Umwelt durch den, Geist, sodaß wireihrepraktische--Verwendung" , den basandsnn Bflichtsn, unserer eigenen: Bestimmung anpassenv Oft deuten sie den , Wünscht raum an, dessen Verwirklichung die Eltern; bei der Geburt ihres Kindes ersehnen. Dann werden sie zitm sinnfälligen Symbol der Ideenwelt, c**» später seinen Geis* e r f ü 11 en so.l 1. - . Von Adam an ... Aber, die Bedeutung der jüdischen Namen bleibt nicht im Bereich' des Gedanklichen, sondern greift auch in die praktische Ausgestaltung des persönlichen Lebens ein und verknüpft es zugleich mit dem Geiste, der unsere Gesamtheit umfängt. Wenn dieses Wirken der jüdischen Namen bei anderen 'bisweilen Argwohn hervorruft so gehört es_ doch zii den verborgenen Hilfsquellen der Juden, deren ehrwürdige Geschichte ihre Lebenskraft stärkt. Sie lassen die ältesten Geschlechter der biblischen Menschheit in unserer Mitte .fortleben durch Namen wie: Adam, Eva, Abel, Noah, Japhet, Askenas. Die Tradition der jüdischen Erzählkunst hat besonders die der Erzväter und Stammeshäupter ausgeschmückt, von Abraham und Israel bis auf Benjamin. Das Festhalten am Wortlaut der Gotteslehre erhielt auch ihre Beinamen' am Leben, so den Namen Loewc mit seinen zahlreichen Abarten zu Juda, so die Namen Bär, Kahn und Schiff, die sich von Cohenaus dem Priesterstamme Levi ableiten, so Hirsch und Hirschei, die auf Naphtali, sowie Fisch und Fischei, die auf Ephraim zurückgehen. ' Der Name verpflichtet Die in den jüdischen Namen verhalten schlummernden Kräfte legen uns eine überzeitliche Verpflichtung auf, die dem einzelnen eine innere Sicherheit gibt, welche keine geschieht-' liehe Wende im Leben der Juden, wie stark sie auch die gesellschaftliche Struktur verändern möge, aufzuhebeii imstande ist. Mit einer von außen nicht vernehmbaren Stimme stählt sie unsere Lebensfähigkeit und bewahrt uns die Kräfte rein, solange wir dessen eingedenk bleiben, daß jeder einzelne von uns wie unsere ganze Gemeinschaft das letzte Glied einer von biblischen Zeiten her bis auf uns hinabreiclienden Kette ist. Was die Endungen verraten Wenn Goethe einmal sagt, daß wir das allgemein Menschliche alle ausbaden müssen, so hält ein Sprichwort der Sephardim dem entgegen: „Wenn wir auch keine newiim (Propheten) sind, so kommen wir doch von newiim her.“ Darauf weisen besonders die Patronymifca der jüdischen Namen hin, die des Vorvaters Namen auf die Glieder der späteren. Geschlechter übertragen, wie Mosessohn, Levisohn, Rubensohn, Jacobsen. Häufig gehen sie auf Herkunfts¬ und Ortsnamen zurück. Auch werden sie nicht immer durch Wortstämme, sondern vielfach durch bloße Endungen gekennzeichnet, wie etwa die Namen Lewkowicz, Hurwitz und Horovicz zeigen, in ihrer slawischen Doppel-Endung bezeichnet ow die kollektive Zusammenfassung, das itz, itsch, icz oder ice, die Herkunft. So leitet der.Name Lewkowicz seine Familienfolge vom Kosenamen Lewek ab, was soviel ..bedeutet wie der gute, wackere, ursprünglich kleine Levi. Der Name Hurwitz nennt das Geschlecht des Hur aus dem . Stamme Juda, der von Michelangelo als Begleiter des Moses dargestellt wirdj wie er mit Aron des betenden Führers Arm im Kampfe stützt. Später nehmen auch Namen aus Kreisen des Erwerbslebens, sowie Gelehrtenfamilien dieselben Endungen an: Rabinowicz, Doktorowitsch, Kantorowicz, Jas wohl eher die Familie des Guts- oder 'Staatsschreibers bezeichnet, als die eines Sängers, zumal' dieser letzte Name sich auch als dörflicher Ortsname findet. Die gleiche Endung bekamen die Namen der Erzväte r und von der Mystik des Mittelalters her die Engetsnamen Michaelowicz; Gabrielowicz und Raphaelowicz. . _ - Viele der durch Fortbildung entstandenen Synagogal- oder Familiennamen, sind der uralten Schatzkammer menschlicher Typen, der Bihel,' entnommen und haben sich allen Anfechtungen zum Trotz seit Alters bis in die heutige Zeit behaupten können, und sie . erhalten den abrahamitischen Geschlechtersegen .lebendig für die, die steh dazu erheben können, über wechselnd Vergängliches fortzublicken.' Zart vorfühlend strecken die biblischen- Namen gewissermaßen segnend ihre himmlischen Vaterhände aus, um die ganze Menschheit einheitlich zusammenzufassen. Wer heißt nach der Prophetenmutter? Die starke Formkraft der jüdischen Namenbildung bleibt nicht hinter der Vielgestaltigkeit des Lebens zurück. & wandelt sich der, Name der Prophetenmutter Chiana, in verschiedenen Ländern zu Anna, Anni, Anita, Annchcn, Hamtele, Hannerl; der NWme von Moses’ Schwester Mirjam zu Maria, Marie, Iwgy, Mariane, Marüika, . Margot usw. In . Frankreich erfuhrst* die Scheidung vom Kosenamen Mariette — zur-gsrjngwertigen Marione Be; invC<t«ri»a-i.t>.-<ig^>M«»/„|i> Der TVame Jochanmai (Gottbegnadet) wurde zu Johann. Hannes, Hans, John (Bull), Jean (Potage),- Don ’Juah.‘. >• ■ . ältesten biblfschen Erahlungen lasse» die Namen der Kinder vielfach aus zufälligen Erlebnissen der Mutter bei ihrer Geburt entstehen. Später nennen sie allerlei Vorzüge,, die die Mütter ihren Lieblingen wie in alte» Märchen wünschen. Es sei hier nur an Namen wie Schönchen, Otidulu, Glückei, Blümchen erinnert. . Die einem solchen Sehnen der Mutterliebe entstammenden Namen wurden auch zu Familiennamen fortgeleitet. So entstanden Namen wie Blmnenthal, Rösenberg, Feilchenfeld und die vielen ähnlich klingenden und vielgestaltig bekannten Zusammensetzungen. Jüdische Namen im Adel Sie finden sieb besonders in der auf die französische Revolution folgenden Reaktionszeit in den aus aufstrebenden Bürgerfamilien entstandenen jungen Adelshäusern und in rein arischen schwedischen Familien. Man denke nur an die Lilien-, wasser, Lindenblüte, Palmenblatt, Cederström. Auch inden entlegenen Tälern des 1 n n haben sich Namen wie Stern, Spiegel u. a. erhalten, die hei den Juden auf H a u s z e i c h e n des Frankfurter Ghettos zurückgehen.- Aber diese bis in die deutsche Vorzeit zurückreichenden Namen christlicher Adelst familien wurden durch die Vermischung ihrer Geschlechter in verschiedenen Völkern während der Kolonisation vielfach entdeutscht und gingen daher' zugrunde. Dagegen treffen die Nachfahren der Ghettojuden-mit den vereinsamten Tiroler Bauern in ihren abgeschiedenen Tälern im treuen Festhallen rein deutschen Kulturgutes durch ihre gleichen Namen zusammen. ' . Alles in allem rufen die jüdischen Namen unsere Gemeinschaft auf, auch weiterhin unser Lebensschiff durch die Fährnisse der Brandungen des Lebens•hindurchzuleiten. Im Vertrauen auf die bleibenden Werte unserer Gottes Verehrung locken sie aus uns selber die Kraft hervor, in inniger Hingabe an unsere' religiöse Gemeinschaftsaufgabe wie unsere heini- - ständisch deutsche’Gesinnung auch der schwierigen Ansprüche der 'kommenden Zeit Herr zu werden, daß. wir sie würdig . ..IIIIIII...... §toßeJ)cut6ehe üßer' da& {Judentum „Die Geschichte unseres letzten^ Krieges wider Frankreich hat bereits erwiesen, daß die Juden des Staates, der sie in seinen Schoß aufgenommcri, durch strenge Anhänglichkeit würdig geworden. Die jungen Männer jüdischen Glaubens sind die Waffengefährten ihrer christlichen Mitbürger gewesen und haben auch unter ihnen Beispiele des wahren Heldenmutes und der rühmlichsten Verachtung der Kriegsgefahren aufzuweisen, sowie die übrigen jüdischen Einwohner, namentlich.auch di.e Frauen, in Aufopferung jeder Art den Christen sich anschlossen.“ Freiherr von Hardenberg. Aus einem Brief vom 4: Januar 1814 an den G/afen v. Grothe in Hamburg.