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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-03-23 · 24 (23.3.1934) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
24 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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und-glücklich.“ So wie Gott sie uns gab — hierwird vom tiefreligiösen Dichter demselben Gedanken Ausdruck verliehen, dem der Psalmist in seiner Weise Worte verleiht: „Ein Geschenk des Ewigen sind Kinder.“ Anders ausgedrückt kann man auch sagen: es gilt, sich zu dem wirklichen Opfer durchzuringen, das Eltern für Kinder zu bringen haben, dem Opfer der Erkenntnis, dal! die Kinder letzten Endes, und das heißt, von Gott her gesehen, für sich selbst da sind, für i h r e n Gottes weg, ihre Gottesaufgabe, aber nicht für das selbstische Wollen und Wünschen der Eltern. Sie mögen raten, sie mögen helfen, aber sie dürfen nicht glauben — Gott will es - nicht —, daß der von ihnen ersehnte Weg, die von ihnen begehrte Zukunft, das von ihnen geformte Schipksal der allein mögliche Glücksweg ihrer Kinder ist. Das Pessachfest ruft, der „große Sabbath“ fordert'die große Besinnung: wie einen sich die Herzen der Eltern mit denen der Kinder? Vermeidet den dreifach unglücklichen Geist: der Unwahrheit, der Unrast, des Ungeistes, und das „Pessach der Zukunft“, das Freiheitsfest der Familien; es wird auch euch beschieden sein! „Reibungen, Weiterungen, Gefahren* Ein Pater über Palästina Die Juden und das Medizinstudium Zahlensprache des Sommers 1933 Wir haben in unserer Ausgabe vom 16. März eine aus der Ärztekammer stammende Übersicht über die rassische Zusammensetzung der Berliner Ärzte veröffentlicht. Zur Ergänzung, der bemerkenswerten Zahlen bringen wir beute aus dem 11. Band der soeben erschienenen „Deutschen Hochschulstatistik“ und unter Bezugnahme auf einen im „Deutschen Ärzteblatt“ abgedruckten Bericht von Oberregierungsrat Keller einen ebenso lehrreichen Überblick über den Anteil der Nichtarier an der Gesamtzahl der Medizinstudierenden deutscher Hochschulen. Zugrunde gelegt ist das Sommerhalbjahr 1933. Zunächst eine überraschende Feststellung! Trotz Abnahme; des Neuzuganges hat sich die Gesamtzahl der. reiclisdeutschen Medizinstudenten gegen den Sommer 1932 gesteigert, von 23 675 auf 24 209, bei den Frauen übrigens mehr als hei den Männern — während in der Zahnheilkunde die. Zajil der Studenten abgenommen hat. Sie alle sind heute in der „Deutschen Studentenschaft“ zusammengefaßt. Nicht dazu gehören außer wenigen Studenten, die wegen politischer Unzuverlässigkeit keine Aufnahme fanden, im wesentlichen Personen nichtarischer Abstammung. Der Anteil dieser fast ausschließlich jüdischen Nichtmitglieder betrug in der allgemeinen Medizin bei den männlichen Studierenden für alle Semester 4",„ für das erste Semester etwa 2°>, bei den weiblichen für alle Semester 8,6<Vu, für'das erste 2,6o/o. Wie der Vergleich des ersten Semesters mit der Gesamtheit der Semester erkennen läßt, ist also der Prozentsatz der Nichtarier in starkem Rückgang begriffen. Dabei stellt sich der Anteil der Nichtarier bezüglich der- Frauen immernoch höher als der bei den Männern. Der deutlich geringere Zugang von Nichtariern zum Medizinstudium zeigt sich auch, wenn man die .Studenten nach dem Beruf des Vaters anszählt. Bet den Juristen ist der Prozentsatz um reichlich 3»/o, bei den Ärzlen (!) um etwa 6,5«,), bei den Inhabern von GrolJ- .Handels- und Bankgeschäften um fast 8,3<!ö, bei den Inhabern von Dctailgeschäften, bei selbständigen Agenten, Vertretern mehrerer Firmen usiv.'um rund S«u zurückgegangen.. Das Fazit ist hier ein immer noch ungewöhnlich hoher Prozentsatz der Nichtarier in den höheren Semestern" — auf der anderen Seite deutliche Abnahme heim Neuzugang' zum Studium. Mcdicus. Unter dem Titel „Der Zionismus“ veröffentlicht P. Zyrill Fischer O.F.M., Wien, in der „Theologisch-praktischen Quartalsschrift“ (Nr. 1, 1934) einen aufschlußreichen Bericht über die Entwicklung des Zionismus und die gegenwärtige Lage in Palästina. In der Einleitung seines Aufsatzes wendet . sich der Geistliche zunächst gegen die antisemitischen Strömungen. Dann gibt er eine Darstellung der Entwicklung des Zionismus — von Herzl’s „Judenstaat“ an bis zur Balfour- Deklaration. „Vierzig Jahre“ — so schreibt P. Fischer — „nach den ersten russischen Zionistenhestrebungen, siebenuudzwanzig Jahre nach Erscheinen von Herzls. ,Judenstaat1, über achtzehnhundert Jahre jüdischer Sehnsucht nach seiner alten Heimstätte kehrt Ahasver staubbedeckt, verschmutzt und verwittert, aber laut jubelnd und jauchzend in-, sein Heimatland zurück. Sein Traum geht in Wirklichkeit über.“ „Lebenszeichen“ Dann fährt der Autor fort: „Mit dem ganzen Überschwang jüdischer Begeisterung und fast krankhaft anmutender Erobererseligkeit, welche sich im Nu aus Minderwertigkeitsgefühlen in Siegesübermut verwandelte, ging nun der Zionisrrius an die Arbeit ... Das eine aber steht, jedenfalls fest, daß der Zionismus (durch den kriegsbedingten .Geschäftsentschluß1 Englands gefördert) nach jeder Richtung hin eine für den Orient unerhörte Revolution in Palästina einleitete und' eine grundstürzende Umstülpung der Verhältnisse aus¬ Palästina—Ubersea - Ausland UMZÜGE »eit 1900 seit 1900 Möbelspeicher auch durchheizte Kabinen Carl Deyke Nachf., Berlin 0 17 WeldhK°424143 Eine Rede des bayrischen Wirtschaftsministers 4iicht Willkür, sondern Recht und Sicherheit Der Bayerische Staatsminister Esser hat in einer Sitzung der maßgebenden Führer der mittelfränkischen Wirtschaft in der Nürnberger Industrie und Handelskammer bedeutsame Ausführungen über die Grundlagen des Wirtschaftsaufbaus gemacht. Nach dem Bericht der „Frankfurter Zeitung4’ führte'er u. a. folgendes dabei aus: Die Organisationen der Bewegung, die Deutsche Arbeitsfront, die Organisation des Mittelstands unterstützten den Staat in seinem schweren Amt der Überwachung des Wirtschaftslebens. Überwachen heiße aber noch nicht-selbständig e i n g r e i f e n. ..Die Willkür sei .der Anfang vom Ende. Alle Maßnahmen, die notwendig seien,, um Wirtschaftsschädlingc aus/.uschaltea, mühten sich auf das deutsche Kocht beziehen können. Es müsse ein Gefühl der Sicherheit herrschen; denn sonst schwinde alle Liebe zur Arbeit. Wenn'aber der Staat den Schutz gegen Willkür gewährleiste, so müsse von der Wirtschaft ein sichtbarer Wille z u r M i t a r b c i t-gefordert werden. Zur. Frage der -Kück f üh r.un g des', j üd i sc Ire it Kapitals in die deutsche Wirtschaft äußerte Staatsminister Esser,, wie das Deutsche Nachrichtenbüro mittcilt, es stehe fest, daß der Jude aus dem politischen Leben in Deutschland äusgeschaltet sei, daß. er keine öffentlich- ^rechtlichen Funktionen mehr ausübe, daß aber der Jude, der hei uns kaufen wolle, im Interesse der deutschen Wirtschaft daran nicht ge li in dort werden solle. „Keine Offerten nichtarischer Vertreter*' Aschaffenburg. Die Bezirksgruppe Aschaffenburg der Adcfa, Arbeitsgemeinschaft, deutscher Fabrikanten der Bekleidungsindustrie, hat/ wie die „Aschaffenburger Zeitung“ berichtet, beschlossen, ab 1. April 1934 keine Offerten von nichtarischen Vertretern oder Fabrikanten anzunehmen. Von dieser Maßnahme sind die bisherigen jüdischen Vertreter ausgenommen, die an-der Front mindestens eine K r i e gs v e r 1 etz u ii g erlitten haben. Eine derartige Kriegs-' Verletzung ist beim Führer der Adefa, Bezirksgruppe Aschaf- - fenburg, durch Vorlage des Militärpasses nachzuweisen. Boykott jüdischer Geschäfte in Rositten? Riga. Die. Jahresversammlung des Lettischen Vereins in Rositten beschloß, wie die Rigaer Tageszeitung meldet, ein- . stimmig, alle jüdischen Geschäfte solange zu boykottiere^ bis die Juden in der Stadtverordnetenversammlung' für die Einführung der Sonntagsruhe stimmen würden. Dieser Beschluß wurde noch dahingehend ergänzt, daß es Pflicht eines jeden Vcreinsmitgliedes sei, darauf zu achten, daß kein .Lette in jüdischen Geschäften kaut'e. löste, die nun wie eine losgetretene Lawine unaufhaltsam weitergellt, und deren letzte Auswirkungen heute noch gar nicht abzusehen sind. Die blutigen Unruhen des Jahres 1929, die Ermordung des Poale Zionisten Arlosoroff im Sommer 1933, die Oktoberrevolten im gleichen Jahr sind nur die ersten .Lebenszeichen1 eines neu entstehenden Vulkans in einem Land, das eine politische Schlüsselstellung innehat und viefen hundert Millionen Anhängern dreier Weltreligionen als .Heiliges Land1 gilt.“ Nach diesen Worten der Einführung folgen genaue Angaben über die „Zionistische Aufbauarbeit in Palästina“, die P. Fischer in der Hauptsache an Hand des Keren Kajemeth Lejisrael-Kalenders 5694 macht. Im Zusammenhang mit den genauen Zahlen über die Religionsverteilung in Palästina meint Fischer, daß es „grundfalsch ist, wenn man heute vom .Judenland Palästina“ spricht und schreibt. Es deutet aber dies Zahlenverhältnis schon an, welch starke religiöskulturellen; nationalen sowie politischen Reibupgen und Weiterungen die zionistische Einwanderung früher oder später'auslösen wird und muß.“ Die heikle Bodenfrage Der katholische Geistliche schildert weiterhin, mit welchem Erfolge es dem Zionismus gelungen sei, Juden in den landwirtschaftlichen Betrieb einzugliedern. Aber er weist auf der anderen Seite auch auf die heikle Bodenfrage hin. „Die Bodeniragc dürfte in Zukunft schon deshalb Schwierigkeiten bereiten, weil nicht bloß die Preise stark 'emporgeschnellt sind, sondern weil auch die Araber, welche ja im schärfsten ' Gegensatz zu den Zionisten stehen, eifrig bemüht sind, alle jene Ländereien Palästinas aufzukaufen, welche in Gefahr stehen, in jüdische Hände zu gelangen. Erst im November 1933 hat der Großmufti von Jerusalem, Amin Hussein:’, von einer mehrmonatigen Propagändareise etwa eine halbe Million Pfund zum Bodenkauf für Araber heiingebracht.“ Hinsichtlich der zahlreichen.Plantagen und Pflanzungenheißt es: „In all diesen- Pflanzungen wird mit ungeheurem Fleiß gearbeitet, gearbeitet unter einem Klima, das für die oft wenig oder gar nicht vorgebildeten Zuwanderer aus fernsten und kalten Gegenden direkt mörderisch" wird, aber auch an den Einheimischen oder bereits Akklimatisierten größte Anforderungen stellt. Man darf und kann diese Tatsachenverhalte nicht mit geringschätziger Geste abtun.“ Doch auch hier muß P. Fischer wieder auf Gefahren himveisen. Er nennt die Erträgnisse der Orangenernte (1932: 4,5 Millionen Kisten) und sagt: „Daß solche Erträgnisse bereits auf den Weltmarkt starken Einfluß haben, läßt sich begreifen . . . Italien hat bereits scharfe Maßnahmen gegen die palästinensische Orangenkonkurrenz getroffen (Transportverbot auf italienischen Schiffen usw.).“ Hinter betörenden Kulissen ... Trotz aller lobenden Hinweise auf die Bedeutung des Zionismus für die Entwicklung des Gesundheitswesens, des. Schulwesens, des Zeitungswesens usw., muß P. Fischer seine Ausführungen doch mit einer Warnung schließen: „Jeder, der in den letzten Jahren das Glück hatte, das Heilige Land zu besuchen, konnte sich auf Schritt und Tritt von dieser Wandlung überzeugen, konnte oft auf allerkleinstem Raum jahrtausendaltes patriarchalisches Herkommen und amerikanisierte Gegenwart nebeneinander sehen. Kein Pilger, der halbwegs offenen Auges Palästina durchwandert hat, wird sich der Erkenntnis und Befürchtung verschließen können, daß diese scheinbar so herrliche Entwicklung doch eine gefährliche Revolution für dies Land und sein Volk bedeutet, und nicht bloß für dies Land, sondern auch für die angrenzenden Länder und Völker. Wir dürfen nicht vergessen (und die nächsten Jahrzehnte werden es noch deutlich beweisen), daß man am allerwenigsten den Orient iingestraftaus seinermehrtausendjährigenRuhe au f s eh euch t. Wir dürfen uns auch nicht verhehlen, daß sich hinter diesen. strahlenden und betörenden Kulissen des . zionistischen Neupalästina eine ganze Welt voll schärfster innerer und äußerer Gegensätze auftut. Wir denken da an die ständig wachsenden Kämpfe im Zionismus selbst, wir denken an das. überaus heikle A ra b e r p ro b 1 e m, an die Stellung und Haltung des Weltjudentums zur Palästinafrage, an die explosionsreifen, p o 1 i ti s c h eri Sp an nu ngen zwischen den Mächten, welche sich um Palästina raufen; wir denken vor allem an die konfessionellen Spaltungen und Reibereien in Palästina. All dies konnte hier nicht mehr behandelt, soll aber doch erwähnt werden, damit niemand glaube, es sei über der herrlichen zionistischen Fassade die innere Wirklichkeit und Wesenhaftigkeitdes Heiligen Landes übersehen worden,“ M ... ist Verleumdung11 London. Die offizielle Vertretung der englischen Jutlcrnheit, der Jcwish Board of Deputies, hat in einer öffentlichen Kundgebung die Behauptung, die gesamte Judenheit sympathisiere mit kommunistischen und atheistischen Juden, als Verleumdung gebrand-, in a r k t. „Diese Behauptung,“ heißt es in der Erklärung, „ist eine Verleumdung, weil sie unwahr ist; weil sie darauf abzielt, den Ruf aller Juden zu schädigen; weil es ihre Absicht ist, über die Juden als Gesamtheit den Haß und die Verachtung ihrer Mitbürger zu bringen und weil sje die große Mehrheit eines loyalen und friedliebenden Teils der Bevölkerung in unserem Lande und in anderen Ländern schmerzlich trifft.“ tf' Letztes Wort in der Warenhausfrage noth nicht gesprochen Der „überblick“, das Organ des Reichsverbandes der Groß- und Mittelbetriebe im Einzelhandel, gibt folgende Äußerung des Staatssekretärs Feder wieder, die er anläßlich eines Vortrages vor der Zentrale der Hausfrauenvereine Groß- Berlins getan hat: Nach der Reinigung des Warenhauses werde allerdings der Nationalsozialismus seine Hand halten müssen über die Organisationsform des Warenhauses, über die noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Die Nachteile hätten sich daraus ergeben,’ daß der Jude sich zwischen Erzeuger und Verbraucher eingeschlichen und so einen unnatürlichen Zustand geschaffen habe. Beisetzung des Justizrats Josephsohn Auf dem Jüdischen Friedhof in Potsdam wurde Justizrat Raphael Josephsohn, der langjährige Vorsitzende des Potsdamer Gemeindevorstands, der im Alter von 74 Jahren verschieden ist, zu Grabe getragen. Die außergewöhnliche Teilnahme bei der Beerdigung, an der hervorragende Vertreter des Gerichts und der Anwaltschaft teilnahmen, legte Zeugnis ab von der Verehrung, deren sich der Verstorbene auch heute noch in allen Kreisen zu erfreuen hatte. 25 Jahre hat er die Geschicke der Gemeinde Potsdam umsichtig durch Klugheit geleitet. Während dieser Zeit hat er sich als Vorsitzender der Ortsgruppe des C.-V. immer und überall für die Wahrung der Rechte der Potsdamer Gemeinde eingesetzt. Jahrelang ist Justizrat Josephsohn auch Vorsitzender der Amvaltskammer gewesen. Aus frommem Hause, stammend, hat er stets großes religiöses Interesse bekundet. Er war liberal 7m besten Sinne des Wortes. Er hatte Achtung vor dem Alten und die Fähigkeit, das. Alte sinngemäß mit dem Neuen zu verbinden. Aussprache in der Erneuerungsbewegung Im Logenhaus in der Kleiststraße fand eine lebhafte- Aussprache statt, zu der die Erneuerungsbewegung der jüdischen. Deutschen ihre Mitglieder eingeladen hatte.. Wir werden in der nächsten Nummer unseres Blattes auf die Diskussion, die sich im Anschluß an die einleitenden Worte des Dipl.-Ing. Bruno Woyda entwickelte, noch zurückkommen. Ans den Gemeinden Hindenburg Ö./S. In einem überfüllten Saale sprach nach einem imposanten Aufmärsche der. hündischen Jugend Herr R. A. Dr. Weber aus Ratibor über das Thema: „Unser Weg“. Nach einer historischen Entwicklung der heutigen Situation klärte er unsere Stellung zum Deutschtum und zu den innerjüdisehen Bestrebungen und zeigte, daß es der deutsch-jüdische Weg ist, den wir gehen werden, weil wir ihn, aus innerem Zwang, gehen müssen. Dann umrifi der Redner kurz die Arbeit und Aufgabe des Bundes, die darin besteht, in unserer Jugend Vertrauen zu sich selbst, Liehe zu unserer deutschen Heimat und Treue zum Glauben zu erwecken und zu festigen. Köln. Seit kurzem ist die Nachfolge des verdienstvollen bisherigen 1. Vorsitzenden der Kölner Gemeinde, Dr. Heinrich Frank, endgültig geregelt. Interimistisch hatte Rechtsanwalt Jonas (Volkspartei) die Geschäfte des 1. Vorsitzenden geführt; nunmehr ist entsprechend der Fraktionsstärke im Gemeinde- Parlament wieder ein führendes Mitglied der religiös-liberalen Vereinigung, Konsul Albert Bendix, Direktor derCommerz- und Privatbank, an die Spitze der Verwaltung getreten. Seme Fähigkeiten auf finanziellem Gebiet dürften ihn in der heutigen, schwierigen Lage der Gemeinde für die Leitung der Gemeinde besonders geeignet erscheinen lassen. G. Mainz. ^Nachdem vom hessischen Ministerium die Gründung einer jüdischen Bezirksschule für Mainz und Umgebung genehmigt worden ist, wurden in einer Elternversammlung die ersten Anmeldungen entgegengenommen. Die Schule soll mit Beginn des neuen Schilljahres in Tätigkeit treten. Sie wird zehnstufig sein, also die Kinder yom 1. bis zum 10. Schuljahr erfassen. — Oberkantör Jonas machte in einem gut besuchten Vortragsabend interessante Ausführungen über jüdische Hausgesänge und illustrierte sie durch Liedervorträge. Der. zweite Kammermusikabend der Mainzer Jüdischen Trio-Vereinigung war wiederum ein musikalisches Erlebnis.

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