Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 22 (16.3.1934)
- Date
- 1934-03-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sagen Qtannenßaunt: J)et ver&ckfvundene JeCiant Jeden Morgen pünktlich um sieben Uhr verließ Dottore Salomone Aimanzi seine bescheidene Behausung .in einer jener engen, dunkeln, gewundenen Gassen von Florenz, die in der Nähe des Arno liegen — um auf weiten Umwegen zu seiner Arbeitsstätte zu gehen. Das war die einzige Erholung, die einzige Ablenkung von seinem Beruf, die er sich gönnte. Es war kein alltägliches Amt, das das emsige, in sich gekehrte, kleine Männchen bekleidete. Dottore Aimanzi war ein bedeutender Historiker und Schriftgelehrter, den seine Liebe zuden Büchern dazu getrieben hatte, Bibliothekar zu werden. Ober dreißig Jahre verwaltete er die reichen und kostbaren Schätze der Bibliothek des berühmten Florentiner Rabbinerseminars. Auch in seiner weltabgeschiedenen Studierstube zu Hause, die nicht einmal die Reinemachefrau betreten durfte, um die geheiligte Unordnung nicht zu stören, war er von nichts anderem als altehrwürdigen, vergilbten, zerlesenen Bänden umgeben, in denen die Vergangenheit seines Volkes lebendig wurdei Und jüdische Vergangenheit. begleitete ihn auch, wenn er auf seinen morgendlichen Wanderungen durch die Straßen schritt,, an verwitterten Wehrtürmen’vorüber, an.Palästen mit reichgeschmückten Wappenschildern, mit kunstvoll geschmiedeten .Ecklaternen und Fackelhaltern. Sie stand hinter Mauern, die einmal das Ghetto umschlossen, sie stand vor einem Turm, der jüdisches Schicksal in seiner Finsternis geborgen hatte. Sie drängte sich vor ihm durch Stadtteile, in denen Flüchtlinge der spanischen Inquisition unter der duldsamen Herrschaft der Medici Zuflucht gefunden, in jenen Zeiten, da das Talmudstudium reiche Blüten trieb, jüdische Philosophen und Arzte an den Hof gezogen wurden und Abkömmlinge des hohen Adels sich von jüdischen Verbannten in die Geheimnisse der Kabbala einweihen ließen. Obwohl Dottore Aimanzi jede der Szenen auf den reliefgeschmückten Bronzetüren des Baptisteriums bis in alle Einzelheiten kannte, vertiefte er sich immer wieder genießerisch jn die bildnerische Darstellung des ersten Menschen, der Gesetzgebung auf dem Sinai, der Kämpfe der Israeliten um das gelobte Land und des Besuchs der Königin von Saba bei Salomo. Dottore Almanzis Lieblingsziel galt jedoch der Jünglingsgestalt des David, in der Michelangelo das heldische Florenz seiner Zeit svmbolisch dargestellt und zugleich der Tapferkeit des größten Königs in Israel ein bleibendes Denkmal gesetzt Wenn Salomone Aimanzi auf gelegenen Piazzale Michelangelo vor uer armselig und kümmerlich, dann atmeten hoch über dem Arno Broncestatue stand, schönheitsdurstigen Sinne zwar den Geist des Kunstwerks ein — die kraftvoll-heitere Erscheinung Davids jedoch, die sich jugendlich in den blauen Himmel reckt, ließ zugleich den Bibliothekar seine eigenen körperlichen Mängel umso schmerzlicher empfinden. Er war von der Natur überaus stiefmütterlich bedacht worden.. „II piccolo" raunten die Leute hinter ihm her, wenn er seine winzige Gestalt mit der spitzen, hohen Brust, dem weitausladenden Rücken und den äffisch-langen, mageren Armen .durch die Straßen schleppte. Für die körperlichen Schwächen konnte auch der schön geformte Kopf mit den noch immer glühenden schwarzen Augen, der so jämmerlich zwischen den hohen Schultern saß, nicht entschädigen. Seine Haut war zäh . und pergamenten. Es war, als hätten seine Gesichtszüge im Laufe der Jahrzehnte, die Aimanzi zwischen Büchern verbracht, ordnend, suchend, grübelnd, forschend, den Charakter des Papiers angenommen, zwischen dem er lebte. Kain es einmal vor, daß ein zaghaftes Lächeln über .sein Gesicht huschte, wenn er eine bedeutsame Feststellung gemacht hatte, dann zeigten sich hundert Fältelten, tuid man glaubte, es knittern zu hören. Aber Dottore Aimanzi lächelte selten. Es war nicht nur der Schmerz um sein Gebrechen, das.ihn von jeder Freude ausschloß. Ein anderer geheimer Kummer war es, der ihm das Leben vergällte. Nicht jeder weiß, was eine Talmud-Konkordanz ist, und kann infolgedessen auch nicht ihren Wert ermessen. Eine Talmud-Konkordanz ist ein wentliches Hilfsmittel zum Verständnis des Talmud, es ist eine Zusammenstellung sämtlicher Wörter, die darin Vorkommen, und zwar mit dem Nachweis der Stellen, wo sie zu finden sind. Eines Tages, Tätigkeit in der - ----...ft. hatte,- war die große Talmud-Konkordanz, verschwunden. Aimanzi stand vor einem unfaßbaren Rätsel. Band' für Band durchsuchte er die unendlichen Reihen auf den Regalen, in den Magazinen. Er .kletterte Leitern hinauf und herunter, verzweifelnd wühlend. Sollte er das Huch mit nach Hause genommen haben? Tag und Nacht durchstöherte er die Buchgebirge seines Studierzimmers. Die Talmtidkoukordanz. zwar unauffindbar. Eine Woche lang schleppte Aimanzi das lastende Geheimnis mit sich herum, ohne sich einem Menschen anzu- " t länger verbergen ließ. Ein gebror Meldung vom Verschwinden des Nicht nur der Bibliothekar, auch alle Besucher der Bibliothek wurden einem peinlichen Verhör unterzogen, obwohl es mehr als unwahrscheinlich war, daß einer von ihnen den umfangreichen Band unter dem Rock hätte davoiitragen können. Die Buchhändler der Stadt wurden befragt. Bei den Verkäufern, die auf Wagen und in. Hänsernischen antiquarische Bücher feilliielten, wurden Nachforschungen angestelIt.Vergebens. Auch eine wiederholt vorgenomiuene Haussuchung die der arme, unglückliche Bibliothekar über sich ergehen lassen mußte, blieb ergebnislos. Der Band blieb verschwunden mm wurde vergessen. i Verlust verwinden. Wie ein Saalpolizist ließ er us Tag um Tag, Jahr um Jahr, . ......e Augen difreh den seiner Obhut mH schwelten, in-der stillen llotfuiiug, doch .„„es dem Entführer der Talimidkonkordauz auf -ii kommen. . Bis er pensioniert wurde. - Einen Tag lang stand sein alter, wurmstichiger Sesselvor der riesigen -Bücherwand lies Bihliotheksaales verwaist,* als fraure er um den Entschwundenen. Am nächsten Morgen trat. Almanzis Nachfolger seinen Dienst au. Ein junger, hochaufgeschossener reformsüchtiger Mensch, der_erst vor kurzem die Universität verlassen hatte. Seine Amtstätigkeit begann , er damit, daß er die Schreibutensilien seines Vorgängers durch neue ersetzen ließ und den Stuhl, auf dem er fortan thronen' sollte, seiner Körpergröße aiipalite, indeiü er den Sitz, dev füi ihn viel zu hoch war.', des plattgedriicktvn, schäbigen - Lederkissens beraubte. Wäre der Fund, den er duhcLmuchtc, früher entdeckt worden, so hätte er den—armen, kleinen Dottore Aimanzi die bittersten Jahres seines Lehens erspart. Denn unter dem Lederkisseu lag die große Talmudkoiikordauz, die Aimanzi über dreißig Jahre hindurch gesucht und die er doch im wahrsten Sinne des Wortes hcscsscu. li.Ltlc, Zum 711. Geburtstag Dottore Almanzis fand sich'in seiner- Wohnung eine Abordnung ein, um dem alten, verdienten Beamten die Glückwünsche des Knhhiucrscniinnrs und auch eine Gäbe zu Überbringern Als der Jubilar die schützende HiiUe löste und den riesigen Folianten ' in den zitternden Händen hielt, legte sich ein Träneuschleier über seine müde gewordenen Augen, 'und in seinem pergamentenen Gesicht knifften sich hundert Fältelten zu einem Lächeln der Ergriffenheit zusammen, sodaß man glaubte, es knittern zu hören. Zentralisierung im Reich geplant Neuaufbau des Kulturbundes Frankfurt a. M. In einer Pressekonferenz entwickelte der neue künstlerische Leiter des Kulturbundes in Frankfurt am Main, Generalmusikdirektor Hans Wilhelm S t e i n b e r g, einen großzügigen Aufbauplan des Kulturbundes deutscher Juden, den dessen Präsident, Intendant Dr. Kurt Singer, entworfen hat. Allgemein wird eine Zentralisierung der kulturellen Veranstaltungen im Reich erstrebt; neben der Zentralleitung in Berlin, werden an den wichtigsten jüdischen Zentren eigene Kulturbund-Leitungen eingesetzt. Die Struktur der Organisation sieht dann neben dem zehn- bis zwölfgüedrigen Vorstand, dem auch Vertreter der Gemeinden ange'hören'sollen, die zweite Gruppe der Förderer vor, die von Vertretern der jüdischen Organisationen und den .Mitarbeitern für alle Spezialaufgaben gebildet wird. Die dritte, größte Gruppe, die der Mitglieder, dokumentiert ihre Zugehörigkeit zum Kulturbund durch .die Entrichtung eines Jahresbeitrages, «er beim Kartenverkauf für die einzelnen Veranstaltungen in Anrechnung gebracht wird; durch diese .Maßnahme will man eine größere Freizügigkeit in der Wahl der Veranstaltungen für den Einzelnen erreichen. In Frankfurt a. M. plant mau eine wesentliche Intensiv kräng der Kulturbund-Arbeit, die ganz’Süd-, S.iidwest- und Westdeutschland erfassen soll. In der bildenden Kunst ist neben der Veranstaltung von Ausstellungen auch die Förderung und Werbung für Einzelkünstler vorgesehen. U. a. sollen Studios, Meisterklassen und Kurse für Künstler-Anfänger und Fortgeschrittene eingerichtet werden. Jüdische Musik- I eil rer sollen herangebildet- und erfaßt werden. „3übifdje Dichterinnen“ Dichterinnen — wer hätte gedacht, daß es s o Jüdische Dichterinnen des deutschen Kjdturaus deren lyrischen Werken die geniale Vortragsr ...i Johanna Mixer nur-kurze Proben gab und die dach . ganzen Abend füllten! Gleich hochstehend in ihrem Gehalt' an Dichtungs- und Gefühlswerten, an sprachlichen Schönheiten, und doch so wenig gleichartig, daß die Hörbegier im« Aiifnahinefreudigkeit des Publikums im dichtgefullten großen Logensaal sich gleich blieb bis zum späten Schluß. Im ersten Teil iles Abends hörte man Werke von Margarete Susnmu, Margarete Liehmaan, Frieda Mehler, ' Tltchla Sierra, Else Dora Wulff, Ernmy Wulff; im zweiten Teil Gedichte und Gespräche von der Breslauerin l.essie Sachs. Und Johanna Meyer bestritt allein den ganzen Abend. In ihrem weichen, so modulationsfähigen Organ wurden alle Schwingungen der Frauenseele in Liebe und Leid und tiefem . Hineinfühlen in Natur und Welt lebendig, und in der liebenswürdigen Wandlungsfähigkeit ihrer feinen Züge, in jeder Bewegung ihrer beseelten Hände erlebten alle im Saal die Erlebnisse der Dichterinnen mit. Als einziges Prosastück gab sie-ein Kapitel aus dem eigenartigen, zuletzt erschienenen- Werk von Else Lasker-Schüler: „Arthur Aronymus und seine Väter". Zum Schluß durften Publikum und Vortragende sich entspannen bei einigen humorvollen Sentenzen und Skizzen. Klub ber Kinber Der Klub der Kinder unter Leitung von stud. med. Heinz ierendt, der im Februar d. J. zwei gutgelungene Bunte Nachnittacre in der „Tribüne“ veranstaltet hatte, hatte auch mit der .Wiederholung am -1. März einen guten Erfolg. Das Programm trachte durch Umbesetzungen Abwechslung. Eine öereicncung des Programms bedeutete . die neu hinzugchommenc ranznummer der reizenden kleinen Margot R., die mit einem ’uppen- und Matrosentanz helle Begeisterung hervorriet. Mit dieser. Veranstaltung ist das. Wintersemester des Clubs der Kinder beendet. Im Sommer ist, neben kleinen -ährten, wie alljährlich eine gemeinsame Reise nach BorniqIiii geplant. FJly Lttdwtg. Konzerte, Konzerte . . . Berliner Konzerte Die „Sammlung“', ein von Jakob-Koalier begründetes und geleitetes künstlerisches Unternehmen, stellte in ihrer Purimvcranstaltmig ihr kleines Orchester erstmalig der Öffentlichkeit vor. Unter den Mitgliedern, namentlich den Streichern, bemerkte man einige vorzügliche Kräfte, von denen sich Max.Rosenthal (vormals Städtische Oper), sowie Alfred Oss (Leipziger Gewaudhansorchestcr) auch solistisch hot itigleu Jakob Knoller selbst vermochte weder mit seinen doch recht epigonenhaften Kompositionen — man hörte Bruchstücke aus -einer Oper „Esther" — noch durch seine wenig straffe Stabführung sonderlich zu überzeugen. Frau (Jottseha/k-Kdruer sang die Opernszenen sowie einige leichtere Sachen mit angenehmer Stimme. .- ’ Weit ausgereifter als die Werke Kuollers, aber mangels au stilistischer Einheitlichkeit auch - nicht recht befriedigend wirkten verschiedeue.Sätze von Leo t.ewy, die in einem Konzert, im Bechsteinsaal — unter dem Protektorat der Jüdischen Künstlcrhilfe — teilweise zum ersten Mal zur Aufführung gelangten. In einem Chorliederz.vklus „Lyrische Episode" auf Texte von Hermann Lons erscheint die Deklamation am gelungensten, auch der Gedanke, die einzelnen Lieder durch Streichquartettinteriuezzi zu verbinden, ist nicht schlecht. Ein hübsches, besonders volksliedhaftes Thema benutzt Lewy daun in einem anderen Werk zu Streichquartett Variationen, ohne dabei seinen Reiz auszuwerten. Den Worten des 12). Psalms endlich vermag er in keiner Weise gerecht zu werden; die Besetzung für Bariton null Streichquartett bietet aii sieh durchaus fruchtbare Möglichkeiten, doch trifft die Alusik den religiösen Gruudtori nicht. Fritz Kaufmanns Baßbariton spricht am besten im piano an; im forte neigt die Stimme etwas zu allzustarker Vibration und Gedccktheit; die Koloraturen wirken, weil legato gesungen, oft verwischt. Der Ausdruck .ist sympathisch, müßte aber in den grollen Sehubertliedem viel unmittelbarer sein; diese Dinge lassen sich mm einmal nicht mit der Stimmkultur allein bewältigen. In (ierhard Goldsehlags vorzüglicher Begleitung störte ein wenig die Neigung' zu arpeggiertem Anschlag. — Das Streichquartett ///(Vrar (Iraner, Uli Mcadclsnu, Inga Stein, Viktoria Klinger-MruzF-setzte- - sich verdienstvoll für die Musik Lcwys ein. Die’ neue Madrigaleereinigung unter Ludwig Misrh brachte zum Teil dieselheu Sätze wie jüngst im Kulturbund. ’ Den Mängeln in der Intonation sowie einer gewissen Unklarheit in den Melismeu steht die vorzügliche Aussprache und die große Allsdrucksfähigkeit dieser jungen Cliorvereiiiigung gegenüber. 3ti ber Synagoge Cevefzowsfraße , bl der Reihe der Veranstaltungen der „Seelischen Winterhilfe" bildete das Konzert in der Synagoge Levgtzrnvstraße einen wirkungsvollen Abschluß. Besonders erfreulich war es, daß die' Begeisterung der Zuhörer sieh diesmal in lauten Beifallskundgebungen zeigte. Das Konzert war von Orgeldarbictuugcn des Organisten Manfred Langer umrahmt, der Toccata von Krieger und Pathelhcer meisterhaft vortrug. Die „Jüdische Chorgemeinschaft“ (Leitung J. S. Roskin) füllte den Hauptteil des Programms aus. Die von dem Dirigenten straff geleiteten Chor-Stimmen zeigten besonders bei den ’ religiösen Gesäugen (Adaun Aulom, Hallelujah) ein wunderbares Zusammcnklingen. Allerdings sind die Männerstimmen des Chors zu schwach besetzt gewesen. 'Oherkantor W. F riedman n sang sodann mit seinem klangreichen schönen Bariton Psalin 12t) und „Die Allmacht" von Schubert. — Gottfried Z e c I a n d'e r- (Ccllo) spielte Haydn, Bach und Händel. Seine virtuose Technik, sein schöner weicher Ton ließ alle Schönheiten dieser Musik zur Geltung kommen. Joseph Plaut rezitierte Archibal« Douglas und zwei Märcheii von Andersen. Der Leiter der „Winterhilfe“, Max Gundersheim, führte in. seiner Ansprache die Zuhörer in den Sinn dieser Veranstaltungen ein. Er führte weiter aus, daß kein negatives Zurückziehen in ein Ghetto, sondern der positive Aufbau das Gebot der Stunde sei. — Diese Schlußvcranstältiing läßt den Wunsch aufkommeu, daß die . Gemeinde auch weiterhin - ihren Mitgliedern die Gelegenheit gibt, derartige Veranstaltungen zu besuchen. ' ' Julius Walter. Konzert in ber Villa In einer Kon/crtver.in Villa eine» bekannten Her dirigierte Oerd . K o I .«j t l orcliester de» Berliner „.Kit Exaktheit, klanglicher Weilt enduiig ''musizierte. I>as Pn fiihrung einer „Kleinen "Mi Kasseler Kapellmeisters lim ein interessantes, formsicht riet mit seiner strahlende ■Ergriffenheit .hervor, Fiir d Serenade von Tschaikowski sc der jüdischen (iemeinde, t hergers Führung und (ier tting, die imi Koir/ertsaal der (iroJJimlnstriellen stattfand, rhundes, das mit" prächtiger ml künstlerischer i ormvoll.- tni brachte n. a. die Uranfi für - Streicher'.* des jungen w»nipomstcii S e e I i g - B a II, Werk. Alexander K i p n i s iltivicrfcn Büllstiimnc tiefe Konzert, das mit derlMhirt, gebührt der Kiinstlerljilfe ntcr Dr. Hermann Scliildothsteins kapciliiieistcriichcr ic Veranstaltung /ii orgam- Abend mit Unberühmten Ans Elberfeld wird uns geschrieben: Hatten wir als vorletzten Genuß den prachtvollen Alt von Ruth Kisch-Arndt und das meisterhafte' Klavierspiel von Alice KriegcgjJbiaac zu hören bekommen, deren Namen weit über die Provinz- ' 'grenzen bekannt sind, so brachte uns der letzte Abend dcs- K n 11 n r h n ii d e s R Ii e i n - R u Ii r ein Konzert mit vorläufig noch i!iiberiilimte:i Namen. Aber was die Träger dieser Namen holen, war so, daß man ihnen ohne übertriebenen Optimismus prophezeien kann, daß sie’ nicht immer iinherülmil bleiben werden. In Ernst Drnck.cr stellte sieb .ein junger (ieiger von weil mehr als dnr.clisclmiltliclp.-m Format vor. Spielend leicht bewältigte er die grollen technischen Schwierigkeiten der Chaconne voll Bach. Klar lind sicher im Aufbau seines Spiels, brachte er das etwas strenge und schwer zugängliche Werk, den Hörern zum Verständnis. In der Sonatc_fiir Violine und Klavier von Richard Strauß wußte er die Weichheit der Melodie ohne Ahgicitcn ms Sentimentale wicderzugcheii. l).-r Klavierpart lag in Händen von Ilse Sa ß. Es war eine Freude, dieses echte, warmherzige - Musizieren zu Imrcn, null die selilichte, ruhige Art der beiden Künstler zu sehen, die nicht nach Effekt haschten, sondern bescheiden mul 'demütig dem Werk dienten, dessen Verkünder sie sein sollten. Als Dritter im Bunde gab uns .Siegfried Urins, der ehemalige Helileiibariton ilesj-aiulesthcaters Darmstadt, Proben seiner Gesangskunst. Seine Wiedergabe des „Archihnld Douglas" löste wahre Beifallsork,meaus. Wie stark das Erlebnis dieses Liedes von Treue lind .Heimatliche die Zuhörer packte, ergab sich aus dem Applaus. ' Heile Israel. _ Der „Jüdische Kulturbund in Bayern“ veranstaltete dieser Tage in dcr_AUmclieiier Hauptsynagoge sein K r ii H - nungskonzert, das einen.ungemein weihevollen Verlauf nahm. ’ Das ideale Wirkungsfeld, das sich hier'erschließt, fand -in der geistvollen, empfmdungskraftigeii Eröffnungsansprache, die der Vorstand des Verbandes der bayerischen israelitischen Gemeinden, Obcrstlandesgcrichtsrat a. D. Dr. Neilmeyer, dem jungen Unternehmen mit auf die Reise schickte, .eine ebenso zielstrebige wie warmherzige Ausdeutung: Freude dem Alltag, Flalt und Stütze dem Künstler, Überwindung des äußeren Lebens! Auch das musikalische Programm enthielt durchwegs Werke, deren Schönheit und innerer Adel symptomatisch für das dargelegte Programm waren; man hörte Handels Concerto grosso Nr. 17 G-itioll, desselben Meisters- Konzert für Orgel lind- Orchester Nr. I F-dur und die Kantate „Non sa che sia dolore" von J. S. Bach. Zugleich