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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-03-06 · 19 (6.3.1934) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
19 (6.3.1934)
Date
1934-03-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Kulturbund auf Reisen von Herbert Fischer, Leiter der Gastspiet-Abteilung des" Kulturbundes Deutscher. Juden, Berlin. N achdem die Arbeit des Kulturbundes und seine Erfolge ins Reich gedrungen waren, kamen von allen Seiten, .. von den.einzelnen Gemeinden und von Privat-Personen Anfragen, ob nicht solche Aufführungen auch dort möglich wären. Der Bundespräsident Dr. Singer betraute den Verfasser mit der Aufgabe, Gastspiele im Reich zu organisieren und vpr allem, alle Vorbereitungen und Verhandlungen einzuleiten. Als erste Station betrachteten wir Dresden, das besonders durch seine Nähe für ein Gastspiel geeignet erschien. Die Dresdener Gemeinde zeigte stärkstes Interesse, bemühte sich sehr und — kam zu keiner Genehmigung "durch die . Behörden, was doch das Wesentlichste war. Wenn auch die Reichsregierung dem Kulturbund in Berlin in entgegenkommendster Weise seine Daseins-Berechtigung verschaffte, so war doch für jede Vorstellung, die außerhalb Berlins stattfand, auch, wenn es sich um geschlossene Veranstaltungen handelte, eine besondere Einwilligung der lokalen Behörden notwendig. Es gelang mir, durch persönliche Verhandlung innerhalb eines Vormittags in Dresden sämtliche Einwilligungen für eine Gastspiel-Aufführung von den zuständigen Behörden, sowie auch der Partei-Organisation zu erhalten. Mit diesen Genehmigungen kannten wir das Komödienhaus für eine Matinee und eine Nachmittags-Vorstellung für Sonntag, 5. November pachten. In einem großen Autobus und einem Fernlastwagen ging „Nathan“ mit all seinen Dekorationen und. Kostümen auf die Wanderschaft. Zwei volle Häuser, "ein begeistertes jüdisches Publikum sicherten einen großen, schönen Erfolg, und wir konnten mit Zuversicht die weiteren Gastspiele in Angriff nehmen. Es folgten: Frankfurt am Main (Neues Theater), Breslau (Schauspielhaus), Gleiwitz (Stadttheater), Leipzig (Schauspielhaus) usw. So schwierig die Organisation dieser Gastspiele war, so erfreulich war das bis auf wenige Ausnahmen reibungslose, verständnisvolle Arbeiten mit der Künstlerschäft. Alle kleinen Reise-Unbilden wurden gern in Kauf genommen, und die für uns von der Reichsbahn reservierten Coupees waren erfüllt von heiterster Laune und freudigster Stimmung. Schwierigkeiten, die unterwegs auftrateii, wurden meistens mit Humor bewältigt. Selbst eine so aufregende Tatsache, wie das nicht rechtzeitige Eintreffen unseres Kulissentransportes in Frankfurt, die'.mich als organisatorischen Leiter vor eine fast unlösbare Aufgabe stellte, wurde mit einem heiteren und einem nassen Auge zur Kenntnis genommen. Dieses Fernauto war auf vereister Straße gleich hinter. Eisenach stecken geblieben und traf unbeschädigt fünf Stunden nach Beginn "der "Nachmittagsvorstellung ein. "Die .so in Frage gestellte Vorstellung des „Nathan“ wurde zustandegebracht durch Heranziehung sämtlicher Kostümgeschäfte und ajler vorhandenen Dekorationen, die sogar trotz ihrer Primitivität von den Worten Lessings und der Darstellung nicht ablenken .konnten. Ein anderes Intermezzo: Auf unserer Fahrt von Gleiwitz nach Beuthen blieb der eine Autobus (von dreien, in denen 75 Personen und alle Musikinstrumente fuhren) infolge . Motordefektes liegen. Wir mußten in zwei Autobussen alles, was Platz hatte nach Beuthen bringen, und ich fuhr nachher in einem dieser Autobusse in rasender Fahrt auf vereister Straße nach Gleiwitz zurück, um den Rest des Personals abzuholen und pünktlich zur Vorstellung zu bringen. Wir spielten iri Beuthen den „Figaro“ im '„Schützerihaus“ auf einer Bühne, die unser Bühnenbildner Heinz Condeil mit Hilfe unserer Dekorationen erst würdig instaridsetzen mußte. ’ “ allerdings im ersten Akt beinahe Kurzschluß ,-eil der Beleuchtungsapparat in seiner großen nur einen einzigen Widerstand zur "Verfügung natte, der langsam, aber sicher, trotz des daneben bereitsienenden Feuerwehrmanns rotglühend wurde. "Immer wieder ist bei unseren Gastspielen das bereitwillige Entgegenkommen der Behörden und öffentlichen Institutionen hervorzuheben. Schwieriger gestalten sich gelegentlich die Verhandlungen mit den jüdischen Gemeinden, obwohl man gerade von Glaubensgenossen annehmen könnte, sie wären besonders interessiert. Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich der Kulturbund gestellt .hat, ist die. Versorgung der Gemeinden im Reich mit . den Vorstellungen, die in Berlin herausgekommen sind, und das. Empfehlen von Vortragskünstlern und Wissenschaftlern. Auch für diese werden Tourneen zusammengestellt, wodurch eine wesentliche Erleichterung in jeder Hinsicht für die Gemeinden und für die Künstler eintritt. Auch die kleinsten Gemeinden mit wertvollen Darbietungen höchsten Niveaus zu beschicken und damit unsere Glaubensgenossen im Reich an kulturelle Dinge heranzubringen, die ihnen ihre Gemeinden meistens aus eigenen Kräften nicht bieten können, ist außerordentlich wichtig und notwendig. Selbstverständlich kommen "dafür auch konzertante Einzelveranstaltungen in Frage (Liederabende, Instrumentalmusik einzelner Künstler), die wieder von der Konzertabteilung des Kulturbundes (Herrn Dr. Leonard) bearbeitet werden. Hier wüTrde auch eine Zusammenarbeit mit dem „Zeirtralaugschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau“ (Reichsvertretung) voraussichtlich in Erscheinung treten. .... leider öfters mit den Gemeinden haben. Fast alle wollen sie sich für ihre Gemcindenutglieder eine Aufführung oder eine Konzert des Kulturbundes sichern, — aber kein Risiko übernehmen! Obwohl in jedem Schreiben beteuert wird, daß stärkster Besuch der geplanten Veranstaltung zu erwarten ist, will niemand eine Garantie übernehmen. Eine Gemeinde hat sogar bei einem Synagogenkonzert unseres Kulturbundorchesters — mit Generalmusikdirektor Rosenstock am Pult und bekannten- Solisten — vorher nicht nur jede finanzielle, sondern sogar jede „moralische“ Garantie abgelehnt. Was allerdings unter einer „moralischen“ Garantie bei einem Konzert mit einem Mozart-Gluck-Haydn-Programm zu verstehen ist, konnte uns nicht klar werden. Dennoch war das Konzert fast ausverkauft. Nicht viel Verständnis ist dafür zu finden, daß z. B. eine Tournee mit 72 Personen („Die Hochzeit des" Figaro“), die ich durch Schlesien führte, unter Generalmusikdirektor Rösenstocks musikalischer. Leitung und in Anwesenheit unseres verehrten Intendanten Dr. Singer, enorme Kosten verursacht, die ja schließlich gedeckt werden müssen. Um nur ein kleines Bild zu geben, sei vermerkt, daß wir für 72 Personen 2100.— Reichsmark Fahrkosten an die Reichsbahn, für Mittag- und Abendessen täglich aber 190 RM. zahlten, abgesehen von den Honoraren und lokalen Unkosten, die abermals in die Tausende gehen. Ja, man will den „Figaro“ sehen, will wissen, daß er von Juden " für Juden gespielt und organisiert wurde — aber die Gemeinden darf es nichts kosten! Andererseits war z. B. die Zusammenarbeit mit Breslau und vor allem mit Gleiwitz und Beuthen eine reine Freude, was wir an Ehrungen in diesen beiden Städten " einheimsten, gehört zu "den bleibenden Erinnerungen. - Bei einem Abendessen nach dem „Figaro“ sprach .der Gleiwitzer, Rabbiner Dr. Ochs Worte, die Begeisterung erweckten, weil sie das äussprachen, was wir unterwegs nur empfunden hatten: „Man sollte den Besuch unserer Veranstaltungen nicht als eine Wohltätigkeitsangelegenheit ansehen, und den Wert unserer künstlerischen und organisatorischen Arbeit nicht dadurch herabsetzen, daß man eben hingeht, um die Künstler zu unterstützen.“ „Nein“, so sagte Dr. Ochs, „es darf nicht vergessen werden, daß der Gebende der „Kulturbund Deutscher Juden“ ist und die Glaubensgenossen auch durch, den Kauf von Eintrittskarten nur immer die Nehmenden bleiben. Man kann es nicht genug werten, daß der „Kulturbund Deutscher Juden“ unter der Leitung seines Bundespräsidenten, Dr. Singer, besteht, und jüdischen Menschen so viel geben kann!“ — Man zeihe mich hier nicht einer Rede „in eigener Sache“. Das war nur die Ansprache - - ... —.. getragen ■ beseelt war von aufrichtigem Dank. Und uns dieses Dankes würdig zu zeigen, ist unsere schönste und wertvollste Aufgabe. Alle kleinlichen Dinge, jeder Mißton muß verschwinden, vor dem Bewußtsein, Gebende und Nehmende zu sein. Wir wollen unseren Glaubens-^. ' genossen im Reich mit Freude und unter stärkstem Einsetzen;— \ aller Kräfte alles geben, was wir ihnen nur irgend vermitteln können, und wir erwarten dafür'nur Eines: Verständnis fiir das Ziel, das dem Kulturbund Deutscher Juden vorschwebt, und für die großen, schweren Aufgaben, die er sich gestellt Zu lösen ist diese Aufgabe nur, wenn alle daran ' Interessierten, die Gemeinden und das Publikum geschlossen mit uns-zusammenarheiten. Generalprobe im Kulturbund Von Etty Hirschfeld Man denkt an die zahlreichen Proben und Generalproben §lanzvoller Aufführungen in großen Theatern, die man als erichterstatterin schon besucht hat; unwillkürlich zieht man Vergleiche. Wie nervös waren oft die Direktoren, was gab es da noch bei der Generalprobe für ein aufgeregtes Hin- und Herrasen, lautes Schreien und Rufen, zumal, wenn Ballettszenen geprobt wurden. Gestern, bei der Generalprobe der Purim-Sonderveranstaltung des Kulturbundes deutscher Juden, wurde nur zweimal die kurze Wiederholung einer Szeno verlangt, und wie ruhig und sachlich geschah das! Man fühlt, wie bei allen Darbietungen des Kulturbundes: hier ist es anders wie sonst beim Theater, hier gibt es nicht die Kontrahenten: Direktion. auf der einen, Künstler auf der anderen Seite, sondern hier wirkt eine Einheit gemeinsam, am Werke. Direktor oder Dirigent, Regisseur oder Schauspieler — jeder tut seine Pflicht, und jeder sucht dem andern dabei zu helfen. So geht'es ruhig und würdig auch auf der Probe zu, und — ich habe leider nicht hinter die Kulissen schauen können, aber ich sprach wenigstens mit einigen jungen Tänzerinnen — selbst der- Ballettmeister bewahrt die Fassung, wenn es zuerst nicht recht klappen will. Die Generalprobe hat gegenüber der vollendeten Aufführung den Reiz wie ein fast fertiges Bild, dem noch hier und da die Lichter fehlen, deren Aufsetzen man Zusehen darf. Und das ^gerade hat für jeden echten Theaterfreund etwas Dann ist da auch "das Generalproben-Publikum, das ein anderes ist wie die zahlende Zuschauerschaft Es sind lauter Leute, die irgendwelche „Rechte“ auf Grund innerer oder äußerlicher Beziehungen zum Theater und zur Kunst haben oder doch zu haben vermeinen. Angestellte des Hauses, Theaterschüler, Künstler, Presseleute, vor allem aber die Angehörigen der Darsteller, die sich hier durchaus „zugehörig“ und „bodenständig“, fühlen. Man tut auch nicht fremd miteinander, jeder spricht unbekümmert seine Nachbarn an; wenn abec die ersten Takte der Musik erklingen, dann gibt es keine andächtigeren Zuhörer als dieses aus lauter „Sachverständigen“ bestehende Publikum. Das jedoch in der Mehrheit sehr zur Bejahung des Gebotenen neigt, und dessen Beifall um so stürmischer wird, je mehr Angehörige gleichzeitig auf der Bühne sich zeigen, also naturgemäß bei Volks¬ und Ballettszenen. Doch es ..war gar nicht nötig, den Darbietungen etwa mit den wohlwollenden Augen und Ohren der Generalproben-Habitues zu folgen. Auch der Anspruchsvolle, der kritisch Gestimmte kamen voll auf ihre Rechnung. Die Wiedergabe der wohlbekannten Ouvertüre zur „Schönen Galathee“ und des Straußschen „Kaiserwalzers“ durch das Kulturbund-Orchester unter seinem Dirigenten Joseph Rosenstock war vollendet. Fritzi Jokls gepflegter, ausdrucksvoller. Sopran brillierte in dem Walzer „Ein Ehemann vor der T0r‘ von Offenbach, wobei man Gelegenheit hatte, sich über die hoch hinauf kletternden glitzernden Koloraturen zu freuen, die der Sängerin zu Gebote stehen. Die einfühlsame Begleitung dieser Parade-Leistung durch das Orchester erfolgte" unter der Leitung von Dr. Kurt Singer. Den Kern der Purim-Veranstaltung bildete, wie recht, die Aufführung von „Esther“, dem interessanten dramatischen Fragment Grillparzers. Wieder zeigte. sich, wie man »mit Erschütterung wahrnahm, daß die jüdische Geschichte Höhepunkte des Lebens aufweist, die, im Verlauf der Jahrhunderte und Jahrtausende immer wiederkehrend, fast gleichartig sich abspielen.. Und so berührt heute das Schicksal der im „Galuth“ lebenden persischen Juden die Herzen van uns Nachgeborenen urältester Geschlechter, als wäre es unser eigenes. Zwischen den Menschen, die unter den ragenden Säulen des Palastes droben auf der Bühne das Leben der Väter wieder erstehen ließen, und der ergriffen diesen Vorgängen folgenden Zuhörerschaft spannen sich Fäden innigsten Verstehens, kam jener Kontakt auf, der das höchste Ziel aller schauspielerischen Kunst ist, der Künstler und Publikum zu einer Gemeinschaft werden läßt. Leni Steinberg war Esther, wie sie in unserer Vorstellung lebt: schön und reinen Herzens, klug und demütig zugleich. Als einen unserer alten Weisen verkörperte Hermann Heuser Mardochäi, und" Fritz Wisten verstand es, uns den König durch sein temperamentvolles Spiel menschlich nahe "zu bringen. Fritz Jeßners Regieführung hatte auch für das ausgezeichnete Zusammenspiel der übrigen Darsteller im eindrucksvollen Rahmen grandioser Bühnenbilder gesorgt. Und dann, als der zweite Teil des Abends beginnen sollte, ging eine festliche Unruhe durch das dicht besetzte Haus.-„Jetzt kommt das Ballett“, flüsterte mein Nachbar mir zu, „da ist auch unsere Tochter dabei.“ Ringsum verstärktes Wispern und Raunen ."" Eltern und Freunde begieri jungen Künstlerin. Purim ist, alter, fast vergessener Oberlieferung nach, wie wir kürzlich belehrt wurden, ein Fest des Sichbeschenkens. Aut dieser. Purim-Veranstaltung beschenkte uns Kurt Singer mit einer wahrhaft köstlichen Gabe: mit einer Ballett-Aufführung der „Kiemen Nachtmusik“. Die Karsaviria hat dereinst ihre wundervolle Kunst zu den Klängen dieser süßesten Mozart-Musik gezeigt, die Größen des unvergessenen russischromantischen Theaters, unter ihnen die Smimowa, die Krüger, haben uns mit der „Kleinen Nachtmusik“ entzückt. Das Ballett des Kulturbundes braucht diese Erinnerungen nicht zu scheuen, was hier zuerst als Schatten vor farbiger Leinwand vorübergeisterte, was dann weiter im lieben alten verschlafenen Städtchen sich begab, was über die Bühne tanzend schwärmte,-tollte, liebte, sich schelmisch neigte, sich suchte und fand und wieder entglitt, das war echtes,. Leben gewordenes Rokoko. Gelöste und doch gebändigte Bewegung graziler Körper schmiegten sich deri zärtlichen Tönen „kleinen Nachtmusik“ an .. entzückend, bezaubernd ... Soll man Namen nennen?. Vielleicht fiel der pas de deux von Ruth Anselm und Uli Hirt auf, zwei feingliedrige Gestalten, die wie. schillernde Schneeflocken umherwirbelten. Vielleicht-aber kann man nichts Besseres sagen als dies: es fügten sich alle, die Zarten, die übermütigen, die Grotesken Konzert bes Kulturbunbordjefters in Ciegnifz Mit der Entsendung seines Orchesters lut der „Kulturbund Deutscher Juden“ den wahrhaft dankenswerten Versuch unternommen, auch in. der Provinz die Verbindung mit dem kulturellen .Leben aufrecht zu erhalten, auch den in tiefer Zurückgezogenheit dort lebenden Juden zu zeigen,-Was die neue Zeit, von uns verlangt und was wir erreicht haben. " Das eigenartige Getüf\i, in einer Synagoge vor einem Orchester von Juden zu sitzen, wird im Lauf_des Konzerts zu freudigem Stolz. Herauf steigt die Welt Mozarts, Glucks, Haydns — nachgeschaffen von diesem tapferen Häuflein. Musikanten, das mit sichtlicher Begeisterung der-H»ührung Joseph Rosenstocks folgt, des in der großen Musikwelt längst bekannten Meisters der Dirigierkunst. In wenigen Monaten .diesen Klangkörper zu solcher Sauberkeit und Präzision herangebildet zu haben, ist ein schier unglaubliches Stück Arbeit. Daß noch viel Arbeit zu tun ist, wird Rosenstock selber besser wissen, als man es ihm sägen könnte. Zwei Gipfel hatte der Abend. Susanne Stein sang zwei Glück-Arien mit vollendetem Stilempfinden und in sicherstem Besitz ihrer ungewöhnlichen Stimme, die in ihrer Wärme und mit ihrem dunklen Samt-Timbre an zwei der Größten gemahnt Onegin und Culp. Oberkantor Co&i (Gleiwitz) erfreute mit demjWohlklang eines ^ejflegten Organs^in zwei Arien a einziges, herrliches, .. .e Schönheit — sie Mozarts beglückender „kleiner Nacht- __ 'sehr dem Ganzen ein, aan sie wie ein einziges, nei i un buntes, bewegtes Bild wirkten. Getanzte Schönheit — Haydns Schöpfiuig und t diesem Programm einsamen einen nusunvK nacn uem z.icie aer Vollendung gebend, zu dem dieses Orchester durch Ausbau und" Endschliff geführt werden kann. Dr. W. . Das j&dische Haus, seine Symbole und- Zeremonien Im Jüdischen Frauenbund (Berlin) hielt Rabbiner Heinz Meyer über dieses Thema einen Vortrag, der eine Wanderung durch das jüdische Hans aufzeigte. Mit der an der Tür befestigten Mesusa beginnend, wurde dieses Symbol erklärt. Das- Misrachbild soll den im Hause Betenden die Richtung nach .Osten angeben. Die Leuchter, Kidduschbecher und Psombüchse sind der Heiligung des Sabbath geweiht. Mit Bedauern konstatierte der Redner, daß nicht in allen jüdischen Häusern die Bibel “anzutreffen sei. Nach einer. allgemeinen Einführung in die einzelnen täglichen Gebete wurde die. Heiligkeit des Sabbath dargetän. Der Sinn des Rauschchaudesch-Gebetes, der mit dem Wuqsch eines gesegneten Monats auch eine Einkehr bedeutet, wurde betont. Ueber Peßach, insbesondere über die Sederabende und über die Hagada, verbreitete sich der Redner eingehend. Nach der, Erklärung des Omerzählens-und Schwuaus, wurde die Heilig-; keit der Hohen Feiertage, Rausch-Haschonoh und Jomktppur hervorgehoben. DasSukkausfest, seiner .Bedeutung nach em~ Enrtedankfest, läßt dies durch seine Symbole erkennen. Chanukkah soll uns mit dem Entzünden der Lichte an der. Menorah an den Mut der Makkabäer gemahnen. Purim soll ih an den Mut der Makkabäer gemahnen. Purim — —i Freudentag sein." Der Charakter, dieses Festes_ innerhalb und außerhalb des Hauses gewahrt werden.'Für alle Festtage wurden die einzelnen häuslichen Gebräuche erläutert. Es konnte jeder der zahlreich Erschienenen seinen - Wnum*. schätz auf diesem Gebiete erweitern und b Weinbamnscher a cappella-Chor Der volkstümliche Lieder- und Madrigalabend des Wehtfera/nschen a cappella-Chors, der am Sonntag, 11. .März, is 7.30 Uhr, im" Beethovensaal stattfindet, bringt ,w..„ Reihe köstlicher alter und neuerer Chorstücke. Stefan ’Frenkei steuert Violinvortfäge bei, außerdem, wirkt Ilse Nathan (Harfe) mit. " i Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr Bibel, Aachen (V^einsaal), am 6. 3. in Krefeld (Synagoge); am 6., 7. und 8. 3. in Köln (Loge). Landsgerichtsrat a. D. Dr. Wilhelm Salinger gibt seine Eindrücke aus Palästina wieder: „Erlebtes Hebräisch“ am 5. 3. in Duisburg (Synagoge), am 6. 3. in Gelsenkirchetv (Loge), am. T. 3. in Recklinghausen (Jüdisches Jugendamt). Siegfried Urias singt Arien und Alfons Fink (früher Kabarett der Komiker) spricht heitere Dichtungen am 4. und 5. 3. in Essen (Loge). _. Ein Kammermusik- und Arienabend mit Siegfried Urias ■ (Bariton), Emst Drucker (Geige) und Ilse Saß (Klavier) ' . findet am 0. 3. in Wuppertal (Gesellschaft Kasino) statt. Alle Veranstaltungen (außer Recklinghausen um 9 Uhr) beginnen um 8.30 Uhr. __ Als Berichtigung unseres Veranstaltungskalenders teilen _ wir mit, daß der Rezitationsabend von EUy Reicher in Aachen nicht am 4. März, sondern am 7. März stattfindet.1 Die Kölner Daten dieser Veranstaltung sind 6. März im weißen Saäi der Bürgcrgesellschaft, 8. März im großen iSaal der Rhcit.landloge. . KOMODIE Kurfürstendamm206.Bism.904/5 Täglich 8 V. Bob macht sich gesund Sybille S. , dwar .«< San.-RatDP.W.Seellgsohn Sprechstunden für Privatleutenu.Wohlfahrttkranke nur utiirttr. u. EcuiitHiMeinr. I0t12. 4-ä>* Beelhovensaal, Sonntag, den 11. März, abends 7>fe Uhr - Walnbaumscher A cappella Chor —s- Leitung: Alexander Weinbaum Lieder- und Madrlielebend Vorwiegend heitere Chorstücke der alten und neueren Volks- ' liederliteratur. Mitw.: Stefan Frenkel, Violine, Ilse Nathan, Harfe Karten -,«0. ,75 u. 1,-M. b.Boie 4 Bock. L«lpaie«,ic. 37 u. Taurtllilen-

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