Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 16 (23.2.1934)
- Date
- 1934-02-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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iSanuCn«rr rfhhler-Tß aUCh hier erfo'8en. u"d die Eingriffe wlc K! l“5er" »ehern, wenn es je stattfand, fragen in sich sta&en Hoffnung der Regeneration von Stamm und Glauben. Wir. müssen von Menschen, überall, emJn6 n, fl1’ -'Vlrke? ""d ihre Heimat gefunden haben, diesen sußen Duft innigsten Vertrauens verepüren der uns seit Jahrtausenden eingeboren ist. Solcher Duft ist kein Parfüm sondern echter Charakter. ' R,mhe" iv-r niU". U?sere Eindrücke zusammen, dann lallt das Buch Wir Juden'- uns. nicht froh werden, weil es in dem geschehenen zu Unrecht eine Schuld sieht und nur e i n e Hilfe weiß, die nicht genügt. Auch der fremdgewordene Jude wird die Folgerungen sich nicht /neigen machen, daß es nur eine Rettungsstation gibt. Viele verteilte Kräfte arbeiten, um uns zu erhalten und zu gestalten. Alles, bis hinauf zu unserer Urvergangenheir, ist echte Geschichte oder, noch klarer, ein Weg, der weiter beschriften werden muß und ein zwar noch unbekanntes, aber festes und gewißlich erscheinendes Ziel haben wird. Jeder schreite mutig und fest auf dieser oft schwierigen Bahn zum Besten und achte auf das Kernstück des Ganzen, die Ausbreitung der Gottesidee! Dann kann mau sind nicht schuld an Gott und der Welt, der Religion und ein Fundament Jenseits der Grenze Pariser Komitee für Auswandererhilfe in Not ' Die seit einiger Zeit in der Pariser Auswandererhilfe andauernde Krise ist ln-em akutes Stadium getreten. Nachdem in Hilfskomitee (ur die Auswanderer iin Verlauf eines -K.“ ,etwa „10 Millionen Francs ausgegeben hat, steht es jetzt ohne alle Mittel ,da und' wird, falls nicht im letzten Augenblick Hilfe kommt, in wenigen Tagen seine Tore schlielien mussen was zur Folge hätte, daß viele Hunderte Hilfsbedürftige ohne Obdach und Nahrung blieben. Das Komitee appelliert an die jüdischen Gemeinschaften der Welt um Hilfe. Seit enmgen Tagen wird an gewisse Kategorien bisher UnteruUtZtIr S'-’dens des Comite National, an dessen Spitze Baron de Rothschild steht, keine Unterstützung mehr -verabfolgt. Viele Familien sind in eine verzweifelte. Situation geraten. , , Zwischen der sogenannten „Deutschen Kommission" und dem Gomitc National wird über den Aufbau einer produktiven Hilfe verhandelt. Von den zur Zeit noch etwa 1500 Unterstützten sollen schon in den nächsten Tagen 100 bei Hilfsarbeitern in der Landwirtschaft, 100 in- Handwerks- und Landwirtschaftsumschulungen untergebracht werden. Nach Palästina geht jetzt ein weiterer Transport von 100 Emigranten ab, ebenso sollen etwa 100 in anderen Ländern Unterkunft und' Arbeit finden. Etwa 500 Personen will man durch» Etablierung von 300 Familienvätern produktiv in den Wirtschaftsprozeß iii Frankreich einreihen. Übrig blieben dann etwa 600 Ältere, Kranke und Arbeitsunfähige. Man will versuchen, diese 600 Hilflosen bei den jüdischen Gemeinden der verschiedenen französischen Provinzen in Heimen oder Privatquartieren gut unterzubringen. Das nötige Geld zur Realisierung dieses ganzen Planes soll in Frankreich, Amerika und England aufgebracht werden. Man hofft umsomehr auf Verständnis, als es sich hier um Spenden für produktive Hilfe handelt, durch die die Beendigung der bisherigen so unproduktiven reinen Fürsorge erreicht werden würde. Wieder antisemitische Überfälle in Lodz viertel oaiuiy, uas von uen ärmsten ouiiiiiicii ucr juujsi-ucu Bevölkerung bewohnt wird, in den Abendstunden wiederholt zu Überfällen nationaldemokratischer Raufbolde auf jüdische Passanten gekommen. Eine Anzahl von Personen wurde erheblich verletzt. Bei einerpolizeilichen Razzia konnten einige Teilnehmer an den Überfällen äufgegriffen werden. Eine strenge polizeiliche Untersuchung, ist im Gange. Nachhall der österreichischen Vorfälle In Warschau In das Redakiionslokal der Warschauer jüdischen Tageszeitung „Haint“, Organ der bürgerlichen Zionisten, das in den letzten Tagen die Haltung der österreichischen Soziale Ta ratie kritisierte, drang am 14. Februar nachmittags;roßere Gruppe jüdischer sozialistischer Arbeiter ein, Fensterscheiben ein? Als Polizei erschien'1 waren Marokkanische Moslems gegen die britische Palästina-Politik Eine Abordnung von Moslems aus Rabat, Marakesch und anderen Städten Marokkos überreichte dem englischen Konsul in Rabat einen Protest gegen das angeblich prozioiiistische Regime Englands in Palästina, der Hunderte von Unterschriften tragt. Der Konsul versprach, den Protest der britischen Regierung zu übermitteln. Es handelt sich hier nicht um eine spontane Aktion der Moslems, sondern aim eine Folge der Propaganda der nationalistischen Araber Palästinas, die ki'irz- Berufung jüdischer Gelehrter in den Nationalen Rat der Wissenschaft Italiens ' Ministerpräsident Mussolini hat die Ernennung einer Reihe jüdischer Gelehrter zu Mitgliedern des Nationalen Rats der \Vissenschaft (Consigho uazionalc delle Ricerche), dem die bedeutendsten Vertreter aller Gebiete der Wissenschaft angeboren, .bestätigt, ln den Nationalen Rat für Biologie wurde 1 rot. Mareo Almagm-\om Pathologischen Institut m Rom entsandt, in den wissenschaftlichen Rat für Chemie wurde Prot Giorg/o Zerf von der Universität ,Mailand, in den wissenschaftlichen Rat für Imhistriefrageii Dr. Camillo Leri- Mailand und in den Wissenschaftsrat für Medizin der berühmte indische Gelehrte und Leiter der chirurgischen Klinik an der t Pale .■wählt. lieh nach Marokko e 2 Abordnung, entsandten. „Wir kennen nur rumänische Bürger gleichen Rechts" In der letzten Sitzung der rumänischen- Kammer limuiumuster 1. Inculetz als Entgegnung anf eine der ühli Kanintrede.i Prot. Gheprge Cti/as, des Sohnes des Fül der Liga für national-christliche Verteidung prof. ,\. c. ( eine Erklärung ab. in der er sieh in sehr bestimmter I dagegen wandte, daß die Cuzisten so tun, als hätten sii Monopol auf Nationalismus. Alle nationalen Einrichtung. Rumänien seien von seiner Partei, den Liberalen, gesell; worden. Im Anschluß daran sagte der Minister; „Was ti uns von den Cu/Uten? Sie sind Antisemiten "wir sin nicht, sie wollen die'Juden ziiriickdräiigeii, ja seihst vernic Wir lehnen jedwede Vernichtung ab: wir kennen-nur r niselie Bürger gleichen Rechtes. Wir wollen, daß in Rumänen sieh auf allen Gebieten voll entfalten. Sie w« Energien der Jugend durch ihre Haßpropaganda fii es Ziel auf. Aber die Pflicht der Jugend ist zu 1 sich selbst eine hohe Kultur zu verschaffen.“ Lettländischer Sejm lehnt Numerus clausus-Antrag ab Der lettländische Sejm hat mit überwältigender Mehrheit einen, antisemitischen Antrag, für jüdische Angestellte den Numerus clausus einzuführen, abgelehnt. In der Debatte bemerkte der jüdische Deputierte Rabbiner Dubia, es würde den Juden gar nicht so schlimm ergehen, wenn sie in allen Berufskategorien, auch in der Beamtenschaft, entsprechend ihrer .Zahl vertreten sein würden. Werke jüdischer Künstler auf der Internationalen Ausstellung für religiöse Kunst in Rom In Anwesenheit des italienischen Königs und einer Reihe von Kardinalen fand in Rom die Eröffnung der Internationalen Ausstellung für religiöse Kunst statt, ln der Ausstellung sind auch drei bekannte italienisch-jüdische Künstler mit einer Anzahl von Werken vertreten, die von der italienischen Kunstkritik besonders, hervorgehoben werden. Es sind dies der Maler Aldo Carpi, dem ein besonderer Ausstellungssaal Verfügung gestellt wurde, und die Bildhauer Menasse Arrigo Minerbi. Die -’-”- dieses letzteren, denen Motive aus der Religionsgeschichte zugrundeliegen, habenden Ruhm des Künstlers begründet. Arrigo Minerbi ist bewußter Jude und nimmt am jüdischen Leben Italiens aktiv Anteil. Sein berühmtestes Werk, dem auf der letzten Internationalen Kunstausstellung in Venedig eil besonderer Saal gewidmet war, stellt „Das letzte Abendmahl' (L’ultima cena) dar. Eau de Cologne Parfüm Puder Zu haben in allen einschlägigen Geschäften <Zfteatet, Hatäaxetti Hino KAMERA Kabarett der Komiker KurfOntendaimn 158 J7, 7621 NU*Schulz, SlTGast^orges Boulaa- *eTrlo°an 3 Hügeln, Hann! Garden. Wlco Fabbrl, u. a. m. WM SALVOTTf. FMTZK*KS- USG. HASS FMEDRWH 1I*£\V07 jeden Sonnabend^n.45 Uhr u. Sonntag Dienstag. Donnerstag u. Sonnabend 4 Uhr Nachmittage der Hausfrau Ratakomb«!V«Ä. Sonnabends 9.30 un Sonntags 5.15 u.9.30 Vorverkauf tägl. ab 12 Uhr Prospekte' Zeitschriften Konditor«! A d 1 r Wlttenb*rgpl«tz Bücher ' Sonnen (Initiier« Weimarerstr.18 TW*: CI. H-‘i PENSION ZI ESCHE Kurfüntendamm 233 Elegante Zimmer m. jedem Komfort billigst. Daueraufenthalt Sonderarrangein. Konditorei Dippe Mammaanalp. 33 J6 07H in alter Güte, aber im neuen Gewand bittet um Ihren Besuch Willi Wagner 7 Wilmersdorf 7356 - wt j£ , nur Ansbacher Straße 46 J\ / / | / / Dos"orig Ineliste Hof en- 11 1 Restaurant d. Westens Erstklass. Küche — Grog-Stube — I a Biere — Hamburger —-—sik —. 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März an die Israelitische Taubst ummen-Anstalt jm Verein „Freunde der Taubstummen — ledide llmim“, Direktor Dr. F. Reich, Berlin-Weißensee, Parkstraße 22. Pri*. Waldschule KAUSKI Gntnewald. Blim»rck»llee 15.37. Anruf: Schnüre em Taaoolntornat 'i»-1S Uhr. Sport Orai Oancnbau.lndivld. Behandlung. Sprechl.: Täglichl Thkle-Kindertiirnen mir Uhlandstr. 169 am Kurfürstendamm, Tel. Bismarck 1756 Tnmzirkel, Sommer im Freien, für Kleinkinder von 2 Jahren ab. Ritualmordlegende in Bulgarien ln das Haus des jüdischen Ladcnbesitzers Buco Lcwv im Dorfe Wassilowtzi drangen um Mitternacht schwerbewaffnet der Vizebürgermeister des Dorfes in Begleitung von. vier Gendarmen und zwei Bauern aus dem benachbarten Dorfe .Stalijska Machala und durchsuchten es nach zwei zehnjährigen Baifernmädchen aus dem letztgenannten Dorfe, die zum Einkauf. in den Laden von Levvy geschickt wurden und nicht zurückkehrten. Dabei wurde Lewy; beschuldigt, er halte die Kinder verborgen, um an ihnen ein Ritualverbrechen zu begehen. Bald stellte sich heraus; daß die Kinder sich zum Übernachten in das Haus von Verwandten in Wassilowtzi begeben hatten und daß sie wohlauf sind. Da in dieser Gegend in der Vergangenheit schwerste Exzesse gegen die Juden in Verbindung mit Ritualmordlegenden stattgefunden hatten, wandte sich die jüdische Gemeinde der Wassilowtzi benachbarten Stadt Lom a. d. Donau an das Zentralkonsistoriüm der bulgarischen Juden mit dem Ersuchen, die Behörden zu einem Einschreiten gegen Ritualnvordhetzer zu veranlassen. Das Konsistorium brachte den Fall den zuständigen Stellen und dem Erzbischof Stefan zur Kenntnis und forderte Untersuchung des Falles und Aufklärung der Bevölkerung, ferner Bestrafung der behördlichen Funktionäre, die durch solche Mißgriffe zur Fanatisierung ■ der Bevölkerung beitragen. Das Konsistorium gab auch die Anregung, das Verdammungsurteil des Heiligen Synods der bulgarischen Kirche vom 14, März 1897 gegen die Lüge vom jüdischen 'Ritualmord neuerdings der Bevölkerung zur Kennt- "i= ->u bringen. Milderung der Bestimmungen für die Einwanderung nach Argentinien __ In einer amtlichen Verlautbarung werden neue Bestim- .jungen für die Einwanderung nach Argentinien bekanntgegeben, die Wesentliche Erleichterungen gegenüber den bisher geltenden Bestimmungen darstellen. Die neue Verordnung *-■'** Tm 7. März in Kraft, hi ihr ist vorgesehen, daß die . : Kategorie 2 eiugerciliteii Angehörigen argentinischer Einwohner von nun ab dieselben Privilegien genießen sollen 'ie Angehörigen der Kategorie 1. Sie werden auch von ■ —. Entrichtung der 33 Goldpesos betragenden Einwamlerungsgebülir befreit. Zur Kategorie I gehören Eltern, Kinder, Ehegatten, Witwen, Brüder und' Schwestern von Personen, die in Argentinien ansässig sind. Zur Kategorie 2 gehören entferntere Verwandte, wie Oheime, Tanten,-Nichten,Schwäger und Schwägerinnen, Braute und Bräutigame argentinischer Einwohner, und diese werden die Einwandcriingsgebülir bei den argentinischen Konsulaten ihrer Herkunftsländer zu <-r- ’egen haben; die Gebühr wird nach der in Argentinien •ollzogeiien Verheiratung zurückerstattet. Ferner wird bestimmt, . daß auf Grund des Empfehlungsschreibens einer Koloiiisationsgesellsdiaft einreiseiide Landarbeiter oder Pcrso- . die in anderer Weise glaubhaft machen können, daß ich in Argentinien der Landwirtschaft widmen werden, ' Einwandcriingsgebülir zu erlegen haben. In argentinisch-jüdischen Kreisen hofft man, daß die Jewish Colonisation Association (JCA) und die Immigrant Aid Association (HIAS) die Milderung der Einwanderungs- Vorschriften benutzen werden, um eine Anzahl jüdischer Kolonisten nach Argentinien zu bringen. Auch Einwanderer, die auf Grund von Dokumenten nachweiseri können, daß sie schon früher einmal in Argentinien gelebt“ haben, werden ur gebührenfreien' Einwanderung zugelassen werden. Amsterdam. (Der holländischjüdische Maler M o n n i k e n d a m 6 0. J a li r e a 11.) Am 27. Februar feiert der bekannte Amsterdamer jüdische Maler Marlin Monniken■ ■ dam seinen 60. Geburtstag. Holländische Künstlerkreise bereiten Ehrungen für der. Jubilar vor. Von Monnjkcndain stammen nebst zahlreichen Porträts hervorragender Persönlichkeiten des politischen lind wirtschaftlichen Lebens eine Reihe von Gemälden, die Teile der Altstadt von Amsterdam, hauptsächlich deren jüdische Viertel, darstelleu, sowie italienische Landschaften. '; Sofia. (Bulgarischer U n t e r r i c litsm i n iste r in einer jüdischen Schule.) Der bulgarische Unterrichtsminister Dr. zt Bojadjieff stattete in Begleitung; des Generalsekretärs des Unterrichtsministeriums Dr. Manoto/I und des Schulinspektors JunikoN der jüdischen Schulein Sofia einen Besuch ab.~Zum Empfang hatten sich eingefimdeii der Präsident des Zentralkonsistoriums der bulgarischen Juden Naim t'arrhy, der Inspektor des jüdischen Schulwesens Izckal: Nan’on, der Vizepräsident des jüdischen Schulausscluisses •. Dr. Sorof und der Hauptlehrer Marco Cohen. Der Minister inspizierte einige Schulklassen, examinierte die Schüler über bulgarische Geschichte und Landeskunde und sprach zum Schluß seine volle. Zufriedenheit über die Leistungen der Schule aus. Seit 30 Jahren ist es das erste Mal, daß ein bulgarischer Minister eine jüdische Schule besucht.