Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 14 (16.2.1934)
- Date
- 1934-02-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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üO«a (faegwünh des Herrn fiCitu Eine Groteske von Eugen Tannenbaum angesehener, der heutigen s Maurice it durch die nausgehoben Es kommt zwar nicht täglich vor, dali reicher Aiann stirbt, .'namentlich nicht ... _ Zeit, aber der Tod des rumänischen Bankii Gfau wäre trotzdem für die Aligemeinh bemerkenswertes Ereignis gewesen, wäre seltsamen Begleiterscheinungen über den A Mauficc Glau hatte seine Laufbahn als Lehrli Bankgeschäft von Baruch Saklikower in Bukarest Namen Moritz Glogau begonnen. Dank seiner " brachte er es im Lauf der Jahre nicht nur zum Soziu auch zum Schwiegersohn des Herrn Saklikower um ungeahntem Reichtum. Den Wunsch seiner Frau, i Kürzung seines Namens vorzunehmen, billigte er a mäfligkeitsgründen. Diese Maßnahme erwies sich ab bald als' überflüssig, als ihm die Öffentlichkeit den Ein J beilegte. nämschen Rotlisch Trotz seines großen Reichtu..._ - glücklicher Mensch. Nicht dali es ihm besonderen Kummer bereitet hätte, als seine Tochter Rosa ihm eines Tages erklärte,' dali sie aus dem Judentum ausgetreten sei, um in ihren ehelichen Absichten nicht gehindert zu werden. Auch den Tod seiner Frau, die auf einer Weltreise gestorben und in fremder Erde beigesetzt war, trug er mit Fassung. Etwas anderes wurde ihm zur dauernden Plage: seine Galle. Alle Verordnungen der Ärzte, alle Heilwässer der Welt, die gewissenhaft exekutierte alljährliche Kur in Karlsbad blieben erfolglos, lind sie mußten erfolglos bleiben, weil Maurice Glau auf eines nicht verzichten mochte: auf das gute Essen. So hatte er schwere Nächte. Nicht das Geld drückte ihn. Es waren die schweren Speisen, die seinen Magen belasteten und ihm die Nächte zur Qual machten. Auf Mazzeklöße, gesetzte. Bohnen und ähnliche traditionelle Gerichte hatte er längst verzichtet. Aber auf Mayonnaisen, Gänseleberpastete und englischen Plumpudding konnte er nicht Verzicht leisten. Hatte er am Abend solche Delikatessen zu sich genommen, so lag er nachts unter furchtbaren Schmerzen int Bett und beschwor die Ärzte, ihm zu helfen. Bei derartigen Anfällen hielt ihn auch die Angst vor dem Tode in eiserner Umklammerung, und er sah voller Entsetzen sein Ende nahen. In einer solchen angsterfüllten, schlaflosen Nacht faßte Maurice Glau einen folgenschweren Entschluß, den er am nächsten Morgen in die Tat uinzusetzen gedachte. - ^Während sein hellblaues Luxusauto vor einem-baufälligen Häuschen in einer dumpfen Seitenstraße Bukarests die Aufmerksamkeit der Anwohner auf sich lenkte, saß der Bankgewaltige in einem dunklen Raum, der der Beerdigungsgesellschaft gehörte, aut einem wackligen Stuhl, dem Vorsteher gegenüber. Ihm war unbehaglich zumute, gewissermaßen in der Vorhalle des Todes zu verweilen. Und der Mann ihm gegenüber, im schwarzen, speckigen Anzug, die düstere Miene von einem. Trauerbart eingerahmt, war auch nicht gerade danach angetan, ihm den Abschluß seines Lebens in lichteren Farben erscheinen zu lassen. „Sie werden sich wundem, Herr,“ sagte er zur Einführung, „schon bet meinen Lebzeiten meine werte Bekanntschaft zu machen. Da aber niemand weiß, wann seift Ende bevorsteht — und ich bin ein schwerleidender Manu, der jeden Augenblick abberufen werden kann — möchte ich mir rechtzeitig meinen ewigen Ruheort aussuchen. Vielleicht haben Sie Pläne da oder sonst etwas, damit ich mir einen passenden .Begräbnisplatz auf.dem jüdischen Friedhof auswählen kann.“ Der Mann mit dem schwarzen, speckigen Anzug runzelte die Stirn, unter der sich die buschigen Augenbrauen wie dunkle Schlangen unheimlich hinzogen, ließ den Kopt zwischen -den hochgezogenen Schultern einsacken und versprach, Beschluß der Beerdigungsbrüderschaft umgehend mitzuti scheinen nicht recht zu wissen, wen Sie vor sich haben, Herr“, brauste er-auf. „Wenn ich will, kann ich mir für mich allein einen ganzen Friedhof kaufen und brauche nicht erst Ihren schriftlichen'Bescheid abzuwarten.“ ' Es war dem Beherrscher der Bankenwelt, der gewohnt war, daß jeder seiner Wünsche sich sofort erfüllte, noch nicht vorgekommen, daß man ihm Widerstand entgegensetzte. Er war aufgesprungen, hatte seinen Hut gepackt und stand bebend an der Tür. Da huschte über das blasse Gesicht des Beerdigungsbcamten ein sanftes Lächeln, das Glau in noch größere Wut versetzte. Er wollte' die Tür hinter sich zuknallen, aber ehe es dazu kam, hatte sich der Vorsteher der ßcerdigungsbrüderschaft vor ihm aufgepflanzt. „Ich weiß sehr wohl, wer Sie sind, Herr Moritz Glogau. l|nd ich ^eiß nodi mehr. Ich weiß auch, dall^ie trotz Ihres ein beträchtliches Legat ausgesetzt. Körperschaften Stiftungen gemacht. _ für den Börsenvorraum gestiftet — aber für die jüdische Kultusgemcinde, .wie gesagt, — nichts. Und wenn Sie jetzt einen besonderen Platz auf dem jüdischen Friedhof beanspruchen, so ist es nur recht und billig, wenn Sie mit dem Kaufpreis einen Teil Ihrer Schuld abtragen, damit wir .an Ihrem Grabe die Hoffnung aufpflanzen können, mit diesem Betrag armen Glaubensgenossen zu helfen.“ Wortlos entfernte sich Glau von der Stätte, an der man so streng mit ihm ins Gericht gegangen war. Bereits am folgenden Tag erhielt er von der Beerdigur.gsbrüderschaft ein Schreiben folgenden Wortlauts: „Sehr geehrter Herr Glau! Wir teilen Ihnen hierdurch höflichst mit, daß Sie auf dem jüdischen Friedhof — Feld R. Buchst. Al. Ziff. 47 — eine Grabstätte käuflich erwerben können, die Ihren Wünschen entsprechen dürfte. In Anbetracht der besonderen Umstände beträgt der Kaufpreis zwanzig Millionen Lei.“ Die unmittelbare Folge dieser Zuschrift war eine Gallen- - kolik des Herrn Maurice Glau, die wenige Tage darauf eine Operation dringend erforderlich machte. Aber bevor der Bankier sich dem Messer des Arztes auslieferte, gab er noch Weisung, daß ihm auf seinem Familiengut eine Grabstätte errichtet werde. Es war höchste Zeit, daß Glau diese Anordnung traf; denn es war ihm bestimmt, aus der Narkose nicht mehr zu erwachen. Es war ein trübnasser Tag, als Alaurice Glau unter großen Ehrungen zu Grabe geleitet wurde. Hinter dem Sarg, heben dem Mitglieder der Beerdigungsbrüderschaft einherschritten, fuhr der Schwiegersohn des Verstorbenen, -Baron v. Popescu, mit seiner Gattin Rosa, geb. Glau. Es folgten Vertreter der Universität, der Börse, der städtischen und anderer Körperschaften. Kurzum, es war ein Trauerzug, des rumänischen Rothschild würdig. Bei der Lage des Glauschen Familiengutes weit außerhalb der Stadt ließ es sich nicht vermeiden, daß das Leichenbegängnis auch an dem alten jüdischen Friedhof vorüberführte, wo Glau gern seine letzte Ruhe gefunden hätte. Über die Umfassungsmauer hinweg sah man Grabstein neben Grabstein, von denen die Nässe über hebräische Lettern herabtropfte. Es war, als weinten die Steine über das verhärtete Herz des heinigegangenen Sohnes Israels. Am Eingang des Friedhofes schien der Oberrabbiner auf das Herannahen des Zuges gewartet zu haben. Er hatte kurz zuvor einem armen Mann, der im Krankenhaus gestorben war, ergreifende Worte des Abschieds gewidmet und bestieg nun im Ornat einen bereitstehenden 'Wagen, um sich dem Trauerzug anzuschließen. Eine Ansprache zu halten, hatte er verweigert. Hunderte von Schwarzgekleideten schritten hinter dem Sarg her, über den knirschenden Kies der Hauptallee der Glauschen Villa, der Grube zu, die der reiche Bankier.sich auserkoren. Schweigsam umstand die Menge das offene Grab, in dem der Regen sich zu lehmiger Pfütze sammelte, während der Dekan der medizinischen Fakultät das Mäzenatentum des Verstorbenen, seine Wohltätigkeit und seinen hohen Sinn für die Wissenschaft pries ... Bankier Glau war schön fast vergessen, als noch einmal die Erinnerung an ihn aufgefrischt würde. Es stellte sich nämlich heraus, daß er einen uralten Onkel gehabt hatte, der in seiner Jugend nach Australien ausgewandert war und cs als Inhaber eines großen Handelshauses in Sydney zu einem Millionenvermögen gebracht hatte. Ganz kurz vor Glaus Tode war er im Alter von zweiundachtzig Jahren ins Jenseits abberufen worden. Da er alle seine Angehörigen bis auf seinen Neffen Glau, mit dem er in gelegentlicher geschäftlicher ” " ’ ' --*-1- -- =< mitzuteilen, lieber Verbindung gestanden, überlebt hatte, setzte Eröffnung brachte Glau in helle Wut. „Sie seincm alleinigen Erben ein. Als der Schwiegersohn Glaus davon erfuhr, kannte sein uiuck keine Grenzen, und der Testamentsvollstrecker, ein wegen seines Witzes gefürchteter Anwalt, machte die boshafte Bemerkung: „Der selige Glau hat auf das'Alte Testament geschworen, seine Tochter auf das Neue, und der Schwiegersohn schwört auf das Glausche Testament.“ Die großen Hoffnungen erwiesen sich indessen als trügerisch. Denn als man das Testament öffnete, ergab sich, daß der alte Onkel aus Sydney ein weitblickender Atann gewesen war. Er hatte nämlich bestimmt, daß das Millionenvermögen für den Fall, daß Maurice Glau bei Wirksamwerden des Testaments bereits gestorben sei, der Jüdischen Gemeinde'in Bukarest zufallen sollte. Was Maurice Glau bei seinen Lebzeiten der Gemeinde verweigert hatte, wurde ihr mm /nach seinem Tode zuteil, und.ein gütiges Schicksal fügte es, daß die Erbschaft'weit größer war als die Summe, die man Maurice Glau für seine Grabstätte auf dem jüdischen Friedhof abverlangt hatte. befassen habe. Etwa von anderer Seite hereingetragene Tendenzen müßten zwangsläufig zur Sprengung dieser nützlich arbeitenden und allen dienenden Arbeitsgemeinschaft Diese Nachricht ist außerordentlich bedeutsam, weil sie inen Streitfall erinnert, der schon vor Jahren die jüdische Öffentlichkeit lebhaft erregte. Man wollte vor zwei Jahren ,'ielfach kein Verständnis dafür aufbringen, daß deutschjüdische, religiös-liberale Gemeindepolitiker die Subventionierung des „Hechaluz“ durch die jüdischen Gemeinden und Gemeindeverbände ablehnten. Jetzt hat die große jüdische Frontkämpferorganisation den gleichen ablehnenden Standpunkt eingenommen. Notwendige Kritik Die Jüdische Gemeinde Berlin veranstaltete neulich, wie keinem Berliner Juden unbekannt war, in der Philharmonie ein Festkonzert zugunsten des Winterhilfswerks des deutschen Volkes. Für diesen wohltätigen Zweck hatte sich unser Kulturbund-Orchester unter Leitung seines Dirigenten, Generalmusikdirektor Rosenstock, ehrenamtlich zur Verfügung gestellt* Die Besprechung der künstlerischen Leistung erfolgt an anderer Stelle dieses Blattes. Hier aber soll gesagt werden, daß leider das Konzert sehr schlecht besucht war, etwa 400 bis 500 Menschen. befanden sich in dem über 2000 Personen fassenden Raum. Wir glauben, hierzu einmal in voller Öffentlichkeit sagen zu müssen, daß es unverständlich und imverantwortlich erscheint, wenn weite Kreise eine Veranstaltung ignorieren,, deren Ertrag ja auch den jüdischen Notleidenden zugutekommt. Die Eintrittspreise waren so niedrig gehalten, daß es aller Juden Ehrenpflicht gewesen wäre, das Konzert zu besuchen. Diese Teilnahmslosigkeit ist auch eine Unhöflichkeit gegen das ohne Entgelt tätige Orchester, das sich sicherlich hüten wird, ein zweites Mal vor leeren Bänken zu spielen. Wir müssen aber auch fragen, wo war die Reichs- Vertretung, der Preußische Landesverband, die Jüdische Gemeinde unddie anderen jüdischen Organisationen? Es war beschämend, außer dem Leiter des Wohlfahrtsamtes keinen Vertreter einer der genannten Stellen zu sehen. Keine Stelle hatte die Verpflichtung übernommen, den Künstlern Dank zu sagen, wobei es vollständig gleich ist, wessen Aufgabe das gewesen wäre. Wir müssen fest und eisern Zusammenhalten. Hier bei diesem Konzert wäre die Gelegenheit gewesen, dieszu bezeugen. Niemand hätte fehlen dürfen. Der gleiche Vor- ' wurf trifft die Herren Rabbiner und Kantoren, die doch sonst immer von dem zu geringen Kontakt mit den Gemeindemitgliedem sprechen. Wo bleibt also die Verbundenheit zwischen jüdischen Organisationeri'und Juden, von der so viel gesprochen wird? Sicherlich wird von allen diesen Stellen eingewendet werden, man sei nicht eingeladen worden. Nein, meine Herren, dieses Festkonzert, als repräsentative Veranstaltung für das große Hilfswerk hätte ohne Einladung; besucht werden müssen. Ein glanzvolles, wenn auch bescheidenes Ereignis hätte dieser Abend sein müssen, zu dem sich die Berliner Judenheit mit ihren Führern vereinigt hätte. Auch den Beamten und Angestellten aller jüdischer Organisationen und Behörden, die doch das Glück haben, in Brot und Arbeit zu sein, hätte es Ehrenpflicht sein müssen, sich an dem Hilfswerk zu beteiligen. ■ Wenn oben von „unserem“ Kulturbund-Orchester gesprochen wurde, so soll das heißen, daß wir uns freuen, etwas Derartiges unser eigen zu nennen. Dieser Besitz verpflichtet aber; ihm unser ganzes Interesse zuzuwenden. Es darf eben heute keine derartige Veranstaltung geben, an den nicht alle das -größte Interesse bezeugen. Wir alle sollten hierbei stets nach den alten Gebetsworten handeln: „Mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele i ’ " deiner ganzen Kraft!“ ' /. W. Viehverwertungsgesellschaft beschließt Nichtbelieferung von Juden Wie die „Bauernzeitung Rhein-Main-Neckar“ meldet, wurde in einer Generalversammlung der,- Viehverwertunp=- genossenschaft Butzbach und Umgebung (Oberhessen) 1 kanntgegeben,- daß den Mitgliedern der Genossenschaft d Die Vertretung der jüdischen Frontsoldaten R.j-F. wird deutlich Der Reichsbmid jüdischer Frontsoldaten veröffentlicht folgende Erklärung: , Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten betrachtet sich als alleinigen Vertreter der Belange aller jüdischen Frontsoldaten. jeder [Frontsoldat, gleich-ob er Alitglied ist oder nicht, ob er unserer Richtung zustimmt oder nicht, findet bei uns Betreuung, soweit dies in unseren Kräften stellt. — Diese Betreuung gewähren wir auch solchen Kameraden, die sich jetzt öfter an uns wenden, weil sie als nichtjüdische Nichtarier aus ihren bisherigen Verbänden ausgeschlossen sind und obschon sic bei uns als jüdischer Organisation nicht Mitglied werden können. Der RjF. hat seit seinem Bestehen als Ehrenpflicht angesehen, ritterliche Kameradschaft jedem Frontsoldaten . gegenüber zu üben. Diese Erklärung ist von einer erfreulichen Deutlichkeit. Denn man gellt wohl nicht fehl, wenn man sie als Antwort auf die urkomische Mitteilung äuffaßt, die neulich veröffentlicht wurde und aus der zu entnehmen war, daß bei der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland!- ein „Dezernat“ für jüdische Kriegsteilnehmer eingerichtet worden sei. Es braucht nicht weiter hervorgehoben zu werden, daß diese Bekanntgabeallgemeines Kopfschütteln hervorgerafeu hat; denn jedermann weiß, daß der RjF. seit fünfzehn Jahren vorbildlich die Interessen aller jüdischen Kriegsteilnehmer vertritt, so daß es einer zionistischen Konkurrenzgründung nicht bedarf. Niemand übersieht csj, daß auch Zionisten im deutschen Heere gekämpft und geblutet haben. Das ändert aber nichts daran, daß die Zionistische Organisation sicli zum Gedanken einer jüdischen Nation in Palästina bekennt und also schwerlich berufen sein kann, die Rechte von Soldaten des deutschen Feldheeres zu vertreten. Zu solcher Vertretung ist in der Tat mir der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ autorisiert, der sich eindeutig zum Deutschtum bekennt und überdies, wie schon bemerkt, in fünfzehnjährigem segenvollen Wirken Erfahrungen gesammelt und Beziehungen hergestellt hat, die jede Konkurrenzgründung zur Erfolglosigkeit verurteilen. R.j.F.-Sportgruppen und Hechaluz Auf einer in Wiesbaden abgehaltenen Tagung der Sportleiter des südwestdeutschen Landesverbandes des RjF., an der Vertreter von 16 Ortsgruppen teilnahmen, wurde zum Ausdruck gebracht, daß für Alitglieder der RjF.-Sportgruppen eine Zugehörigkeit zum Hechaluz, der in Deutschland nicht sein Vaterland sehe, aus Gründen reinlicher Scheidung auf keinen Fall geduldet werden könne. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, daß die sportliche Arbeitsgemeinschaft zwischen. RjF. und Makkabi in Südwestdeutschland eine reine Zweckgemeinschaft sei, die sich lediglich mit sportlichen Dingen Aus der Bewegung des religiös-liberalen Judentums Religiös-liberaler Verein, Berlin Bczirksgruppe Wedding-Reinickcndorf Dienstag, 20. Januar, 20.45 Uhr: Restaurant „Zünr Steinacker“, Seestr. 44, Ecke Müllerstr. (U-Bhf. Seestr.). Vortrag Tapezierermeister Louis WoIff, Vorsitzender des Jüdischen Handwerkervereins: „Der jüdische Muteistand im neuen Deutschland“. Anschließend heiterer Teil. Mitglieder und Freunde unserer Bewegung willkommen! Berlin. (B ezi r ks gr u p p e W ed di n g-Reinickend o r f.) Hier fand eine Versammlung statt, zu der über hundert Personen erschienen waren. Herr Redakteur George Goeiz sprach über das Thema „Zukunftsweg der deutschen Juden“ und führte in etwa einstüridiger Rede aus, daß eine Neuverwurzelung der deutschen Juden in Deutschland angestrebt werden muß und auch erreicht werden kann, wenn die deutschen Juden einmal sich als Glieder einer rein religiösen Gemeinschaft innerhalb des deutschen- Volkes erkennen und führen und sodann auch eine berufliche Umschichtung vornehmen, die sie mit allen Klassen und Schichten d£s deutschen Volkes zusammen leben und arbeiten läßt. — Anschließend folgten einige Vereinsmitteilungen. U. a. teilte Frau Frieda Melder mit, daß die Gründung einer Frauengruppe im Bezirk Wedding-Reinickendorf beschlossen sei; Herr Dipl.-Ing. Blumenthal gab unter allgemeiner Freude die Wiedereinrichtung des Freitagabend-Gottesdienstes bekannt, und Herr Rosenthal sprach über die deutsch-jüdische Jugendbewegung. — Es folgte noch ein geselliger Teil unter Mitwirkung von Elli Bannas, Martin Epstein, Gerhard Gottschalk. Margarete Guimann und Ernst Lewandowskl. Alle Künstler ernteten spontanen und wohlverdient reichen Beifall. Der Liberale Verein darf einen großen Erfolg in den nördlichen Bezirken verbuchen und wird Vereinsabende dieser Art, wenn irgend möglich möglich, bald wiederholen. I Geschäftliches I Berlin-Charlottenburg 4, Weimarer Straße IS.