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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-02-16 · 14 (16.2.1934) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
14 (16.2.1934)
Date
1934-02-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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HuCtur&piegeC Kinder für Kinder Der Klub der Kinder unter Leitung von stud. med. Heinz ■ Bcrendt brachte in einem „Bunten Nachmittag“ in der Tribüne, Berliner Straße 3S am Sonntag, 11. Februar, in seinem Programm einen Querschnitt durch seine Arbeitsgemeinschaften, in dem die Vielseitigkeit seines Arbeitsgebietes lebhaft zum Ausdruck kam. Im ersten Teil .gelangten recht flüssig gespielte Klavierstücke und von Kindern verfaßte, und mit viel Eifer und Begabung gesprochene Rezitationen zum Vortrag. Ein Ausschnitt aus der „Sprachgemeinschaft“ mit lustigen Szenen in hebräischer, englischer und französischer Sprache sowie der sportliche Teil mit Boxkämpfen und rhythmischer Gymnastik verdienen höchste Anerkennung. Den Höhepunkt bildete die literarische Arbeitsgemeinschaft mit der Aufführung „Der . Herr Sohn“ von Marcellus Schiffer, bearbeitet von stud. med. Heinz Behrendt, in dem 10— 15jährige Kinder durch ihr natürliches, munteres Spiel ganz ausgezeichnet gefielen. Besonders überraschte der 14jährige . Gerd Klein durch seine überdurchschnittliche Begabung. Die Kindergästeschar und ihr Begleiter unterhielten sich vorzüglich und applaudierten kräftig, ein Beweis,-daß der erste Bunte Nachmittag gelungen war, und vielversprechend für den zweiten Bunten Nachmittag, der am IS. Februar, 3.30 Uhr, in der „Tribüne“ wiederholt wird. Wahrend am ersten 10—15jährige Kinder mitwirkten, werden da noch jüngere an ihre Stelle treten. Der Zweck der Veranstaltung ist, nicht nur die Leistungen der Kinder zur Schau zu bringen, sondern ihre Leistungen durch Kritik noch zu entwickeln, wie es in ihrer Kinderzeitung üblich ist, die durch Kritik, die Spaß macht, ordentliche gute Arbeit noch fördert. Elly Ludwig. Seelische Winterhilfe für GroB und Klein Das v._ ___ _=- - boten von der Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde — ihr betreuten Kindern und Erwachsenen. .(Guthendorfs Fest, säle, Alte Jakobstraße.) Zuerst der Kindernachmittag: Der Jubel und die Freude der Kinder ist kaum zu schildern. Werner Würzburg erzählte Märchen. Für die Größeren Oskar .Wildes „Nachtigall und die Rose“, für die Kleinen Andersens „Mädchen mit'den Schwefelhölzern“. Und dann Ballon, der Bauchredner, mit seinem Freunde „Karlchen“. Dä kannte die Freude des kleinen Publikums keine Grenzen mehr! Gertrud Hein-Jaffe, die Kinderlieder von Leo Blech sang, erntete ebenfalls reichen Beifall. Hilde Drucker brachte drei formschöne Tänze, während Schüler der jüdischen Schule Klopstockstraße „Hans und Kathrin erobern Berlin“ wirkungsvoll jj/führten. — Dann der „Bunte Abend“ für die „Großen'^Jler von etwa 700 Personen besucht war. Nach Begrüßungsworten des Lei der Abteilung „Winterhilfe“ übernahm Heinz Günther Ansage. Seine witzige und nette Conference fand freudige Aufnahme. Ganther.dürfte sich "viele neue Freunde erworben haben. Der Abend wurde mit Gesangsyorträgen von Frau - Gertrau Hein-Jaffe eröffnet, .deren hervorragende Darbietungen, Lieder von Mendelssohn und Arie aus „Madame Butterfly“, sehr gefielen. Theo Lebach, ein Schüler von Mara Feldern-Förster, brachte großartige groteske Vorträge. Man muß Lebach hören. (Seinen im März stattfindenden Vortragsabend sollte man nicht versäumen.) Die KaPe,le Ethan erntete reichen Beifall. Ines und Alfonso, ein Grotesktanzpaar, wurden minutenlang applaudiert. Die humoristischen Vorträge Gerhard Gottschalks erhöhten die lustige Stimmung. Auch seine herzerquickenden Reütterlieder lösten wahre Lachsalven aus. Elli Ban/ias sang Chansons, von denen „Fritzchen“ von Friedrich Holländer besonders gefiel. Jacks, das Rätsel-, künstelte Zauber und sah hell. Mit Freude war festzustellen, mit welchem Interesse und Dankbarkeit die Erschienenen, die wohl alle seit langem derartige Genüsse entbehrten, den Darbietungen folgten. Die Abteilung „Winterhilfe“ hilft mit ihren Veranstaltungen wahrhaft Sorgen und Kummer vergessen zu machen. Seelische Winterhilfe ergänzt hier wertvoll die materielle. Mögen wir alle die Mahnung aus dem, Vortrag Gerhard Gottschalks beherzigen: „Juden, laßt das Grübeln sein, die Zores kommen n ganz alleil Roskin Im Kulturbund Janot 5. Roskin, bekannt als Hüter hebräischen und und jüdischen Musikreichtums, Dirigent der Jüdischen .Gemeinde in der Synagoge Levetzowstraße, deren Chor unter seiner Führung bereits besondere Aufmerksamkeit erregte, gab mit seinem gemischten Dilettantenchor im Kulturbund drei Konzerte, die außerordentlichen Beifall fanden. Mit Recht, denn Roskin ist ein Chordirigent von großen Fähigäucli aus dem Naturmatcrial seiner Sängerinnen mul Sauger vorbildliche Klangwirkungen zu schaffen versteht. Das Programm der Abende war in der Hauptsache geistlich: es bot sowohl in der Wahl der Stücke wie in der Interpretation fast nur Höhepunkte. Nicht zuletzt war der stürmische Beifall-den Solisten zu danken, an der Spitze Toni Türk und dem Bariton / witsch. Der inner jüdische Synagogenkonzert in Hildesheim Zu einer wahren Feierstunde fand sich die hiesige Gemeinde wiederum zu einem Konzertabend in der Synagoge zusammen, der von dein Boris AVoif-Quartett, bestehend aus den Herren Kroyt. Ruhmann, Weiden und Bernstein, ausgeführt wurde. — Als Erstes erstand Mozarts Streichquartett D-moll, ein Werk von edlem und maßvollem Gehalt, gepaart mit unnachahmlicher Grazie, von den Künstlern in vollendetem Zusammenspiel vorgetragen. — Auf diesen klassischen Anfang folgte das Streichquartett G-moll von Debussy, ein Stück .reinsten Impressionismus’, dessen Andantino — in der ganzen wirkungsvollen Kraft dieser malerischen — aus einer Augenblicksstimmung geschaffenen Musik zum Ausdruck kam. Am Schluß das Havdn-Quartett G-dur, wahrlich ein freudiger und erheiternder Ausklang dieses Konzertabends. — Die Wahl des Programms und die meisterhafte Bogenführung der Künstler beweist die musikalische Höhe dieses Streichquartetts. K. M., Hildesheim. Kunstnachrichten Jüdische^ Kulturbund Rhein-Ruhr Theater: „Mirandolina, die Wirtin von Venedig“ von Carlo Goldoni. 15. Februar, 8.30 Uhr: Köln, Reichshallentheater; 17. Februar, 8.30 Uhr: Köln, Loge; 21. Fe- „ bruar, 8.30 Uhr: Aachen, Kurhaustheater. Konzert: Ruth Kisch-Arndt (Alt), Alice Krieger-Isaac (Klavier). Werke von Beethoven, Mahler, Schubert u. a. 17. Februar, 8.30 Uhr: Wuppertal, Gesellschaft Kasino; 18. und 19. Februar, 8.30 Uhr: Essen, Loge-, 20. Februar, 8.30 Uhr: Duisburg, Synagoge; 22. Februar, 8.30 Uhr: Köln, gr. Saal der Bürgergesellschaft. j Vereins-Nachricht««!,. | Bund Deutsch-Jüdische Jugend - Prinzregentenstraße Jeden Montag, abends 8.30 Uhr, "Zusammenkunft der Gruppe D (ab lö Jahre) im Vortragssaal der Synagoge, rechter Aufgang, 3 Treppen. Arbeitsgemeinschaft: Leitung cancf. phil. et theol. Gerhard Graf. Der Schriftführer: Hans Kempner. Jugendgemeinschaft der Jüdischen Reformgemeinde N 24, Johannisstraße 16 Sonntag, 18. Februar, Ausflug (Grünau — Müggclberge — Friedrichshagen). Treffpunkt: 9 Uhr Schlesischer Bhf., ' Bahnsteig D. , Dienstag, 20. Februar, abends 8 Uhr, im Logenhaus, Joachimsthaler Str. 13 (Meistersaal), 1. Abend in unserer Vortragsreihe „Fragen der Gegenwart“. Es spricht Herr 1 Sanitätsrat Dr. Alfred Peyser über „Für und wider Oswald Spengler“. Gäste willkommen! Der Beirät der „Reichsvertretvmg der deutschen Juden" hat, wie unsere Leser aus dem einleitenden Artikel unserer heutigen Ausgabe wissen, eine Entschließung angenommen, mit der eine Art Burgfrieden innerhalb der jüdischen Richtungen hergestellt werden soll. Der Rcsolutionsautrag trägt u. a. die Unterschriften von Rechtsanwalt Heinrich Stern (Ver- Loewcnstein (Rcichsbiind jüdischer Frontsoldaten) und bezweckt, wie an anderer'Stelle dieses Blattes ausgeführl, die oft unerquickliche, manchmal sogar persönlich herabsetzeude Form innerjiidiselier Auseinandersetzungen endgültig zu unterbinden, ohne dabi-i die weltanschaulichen Gegensätze zu verwischen. Die Resolution selbst hat folgenden Wortlaut: „Die Art und'Weise, in der innerhalb der'deutschen Juder.heit in der letzten Zeit vielfach inuerjiidiselie Auseinandersetzungen getuhrt worden sind, veranlaßt den Beirat der Reichsvertretung der deutschen Juden zu folgender Erklärung: Die Reichsvertretung der deutschen Juden beruht auf. der Überzeugung, daß die Gegenwart über alles Trennende mt Weltanschaulichen hinweg in der praktischen Arbeit die geschlossene Einheit des deutschen Judentums gebietet. Mag diese in sich auch noch so stark gegliedert sein, keine Richtung darf hoffen, durch rücksichtslose Vertretung einseitiger Grundsätze mul Interessen auch nur soviel zu gewinnen, " wie eine Zerspaltung des deutschen Judentums der Gesamtheit," aber auch ihr seihst schadet. Alle Kräfte müssen dem einen Ziel dienen, daß jeder'deutsche Jude im Vaterlaude nicht nur seinen Lebensramn findet, sondern seine jüdische Uherzeuguug auch offen und frei bekennen und betätigen kann. — Die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen weltanschaulichen Strömungen, die nicht unterbunden werden, soll, darf die durch die notwendige Solidarität gezogenen .Grenzen nicht überschreiten. Der Beirat fordert deshalb die .Kciclisvertretung der deutschen Juden auf; eine Einrichtung zur- Schlichtung von Streitfällen zwischen jüdischen Verbänden, Gruppen, Institutionen und Zeitungen zu schaffen. DicKcichsvertretuug darf aber auch äußersten Falles nicht zögern, der jüdischen (Öffentlichkeit den bekannt zu geben, der gleichwohl fernerhin den Frieden und' die Einheit der deutschen Judenheit gefährdet. __ Einer würdigen Zukunft des g a u z e n deutschen Judentums soll unsere Arbeit gewidmet sein!“ Anschließend an die Beiratstagung der Keiclisvvrtretuug der deutschen Juden ist noch mitzuteilen, daß die „Kcichsarbeitsgememschaft der jüdischen Laudesverbände Deutschlands" den Beschluß gefaßt bat, als Organisation weiterzubestehen, bei emtretendem Bedürfnis -zusammenzutreten, indessen bis auf Weiteres ihte Aufgaben auf die „Reichsvertretunjr der deutschen Juden“ zu übertragen. ... ln den Beirat der Reichsvertretung sollen die Landes-* verbände ihre Vertreter entsenden, und zwar: der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden 6, die Süddeutsche Arbeitsgemeinschaft 4, der sächsische Landesverband 1, die Hansestädte zusammen-4 und die übrigen-Landesverbände zusammen 1 Vertreter. - Es wurde grundsätzlich dem zugestiramt, daß bei dem Beirat eine Finanzdeputation gebildet werde. Die Entscheidung über ihre Ausgestaltung, ihre Befugnisse und ihre Zusammensetzung bleibt bis ztf einer endgültigen Beschlußfassung der Landesverbände Vorbehalten. . Um sogleich die Inangriffnahme von Vorarbeiten zu ermöglichen, sollen zunächst von dem Preußischen Landesverband 4, von der Süddeutschen Arbeitsgemeinschaft 1 Mitglieder der Deputation benannt und weitere 5 Mitglieder von dem Beirat der Reichsvertretung aus seiner' Mitte gewählt werden. Die Durchführung der Beschlüsse der Finanzdeputation unterliegt der Entscheidung der Landesverbände.' Ohne damit einen Druck auf ihre Entschließungen im einzelnen Falle ausüben zu wollen, spricht die R. . <Zfieatei, Haüaxeü, Hitto BJ. ufttte und (fateüC U) 15, Joacmmsroaier SM 13 Täglich (außer Freitags) 83° Uhr abds- Willy Prager konferiert ab 1. Febr. wieder neues Katiarettprogr. Rita Ailasz, Jaks, Martin Kellner, Marion Koegel, Leni ■ und Mamut, Dunio und Partner, Heinz Rogland. Am Flügel: Eridt Ronh Kapelle: ladt PoUKtmk Donnerstag, 22. Februar u. folg. Donnerstage, nachm. 4-Uhr Sonntag 4.30 Uhr Tanz-Tee Vorverkauf täglich 11-1 Uhr n der Kasse und Abendkasse (J 1 Bismarck 6979) I Brillanten-Ankauf! £ EHRLICH, &Ä -PENSION ZIESCBU KueförstenOamm Z3S Elegante Zimmer m. jedem Komfort billigst. Dauer- ,..Whalt Sonderarrangem. ELOW konferiert das grandiose Februar-Programm is Ist wieder gwz tastfal - Eintritt M. 1,-, kleine Preise Kabarett der Komiker ■ om Hotel Adlon. Berlin. Berliner » an 3 Flügeln, Maoni Garden, Wfeo Fabbri, u. a. m. VEHA HALVOTTI, WITZ 5. ii. lv.v ruiKomun wesdt. m <Um Einakter lvAn«at" i Sonnabend 11.45 Uhr u. Sonntag Kanne Kaffee * w w-„ nur Ansbacher Straße 40 A /—/ f 1 (1 Minute vom WlttenberzpUtz) /\ ii ( JI Das originellste Hafeni vyi Restaurant d.Westens Erstklass. 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Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die Oper“, „Der Tanz“ und sein Buch über die weltbekannte jüdische Operettensängerin Frifcei Massary. Auch über.Max Liebermanns Radierungen hat er eine Abhandlung geschrieben^ die in der Kunstkritik viel Beachtung fand. 17 Wilmersdorf4704,47051 Haus - Verwaltungen bestens d. seriösen Baumeister Rudolf Schulze .Berlin-Steglitz, Schloßstrafle 10 Telefoh .Q 2 Steglitz 2811 Seriöse Etievermlttlungl Frau Dir. Siffcurr 1. Von rf. Ä| Willi Woqna verzogen nach Wllim * --H 7 V Condftorei und Caf6 - Krische am Knie " Charlottenburg , Hardehbergetr. 1« Versandu. Bestellungsgeschalt f. feinste Condltorel waren Angenehmer Aufenthalt i Gut gepflegte Biere I Zeitgemäße Preise Telefon: C 1 Stein platz 1357 t Vertreterinnen) gesucht für leistungsfähige * Bremer Kaffee-Großrösterei

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