Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 11 (6.2.1934)
- Date
- 1934-02-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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14. Jahrgang Nummer 11 3iiöifd)'Ubccfllc äeilung Beilage 6. Februar 1934 ., Einberufung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden Das Dezernenten-Kollegium des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hat beschlossen, den Großen Rat zu einer Sitzung am 4. März einzuberufen. Die Sitzung soll insbesondere dazu dienen, durch Erstattung von Referaten -den Ratsmitgliedern einen .Ueberblick über die Gesamtlage, die Arbeit des Landesverbandes und der verschiedenen Berliner Zentralstellen zu verschaffen. Diese Nachricht wird sicher allgemein begrüßt werden, zumal der Grolle Rat seit dem Februar 1933 nicht mehr zusammengetreten ist. Der Verhandstag ist seit April 1632 nicht mehr einberufen worden, und es wäre also zu wünschen, ' dal! nicht nur die Ratsmitglieder, sondern auch die Verbaudslagsabgeordneteu rcgelmällig informiert und zur Meinungs- . änltenuTg' instandgesetzt werden, solange ihr Zusammentritt Berliner Repräsentantenversammlung zenden leUve'rtrete’r ‘ i I. Stell-- (liberbl), zu Schriftführern Di. .. ,. . I)r. Sadger: Für das" Mitglied des (icmciudcvorstandes Herrn Rechtsanwalt Max Kollensrher, der seinen Wohnsitz, von Berlin verlegt hat, ist eine Ersatzwahl erforderlich. Durch Zuruf wird Herr R.-A. Dr. Alfred Klee zum Mitglied des Gemeinde- Vorstandes gewählt. Zur Vorbera tu ng des Etats für 1034 wird ein aus neun Mitgliedern der Versammlung, bestehender Soiuier- Sodaini nimmt die Versammlung verschiedene Abordnungen in Verwaltungs-Kommissionen und Wahlen von Gemeiiidemitgliedern in solche vor. Eine Zuwendung des Herrn Waldemar Meyer zur Errichtung einer Waldemar tind Helene-Meyer-Stiftung wird angenon Dem Jüdischen Schulverein wird - IU 1)00 Mark bewilligt. . (liberal) wegen des Darlehn von insrnerzu wird ein Ammendement Austausches von Lehrern an- Iu Anschluß an.die;Debatte,in der Sitzung vom 2(h-November 1033 wird die Aussprache über die von der zionistischen Fraktion eingebrachtcn Anträge wegen Erteilung einer Mißfallenserklärung, der anderweilen Verteilung den Dezernaten und der Zusammensetzung des Direktoriums fortgesetzt. Mit der Aussprache verbunden wird ein Antrag der Fraktion der Jüdischen Volkspartei wegen Umbildung der Redaktions-Kommission des Gemeindeblattes. Das Wort nimmt zunächst Dr. Rau-fzion.), der hinsichtlich des Gemeindeblattes rügt, daß es nur Aufsätze deutsch-jüdischer Tendenz veröffentliche; der Gemeindevorstand sei nicht in der Lage, sein Amt objektiv zu führen, was auch aus seinem Verhalten bei der cundcii Besetzung des Jugendpflegedezernats hervorgehe. Die zionistische Fraktion verlange u .a., dal! die Jugendarbeit nach anderen Gesichtspunkten vorgenommen werde. Herr Kreinßler erklärt, die Stellung von Mißtrauensanträgen gegen einzelne Mitglieder des Gemeindevorstandes, und gar gegen besoldete Beamte, bedeute eine Überspitzung des Parlamentarismus, wie er für eine positive Führung der Geschäfte untragbar sei. Dr. •London (üb.) ist der Meinung, dal! die Redaktion des Gemeindeblattes durchaus so geführt wird, wie es den Notwendigkeiten der Gemeinde entspricht. Die Mißtrauensanträge entbehren jeder Begründung, wobei er nur daran erinnern wolle, dal! die Einseitigkeit, die dem gegenw-irtim-n Vorstand vorgeworfen werde, bis 1030 von. seinen mit völligem Recht cTein früheren GemeindevorstaiH holt vorgehalten worden sei. Herr Marcus (lib.) erklärt,- alles, was die Anti b n igeln bis 1030 gegen c Maße allgewendet worden. Zu ferner Dr. Klee sowie vom Vor: Vorwurf, dal! das Jugeiidpflegedezeniat nicht objektiv sei. Alle Maßnahmen werden unter dem Gesichtspunkt strengster Sachlichkeit getroffen, alle Jugeiidvereiniguiigen und ihre Mitglieder linden das gleiche Entgegenkommen, das Jugendpflegedezernat enthalte eine ungemein mit/liche, von allen Seiten anerkannte Tätigkeit. Es sei nicht zu billigen, weuü Nach Beendigung der Aussprache zieht die zionistische Fraktion ihren Antrag, dem Dezernenten und der Redaktion des Genieimlehlattes das Mißfallen aiisziisprechen zurück e Liberalen in weitgehendem i gleichen Thema sprechen Semeindeßtief aus (fore&iau H. M. D. Drei Veranstaltungen der letzten Zeit haben in der hiesigen Gemeinde einen-so starken Widerhall gefunden, dal! auch die außerhalb Breslaus wohnenden Leser dieser Zeitung sich freuen werden, davon-zu hören: In einer im überfüllten Saal der Lessingloge abgehattenen Mitgliederversammlung des C.V. sprach Herr'Geineinderabbiner Dr. Felix Goldmann (Leipzig) über das Thema „Deutsches Judentum — heute und morgen“. — Der in weitesten Kreisen des deutschen Judentums als Verfasser des bedeutenden Werkes ..Der Jude im deutschen Kulturkreise" bekannte religiös-liberale Gemeindcrabblrier und Verfechter der deutsch-jüdischen Ideologie führte folgendes ans: Vor neuer Arbeit sei erforderlich Rückblick und Prüfung der überkommenen Ideologie. Wir -seien zwar durch die Ereignisse des letzten Jahres seelisch bis ins Mark getroffen, aber wir dürften uns nicht in allzu bequemem Pessimismus wiegen, sondern müssen wieder verantwortungsbewußt an die Gestaltung der Zukunft denken. Nur der hat das Recht zur Kritik, der den besseren Weg zu weisen in der Lage ist. Die Anerkennung und Achtung für diejenigen, die sich - in Palästina in idealistischer Arbeitern der Scholle ein neues Leben zimmern, entrückt für uhs7 die wir in Deutschland bleiben wollcu- und müssen, Palästina der politischen Debatte. Denn bei allein Rechnen: 40U000 deutsche Juden wollen und müssen in der Heimat bleiben. Wir aber gehören dazu, unser Deutschtum ist eine nicht zu entfernende Komponente unseres Seelenlebens, eine Wurzel unseres Kulturbewußtseins, ohne die wir verkümmern müßten. Wer heute noch, trotz allem, was uns geschehen, auch diese deutsche Grundlage seines Lebens bejaht, der allein hat das moralische Recht, hinsichtlich sittlichen Kraft bejahen um> pflegen.- Aber auchunser ji'uli- - ■ Bewußtsein müsse stärker und kräftiger als bisher •:iuHnuii|i;S.olmü.v1-11t"t FC-r "l,r v1''1,1 Wißen ausgehendes0JudeuUiuo Wl'it deshMb erfolge jüdischer y„«......,.......i.iuHj wt.j| lms (|iL. Umwelt nicht wolle, solidem Festigkeit, aus Besinnung auf die religiösen Judentum, sein muß. wie tilgen Fuchs die Ausführungen im C.V. mehr dem deutschnoblem gewidmet, so sprach am folgenden Tag : - - ..... "-'--'liier JLJ Dr. (ioistüber das Thema „Zurück ler Darstellung der“ gesc 'Sen Liberalismus im Jmh g gegenüber änderen inner i-ferent über das Wesen dei nimlimg des „Neuen Jüdischen II, die bei den Verband»- —...„. t. schaffen werden si sehe Schiller zu finden sind, sondern r__ .... . die Schule eine bewußt jüdische Erziehung vermitteln v Die Kinder sollen zuni Bewußtsein der jiidis'chcu Gemeinschaft erzogen werden, nicht nur zu einem jiidisdi-geschichtlicheu, sondern vor allem auch zu emem jüdisch-religiösen Bewußtsein. Dal! die Schule auf deutschem Boden steht, wird nicht als Zufall betrachtet, werden; sie wird, vielmehr ihre Zöglinge mit deutscher Heimat und deutscher Kultur verbinden und in vollem Bewußtsein echte deutsche Juden erziehen. Der in Aussicht genommene Leiter der neuen -Schule, Studienrat i. R. Rudolf Sc/täffer, sprach zum Abschhilf über Aufbau und Lehrplan der geplanten Anstalt. Den - Schülern wird zunächst eine abgeschlossene Volksscliulhildinig vermittelt werden, die jedoch bis' zum achten Schuljahr noch abgerundet und vielleicht durch eine neue Fremdsprache ergänzt wird. Mit dem Abschluß der Volksschulbildiilig isL diir*AufgäHe-der”'Schiile"iiiclit"zii Ende. Dem Schüler wird danneine gewisse Wahl der Weiterbildung überlassen. In. zwei Zweigen werden teils die technisclüliandwcrkliclicii, teilst die sprachlichen Fächer in den. Vordergrund treten.. Die Schule will, fest im Judentum verwurzelte, .mit der deutschen -— Kultur vertraute junge Menschen iqs .Leben schicken. Sie - •will zugleich aber das Verständnis für alle Richtungen im Judentum wecken. Sie wird die Schüler zu straffer Disziplin : erziehen, damit ganze Menschen herangebildet werden. Alle Referate' fanden den lebhaftesten Beifall der Elternschaft. "Julius Barber Steuerberater- Bücherrevisor-Treuhänder Berlin-Charl,Mommsenstr^dPBism^ HERREN - MODEN GROSSE AUSWAHL IN NEUESTEN STOF- „C IIARLOT T“ NKUZKITLICHK BILDNISKUNST PORTRÄT * TANZ * MODEN Emst Gieloff I. Kramarski, "sffij... Mitglied des jüdischen Handwerkervereini trllii W aT, Winterfüldtstr. 24, Tel.: B 7 PalUs 3297 Sonnendruckerei »rodtsodien £mp$efUen&Hferie ^rt&ienaiem Nachstehende Firmen gewährleisten wirkliche Qualitätsarbeit auf dem C Ewald Banz Salon Coifeure Writbek.! Pt Unsre, Massage, Dauer- Kellen, Herren-Saloss, Holsensonae jetzt Berlin WZ, Kurfürstend. 44 ■ Haarschneiden, Rasieren Spezial Herren-Salon Friller-Salon (•Dannu.Hirni A. Kosdiutzki Irütier Seldler “ÄrÄ',rs,r- Salon „Marion**" Inh.: C. Becker. sj Damen- und Herren-Friseur PariserStr.l8aEckeSächsischeStr. r J 2 Oliva 6237 Zeitgemäße Preise Dirnen- und Herren-Fritier-Silon „BEUEVUE" HW.V,^.S;?g^m:‘c,SCr1i:C70S! 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