Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 10 (2.2.1934)
- Date
- 1934-02-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2613366-2613519-2613527--4714-2616438- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 7 Das Wort der lugend ..llllllllllllllOlllllllllllllllIIMIIIIIIIIIIIM^^ Monatlich erscheinende Beilage der „Jüdisch-liberalen Zeitung“ Verantwortlich für den Inhalt: Heinz Keller mann, Berlin-Charlottenburg 1, Königin Luise Str. 3 iniuiiniiiiiramimitiimimHmiimiiiiiimiiiimmiuiiiimimiiiiniiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiimuiiimmiiimiiiiiiuiimiiimiiimimiiiiimiiiimiimiiiiiMiiNimirauiimuuuii Der neue Mensch Eine Entgegnung zum Thema „Geschichte und R e I i - gioii als schöperische Tat“*) Von E r ik a l.ö c ir e n s la m m. Geschichte und Religion — zwei Begriffe, die man nach althergebrachten Betrachtungsgrundsätzen erst zu definieren hätte — sind seit langem — man kann wohl sagen: für unsere Generation zum ersten Male — aus dem Bereiche des kalten Denkens wieder in unsere Gefühls- und Willenswelt eingedrungen. Sehen wir heute einmal das Verhältnis beider, zueinander, so müssen wir uns eingestehen: Geschichte, bzw. Politik war es, die vielen von uns, 'ja eigentlich allen das Erlebnis der Religion vermittelt hat. Durch die Wendung in der Menschheitsentwicklung, durch das .Aufrütteln eines ganzen Volkes, durch das Gemeinschaftserleben, den daraus entstandenen ■ Forderungen und Gestaltungswillen sind auch wir aufgewacht. Die Religion, einst einer, wenig verpflichtenden Gefühlswelt' einzelner angehörend,' -ist nunmehr nicht nur Bekenntnis, sondern Aufgabe geworden. Die Geschichtsepoche hat sich zur These gemacht, den ganzen Menschen auf den totalen Staat hinzulenken, kurz: den politischen Menschen großzuziehen. Jeder einzelne soll durch sein Schaffen Anteil nehmen an dem Geschicke einer Gesamtheit. Die Politik soll nicht mehr Privileg einer oberen Diplomatenpässe sein, sondern von unten herauf den Willen eines Volkes einem Andern dokumentieren. Früher hatte der Mensch nur e i n Verhältnis zur Geschichte, nämlich ein rückwärtsschauendes, ich möchte sagen, ein betrachtendes und. verstehendes. Der lebendigen vorwärtsweisenden Tat wies ■ man keinen Platz. Der Wille zur Zukunft hat die Jugend zu geschichtlichem Handeln getrieben. „Wir leben vorwärts und verstehen rückwärts“ — das Wort Kierkogaards zeichnet die Situation so treffend. Deshalb kann man' das neue Geschlecht ein politisches nennen; politisch in dem Sinne, „daß das Volk sich erneuert, d. h. sich in schöpferischer Tat der Zukunft zuwendet“. Es ist» darum nicht richtig gesehen, wenn an dieser Stelle vor einigen Wochen die Erkenntnis als für unsere Zeit charakteristisch angesehen wurde,' daß man der Geschichte „nur zum geringsten Teil bewußt“ ihren Lauf vorschreiben kann. Im Gegenteil, man will gerade jetzt ein Geschichtsbewußtsein hervorrufen, das aktivieren, das jeden zu einer Tat begeistern will,die, einmal aus dem Gemeinschaftsbewußtsein herausgeboren, dann auch nur als Gemeinschafts tat ihren Wert hat. FAilich soll sie wie jede wahre Tat etwas Ursprüngliches, etwas Neues, ja sogar zuweilen etwas Gewagtes enthalten. ' Nicht im Sinne" alter Ordnungen soll gehandelt werden. Zum Primat unserer .Zeitwird die erst ordnungsstiftende Tat. Aus dem jugendlichen Drange heraus, seinem-Schicksal zu begegnen, ja ihm selbst entscheidende Wendung zu geben, besinnt sich der Mensch auf seine Kraft, auf die Schöpferkraft, die jedem innewohnt. . ' Jfa- ** -Die Tat.' .&t Jas: _ abschließenden Erkenntnis i diwinffnft irllnn f herbeizuführen hat, Stund?, mehr als früher. Nach dieser, über -, "Geschieh tsbewußtsein ■ •wollen wir'noch einen Blick auf die Religion werfen. Audi sie,"-insbesondere die . jüdische Auffassung von ihr, ist mit . dem wenn auch bestechenden Satze, daß das messianische .Reich nicht von Menschen zu organisieren sei, in ihrem Grundwesen 'völlig verkannt. In schweren Zeiten aus trüber Resignation: eine neue Weltanschauung zu machen, wäre ein trauriges Zeichen für unser Judentum. Nichts ist ihm wesensfremder als ein solches Stehenbleiben. Der Kemgedanke vom inessianischen Zeitalter besteht auch heute für uns in einer einzigen großen Forderung, die schon die Propheten ausgesprochen und unsere Philosophen in wunderbarer Weise fortentwickelt haben. Wenn wir aus der Zeit etwas zu lernen haben,* dann ist es doch in erster Linie folgendes: die Aufgaben und Forderungen aus dem Bereiche der Wissenschaft in die Gemeinde- und letztlich an den einzelnen heranzutragen. Die heilige Mission soll auch bei uns wieder den ganzen Menschen erfassen, lebensnah und für jeden verpflichtend werden. „Denn nur durch das persönliche Wirken für sie wird der Jude in Wahrheit Mitglied der Gemeinde. Das -, Bekenntnis zur Gemeinschaft hat nur dann seinen Wert, wenn es verbunden ist mit dem Willen zur Erfüllung und Verwirklichung ihrer Ideale.“ So glauben wir daher nach wie vor, daß das messianische Reich lediglich durch unser Tun und Handeln herbeifeführt werden wird, und darum ist der Gedanke an den lessias letztlich ein religiöser und geschichtlicher zugleich. Am Ende unserer Betrachtungen, durch die klar werden sollte, daß sowohl Geschichte - wie Religion eines verlangen, -nämlich den ganzen Menschen, müssen wir zu folgendem Ergebnis kommen: Ist es uns verwehrt, an der geschichtlichen Entwicklung mitzuwirken, d. li. den politischen Menschen zu stellen, sb bemühen wir uns, im Wege der Erziehung einen neuen Menschen heranzubilden: den religiösen. 21 lahre Breslauer JU“ wir sind heute 21 Jahre, der Breslauer „Ili“, heute / ••d deutsch-jüdischer Jiigend (lli-Breslau)“, also schon "z bemoostes Haupt. Mit 21 Jahren hat man schon ““Ui. ’r sich gebracht, um vieles sich heiß und auch ^a,‘ - mit manchem gerungen und — einiges auch h’tuirt '** hint -atulieren wir uns aber selbst zum Geburts- •geh>;t ^esÖ7'ttX, 'ch sonst nicht? Aber wir glauben,, das tag? S'fi- Wa,!?’ ' ist nämlich gerade ein Jahr her, da tja- - •um t. -le aus dem Reich bei uns, haben fcc 5Ä.“"« aL>f ,^>A Jebeni 0,-; auch »ir hofft, gewünscht und geplant, ■.e möchten uns oder vielmehr ’ unser Hoffen zum alten 'ich nicht nötig. Denn Nie, scheint es, war sind wir.weniger gewichen, um •illen. Aber -’***»?V an de'rTUns‘h-e„ nur *ön er»-u iK tun, die Wir me,. VerLiU en. - iw* iun} *rr,lr . "re «*»-. Ho, ganz . _ °'ffors n^*btei‘iinTs neue / 'S und 'era*0?t*. '7^7üru < eh* Wh,. der Tafel der Iligemeinschaft haben. Da ist an erster Stelle unser lieber Alfred Berger zu erwähnen, einer unserer ältesten llistreiter und Kämpfer, der Mann mit dem ewig jungen Herzen, der weit über Breslaus Grenzen Bekannt und beliebt ist. Und Rabbiner Dr. Wolf und Rabbiner Dr. Goldmanii, die tapferen llikämpen der Frühzeit, ihnen allen unseren herzlichsten Dank! Aber auch eines jungen Führers, dessen wir nie vergessen werden, sei heut .wiederum Erwähnung getan. Unser Freund Erich Vulkan, der leider so früh dahirtgehen mußte und der ewig in unseren Herzen weitcrlebt. Allen unseren Führern, allen denen, die uns so treue Gefolgschaft leisten, und auch der ARGE danken wir heute an unserem 21. Geburtstag. Wir haben nicht .groß gefeiert, wir haben an diesem Tage eine unserer Freitagabendfeiem gehabt, an denen auch ein Ehrenmitglied unserer Gemeinschaft, einer, dem wir auch herzlichst zu danken haben, Wolff Davidsohn, gesprochen hat. Gesprochen hat von der Jugend und ihrer Arbeit, von Neugestaltung, Alt- und ewig Neuerlebtem, von einem einigen Wollen. Diese Freitagabendfeier, die Festliches, Religiöses und. wiederum frohes Gemeinschaftsleben gezeigt hat, soll der symbolische Auftakt sein für unsere weiteren Jahre. Ruth Tichauer. Wir lernen . . - Arbeitskartothek des „Bund deutsch-jüdischer. Jugend J LJ-Berlin“ s ist schon früher einmal der Versuch gemacht worden, unsere ILl-Arbeit durch Aussprache wie durch Berichte der Gruppen festzuhalten und Gedanken auszutauschen. Dieser Versuch soll wieder aufgenömmen werden mit dem Ziel, alle Führer der ILl’s durch diese Berichte darüber zu unterrichten, welche Themen und in welcher Art sie besprochen werden; vor allem aber, um den Konnex, der religiös arbeitenden Jugend im „Bund“ zu beleben. Wir fordern daher, daß alle Gruppen die Berichte über ihre Arbeit — wenn es geht: wöchentlich, vielleicht auch monatlich — an uns einschicken. Wir wollen sie dann in zusammengefaßter Form wiedergeben; auf diese Art erhalten die Leiter "der Gruppen Anregungen für die Behandlung der Themen, unsere Gruppen \ aber werden fester verbunden sein, wenn sie die Einstellung und die Wesensart der anderen kennen lernen. Später können wir dann -für alle Gruppen einmal ein und dasselbe Them% besprechen und pädagogische Fragen behandeln. ^Gruppe Tiergarten (Alter der Gruppenmitglieder: 16—19 Jahre) (Gruppenführer: Manfred Schwarz) In der Gruppe bestand die Absicht, Baecks „Wesen des Judentums“ zu lesen. Ein Versuch ergab bald eine so geringe Kenntnis der Quellen, daß die Lektüre statt einer Verarbeitung und Zusammenschau zu einer Einführung geworden wäre. Wir ließen daher das Buch beiseite und wollten Quellenarbeit an seine Stelle treten lassen. Zunächst wurde das Buch Josua gelesen. Hier ergab sich, daß ein von Gott geforderter Eroberungskrieg-mit Feuer und Schwert aus der Geschichte des jüdischen Volkes und damit des Judentums nicht fortzudenken ist, und es entstand die Frage, ob diese Tatsache ein gewichtiges Wort gegen einen religiösen Universalismus spricht, der es wagt, einen naturhaft aggressiven Nationalismus seiner Kritik zu unterstellen. Die Ereignisse im deutschjüdischen Bezirk veranlaßten uns sodann, uns über diese Dinge ein wenig auszusprechen. Man entschloß sich daher, auf eine von anderer Seite geäußerte Frage einzugehen: „Was ist Messianismus?“ Es wurden zunächst Unheils- und Heilsprophezeiungen bei Arnos und Hosea gelesen, dann der Versuch gemacht, aus den- Büchern der Könige, der Chronik und Joel ein Bild von der Zeit zu gewinnen, in der diese ersten Propheten auftraten. Gruppe Savigny (Alter der Gruppenmitglieder: 18—20 Jahre) (Gruppenführerin: Anni Jacobsohn) Themen: Der Gottesbegriff und die Go11esidee. a) bei den Propheten, b) bei den Religionsphilosophen, c) bei den Chassidim, d) im Buche Hiob. Lektüre: Bibel: die Klagelieder des Jeremia. Herrn. Cohen: Einheit oder Einzigkeit Gottes. Herrn. Cohen: Die Liebe zur Religion. Buber: Chassidische Märchen. Zusammenfassung. Benzion Kellermanri: Die religionsphilosophische Bedeutung Herrn. Cohens. Bibel: Das Buch Hiob. . Ernst Sellin: Das Problem des Hiobbuches. Hitzig: Das Buch Hiob. Hans Schmidt: Hiob. Bayer: IJas-Problem des Leids im Büche Hiob. Kautzsch: Hiob. Wir lernten: das Wesen Gottes zu erfassen, ist dem Menschen unmöglich, doch die Eigenschaften Gottes zu ahnen und ihnen nachzustreben, ist der Sinn des menschlichen Lebens. Der Erkenntnis steht' der Glaube gegenüber. . Die Erkenntnis von Gottes Eigenschaften ist die Lehre von der vollkommenen Sittlichkeit. Die Liebe zu Gott ist die Erkenntnis der Sittlichkeit. Die Liebe zur Religion beruht auf der Überzeugung, daß dieselbe ■ die Vollkraft und den Eigenwert einer Kulturreligion hat. Eine Religion ist nur dann dem I Untergang preisgegeben, wenn sie den Wert einer Kulturreligion verloren hat. Unsere Religion, die nach der Erkenntnis Gottes strebt, stellt die gerade Linie zu der vollkommenen Sittlichkeit der Menschheit dar. Die Einzigkeit Gottes umfaßt nicht nur den Begriff des Schöpfers, sondern alle Kultur und menschlichen Bestrebungen finden ihre Begründung und Rechtfertigung im Dasein Gottes. Die Liebe zur Religion, die darauf beruht, daß dieselbe eine Kulturreligion darstellt, bedeutet noch nicht die Liebe zu unserer Religion. Diese findet ihren Ursprung in dem Wesen des Einzigen Gottes. Er ist ein Gott der Nähe und der Ferne; Er ist der Gott der Weisheit und Vernunft. Darum schließt sich der Kreis, wenn wir sehen, daß wir' IHN nur lieben, wenn wir versuchen, Sein Wesen zu erfassen, wenn wir nach der vollkommenen Sittlichkeit streben, wenn wir uns aber auch Seiner Nähe bewußt sind. „Der Gott der Nähe ist der Gott der Welt.“ Bei Buber ist der Gott der Nähe, der Gott jedes Einzelnen der Einzig- Wahre. Der persönliche Gott ist der der Chassidim. Gott lebt in den Dingen, "die Dinge sprechen zum Menschen, sie warten auf die Erlösung. Es kommt auf den Menschen an, Gott in den Dingen zu erkennen und ihn zu'erleben. Jede Seele, sagt Buber, soll bereit sein, den Messias . zu erwarten. Er kommt, wenn alle Seelen die Wanderung vollendet haben, wenn er, als letzte Seele, hemiedersteigt, um die Erlösung herbeizuführen.. Die Menschen werden dann erst gut sein, wenn sie das Böse zu erkennen fähig sind, d. h. der Mange! der Erkenntnis läßt das Böse zu. Erst kraft der Fähigkeit, das Gute zu erfassen, kann der Mensch „seine Seele läutern“ und so den Messias erwarten. Die Bubersche Auffassung von Gott ist die des individuellen Gottes. .Der Gott der Chassidim ist der Gott, der in der Mystik erlebt, durch „das Schauen“ und die „Begeisterung“ sich offenbart. „Die Offenbarung, das reine, persönliche Erlebnis, führt zum Sittlichen,. führt zum Leben des Menschen mit den Dingen.“ Die wissenschaftliche philosophische Auffassung von Hermann Cohen zeigt klar den Unterschied zwischen der mystischen Religionslehre und der Erkenntnistheorie, wie die klare bewußte Formulierung der „Religionswissenschaft“ beweist. . Dieser Unterschied in der Gottesauffassung zeigt an, wie weit die Religion und deren Inhalt „entwicklungsfähig“ ist und wie weit sich das Gebiet der Religion erstreckt. Wir kamen dann zum ‘Buche. Hiob und suchten auch hier den Gottesbegriff herauszuarbeiten. Es stehen sich gegenüber: die Vergeltungstheorie der Freunde: wenn du fromm bist, so wird es dir gut ergehen; sündigst ,du' aber, sin wird dich Gott strafen, .und die Frage Hiobs: warum leiden . die Gerechten? ■ '. * - Die christliche Lehre muß eine andere Lösung für‘das Leiden des wahrhaft Frommen finden als das Alte'Tcstament. Es ist' hier nicht die Fräge-nach dem unschuldigen Leiden Hiobs,-sondern es,handelt sich um die grtmdsätzliche Haltung Hiobs zu dem Leiden. Um das Buch Hiob in seiner vollen ■ Tiefe zü erfassen, mußten: eist die verschiedenen* Richtungen herausgearbeitet werden.' Ferner wurde der Vergleich zwischen dem Faust-Prolog und dem Prolog im' Himmel im Buche Hiob durchgeführt. Die Haltung der Freunde die Auffassung Hiobs vom Leid und die Antwort Gottes sind die wichtigsten Themen. : Wir arbeiteten dann am Vergleich zwischen dem 3. Kapitel des Jeremia und der- Verwünschung seiner Geburt im Buche Hiob. Die Gottesauffassung im Buche Hiob wurde noch weiter besprochen. Frage und Antwort- Wo steht: Ich aber weiß, daß mein Erlöser lebt — and was bedeutet es? (Frage 2 aus Nr. 1 des „W. d. J.“) „Ich aber weiß, daß mein Erlöser lebt.“ Der unglückliche Hiob, der seinen Freunden diese Worte zuruft, glaubt an einen Erlöser. Aber er glaubt nicht, daß ein anderer Mensch oder ein" von Gott gesandter Mittler ihn erlösen könne. Hiob ist ein Mensch, der seinem Gotte ganz unmittelbar gegenübersteht. Er ist davon überzeugt, daß nur der Ewige, der ihm alles gibt und alles nimmt, ihn aus körperlicher und seelischer Not erlösen kann. Es ist für ihn eine absolute Gewißheit, und er zweifelt keinen Augenblick daran, daß eben nur der Allmächtige selbst' ihm in seinem grenzenlosen Leid helfen kann. „Siehe, im Himmel ist mein Zeuge, und in den Höhen Einer, der mich kennt.“ Hiob fühlt es, daß nur der Ewige, der ihn erschaffen hat, seine Seele wirklich kennt und ihn erlösen kann. Wohl können ihn seine Mitmenschen, seine Freunde trösten und tadeln, doch richten und erlösen können sic ihn 'nicht; denn den irrenden und unvollkommenen Menschen fehlt die letzte Erkenntnis und die alles überwindende Kraft. Hiob weiß; daß Gott lebt, aber er weiß, auch, daß nur der Ewige selbst sein Erlöser ist. Diese Worte können nicht aus dem Neuen Testament stammen, das von einem von Gott gesandten Mittler erzählt, der durch seinen Opfertod die sündige Menschheit erlöst habe. Nein, das sind Worte, die nur in unserer jüdischen Bibel stehen können, dem Buche, das nur einen Erlöser kennt: Gott selbst. Herbert Bremler. Arbeitsplan des „Bund deutsch-jüdischer Jagend (JLJ-Frankfurt a. M.)“ Heimabende im Februar 1934: Rabb. Dr.. Dienemann -Offenbach ,.Jüdische Reinhcits- und Ehegesetze“ Werner S i m o n „Das neue deutsche Recht“ Studienrat Dr. Galliner Ober ein aktuelles Thema der bildenden Kunst A rt hu r As th ei m e r „Geschichtsauffassung und Gestalten der Bibel“ lin-Charlottenburg 4. Hauptschriftleiter und verantwortlich für den gesamten redaktionellen Texf: Etty Hirschfeld, Jen Inhalt der Anzeigen: Willi Tisch, Berlin NW 21. DA 5000 XII. — Druck Sonnendruckera G.m.b.H. Berlin-Charlottenburg, Weimarer Straße .18. - / 38888