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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-01-09 · 3 (9.1.1934) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
3 (9.1.1934)
Date
1934-01-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ist die Rede. Auch wir schweigen, kein Wort und kein Gedanke wird daran verwendet, etwa Deutschlands Politik ändern' zu wollen; sondern ganz.allein darauf ist jüdisches Sinnen und Trachten gerichtet: durch unser Verhalten und unsere Arbeit uns die Gleichberechtigung wiederzugewinnen, von der wir nichts anderes sagen können, als daß wir unseren Anspruch auf sic für voll berechtigt halten. Dieser Glaube.an' unser Recht aber, er ist es, der zugleich, der allein uns die Hoffnung auf den Erfolg eingibt; der uns befähigt, in dem Rückschlag bereits die ersten Ansätze des Aufschwunges zu erkennen. Denn die Zeit, da nur schöngeistig über die anormale Berufsstruktur der Juden, über das tjJebcrwuchern des Akadcmikertums geredet wurde —'diese Zeit ist vorbei; lind wir werden wirklich „zu schwerer Arbeit mit Lehm und Ziegeln und zu allerlei Arbeit auf dem Felde“ gezwungen, „mit Strenge gezwungen“, wie es in der Schrift heißt —mit jener ganzen Strenge und Härte, die unserer Zeit, im Gegensatz zu-deii vergangenen Jahrzehnten der Sattheit, zu eigen ist. Doch eben diese Arbeit führt uns zu den beiden Zielen, die wir als Juden und als Deutsche zu erstreben haben. Bevor Israel in die Freiheit gelangte, mußte es am Sinai der Gotteserkenntnis teilhaftig werden; bevor Moses' es in die Freiheit führen konnte, mußte er selbst am Horeb Gott erkennen. Nur wenn die neuartige Arbeit von diesem 'Geiste getragen wird, vermag sie uns Anerkennung und Achtung in jenen Berufskreisen zu. erringen, denen wir nunmehr zwangsläufig zugeordnet werden. Bis heute gehörten wir zur Hauptsache nur einer kleinen Schicht, der bürgerlichen und intellektuellen Oberschicht des deutschen Volkes an —: sie ist hauchdünn, und die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes kennt uns überhaupt nicht, weiß nichts von Joseph und seinen Taten. Sie wird uns kennen lernen, sie wird erfahren, daß wir, vom Geiste der gottgewollten Redlichkeit und Rechtlichkeit getragen, unsere Arbeit leisten. Dann werden wir — nicht zum ersten Mal in der Ge-, schichte, da wir ja sahen, daß die psychologische Situation und. Wirkung stets die gleiche — durch den Druck von außen in uns gefestigt sein; „je stärker der Druck, desto größer die Vermehrung der Kinder Israels“, Vermehrung hier in ihrem innerlichen Sinne gemeint; und — lesen wir nach dem Thora-Abschnitt die dazugehörige Haftara — so erfüllt sich auch dies: „Es wird dennoch dazu kommen, daß Jakob Wurzel schlagen, Israel blühen und grünen und der Boden überall voller Früchte wird...“ Erforschung altsemitischen Kulturgutes in Transjordanien Im Januar.soll unter der Führung des Professors für liihelktnule und semitische Sprachen am Hebrew Union College l)r. Nelson Glück eine archäologische Expedition zur Erforschung altsemitischen Kulturgutes nach Transjordanien entsandt werden. Die Expedition wird auf Veranlassung des Hebrew Union College und der American School of Oriental Research unternommen.; Die Untersuchungen der Expedition sollen sich auf ein 150 Meilen langes Stück der Wüste, zwischen dein Golf von Akaba und dem Toten Meer, erstrecken und haben die Auffindung von Überresten des Kulturschaffens der altsemitischen Bevölkerung, zum Ziel, die in diesem Gebiet von 2500 bis zum Jahre 200 vor dem Beginn der bürgerlichen Zeitrechnung siedelte. Dr. Glück, der Führer der Expedition, der schon zu Anfang dieses Jahres in Transjordanien bemerkenswerte Entdeckungen gemacht hat, wird in der tränsjordanischen Stadt Mann von dem englischen Leiter des transjordanischen Amtes für Altertümer, George Horsfield, empfangen werden. Die ■ durch das Gebiet führenden alten Handelsstraßen und das Lanu der Edoiniter und Nabatäer sollen sorgfältig studiert urid kartographisch aufgenommen werden. Dachverband der Israelitischen Vereine im Freistaat Bayern . Die jüdischen Wohltätigkeits- und religiösen Vereine in Bayern wurden auf Anregung des Landeswalters der N.S.- Volkswohlfahrt in Bayern in einem „Dachverband der israelitischen Vereine im Freistaat Bayern E.. V.“ zusammengeschlossen. Die Herren Justizrat Dr. Eugen Strau/i-Augsburg und Felix /'cucktwanger-Müachea wurden zu Vorständen, Herr Eriiz Rollisr/«7(/-M ü n ch en zum Treuhänder bestellt. Umzöge - Spedition - Paketfaörtdienst-Tb.;.L;.nd Massiver Lagerspeicher. .Beratung kostenlos s. Simonowitz, scuöneberg, Eisenachersir. 56 Telefon: G 1 4491, nach GeschSftucMuB B 6 0232 Geschäftliches; Sonderpreise berechn tunpfeMmswecte tBezugsqueiiea BERLIN asphaiiierunnen.Piiasierunsen (Bürgersteige) Hypotbeken^eld ROBERT WOLFERS 1 Marmorarbeiten Alfred Kurzmannj Emil Schoebel Marmorarbeiten Schöneberg Herdu. Ofenbaugeschäft Töpfermeister beiten, auch Kleinmdustne N 65,Lynarstr.36,T. D6. Wedding 60S7 Schuhreparaturwerkstatt W. 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