Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 36 (22.12.1933)
- Date
- 1933-12-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2613366-2613479-2613517--4646-2616354- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
£rei$nfot>e dei fyCoctie Vertretung der deutschen jüdischen Jugend Einheitliche Regelung für das ganze Reich Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat an seine Landes- und Provinzialbeauftragten nunmehr die Mitteilung gerichtet, daß für alle Verhandlungen in Angelegenheiten der organisierten jüdischen Jugend ausschließlich der Reichsausschuli der jüdischen Jugendverbände und seine Landes, ausschüsse zuständig sind. Damit ist die Vertretung der jüdischen Jugend auch in den einzelnen Gebieten des Reiches einheitlich geregelt. Der Offenbacher Rabbiner in Schutzhaft genommen Das W.S.N.-Büro meldet:;,Der hiesige Rabbiner Dr. Dienemann ist in Schutzhaft genommen worden. Von dem Offenbacher Polizeidirektor hatte er sich die Genehmigung zur Abhaltung von Vorträgen in der jüdischen Kultusgemeinde geben lassen. In einem dieser Vorträge schilderte er die Gewalttaten des Königs Herodes und betonte, daß auch während der französischen Besatzungszeit ' derartige Gewalttaten vorgekommen' seien. Aber für ’ das Judentum sei es gleichgültig, ob es'von einem französischen General oder von einem Polizeipräsidenten regiert werde. Wegen dieser unverschämten Äußerung wurde über den Rabbiner die Schutzhaft verhängt und die Überführung in ein Konzentrationslager beantragt.“ Fehler werden den Juden zum Vorwurf gemacht Äußerungen des Führers der deutschen Arbeitsfront Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ler, hielt am 15. Dezember in einer Massenkundgebung der Arbeiter der öffentlichen Betriebe im Berliner Sportpalast eine Ansprache, in der er, dem Bericht des „Völkischen Beobachters“ zufolge, u.a. ausführte; bei seiner sechwöchigen Wanderung durch die Betriebe Deutschlands habe er erkannt, daß an keinem so furchtbar gesündigt worden sei, wie ant deutschen Arbeiter, Deutschland habe die besten Unternehmer, Ingenieure und Chemiker, aber der Jude sei neben ihnen hergelaufen und habe ihnen die Menschen und Arbeiter fortgenommen. Gegen Behandlung durch jüdische Ärzte Die Stadtkreisleitung von Gotha der NSDAP, bringt 'folgende Anweisung der üauleitung zur Kenntnis: „Jüdische. Ärzte: Ebenso wie es den Parteigenossen untersagt, ist, bei Juden zu kaufen, ist .es auch nicht gestattet, daß sie sich in Behandlung jüdischer Ärzte begeben, da dies parteischädigend ist.“ Einführungskarten unzulässig ■ Der Reichswirtschaftsminister hat die von der „Ihage“, Industrie- und Handelsgemeinschaft für Eisen- und Stahlwaren (Vertrauensstelle) e. V. Köln, geschaffene sogenannte Einführungskarte für unzulässig erklärt. Die Einführungskarte wurde nur solchen Fabrikanten erteilt, die sich der „Ihage“ fMJola/tmr MJFHAU: MAX GIESEN I MOABIT W | TURMSTU. 42 Eck»OldenbumrStr. Wf gegenüber verpflichteten, nicht an Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte zu liefern und auch nur von Fabrikanten, die nn Besitz dieser Einfuhrungskarte sind, zu beziehen. In dem Schreiben des Reichswirtschaftsmiuisters wird darauf hingewiesen, daß diese Verpflichtung zu Reibungen und Störungen in der Wirtschaft führen müssen. Alle Maßnahmen zur Einschränkung der Warenhäuser und der sonstigen Einzelhandelsgroßbvtriebe müßten der Reichsregierung Vorbehalten bleiben, die allein zu einer einheitlichen und planmäßigen Wirtschaftspolitik unter Berücksichtigung der Interessen der Gesamt-. Wirtschaft in der Lage sei. Auswelspflicht für Beauftragte des Zentralausschusses Der Zentralausschult der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau weist ausdrücklich daraut hin, daß sämtliche Damen und Herren, die im Namen dieser Organisation auftreteu, im Besitze eines vom Zentralausschuß abgestempelteu Lichtbildausweises'sein müssen, den vorzulegen die betreffenden Damen und Herren angewiesen sind. 70. Geburtstag des Sanskritforschers Prof. Wintern itz Der hervorragende Sanskrittorscher Moritz Winternitz, Ordinarius der Indologie und. Ethnologie an der Deutschen Universität Prag, feiert am 23. Dezember seinen 70. Geburtstag. Er wurde 1863 in Horn (Österreich) geboren, wurde 1891 Lehrer der deutschen Sprache in Oxford, 1895 Bibliothekar am Ir.dia Institute daselbst, habilitierte sich 1899 an der Deutschen Universität in Prag und wurde dort 1911 zum ordentlichen Professor ernannt. Er verfaßte bedeutende •Werke über indische Literatur, ReJigion und Kunst, u. a. das dreibändig? Standardwerk „Geschichte der indischen Literatur“, sowie einen Katalog der Sanskritwerke. 1922 23 hielt .er Verträge.an der indischen Universität in Santiniketan. Er ist Eluenmitglied der Royal Asiatic Society, Bombay Brauch, der American Oriental Society u. a. m. Aus den Gemeinden Berlin. (Geheimer Justizrat Adolf S lahre.) Am 21. Dezember begeht der Bcrliin uhd Notar Geheimer Justizrat Ailolf Salon, voll! älteste preußische Rechtsanu burtstag. Justizrat Salomon, der aus Posen stammt, war von 1902 bis 1920 Vorsitzender der Posener Anwaltskammer, 1920 verließ er seine Heimat, weil er es ahlehnte, die deutsche Staatsangehörigkeit mit der polnischen zu vertauschen. Der Jubilar übt seinen Beruf noch heute in Berlin m vollkommener körperlicher und geistiger Frische aus. Jüdischen Dingen brachte er stets großes Interesse entgegen. Viele Jahre hindurch gehörte er der Repräsentäntenversammlung und'später dem Vorstande der Jüdischen Gemeinde zu Posen ah. Berlin. (Vom Jüdischen Krankenhaus.) Im Krankenhaus der Jüdischen. Gemeinde zu Berlin, Exerzierstraße 11a, ist die Untersuchung und ambulante Behandlung von allergisch Kranken (Asthma, Heufieber, Nesselsacht u. a.) neu eingerichtet worden. Fräulein Dr. Else Levy, die Leiterin der' Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, die bereits in der Charite eine solche Abteilung geführt hat, hält am Dienstag und Donnerstag von 10.30 bis 12.30 Uhr Sprcchstundeir für allergische Krankheiten ab. Die Sprech-.' Zeiten für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten bleiben un-, verändert Montag bis Freitag von 12 bis 13 Uhr. Berlin-Hermsdorf. Im Jüdischen Kinder- und Jugend-' heim fand, am 13. Dezember’eine schlichte Gedenkfeier anläßlich des hundertjährigen Bestehens statt, zu welcher sich, zatilreichc Freunde des Heims mit den Kindern zusammenfanden. Vertreter des Jüdischen Religionsvereins für die nördlichen Vororte und des Jüdischen Frauenbundes überbrachten Glückwünsche und Spenden. Vom Vorstande gab Herr David Heimann einen kurzen Umriß über Geschichte und Ziele des Heims. In der anschließenden Chanukkahfeier erfreuten die Damen Schlesinger und Blumenfeld sowie Herr Kantor B. Holländer mit ihren musikalischen Vorträgen die großen und kleinen Zuhörer. Chemnitz. '(Gern ei ndcf a tss i tzun g.) Hier fand die gemeinschaftliche Sitzung des Gemeindevorstandes und der Verordnten statt, die statutenmäßig alljährlich den Etat festsetzt. Der--Vorsitzende, Herr Josef Kahn, erstattete den Jahresbericht, der viel Aufschlußreiches über die kulturellen und sozialen Leistungen der Gemeinde enthielt. Der Etat zrsatz wurde die Notwendigkeit daß die Chemnitz. (Z trittst c.) Unsere inte verloren; tfifrr seit .17 Jahren als Sekretariats amtiert Er hatte bei Juden t mul hohe Achtung rr t iberkantor Martin isclien Nierenleiden. I au beiden Beamten- Jalire alt Nichtjude Trauerfeiern, Bestattung, a; Nichtjudeu ti Ausdruck, die viluahiue Karlsruhe. (1 der Jubil aim|. Inr Oherrals der München- (Sit '.) In der Sitzung der gemeind- ■inher gab der Vorsitzende Oberst- . ‘ Erledigung von Persolichen Kollegien landesgcrichtSrat _ . ualien-Angelegenlieilen (Ergänzung und Angestellte) einen umfassende^ Bericht über die allgemeine Lage, namentlich Uber die Finanzen der Gemeinde, die sich bis jetzt im Rahmen des knapp bemessenen Voranschlags . halten konnten. Im Mittelpunkt der Tagesordnung staiul^die Errichtung einer gemeindlichen Volksschule. Nach Bericht von J.-K. Dr. Oiv>//vm/t und .iiofuhriiclurr Aussprache wurde die Errichtung einer jüdischen Volksschule durch die KiiRi». gemeinde unter Einbeziehung der Volksschule des Vereins Ohel-Jakob beschlossen. Die beantragte Verstärkung der Mittel der Darlelmskasse wurde nach Referat von K.-A. Sigbert ■r genehmigt. Schweidnitz. (Ein wohl end.) Am Sonntag, 3. Dezi der Synagoge auf Einladung mies die Mitglieder . *.c. lie/irksgeincindeii. den letzten Platz gelullt.- Den z-Kosenbantn fand allgemein Anllerrli Rabbiner l)r. Sueager .erkeiuuirig. Die' 1 (Breslau) war für I Erbauung; sie wai Es war ein in jeder Beziehung gelungener Nachmittag, der alle befriedigte; Stunden, die allen für lange Zeit in Erinnerung bleiben werden. Allgemein wurde der Wunsch laut, daß im Januar wieder ein Gcmeindeabcnd veranstaltet werde. Handwerks-Ausstellung jüdischer Taubstumme ln der Zeit vom 23. bis 27. Dezember feiert der Verein ehemaliger Zöglinge der Israelitischen Taubstuminen-Anstalt Bcrlm-Weißensec sein 25jührigcs JBestchen. _ In dieser Zeit wollen allejüdischen Tauhstumnien- Vereme Deutschlands Zusammenkommen, uni aus dem bisherigen Verband einen Reichsverband aller jüdischen Gehör- I®*™ zu machen. — Gleichzeitig wird eine Ausstellung der Jüdischen taubslummen Handwerker veranstaltet werden. Die Ausstellung findet in der Israelitischen Taubstummen-Anstatt in Berlin-Weiflensee, Parkstra/Ie 22, statt. Sie ist geöffnet vom 25. bis 31.-Dezember von 11—1 und. 3—5 Uhr. Eintritt ff«;;! ~ Mögen recht viele Glaubensgenossen sich überzeugen, daß unsere gehörlosen Glaubensgenossen gleichwertige Arbeit Wendt & Redlich BERE.1I) W Unter den Linden 29 •> - Tel. A 2 Flora 5374 Herrenschneider . Herrenwäsche nach Maß Harran-Artlkal Leo Rothschild A A Chartottanburg, C 1 Stcinplatz'5550 Leberwurst. Schlesische. Krakauer etc. Pftl. 1.- an^PÖkeJbrßste und ^yb^RIad-^HammcIfieiscb^ersUcL Qualitäten. Versand trei Haus. Wl*d*rv«rkauf«r Rabatt W. KÖNIG Kantstraße 47 Eingang Weimarer Straße Telefon Cl Steinplatz 4345 Feine Maßschühmacherei ZeitgemäBePreise Pension Naumann Berlin-Wilmersdorf, Nikolsbarger Platz 6-7- Ecke Kaiserallee - Trgutenaastraße H 7bWi^erst^rf^7^ 4705 Äutos für Selbstfahrer J 6 Bleibtreu 0797 Eiltransporte billigst B 7 Pallas 3311 Schweizer Spezialitäten 1 Gefiäck Schokolade 1 Eigene Fabrikation | Wolf I W 50, Budapesterstr. 13 B 4 7730 | „WIlCO“ Grunewald®tr-53 Berlln^Schöneberg Kota - Lederwaren 1 Berlin W 30, Bayrischer Platz 5 1 Damentaschen. Brieftaschen. Koffer.- Portemonnaies. 1 Ständiger Eingang^neuerjviodelle.^ Reparaturen jeder 1 FIDJII — Hlulira kauft bar v.Prtvat Telefon 01 Stephan (864 GescURs- Snduadiea Tempo—Tempo Mene Schuh-Reparatur Babelsberger Str. 6 Soimeadnidtefei Felix Wolf Berlin - Chart. 4 WehMKRtr. 18 FÜRSORGLICH VORSORGEN SCHÜTZT VOR SORGEN! tst betten, r r \1 nur i i Hrinrifh Ctenhan Aie*andar*tr.ae nur bei ntSHinin SU«|I1ICHI, Ttlel. E 1 Berolina 30C0 Friedrich HECKTOR Feine ■ Maß-Schneiderei Zeitgemäße Preise IIKKMX W h FKIKnitlCIISTUAKSK Jüdische vA? Wäscherei V tu Brttgahky. Berlin C 2. Möbel- E. PehrbclUfl Radlo- OrtMii Rolf Feder J. MANDEL Salons — Schönheitspflege Charlottenburg, Rankestr. 27 a (Nähe Augsburger Straße) IIKIMAUPNAIIMBN ,V '*). MARBUROIiRSTR. 11 BLUMEN Blumen-FOIsmaiin Ihr Friseur ÄÄ75 mcll«|U< Stapler» hürsennefeT Kal««- rrlatfrlc&atr. tO Telefon C 4 Wilhelm 6816_ Großwäscherei Prolik nur HohenzolL Damm 191 Pfund wasche, gut. Ausfuhr, d. Herrenw. Zeitgem.Preise Tclcl. II 6 SIE) Abhol. l«ter«lt J. Surdnyi Maß-Salon Jeiner Damen- ». Iferren- Bekleidung. Spei.: Pelze Berlin W30, Martin Lutherstr, 9 Ecke Hehenttaafen Str. B6Com. 5305 Ehemaliger PtlzmodeU-Zuschnelder . i. Fa. C. A. Herpich Söhne