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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-12-01 · 30 (1.12.1933) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
30 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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lugend nach vorn! Von Hans Bloch, Hamburg Juden gemeinsam mit ihren Gegnern: Wir bleiben Deutsche, trotz Grenze und Gesetz. Und es ist das Gemeinsame diesseits wie' jenseits der Grenze, daß wir die Gesetze loyal und restlos erfüllen, unser Deutschtum jedoch uns nicht nehmen lassen, durch kein Gesetz. Meint man aber, dies seien subjektive Gefühle und Bekenntnisse ohne Aussicht auf Anerkennung in der Welt der Wirklichkeit, so antworten wir: Es gibt Dinge, die außerhalb jeder Zweckmäßige keitsbetrachtung liegen, Verpflichtungen ohne jeden „Zweck“, einfach aus Ueberzeugung. Wo solche Ueberzeugung einer inneren Wahrhaftigkeit entspricht, da schafft sie'sich, gegen alles Erwarten, eines Tages auch Realität. Denn-dieses innere Sein ist die wahre Realität, Und wer nach ihr sein Leben gestaltet, der wird, gerade weil er ohne Zweckberechnung handelt, seines Lebens Erfüllung gewinnen. Diesem Ziel leben wir, und ihm gemäß muß auch das Leben unserer Gemeinschaft gestaltet werden, unbeirrt von denen, die — draußen- und in unseren eigenen Reihen — unser Verhalten nicht verstehen, weil sie gewohnt sind, nach Zwecken zu handeln und hierbei von den jüngsten Tatsachen sich bestimmen lassen. Die deutsche judenheit aber muß nach denjenigen Tatsachen handeln,-die nur deshalb nicht jung erscheinen, weil sie allen Wandel der letzten Zeit überdauerten und'auch in allem künftigen Wandel ihre Unzerstörbarkeit und zuletzt ihre lebengestaltende Kraft erweisen werden. Antisemitische und nichtantisemitische Faschisten in England 7:77/ blutiger Zusammenstoß Der wachsende. Gegensatz, zwischen der antisemitischen Gruppe der Imperial Fascists und der uichtantisemitischeu Faschistenpartei Sir Oswald Moslcys hat in London zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen den beiden Parteien geführt. Anhänger Moslevs versuchten, eine Versammlung der Imperial- Faschisten zu sprengen. Es kam zu einem offenen Kampf, in dem sich die Gegner mit Stühlen und Klinken bewarfen. Zehn Personen wurden bis zur Bewußtlosigkeit mißhandelt. Der Führer der Imperial- Faschisten A. Liese und der Hauptredner der Versammlung General Blakenevr wurden verletzt. Der Angriff der Moslcy-Faschistcn erfolgte, weil in dem Organ ihrer Gegner behauptet worden war, Mosley stehe in Verbindung mit den Juden und werde von ihnen beherrscht. Seine Bewegung werde durch Juden finanziert. In der Provinz entfalten' die Imperial-Faschisten eine intensive Propaganda, insbesondere in jenen Kreisen, die Juden als Abgedrdnete ins Parlament entsandt haben. Vor kurzem wurde ein großes Meeting mit anschließender Straßenkundgebung in Isle Elv veranstaltet, das diu^eh-James Rothschild im Unterhaus vertreten wird. Der Führer Liese erklärte, kein einzelner Staat sei in der Lage, die Judenfrage zu lösen;.aber alle, faschistischen Staaten zusammen könnten bestimmen, wohin die Juden gebracht werden sollen; bi» dahin sollen die englischen Juden ihr StaatsJjürgerrecht verlieren, aus dein Staatsdienst ausgeschlossen werden und kein Recht' haben’ Grund und Böden zu erwerben. Die unter jüdischer Führung stehende internationale Finanz müsse niedergezwungen werden. Die Vorgänge in Ungarn Unterrichtsminister Homan kündigt schärfere Maßnahmen gegen Ausschreitungen an Die antisemitische Studentenschaft hat au die ungarische Regierung eine Reihe befristeter Forderungen gestellt, durch die die fast vollständige Verdrängung der jüdischen Hörer von den ungarischen Hochschulen herbeigeführt werden sollte. Ohne den Ablauf der Frist abzuwarten, hat die ungarische Regierung die meisten dieser Forderungen von vornherein abgefeimt. Unterrichtsminister Dr. Homan empfing eine Abordnung der antisemitischen Studenten und machte sie. darauf aufmerksam, daß Ruhe und Ordnung innerhalb und außerhalb der Hochschulen unbedingt aufrechterhalten werden müßten und daß die Regierung gegen Ausschreitungen, wie sie in den letzten Tagen an einer Reihe von Hochschulen vorkanien, energische Maßnahmen ergreifen werde. Die Behauptungen, auf die sich die antisemitische Propaganda in den Hochschulen stütze, seien unzutreffend, erklärte der Minister weiter. Der jüdische Anteil au der Gesamtstudontensehaft sei keineswegs ein übermäßiger. An der Budapester Universität gebe es knapp S<>;> jüdische Studenten-und an den übrigen ungarischen Universitäten gehe der durchschnittliche Prozentsatz nicht über y,5 hinaus. Die Regierung fordere die Studenten daher auf, im Rahmet' der Gesetze zu bleiben, sonst würden die Behörden die schärfsten Mittel zum Schutze der Rechtsordnung anvvenden. Im übrigen bemühe sich die Regierung, auch jenen Studenten,, die außerhalb des Landes ihren Studien naehgehen, jede ‘Erleichterung zu gewähren. Die Regierung habe nicht die Absicht, das bestehende Numerus clausus-Gesetz (dessen Modifizierung in antisemitischem Sinn von den Studenten gefordert worden war) abzuändern. Minister Dr. Homan empfing auch eine Abordnung der israelitischen Ivultusgemeinde und erklärte ihr gegenüber, die Regierung werde dafür sorgen, daß die jüdischen Hörer ungestört ihrer Arbeit an dei'i Hochschulen nachgehen können. Der Minister verwies die Abordnung auf die Antwort, die er den antisemitischen Studenten auf deren Forderungen erteilt hat. * \ Trotzdem weitere antisemitische Studentenexzesse Trotz der Erklärungen des Unterriclitsministers dauern die antisemitischen Unruhen an den ungarischen Universitäten an. ln . Budapest verhindern Posten der antisemitischen Stu- ' deuten die jüdischen Hörer, die Vortragssäle zu betreten. Nur an der .Technischen Hochschule können die jüdischen Studenten die Vorlesungen besuchen und in den Dbungssälen arbeiten. Auch in Debreczin wurden die jüdischen Studenten ans den Hörsälen vertrieben. In der Psychiatrischen Klinik verhinderte Professor Benedek Angriffe auf die jüdischen Studenten, die weiter ruhig an der Klinik arbeiten können, tu Fünfkirchen kam cs den ganzen Tag über zu antisemitischen Ausschreitungen. Studenten demonstrierten in den Strallen und belästigten jüdische Passanten. Die Exzedenten wurden schließlich durch berittene Polizei auseinandergetriebcii. Die jüdischen Studenten-Organisationen der Provinz- Universitäten haben die Israelitische Landeskanzlci in Budapest (Jüdischer Gemeindeverband) telegraphisch gebeten, bei der Der Artikel „Das Kind im Gottesdienst“ von Herrn Rabbiner Dr. Saloinonski in Nr. 22 dieses Blattes ist nur der äußere Anlaß zu dieser Betrachtung, deren tieferer Grund darin gesucht werden muß, daß das Problem richtiger Jugendgottesdienst-Gestaltung . vielerseits in seiner Bedeutung unterschätzt und vernachlässigt wird. Die zitierte Abhandlung spricht sich gegen die Jugend- ■ gottesdienste aus oder erkennt sie nur als‘Unvermeidliches, quasi als notwendiges Übel an. Ohne Frage, heute einmal vom Standpunkt der Jugend betrachtet, ist diese Auffassung richtig, wenn man an Jugendgottesdienste als grundsätzlichen Ersatz für die Teilnahme Jugendlicher am allgemeinen Gottesdienst denkt, und insbesondere, wenn man die Form der Jugendgottesdienste im Auge hat, die man bis jetzt in den Gemeinden pflegte, soweit Jugendgottesdienste überhaupt abgehalten wurden. Ein solcher Gottesdienst, Abklatsch des allgemeinen Gottesdienstes und oftmals behelfsmäßig durchgeführt, wird auch von einem großen Teil der Jugend . abgelehnt, die sich durch den Ausschluß vom Hauptgottesdienst bcnachh Migt, zurückgesetzt fühlen würde. Aber trotzdem gebe ich dem jugendgottesdienst nicht nur seine Existenzberechtigung, sondern betrachte ihn darüber hinaus als eine dringende Notwendigkeit. Nicht Ersatz für den allgemeinen Gottesdienst soll er sein, sondern seine Ergänzung. Er soll helfen, Kinder und Jugendliche zur verständnisvollen Teilnahme zu erziehen, und soll dem jugendlichen Gemüt das geben, was ihm der große Gottesdienst versagen muß, weil er sich nicht darauf einstellen kann. Es ist daher wohl verfehlt, Jugendgoltesdienste jede Woche stattfinden zu lassen, denn für den regelmäßigen Synagogenbesuch sind eben die allgemeinen Gottesdienste da; ein Jugendgottesdienst soll daher nur von Zeit zu Zeit abgehalten werden, um etwas Besonderes zu bleiben. Allerdings, und das ist die Hauptsache, muß ein Jugendgottesdienst allemal nicht nur ein Gottesdienst für die Jugend, sondern auch von der Jugend sein. Das bedeutet nicht, daß man einen gewöhnlichen Gottesdienst gekürzt kopiert, oder, wie Herr Rabbiner Dr. Salomonski so treffend schreibt, „darin glänzt, ganze Gottesdienste durch Kinder ausführen zu lassen“ und „daß das Kind bereits in eine Rolle hineiitgeschoben wird, die ihm nichtgebührt und die es nur mit-Geringschätzung vergilt, wie ja alles, was wir* mühelos erhalten, von uns gar nicht gewürdigt werden kann“. Diese Feststellungen sind meines Erachtens über jeden Zweifel erhaben, und es erscheint auch mir absolute Selbstverständlichkeit, daß erst der Bar Mizwoh den Almemor betritt. Dann aber ist der Jugendgottesdienst Sache der Jugend, eine Jugend vorausgesetzt, die von kundiger Seite unterwiesen und geleitet ist und sich ernsthaft bemüht, zu lernen und ihr Bestes, fün diese Arbeit zu geben. So unsinnig es wäre, Kinder für synagogale Ämter zu „dressieren“ und aus äußerlichen Gründen gottesdienstliche Funktionen ausführen zu lassen, für so überaus wertvoll erachte ich es doch, durch den Religionsunterricht hinreichend vorgcbildete, den Lehrkräften als geeignet, ernsthaft und genug gereift bekannte Jugendliche im Jugendgottesdienst amtieren zu lassen. Hier muß natürlich eine sorgfältige Sichtung, erfolgen, damit die Ausgewählten es aucli zu würdigen wissen, mit solcher Aufgabe betraut“ zu werden. Im übrigen muß man Alter und Können in Betracht ziehen und die Arbeit so verteilen, daß niemand mehr erhält, als er wirklich mit Verständnis durcharbeiten und in sichr'aufnehmen kann. Man wird also die jüngsten Bite Mizwoh zur-Thora Aufrufen und wird,« wenn möglich, die Vorlesung selbst auf solche verteilen. Das Vorbeten überträgt man Älteren, und auch die Funktionen des Rabbiners können von diesen ausgeführt werden, insbesondere die Vorlesung der Haftara und der Übertragung des Thora-Abschnitts, der gleich dieser, wie z. B. im Israelitischen Tempel in Regierung Schritte zu unternehmen und Maßnahmen zu erbitten, durch die es den an den Hochschulen ordnungsgemäß eingeschriebenen jüdischen Studenten ermöglicht werden soll, ihre Studien ungestört fortzusetzen. Antisemitische Schriften aus den Tschechoslowakischen ’ ‘ Biblotheken entfernt Schulmimster Dr. Derer erklärte im Parlament auf eine Anfrage des jüdisch-nationalen Abgeordneten Dr. Angelo Goldstein^'oetreffend Einverleibung des antisemitischen Pamphlets „Judenj beherrschen die Welt“ in öffentliche Bibliotheken der Slowakei, er habe Weisung gegeben, daß dieses Pamphlet und ähnliche Bücher aus allen öffentlichen Bibliotheken der Tschechoslowakei entfernt werden. Eine Anfrage des Abg. Goldstein betreffend die Aufnahme antisemitischer Bücher in die Garntsonsbihliothekcn wurde noch nicht beantwortet. Wie die Razzien in Jerusalem durdigeführt werden ' Die J.T. A. meldet aus Jerusalem: Der der Jüdischen Telegraphen-Agentur übergebene Bericht von fünf Juden aus dem Irak gibt ein anschauliches Bild davon, wie die Razzien auf Touristen in Jerusalem durchgeführt werden. Die fünf Juden wurden von der Straße weg.zura Polizeirevier gebracht, wo inan von ihnen die Vorlage ihrer Pässe verlangte, da sie verdächtig seien, sich im Lande ohne Erlaubnis aufzuhalten. Von den Angehaltetten konnten vier nachweiseri, daß sie die Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt haben und zum Teil bereits seit sieben Jahren im Lande ansässig sind. Der fünfte war sogar ein im Lande selbst geborener Jude. Wie wahllos. Juden in Jerusalem angehalten werden, ist daraus zu ersehen, daß einer der fünf zur Ausweisleistung aufgeforderten seinen Laden unmittelbar neben dem Polizeirevier hat. Selbstver- ' stündlich wurden die fünf irakischen Juden unter Entschuldigungen freigelassen. Ähnliche Fälle ereignen sich tagtäglich. Man scheut sicli nicht, die P<jlizeibeamten zu fragen, warum sie nicht denselben Eifer gegenüber jenen Tausenden von Arabern an den Tag legen, die a^is Transjordanien nach Palästina eimvanderu. Proteststurin gegen die Behinderung der jüdischen Palästinawanderung Massenversammlungen in allen Ländern. — Geschlossenes Vorgehet; der palästinensischen Judenheit. Aus London meldet die j. T. A.: Die scharfen Maßnahmen der Palästina-Regierung gegen die sogenannte „illegale Einwanderung“, insbesondere die Landesverweisung von Elementen, die bereits im Wirtschaftsleben Palästinas Fuß gefaßt und vielfach für die Weiterentwicklung des Landes von hohem Nutzen sind, hat in der jüdischen Bevölkerung aller Länder tiefe Beunruhigung und starken Protest ausgelöst. In Massenversammlungen wird gegen die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse keineswegs gerechtfertigten Maßnahmen Einspruch Hamburg allgemein üblich, nach der Vorlesung vor der Haftara in deutscher Sprache gelesen wird. Als Chor wirkt ein — nötigenfalls durch andere Stimmen gestützter — Kinderchor. Nur die Predigt muß selbstverständlich dem Rabbiner Vorbehalten bleiben, um den Jugendlichen Wertvolles zu vermitteln. Bei solcher Handhabung kann nicht mehr davon gesprochen werden, daß Kindern oder Jugendlichen Ämter gegeben werden, die sie nicht zu schätzen wissen oder deren Übernahme die Achtung vor ihren eigentlichen Trägern^ herabsetzt. Im Gegenteil werden solche Jugendliche es als'besöndere Ehre empfinden, dieser Tätigkeit gewürdigt zu werden, und sie wird sie enger noch als zuvor mit ihrem Gotteshause verbinden; durch das, was sie zur Ausübung dieser Pflicht erarbeiten müssen, werden sie tiefer in religiöse und gottesdienstliche Kenntnisse eindringen. Diese Jugendgottesdienste wären jedoch ihrer Aufgabe nicht voll gewachsen, wenn sie nur auf die wenigen amtierenden Jugendlichen eine außerordentliche Wirkung ausüben würden und nicht bei allen Beteiligten einen besonders nachhaltigen Eindruck hinteriießen. Das aber wird gerade bei solchen Gottesdiensten mehr als sonst der Fall sein. Darüber hinaus wird sich der Einfluß der Jugendgottesdienste auch im Religionsunterricht und in etwaigen sonstigen Arbeitskursen günstig bemerkbar machen, da der Wunsch und die Hoffnung, früher oder später auch einmal zu den gottesdienstlichen Funktionen zugelassen ^zu werden, gar manchem ein Ansporn zu noch intensiverer Arbeit "sein wird, und wenn auch diese Arbeit um ihrer selbst Rillen gern getan werden soll, so mag dieser Reiz dennoch nicht verurteilt werden, Palästina — Übersee - Ausland 190°- XJ ABZÜGE KltlQ0° Möbelspeicher auch durchheizte-Kabinen Carl Deyke Nachf., Berlin 0 17 Weichsel 424143 da er ja nur. einem sicherlich nicht zu unterstützenden Geltungsbedürfnis entspringen wird, sondern mehr noch der inneren Sehnsucht nach aktiver Betätigung an solcher Stelle. In früheren Zeiten wäre die Durchführung derartiger Gottesdienste eine Unmöglichkeit gewesen, und es ist durchaus zu verstehen, wenn sich auch heute noch Stimmen gegen sie erheben. Doch, vergessen wir nicht, die Zeit hat sich geändert; sie ist schnellebiger geworden, sie ist ernster und schwerer, und schon früh lernt unsere Jugend die Sorgen, des Lebens kennen. Das läßt sie früher reifen als vielleicht eine Jugend vor 50, 60 Jahren, und eher als bisher sucht sie an dem Leben der Erwachsenen teilzunehmen. Aber solche Zeit fordert eine gewisse ' Großzügigkeit und Weitherzigkeit, sie erheischt, daß man alte Vorurteile aufgibt und sich * den gegebenen Umständen anpaßt. Jugend hat Tatkraft und Unternehmungsgeist. Jugend bringt Ideen und frisches Blut. Mir will scheinen, als würde es für die Gesamtheit nicht von Nachteil sein, wollte man die Jugend in ihr.en geeigneten Vertretern mehr, noch als bisher zum Dienst am Judentum, sei es für Gottesdienstgestaltung oder Gemeindearheit, heranziehen, denn auch sie kann, selber auf verantwortliche Posten gestellt, vereint mit den Erfahrungen der Alteren, denen sie sich zu fügen wissen muß, wo es not tut, Wertvolles leisten. erhoben und auf die Gefahren hingewiesen, die dem gesamten Aufbauwerk durch dieses einem übertriebenen Formalismus entspringende Vorgehen der palästinensischen Behörden drohen. Die palästinensisch-jüdische Bevölkerung ohne Unterschied der religiösen und politischen Einstellung ist einig in der Ablehnung der verschärften Methoden bei der Handhabung der Einwanderungs- und Niederlassungsvorschriften und versucht, durch geschlossenes Auftreten gegenüber der Palästina-Regierung eine Milderung des Verfahrens herbeizuführen. Triptyks für Nichtarier ln Oberschlesien ist ein Zusammenschluß jüdischer Autobesitzer auf genossenschaftlicher Basis zwecks Beschaffung von Triptyks und Carnets in Vorbereitung. Die Verhandlungen mit den zuständigen Behörden sind im Gange. Keine Anstellung von Nichtariern in den Staatsbetrieben Lübecks. In einem von der Freien und Hansastadt Lübeck und dem in die Deutsche Arbeitsfront eingegliederten Deutschen Büro- und Beliördenangestelltenverband vor kurzem abgeschlossenen Tarifvertrag wird festgesetzt, daß Nichtarier in den Staatsbetrieben Lübecks nicht angestellt werden dürfen. An Juden wird nicht vermietet In der schlesischen Stadt Leobschütz weigern sich die christlichen Hausbesitzer, an Juden. Wohnungen zu vermieten.- Es ist nicht bekannt, ob dieses Verhalten auf eine Weisung des‘Haus- und Grundbesitzervereins . zurückgeht. Die Stadt selbst lehnt es ab, in dem ueuerbauten Röslerstift Wohnungen an Juden zu vermieten. Makkabäer und „Parasitenvolk“ - Anläßlich der-Aufführung von Handels Oratorium „Juda Maccabäus“ richtet die Philharmonische Gesellschaft Bremens an die „Bremer Nachrichten“ eine Zuschrift, in. der es u. a; heißt: Jedem der großen Händelschen Oratorien liegt die Darstellung und der reine Ausdruck eines großen, starken Ideals zugrunde. Beim Judas Maccabäus ist es die strahlende Verherrlichung des Führergedankens... Wem käme nicht der Gedanke, daß eben dieses Leid , wir Deutschen durchmachen mußten, bis auch uns der ersehnte Führer kam? Daß das deutsche Volk ebenso gläubig zu seinem Führer emporblickt und ihm heißen Herzens dankt? An solcher Betrachtungsweise kann auch nichts ändern, daß die Handlung bei dem-sehr streitbaren alttestamentarischen Volk der Maccabäer liegt', das keineswegs gleichzusetzen ist mit dem Parasitenvolk <Ier heutigen „Juden“, sondern ebenso leidenschaftlich für sein nationales Freiheitideal, für seinen Heimatboden gekämpft hat wie alle anderen Völker auch.

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