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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-11-24 · 28 (24.11.1933) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
28 (24.11.1933)
Date
1933-11-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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tat zu erziehen. Die heutige Zeit habe uns wieder ein Ziel gegeben, tUs - des Einsatzes aller Kräfte wert ist. — Sanitätsrat Dr. Alfred Peyscr faßte in seiner Schlußrede alle wesentlichen Gedanken noch-einmal zusammen; es handle sich bei dem Verhältnis der jüdischen Deutschen zum -deutschen Volke nicht um „Kulturvei'hundenheit“, sondern um Verbundenheit aut Gedeih und Verderb, in Freud und Leid, mit Lehen und Schicksal. — Eine Verlesung aus Gabriel Rießers Schriften bildete den Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung, die vom ersten bis zum letzten Augenblick alle Teilnehmer in Bann hielt. Weitere Kundgebungen, die zweifellos bald folgen, werden zeigen, daß die Bewegung einer Zusammenfassung aller deutsengesinuten Juden auf die Dauer nicht aufziihalteii sein wird. Auf die begreifliche, aber doch schon allzu lange Betäubung folgt ein Erwachen; segenvolle Taten und Erfolg können nicht ausbleiheu. Unjer Kabarett - Eröffnungs - Abend des Kabarett „Bühne und Brettl“ im Logenhaus Joachimsthaler Straße 13 Es war nach den heiden geglückten „Kleiukunst-Abendcn“ der Jüdischen Künstlerhilfe ein guter und naheliegender Oedanke, ein ständiges Kabarett zu gründen, in dem sich die Kräfte der ausgeschaltefen jüdischen Künstler entfalten, in dem neue, junge Talente herangezogen werden können, und das einen Mittelpunkt für alle diejenigen bilden soll, die in dieser ernsten Zeit eine Stätte suchen, wo sie gern gesellen sind und ihnen die, schweren Alltagsnöte für ein paar Stunden verscheucht werden. Oie künstlerischen Darbietungen des „Hähne und Brettl“ i von Magistratsrat Gossels in dankenswerter Weise organisiert, hatten durchweg Niveau. Kein Wunder allerdings, denn es waren diesmal ganz bekannte und längst „arrivierte“ Könner; die das zahlreich erschienene Publikum —'der Saal war ausverkauft! — in angenehmster Weise erheiterten. Willy Präger konferierte und Walter Steiner trug Humoristiken vor; — Wilhelm Raabe hatte schon Recht, als er im Horacker schrieb, daß das Zum-Lachen-Gebracht-werden eins der ernstesten, wichtigste^ und unerläßlichsten Dinge auf Erden sei! " Uly Kann und Gerda Koppler tragen ausgezeichnet Songs- Couplets und Chansons vor und zeigten dabei u. a. die graziöse und liebenswürdige Kunst jüdischer Poeten und Komponisten wie Friedrich Holländer und Marzellus Schiffer, der durch frühen Freitod den trüben Zeitläuften der Gegenwart entfloh. Sehr ulkig war der Bauchredner und Zauberkünstler Jani Balten, ästhetisch eindrucksvoll das Tanzpaar fjublon und Ostfeld, ganz famos der Pianist Leo Taubmann am Flügel und der Seiger Juck Poiisehuk als „Stabwart“. Das Publikum war zufrieden und dankte durch reichen Beifall. Ich wurde — als Berliner Lokalpatriot — den ganzen Abend eine gewisse Wehmut nicht los, daß solche prächtigen^ und rassigen Künstler nur ihrer „Rasse“ wegen durch „Gleichschaltung“ und: Ausschaltung einem Wirken für die große Allgemeinheit entzogen werden. Ach! den guten Grandsatz.: „Allgemeinnutz geht vor Grunzen- und Eihzelnutz“ verkündete schon das Alte Testament häufig und in tiefeindrücklicher Weise, Einige Jahrtausende vor Kant und bevor Berlin ein winziges Fischerdorf und der heutige Kurfürstendamm mitsamt der. Joachimsthaler Straße ein schachtelhalmumstandener Sumpf war. - Dr. 'Uidwig Davidsohn. Der große Erfolg der Veranstaltungen des B. u. B., Joachimsthaler Straße 13, veranlaßt die Leitung am Sonnabend, 25. November, 8,30 Uhr, das Eröffnungsprogramm zu wiederholen. Willy Prager, Walter Steiner, Hedi Haas, Karja Schapiro, Jaimt Baian und'Gerda. Kepler werden wieder das Publikum.niitreißen. Es. spjelt die Kapelle Jack Polischuk. Preise der Plätze'0,60 bis T.SOTCM. Vorverkauf: Joachims-/ thaler Straße 13, von 11. bi» 1 Uhr. '•, * . ..... .. ... w- - ‘ ~ - Kulturbund Deutscher Juden Die nächste Schauspiel Veranstaltung des Kulturbundes Deutscher Juden ist Shakes'peare’s „Othello“ in der Inszenierung von Wilhelm Chmelnitzky. Den „Othello“ spielt Kurl Katsch, den „Jago“ /■'ritz Wisten. Die Erstaufführung ist für den 11. Dezember in Aussicht genommen. Die Proben haben bereits begonnen. * Der Kulturbund Deutscher Juden gastiert mit seiner Aufführung „Nathan der Weise“ am 22.-und 23. November im Neuen Theater in Frankfurt am Main. Am 26. November finden, im Schauspielhaus Breslau gleichfalls zwei „Nathan“- Auffühmiigen in der Berliner Besetzung statt. Weitere Gastspiele sind in Vorbereitung. Freie jüdische Volkshochschule, Berlin Vom 27. November ah beginnen in der Freien Jüdischen Volkshochschule E. V. — Kurse der Jüdischen Gemeinde — Vorlesungen von: Dr. Warschauer, ür. Nußbaum, Or. Bamlierger, I)r. Guttmauu, Rudolf Kästner, Erna Stein, Mag.-Rat Gossels, Hans Jaeotii, Dr. Emil Bernhard-Colm, Dr. Sternberg sowie Handels-, Ernährungs- und Sprachkurse. Das Programm ist unentgeltlich zu haben in allen jüdischen Buchhandlungen usw., bei der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Straße 29.-31 und iin Sekretariat der Freien Jüdischen Volkshochschule E. V., Lützowslralle 16, III. Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde veranstaltet außer dem Konzert am Bußtag auch ein Konzert 3111 Totensonntag, 2h. November 1633, abends 8,15 Uhr, ■Joachimsthaler Slralle 13, Oberer Saal. Mitwirk'ende sind: Eva Ortmann (Sopran), Tritz t.erhner (Bariton), Charlotte Rosen (Violine), am'Flügel: Salvador Ley. Violinwerke, von Mozart, Fiocco, ‘I ernste Gesänge von Brahms, Lieder , von Schubert und Brahms. — Karten zum Preise von 0,60, 0,00, 1,20 und 1,50 RM. sind zu haben bei den Verkaufsstellen: joachimsthaler Straße 13 (Hof); Oranienburger Straße 31, Zimmer 34, I. Stock; Buchhandlung Kedem, Charlottenlmrg, Dahlmannslralle; Abendkasse: Joachimsthaler Straße 13. Jüdisch-religiöse Jugendgemeinschaft, Berlin (JRJ) Gcfneinsamc Veranstaltungen : Achtung! Am Sonnabend, 16. Dezember, nachm. 5 Uhr, findet voraussichtlich die große Channkkahf eier aller deutsch-jüdischen Bünde statt. Ort wird noch durchgesagt. Die Gruppenführer sind angewiesen, sofort mit den Vorbereitungen zu beginnen. Ort und Zeit der Iri- Ch an ukkah f eie r wird noch bekannt gegeben. Hebräischer Kurs (Leitung: Erwin Zimet): Donnerstag, 30. November, 8 Uhr, bei Sat.ifeld. Fahrten: Sonntag, 19. November, 8,30 Uhr, Zoo; Sonntag, 26. November. Kückensingen: nach Vereinbarung. - Gruppen -Heimabende: Gruppe Pankow-Osten (Führung: Betty Markus): Montag, 27. November, bei Gt'sJiwisier Saalfeld. Montag, 4. Dezember, bei Edith Harlam. Thema Jüdische Religionsphilosophie, 1. Saadja. Gruppe Savigny: Mittwoch, 29. November, bei Heinz Schneemann, Lietzenburger Strafe 6, 7,30 Uhr abends. Thema: Die Sittlichkeit in der Bibel als Gesetz und als Lebensauffassung. . * Gruppe Tiergarten (Führung: Manfred Schwarz): Dienstag, 28. November, bei Manfred Schwarz, Jagowstraße 43. — Mittwoch, 6. Dezember, hei Hans Wegtein; Thema: Die Psalmen. Gruppe..Westen. / (Führung! Keitermann):^Montag] 27. November, 8 Uh/\- bct'nilde Neumann, Prinzregenten~ strafe 7. Thema: Der Messianismus in der nachbiblischen Zeit. (Jesus von Nazareth, Sitbbafai Zewi und, die KabbalaJi.) — Montag, 4. Dezember, 8 Uhr, bei Heinz Keilermann, Königin-Luiße-Straße 3. Thema: Vom ewigen. Frieden. — Montag, //. Dezember, 8 Uhr, bei Erika Loeweüsiamm, Spandau, Feldsträße 11. Thema: Messianismus (Schluß). — Montag, 18. Dezember1, 8 Uhr, bei Hilde Weglein, Sybelsiraße 23. Chanukkahfeier. Gruppe Westen H (Führung: Heinz Keilermann und Hetmuih , Krotoszyner): Heimnachmittage jeden Sonnabend um 5 Uhr nachm, bei Heinz Keltermann. Thema: Edmond Fleg „Warum ich Jude hin“. Museumsbesuche nach Verabredung. - ' Kückengruppe' Norden (Führung: Erwin Zimet): Heimnachnüttage jeden Sonnabend uni 3,30 Uhr nachm. Ort nach Verabredung. Thema: Emanzipation (Begriff, Ursachen, Pioniere). Kückengrunpe Tiergarten I (Führung: Eva Simon und Ruth Caro): Sonnabend, 18. November, nachm. 4,30 Uhr, hei Hanni Blumenfeld, Händelstraße 4. Thema: Jesaja. Weitere Heimnachmittage nach Verabredung. Kückengruppe Tiergarten H (Führung: Heinz Schneemann): Zeit und Ort nach Verabredung. Thema: Die Hee des „Bundes“ in der Bibel. Kückengruppe Steglitz (Führung: Hella Gräber): .Näheres wird noch bekanntgegeben. Das restliche Dezemberprvgramm ist von den Gruppenführern bte spätestens JO. Dezember an Erwin Zimet einzusenden. Gäste sind nach vorheriger Anmeldung beim Gruppenführer willkommen. | Geschäftliche Notizen. | Das bekannte Spezialhaus für Herren* und Knaben-Bekleidung S. Joseph, Berlin-SchBneberg, Hauptstr.I, ist, wie jedes Jahr auch jetzt für den Winter gerüstet Reichhaltige Lager in Straßen-' und Sport-Anzügen sowie Ulster und Paletuls in halbschweren und schweren Stoffen in Ja Qualitäten für jede Figur und jeden Geldbeutel passend, erleichtern Ihre Wahl. Befehligen Sie die 12 Schaufenster und den großen Ausstellungsraum dieser Firma und Sie werden den Eindruck gewinnen, das Passende auch für Ihren Geschmack In jeder Preislage zu Hoden. * Sehreibmatchinen, neu und gebraucht kauft man zu zeitgemäßen Preisen bei Otto Brasch, Berlin C 2, An der Spandauer Brücke 9. Diese Firma verfugt über die alleinige Fabrik in Berlin, die-Schreibmaschinen mU hebräischen Typen hersteUt ■ * Jeder Schritt am Tage sollte Ihnen Freude machen. Hatten Sie bisher noch nicht das Freude erzeugende Gefühl eines gut* passenden, fußgerechten Schuhs, dann machen Sie auf jeden Fall einen Versuch mU den Modellen der Firma „Bequeme Schuhe14 Inh. 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