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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-11-17 · 26 (17.11.1933) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
26 (17.11.1933)
Date
1933-11-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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13. Jahrgang Nummer 26 3uöifd)'Ubßtfl(c 3eUung Beilage 17. November 1933 JUdlsdie Wirtschaffsfragen Rettet die brachliegenden Kleinkapitalien! Von Dr. Herßoti Hahn deter Menschen heraus. Es ist .eine ganze neue Art „verschämter Ärmer“. Zumeist handelt es sich um selbständige Unternehmer, die durch die Wirtschaftskrise oder die Ereignisse der letzten Monate den größten Teil ihres Vermögens Berliner Steuererhebung beschlossen Sitzung der Repräaentantenversammlung am 6. November ln Nr. 23 der „Jüdisch-liberalen Zeitung“ wiesen wir' darauf hin, dal! die erhöhten " Wohlfahrts- und Fürsorge- . leistungen der. Berliner Jüdischen Gemeinde zweifellos eine Steuererhöhung erforderlich machen. Diese ist inzwischen '• von der Repräsentantenversanunlung — und zwar von allen Fraktionen des Hauses — beschlossen worden. Der amtliche Bericht lautet wie folgt: „Der stellvertretende Vorsitzende Dr. London widmet vor Eintritt in die Tagesordnung dem verstorbenen Dr. Ludwig Tietz Worte des Gedenkens. Amtsgerichtsrat Michaelis berichtet über die Steuervorlage des Gemeindevorstandes. Nach eingehender Aussprache wird einmütig beschlossen, den Zuschlag zur Einkommensteuer für das Jahr 1933 auf 2(1 o/o festzusetzen und den vom Vorstand beantragten Zuschlag zur Reichsvermögenssteuer gutzuheilien. Von der Erhebung eines Zuschlages zur Reichsfluchtsteuer soll Abstand genommen werden. ' In eingehender Aussprache wird der Etat der wirt-! schaftsstelle der Gemeinde erörtert. Der Dezernent Woyda 1 ergänzt seine Ausführungen aus der vorigen Sitzung in Bezug auf verschiedene Einzelheiten. Aus der Mitte der Versammlung werden verschiedene Anregungen gegeben und Wünsche in Bezug auf die Ausgestaltung der Tätigkeit der Wirtschaftshilfe vorgetragen. Diesem amtlichen Bericht wird zweifellos in aller Kurze seitens des Gemeindevorstandes eine nähere Erläuterung folgen, die sich an alle Gemeindefflitglieder-weriden wird. rhr/ahl besteht jedoch verloren haben. Di aus Beruf und Erwerb gebracht sind. Sie verfügen fast durchweg — und das ist das Kennzeichnende — nur über ein kleines und beschränktes Kapital, das zu ihrer Ernährung in selbständiger Tätigkeit zu gering ist oder z. B. während der. Zeit ihrer Berufsumschichtung völlig brach liegt. Die geringe ’ .. löglie1“ .. Zinsvergütung der Anlagen ihre Existenz für wenige Monate aus den Ziuseinkünften ... sichern. Vielen bleibt oft nur der eine Weg, dieses kleine Kapitalvermögen langsam zu verzehren. In kurzer Zeit sind sie dem Elend preisgegeben oder fallen der Wohlfahrt zur Last. Sie sinken dann automatisch in die Gruppe der alten verschämten Armen hinab und vergrößern damit die grauenerregend grolle Zahl derer; die in Krieg und Inflation der wirtschaftlichen Verelendung vollends anheinigefallen sind.- Bei diesen Menschen handelt es sich überwiegend um die_ Besten unter den jüdischen Deutschen. Sie siud die wahren Träger des deutschen Judentums — tief verwurzelt in ihrer deutschen Heimat .und unbeirrbar in ihrem Glauben an Deutschtum und Deutschland. Sie nahmen seither jede Last und jedes Opfer seelischer und wirtschaftlicher Art auf sich, weil sie trotz allem und bei jedem Geschehnis ausharren. Aber ihr Schicksal steht fest, wenn ihnen — die infolge ihrer früheren mehr oder minder grollen Selbständigkeit nicht gelernt haben, sich in wirtschaftlichen und geldlichen Dingen an andere zu wenden — nicht Rat und Unterstützung geboten ivird, wenn sie nicht frühzeitig betreut werden und ihnen Uns scheint gerade in der heutigen Zeit eine vorwegnehmende Behandlung zukünftiger Entwicklungsgefahren genau so wichtig wie jede Arbeit zur Behebung augenblicklicher Notstände. Man mache sich einmal klar, wie ungeheuer die Belastung der Allgemeinheit durch diejenigen anschwelleif muß, _ die jetzt noch mit der Aufzehrung ihres kleinen Vermögens beschäftigt sind, wenn erst die Ebbe im Vermögensfonds zum Dauerzustand wird. Welch katastrophalen Wirkungen werden von einer derartigen Entwicklung auf die Gemeindefinanzeil und das gesamte kulturelle Lebensniveau der Gemeinschaft ausgehen 1 Die Steuereingänge gehen weiter zurück, die'Wohlfahrtslasten’schneltcn steil in die-Höhe; Wird -■he Jiulcuheit auf die Dauer gewachsen se vorsorglich und fürsorglich ' Maßnahmen i eine Entwicklung zu Elend und KuilT dies ./V Hilflosen zu erfüllen. Die Verantwi kleinen Kapitalien ist üms das ^Einzige handelt, das Möglichkeiten /ur Lr/ bestellen auch heute itocli inen Kleinkapitall r das Schicksal ihres Besitzeis, ng eines angemessenen‘Ei träges Mail denke* daran, dal! diesen von Menschen iringende Beschäftigung auch lüglich ist, und die hei ziil tit einigen tausend Rcichsutai nderes Gebiet bet immster Wirtschaftsiiot einsatzbereiter Arbeit ..- Partner ernähren. Ein betrifft die Finanzierung von festen Aufträgen. Seit 50 Jahren! Das Kaufhaus für Ihren gesamten Bedarf! MAX ‘GIESEN M oablt,Tu rmstr.42 Ecke Oldenburger Str. BLUMEN-CAPRI Telefos: Msholl SKI-M 6uttttadi.il Sifflon ♦ Hctßateü und Hino ♦ I,;. Bühne,, Brettl & der Künstlerhilfe der lüdiuhen Gemeinde. 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