Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 17 (17.10.1933)
- Date
- 1933-10-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Die Juden in Hannover 1833—1933 In diesen Tagen las ich wieder einmal in dem kleinen Buch des verstorbenen Seminaroberlehrer Zuckermann aus Hannover über „Die Vorarbeiten der Hannoverschen Regierung zur Emanzipation der Juden im Königreich Hannover.*' Man ist eigenartig berührt, wenn man daraus ersieht, wie ähnlich vor 100 Jahren unsere Vorfahren für ihre Gleichberechtigung kämpfen-mußten. Endlich erreichten sie ihr Ziel, nämlich das noch heute geltende Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Juden vom .30. September 1842. Dieses Gesetz ist in wichtigen Punkten bei weitem besser, als das für die altpreußischen Provinzen. Und dennoch! Wie steht heute das Hannoversche Judentum, nachdem fast 100 Jahre inzwischen vergangen sind? Ich denke dabei nicht an die gewaltige poli- ' tische Umwälzung. Von ihr soll mit keinem Wort die Rede sein. Wir werden sogleich sehen, daß auch ohne irgendwelche politischen Ereignisse das Hannoversche Judentum sich selbst und aus eigenem Wollen dem allmählichen Untergang preisgegeben hat. Zuckermann veröffentlicht eine höchst bedeutsame Statistik über die Zahl der Juden..im Lande Hannover mit dem Stichtag vom 1. Juli 1833. Damals gab es im ganzen König- ---'l 11 002 Juden. Heute, nach 100 Jahren, sind es 12700. : Uebersicht: Hildesheim Hannover Aurich //Stade Lüneburg 1033 1 020 013 . 650 760 Osnabrück Die jüdische Bevölkerung hat sich also um etwas mell lls 1 5 o'o vermehrt. Wie liegen aber die allgemeinen Bevolki -ungsveihältnisse in der Provinz Hannover? Die folgend Anstellung spricht Bände: Regierungsbezirk_1833_1033 Hildesheil Hannover . Aurich 352 325 . 5771 S73 414 200 517 452 205 263 624 429 K 1 634 056 3 222SS7 Hierbei ist noch nicht das letzte Ergebnis der soeben abgeschlossenen Volkszählung berücksichtigt. Vielmehr liegen die Zahlen vom 31. Dezember 1932 zu Grunde. Wir sehen also: Die allgemeine Bevölkerung hat sich um fast 100«. vermehrt! Für die Statistik hinsichtlich der jüdischen Zahlen ist folgendes noch von Wichtigkeit: ln der Stadt Hannover gab es 1833 nur 537 Juden, dagegen 1033 etwa 5600. Dadurch wird das Gesamtergebnis, das mit einer Zunahme von 15«,. der Juden abschließt, wesentlich beeinflußt. Prüfen wir unsere Übersicht einmal ohne den Regierungsbezirk Hannover, so würde sich das Bild außerordentlich verschlechtern. Einzelne' Regierungsbezirke weisen sogar eine Abnahme der jüdischen Bewohner auf, während in der Gesamtbevölkerung ohne Unterschied des Regierungsbezirkes überall die Zunahme etwa 100".,, ausmacht. Noch deutlicher wird der für uns höchst ungesunde Zustand, wenn man einzelne Städte nach den angegebenen Gesichtspunkten unter die Lupe nimmt. Folgende Beispiele mögen genügen: Zahl der Juden_ 1833_1033 Stade Meppen Walsrode Burgdorf 728 Osterodi In einzelnen größeren Städten wie Hildesheini und Osna-, brück liegen die Verhältnisse etwas besser. Aber selbst die Hauptstadt Hannover weist nicht diejenige Zunahme der jüdischen Bevölkerung auf, die mit Rücksicht auf die allgemeine Entwicklung zu erwarten wäre. Das lehrt nachstehende Zusammenstellung: | .1833 1033 1833J 10373' 24 022 425 274 537 5 600 Die Stadt Hannover hat sich also um fast das Zwanzigfache vergrößert, die jüdische Gemeinde dagegen nur um etwa das Zehnfache, obwohl der Zuzug aus den kleinen Gemeinden .geradezu erschreckend groß war. Das ist überhaupt das Kenn- Siegmundshof 15 (., tnDr. Walter Friedlm Existenz in Frankreich Kapitalsanlagen jeder Art, insbesondere Beteiligungen an guten französischen Unternehmungen, Gesellschaftsgründungen, Kundenwerbung, Eintreibung von Außenständen, Exportförderung etc. sowie Prozesse und Verhandlungen mit französischen Behörden durch Ernst Rosendahl, Service commercial et juridique, Paris, 52 rue des Acacias. jüdische Hausangestellte für unsere Anstalten und Heime gesucht. Meldungen erbeten an das Zentralbüro der Heime der jüdischen Gemeinde, Berlin N. Oranienburger Str- 29. Vertreter-(innen) gesucht für leistungsfähige Bremer Kaffee - Großrösterei Carl Max Josephs, Bremen . uettm« von puuch-Kan» u.t« Verlangen Sie ausdrücklich Gommischwämme -Wärmflaschen Sieselbst haben dadurchVorteile! Unterricht Autofahrschule Technische Privatschule, Dipl.-ing. Steklmacher Friedrichstr: 118/19. 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Zwirne ze.ichen der Geschichte. der Hannoverschen Judenhcit in den letzten 100 Jahren: weitgehender Verfall der Gemeinden in den Mittel- und Kleinstädten -sowie auf dem Lande, ausschließliches Anwachsen der Großgemeiude Hannover. Damit hängt u.^ a, die Auflösung zahlreicher öffentlicher jüdischer Volks- Alles in allem beweisen die liier angeführten Zahlen, dal! wir uns selbst vernichten, daß wir unsere Lebenskraft seihst zerstören, daß wir selbst das Ungesunde an die Stelle des Gesunden treten lassen. Bedarf es dann noch der Erörterung Dipl.-ing. Sladowsky Berlin NW. 7, Philippstr. 21 Ausführung von elektr. Licht- und Kraftanlagen Telefon: D 2 6836 laden im Handwerk Vor über drei Jahren habe ich die Notwendigkeit erkannt, . ein Hafidwcrk zu erlernen. Und — ich tat es! Ich erlernte ein Bauhandwerk, die edle Kunst des TTZiiiinierns"! Ich It während meiner Tätigkeit einen .Einblick ui das wirt- HPaul Schreier II Kartoffeln || Charlbg. 5, Neue Kantstraße 3_ Georg Wadell u’t Zehlend. 3379 Arbeiter gewei keinen Schaden viele Juden d Werkstatt für die Dame Berlin W 8. PoMnaer Str. 22B B 2 Lüttow 3931 Eigene Werfcitntt nnd Kürschnerei, Mäntel, Kostüme, Felsmäntel, Pelz- II tlaiulng sein! . sieh für . „....ne Menl glauben heule ^uoch. daß Vertreter der ..Intelligenz." Ii die beste Möglichkeit, uns eine schaffen sen Juden sind die Handwerker prozentual am schwächsten vertreten. Sagt uns das nichts? - Und wenn mau glaubt, wir seien ziim Handwerk nicht gegesetztm^speeheiL r|ind man wird IlüreiiV'ijaß1 wir*'auch noch Gewiß, — der gewiesene Weg zeigt viele Hindernisse, aber das Ziel ist. so crhahcii, daß uns der Kampf leicht licn liebes Verdet Ham und Ihr wi ■ ist, initziischaffcu ein für das große tsclieu Judentums, fi rdet heil, daß e Del Jüdische Not in Saloniki ZI 50000 Einwohnern 35000 unterstützungsbedürftig. Eine Hilfsaktion ' einst grossen und blühenden ist daraus zu ersehen, daß ■rtage vorgcuoitiiücnen Rclemeindeuiitteln unterstützt l gistricrung d Die Auswanderung nach l'nlastma steigt immer-mehr. Sobald neue Linwaiulerungszertifikate emlangen, kommt es-nn l’alastma-Aint buchstäblich zu Kämpfen um diese. Ein_Tcil der- Bevölkerung ist so paunerisiert, daß sein Standard dem von Zigeunern-gleicht.; Der bckannte-Philanthrop Sir Eli Cadooric aus Shanghai hat in Frankreich, wo er sich zu Erholungszweckeil aufhält, einen Bericht der Salonikicr Jüdischen 'Gemeinde über die dortigdi Wirtschaft liehen Verhältnisse er- Handwerk und Mittelstand. Beschaffung von Arbeit. Die vorliegende Nummer wurde abgeschlossen am 14. Oktober vormittags. 1 Carl Boblnski, Wittelsbacher Str. 9a. Zentralheiz., Warmwasser-, Oas- und sanitäre Anlagen. Kosten!. Beratung- Tel- Oliva 5535 Steuer Fachbearbeiler.prominent.zahlt f.AutraggsvermittlunghoheVergülung, übernimmt Bearbeit-an allen Plätzen d. Reiches. 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