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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-10-13 · 16 (13.10.1933) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
16 (13.10.1933)
Date
1933-10-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Richtlinien für öffentliche Büchereien in Thüringen. Das Thüringische Volksbildungsministcrium veröffentlicht Richtlinien für die Überprüfung der volkstümlichen Büchereien. Als'-oberster Auswahlgrandsatz für die schöne Literatur wird angeführt, daß nur auf dem Boden der blut- und artbedingten Volksgemeinschaft stehende Dichter und Schriftsteller in die deutsche - Bücherei gehören. „Dichtungen* dürfen nicht nur -nach ihren formal-ästhetischen und literarischen Werten, sondern müssen gleichzeitig, ja in Zweifelsfällen in erster Linie nach ihren volksmäßigen Charakter- und Gesinnungswerten beurteilt werden. Das artfeindliche, gemeinschaftsauflösende und volkzerstörende Schrifttum ist aus dein Bestand der Büchereien zu entfernen. Als artfeindliche Literatur sind die zersetzenden Erzeugnisse jüdischen Geistes auszuschalten/*. Bezüglich der wissenschaftlichen Literatur werden in den Richtlinien eine ganze Reihe auszuschältender Kategorien angegeben, darunter'„ausgesprochene liberalistisch-demokratische Tendenz- und Gesinnungsliteratur jüdisch-literateiihafter Prägung“ und Veröffentlichungen der Ereud’schen Psychoanalyse. Gleichzeitig werden die Listen derjenigen Schriftsteller veröffentlicht, deren Werke aus den, Büchereien auszuschalten sind. Es handelt sich größtenteilsMim jüdische Autoren. Ihre Zahl beträgt bei der schönen Literatur 206, bei der Literatur- und Kunstgeschichte 12, bei Geschichte, Politik und Staatswissenschaft. I3S. - Auslands-Chronik ' Bukarest. (Hohe spanische Auszeichnung f Ci r den sephardischen Oberrabbiner Rumäniens.) Der Präsident der spanischen Republik hat.dem sephardischen Oberrabbiner von Rumänien, Sabefay Djäen, der vor kurzem eine Reise, nach Spanien unternommen hat, in Anerkennung der Veidienste, die sich Oberrabbiner Djaen durch seine Tätigkeit in der unter dem Vorsitz des ehemaligen rumänischen Justizministers Stelian Popescu stehenden Vereinigung der Freunde Spaniens und durch seine kulturelle Arbeit in den sephardischen Gemeinden Rumäniens um die Vertiefung-der spanisch-rumänischen Beziehungen. erworben hat, zum Kommandeur des Ordens der.Republik ernannt. Durch die Auszeichnung des offiziellen" Repräsentanten des sephardischen Ritus in Rumänien wünschten Staatsoberhaupt und Regierung der spanische« Republik gleichzeitig Zeugnis für das Interesse abzulegen, das sie den Sephardim Spaniens entgegenbringeu. j Saloniki. (Der' g.ri:ech ische Ministerpräsident über die Rolle der Juden im Wirtschaftsleb/BTT.) Nach der Unterzeichnung des griechisch-türkischen Frtundschaftsabkömmens hielt sich der griechische Ministerpräsident Tsaldaris auf der Rückreise von Ankara nach Athen .in Saloniki auf, wo er eine unter Führung des Oherrabbiners Dr; Korelz erschienene Delegation der Jüdischen Gemeinde empfing. Die Delegation beglückwünschte den Ministerpräsidenten zu seinem außenpolitischen Erfolg. Ministerpräsident Tsaldaris erklärte, die patriotischen Kundgebungen der Jüdischen Bevölkerung hätten ihn tief gerührt. Die griechische Regierung habe stets ihre Toleranz gegenüber dem jüdischen Bevölkerungseleineut, das zur Entwicklung der nationalen Wirtschaft in außerordentlichem Maße beigetragen hat, be- Cubwig Friebmann gefforben. i tm Krematorium Wilmersdorf wurde am. vorigen Sonnabend abend Ludwig Fried mann feierlich bestattet. Vertreter der Künstler- Theater- und Verlcgerkreise waren lierbcigeeilt, um den verdienstvollen Leiter des Verbandes deutscher Bühnenautoren und Komponisten die letzte Ehre zu erweisen. Ludwig Friedmann gehörte zu den prominentesten Persönlichkeiten der Verlcgerkreise. Sein Verdienst um die Verbreitung heute längst bekannter Werke ist hervorragend gewesen. Das bezeugtet] die Reden aller Delegierten von nah und fern. Ludwig Friedmann verstand es, Talente nicht nur zu entdecken, sondern sie auch zu fördern und zur Höhe zu bringen. Er hat nicht wenig zu dem Ruhm unseres bedeutendsten Komponisten beigetragen. Wenn heute der Verband deutscher Bühnenautoren und Komponisten eine so große Bedeutung erlangt hat, so ist dies in der Hauptsache das Verdienst des Verstorbenen. Besonders wurde sein soziales Empfinden hervörgehoben. Seiner Initiative entsprang die Gründung der Pensions- und Alterversorgungskasse des Verbandes, die heute unendlich segensreich wirkt. Man war sich einig, dal) hier ein großer Förderer im Reiche der Kunst Abschied nimmt. Weihevolle Musik und ein kurzps Gebet des Oberkantors Davidsohn beendeten die ergreifende Feier.' Zahlreiche Kranzspenden aus dem In- und Auslande gaben Zeugnis von der Verehrung, die Friedmann in weitesten Kreisen genoß. Beschaffung von Arbeit. Gesucht werden: Schneiderinunen mit Befugnis zur Lehrlingsausbildung, per* lekte Pelznälierinnen, eine Schäfte Vorrichterin, Anlegerin f. Buchdruck, pcrlckte Zickzackiiäheriu lür kunstseidene Damenwäsche, perfekte Strickerinnen und Häklerinnen für Pullover. Wir haben eine Stelle für einen Gärtner zur Leitung eines Gartenbetriebes, für einen perfekten Kürschner nach Luxemburg, ferner* wird ein Werkmeister für eine Kuopttabrik nach Konstantinopei verlangt. - Wir suchen handwerkliche Lehrstellen jeder Art. insbesondere im Bau* und Metallgewerbe. Beibesonders guten Lehrstellen können evt. kleine Zuschüsse gezahlt werden.- Ferner suchen wir für die Ausbildung unserer Jugendlichen in handwerklichen Berufen Paten, die diesen jungen Menschen die handwerkliche Ausbildung durch Zahlung von Lchrbeihiifeu ermöglichen. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, Berlin C 2, Rosenstr. 2-—L Tel. Norden 6711. Geschäftliche Notizen. 'Als Wäscherei empfehlen wir unseren Lesern die Wasch- und Plättanstalt des Ostens. Markusstraße 48. Diese Wäscherei wäscht Gewichtswäsche und liefert sie schrankfertig zum Preise von RM. 0.28 pro Pfund. Oberhemden werden mit RM. 0.4Q. Kragen mit RM. 0.10 pro Stück berechnet. Die Abholung und Lieferung erfolgt freiUlaus. Bei Bedarf rufe man an: F7 Jannouitz 1282. {Wäsche, Trikotagcn. Strümpfe, Herrenartikel, sowie Kurzwaren kauft man preiswert und gut im Wäschehaus Gross. 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Unter der Überschrift „Wer war Columbus? — Neuen! deckte Zeugnisse1' brachte die „Vossische Zeitung" im Jahre 1922 einen bemerkenswerten Aufsatz, der vom jüdischen Standpunkt aus im Jahre 1933 no.ch bemerkenswerter ist als damals. Die Entdeckung Amerikas ist ja schließlich keine ganz unnütze Kaltürtaal gewesen, und gleichgültig, ob nun Columbus Jude war oder nicht, schon der Streit selbst ist interessant genug, da man solche Tat immerhin einem Juden „zutraut". Ganz fest steht nach dem Aufsatz überdies, daßmehrere der Gefährten des Columbus Juden waren, die demnach an diesem heroischen Werke der Tapferkeit, Selbstaufopferung und Gcmeinnüizigkeit ieilnahmen. Wir geben nunmehr der „Vossisrhen Zeitung das Wort: Die Frage, ob Columbus jüdischer Abstammung war,' beschäftigt seit Jahren die Forscher, Wie englische Zeitungen mitteilen, hat die spanische Regierung kürzlich eine besondere Kommission eingesetzt, der es obliegt, die neuentdeckten Dokumente zu untersuchen. Wie die englischen Zeitungen behaupten, lassen die erwähnten Dokumente keinen Zweifel mehr daran, daß Columbus nicht nur von Juden abstammte, sondern selbst noch Jude war und sein Judentum bewahrte. Laut diesen Dokumenten hieß der Vater von Columbus Jakob, seine Mutter Schoschana. Aus Angst vor der Inquisition übte Columbus, wie die Marannen, sein Judentum nur im geheimen aus. . Auch der Umstand, daß an. der Entdeckung Amerikas mehrere Juden teilgenommen haben, macht es wahrscheinlich, daß der Führer der welthistorischen Seefahrt Jude-gewesen ist. So fuhren mit Columbus zusammen Luis de Torres, ein jüdjscher Dolmetscher, Marco, ein jüdischer Chirurg, und Bemal, ein jüdischer Arzt. Ferner waren die Juden Alfonso de la Calle, Rodrigo delle Sanchez und Rodrigo de Triana auf dem Schiffe. Dieser Triana war es, der als erster das neue Land entdeckte und die Aufmerksamkeit der anderen darauf lenkte. Der jüdische Dolmetscher betrat als erster weißer Mann die Küste der Insel Güanahani, da er von Columbus entsandt worden war, den Großmogul von Indien zu begrüßen, dessen Land Columbus, wie man weiß, erreicht zu haben' glaubte. Auch sonst haben sich die spanischen Juden, entsprechend ihrem damaligen hohen Kulturstand, um die Entdeckung Amerikas verdient'gemacht. Die Juden Luis. Santangel, Gabriel Sanchez und Juan Gabrero ermöglichten es durch eine Beisteuer von 17 000 Dukaten dem Columbus überhaupt erst, seine Reise zu unternehmen. Um die Verbesserung der wissenschaftlichen Grundlagen für eine Weltumseglung haben sich gleichfalls spani- 'ffamiCien-flacßnicfttaH (Aufnahmen in diese Rubrik kostenlos.) Geburtstage: Liegnitz. Salo Scliönfeld,' Luisenstraße 34. 10. 10. 1933. 70 Jahre. | Wiesenfeld/tlfr. Frau Terese Bamberger, 80 Jahre. 14. 10. 1933. Bormlzwoh: Nürnberg. Martin, Sohn des Herrn Jacob Jung -und Frau Paula, geh. Wolff, Zeltenerstraße 27. 14. 10. 1933. Vermahlung: Stettin. Martin Drucker und Frau Ruth, geh. Behle, - Elisabethstraße 4. ^iiiiiiiiiiiiiiiiDiiiHiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii% 3 Nach dreijähriger Assisiententätigkeitander g - zahnärztlichen und Kieferstation aesRudolf- § j§j Virchow-Krankenhauses Berlin (Leitender n Arzt: Dr. M. Wassmund) habe ich. mich' als § I FachzaiiM iflr | I munüu. Kieierctiirurflie niedergelassen, m I Dr. Trudß Rosenthal SÄl C 1 Stelnpl. 3230. Sprechzeiten: 1(M2. dicht a. Bhf. Zoo und 5-G oder nach vorheriger telefonischer Anmeldung KINDERPENSION-WEILE. unter ärztlicher Aufsicht Jüd. Schulen In nächster Nähe. Erstkl. Verpflegung. Zeltgem. Preise. Kindergarten, Hort. Schularbeitsnacbhilfe, hebräischer Unterricht, Tagespension. Frau Gerda Walll( staatl. geprüfte Kindergärtnerin, Berlin O 27, Raupachstr. 11, eigener Oarten. 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Steklmacher Friedrichstr. 118/19. Tel.: D2 9244 Maschinenbau,Elektrotechnik, Installation, Galvanotechnik, Metallfärben. Berufswechsel sehe Juden verdient gemacht, so Joseph Vecinho, der den nautischen Kompaß verbesserte, Levin ben Gerson, der den Seequadranten erfunden, und Abraham ibn Esra, der das beste astronomische Werk der damaligen Zeit verfaßt hat, ohne das sich Columbus auf hoher See überhaupt nicht richtig hätte orientieren können. (Mitgeteilt von Dr. Jacques Abraham, Berlin.) Gottesdienste Liberale Synagoge Gottesdienst Predigt. Norden Schönhauser Allee 162 Mittw. 11. X. 7,15 U. Dontg. 12.X.10,— U. Schlussfest n Seelenfeier: Dr. Swarsensky Schlussfest ii. Seelenfeier: Dr. Sänger Donlg. 12.X. 6,- U. Gesetzesfr. u.Anspr. Dr Swarsensky Freitag 13.X.10,— U. Gesetzesfr. u. Arispr.: Rabb.-Kand. Zimet Freitag 13.X.7.15 Ü. Kandidat Graf ' Sonnab. 14.X.10,—U. Anspr. Rabb.-Kand. Zimet Osten Mittw. 11.X. 7,30 U. Schlussf.: Dr. Sänger Aula Kaiserstr. 30 Dontg. 12.X.10,— U. Gesetzesfreude: Rabb.-Kand. Zimet Freitag 13.X. 7,30 U. Rabb. Dr. Plotke Liberal. Gottesdienst Schmargendorf Altersheim Berkaerstr. 32 Mittw. 11.X. 5,30 U. Döntg 12.X.10,— U. Dontg. 12.X. 5,30 U. Schlussfest Schlußfest, Predigt und Seelenfeier: Dr. Warschauer Gesetzesfreude Freitag 13.X.10,— U, Geset'zesfreude Freitag 13.X. 7,— 'u. - ' . Sonnab. 14.X.10.— U, _ Jüdische Reform Gemeinde Johannisstr. 16 Dontg.l2.X. 10,30 U. Sontg. 15.X.10,30 U. Schlussfest mit Seelenfeier: Dr. Jelski Gesetzesfreude, Festgottesdienst für Kinder: Dr. Rosenthal Wir stellen noch Sdiwerbesdiädigte ein und zwar 1—2 Boten 1—2 Büroangestellte, die jedoch ider Stenographie und Schreibmaschine mächtig sein müßten. Schriftliche Bewerbungen andie Personair Abteilung der. Jüdischen Gemeinde zu Berlin, N. 24,. Oranienburger Str. 29. . „. I Gold-, Silbersachen, Perlen, Pfandscheine, Brillanten - Ankauf! "UTTTi T TPTT .Uhren, konkurrenzlose Kassapreise Ji-UJA IjI V/Xl; TauentxlenstroBe 14, hodtptr. (Stillerbaus). 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