Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 7 (1.7.1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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uiei im andern £and Roman \ von Stefan Reginald Marknes 'Copyright by Hanns Lucwcnstein und Willi Tisch Verlas.) 2. F u rt s e t z u njg. — (Dei^ neu hinzu* tretenden Abonnenten wird der bereits er* schienene Teil dcs|Romans auf Bestellung kostenlos nachgeliefert.) Bisheriger Inhalt: 4_ Xavcrius. Spatredakteur einer bekannten Mitternachts* Zeitung, verschläft die Bekanntgabe der sensationellen Entführungsafiäre des.- Victor Arago. ■ [Victor soll von einer Gruppe junger Mädchen verschleppt worden sein. Jn Wirklichkeit hat er sich freiwillig {den Damen ungeschlossen. deren bewunderte Führerin Micaela — ein halber Findling — ist. Sie hat zwar in! der Ferne einen einzigen.' alten Onkel Cohn, doch wissen beide nichts voneinander. — Victor erfährt im Lcbcnsschicksale seiner neuen Freundinnen, und sein fast erlahmter Idealismus und . sein neu beflügelt. Geheimklub die Genius werden „Ich. bin in den Club anständiger'Leute gekommen", erzählte nun das dritte Fräulein vom Ballett, „weil Mica und Ruth am Chörausgang des Majestic Zettel verteilt iiaben und uns einluden. - Das schien mir furchtbar] spaßig zu sein, und ich habe dreimal die Einladung ausgeschlagen und das Papier zerknüllt Ich hielt es für viel vernünftiger, nachts in die Bar zu gehen und mich nach dem Theaterl freihalten und frühmorgens nach Hause fahren zu lassen. Ich glaubte bestimmt, Micaela und Ruth würden von der Heilstruppe bezahlt und ich sollte dort die dicke Bibel lesen. — 11 Mein Vater lebt'.hier schon dreißig Jahre im Judenviertel, aber er kann sich mit keinem Menschen verständigen, er kennt nur seine Heimatsprache. Das istein altes, schwer verständliches Deutsch, und viele andere (Brocken sind dabei; daran hängt er schwärmerisch. Er weiß aucli gar nicht, wie er hierher und übers Wasser gekommen ist. Als er unten im Schiff saß, glaubte er in einem Haus zu sein; denn die vom Zwischendeck durften nicht oben spazieren gelten. Er betet und liest den ganzen Tag in seinen Büchern. Das hat er in Polen so gehalten, als er’ jung war, uiid bis heute hat sielt nichts geändert. Er raucht nicht, er ißt! aucli sehr wenig,— dasalles scheint ihm verboten zu seih —; nur schwarzer Kaffee findet bei ihm Gnade. Selbst mit Imeiner Mutter hat er nur das nötigste gesprochen, und, seitdem sie tot ist, redet er mit mir noch viei weniger. Natürlich bin ich glatt ausgerückt; das hat er kaum gemerkt oder er tut so. Wenn ich ihn jetzt besuche, spiele ich das reinste -jrheater. Kompromisse kennt, er nicht, denn seine Welt liegt im Gehorsam zii einer längst verschwundenen Zeit: Die kelujt niemals zurück. — Seit einem Jahre sieht er auch noch schlecht, und wenn ich jetzt komme, fragt er ganz apathisch: .Bist du Golde?' — Da habt Ihr nun mein Leben, wenn! das ein Leben war!“ Golde war ganz erregt. Sie seufztel schwer, ihre schönen dunklen Augen glänzten fiebrisch, die kleine Faust ballte sich, und doch lächelte sie ein wenig, wie im Gedenken an eine überwundene Verlegenheit — — Eine kleine Pause trat ein. Die sieben Menschen sahen sich still-an, Victor, fühlte, daß das nochj nicht alles sei. „Nun kommt die Reihe an die Letzte!“, leitet Micaela wie ein-Conferencier ein, „die in Deiner Fjantasie, lieber Victor, uns als Nicoline chauffiert hat“ * i Das vierte BaMettmädel streicht sich mechanisch die blonden Haare zurück, obwohl das gar nicht" nötig wäre, steht auf und fährt fort: i •„Als Golde und ich das dritte Mal Mica und Ruth auslachten' und die Zettel der Einladung schon weggeworfen hatten, sagte Micaela halblaut zu uns: .Sie haben nicht gelesen, was heute drauf steht' Wie kann man nur so. oberflächlich sein! Sie haben nie überlegt, was wir Ihnen geschrieben haben!' J,Immer dasselbe', erwiderte ich schnippisch. Golde setzte frech hinzu: .Den Quatsch kennen wir, und Sie werden dafür bezahlt Aber ich habe.jiicht die! Pflicht, das zu lesen.' .Wir werden nicht bezahlt' riefen beide entrüstet, und Ruth schrie mich an: .Uebrigetis bin ich die Tochter des Warenhauskönigs Laporta. der die große linke Loge hat.' .Das kann jeder sagen!, schrie ich zur Antwort.! ,lch tanze für keine linke und keine rechte Loge, und wenn Ihr Vater bezahlt kann er jeden Tag zweimal und Sonntags dreimal kommen.* Golde redete flüstenid auf mich ein. IBillie, sei still! Drüben i steht der Spitzel-Riese, der über upserej'Benehme als Wächter gesetzt' ist.. Wenn wir hier schreien, sind wir entlassen, und Deine Mutter kann keine Miete zahlen!* Das stimmte auch; er war es. dieser Lump, der täglich Hundert Portionen Haß bequem herunterschluckt | .Also gut*, sagte ich, um loszukommen. .An der siebenündzwanzigsten Straße vor der grünen Apotheke, in zehn Minuten! Wehe, wenn: Sie uns belügen!' Wir trennten uns. Zwar wollte Golde nicht mitkommen, aber mir schien dabei eine Chance zu -sein, und die Mädchen sahen auch ehrlich aus. Vor meinen Füßen, lag das zusammengeballte Papier. Ich hob es auf und wir beide lasen den Text -energischer Schrift:- Du darfst nicht ins Leere Wer nur lacht verbirgt stets Angst. Da stand in Micaelas lachen. Sachen, Komm zu mir. zu ernsten Denn icli weiß, was du verlangst I Mica. . Ecli zog also Golde mit mir; in der siebenundzwanzigsten Straße vor der Apotheke stand Ruths Auto. Wir stiegenein und grüßten uns mit kräftigem »Druck. | Ach, beide waren so nett, so lieb zu uns. Ganz gerade, aufrichtig, schwesterlich! Unsere Freundschaft war schon beschlossen, bevor wir hier landeten. Jctit hat unser Leben Sinn | und Wert, wenn wir aucli olien auf der Büline mechanisch weiter arbeiten; schnell wir vegetieren nicht ihn gerichtet waren. werien-wir vier alles ab. wir hoffen, mehr, wir leben!“ Mit diesem Ruf, fast Schrei, der mitreißend, in schönem Pathos erklang, trat Billie zurück. Victor fühlte, wie alle Augen auf Er rang nach Atem: „Ich. ich werde .sprechen, ein Auchmensch, ein Mann mit Krücken. ein Wesen ohne Flügel. Hört mich wie die e\\:gen Richter an und vorher einen alten Vers, der mir als ein Symbol erscheint.für meine bittere Tragik und als Ruf •’uui Aiuß: Para Castiliä y-Leon Nuevo mundo hallo Colon Ihr verstellt das vielleicht, denn die alte Spräche ist der unseren noch verwandt, aber es sei (ungereimt: Für Castilien und Leon j Fand eine neue Welt Colon. C-.iion ist Columbus. Leon die alt-spanische Heimat, da stanini ich her, ich bin Victor Arago! Ich habe an seinem ' Grab gestanden, — er war der größte Mensch, der bisher lebte, der ein anderes Land im Geist jgesehen, der die Welt verdoppelt hat. der die Erd k u g e T begriff: er könnte in mir - wiederkehreu! Lacht nur' nicht, weil Ihr mich aus dem Columbia-Haus geholt habt Da bin ich mit Absicht hineingezogen, denn daran wollte ich immer denken. Ich bin vom Stamme der Maratmen, von den heimliciten Juden, in meinen Adern 'fließt des Großen Blut. — Ich schwöre, daß alles anders wird! Wer seine Jugendkraft nicht weitet, hat umsonst gelebt Ich will kein temperierter Wärmschrank sein, sondern heiße Feuersglut!" " „Gut Victor“, lobte die Fültrerin, „Du bleibst jetzt hier und in Verhaft ich würde Dir die Freiheit geben, aber Du sollst nicht in Versuchung kommen. Wir alle müssen jetzt fort, jede in Dienst und Brot Schlaf Dicli aus, armer, armer Boy! Zeig, daß Du unser Bruder bist, nicht mehr!“ Micaela-lachte schelmisch und drohte mit dem Fingen „Für eine gute-Bouillabaisse und Fruchtsaft ist gesorgt.“ „Auf nachher, auf nachher!“ Alle grüßten, winkten ihm zu und waren so schnell fort wie sie früh in sein Büro gestürmt waren. Micaela kehrte nochmals zurück und sagte, in der Tür bleibend: „Eins lutst Du uns verschwiegen, edler Columbien Dein Techtelmechtel, Deine Liaison mit dieser dicken, furchtbaren Frau hört auf. Darüber reden wir noch!“. Dann verschwand sie. - Victor blieb kopfschüttelnd zurück. Er nahm' sich vor zu •schlafen, zu esienund seinem Lieblingssport, der Theorie des Mondlaufes nachzuhängen. „Sehnsucht nach draußen, nach der Welt, nacli der Arbeit habe ich nicht“, und wie abmildernd fügte er im Selbstgespräch hinzu: „zunächst nicht!“ IV. Zur Abwechselüng darf der Leser an einer Aufsichtsratssitzung im Egoisten-Klub teilnehmen. Der Diener Enrico überzeugte sich nochmals, daß alles im Grünen Saal geordnet war. Vor jedem Platz lag ein Block Durchschreibepapier mit „Armin Breuer’s Rotafix Patentstijt“. Der Lizenznehmer hat damit nur zwei Millionen verdient, der Erfinder entsprechend — weniger. Die neuen Flüstertelefone waren gleichfalls aufgesteilt, Zigarren und Zigaretten in soliden Päckchen lockten einladend, und Enrico nahm sich vor, seine Privatvorräte nachher entsprechend aufzufüllen. - Blitzende Karaffen mit Vierfruchtlimonade, die sich als Feuerlöscher gegen Gasbrand dicker Bäuche fühlten, warteten eisgekühlt und ergeben, ihren erfrischenden Inhalt nach dem Rezept ,ein Schluck, Glas leer!* in die ewig durstigen Kehlen zu gießen. Der Ventilator schnurrte. Der erste Teilnehmer erschien. Das kann nach sehr bewährter Tradition nur Herr Geheimrat Knallprotz sein. Ihm selbst macht es gar nichts aus, daß er ganz offiziell jetzt so genannt wird. Ein Mann, dessen ganzer Stolz darin besteht, immer alles versprochen und nie etwas gegen sein Interesse gehalten zu haben, sollte im Bürgerregister nicht als Modeste verzeichnet sein. Dann.kommen in Rudeln zu zwei und drei die Uebrigen und schließlich.- im Bewußtsein ihrer Bedeutung als Besitzerin von dreißig Prozent Aktien und zweihundertzwanzig Pfund Lebendgewicht, Frau Aimee Laporta, Ruths Tante. __ Der Höliepunkt der Versammlung tritt wie ein Naturgesetz stets in dem Augenblick ein, wo sie sich mit der Erklärung zum Worte meldet: .Schließlich hängt doch die Beschlußfassung davon ab, auf welche Seite ich mich werfen werde*, eine Bemerkung, die ihre Nachbarn zur Rechten und Linken immer ganz ängstlich zu einer halb fluchtartigen < Seitenwendung des Oberkörpers veranlaßt. Uebrigens ein' Vorgang, den Frau Aimöe stets huldreich lächelnd als leine eigens für sie erdachte Höflichkeit quittiert Fünf Minuten nach drei erschien programmgemäß Herr Geheimer Conseilrat Awigdor. Wenn man weit gereiste Leute reden hört, dann muß dieser Mann entweder die hohe Kunst erfunden haben, in New York, London, Paris, vielleicht auch in Berlin gleichzeitig an Generalversammlungen teilzunehmen oder aber über mindestens drei Doppelgänger zu verfügen. Es ist daher unentbehrlich ihn zu beschreiben, damit er auch genau wiedererkannt wird: Die Leitung jeder Versammlung kommt allemal ihm zu. Dazu berechtigt ihn sein weißer und gepflegter Vollbart, mit dessen Besitz er schön zum Schrecken der Geburtshelferin geboren sein soll. Was er an dieser Stelle seines Kopfes zuviel besitzt, geht ihm an der'polierten Schädelfläche verloren. Die Bezeichnung Schädel trifft auf den Geheimen Cönseilrat nicht ganz zu. Man müßte eigentlich sagen, er trägt einen aufgestockten Doppelkopf. — Das ist aber, noch gar nichts, wenn wir auf sein Einglas schauen. Er hat'beim großen Wett-, bewerb der Terrier aller Arten den ersten Preis erhalten, und die Welt war überzeugt, daß diese Auszeichnung nicht seinem Hunde, sondern seinem Monokel gebührte. Er ist' ohne dies Instrument nicht zu denken, und wenn man es ihm rauben wollte, bliebe nichts mehr übrig.' In seinem Testament heißt es, daß er das Monokel mit in die letzte Behausung nehmen will. Damit genug, man wird ihn gleich reden hören! ' Mit einem schwnngvollen ,äh äh*, das sich im Verlauf, von fünf Minuten dreiundzwanzig Mai laut Protokoll wiederholt, eröffnete Herr Awigdor die Sitzung. Sein Nachbar zur Linken, in dem wir Ruths Vater wiederzuerkennen haben, macht, malerisch nicht unbegabt, über jedes ,äh‘ genaue kreisartige Aufzeichnungen. Vom sonstigen Inhalt der Ansprache bleibt nur erwähnenswert, daß er nach einer halben Stunde die Mehrzahl der Teilnehmer in den festesten Schlaf versenkt hat und außerdem jeden Satz mittels fabelhafter Nasentechnik durch ein deutlich hörbares rhongg rhongg begleitet. Oft kopiert, nie erreicht! Es ist nun auch'wirklich nicht so leicht, eine ganze Stünde lang die Sitzung nur zu eröffnen, aber das hat Awigdor rans! Sobald er sein Ziel erreicht- und zuwegegebracht hat, daß die Männer zusammengesackt, den Eindruck dumpf brütender Glucken, halb massakrierter Sträflinge oder total ausgeplünderter Brieftaschenbesitzer gewähren, dann faßt er die Kulminatfen seiner! Gefühle nochmals zusammen. Die wulstig! vorgestülpten Lippen runden sich gewichtig, als hätten sie unter Luftblasen-Begleitmusik bedeutsamste Geheimbotschaften zu entlassen, und indem seine wässrig-blauen Aeuglein mit einem der Situation angepaßten blöden Karpfenblick die Opfer mustern, bekennt er sich zur Sache wie folgt: „Nach diesen äh kurzen Ausführungen ähä erkläre ich nunmehr rhongg rhongg die Versammlung für eröffnet.“. Eine zügellose Flucht setzt ein, alles strömt zum .Buffett Die Eßpause — das Wichtigste— tritt ein, und von seinen Getreuen' umgeben, die dem Peiniger aus Verpfiegungsrücksichten sklavisch huldigen, erteilt sich Awigdor das Schmunzel- Attest: ,Na, habe ich das nicht wieder mal sehr gut gemacht!* Einmal wäre es allerdings beinahe zur Revolte gekommen. Ein junger Mann, so eine Art Iehrlingelnder Syndikus, wofür man in diesem gebildeten Kreise etwa Sündenkuß spricht hatte in voller Verzweiflung, abwechselnd auf jedem der vier Beine seines Stuhles am, Proletenende des Aufsichtsratstisches jongliert Der Wahnsinn packte ihn, er hatte die Zwangsvorstellung, nicht mehr lebendig aus dem Saale zu kommen. In der lüissm Sie schon, daß der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs eine Heldengedenkfeier zu Ehren der im Weltkriege gefallenen jüdischen Soldaten veranstaltete, an der 5000 ehemalige jüdische Frontsoldaten teiinahmen.und an der hohe öster- . reichische Militärs, Vertreter staatlicher und kirchlicher (katholischer) Behörden, sowie mehrere Ehrenkompagnien des Bundesheeres mitwirkten bzw. vertreten waren? daß an der Leipziger Universität ein Lehrstuhl für Rassen- . künde eingerichtet werden soll? daß Freiherr von Goldschmidt-Rothschild (Frankfurt a. M.) als Führer im Banken- und Industriewesen nicht weniger bekannt wie als Kunstmaler, Mäzen und Philanthrop, am 20. Juni seinen 90. Geburtstag'beging? daß die Bezirksdirektion Nürnberg der Deutschen Reichs-Postreklame G. m. b. H. auf einen Anzeigenauftrag den Bescheid erteilt hat, Reklamen jüdischer Firmen in das Amtliche Fernsprechbuch nicht aufnehmen zu dürfen? daß der Staatsrechtslehrer Professor Hans Kelsen (Köln), der Schöpferder neuenösterreichischen Verfassung, der Nationalökonom Professor Emil Lederer (Berlin) und der berühmte Krebsforscher Professor Dr. Ferdinand Blumenthal als ordentliche Professoren an die Universität Belgrad berufen Worden sind? daß die Sportorganisationen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten sich in letzter Zeit stark entwickelt iiaben und zusammen etwa 5000. Mitglieder zählen? daß einem Bericht der Zeitung „Al Balag“ zufolge unter der arabischen Jugend Palästinas eine Bewegung im Gange, ist, die die Gründung einer arabischen faschistischen Partei zum Ziele hat? daß im Saargebiet, das bekanntlich zur Zeit von einer interT nationalen Regierungskommission verwaltet wird, eine starke Boykottbewegung' gegen jüdische Geschäfte eingesetzt hat? daß im Rahmen der Straßenumbenennungen in Frankfurt a. M. die bekannte Rothschildallee in Karolingerallee umbenannt wurde? : daß der weltberühmte Pianist und ehemalige Präsident der polnischen Republik, Ignaz Paderewski, in Paris zugunsten der in Frankreich eingetrofienen Jüdischen Auswanderer aus Deutschland ein Konzert veranstalten wird? daß Herr Dr. Hermann Gerson an Vorstandsmitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ein Expose zur Schulfrage gerichtet hat, in dem als erster Programmpunkt die Forderung erhoben wird, daß „kein Lehrer, der sich zur -Assimilation als Weg zur Lösung der Judenfrage bekennt, Beschäftigung im jüdischen Schulwerk finden darf!“? Sec 05cießastea dec „JM.ZJ Dr. W. K. ln B. Wir nehmen freimütige Kritik niemals übel und sind im Gegenteil dankbar für jede Gelegenheit zur Aussprache. Die Besprechung, die Oberstudiendirektor Hans R o s b y in Nr. 5 der „J.-l. Ztg.“ vom 1. Juni über den Vortrag von Martin Buber geschrieben hat, halten wir nach Form und Inhalt für berechtigt Ueberlegen Sie sich bitte, was Sie dazu sagen würden, wenn ein guter Bekannter von Ihnen in einem harmlosen Tischgespräch sich über die „Gesprochenheit des lebendigen Wortes“ verbreiten würde! Warum aber wollen Sie solch hochklingende Ausdrücke höher schätzen, wenn der? der sie gebraucht .ein Gelehrter ist? Wir meinen, daß es nötig ist, einmal mit der Lanze nüchterner Logik den Schleier . dieser nebulösen Mystik zu zerreißen, um zu sehen, was eigentlich dahinter ist, d. h„ was mit diesem absichtlich geheimnisreichen Wortschwall nun eigentlich wirklich von uns gefordert wird: etwas nämlich, das Sie, verehrter Herr Dr. K„ so wenig wollen wie-wir! Deshalb war es verdienstlich, die Bubersche Rede einmal in einer sachlich einwandfreien Zusammenfassung, aber von allem „prophetischen“ Beiwerk entkleidet der Leserschaft zugänglich zu mächen.- Frau Dr. C. in L. Derartige Parallelerscheinungen zwischen iüdischen Gebräuchen und denen anderer Religionen finden Sie oft In einem Dorfe des Kreises Jüterbog z. B. sitzen die Frauen in der Kirche streng getrennt von den Männern, aber: die Frauen — in althergebrachter Tracht — unten im Schiff, die Männer oben auf der Empore! L. H. in M. Sie sehen, wie unberechtigt Ihre Kritik war: jedenfalls hat der C.-V. inzwischen bekanntgegeben, „daß als Aeußerungen der Vereinsleitung und Vereinspolitik nur solche Aufsätze gelten, die von dem Vorsitzenden, dem Direktor oder dem Syndikus des Vereins gezeichnet sind.“ Die verschiedenen Aulsätze, derentwfegen Sie uns schreiben, haben nicht die vorgenannten Persönlichkeiten zu Verfassern.! Weitere Bemerkungen möchten wir uns im Augenblick' versagen. . Mehrere Anfrager. Der amerikanische Bankier Morgan, der z. Zt. im Mittelpunkt des großen Skandalprozesses steht, ist weder Jude noch Judenstämmling. höchsten Not fiel er unter mächtigem Gepolter samt dem Stuhl zu Boden, die Aktionäre brüllten, rasten, prusteten, schrieen, stampften, überkugelten sich vor Lachen. Der Geheime Conseilrat geriet außer Fassung und meinte recht schüchtern, der Stuhl würde vom Egoisten-Club bezahlt werden. „Ins Museum, ins Museum!“ tobte die Majorität, und Hymans, so hieß der unfreiwillig berühmt gewordene Jungstörer, - sah sich von einem Schwarm dankbar Begeisterter umgeben, die ihn der Rettungsmedaille, für würdig erklärten. — — — Aber, was. ist das alles gegen die Sensation der'heutigen Sitzung! (Fortsetzung .folgt.) ttttpfeMensutexte. 05eäuqsqueUm Düsseldorf! Maler EMIL SCHUMANN MALERMEISTER bekannt fflr sauberste Ausführungen Kaiserswerther Strafe 35 Fernruf 30779 W. SEITZ Rahmenfabrfk Birkenstrafie 113, Ruf60914 Wäschereien 1 Paul Harm Düsseldorf, Kreuzstrafye 14 Fernsprecher 12330 . Die Wäscherei für Sie, preiswert und gut Einrahmungen Spexial! Bar oderahmen, eisten Erste Spezial* OarfHnen-Wästherel Hillenbrands Jahnatratie 71 Rufi 26633 [Gardinen werden nach Unster gefärbt; . kunstvolle Ausbesserung . Herausgeber: Han ns Loewensteip und Wi 11 i Ti sxii -Verlag. Berlin SW 11. Verantwortlich für den Textteil: George Goetz, Berlin W 35; für den Inseratenteil: Will i Tisch. Berlin NW 87 Druck: Berliner Spezial-Druckerei GmbH., Berlin NW 21, Alt-Moabit 105.; i