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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-06-15 · 6 (15.6.1933) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
6 (15.6.1933)
Date
1933-06-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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5@!55!S5Säs«~— 2von Stefan Reginald Marknes tO.pynelrt l>y Manns Locwenstum und Willi Tisch Verlag.) ivei im andern £and 1. I* u r t s c t / u n xi (I)l'U neu liiuzu- IretemJen Alumnenlqu tvird der bereits erschienene Teil des uui Ilestclluug kustenlns nueljuelieiert.J bisheriger Inhalt: Xuvenus, Stidtredukteur einer bekannten Mitternucins- Xcituug. versebluit die Bekanntgabe der seusutiunelien — Entfüliruiigsaifare - des Victur. Arago. Victur suil vnn einer liruppc junger .Mudeilet! verschleppt wurden sein. . rin Wirklichkeit-hat er sieb freiwillig den Itanieit aiiaesclilnssen, deren bewunderte l'ubrerin jiMieaela ein halber Findling - ist. .sie bat /Var l'n der Ferne einen eiu/iaeu alten Onkel Cohn, doch wissen beide nieltls "* voneinander. ■ | 4 Iso Fritz Colm — womit nebenher jsciuc Zugehörigkeit Zimt alten Priester.stpmmc und Adel jemigermaUen nacltgcwtescn ist —. hat später den erwähnten hellblauen Waiienrpck, mit dem' lelimhruiinen der lnidmeristen vertauscht und vorn iut Uraben seine l’iliebt getan, wie sieh das gehört. Mit Winden, Ehrenzeichen und Legitimationen über diese beiden Kampiergebuisse ordnungsgemäß | versehen, ist l'ritz dann endgültig ins Civile zurüekgekelirt. dem aueh. juristisch gesprochen. seine Arbeit zalf. Er bat seinen Anwaltsberui behalten und seine Heimat: und das war,gut getan! Da sitzt er min beim Morzeutriilistücjt,' audaehtsvoll dem Studium . drahtloser itotsebaiten hingegeben. und nimmt lächelnd, die letzten neuesten Nachrichten aus zediczeuem Funkgerät entgegen, „dali in der fernen Weltstadt sechs Mädchen einen Manu enthilirtJinlien sollen. Junge. wohlgesittete, unschuldig dreinhliekende MTidclicn, die {mau sonst Damen und vom besten Hiirzerstande nennen würde.” Onkel Fritz ist damit nicht ganz zufrieden. „Zu meiner Zeit machte man das .umgekehrt!" j : „Theoretischer Wüstling!", zähnt Erau Cohn, wo'raui ihr Herr (jemalil kommentiert: ..Nim,-es mußte ja nicht glcich- ■ zeitig geschehen!“. j' Erau Colin, die sielt noch jetzt gern Susi Heimen Hört und immer das letzte Wort hclialteu muß. entscheidet: „In Deiner Familie wäre dergleichen ganz ausgeschlossen!“ Susi hat sich geirrt, doch das macht!nichts. Was konnte .sie von Micaela wissen?-- j . Inzwischen ist das Auto mit den sieben Kaficesächtizeu dein 'Citygewühl entschwunden. Es ist ein veritablcr Wagen, der sielt selten lassen kann. Heut steuert Nicoline: mit köstlichem Ernst, der sogar .Schutzleute entwaiinen könnte, und jeder Vorschrift eingedenk, führt sie den Wagen bis zur Grenze, wo die. Maschine brausend fühlt: IJetzt fang ich an! — Int Eond des lialboh'enen Cabriolets, von j Micaela und Bessie streng umwaclit. sitzt Victor, etwas eng, zugleich sehr wohlig. „Meine Damen, es gehört zum guten Ton zu plaudern, wenn man so' nett in den Morgen kutschiert. Wo sind meine Handfesseln? Lallt midi ganz zart einen Jungmüdchenrevolver knacken hören!“ | „Keine Scherze. Victor-Arago. Sie müssen alles .ganz erlist nehmen. Sie müssen schweigen! Wenni alles still ist. dann genielie ich am stärksten den Triumph dieser Stunde.” Victor brummt gehorsam, halb anerkennend und fragend, irgend etwas ist 'ihm noch nicht auigegangen. Was wollen , diese sympathischen Teufelinnen? i Jetzt ist das Auto-zur großen Strandstraße vorgedrungen, die kilometerweit im wunderbaren, gegen Osten vorgewölbten Bogen nach Maitni führt. Sechs Wagen.! immer drei in einer Richtung, können hier, ganz ungehemmt, ihr Ziel gewinnen. Wie eine feine erste Mondsichel springt der glatte' Ktuistweg weit ins Meer hinaus, und unten tief schlägt der Wogcnprall den Takt gegen Damm und Steingemäuer. Vereinzelte Bäume, exilierte Palmen, die sich liier t|iemais je wohlfühlcn werden, hat .unverständig harter Wille blind imtciugerammt. Ihr Fäclterwerk l|ängt müde, halb verwelkt herab. Solch kleine Wehmut, die in Zärtlichkeit des Lebens jeder Kreatur gedenkt, verschwindet aber, rasch, denn heiße, volle Sonne und ein edles, süß und .strenges'Welten, ein Wind, der in sielt viel Gewalt und ewigen Odemträgt, strömt uns ent- •gegen. Sein voller,'frischer Hauch, sein rauschendes Regen entfachen alle Sinne, wecken süßestes 'Iräumen. Hier wirst du ganz still, dankbar, armes attackiertes Mcnsclienherz, — und jetzt kommt Maimi! - j Wer weiß; wer in der Vorwelt Tagen einst liief wunschlos siedelte? — Davon blieb keine Spur!; Ob Fischer. Schiffer.' Räuber, eh' der Zwang des Paragraphen plump ins Dasein fiel, wie ein Bolide oder Meteor, die stürzend bersten. Etwas vom alten Eiland ist geblieben, ein Fluidum, das alle Wandefet packt. Und darum liebt auch Micaela so unendlich Maimi. Nun biegt der Wagen ab. dort stellt ein weißes. HattS. die eiserne Pforte öffnet, schließt sich schnell. j „Springt alle ah. Ihr Mädel! Nur hereinspaziert. Herr Victor Arago. und'ohne Furcht! Sie sind im C. A. L„ im Club anständiger Leute!“ \ i iv- I nt C I u b! a n s t ä n d i g e jr Leute: Der Kaffee war serviert und mit Andacht getrunken. Ruth und Mary hatten auch für erquickliches Zubrot gesorgt. Diese Bewirtung schien iltrj Ressort zu sein, und alles vollzog sielt in Anmut und in angenehmster Art. Jetzt] kräuselten sielt schon die Zigarettemvülckehcii. Victor lag itti Liegestuhl. Es war behaglich und imirdisJcli zugleich.* Er hatte litir den Wunsch, daß alles noch eine Weile so bleiben sollte. - ,;Da spraclt Micaela. zu der die Freundinnen Mica-sagten.1 — ein Kosename, den Victor sich zu.merken gelohte: „Lind mm. Geiährfimien. mitl Du. Neuling voinJAliimierstamme. tretet ein in unser Heiligtum!" j Ein Vorhang fiel j zurück, und die Sieben kamen in einen mittelgroßen Raum, an dessen heller Rückwand zwei Sprüche glänzten. | | — --...Das Nichts ist die Mutter des AI1.“ ..'Wirklich!Großes geschieht jteheinmisvnll.“ Victor seitwanktej eine Sekunde. -Sollte er mm belächeln, was diese .halben Kinder sielt liier als Zaiihc'rnest erdacht? Olt nein, er blich ganz still, ihm wurde heilig in der Brust und sehnsuchtsvoll, wie wenn die Träiijm kämen, als Micaela spraclt: , . j - j „Du stehst nun liier ittt andern'Land. Am Tore. I das Du nie gekannt. Verschwunden ist die arge [Welt. Die uns mit Trug gefesselt hält. Bist Du ein Mensch.' zielt hoffend ein. Du sollst ein Freund und Helfer sein!" Dabei hob sie die Hände, grüßend!und wie segnend, ihm entgegen. Um sie geschart standen die anderen Mädchen lind, als Micaela zu Ende! gesprochen hatte! sangen alle mit lieblichen. fein' abgetönten Stimmen, hell und glockenklär, als Kehrreim: „Du sollst ein Ereund und Heiter sein. Hist Du ein Mensch,-zieh hoffend ein!" Etwas rührte Victor an diesem Vorgang. Wenngleich er der Hingegebenheit dieser Entfülir.erinnen reichlich-fern stand. Der feierliche Ernst der jungen Damen selling auch gleich ins scheinbare Gegenteil um. Alle gaben sielt die Hand und, utntauzten ihn wie Babys beim ersten Grazienversuch, indem sie sangen: „Ni ni ni ni ni ni ui ni ni ni.“ Da das Ni ni ui gar kein Ende nehmen wollte, unterbrach Victor nun docli die sechs Klubdamen mit der Erklärung: „Ich habe ja einiges zu verstehen geglaubt, aber der Sinn Eures Reigentanzes gellt mir ganz verloren." Micaela erwiderte: „Da siebt man wieder, wie. sehr die Weltmenscheu von uns geschieden sind. Unser Bundeslied ist uns das Wertvollste vom ganzen C. A. L. Wir singen es mir. wenn' wir völlig unbekümmert sind, und dazu sollst Du erzogen werden. Hier geschehen übrigens keine' Albernheiten, und nach einer Viertelstunde wirst Du mehr wissen, als ein starker Mann in einer Portion verdauen kann. Jetzt erzählt Dir jede ihren Lebensgang, aber unter der Voraussetzung, daß Du gelobst, die reine .Wahrheit über alles zu enthüllen, was Du weißt. Verschweigen Jurist Du nichts, sonst bist Du verloren. Hier ist es wie iii der Beichte. Alles geschieht in Verschwiegenheit, aber in voller Offenheit; nichts •darf Zurückbleiben! Ihr könnt Euch setzen, und icit werde beginnen.“ Und Micaela begann: „Ich stamme aus einem ganz anderen Land, das habe ich aber nie gesehen. Ich war schon zehn Jahre und lebte im Kloster der Heiligen Jungfrau, als Schwester Rosula mir dies anvertraute. Ich kann gar nicht wiedergeben,- welcher Schrecken mich bei der Mitteilung erfaßte, daß meine Eltern Juden waren. Ich bekreuzigte mich immer wieder und weinte schrecklich, denn eine solche Abkmiit schien mir eine Schmach zu sein. Aber mich packte auch die Sehnsucht, meine Eltern kennen zu lernen. Da hörte ich, daß beide , längst tot seien. - Die Eltern kamen auf einer Flucht hierher, und unterwegs wurde icit geboren. Mein Vater soll ein Lehrer gewesen sein, der in unserem Laude sein Brot suchen wollte. Meine Mutter starb bei meiner Geburt. Sie war nicht mehr jung und hatte meinen Vater schon zwöli Jahre gekannt, bevor beide heiraten durften- Der große Krieg, der vor .vielen Jahren gewesen sein soll, und die schweren Jahre .nach ihm hatten ihr Verlöbnis immer verlängert, aber nicht erschüttert. Als sie endlich so weit waren, da mußten sie vonihrer Heimat fort. Mein Vater hat mich wie ein Päckchen mit einem Brief, in dem dies alles stellt, an der Piorte des Klosters abgegeben. Er wollte später wiederkommen und mich holen: -er ist nie zurüekgekelirt. Bestimmt hat er sielt das Leben genommen, sonst wüßte mau vielleicht sein Grab. Als mir nun Schwester Rosula, lieber Victor, das alles erzählt batte, war ich ganz erstarrt. Weinen konnte ich nicht und auch nicht meine Eltern lieben, denn ich habe sie nie gesellen, ich sagte nur immer: Jedes Mädchen bat eine Mutter, liebe Schwester Rosula. du mußt meine Mutter sein. Sie war auch sehr gut zu mir. viej besser als manche Mutter. Ich bewahre ihr das treueste Andenken. Diese Frau bat das Leben und.'die Liebe nie gekannt; vielleicht war sie darum so engelsgut. Rosula ist eine Heilige!“ Micaela hielt einen Augenblick inne.. als wenn , sie sielt sammeln wollte, dann fuhr sie fort: „Vor fünf Jahren kamen andere Zeilen: viele Klöster wurden geschlossen, meine gute Mutter Rosula war gestorben; jetzt stand icit auf der Straße, ujirklicit auf der Straße. Aber es geschalt etwas Merkwürdiges, und das gab* meinem Leben Halt und "Richtung.- Da ich gar keine Verwandten habe, schickte mich die Ortshehürcfe hierher. in unsere Hauptstadt. Dort wurde icit ins große Kaufhaus gebracht'und bin Lehrmädchen geworden. Ein Jahr war .meine Wohnung noch im Orplieiinat. das 'Ihr ja alle kennt. Ich habe den ganzen Tag Waren zum Packfiscit getragen, mußte immer hin und Iler, aber das machte mir Spaß. Die vielen Menschen, und was sic .alles kauften, wie sie schwatzten, in den Waren wühlten, sielt nicht entscheiden konnten, immer das Neue und Bunte wählten! Noch schöner war es. wenn die Mittagspause kam. Dann turnten wir und fühlten uns frei und fröhlich. Dort lernte ich unsere Rutil kennen, und Rutil hat mir auclt Ni ni ni hcigchracht und ändere Dinge, die ich nicht verschweigen will.“ „Ich glaube“, nahm jetzt Rutil das Wort, „hier kann ich iortfalireu. denn wenn mein Vater ein Warenliauskönig ist. dann bin ich Prinzessin, aber entthronte, freiwillig entthronte! Icit habe entsagt, icit habe abgedankt. — Auf die Dauer ist es wirklich sehr langweilig, nichts zu tun. nur spazieren zu fahren und dort die Gleichgültigkeit zu markieren, wo man mit der Seele dabei ist. Die Leute hatten mich alle aus Respekt vor Pappis Beutel so verwöhnt, daß selbst mein Räuspern noch intelligent genannt wurde, und darum habe icit ihm erklärt: Wenn icit dielt Vater und nicht lebender Geldschrank .nennen soll, dann gib mir Freiheit, laß mich arbeiten! So bin mich ich ins Warenhaus gekommen, und hinter meinem Satinkittel versank die ganze Herrlichkeit. Ich schwüre, keiner hat mich wiedererkauut! Sie waren alle so freclt ztt mir und ganz natürlich unverschämt. Schon-am ersten Tage hat mich der Lagerchef so echt brutal, so.vorschriftsmäßig ungefähren, daß ich sehr glücklich war. Da habe ich gefühlt, wie schwer es für die andern ist. und wie sie zittern müssen! Da habe icit verstanden, wie schwer das Leben ist. und daß sein Zauberwort nicht immer Leistung, sondern mancliina! Protektion .heißt. Darum ist Mica meine Freundin geworden. Ihr danke ich viel mehr, als icit je geben könnte. Wir sind jetzt beide neunzehn. Mica ist mit neunzehn Jahren meines Vaters rechte Hand. Sie ist sein Disponent und bester Einkäufer. Kein Mensch hat je bemerkt, daß ihn der steife Kragen halbkrank,.mutlos macht. Sie hat den roten, wunden Hals init weichem Leinen — drei Stück für einen Doublo! — ganz mobil und heil gemacht, mag das auch shocking sein. Sie ist Erfinderin der dünnen gelben Jacke fürs Privatkontor, so daß er keine Weste drunter braucht, hat ihm das zweite Frühstück ab-, zwei Jaffaapfelsinen ungewohnt. Sie liest die Sorgen, die der arme Pappi hat bevor die Runzelfalten es bekennen, und bewacht sein Telefon: ist sein] Gedächtnis, kurz der treueste Adjutant. Ach was. er ist ihr Adjutant! Sie ist der unsichtbare! Chef, der alles sieht und hört und abstellt, bremst und antreibt. Mica ist auch Ihr Brötchengeber, liebster Victor Arago! Doch "das nur nebenher. Als Mica Sie im großen Vorrautn sitzen sah. Sie wissen doch, wo man den Mut verliert, und den der Teufel einst erfand, damit die Menschen mürbe werden. da hat sie sich mit mir gelobt: Er muß gerettet werden, der Ideenspezialist, weil geistige Ware im Tarifsatz nicht Wissen Sie schon, daß Präsident Roosevelt als Berater und Experten' in der amerikanischen Delegation" zur Weltwirtscliaitskonferenz u. a. die jüdischen Wirtschaftssachverständigen Professor Herbert Feis. James Paul Warbürg und Charles William ■ Taussig bestimmt hat? daß anläßlich des Geburtstages des Königs von England am 3. Juni drei iührende jüdische Persönlichkeiten Englands in den Adelsstand erhoben wurden? daß auf Grund eines Hinweises des preußischen Kultusministers Rust alle Jugendpflege und Leibesübungen treibenden jüdischen Vereine und Organisationen aus den Orts-, Stadt-, Kreis- und Bezirksausschüssen für Jugendpflege auszuschließen und daß ihnen auch jegliche Vergünstigungen zu versagen sind? daß die in- Stein gehauene Nachbildung des Michelangeltlsclien Moses, die bisher in der Eingangshalle des Laitdgerielusgebäudes in-Dortmund gestanden hat, von ihrem Platz entfernt und der Bildhauerklas.se der Dortmunder Kunst- und Gewerbeschule überwiesen werden soll? daß Mussolini an Professor Max Reinhardt eine Einladung gerichtet hat, eine Freilicht-lnszenierung von Shakespeares „Sommernachtstraum" in Florenz vorzunelimen, wo der König von Italien den Schloßgarten für die Aufführungen zur Verfügung gestellt hat? daß der ehemalige deutsche Tenhisineister Daniel Prenn. der wegen -Seiner Zugehörigkeit zum Judentum aus dem deutschen Tennisverband ausscheiden mußte, in eitlem Mitte Mai in Wien veranstalteten Teunistournier trotz stärkster internationaler Konkurrenz den vom österreichischen Tennisverband gestifteten Goldpokal gewann und damit Teunismeister von Oesterreich wurde? daß ddr König von Schweden, bekanntlich ein 'leidenschaftlicher Tennisspieler, bei seinem kiirzlielien Bcsuclt in Berlin darauf bestanden batte, ausschließlich mit .'dem indischen Tennismeister Daniel Prenn zu spielen? daß die Stadtverordneten der schlesischen Stadt Glatz be-. schlossen haben, allen Zeitungen, die’ Geschäftsanzeigen/ jüdischer Firmen veröffentlichen, die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen zu untersagen? 2)ec tBdrfkastm dec „J.sLZJ Unterprimaner in O. Sie haben offenbar an die judenfeindlichen Maßnahmen des Kaisers Justinian I. gedacht. Dieser verbot den Juden die hebräische Thora und wollteihnen -nur noch die griechische,, z'. T. bereits christlich beeinflußte Uebersetzung der Septuaginta gestatten: besonders'' sinnlos erscheint ferner seine Verordnung, mit der er den Juden verbot, ihr Peßach vor dem christlichen' Osterfest zu feiern. Justinian I. sprach den Juden die Fähigkeit zum Zeugnis gegen Christen ab; er schloß sie von allen Ehrenämtern aus.-zwang sie aber, das kostspielige und lästige Dekurionat zu übernehmen, wobei er ihnen jedoch die damit verbundenen Privilegien entzog. „Herder“. Leider verbietet uns der Raum. Ihre Frage ausführlich zu beantworten. Sie finden die Stelle bei Herder, „Adrastea" IV., 7 (Sämtl. Werke, Zur Philosophie und Geschichte. XII.. S. 221). Diese Aeußerung ist zwar von nichtssagender Unbestimmtheit, kann aber an der Stelle, wo sie stellt, kaum etwas anderes bedeuten, als daß Herder der Meinung ist. es sei von jeher die Natur der Juden gewesen, mit alten Kleidern hausieren zu gehen. Bei einem Theolögen und Historikeif, der Bibel und jüdische Geschichte kennen sollte, sind solche Anschauungen unentschuldbar. J.-C. in H.! Sie brauchen Ihren christlichen Freund lediglich auf einen' einzigen Satz hinzuweisen. Er stammt von Qainaliel III. und lautet: „üesetzesstudiuin ohne Handwerk gellt zuletzt unter und zieht Sünde nach sich.“ Konrektor G. in D. Zu Ihrem in unserer Nr. 2 vom 15. April erschienenen Aufsatz schreibt uns die „Reiehsvertretung der indische» Landesverbände Deutschlands“, daß sie den Augenblick nicht für geeignet hält, der Frage, ob eine jüdische Kirchenfahne geschaffen werden soll, näherzutreten. verzeichnet ist. Und deshalb lieben wir Sie, nein Dielt, ltierhergeführt, denn das muß anders werden. Das hört auf!“ . Victor war bleich geworden, ln seinem Gehirn hämmerte eine wjlde Vorstellung. Er wollte etwas sagen, aber alles err scliien ihm plump und abgeschmackt. Da erhob sich die von ihm Bessie genannte und riß. wie ab winkend, Rede und Bekenntnis an sich: . „Victor!, bevor Du erfährst, wie es mit mir stellt, wollen wir sechs uns Dir noch ehrlicher vorsteifen. Micaela ist Micaela, und Ruths Namen hast Du erraten. Sonst gibts hier aber keine Nicoline, Irina, Mary oder Bessie. Wir vier sind Statistinnen, bloße Nummern und im Ballett des Majestic. Unsere Beine, unsere auf italbblüd. dressierten , Gesichter, unsere Puppenliaftigkeit gehören der Masse: Keine Maschine darf uns an Präzision übertreffen! Icit werde Ella, und hier meine-Sciiwester wird Bella gerufen. Wir sind Zwillinge und. entsetz Dielt nicht!, ein wenig vom negritischen Stamme. Aber ist das eitle Infektion? Wir können nichts dafür'und wissen auclt nicht daratti zu antworten. Wir sehen doch durchaus nicht afrikanisch aus. aber unsere Großmutter durfte nicht mit den Weißen im gleichen Abteil der Straßenbahn fahren. Wir haben keine wulstigen Lippen mehr, aber wir fühlen mit den Schuhputzern und manchem kleinen Boy, der schokoladenfarbiger geraten ist.- Bella möchte Dir das gern bestätigen, aber sie hat einen Spracliiehler. Singen kann sie mühelos: sie singt gern und sogar gut. Doch das Reden fällt ihr schwer — dabei ist sie ängstlich — und darum habe ich für sie mitgesprochctt.“ Bella nickte hierzu bestätigend und freundlich. (Fortsetzung folgt.) EmpfeMettswede?Bezugsque£Cett | DÜSSELDORF! Druck: Berliner Spczial-Druckerd dmbH., Berlin NW 21. Alt-Moabit 105J | Maler | 1 Wäschereien | EMILSCHUMANN MALERMEISTER bekannt für sauberste Ausfuhrunqen Paul Harm Düsseldorf, Kreuzstrafje 14 Fernsprecher 12330 A DieWäschereifürSie, preiswert und gut. Kaisersweriher Sfrafje 35 Fernruf 30779 W. 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