Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-04-15 · 2 (15.4.1933) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
2 (15.4.1933)
Date
1933-04-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2613366-2613479-2613481--4351-2616023
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Gerade jetzt: Wirtschaftshilfe! . . ln diesen Nutzeiten ist xcKcnseitijte Wirtschaftshilfe ein besonders dringendes tjebul der Stunde. Wir ulaubcn, daß deslialb der naciiifjlnende Artikel in weiten. Kreisen großes Interesse iinden wird. S e h r i f t l e i t u n k. Der Wert einer Organisation, eines- Unternehmens, einer öffentliche» Einridming erprobt sidi in Sturmzeiten. Ist es verhältnismäßig leicht, ftt Perioden wirtschaftlicher Blüte und politischer Stabilität eine Institution zu leiten oder einen -verantwortungsvollen Bosten zu bekleiden, so stellen sich die Schwierigkeiten sofort ein, wenn das Barometer umschlügt, wenn wirtschaftliche Depression, politische Unruhe,' allgemeine Krise die vorlierrsclienden Momente sind. Manch mächtiges Wirtschaitsgebilde, manch unerschütterlichscheinender Hau hat in den letzten Jahren die Probe aui wirkliche W.etteriestijtkeit nicht bestanden. Und so ist es nicht verwunderlich. daß in der Oeiientlidikeit heute andere Vertrauensmaßstäbe zelten, als -früher und vielfach an die Stelle .weitgehender Gutgläubigkeit und Vertrauensseligkeit nunmehr Vorsicht und Skepsis getreten sind. Aui dem (jebiete des Finanzwesens haben in den verflossenen Jahren die einzelnen Unteruelmiungsiormen wie Großbanken. staatliche Institute, Privatbanken. Genossenschaftsbanken und Sparkassen in gleicher 'Weise schwerste Belustiingspruben auszuiialten gehabt. Nicht immer war dabei die Urölle eines Unternehmens gleichbedeutend mit einer Mobilität seines Auibaues. Im Gegenteil hat sich gerade int großen, überdimensionierten Gebilden die bürokratische Gliederung als schweres Hemmnis bei „der Ucbcrwindung von Schwierigkeiten und Krisen gezeigt. Aui der anderen Seite Italien sich Finanzinstitiite, die aui eine verhältnismäßig kurze Vcrgangeiihevt zurückhlickcn, in bemerkenswerter Weise bewahrt. Wir denken dabei besonders an die Kreditgenossenschaften (Genossenschaftsbanken) des Mittelstandes, die sich 'innerhalb der Wirtschaftskrise gut gehalten haben. Wo es zu Zusammenbrüchen gekommen ist. waren cs niemals genossenschaftliche Geschäfte, die dazu geiührt haben. Die Bedeutung der Genossenschaftsbanken für das deutsche Wirtschaftsleben „erhellt sebou daraus, daß das bei ihnen zusammeugeiaßte Kapital tust" zwei Milliarden Reichsmark ausmacht. Viel zu'wenig itit in der jüdischen Oefientlichkeit die Tatsache bekannt, daß es seit einigen Jahren in Deutschland auch Genossenschaftsbanken gibt, ‘die der jüdische Mittelstand und das jüdische Handwerk sich geschaffen haben. Wenn hier für besondere Bedürfnisse besondere Institutionen gebildet wurden, so waren maßgebend dafür .die gutün. Erfahrungen, die in anderen Kreisen mit dem genossenschaftlichen Kreditwesen gemacht worden sind. Seil Sclmltze-Delitzsch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Deutschland.die erste Anregung zu dieser Form der finanziellen Selbsthilfe gab, hat sich der Gedanke . der Kreditgenossenschafterfolgreich durchgesetzt. Bringt es doch die Eigenart der Genossenschaftsbanken mit sielte daß kein anderes Kreditinstitut sie auf die Dauer zu ersetzen vermag. Und das um so weniger, als die Großbanken tifeirr und mehr dazu übergehen, die kleine und mittlere Kundschaft abzustoßen. Was im allgemeinen für das Wirtschaftsleben gilt, hat auch für besondere jüdische Bedingungen seine" Bedeutung. Die Erfahtungen mit jüdischen Kreditgenossen- -schaften in anderen Ländern sind durchaus ermutigend. In, Polen, in der .Tschechoslowakei, in den Randstaaten gibt cs ein ausgedehntes Netz von jüdischen Kreditgenossenschaften, und ihre Arbeit ist so segensreich, daß sie aus dem dortigen Wirtschaftsleben überhaupt nicht mehr wegzudetiken sind. In Deutschland ist im Jahre 1928 die erste jüdische üenossen- -schaftsbank gegründet worden, der daun bald weitere folgten. Solange der jüdische Mittelstand in Händel und Gewerbe in vergangenen Jahrzehnten seine Geschälte im wesentlichen aus eigener Kapitalkrall durchführen konnte, war - genossenschaftlicher .Zusammenschluß entbehrlich. Seitdem aber das Bctriebs- ' kapital in vielen Fällen verloreugegaugen ist, seitdem immer zahlreichere Existenzen gezwungen sind, sielt vollständig umzustellen, und neue Erwerbsquellen zu suchen, war der Rückhalt geboten, der dem Einzelnen durch den Zusammenschluß mit seinen Schicksalsgenossen ermöglicht wird. Hier hat die .Tätigkeit der jüdischen Genossenschaftsbanken mit außerordentlichem Erfolg eingesetzt 'Die Entwicklung der jüngsten Zeit stellt ihnen neue Aufgaben und wird ihnen erneut Gelegenheit geben, sielt im Sturm zu bewäliren. Da die Kreditgenossenschaft auf dem Prinzip der Selbsthilfe beruht, ergibt sich von selbst eine eiige Verbundenheit und wechselseitige persönliche Fühlungnahme der Mitglieder und Teilnehmer. Eigentliche Kreditgeschäfte können, wie cs dem Wesen der Genossenschaft entspricht, nur mit denjenigen gemacht werden, die selbst Genossen sind. d. Ii. die einen oder meltrere Genossenschaftsanteile erworben haben. Darüber hinaus aber können alle Bankgeschäfte, bei denen ein Kredit nicht in'Anspruch genommen wird, mit jedem Kunden getätigt werden. Auch diesen nicht genossenschaftlichen Kunden kommt aber der Vorteil einer engen Fühlungnahme zugute, eines persönlichen Konnexes, wieder in einem anderen Institut gar. nicht denkbar ist Nur in einem genossenschaftlichen Unternehmen: kann eben der Leiter sich ganz in die persönlichen Verhältnisse und Angelegenheiten des einzelnen Genossen oder Kunden vertiefen. Ganz gleich, ob es sich darum handelt, jemanden bei der Verwertung von größeren Kapitalien oder bei der Anlage kleinerer Sparbeträge zu beraten, ob man ihm beim Aufbau einer neuen Existenz helfen oder in Hausverwaltungs-Fragen beistelien soll — stets wird gerade der „kleine Maim“ mit seinem Anliegen auf Verständnis und Ent- £mp£eMmswede JkmqsqueBm |dusseldorf| : Maler I r Wäschereien | EMIL SCHÜMANN MALERMEISTER bekannt für sauberste Ausführunqen Paul Harm Düsseldorf, Kreuzslrafje 14 Kaiserswerther Strafje 35 Fernruf 30779 Die Wäscherei für Sie, preiswert und gut I W. SEITZ I I Rahmenfabrik 1 1 Birkenstraße 113, Ruf 60914 1 1 Einrahmungen _SpeiUltit: 1 | Barockrehmen, GemäldeleUten | Eiste St>e2ial- Gardlnen-Wäscherei Hillenbrands Jahnstrafie 71 Rufi 26633 Gardinen werden nach Muster cetärht: kuns ivolle Ausbesserung gegenkommen bei einem genossenschaftlichen Institut rechnen können. . Daß gerade die Genossenschaftsbank eine vorsichtige und umsichtige Geschäftsgebahrung haben muß, versteht sich von selbst. Sie wird nicht der Versuchung unterliegen, sich an Geschäften zu beteiligen, die den Umfang ihrer Mittel überschreiten, nur weil diese Geschäfte vielleicht den Anschein der Sicherheit und Rentabilität .haben. Sie wird besonders in den ersten Jahren ihres Bestehens vorsorgliche und planmäßige Aufbau-Arbeit leisten. Ihre Entwicklung wird daher nicht stürmisch vor sich gehen, aber um so mehr die Gewähr einer Stetigkeit in sich .tragen. Und diese Stetigkeit wird dem Kreise der Genossen wie überhaupt dem gesamten jüdischen Mittelstände gerade in Sturmzeiten „wie den jetzigen zugute kommen. - W. K-. Wilhelm Marcus 50 Jahre. Am 16. April d. J. vollendet Wilhelm Marcus, der stellvertretende Vorsitzende der Berliner liberalen Kepräsentanteniraktiun und Vorsitzende des Zentralvcrbandes jüdischer Handwerker in Deutschland sein 50. Lebensjahr. — Wir freuen uns, daß aus diesem Anlaß der Berliner liberale Traktionsführer, Dr. Fleischer, hier das Wort nimmt. Schriftleitung. Es war in der vorigen Wahlperiode der Repräsentantenversaimjiiung ■ nicht immer leicht, mit ihm zu verhandeln. Zwischen den zehn Liberalen und dem ebenso starken orthodox-zionistischen Block, gab er als Neutraler — seine eigene Fraktion — als Einundzwanzigster oft genug den Ausschlag, j Um seine Meinung hatte er ernst gerungen. Sie war unabi änderficlt. Er gab' sie kund, niemand zu Liebe und niemand zu Leide mit der Gewalt seiner Beredtsamkeit, seines Temperamentes und oft genug seiner Stimmittel. Und docli war seine Ueberzeugung stets die unsere: Föri derung der deutsch-jüdischen Religionsgemeinde in der Eiltj Wicklung des religiösen Fortschrittes. Und so mußte Marcus naturgegeben in dieser Session sich uns Liberalen anschließen und wurde, zum Führer berufen, soiort in die vorderste Reihe gestellt. Hier stellt er nun. und geht uns aucli in diesen schweren‘Tagen voran mit kühlem Kopie und mit heißem Herzen. Selbst aus dem jüdischen Handwerkerstände, dessen Führung er gleiciiialls^fest in der Hand hält, hervorgegangen, hat Marcus schon längst die Forderung der Berufsumschichtung unserer Glaubensgenossen als eminent wichtige Autgabe„auch der jüdischen Gemeinde erkannt und volkstümlich gemacht. Handwerk und Landarbeit soll unserem Vaterlande und damit auch seinem jüdischen Bevölkerungsteil neue Möglichkeiten und neues Glück schaffen. Daß ferner eine gewisse'soziale Selbsthilfe im Rahmen unserer geringen materiellen Möglichkeiten geschaffen werden muß, daß Kredit- und Darlelinswesen eiae Notwendigkeit darstellt, ist die große Idee, mit welcher Marcus beharrlich und seit Jahren unsere Wohlfahrtsarbeit zu durchtränken und umzubilden geholfen hat. Zwar meistert Wilhelm Marcus das Wort, wie nur einer. Aber der Mann des praktischen Lebens weiß es wohl, daß unserem, deutschen Vaterlande und auch uns deutschen Juden nicht das Wort allein, sondern nur der Einsatz' des ganzen Menschen, seine Tat helfen kann und helfen wird. So danken wir Wilhelm Marcus für alle Arbeit, wohl wissend, wie nötig wir ihn weiterhin brauchen, und grüßen ihn an seinem 50. Geburtstage in der Vollkraft seines nimmermüden Schaffens als ein lebendes Vorbild für das Goethewort: „Im Anfang war die Tat.“ Dr. Kurt Fleischer. Zwei Jubilare. Bruno Weil — Eugen Wölbe. Wer auch nur von fernher mit den Angelegenheiten der deutschen Juden benannt ist. der kennt den Namen unseres Freundes Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil, und. so ist es kein Wunder, daß trotz weltgeschichtlicher Ereignisse und drängender Not sein fünfzigster Geburtstag am 4. April ihn zum Mittelpunkte zahlreicher Eitrungen machte. Weil ist Saarländer; nach dem Kriege wurde er aus Straßburg, wo er als Anwalt ansässig war,,ausgewiesen und zog nach Berlin. Auch er hat also — wie so viele andere deutsche Juden — dem 'Vateriande seinen Tribut gezollt, so daß ihm angesichts der heutigen Entwicklung^ ein besonders herzliches Gedenken gewidmet sein mag. Sein Wirken galt stets gleichermaßen dem Recht der deutschen Juden, der allgemeinen deutschen Politik und seinem juristischen Fach. In der Jugend schon war er führend im K. C„ dessen Jahrbücher er begründete. In den letzten Jahren ist er als Vizepräsident des Centralvereins besonders bekannt geworden. Der Sorge für die aus Elsaß- Lothringen nach 1918 ausgewanderten Deutschen galt ein großer Teil seiner Arbeit. Im Mittelpunkte politischen Interesses stand er anläßlich der Reichstagswahl 1930, bei der er für die Staatspartei kandidierte. Weiteste Kreise wurden schließlich auf ilm aufmerksam als er sich schriftstellerisch der populären Stoffe Dreyfus und Boulanger bemächtigte, wie er überhaupt als Verfasser speziell juristischer und -allgemein geschichtskritischer Werke sielt einen Namen gemacht hat Unserer Sache steht er nahe durcli sejne führende Stellung in der liberalen Fraktion des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und durch den noch heute unvergessenen Aufsatz über Palästina, den er vor einigen Jahren gemeinsam mit dem jüngst verstorbenen Staatsrat Cohn (Dessau) in der „Jüdisch-liberalen Zeitung“ schrieb. — Eine markante Fülireruatur. Typ des vornehmen Advokaten, das ist Bruno Weil. Und wenn die deutschen -Juden ihm heut noch für lange Jahre Gesundheit und ungebrochene Kraft wünschen, so geschieht es nicht ganz nlmeberechtigte Hoffnung, daß die Wirkungen dieser Kraft aus allen zum Segen gereichen. * Unser zweiter Jubilar ist ebenfalls als Schriftsteller erfolgreich licrvorgctreten,, doch bildet er sonst fast in allem das Gegenstück zu Dr. Weil: es ist Professor Dr. Eugen Wölbe, der am fi. April d. J. sein 60. Lebensjahr vollendete — ein stiller Gelehrter, den man in Versammlungen vielleicht nur als Zuhörer kennt, und dessen' Wirken dennoch nach außen dringt. Unsere Leser kennen ihn aus Aufsätzen und Buchbesprechungen; aber sie kennen ihn-hoffentlich auch aus seinen' Büchern, von denen besonders das über Kaiser Friedrich ihm einen Namen unter Christen und Juden gemacht hat, und gerade jetzt ist wieder eines von ilim über Carmen Sylva erschienen (vgl. im heutigen Feuilleton die Kurzgeschichte „Goldene Rücksichtslosigkeit“). Wölbe ist gebürtiger Berliner: er vcrlebte-seine Jugend in .Liegnitz und wirkt jetzt'seit 1905 aii der Fichte-Realschule in Berlin als Lehrer für Französisch, Englisch. Geschichte und Religion. Seine Wirksamkeit als Jugendbildner ist bedeutend. Seine beruilichen Fachgebiete boten ihm zugleich den Untergrund für - sein literarisches Schaffen, seine Verbundenheit mit der jüdischen Religion brachte ihn aucli in die jüdisch-organisatorische Arbeit. Er j war einer der engeren Mitarbeiter des verstorbenen Professors Sobernheim; und der Jüdisch-liberale Weltverband sah ilm als Teilnehmer an der Delegierten-Tagung in London 1930. Auch ihm sei als Freund, Gesinnungsgenossen und Mitarbeiter ein herzlicher Glückwunsch hier entboten. —tz. Gottesdienste Liberale Synagoge Gottesdienst Predigt Norden Schönhauser Allee 162 Sbd„ Stg., Mo., Mo., Die., 15.4, 10.00 Uhr 16.4., 19,50 Uhr 17.4., 10100 Uhr 17.4., 19.15 Uhr 18.4., 10.00 Uhr Osten Aula Kaiserstr. 30 Westend Aula Leistikowstr. 7 Frtg.,21.4., 19.15Uhr Sbd., 22.4., 10.00 Uiir Frtg.,28.4., 19.15 Uhr Sbd., 29.'4., 10.00Uhr Mo„ 17.4., 19.30 Uhr Frtg., 21.4., 19.30 Uhr Frtg.,28.4., 19.30 Uhr Frtg.,21.4., 19.15 Uhr Frtgl, 28.4., 19.15Uhr Peßachgottesdienste: Dr. Sänger 8. Vorabend Seelenfeler u. Predigt: Rabb. Dr. Swarsensky Rabb. Dr. Hirschberg Dr. Sänger Knabeneinsegnung: Rabb. Dr. Swarsensky Peßach; SeeleDfeler u. Predigt: Rabb. Dr. van derZyl , Rabb.-Kand. Tramer' Rabb. Dr. Hirschberg Rabb.-Kand. Mehler Rabb.Dr. Swarsensky Liberaler Gottesdienst Schmargendorf Altersheim Berkaer Str.32 Sbd., 15.4., Stg„ 16.4., Mo., 17.4, Mo., 17.4., Die., 18.4., Frtg., 21.4., Sbd., 22.4., Frtg.,28.4., Sbd., 29.4., 10.00 Uhr 19.15 Uhr 10.00 Uhr 19.30Uhr 10.00 Uhr 19.00 Uhr 10.00 Uhr 19.00 Uhr 10:00 Uhr Peßachgottesdienste: Seelenfeier u. Predigt Rabb. Dr. Bergmann Jüdische Reform- Gemeinde Johannisstr. 16 ' Kleistsfr. 10 (Logenhaüs) Stg., 16.4., 10.00 Uhr Mo, 17.4., 10.00 Uhr Stg., 23.4., 10.00 Uhr Stg., 30.4-, 10.00 Uhr Frtg.,21.4., 19.15 Uhr Frtg., 28.4„ 19.15 Uhr Einsegnungsfeier: Dr. Rosenthal Peßach-Ende, Seelenfeier u. Predigt Dr. Lehmann Dr. Jelski Dr. Rosenthal Dr. Lehmann Dr. Jelski Das Jii-Programm Liegnitz. Donnerstag, 20. April, Heinz Weber: „Die Judenirage ln der französischen Revolution.“ — Donnerstag, 27. April, Diskussionsabend: „Geist und Seele“; Leitung und Referat: Werner Harlam. Die Veranstaltungen finden im Gemeindebaus, Bäckersfraße 16, pünktlich 20.30 Uhr, statt. Vereinsnadiriditen. Hilfskasse iür Isr. Kantoren und Kultusbeamte, deren Witwen und Walsen ln Deutschland. E. V. Der Verein veranstaltet Sonntag, 3U. April, abds. 7.15 Uhr, im Gemeindehause, Rosenstraße 2/4, eine in heutiger Zeit besonders . wichtige Generalversammlung. Näheres siehe im Anzeigenteil. Unterstützt das Handwerk und den gewerblichen Mittelstand. Der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V„ Geschäftsstelle: NO 18,. Große Frankfurter Straße 80/81, E 3 Königstadt 2490 (Wolff), übersendet das Mitgliederverzeichnis von H a n d w e rk e r n aus Allen Berufszweigen an Interessenten auf Wunsch kostenlos. - Handwerker, die dem obigen Verein noch nicht -angeboren, melden sich umgehend unter genauer Angabe ihrer Berufsbezeichnung nur schriftlich unter „Handwerker“ (Arbeitsnachweis) nach Berlin C 2, Rosenstraße 2/4, Zimmer 22. Angehörige des selbständigen gewerbüchen Mittelstandes werden ebenfalls gebeten, ihre Adressen mit Angabe des Geschäftszweiges unter Arbeitsnachweis. Rosenstraße 2/4, unter „Mittelstand“ einzusenden (Zimmer 22). Gesdiäftlidic Mitteilung. Hebräische Aufschrift auf Torten. Cs ist wohl heute noch merkwürdig, in einer Zeit von Haß und Zwiespalt, von. Ruhelosigkeit und Hetzerei ein Geschäft zu finden, das Dinge herstellt, die uns Juden in der heutigen modernen. Zeit als abnorm erscheinen lassen. Und doch eröffnen sich.uns neue Perspektiven, wenn wir diese Dinge mit dem Auge des Herstellers betrachten. Durch Zufall geriet ich diese Woche in die Feinbäckerei des Herrn Lauber, .Berlin, Flensburger Straße, und betrachtete einige Torten, die ausschließlich hebräisch bemalt und beschrieben waren. Der Hersteller, ein junger Mensch, der bisher studierte und nun in dem heutigen Existenzkampf seinem Vater in der Bäckerei mithilft und diese Torten mit großer Geschicklichkeit herstellt, erzählt mir nun folgendes: Es ist. nicht meine Arbeit, durch diese Torten Andersgläubige aufzurcizen und den bereits bestehenden Haß noch mehr anzuiachen. Nein! Meine Absicht ist cs, daß diese Torten dem jüdischen Familienleben wieder ihren Inhalt geben, in der jüdischen Gemeinschaft wieder die Freude und den Sinn an der hebräischen Sprache aufleben lassen. 7- Kreditverein für Die Bank Handel und Gewerbe e. G. m. b. H. Berlin N24v Oranienburger Straße 3 (am Hackeschen Mark!). Sammel-Nr. D 2 Weidendamm 0852 | des jüdischen M i 11 e 1 s t a n de s

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.