Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 1 (1.4.1933)
- Date
- 1933-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1 13. Jahrgang Nummer 1 JfiDifdj'lilietale 3ei(ung Beilage 1. April 1933 Die größere Gefahr. Unser Kampf gegen die Austrittsbewegung. Von Rechtsanwalt Dr. Willy Katzenstein. Bielefeld. (Schluß.) Kurze Inhaltsangabe des vorausgeeaneecen Artikels (I. und II.). Die durch die preußische Gesetzgebung geschaffene Möglichkeit des Austritts^ aus der einzelnen Synagogengemeinde ist für alle Gemeinden eine ständige schwere Bedrohung. Um sie wirksam bekämpfen zu können, bedarf es zunächst einer Klärung der Rechtsfrage. welche Bedeutung dem Austritt aus der Gemeinde beizuiegen ist. Während die herrschende Meinung in. Preußen auch nach dem Austrittsgesetz .vom 3U. November 19211 eine doppelte Austrittsmöglichkeit annimmt, nämlich aus der Gemeinde und aus dem Judentum, sucht der Verfasser den Nachweis zu führen, daß es im gesetzlichen Sinne nur einen Austritt aus der einzelnen Synagogengemeindc — als Religionsgesellschaft öffentlichen Rechts — gibt,. . aber keinen.staatlich geordneten Austritt aus dem Judentum. Die Zugehörigkeit zum Judentum als Glaubensgemeinschaft ist lediglich ‘ eine innere Angelegenheit. Der Austritt aus der Einzelgemeinde bedeutet hiernach die einzige gesetzlich geordnete und äußerlich erkennbare Möglichkeit einer Loslösung’ von der jüdischen Gemeinschaft. III. Das Ergebnis ist also: Wer durch die vorgeschriebene Erklärung beim Amtsgericht aus seiner Gemeinde. ausgetreten ist,. hat damit das einzige äußere sichtbare Band zwischen sich und der jüdischer, Gemeinschaft zerschnitten. In diesem Sinne ist er Dissident, auch wenn die Reichsgerichtsentscheidung vom 3. November 1930 ihn im Glaubenssinne noch als Juden gelten lassen will. Ob er sich dann, wirklich noch zum Judentum bekennt oder nicht, hat mit seinen Beziehungen zu der geschichtlich gegebenen und als organische Zusammenfassung der Gemeinschaft ausschließlich wirkenden jüdischen Gemeinde nichts mehr zu tun. Aber diese Untersuchung wäre müßig, wenn nicht irgendwelche praktische Folgerungen aus dem gewonnenen Ergebnis zugunsten der Gemeinden gezogenwerden könnten. Eines dürfte jedenfalls feststehen und keinem Widerspruch begegnen: Wenn erst einmal allgemein die oben vertretene Auffassung durchgedrungeh ist. so muß und wird die Einstellung sowohl des Staates wie auch der Synagogengemeinden und wohl auch der einzelnen Glaubensgenossen den Ausgetretenen gegenüber dadurch beeinflußt werden. Der Entschluß. auszutreten, wird schwerer fallen. Aber damit ist es noch nicht genug. Es kommt darauf an.- auch positiv die Stellung der Ausgetretenen so zu regeln, daß möglichst viele Hemmungen vor dem Austritt eingeschaltet werden. Drei Stellen sind hier zur Mitwirkung berufen: der Staat, die Gemeinden und - die privaten jüdischen Organisationen. Was den Staat anbetrifft, so ist es zur Zeit schwer, wenn nicht unmöglich, sich jetzt schon, eine bestimmte Vorstellung darüber zu machen, wie die umwälzenden politischen Vorgänge dieser Zeit auf die Stellung des Staates zu unserer jüdischen Gemeinschaft sich auswirken werden. Aber wie auch Jüdisch-liberaler Jugendverein (»Hi') Berlin E. V. sichern, kann ie'der .Gemeinde nur dringend geraten werden, in ihrem Statut ausdrücklich festzulegen. daß der Gemeinde* iriedhoi nur als Begräbnisstätte iür Mitglieder der Gemeinde bestimmt ist. Durch eine solche Haltung der Gemeinde mag doch manchem die Neigung zum Austritt stark 'gemindert werden. Freilich ist nicht zu verkennen, daß es noch des Einsatzes ganz anderer Kräfte bedarf, um den ^Zerfall der Gemeinden zu verhindern. Diese Kräite müssen aus der Mitte derer, denen die Erhaltung der Gemeinden am Herzen liegt, selbst hervorwachsen. Da diese Kräite auch in den großen jüdischen Organisationen wie z. B. Bne-Brith- Logen. Centralverein. RJF..1 Frauenvereinen, nicht zuletzt auch in der Vereinigung für das liberale Judentum und ihren örtlichen Gruppen wirken, so müssen diese Vereinigungen weit energischer als bisher den Kampi gegen die Austrittsbewegung auinehmen. In keiner dieser Organisationen und keiner' anderen'jüdischen V e r einigungsollte iür ein Mitglied, das seiner Gemeinde durch Austritt den Rücken gekehrt hat. weiter Platz sein. Nur hier keine falsche Toleranz und Rücksichtnahme! - Alle Bedenken, die gegen diese Forderung erhoben werden könnten, wiegen leichter als der Zwang zur Selbsthilfe, den der Wille der Selbsterhaltung mit sich bringt. Dieser gebietet; überall die Aufnahme einer Satzüngsbestimmung, wonach; der Austritt aus einer Syti- . agogengemeinde ohne gesetzlich begründeten Anschluß an eine andere Jüdische Gemeinde, falls nicht ausnahmsweise ganz besondere Rechtiertigungsgründe vorliegen, auch den Verlust der Vereinsmitgliedschaft nach sich zieht. Man sage nicht, daß wir damit diese Leute vollends von uns abstoßen. Solche Ueberlegungen: sind in einem Augenblick, wo wir den Kampf um die Erhaltung der Gemeinden führen müssen, nicht angebracht. Eine von allen Seiten, auch von innen, bedrohte Gemeinschaft, die sich erhalten will, darf nicht zu weiefi sein. Wir stoßen niemanden von uns. wir wollen aber denen, die imstande sind, aus eigensüchtigen Gründen uns den Rücken zu kehren, den Entschluß so schwer wie möglich machen. j ' Erst wenn so der lebendige; Körper der jüdischen Gemeinschaft 'Abwehrkräite von innen heraus entwickelt, wird im Kampi gegen die Austrittsbewegung ein wichtiger Fortschritt erzielt sein. Daß hierzu noch mehr nötig ist als organisatorische Maßnahmen, daß vielmehr über: allem die von Jugend auf auzustrebende Stärkung des jüdischen Wissens und G e m e i n s c h a f t s b e w u ß t s e i n s steht, braucht an dieser Stelle nicht besonders gesagt zu werden. Dr. Ludwig Frankel, Hamburg. Mitten aus einem arbeitsreichen Leben ist hier Rechtsanwajt Dr. Ludwig Frankel im S-l. Lebensjahre ganz plötzlich infolge eines Herzschlages abberufen worden. Mit ihm ist eine der markantesten Persönlichkeiten des Hamburger liberalen Judentums von uns gegangen. Seit 19JO ist er Mitglied des Repräsentanteivkollegiums der Deuseh-Israelitiseheu Gemeinde in Hamburg und |ange Jahre -hindurch war er Vorsitzender der liberalen Fraktion, bis er im Jahre 1931, als Herr Alfred Lisser Hamburg verließ, einmütig vom Kollegium zum Vorsitzenden des Repräseiitauteiikollegiums gewählt wurde.- Diesen. Posten hielt er bis zu seinem Tode iiine. Kr hat alle seine Ehrenämter — insbesondere das letzte und oftmals nicht leichteste — mit einer Jiewunderungswürdigen Gerechtigkeit ausgeübt, wie überhaupt al sein Streben und Wirken, wo es auch immer war, siets auf gerechte Ausgleichung aller Gegensätze abgestmnnt war. Unter den vielen jüdischen Aemtern, die. er innehatte und die er alle mit gleicher Pflichttreue und Vorbildlichkeit wahrnalun, ist besondersauch sein Vor itandsamt im Jüdisch-Liberalen Gemeinde-- verein hervorzuheben, das er seit der Begründung die-. ses Vereins bekleidete. Den Lesern der „Jüdischliberalen Zeitung" war der Verstorbene durch manche Artikel sowie durch seine Berichte über das Hamburger jüdische Gern uiideleben bekannt. Ueherall war Dr.- Frankel gern gesehen, überall'hochgeachtet; — selbst seine politiscl eil Gegner haben niemals das wahrhaft Aufrechte un i Ehrenhaft^ dieses Mannes verkennen können. Eine Bahre. Aber 'seine Berufski hoch geachtet gelassen. —- E von uns gegai gen. ganze. Gemeinde-stellt trauernd an seiner mcli weit über die jüdischen KreiseTüber liegen (er war im Vorstand des Hamburger Anwaltsverein) und Klienten hinaus war er gleich und hat_ nunmehr eine schwere-Lücke ner der ganz wenigen großen Männer ist H. H. „Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe“ gegründet. Tagung des Wirtschaftsausschusses des Preußischen Landesverbandes. Vortrag des Herrn Redakteur George Goetz über Spinoza und der Geist des Judentums Zeit: MlHwodt, den 5. April 1933, 8 Uhr (präzise) Ort: Vortragssaal der Synagoge Fasänenstrafje » Mitglieder und Freunde unserer Bewegung sind herzlich eingeladen Der Vorstand immer die neue Regierung in Preußen und Deutschland uns Juden gegenüber stehen möge, eines wird gerade sie, die so entschieden gegen den religionsfeindlichen Kommunismus, gegen weltliche Schulen usw. ankämpft, doch wohl gelten ■lassen: das Recht und die Pflicht der Erhaltung alten religiösen Erbguts, die Betätigung einer auch in Deutschland seit über einem Jahrtausend überlieferten religiösen Kultur. Grundlage dieses religiösen Lebens sind aber von jeher die jüdischen Gemeinden.-die, so lange es eine deutsche Kultur gibt, aus dem Bilde dieses vielgestaltigen deutschen Lebens nicht fortzudenken sind. So darf hier die Erwartung ausgesprochen werden, daß die neue Regierung der Erhaltung unserer Religionsgemeinden volles Verständnis entgegenbringt und sich den hierfür vorgetragenen Wünschen zugänglich zeigen wird. Dann aber wird der Staat gut daran tun, bei einer künftigen gesetzlichen Neuregelung des Austritts aus den Religionsgemeinschaften . die Austfittsformalitäten gegenüber dem jetzigen Zustand wieder mehr zu erschweren, und vor allem jeden Zweifel über Bedeutung und Auswirkung des Austritts zu beseitigen. Um schweren Gewissensbedenken Rechnung zu tragen, wäre es erwünscht, in besonders gelagerten,* aber eng zu umgrenzenden Fällen bei Austritt aus einer .Gemeinde die gesetzliche Möglichkeit des Anschlusses an eine andere Gemeinde zu eröffnen. Ferner muß den Gemeinden das Recht gegeben werden, von Eltern, die aus der Gemeinde ausgetreten sind, deren Kinder aber weiter am Religionsunterricht teilnehmen, im Steuerwege Beiträge für die Kosten des Religionsunterrichts zu erheben. > ■ Es wäre gewiß zu wünschen, daß der Austritt aus. der Gemeinde durch gesetzliche Bestimmungen noch mehr erschwert wird, besonders in steuerlicher Hinsicht, Aber leider besteht wenig Hoffnung, daß der Gesetzgeber den hierauf gerichteten Bestrebungen der jüdischen Gemeinden Rechnung tragen wird. Um so mehr müssen alle Energien der Gemeinden selbst darauf eingestellt werden, der Austrittsgefahr entgegenzuarbeiten. Zunächst muß es ein unverbrüchlicher Grundsatz für jede Gemeinde werden, keiner Person, die. ohne den Wohnsitz zu wechseln, aus einer anderen Gemeinde aus- ' getreten ist. irgendwelche Gemeindeeinrichtungen zur Verfügung zu stellen — auch nicht gegen geldliche Leistungen. — Dies wäre zweckmäßig durch allgemeine Abmachungen unter den Gemeinden noch weiter zu sichern. Es darf niemand. wie es jetzt öfter vörkommt. in der Lage sein, nach dem Austritt aus der Gemeinde seines Wohnsitzes eine andere gefällige Gemeinde zu finden, die ihm gegen bestimmte vereinbarte Zahlungen einen Begräbnisplatz auf ihrem Friedhoi überläßt oder andere, sonst nur Gemeindemitgliedern zustehenden Rechte gewährt. Hier muß unter allen Gemeinden unbedingte Solidarität herrschen. Sodann müssen die Gemeinden aber auch von allen Rechten Gebrauch machen, die. ihnen das Gesetz gegenüber den eigenen Ausgetretenen an die Hand gibt. Sie werden ihnen sowohl die Teilnahme am Gottesdienst wie auch das Begräbnis aui ihrem Friedhoi versagen. Die früheren gesetzlichen Bestimmungen, laut welchen dem Ausgetretenen das Recht der Mitbenutzung des Friedhofes so lange verbleibt, als ihm nicht die Berechtigung zusteht. einen anderen Begräbnisplatz zu benutzen (so noch in dem Gesetz vom' 13. Dezember 1918). sind durch das Gesetz vom 30. November 1920 aufgehoben worden. Nur ein vertraglich erworbenes Recht aui einen Begräbnisplatz kann dem Ausgetretenen nicht genommen werden. Um sich aber gegen etwaige Ansprüche Ausgetretener noch weiter zu Der Wirtschaftsausschuß des Preußischen Landesyerban- , des jüdischer Gemeinden veranstaltete am Sonntag, 26. März, unter Hinzuziehung der in Betracht kommenden jüdischen Organisationen eine eingehende Beratung über die gegenwärtig die deutsche Xudehhelt bewegenden wirtschaftlichen'und sozialen Sorgen. Insbesondere würde die ■ Lage der freien Berufe (Aerzte. Rechtsanwälte. Schriftsteller) und der verschiedenen Beamtengruppen behandelt. Einhellig wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß die drohende Wirtschaftskrise der deutschen Judenheit nur durch ein einheitliches und solidarisches Zusammenwirken und durch eine die Bedürfnisse der verschiedenen Berufe berücksichtigende wirtschaftliche Selbsthilfe gemildert werden kann. Der.Wirtschaftsausschuß hält es für wichtig und notwendig. daß alle Juden, die sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz durch ungesetzliche Handluhgen geschädigt fühlen, ilire Ansprüche auf dem durch die deutschen' Gesetze gegebenen Rechtsweg wahren. Der Wirtschaftsausschuß steht hierbei für Rechtsberatung und Wirtschaftshilfe zur Verfügung. Der Wirtschaftsausschuß wird bestrebt sein, bei unmittelbaren Notständen nach Möglichkeit Hilfe zu gewähren: er wird in Zusammenarbeit mit den in Betracht kommenden Stellen bemüht sein. Wege zu Huden, ole wirtschaftliche Existenz der deutschen Juden zu erhalten. Es wurde einstimmig beschlossen, den Wirtschaftsausschuß als Zentralstelle für Jüdische Wirtschaftshilfe — für wirtschaftliche und soziale Beratung — ziTkonstituieren. Der Vorsitzende wurde ermächtigt, sofort Vorkehrungen zu treffen, um eine einheitliche Durchführung der sich ergehenden Aufgaben innerhalballer jüdischen Gemeinden Preußens Deutschtum und Judentum in — Argentinien. Von H. Opris, Koblenz. Nocii immer gilt Argentinien als das Dorado für Auswanderer. Nicht mit Unrecht sagt man sich, daß ein Land von der fünfeinhalbfachen Größe Deutschiands_ mit kaum mehr Einwohnern als die Rheinlande große Möglichkeiten bieten müsse.. Das war bis voreiniger Zeit cum grano saiis wohl auch zutreffend, hat sich aber mittlerweile doch geändert Die Weltwirtschaftskrise ist auch an diesem an sich reichen Lande nicht spurlos vorübergegangen, die dortigen wirtschaftlichen Verhältnisse sind keineswegs rosig. Wenn auch die innere. Kaufkraft des Pesos fast ungemindert geblieben ist, so tritt nach außen, auf dem Gebiet des Exportes, die katastrophale Entwertung stark in die Erscheinung. Argentinien weiß heute nicht, wohin mit seinen Agrarprodukten. Die Devisen- .Schwierigkeiten in allen Ländern, die Einfuhrerschwerungen und.Kontingentierungen aller Art machen das Exportgeschäft für den Argentinier heute fast illusorisch. Und wenn auch die Meldungen von der Verteuerung des Weizens, des Mais’, j des Kaffees usw. teilweise stark übertrieben sind, so liegt doch ein Körnchen Wahrheit darin. : Bisher waren die politischen Zustände dort, soweit es uns Juden angeht, leidlich. Antisemitismus im deutschen Sinne gibt es drüben nicht. Der Argentinier weiß mit diesem Begriff überhaupt nichts anzüfangen, iür ihn ist der Begriff „Jude“ lediglich ein Religionsbegriff. Die in J. C. A. herrschenden vorbildlichen Zustände nötigen ihm Achtung ab; der Fleiß und die Rührigkeit der zugewanderten russischen Juden imponieren ihm. Die deutsche Kolonie in Buenos Aires weist zahllose prominente iüdische Persönlichkeiten auf, die sehr geachtet und angesehen sind. Bei allen Wohltätigkeitsveranstaltungen stehen die jüdischen Firmen an der Spitze. Der Präsident, des sicherzustelteu. Jic Zusammenarbeit'mit den außerpreußlschen \ . Landesverbände] soll angestrebt werden. (Ist inzwischen ■ durchgeführt;. vprgl. die -Meldung weiter unten.) Die Schaffung eines Hilfsfonds, der von Gemeinden. Organlsatloner und Einzelpersonen aufgebracht werden soll, ist in die Wege-ge eitet. - Die Zentralstelle für iüdische Wirtschaftshilfe hat ihren Sitz beim. Preußischen -Landesverband jüdischer Gemeinden in Berlin-^harlqttcnburg 2, Kantstraße 158. j Erste Maßnahmen der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe. Die Zentralstelle .für iüdische Wirtschaftshilfe hat sofort ihre Tätigkeit aufgenommen. Um den dringendsten Notständen zd begegnen, ist bereits eine Abteilung für Wirtschaftshilfe und eine weitere für|Rechtshilfe eingerichtet worden, ferner eine Beratungsstelle Iür akademische Berufe. (Abteilung Aerzte). Alle in Betracht kommenden Aerzte und Mediziiialpraktikantcn werden gebeten, sich vorerst schriftlichan die Beratungsstelle zu wenden. Dit Beratungsstelle für akademische Berufe hat ihren Sitz beim Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden in ßerlin-CI arlottenhurg .2. Kantstraße 158. Jüdische Wirtschaftshilfe für das ganze Reich. . Die am 28. Mi rz' 1933 in Berlin zusaiimiengctretenc Tagung, der Reiclisvertrejtung. die aus allen jüdischen Landesverbänden besteht, hat beschlossen, das Wirkungsgebiet der beim Preußischen. Landesverband geschaffenen Zentralstelle fljr jüdische Wirtschaftshilfe auf ganz Deutschland zu erstrecken. „Deutschen Seetjiannsheims“, eines in der ganzen Welt bekannten und berühmten Heims, ist ein Jude; auch der Vorsitzende des „Deutschen Hospitals“ ist ein Jude.'Beide opfern einen erheblichen Teil ihrer Zeit und Arbeitskräfte für die gute Sache. Bekannt ist die opferwillige Tätigkeit, der Juden in Argentinien während des Weltkrieges; jüdische Damen standen damals überall, im Vordergrund der Charitas. Audi heute, da die Weltwirtschaftskrise ilire Schatten -auch Uber Südamerika wirf), da die Arbeitslosigkeit in Argentinien in erschreckendem Ausmaß zunimmt. Elend und Not sich täglich vergrößern, stehen Juden an der Spitze jener Komitees, Hie sich die Speisung der Tausende von Arbeitslosen usw. zur FOTOS!?? Porträts. — Reklame*, Hochzeit«- +A<4ini«r)i* Aufnahmen ieder Al Kinder* «owie technische (Aufnahmen jeder Art fertigt an: f Pfalzburg 8228 ARNO KIK O L E R, Berlin-Grunewald, Douglasstraße 30. Aufgabe machen, der an der Spitze Wenn man A: Ganz, besonders der bereits genannte Herr, des Deutschen Seemannsheims stellt, gentinien sagt, meint man zu 99 Prozent . natürlich seine H; uptstadt. die schöne Stadt Buenos Aires. Dort wohnen zplil ose Juden, zur Hauptsache russische. Sie stellen viele Handwerker in der Hauptstadt, treten aber nichtsonderlich in der Ocffentliclikeit in Jdie Erscheinung. Ma" achtet, wie bemcrit, ihren Fleiß, ihre Sparsamkeit und vi allen Dingen ihre sprichwörtliche -Genügsamkeit und B ■