Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 18 (15.12.1932)
- Date
- 1932-12-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Kunst und Kanzel. Irene Triesch als Bibelleserin im Reform-Goiiesdienst. Kein Wort gegen die Reforingcmeinde. Kein Wort gegen Irene Triesch. Kein Wort gi^en die Selbstverständlichkeit, daß auch die Frau auf die Kanzel gehört, wie der Mann. Wenn trotzdem der Versuch, den die Reformgemeinde mit Irene Triesch’ als Bibelleserin im Gottesdienst unternahm, als nicht gelungen bezeichnet werden muß. so besagt das nichts gegen die Grundsätze der Reformgemeinde, nichts gegen die Frau als geistliche Funktionärin. und am allerwenigsten etwas gegen die große, auch als Bibclleserin große Künstlerin Irene Triesch. Konkret ausgedrückt: die Triesch war großartig; Und die Freitagabend-Liturgie tut gleich allen änderen Gottesdiensten der Reloringetneinde die olt erprobte Wirkung aui diejenigen jüdischen Hörer, für die sie bestimmt ist. Aber beides zusammen: das geht nicht. Wohl ist es richtig, daß auch die Bibellesung iin Gottesdienst einen Sprechkünstler verlangt: nichts ja tut (gleicherweise den christlichen wie den jüdischen) Gottesdiensten mehr Abbruch als die Geistlichen, die nicht sprechen können: keine Gemeinde auch ist mehr zu beneiden wie etwa die Synagoge in Frankfurt a. M„ die bis zum Ableben unseres Freundes Rabbiner Arnold Lazarus im Anfang dieses Jahres gleich über drei der hervorragendsten.Sprccher auf der Kanzel verfügte. Aber: die Sprech- und Vorlesekunst in der Kirche ist eine andere als in Theater und V'ortragssaal. Der Vortrag in der Kirche muß kunstvoll, aber er darf weder k ü n s tierisch noch gekünstelt sein.. Kunst, nämlich Sprechkunst, im Dienste der Dichtung: das ist Kunst im Dienste der Kunst: das andre ist Kunst im Dienste der Religion) An dieser Zweiteilung ändert die Tatsache nichts, daß auch die Dichtung selbst sich zeitweilig in den Dienst der Religion stellt. Also das, war es: man brachte zwei Kunstgattungen zusammen, die nicht zusammengehören, nicht zueinander passen und die nun hart aufeinandcrprallten. ■ ■ Der Rezitator, und folglich auch die Rezitatorin Irene Triesch, identifiziert sich beim Vortrag mit dein Dichter und dessen Gestalten. Wer z. B. als Vortragskünstler „Psalm 90. ein Gebet Moses" rezitiert, der wird selber Moses, fühlt sich ganz ein in diesen gedichteten und dichtenden Moses, hört also auf, er selber zu sein. So tat Irene Triesch: sie wurde und war Jesaja, Ezechiel, Moses, ja Gott selbst; und sie war herrlich, oder vielmehr: als „Rezitationsabend Irene Triesch“ wäre das Ganze herrlich gewesen. Aber es war .ein Gottesdienst. Undder 'priesterliche Sprecher darf nicht Rezitator, nicht Schauspieler sein, darf nicht, wie der Schauspieler muß, in seinem Gegenstände auf- - gehen. Der priesterliche Sprecher muß immer er selber bleiben: der Priester, der vor seiner Gemeinde stellt und, beim Predigen wie beim Vorlesen, in didaktischer A b s i c b t zu ihr’ redet. Das konnte und wollte Irene Triesch nicht; der Bibelleser im Gottesdienst muß es wollen und können. Sind aber künstlerisches und sakrales Sprechen innerlich voneinander verschieden, so auch alles Aeußerliche. was dazu gehört Niemand wird, heutzutage eine Unhöflichkeit oder -Beleidigung in dem Hinweis darauf sehen, daß die Frau von heute, und vor allem'die’ Künstlerin, gewisse'äußerliche Vorbereitungen trifft, bevor sie vor das Publikum tritt. Das tut der Schauspieler auch, aber der Priester tut es nicht, und so darf es auch die Priesterin nicht tun. Denn wiederum: so sehr die gottesdienstliche Vorlesung der kunstvollen Sprechweise und damit des Sprechkünstlers bedarf, so bleiben doch, im PREISWERTE BOCHER Der babylonische TülfflUÜ Aus wähl Obertragen und erläutert von Jacob Fromer.582S. Dünndruck. 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Tausend.) 286 Selten; Ganzleinen. (Früher 10.—) Jetzt nur 2*95 PAS HAm an quAUTKTlwAIUMl, äußerlichen Auftreten wie im innerlichen Erleben und Produzieren, Kunstausübung und sakraler Dienst zweierlei. Das alles widerlegt nicht die These, daß auch die Frau, sofern sie den innerlichen Beruf dazu fühlt. Priesterin sein kann. Es ist der Reformgemeinde hoch zu danken, daß sie den Mut und die Konsequenz besitzt, diese These zur Realität zu machen. Es ist ihr ferner zu danken, daß sie in dem Bemühen, unser jüdisches Leben aus der nieist in Trägheit selbstgewollten Ghetto-Enge herauszubringen, eine Künstlerin von Weltruf zur Mitwirkung gewann. Und es ist endlich dieser Künstlerin selbst hoch anzurechrien, daß sie sich dieser Bitte nicht versagte. Denn, wenn auch Irene Triesch als Jüdin bekannt ist, so will es doch etwas bedeuten, daß sie die Oeffentlichkeit in dieser Zeit, da die meisten sich feige drücken, in so demonstrativer Form, noch dazu unentgeltlich, zu wohltätigen Zwecken, an ihre Zugehörigkeit zum Judentum erinnert. . * ' Als vor hundertfünfzehn Jahren der Hamburger Tempel die. erste gottesdienstliche Reform schuf, stellte er den Grundsatz auf: Kein Gottesdienst ohne Predigt. Es war eine nicht geringe Beeinträchtigung am Freitagabend neulich, daß von diesem Grundsatz abgewichen wurde. Die frei gesprochenen Gebete des Predigers nach den Rezitationen ließen die beiden Stilarten noch härter aufeinanderprallen, als es die voraufgegangene Liturgie getan hatte; eine schlichte Predigt hingegen hätte ausgleichend wirken können, zumal das Ereignis selbst — die erstmalige Abhaltung des nun als Dauereinrichtung geschaffenen Freitagabend-Gottesdienstes und das Herausstellen einer Frau — ein erläuterndes Wort durch den stets die Sache treffenden Prediger Dr. Lehmann wünschen ließ. — Ueber die Freitagabend-Liturgie selbst' wäre manches zu sagen, doch könnte das nur in einem umfassenden Aufsatz über das ganze Gebetbuch der Reformgemeinde geschehen: die Aufgabe dieser Zeilen ist eine andere. Darum nur eine Einzelheit: wollte man den Kiddusch (in Form von Lichtauzünden, also ohne Wein) wieder einführen, so mußte es unter Anwendung von Musik geschehen. Keinesfalls wird; der gesprochene deutsche Kiddusch auch nur einen Bruchteil der Jahrhunderte erleben, die der gesungene hebräische Kiddüsch bereits erlebt hat nnd noch erleben wird. Die Abschaffung des Hebräischen, so gute Gründe die Reformgemeinde von ihrem besonderen Standpunkt aus dafür hat, bedeutet eine immer weitere Zurückdrängung des irrationalen (besser: des mystischen) Elements im Gottesdienst. Dieses Element über ist unentbehrlich; es ist für uns Menschen von heute, soweit nicht durch das Hebräische, nur durch Musik darstellbar. George Goetz. Leo Kopfs neue Musik für den Freitagabend-Gottesdienst. Kein Zweifel: die Reform der jüdischen Kultmusik ist im Gange. Vielerorten regt es sich. Komponisten, Chordirigenten. Kantoren. Laien, die an der musikalischen Ausgestaltung der synagogalen Liturgie ein Interesse haben, sind in wachsender Zahl mit dem bestehenden Zustand unzufrieden. Man erkennt, daß eine Aenderung erwünscht, sogar notwendig ist. Versuche der Erneuerung werden vielfach gemacht, oft mit unzulänglichen Kräften, in gutgemeinter Absicht, aber amateurhaft. mit zu geringem künstlerischem Können. Jedoch auch Künstler von Rang, dem religiösen Leben innerlich noch tief verbunden, wenden sich der schweren, aber lockenden Aufgabe zu, nicht nur mit gelegentlichen, kleineren Beiträgen, sondern auch schon mit weitausgreifenden großen liturgischen Arbeiten. Wir hörten in Berlin kürzlich eine künstlerisch hervorragende neue musikalische Freitagabend-Litqrgie von Heinrich Schalit aus München. Seit Jahren ist der vielleicht beste Kenner der synagogalen Musik. Arno Nadel, mitten unter uns mit bedeutenden Forschungen und eigenen Kompositionen an der Arbeit. Den jüdischen Orient haben uns die tiefgreifenden und umfassenden Forschungen Idelsohns nahegebracht. Der einzige international anerkannte Komponist ausgesprochen „jüdischer“ Richtung, Ernest Bloch, hat nach jahrelanger Arbeit kürzlich umfassende liturgische Werke beehdet. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika geschieht viel auf dem Gebiete der jüdischen liturgischen Musik usw. Diesen Versuchen gliedert sich, eine neue Freitagabend- Liturgie von Leo Kopf an, die am 9.-.Dezember in der Synagoge Prinzregentenstraße zum ersten Male unter der Leitung des Komponisten gehört wurde. Kopf war bestrebt, eine Musik zu schaffen, die, aus echt synagogalem Geiste geboren, doch volkstümliche Faßlichkeit haben sollte. Seine ganze Art ist nicht revolutionär aufrüttelnd, das Ungewohnte. Neue energisch betonend, sondern eher konziliant, entgegeakommend in der Haltung. Alles ist bei ihm sanglich, eingänglich. melodisch angenehm, gut gearbeitet. Dem Wesen des Freitagabend-Gottesdienstes entsprechend ist der Klang der Musik freundlich und hell. Das gewohnte Dur und Moll behält er bei. mit nicht sehr weitgehenden Modifikationen. Auchgeht er nicht beträchtlich hinaus über den melodischen Typ deutscher Prägung, den wir aus Lewandowskis Musik so ausgiebig kennen. Es ergibt sich aus dieser Kennzeichnung, daß wenigstens für die musikalischen Fachleute wenig Ueberraschendes. Packendes oder Erregendes in der Kopfschen Musik auffällt. Es ist Sache der persönlichen Einstellung, ob man mit seiner leichtfließenden, ansprechenden, freundlichen Musik zufrieden ist oder etwas sakral Strengeres, Erhabeneres, in der musikalischen Wirkung stärker Profiliertes wünscht. Ich persönlich hätte eine ausgiebigere Beimischung strengerer Züge in Harmonik, Melodik. Plastik der Form, eine größere Linie des Aufbaus, stärkeres Herausarbeiten der Höhepunkte, mannigfaltigeren Gebrauch der Kunstmittel im modernen Sinne gern gesehen. Diese Feststellung soll jedoch keine Geringschätzung des von Kopf in dem gewählten kleineren Rahmen Geleisteten in sich schließen. Es handelt sich um die schätzenswerte Arbeit eines gebildeten Musikers, eines der synagogalen Tradition eng verbundenen, religiös gestimmten Künstlers. Als besonders gelungen erschienen das Mismaur schir und am Schluß der melodisch schöne und fesselnde Kiddusch des Vorbeters. Die Ausführung war sorgfältig vorbereitet. Der kleine Chor sang präzis und tonschön, der Kantor (Oberkantor Wilhelm Friedmann) sowohl wie der Organist J o s p e waren den ihnen zugewiesenen Aufgaben gewachsen. Dr. Hugo Lei ch te n tri tt. II Wegen Raummangels erfolgt die Veröffentlichung inzwischen eingegangener Spenden für den Jugendwerbeausschufj in der ||||| nächsten Nummer des Blattes. - 50 Jahre Deutscher Distrikt des UOBB. Das liberale Judentum kann mit Genugtuung und Anerkennung des fünfzigjährigen Bestehens des Deutschen Distriktes des Unabhängigen Ordens Bne Briss gedenken. Genugtuung deswegen, weil die Gründer dem liberalen Judentum zugehörten; Anerkennung, weil der Orden außerordentliche Leistungen zu verzeichnen hat Julius Fenchel, der erste Großpräsident, hatte rechtzeitig erkannt, wie die von Stöcker und Ahlwardt genährte antisemitische Bewegung die deutschen Juden immer mehr von ihren andersgläubigen Mitbürgern absondern mußte, so daß bereits auch die meisten Freimaurerlogen in Deutschland sich von'den Juden abzuschließen begannen;’er war weitblickend genug, um zu verstehen, welche Gefahr den deutschen Juden drohte, wenn ihnen die Möglichkeit genommen würde, in engem Kreise idealen Gemeinschaftszielen nachzugehen. Wie Fenchel, der schlichte, ernste und energische Mann den Grundstein gelegt hat, so hat Louis Maretzky. der zweite Großpräsident?' das Gebäude der Sittlichkeit und des Idealismus aufgerichtet und weitergeführt. Er suchte die Ordensmitglieder durch vorbildliches Tun und aufmunternde Worte, dazu zu erziehen, freiwillig, ifn Bewußtsein einer Pflichterfüllung, Gutes zu tun und sozial zu wirken. Maretzky hat wahrhaft innere Mission in den deutschen Logen getrieben. Berthold Timerfdorfer, der gütige, alles Menschliche verstehende Mann, aber hat — als dritter. Großpräsident — den Ordensbau höher hinaufgeführt und weithin sichtbar gemacht; er hat dem Orden die „gesellschaftliche Stellung“ verschafft, die er seinem Inhalt und seinen Lebensäußerungen nach mit Recht verdiente. Er erst machte den Orden „populär“, indem er seine Leistungen der Umwelt nfcht mehr verschwieg, sondern vor aller Oeffentlichkeit bekannte. Der jetzige Graß-1 Präsident, Leo Baeck, der in schwerer Zeit die Verantwortung seines Amtes zu tragen 'hat, ist bemüht, trotz der Not und Gefährdung des einzelnen und der Gesamtheit das Geistige in die Logen hineinzutragen und in ihnen zu festigen, um sie hierdurch aus der materiellen Niederung in höhere Sphären zu führen, in denen sie die'Kraft zur Selbsterhaltung, das Vertrauen zu sich selbst und die Hoffnung auf die Zukunft schöpfen können. . Die Frage, was die Großloge für Deutschland in den 50 Jahren ihres Bestehens geleistet hat, kann mit einem Satz beantwortet werden. Ihr unvergängliches Verdienst ist, daß sie viele Tausende von Familien dem Judentum erhalten und ebenso viele für ideales Streben begeistert hat Nur sie konnte eine solche Leistung zustande bringen, weil sie sich niemals auf einen einseitigen jüdischen Parteistandpunkt stellte, vielmehr „jeden edeldenkenden Israeliten“ aufruft, um an ihren Bestrebungen teilzünehmen. Durch die Füße und Verschiedenartigkeit seiner geistigen, kulturellen und sozialen Arbeiten hat der deutsche Distrikt den Logenmitgliedern die Möglichkeit gegeben, je nach Neigung und Veranlagung sich bestimmten Zweigen dieser Gebiete zu Widmen und auf diesen vielfach maßgebend und führend zu werden. Die jüdischen Organisationen suchten den Zusammenhang mit den Logen und ihre Mitwirkung, weil sie ihnen das geschulte Führermaterial, sowie die sozialempiindenden und bereitwillig auch materiell beitragenden Mitglieder und Mitarbeiter zur Verfügung stellen konnten. Ueberall, wo Hilfe erforderlich, Kultur gefährdet erschien, war der. Orden zur Stelle) Die Bestrebungen, Juden vom Hausier-, und Viehhandel zum Handwerk und zur Landwirtschaft überzuleiten, die Fürsorge für die Wänderarmen gehörten zu den ersten Aufgaben des Distriktes; gemeinsam mit dem Hilfsverein der deutschen Juden regelte er die Auswanderung der osteuropäischen Juden und stellte sich in den Dienst der unglücklichen Waisen, die die Pogrome’in Rußland hilf- und schutzlos hinterlassen hatten. Die Mitarbeit bei der "Bekämpfung des Mädchenhandels, die Begründung von Toynbeeiiallen und Arbeitsnachweisen sind als große soziale Leistungen zu bewerten. Die -Großloge setzte einen Ausschuß * . zur Pflege geistiger Interessen ein, schuf eine Jugendschriftenkommission, begründete eine „Timendorfer-Stiitung“ zur Förderung begabter junger Akademiker und errichtete Wanderbibliotheken; das Gesamtarchiv der Deutschen Juden entstand in Gemeinsamkeit mit dem D. J. G. B. — Seit 1900 sorgen die jüdischen Krankenschwesternorganisationen für Kranke. Gebrechliche und Erholungsbedürftige. Wenn auch die Groß-1 löge eine eigene Organisation Hierfür nicht mehr besitzt, so soll doch daran erinnert werden, daß zuin ersten Male die Frankfurt-Loge es unternommen hatte, jüdische Mädchen und Frauen zu Krankenschwestern auszubilden, die — wenn auch heute größtenteils von den Einzeliogen oder anderen Stellen und Verbänden betreut — dem jüdischen Namen zu Ansehen und Achtung verhelfen. — Das Arbeitsfürsorgeamt, die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden verdanken ihr Entstehen dem verständigen Gedanken, im Zusammenschluß' mit anderen Organisationen gemeinsam etwas Notwendiges und ■ Wertvolles zu schaffen. Schließlich sei noch in Kürze der zahlreichen Ferien-, kolonien, Altersheime, Mütter- und Säuglingsheime, Mittelstandsküchen, Jugendhorte u. a. gedacht, die die Logen des Deutschen Distriktes errichtet haben und in aufopfernder Weise verwalten. Fünfzig Jahre sind eine kurze Zeit im Leben einer Gemeinschaft, wie sie der Deutsche Ordensdistrikt darstellt: aber schon diese kurze Frist hat den Beweis erbracht, daß es im Judentum auf dem Gebiete der 'Wohlfahrt, der sozialen und geistigen Betätigung möglich ist, überparteilich zu sein und dadurch Menschen verschiedener Weltanschauungen für das Gemeinschaftliche einer großen Aufgabe zu vereinen. Solange die Großloge und die Logen auf dem neutralen Boden des Ausgleiches verbleiben, werden auch die liberalen Juden sich in der Arbeit für sie wohl fühlen und gern ihre Kräfte wie bisher zur Verfügung stellen. Jede einseitige Festlegung auf eine der drei jüdischen -Partei-Ideologien würde eine große Gefahr für den Fortbestand dieser segensreichen und unentbehrlichen Organisation bedeuten. Großloge und Logen müssen deswegen sogar -alles vermeiden, was auch nur von fernher als eine derartige Festlegung gedeutet werden könnte,. Dr. Max Ginsberg. 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