Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 14 (15.10.1932)
- Date
- 1932-10-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie es in Biro-Bidschan aussieht. Unter den vielen jüdischen Wiederaufbau* und Umschichtungsplänen, die in der Nachkriegszeit-infolge des katastrophalen Zusammenbruchs des Ostjudentuins 'entstanden sind, spielt auch die Propaganda für Biro-Didschan eine erhebliche Rolle. Die „Jüdisch-liberale Zeitung“, welche sich wiederholt für jüdische Aufbauarbeit eingesetzt hat, hat daher die Pflicht, auch die jüdische Siedlung in Giro-Bidschan in den Kreis ,ihrer Betrachtungen zu ziehen und die Frage der Durchführbarkeit dieses Projektes zu erörtern." Es ist Tatsache, daß die Propaganda für Biro-Bidschan in jüdischen Kreisen gewisse Erfolge erzielt hat; die Behauptung, daß im Gebiet von Biro- Bidschan ein beträchtlicher Teil der verelendeten jüdischen Massen Sowjetrußlands aufgenommen und dort ein neuer Aufbau jüdischen Lebens beginnen kann und wird, fand zahl- ■ reiche Gläubige im Ausland, in Europa sowie in Amerika. Die Einwände von Kennern der Sachlage,.die von-Anfang an wiederholt in der ausländischen Presse darauf hingewiesen haben, daß dieser Teil' des russischen Fernen Ostens wegen seiner klimatischen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Verhältnisse unmöglich' den Juden das geben kann, was die kommunistische Propaganda verspricht, blieben meistens unbeachtet. Nicht nur in Sowjetrußland selbst, wo die Lage der jüdischen Massen eine derartige ist, daß sich immer Leute finden, die im wahren (Sinne des. Wortes nichts zu verlieren haben und daher bereit sind, immer etwas Neues-zu versuchen, so aussichtslos diesesjiNeue auch sein möge, sondern auch außerhalb Rußlands haben sich Juden bereit gefunden, nach Biro-Bidschan zu gehen, wo angeblich ein neues jüdisches Paradies im. Entstehen (begriffen ist In Amerika sowohl wie in den früher russischen Randstaaten haben sich Juden anwerben lassen und’ sind nach Biro-Bidschan gegangen. Wenn wir nicht irren, hat es auch in Deutschland einzelne Juden gegeben, die na,ch Biro-Bidschan ausgewandert sind unter dem Eindruck der wirtschaftlichen und moralischen Not. welche die Wirtschaftskrise und der Siegeszug der Hitlerbewegung für die-Juden in Deutschland geschaffen haben. Angesichts dieses Erfolgs der kommunistischen Biro-Bidschanpropaganda verdient daher eine Artikelserie große Beachtung, die Ende Juli (und Anfang August in der New-Yorker yiddischen sozialistischen Zeitung „Vorwärts“ erschienen ist. Der Verfasser der Artikel ist ein junger Jude, der in New York geboren ist, dessen Eltern aber Einwanderer aus Rußland sind und in New York als Handwerker arbeiten. Der1 junge Mann bekennt, (daß sowohl er wie seine Eltern mit der kommunistischen j Staatsordnung des jetzigen Rußland sympathisierten und daß er durchaus im Banne des Gedankens stand, es werde . in Rußland jetzt eine neue Ordnung geschaffen, in der die Schäden des kapitalistischen Systems beseitigt worden sind und die Arbeiterklasse zu ihrem Recht gekommen ist Als er-daher in New York arbeitslos wurde (er bildete sich an der New-Yorker Columbia Universität als Zeichner für Bauunternehmen aus), beschloß er, zusammen mit noch einigen Amerikanern nach Biro-Bidschan zu gehen. -Die Wirklichkeit aber, die er dort fand, entsprach seinen Erwartungen in keiner Weise, er mußte nach New York zurückkehren und schildert nun seine Erlebnisse in einer Reihe von Aufsätzen, deren Interesse vor allem darin liegt, daß sie von einem Menschen geschrieben wurden, welcher aus einem zweifellos proletarischen Milieu kommt’ und an das kommunistische Ideal glaubt, dem also eine Voreingenommenheit gegen das’ Sowjetregime unmöglich zugeschrieben werden kann. Er beginnt seine j Schilderung damit, daß er auf seiner Reise nach Rußland sich in einer sehr gehobenen Stimmung befand. Er war sich bewußt die „kapitalistischen Länder“ hinter sich zu lassen und in eine neue Welt zu kommen, die das Paradies der Arbeiter sein will. Aber schon seine ersten Reiseeindrücke in Rußland machen ihn stutzig. Der Schmutz im Eisenbahnzug von der polnisch-russischen Grenze nach Moskau; die verwahrlosten Kinder vor dem Moskauer Bahnhof; die hungernden und in Lumpen gekleideten Bauern auf den Straßen Moskaus] die um Almosen flehen; die Schikanen der Zollbehörden; der Schmutz im Zug, welcher ihn in zwölftägiger Fahrt von Moskau nach Biro-Bidschan bringt, und der noch weit schlimmer; ist als das, was er "auf dem Weg von der Grenze nach Moskau erlebte, — das alles stimmt "auf keine Weise mit den; Bildern der Zustände in Sowjetrußland .überein, die ihm aus der kommunistischen Propaganda bekannt waren. j Er gelangt nach Tichonkaja, der Hauptstadt des Gebietes von Biro-Bidschan, gerade am 1. Mai. der bekanntlich in Sowjetrußland einer der wichtigsten Feiertage ist. Es finden natürlich Paraden statt es werden Reden von höheren Parteibeamten gehalten,. es werden Belustigungen und Tanzunterhaltung veranstaltet- Während aber die höheren Beamten ein, wenn auch nicht gutes, wenigstens erträgliches Leben führen und sich belustigen können, stößt er schon bei seiner Ankunft im lokalen Kolonisationsbüro auf. eine Menge zerlumpter und ausgehungerter Menschen, die hysterisch' nach Brot für sich und ihre Kinder schreien. Es sind das neuangekommene Ansiedler, russische Juden aus dem europäischen Rußland, in ihrem Aeußern ebenso verwahrlost und schmutzig, wie die hungernden Bauern, die er auf den Moskauer Straßen beobachten konnte. Auch sie hatten nicht einmal trockenes Brot , zum Essen. Der arigekommene junge Amerikaner hatte es insofern besser, da er als Zeichner sofort eine Anstellung im Baubüro von Tichonkaja erhielt Er erhielt daher gleichzeitig das Recht, in einer der öffentlichen Speiseanstalten essen zu dürfen. Er konnte sich auch davon frei machen, in den von Läusen und'anderem Ungeziefer überfüllten Baracken zu wohnen, in denen sonst die Neuangekommenen untergebracht wer- den. Ein Zimmer für sich erhielt er allerdings nicht, das ist nicht zu haben; er wird in.einem Raum untergebracht, in welchem zwei .erwachsene Mädchen und vier junge Männer, alles. Angestellte verschiedener Behörden, zusammen leben müssen. In diesem Raume hat er eine Schlafstelle, d. h. er kann sich auf vier Stühlen ein Nachtlager herrichten; und als einer dieser Stühle; zerbricht und nicht repariert werden kann. Jiängen nachts seine Beine über dem Kopf seines nächsten Zimmergenossen, der auf einem Sofa schläft. Es fehlt ihm übrigens für seine Arbeit im Büro als Zeichner an den notwendigsten Arbeitsmitteln; guten Bleistiften. Reißnägeln, Papier usw. Das Klima ist für Landwirtschaft äußerst ungünstig. Von Anfang Mai bis. Oktober dauert die Regenperiode, es gießt unaufhörlich. Im Winter dagegen“ ist sehr viel Sonne", es ist trocken, dafür aber starker Frost. Durch die lange Regenzeit wird die Ernte vernichtet, während der trockenen Frostzeit im Winter wird: der Boden so fest eingefroren, daß er nur sehr langsam aüftauL Sowohl diese Kältezeit wie die Fe’uchtigkeitsperiode sind für die Landwirtschaft katastrophal, was von den dort arbeitenden Agronomen auch vorausgesehen wurde. Der andauernde Regen und die Nässe rufen zahlreiche Erkältungen, zum Teil sehr schwerer Natur hervor. Der fortwährend bewölkte Himmel während der Regenzeit wirkt auch äußerst deprimierend auf die Stimmung der angekommenen Siedler, die an andere klimatische Verhältnisse gewöhnt waren. Während der Regenzeit verwandelt sich das ganze Gebiet in unpassierbare Sümpfe. Er erzählt die Leidensgeschichte einer Gruppe amerikanischer Juden, die, durch die kommunistische Propaganda verleitet, nach Biro-Bidschan gekommen waren, in der Absicht, dort eine Möbelfabrik zu gründen. Sie ließen sich in Soskorodok nieder, in einer Entfernung von 50 Meilen von Tichonkaja. Diese Stadt liegt auf einem Hügel von sumpfigen Tälern umgeben, die während der Regenzeit kaum zu durchschreiten sind. Der sumpfige Charakter der Gegend machte den Bau der Möbelfabrik unmöglich, weil die Sümpfe den Zugang zu den Wäldern, welche allerdings in großen Mengen vorhanden sind, unmöglich machen. Nicht nur waren die Amerikaner nicht imstande, die Fabrik zu bauen, sondern sie gerieten in eine geradezu verzweifelte Lage, als ihre Brotvorräte zu Ende gingen, sie aber von der nächsten Umgebung durch die Sümpfe abgeschnitten wurden. Schließlich entschlossen sich einige tapfere Männer aus der Kolonie, durch die Sümpfe mehrere Kilometer weit. zur nächsten Eisenbahnstation zu schwimmen, um dort Mehl zu holen. Sie banden sich dann dort die Mehlsäcke auf den Kopf und schwammen so zurück, zum Teil, wo es möglich war, durch die tiefen Sümpfe watend. Die Kolonie war auf diese Weise vorn Hunger gerettet, die tapferen Schwimmer aber holten sich dabei schwere Erkältungen und Rheumatismus. In privaten Gesprächen sagten Mitglieder der Administration von Biro-Bidschan den jungen. Amerikanern selbst, ’ es sei zu erwarten, dpß höchstens der zwanzigste Teil der Angekommenen imstande sein wird, sich den Verhältnissen so anzupassen, um dort sieb beschäftigen und ernähren zu können. Bei denen aber, die sich der Landwirtschaft dort widmen wollen, ist dieser Prozentsatz der Anpassungsfähigen noch geringer. ' Es werden in Biro-Bidschan drei verschiedene Karten für Lebensmittel ausgegeben: Nr. 1 für ungelernte Arbeiter, die nur anderthalb Pfund Brot und Tee und Zucker bekommen; Nr. 9 für gelernte Arbeiter, zu. denen auch Büroangestellte gerechnet werden, die das Recht haben, auch Eier und Wurst zu bekommen, wenn sie da sind, was durchaus nicht immer der Fall ist, und schließlich Nr. 6 für besonders qualifizierte Fachleute, Ingenieure usw., die noch Butter, Honig und Milch bekommen. Aber immer muß man sich in Reihen anstellen, um Brot, einen Platz in der Speiseanstalt usw. zu erhalten. Nie ist man sicher, daß man die Nahrungsmittel, die zu beziehen man berechtigt ist, auch wirklich erhalten wird. Das macht die Menschen dort immer unruhig und nervös, die ganze Arbeitsenergie wird durch diese fortwährende Sorge um die allernotwendigsten Gegenstände gelähmt, dabei sind diese Speiseanstälten unsäglich schmutzig, so daß das Essen dort zu einer wahren Qual wird. Die besser bezahlten höheren Angestellten und Fachleute lassen sich daher ihr Essen privat bereiten. Das kostet aber jedesmal zwei Rubel, was sich natürlich die wenigsten leisten können. Schließlich ging der junge Amerikaner dazu über, wie es auch viele andere tun, die die Verhältnisse in den öffentlichen Speisehäusern nicht ertragen können, sich hauptsächlich von Brot und starkem Tee zu ernähren. Durch den ausgiebigen Genuß von starkem Tee stellten sich bei ihm aber, wie bei vielen in Biro-Bidschan, bald Nierenstörungen ein. Das Baden wurde zu einem kaum lösbaren Problem. Es gibt zwar eine öffentliche Badeanstalt, „von deren Schmutz aber sich auch nicht die reichste Phantasie eine Vorstellung machen kann. Es ist schon die größte Strafe, in diese Badeanstalt zu gehen“. Die sechs Bewohner des gemeinsamen Zimmers, zu denen auch der junge Amerikaner gehörte, hatten in ihrem Zimmer auch eine Wanne. Um diese Wanne zu bereiten, mußte man aber zuerst Wasser aus dem 300 Schritt entfernten Brunnen holen, dann den Öfen mit Holz heizen, das stets naß war und nicht brennen wollte. Und da im Zimmer sechs Menschen wohnten, darunter zwei Frauen, so war es außerordentlich schwer, sich beim Waschen so ein- Gottesdienste Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. 1 - Laubhütten fest. Erster Vorabend, Freitag, 14. Oktober, abends 7.15 Uhr: Predigt Rabb.-Kand. Dr. Hirschberg. — Erster Tag, Sonnabend, 15. Oktober, vorm. 10 Ubr: Predigt Rabb.-Kand. Mehler. — Zweiter Vorabend, Sonnabend, 15. Oktober, abends 7.15 Ubr. — Zweiter Tag, Sonntag, 16. Oktober, vorm. 10 Uhr: Predigt Rabbiner Dr. Swarsensky. (Knabeneinsegnung.) 12 Ubr: Jugend-Sukkotb-Feler ln der Laubhütte. Schlußfest Freitag, 21. Oktober, abends 7.15 Uhr: Predigt und Seelenleier Rabb.-Kand. Dr. Hlrscbberg. — Sonnabend, 22. Oktober, 10 Uhr: Predigt und Seelenfeier Rabbiner Dr. Swarsensky. Gesetzesfreude. Sonnabend, 22. Oktober, abends 6 Uhr: Ansprache Rabbiner Dr. Swarsensky. — Sonntag, 23. Oktober, ’ 10 Uhr: Jugendgottesdienst stud. theol. Gerhard Graf. Freitag, 28. Oktober, abends 7.15 Uhr: Predigt Rabb.- Kand. Dr. Hlrscbberg. — Sonnabend, 29. Oktober, 10 Uhr. , Berlin-Osten. Liberale Synagoge Osten, Kalserstr. 30. Laubbüttenfest. Freitag, 14. Oktober, abends 7.30 Uhr: Predigt Rabbiner Dr. Plotke. Schlußfest Freitag, 21. Oktober, abends 7.30 Ubr: Predigt und Seele n f e 1 e r Rabbiner Dr. Swarsensky. Gesetzesfreude. Sonnabend, 22. Oktober, abends 7.30 Uhr: Predigt Rabb.- Kand. Mebler. Freitag, 28. Oktober, abends 7.30 Ubr: Predigt Rabb.- Kand. Mehler. Westend. Liberale Synagoge Westend, Leistikowstr. 7—8. LaubhüitenfesL Erster Vorabend, Freitag, 14. Oktober, abends. 7.15 Uhr: Predigt Rabb.-Kand. Mehler. . zurichten, daß man sich gegenseitig dabei nicht störte. Unter diesen Verhältnissen kam man dazu, möglichst selten zu baden. Einige gingen dazu über, um sich doch einigermaßen sauber zu halten, ein billiges Parfüm zu kaufen, mit welchem sie sich vor dem Schlafengehen einrieben. Dadurch entstand im Zimmer .„ein Geruch, der nicht auszuhalten war“. Schließlich sah der junge Mann ein, daß Biro-Bidschan nicht das ist, was er zu finden erwartete, und er entschloß sich, nach New York zurückzukehren. Vor seiner Abreise sagten ihm dort verschiedene Ansiedler Biro-Bidschans, die nicht die Möglichkeit haben, von dort wegzugehen, auch Parteikommunisten, sie könnten ihn nur beneiden, daß er aus diesen Verhältnissen herauskommt. Ein Kommunist sagte ihm sogar, er würde es vorziehen, „in einem kapitalistischen Land zu leben und dort für den Kommunismus zu leiden, als. in Biro-Bidschan leben zu müssen“. . Wir konnten hier nur einen geringen Teil des Inhalts der Artikelserie des jungen Amerikaners wiedergeben. Es sei nur noch darauf hingewiesen, daß in der letzten Zeit auch in der jüdischen kommunistischen Presse Sowjetrußlands Mitteilungen über Flucht aus Biro-Bidschan sich häufen. U. a. wurde auch über die. Flucht von Amerikanern berichtet, die aus Amerika nach Biro-Bidschan gekommen waren. Diese Meldungen bestätigen durchaus die Schilderungen des jungen ^Amerikaners im „Vorwärts“, die wir hier resümiert haben. Dr. L Lewin. Warum die jüdischen Neusiedler Biro-Bidschan verlassen. Ergebnisse der Untersuchung des Zentrulexekutivkomitees ■ Weißrußlands. Zu dem vorstehenden Artikel könnten wir eine Fülle von Einzelnachrichten als Bestätigung beibringen. Wir beschränken uns aber wegen Raummangels auf die Wiedergabe einer einzigen Meldung, die wegen ihres amtlichen Charakters besonders beweiskräftig ist da ja die Sowjetbehörden, wenn sie dazu in der Lage Wären, nur Günstiges über Biro-Bidschan verlautbaren würden, hier aber zu entgegengesetzten Untersuchungsergebnissen gelangt sind. — Die Meldung lautet: .Das Zentralexekutivkomitee der Sowjetrepublik Weißrußland hatte vor einiger Zeit offiziell eine Untersuchungskommission nach Biro- Bidschan entsandt, die die Ursachen erforschen sollte, warum zahlreiche Juden aus Weißrußland, die nach Biro-Bidschan als Neusiedler gegangen sind, dieses Land verlassen und in ihre Heimatstädte zurückkehren. Der Bericht dieser Untersuchungskommission liegt nun vor, und der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur hatte Gelegenheit, Einblick in denselben zu nehmen. Es werden in dem Bericht folgende Feststellungen gemacht: Treffen jüdische Siedlungswillige in Biro-Bidschan ein, so finden sie zunächst keine Möglichkeit für Unterkunft vor und sind lange ohne Arbeit und Nahrungsmittel. Kommen sie zu den Beamten der Verwaltung von Biro-Bidschan, um ihre Beschwerden vorzubringen, so wird ihnen in vulgären Worten zugerufen: „Wozu seid ihr hergekommen? Wer hat nach euch geschickt?“ In dem Bericht wird auf die besondere Tatsache hingewiesen, daß eine Gruppe von 485 Juden, die aus Jinowjewsk eingetroffen war, längere Zeit unter freiem Himmel kampieren mußte, weil die . Verwaltung von Biro- Bidschan nichts getan hat, um für diese große Gruppe Arbeit und Unterkunft zu beschaffen. Aehrilich erging es einer Gruppe von zehn Juden aus Weißrußland, die drei Tage und drei Nächte lang, ohne Arbeit, Nahrungsmittel und Unterkunftsmöglichkeit, bei Regen und Unwetter im Freien kampieren mußte „und am vierten Tage enttäuscht die Rückreise in die alte Heimat antrat. Nicht besser erging es einer Gruppe von 35 Juden und einer Gruppe von zehn Juden aus Moißlew, die sechs Tage lang die Nächte im Freien zubrihgen und hungern mußten, da ihnen weder Unterkunft noch Nahrungsmittel zugewiesen wurden. Die Untersuchungskommission fordert, daß die Beamten der Administration von Biro-Bidschan .wegen Vernachlässigung der Amtspflichten und wegen schlechter] und brutaler Behandlung der Neusiedler zur Verantwortung gezogen und bestraft werden. Schlußfest. Freitag, 21. Oktober, abends 7.15 Ubr: Predigt und Seele n f e i e r Rabb.-Kand. Dr. van der ZyL Gesetzesfreude. Sonntag, 23. Oktober, 10 Uhr: Predigt. Rabbiner Dr. Galllner. (Mädcheneinsegnung.) Freitag, 28. Oktober, abends 7.15 Uhr: Predigt__ Neutempelhof-Kreuzberg. Vorabend des Schlußiestes (Sch’mlnl Azeres) Aula des Askanlschen und Tempelboler Gymnasiums. Wittelsbacher Korso 60. Freitag, 21. Oktober, abends 7.30 Uhr: Predigt und Seelenfeier Redakteur George Goetz._ Liberaler Gottesdienst Schmargendorf. (Altersheim Berkaer Str. 32.) - Laubhüttenfest. Erster Vorabend, Freitag, 14. Oktober, abends 5.15 Uhr. — Erster Tag, Sonnabend, 15. Oktober, vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. Wiener. — Zweiter Vorabend, Sonnabend, 15. Oktober, abends 5.30 Uhr. — Zweiter Tag, Sonntag, 16. Oktober, vorm. 10 Uhr. Schlußfest. Freitag, 21. Oktober, abends 5 Uhr. — Sonnabend, 22. Oktober, vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. Wiener. Gesetzesfreude. Sonnabend, 22. Oktober, abends. 5.15 Ubr. — Sonntag, 23. Oktober, vorm. 10 Uhr. Freitag, 28. Oktober, abends 7 Uhr. — Sonnabend, 29. Oktober, _vorttL_10_Uhr._. , - .____ Jüdische Reformgemeinde, a) im Gotteshause Johannlsstr. 16. LaubhüitenfesL Sonntag, 16. Oktober, vorm. 10.30 Uhr: Predigt Dr. Lehmann. Schlußfest. Sonnabend, 22. Oktober, vorm. 10.30 Uhr: Predigt und Seelenfeier Dr. Jelskl. Gesetzesfr-eude. Sondtag, 23. Oktober, vorm. 10.30 Uhr: Gottesdienst der Jugend: Ansprache Rudolf Stensch. Sonntag, 30. Oktober, vorm. 10.30 Uhr: Predigt Dr. RosenthaL b) Im Logentempel Kleiststr. 10. Laubhüttenfest Sonntag, 16. Okt, vorm. 10.30 Uhr: Predigt Dr. RosentbaL Sonntag, 30. Okt, vorm. 10.30 Uhr: Predigt Dr." Lehmann. Herausgeber: Hanns Loewensteln und Willi Tisch Verlag, Berlin SWlt. Verantwortlich für den Textteil: George Goetz, BerlinSWöl; für den Inseratenteil: Willi Tisch, BerlinNWS7. _i Druck: Berliner Spezial-Druckerei G. m. b. H„ Berlin NW 21, Alt-Moabit 105.*