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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-07-29 · 9 (29.7.1932) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
9 (29.7.1932)
Date
1932-07-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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nterViewten, von keinem noch so leisen Zurückweichen ier Deutschen jüdischen Glaubens wissen wollen. Als Juden kämpfen wir - für unsere bürgerliche jleichsteilung mit allen sich, daraus ergebenden Kon-;equenzen. Als Deutsche aber sehen wir uns ein- :egliedert in eine größere Front mit umfassenderen Sielen und sehen uns gegenüber eine Partei, deren 'ührer im Schutze ihrer Immunität Verdächtigungen liedrigster Art gegen eine außerhalb aller i Politik stehende Frau richten, nur weil .sie. die Ehefrau eines1 hnen politisch Verhaßten ist. Aber schlimmer noch: solche Niedrigkeit, dazu die besudelten Gotteshäuser, die geschändeten Friedhöfe und all der turmhoch spritzende nationalsozialistische Dreck scheucht nicht etwa die Wähler meilenweit davon, sondern die Massen „fliegen darauf“ — wahrlich wenn wir das alles uns gegenüber sehen, so wissen wir: unser Kampf um die Gleichberechtigung der deutschen Juden ist eingeordnet in den größeren um kulturellen Wiederaufstieg und Gesundung unseres-deutschen Volkes. Dies der Sinn unserer Stimmabgabe am 31. Juli. Gottesdienste Berlin-Norden. j Liberale Synagoge Norden. Schönhauser Allee. 162. Freitag. 5. August, abends 7.1S Uhr: Predigt Rabbiner Dr. Swarsensky. — Sonnabend. 6. August vorm. 10 Uhr: Gottesdienst — Freitag. 12. August abends 7.1S Uhr: Predigt Rabb.-Kaod. Dr. Hirschberg. — Sonnabend. 13. August vorm. 10 Uhr: Gottesdienst Berlin-Osten. Liberale Synagoge Osten, Kalserstr. 30, Aula der Mädchenschule. Freitag. 29. Jult abends 7JO Uhr: Predigt Rabbiner Dr. Plotke. — Freitag. S. August abends 7.30 Uhr: Predigt Rabbiner Dr. Plotke. — Freitag, 12. August abends 7.30 Uhr: Predigt Rabb.-Kand. Mehler. Westend. Liberale Synagoge Westend, LelstikowstraBe 7/8. Aula. Geschlossen bis 2. September 1932. Etat der Berliner Gemeinde endgültig verabschiedet. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde hat in seiner Sitzung am 28. Juni den Gemeinde-Etat iür das Jahr 1932 in der von der Repräsentantenversammlung in ihrer Sitzung am 23. Juni beschlossenen Fassung en bloc angenommen. Damit ist der Etatentwurf „Gemeindebeschluß“ geworden. In seiner letzten Fassung weist der Etat, wie schon berichtet, eine Erhöhung der Ausgabenseite um etwa SO 000 RM. gegenüber der ursprünglichen Vorstandsvorlage auf, bleibt jedoch um etwa 30 000 RM. hinter dem Ausgabenansatz des Etatausschusses der Repräsentantenversammlung zurück. Liberaler Gottesdienst Schmargendorf. (Altersheim Berkaer Straße 32.) \ Freitag. 29. Juli, abends 7 Uhr. — Sonnabend, 30. Jufl, Vorm. 10 Uhr. —; Freitag. S. August, abends; 7 Uhr: Predigt Dr. Prinz. — Sonnabend. 6. August, vorm. 10 Uhr. — Freitag, /12. August, abends 7 Ubr. — Sonnabend, 13. August, vor- ' ^mittags 10 Ubr. . Jüdische Reiormgemelnde.; ■, . Inhannlsstr. 16: Sonntag. 31. Juli vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. JelskL — Sonntag. 7. August, vorm.;10 Uhr: Predigt Dr. RosenthaL — Sonntag, 14. August, vorm, j 10 Uhr: Predigt Dr. Lehmann. Klelststr. 10: Geschlossen bis 14. August; elnschL Erhöhung der Gemeindesteuer in Breslau. Wiederholt ist in diesen Blättern darauf hingewiesenworden, daß gegenüber der ungeheuren Belastung, die die Mitglieder’ der Klein- und Mittelgemeinden heute mit bewundernswerter Opferfreudigkeit ertragen,; die Gemeindesteuern in den Großgemeinden, so drückend sie auch in dieser Zeit empfunden werden ’ mögen, relativ gering sind (vergl.'den Aufsatz „Nöte und Notwendigkeiten der Berliner Gemeinde“ in Nr. 30/31 vom 5. August 1931). Unter diesen Umständen kann es nicht überraschen, daß die Breslauer Gemeindevertretung am 2. Juni d. J. beschlossen hat, den Zuschlag zur Einkommensteuer von 14 Prozent auf 16 Prozent zu erhöhen, und zwar ist dieser Beschluß von allen in der Repräsentanz vertretenen Parteien gefaßt worden. Das Breslauer Jüdische Gemeindeblatt bringt Aufrufe von sämtlichen Fraktionsführern, in denen auf die Lage hingewiesen und -die Erwartung ausgesprochen wird, daß kein Jude durch Austritt die allgemeine Sache im Stich läßt Für die liberale Fraktion schrieb deren Vorsitzender Rechtsanwalt Erich Spitz. ______ .• Der Etat der Frankfurter Gemeinde. In ihrer, Sitzung vom 16. Juni hat die Gemeindevertretung in Frankfurt a. M. den diesjährigen Etat beraten. Die Zeitverhältnisse haben — ähnlich wie in'Berlin und Breslau — diese Verzögerung herbeigeführt An allen Etatpositionen sind Senkungen vorgenommen worden, leider auch am Wohlfahrtsetat (85000,— RM. gegen 140 000,— RM. im Vorjahre). Insgesamt beläuft sich der Etat auf 1238 829,75 RM. gegen 1618755,— RM. im Vorjahre. Der Vorsitzende der liberalen-Fraktion, Dr. Rudolf Geiger, kennzeichnete als Sprecher des interfraktionellen Etatausschusses den diesjährigen Haushaltsplan als Etat der Not; man habe alles Trennende. wie z. B. Weltanschauungsdebatten über eine Subvention für den Keren Hajjessod aus dem Spiele gelassen, um sachliche Arbeit für die Aufrechterhaltung einer geordneten Gemeindeverwaltung zu leisten-. Schokoladen - Großhandlung Sämtliche Markenwaren zu Fabrikpreisen auf Lager Lieferung frei Haus von RM 10,— an, in Groß-Berlin u. Umg’eb. M. Silbiger, Berlin C25 Kleine Alexanderstr. 14 Telefon: E 2 Kupfergraben 2745 Spezial-Behandl. nur für Ischias ln Hüften, Gesäß, and Bein, ' wenn ärztlich festgestellt, in 15 Tagen sind schwere Falle beseitigt worden. Unantastbare Heilerfolge. Bestätigung and Referenzen. Ärztlich empfohlen« Invalidenstr. 106, 9—11, 1—4, Sonntag 1Ö—12. Jacoby. , Gute Entwicklung der Siedlung Groß-Gaglow. Die langen Verhandlungen mit der Reichssiedlungsbehörde . betreffend die vom Reichsbund für jüdische j Siedlung begrün- -dete Siedlung Groß-Gaglow zeigten endlich!ein positives Ergebnis. Die jüdische Siedlung wurde innerhalb des Reichssiedlungsverfahrens in Form und Ausmaß anerkannt. Daraufhin überwies die deutsche Siedlungsbank dem Siedlungsverfahren, in- Groß-Gaglow die ersten 100000 RM. Ferner wurden 18 000 RM. als Beihilfe für Investierungsausgaben geleistet Der Rau von 15 Siedlungshäusern für die Gärtnersteilen geht seiner Vollendung in den nächsten Wochen entgegen. Der Baükredit von ca. 100 000 RM.Ist beantragt und wird in den nächsten Tagen genehmigt Bisher standen die Siedlungswärter in einem Lohnverhältnis zum Siedlungsträger. Sie arbeiteten an den Anlagen der Kulturen für die einzelnen Stellen, erhielten dafür freie Verpflegung und Lohn. Seit dem 1. Juni bat der größte Teil der Siedler diel eigenen Stellen übernommen und tritt dadurch in den Genuß der diesjährigen Ernte.! Die Leistungen, der gärtnerischen Siedler sind absolut zufriedenstellend. Das Verhältnis im Dorfe zwischen Juden und Christen ist sehr harmonisch. Die anfänglich kritische Einstellung der christlichen Nachbarn verwandelte sich inI Achtung vor den Leistungen der jüdischen Siedler. Für die Geschäftsführung wurde neu Prof. Dr. Salomon Frankfurter gewonnen. Die Nazi-Kinos in Berlin. Wie durch die Tagespresse bekannt, sind 50 Berliner Kino-Besitzer aus dem Verband der Lichtspieltheaterbesitzer ausgetreten, weil der Verband einen Antrag auf Ausschließung der Juden aus dem Lichtspieltheaterwesen i abgelehnt bat Diese 50 Kinotheaterbesitzer haben sich zu einem Nazi-Kino- Verband zusammengeschlossen. Die „Welt am! Montag“ ist in der Lage, die Namen der folgenden Berliner Kinos zu veröffentlichen, deren Besitzer dem Nazi-Verband angehören: .1. Apollo-Lichtspiele, Osten; 2. Merkur-Lichtspiele, Nordosten; -3. Marga-Lichtspiele, Norden; 4. Delta-Lichtspiele. Norden; 5. Marabu-Lichtspiele, Neukölln; 6. Südwest-Lichtspiele, Südwesten; 7. Welt-Kino, Moabit; 8. Belle-AIliance-Lichtspiele, Südwestern 9. Südpalast, Neukölln; -10. Theater am Moritzplatz, Südwesten; 11. , Korso-Lichtspiele,' Neu-Tempelhof; 12. Wiener Lichtspiele, Südosten; 13. W.B.T.,. Südosten; 14. Delphi-Lichtspiele, Weißensee; 15. Palast-Lichtspiele, Steglitz; 16. Rheinschloß, Friedenau; 17. Kronen-Lichtspiele, Friedenau; 18. Helios-Lichtspiele, Südwesten; 19. Rivoli, Halensee; 20. Palast-Lichtspiele, Lichterfelde; 21. Münz-Theater, Münzstraße; 22. Pritzkow-Lichtspieie. Münzstraße, i jeweiligen Einstellung des Lehrers im antisemitischen Sinne -gedeutet. Es wird dadurch, wie mir Zuschriften jüdischer Lehrer bestätigen, bei den Schülern vielfach der Antisemitismus genährt und ein falsches Bild von der wahren Sinnesart Gustav Freytags hervorgerufen. Man hat neuerdings auch von gutgläubiger Seite Gustav Freytags Anschauung in Gegensatz zu der wohlwollenden Einstellung seines jüngeren Nachfolgers Wilhelm Raabe zum Judentum zu bringen versucht, obzwar in dessen Roman „Der Hungerpastor“ die abstoßende Figur des Moses Freudenstein vorkommt. Wer Gustav Freytags Roman „Soll und Haben“ ohne Voreingenommenheit und ohne Ueberempfindlichkeit liest, kann bei der Zeichnung Veitei Itzigs keine Parteitendenz finden. Die:ganze Handlung entwickelt sich aus den sozialen Gegensätzen in der Gegenüberstellung-von Adel und Bürgettum.. und in der Folge hat der Dichter den durch die sozialen und nationalen Gegensätze hervorgerufenen wachsenden Kampf in den Ostmarken zwischen Polentum und Deutschtum in lebendiger eindrucksvoller Weise geschildert. „Soll und Haben“ und andere Werke Gustav. Freytags wie „Die verlorene Handschrift“, „Die Ahnen" usw. haben weiteste Verbreitung gefunden. Weniger bekannt ist ein von Gustav Freytag im Jahre 1893 in der Wiener „Neuen Presse“ veröffentlichter Aufsatz: .’.Ueber den Antisemitismus. — Eine-Pfingstbetrachtung“. Mit dieser feurigen Kundgebung verurteilt der Autor die judenfeindliche Bewegung aufs schärfste. Er erteilt der antisemitischen Bewegung nicht nur eine derbe Absage, sondern widerlegt die den Juden gemachten Vorwürfe und entkräftet eingewurzelte Vorurteile in überzeugenden Weise. Es seien hier nur weWe Stellen daraus in gekürzter Form angeführt „Aber die Juden, die jetzt unsere Volksgenossen geworden sind, werden wegen ihrer Herkunft und dem alten Glauben von anderen verfolgt, die sieb rühmen, echte Enkel der alten Germanen zu sein. Es ist nicht möglich, über solche feindselige Aufregung etwas neues zu s'agem Denn Fürsten und Staatsmänner, Gelehrte und Gebildete aller Stände haben sie verurteilt. . . Zu aller Zeit aber, auch , unter dem ärgsten Drucke, bewährten sie da, wo ihr Geist ‘ und Wissen sich frei regen durfte, in den 'Naturwissenschaften. V der Philosophie, Mathematik, Astronomie und Heilkunst eine fördernde Tätigkeit, für welche ihnen unsere Wissenschaft! für alle Zeiten zu größtem Danke verpflichtet sein wird. Wie die Juden sich aber in ihrer unzerstörbaren Volkskraft seit 150 Jahren gehoben und Schritt!um Schritt bei jeder Steigeirung der Bildung und Humanität mit der . deutschen Nation enger verbunden haben, das ist einer der - schönsten Erfolge, welche unsere Geschichte zu verzeichnen hat ln dieser Zeit wurden sie allmählich Verbündete, Freunde, Mitarbeiter auf jedem Gebiete unseres realen und idealen Lebens. Nicht zu zählen sind die Namen der Juden, welche als Gelehrte und Künstler, als Denker und als große Geschäftsleute, als einfache Bürger durch patriotische Hingabe und menschenfreundliche Tätigkeit zu rühmen sind, r.“ So empfehlenswert die Lektüre der ganzen Kundgebung Ist. dürfte nach! den angeführten Proben wohl jeder die Üeberzeugung erlangen, daß Gustav Freytag keineswegs als-Kronzeuge'für den! Antisemitismus anzusprechen ist, daß er vielmehr ein eifriger und überzeugter Verfechter der jüdischen Gemeinschaft war. Diese Feststellung sind wir dem Andenken des großen deutschen Dichters schuldig. Ein literarischer Gedenktag. Am 3. August sind hundert Jahre seit der Geburt des Posener Heimatdichters Moritz Scherbe! verstrichen. Scherbel war! in Lissa geboren, er wirkte 30 Jahre als Prediger in - Gumbinnen, später in Hamburg, und er liebte es, seine Predigten durch Tierfabeln und Allegorien aus der gesamten Natur anschaulich zu machen. Diese Fabeln und Allegorien bildeten gewissermaßen den Grundstock seiner umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeit, die sich auch-noch auf Pädagogik,' Milieuschilderung und jüdische Stoffgebiete erstreckte. An zahlreichen jüdischen Blättern war Scherbel ein stets gern, gelesener Mitarbeiter. Die .Posener Heimatblätter“ bringen anläßlich des Gedenktages einen Leitartikel aus der Feder des Sohnes des Dichters, unseres Frenndes Sanitätsrat Dr. Scherbel (Lissa), und im Scherbel-Verlag (Dr. Fritz Scherbel, Charlottenburg 4, Sybelstraße 12) erscheint dieser Tage ein Buch „Fabeln und Epigramme“, das die schönsten Fabeln des Dichters enthält und durch prächtige Illustrationen geschmückt ist. Die kritische Zeitbetrachtung von X Der Waisenknabe. Man mag uns glauben oder nicht:-wir hätten von Herzei gewünscht, in dem Augenblicke, da alle gesammelte Aumerksamkeit. und; Kraft der Abwehr des Faschismus, d«r kommenden Rcichstagswähl gilt, von innereir Gegensätze i schweigen zu dürfen. Aber wieder, wie bisher noch jedesmal I;i derartigen Augenblicken, zeigt sich,' daß die Gegenseite mit töc lieber Sicherheit haarscharf den ungeeignetsten Zeltpunl t zu finden weiß, das Ungeeignetste zu tun und alle diejenlgtn zum Reden, zuni Widersprueh zu zwingen, die nicht das G : wissen dazu haben, sich durch Schweigenmitschuldig ^u machen. Was wir uns nie hätten träumen lassen: die Mensclieh- und Bürgerrechte der deutschen Juden sind wieder aiigefochten. wieder Gegenstand öffentlicher Diskussion, d Fähigkeit deutscher Juden zur Ausübung öffentlicher Aemt :r ist wieder umstritten, 'der ganze Kampf um die Emanzipatii n scheint auf den Stand von vor hundert Jahren ' zurüc geworfen, upd eben schicken wir uns an, mit dem Stimmzettel in. der Hand für die öffentliche .Anerkennung der Tatsache;;u kämpfen, daß wir Deutsche sind, Angehörige des deutschen Volkes, aber jüdischen Glaubens so, wie andere deutsche Volksangehörige christlichen Glaubens sind, gerade eben kämpfen wir als Deutsche ln! Deutschland um'unser Recht--: da müssen wir eriahren,-daß wir dieses Recht gar nicit haben und auch'in Deutschland, gar nicht selber kämph n dürfen, sondern uns vertreten lassen müssen, wenn uiis Unrecht geschieht, vertreten lassen — von wem? — von Völkerbund — und warum?'— weil wir nicht Deutsete, sondern Palästinenser sind!.— Und nun wird manchsr unserer Leser meinen, derartiges dummes Zeug könne do :h nur ein zionistischer - Winkeischreiber dreizehnten Grad» von sich gegeben haben, und es sei nicht nötig, darauf iu hören! Aber nein: der das gesagt hat. ist der derzeitig allererste Mann, den die Zionisten haben, Nahum Sokolow, der ' Präsident der Zionistischen We torganisation, und hier ist seine Rede, die er am 11. Juli In London in einer vom Oberrabbiner des britischen Reich ss, Dr. J. H. Hertz, geleiteten Versammlung gehalten, und die die .deutsche „Ita" an der Spitze ihrer Ausgabe vom 14. Juli verbreiten zu müssen gemeint hat: < „Ich glaubc. es wtrd noch einmal die Zeit kommen, in der die Zionistische Organisation in der Lage sein wird, die Sache ' der Juden in affen Ländern der- Welt zu führ n. Heute sind wir Waisenkinder, wir verfügen nech nicht über eine Stimme im Völkerbund. Wie künncrP’wir in den* Völkerbund kommen, um dort unsere Sache selbst zu vertreten?. Wenn wir heutzutage irgendeine das Juden! im tief berührende Angelegenheit im Völkerbund zur Sprache zu bringen wünschen, müssen wir uns die Fürsprache einer Macht erbitten. Wären wir .aber sejbst im Völkerbund, so könnten wir für uns selbst sprechen; und es wäre uns Tie Demütigung des Outsiders erspart. Wir müssen-inden Völkerbund hinein! Der einzige Weg aber,' auf dem vir in den Völkerbund kommenkönnen, ist, Erez Israel so zu stärken, daß wir als Palästinenser im Völkerbund vertrejten sein Können.“ ' Wir wollen hier unerörtert lassen, daß derTeftende M inn des offiziellen Zionismus mit dem letzten Satz sich bedenk ich den Auffassungen seiner eigenen Opposition, der Zionisten- Revisionisten, nähert, .und wir wollen ferner ununterst cht lassen, ob es dem britischen Oberrabbiner Hertz 'angem hm gewesen .ist, sich von dem Russen Sokolow als Outsider in England bezeichnen lassen zu müssen. Nur für -uns. d. h. für die nichtzionistischen deutschen Juden, und das ist die 01 ergroße Mehrheit, möchten -wir erklären, daß wir mit dies en Manifest'' größenwahnsinniger Iffuslonspolltlk nichts zif schaffen haben, daß wfr keine Demütigung darin erblichen, als Deutsche jüdischen Glaubens uns unserRecht selber zu| erkämpfen, und daß wir den ehrgeizigen . Traum, „Palästinenser“ Sitz und Stimme im Völkerbund zu haben, wie auch den nationalen Minderwertigkeitskomplex, uns l in unserer Heimat als „Outsider“, oder sagen wir doch, da wh ja Palästinenser sein soffen, gleich richtig: als Ausländ zu fühlen; getrost denen-überlassen, die sich In politischer Hinsicht selbst, als „Waisenknaben“ bezeichnen. fällt auf den für Handel und Gewerbe «.o.m.b H Berlin N 24 Oranienburger Strafe 3 Am Hackeschen Markt. Reichsbankgirokonto Dresdner Bank Genossenschaft»-!- Abfeilung K 52 Bank des Berliner Kassenvereins Postscheckkonto: Berlin Nr. 60S Fernsprecher: D2 Weidendemm 085Z . Kassenstunden: 9-?5 Uhr Ausführung sämtlicher bankmäßigen Geschäfte . Kontokorrent- und Scheckverkehr Sparkonten An- und Verkauf von Wertpapieren Vermittlung von Hypotheken und Grundstück in Häuserverwaltung

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