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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-07-01 · 7 (1.7.1932) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
7 (1.7.1932)
Date
1932-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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von einem festen Standpunkt aus zu den entscheidenden Fragen der Gegenwart Stellung nimmt Als Musterbeispiel für die Art, wie in diesem Lexikon ein zeitwichtiges Problem behandelt wird, möchte ich das Stichwort „Antisemitismus“ anführen. Dem Stichwort ist ein „Rahmenaufsatz“ gewidmet (Die „Rähmenartikel“ — so benannt, weil sie durch eine Umfassungslinie „eingerahmt“ erscheinen —: ist eine: besondere Eigenart des Großen Herder; in diesen Rahmenartikeln werden die bedeutsamen Fragen der Zeit und die wichtigsten Gebiete des praktischen Lebens gründlich und richtungweisend behandelt) Der Artikel über den Antisemitismus wird also schon durch die äußere Form der Einrahmung als wichtig und aktuell gekennzeichnet Er ist aber auch inhaltlich höchst beachtenswert Denn er gibt auf dem knappen Raum von zwei Lexikonspalten eine klare Definition des Begriffes, ferner einen historischen Ueberblick über die antisemitische Bewegung seit ihrem Entstehen bis auf die jüngste Gegenwart und schließlich ein Werturteil über den Antisemitismus vom christlich-religiösen Standpunkt aus. Zuvörderst wird angedeutet, daß das Wort Antisemitismus zwar muht unrichtig gebildet, aber falsch angewendet ist: denn es bedeutet eigentlich Semitengegnerschaft und wird doch nur im Sinne von Judengegnerschaft gebraucht Das Wort ist jung; es taucht erstmals 1878 in einer kleinen Schrift des getauften Juden Wilhelm Marr auf. (Diese Feststellung ist äußerst interessant; dadurch wird wieder einmal die Wahrheit der alten Fabel von den Bäumen und dem Eisen bestätigt) Das Wesen des Antisemitismus wird als „die Abneigung der -Mehrheit gegen eine einflußreiche Minderheit“ erklärt, wobei noch erläuternd hinzugefügt' wird, daß diese Abneigung einen besonderen Antrieb " dadurch erhält daß die Juden „hohe, namentlich geistige Werte, aber auch übersteigertes Selbstbewußtsein“ auf weisen. Dazu kommt oft „auch der Neid auf ihre wirtschaftliche Tüchtigkeit und ihre ungewöhnliche Anpassungsfähigkeit und Geschmeidigkeit“. Aber diese jüdischen Charaktereigenschaften, nämlich Tüchtigkeit, Anpassungsfähigkeit und Geschmeidigkeit „sind psychologisch erklärlich als Folgen einer durch lange Zurücksetzung und Beengung entstandenen Spannung und eines erstaunlichen Strebens nach Höchstleistungen“. In dem Abschnitt zur -Geschichte des Antisemitismus wird darauf hingewiesen, daß schon das Altertum den Antisemitis- I^Rabbiner^JJr^/LrnoldLazarusJ - Mit tiefster Erschütterung hat die jüdische Oeffentlichkeit die Nachricht vom Tode des Frankfurter Gemeinderabbiners Dr. Lazarus aufgenommen. Nur 55 Jahre alt, , ist Lazarus einem tückischen Leiden erlegen, das ihn vor einigen Jahren bereits einmal für längere Zeit aufs, Krankenlager geworfen hatte, und das ihn nun, beim zweiten-Male, hinwegraffte. Wenn sonst ein Fünfundfiinfzigjähriger von uns scheidet, so ist es im allgemeinen das relativ geringe Lebensalter, das Bestürzung hervorruft; bei Arnold Lazarus aber ist der Schmerz' um den Verlust dieses Menschen so groß, daß alle äußeren Umstände darüber ve/gessen werden: wäre er als Neunzigjähriger von uns gegangen, wir hätten nicht weniger verloren als nun! Als Rabbiner, Jude und Mensch war Arnold Lazarus zugleich Erbe und Eigener. Er war Erbe: sein Vater Leeser Lazarus war Direktor des Jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau, und. sein Onkel war Moritz Lazarus, der Begründer der Völkerpsychologie und hervorragende Religionsphilosoph, dessen „Ethik des Judentums“ und dessen jüdisch-liberale ■Streitschrift „Treu und frei“ noch heute ihren Ehrenplatz in der Literatur des neuzeitlichen Judentums einnehmen. Aber Arnold Lazarus war auch ein Eigener, denn mit diesem jüdischen Erbgut hat er sich ein Leben aufgebaut und gestaltet, um das man ihn hätte beneiden können und das — zumal in dieser Zeit -rein Vorbild war. Wir Menschen fast alle: wir werden gelebt, von der Zeit, von den Umständen; hier war Einer, der hatte sich selbst und sein Leben in die Hand genommen. Noch nicht 27 Jahre alt, kam er 1904 als Religiortslehrer und Rabbinats-Vertreter nach Frankfurt, 1905 wurde er zum Gemeinderabbiner gewählt. Die Beliebtheit, die er sichals Religionslehrer und als Prediger erwarb, und die allgemeine Verehrung, die er genoß, sind so groß, wie sie selbst-einem geistlichen Führer nur selten zuteil werden. Davon legte besonderes Zeugnis ab die Feier, die seine Gemeinde . ihm noch am 1. April 1929 anläßlich seines fünfundzwanzigjährigen Amtsjubiläums bereitete, und ebenso auch jetzt die Trauerfeier, bei der sein engerer Amtskollege Dr. Salzberger, die ersten Gedenkworte sprach und an der eine schier unübersehbare Menschenmenge — Christen und Juden — teilnahm. i Ja, auch Christen. Wir liberalen Juden, vertreten ia stets, die Auffassung, daß wir mit und in unserer nichtjüdischen Umwelt leben müssen. Aber der Rabbiner, zumal in der Großstadt, ist meist durch seine'Berufspflichten so in den Kreis seiner Gemeindemitglieder eingespannt, daß nur selten, einer die Möglichkeit findet, nach dieser Auffassung Zu leben. Einer dieser Seltenen .war Arnold Lazarus.. der als Stuhlmeister seiner Freimaurerloge und als zugeordneter Großmeister der Großen Mutterloge des Eklektischen Bundes in dem interkonfessionellen Kreis der humanitären Freimaurer eine ebenso große Gemeinde-gefunden hatte wie unter seinen Glaubensgenossen. : Was Dr. Lazarus seiner Glaubensgemeinde gewesen ist,- wie er den Religionsunterricht neu organisierte und alle seine vielfachen Verdienste, ebenso auch das, was über seine Tätigkeit als Feldrabbiner während des Weltkrieges . zu berichten ist, — das alles wird die Frankfurter Gemeinde an geeigneter Stelle aussprechen und würdigen. Wir hier'gedenken zunächst des Gesinnungsfreundes und darüber hinaus des Menschen Arnold Lazarus. Wenn einmal das viel mißbrauchte Wort gesprochen werden darf: „Denn er war unser“ — hier gilt es in vollem Umfange. Als liberaler Rabbiner war er einst nach Frankfurt berufen worden: im Sinne des liberalen Judentums hat er gewirkt, und in ihm verkörperte sich auch die bei so vielen vermißte Einheit von 'religiösem und politischem liberalen Judentum: er, der gütige, liebreiche Mann war nie weich und schwach, und als von liberalen Gemeindeführern der später so heiß umstrittene Protest des „Aktionsausschusses der deutschen Judeh“ gegen einen prozionistischen Aufruf ins Land hinausging, stand sein Name mit darunter. Im Jahre 1930 trat er dann in engere Verbindung mit der Leitung der Vereinigung für das liberale Judentum. Im Anschluß an die in Breslau abgehaltene Hauptversammlung veranstaltete der dortige Liberale Verein eine große, von Tausenden besuchte öffentliche Kundgebung, deren Hauptreferat Dr. Lazarus übertragen worden war. . Fragt man nun aber, Woher ihm das alles kam, aus welcher-Quelle diese Güte und d i e s e r Frohsinn, diese männliche Stärke und aufrechte Haltung seines Wesens ihm flössen, woher diese letzte. Beruhigung, diese Besänftigung aller Qual und dieser vollkommene Friede, den von seiner Persönlichkeit auf alle Menschen seines Umgangs hinüberströmte — fragte man nach diesem Woher: ein einziger Blick seiner Augen, ' dieser Augen, die keiner je vergessen hat, der sie einmal sah, gab Antwort: hier stand ein Mensch, dessen Ankergrund Gott war, und staunend, bewundernd fragte man weiter: gibt es das heute noch, gibt es noch fromme Menschen? „Anschfc mus kannte, und zwar hatte er damals nur rein religiösen .Charakter. Im Mittelalter war er zum größten Teil wirtschaftlich bedingt durch „die jüdische Vorrangstellung im Wirtschaftsleben“. In Europa machte sich der Antisemitismus seit dem 11. oder 12. Jahrhundert geltend; besonders stark trat er in Zeiten von Massenbewegungen und .Massenkatastrophen in mancherlei Spielarten hervor. ' Heute kann man im wesent-, liehen zwei Richtungen unterscheiden: den in Deutschland besonders von den Nationalsozialisten und Deutscbnationalen vertretenen Rässenantisemitismus und den staatspolitisch gerichteten Antisemitismus. Der dritte Abschnitt, der mit „Wertung“ überschrieben ist; wird mit zwei Sätzen eingeleitet, die als unumstößlich und richtungweisend zu gelten haben. Der erste Satz lautet: „Der Antisemitismus ist vom christlichen Standpunkt aus abzulehnen.“ Der andere: „Die katholische Kirche hat von jeher den Antisemitismus als solchen verworfen.“ i Das sind zwei Fundamentalsätze, an denen nicht zu rütteln j ist Um so befremdlicher wirkt daher der Nachsatz, der nun folgt: „Erlaubt ist die Abwehr des tatsächlich-schädlichen Einflusses liberaljüdischer Kreise auf geistigem und politisch-wirtschaftlichem Gebiet mit rechtlichen und sittlichen Mitteln, am besten durch überlegene und positive Leistungen.“ Hier klafft eine.Lücke. Dieses „Erlaubt ist“ könnte ja so gedeutet oder mißdeutet werden, als sei hier im Nachsatze der eigentliche Sinn der Vordersätze wieder aufgehoben oder zum mindesten eingeschränkt worden. Es ist unsere Absicht nicht;an dieser Stelle Abwehr zu treiben oder zu polemisieren, aber es muß doch gesagt werden: Was einmal vom christlichen Standpunkt aus abzulehnen und zu verwerfen ist, 'das kann nicht vom selben Standpunkt aus in einer noch so gemilderten Form als statthaft bezeichnet werden. Davon abgesehen, daß der .Jüdische Einfluß“, auf den hier angespielt wird, in Wirklichkeit mit dem Judentum nicht das geringste zu tun hat, — so ist auch sonst im gegebenen Zusammenhang jedes Zugeständnis untunlich. Gewiß ist wirtschaftlicher Wettbewerb und; geistiges Wettstreben-zulässig, aber das hat sich in edlen!Formen jenseitsjedwedes erlaubten oder unerlaubten Antisemitismus zu vollziehen. Das eine steht fest: Der Antisemitismus ist vom christlichen Standpunkt aus abzulehnen und zu verwerfen. Das haben übrigens auch einige Päpste und meherere Kirchenfürsten oft genug ausgesprochen. j - emunoh awodu — die Männer des Glaubens sind hingeschwunden“, heißt es in einem Piut des Versöhnungsfestes; hier lebte uns Einer, der dies Lied widerlegte und der uns. über seines Lebens Grenze hinaus, die Sicherheit gegeben hat, daß Anschö emunoh auch heute noch und immerdar unter uns Menschen wandeln; hier war ein lebendiger Beweis der Tatsache, daß tiefste Gottverbundenheit mehr ist als theoretisches Erkennen: daß sie praktisch und real das eigene Leben veredelt und, Gutes wirkend, in die Allgemeinheit hinausströmt Ein „moderner Frommer“ — die Zusammenstellung dieser beiden Wörter mag uns fremd in die Ohren klingen, aber Arnold Lazarus hat uns gezeigt, daß!es das gibt und geben soll. Wie schön, wie reich ist diese [Welt, in der ein Arnold Lazarus erstehen konnte! Und in alle erschütternde Klage, in die tiefe Trauer um den Hingang dieses „Vaters der Bedrängten“ und väterlichen Freundes, in all diesen Schmerz hinein klingt ein Ton des Jubels, der Ruhe,! des Trostes, ein Ton, der von ihm ausgeht und'von dem alle, denen er nahestand, wissen: es ist die Wirkung seiner Persönlichkeit, die fortwirkt,- auch nachdem sein Leben erlosch. j, Noch manches wäre zu sägen, und manches Persönliche könnte gesagt werden. Indessen1— das übervolle Herz muß schweigen, muß sich bescheiden mit dem schlichten Dank an diesen Menschen, der ein Heldenlebenin der Demut und Stille geführt hat und von dem nichts nach außen drang als ganz allein dieses: Güte. — Hab Dank, du froher und'starker, du lichtvoller Mann, hab Dank, daß du gewesen! Bücherschau Rudolf Frank, Georg Luhey: Der Schädel des NegerhäuptUngs Makaua. Verlag Müller & J. Kiepenheuer, Potsdam. Der Titel läßt eine Neger- oder Indianergeschichte ver- muten. Doch der Inhalt des spannend geschriebenen Buches ist ein „Kriegsroman für die junge Generation“.- der teils an der deutschen Ost-, teils an der deutschen Westfront handelt. Der Schädel des Makaua ist nur Gleichnis, Symbol für das Nichts, dem der Krieg dient Dieser Makaua existiert überhaupt nicht, aber er ist die Zauberformel; durch die Tausende von Negern zur Opferung von Gut und Leben verhetzt werden. Das Buch verdient, zumal in heutiger-Zeit, wegen seiner pazifistischen Tendenz, aber auch als literarisches Erzeugnis hohe Anerkennung. Nichts von Heldenvergötterung, kein Be- - rauschen an der nationalistischen Phrase, sondern Schilde- , rung des Krieges in seiner Grausamkeit, in seinen Schrecken, in seiner Mißachtung des Lebens. j Dennoch mag ein Zweifel an der l Berechtigung des Buches, das für 11- bis 17 jährige Jungen; und Mädchen bestimmt sein soll, gestattet sein. Sollte man diese Jugend nicht durch positive, ethische Erzählungen erfüllen können, so daß es des t,Abschreckungsromans“ nicht bedarf? Einige jüdische Nebenpersonen des Romans sind vornehm und sympathisch geschildert. Br uno Woyda. Aus der Bewegung Bekenntnisfeier der Jugend in der Kölner liberalen „Gemeinschaft“. Am zweiten Abend des Wochenfestes hatten Sich im prächtig geschmückten Tempel der Rheinlandloge fast alle Mitglieder der Gemeinschaft, sowie eine! große Anzahl von Gästen ,zu einer besonderen Feierstunde zusammengefunden.' Auch der Vorsitzende der Synagogengemeinde Köln, Rechtst anwalt Dr. Frank, war erschienen, Es war eine Bekenntnisfeier, in deren Mittelpunkt sieben jugendliche Knaben und Mädchen standen. Rabbiner Dr. dottschalk legte in einer klug abgewogenen Einführungsrede den Sinn der Stunde dar. Das Judentum kenne keine'Reife und keinen Abschluß; jeder solle bis ans Ende seines Lebens1 geistig und sittlich wachsen. Wenn'hier Jugendliche über Religiöses sprächen, so wollten! sie dem .Kreise, in den sie hineinzuwachsen wünschten, nur. sagen, wie ihnen die Fülle dessen, was | Judentum bedeute,' innerlich zu eigen geworden sei. In herzerfreuender Frische und mit dem Ausdruck, den nur Selbsterarbeitetes hervorbringt,-trugen dann die jungen Menschen vor. Was da an die vom Zauber des Feierlichen gebannten Zuhörer, herankam, wirkte durch'den belebenden Wechsel von Poesie und Prosa und durch die aus der innern Teilnahme herrflhrende Vortragsweise. Eine wundervoll geiügte gedankentieie Anspruch: Dr. Gottschalks rief nicht nur die Jugendlichen zur sittlichei Lebensgestaltung auf, sie befeuerte gleichermaßen die Er wachsenen. Beide ließ die Rede in den Abgrund unserer Zei: blicken, beiden zeigte sie den Weg zum Aufstieg. .Der herrliche Gesang des Oberkantors Fleischmann, das solenn: Cellospiel des Konzertmeisters IFaßbender und die fein sinnige Harmoniumbegleitung des Organisten Kreuz um woben das gesprochene Wort, und als die Stunde zu End : war, fühlte ein jeder, daß es eine-jener seltenen Stunden ge wesen, die nachklingen in die Prosa des Alltags. Die Gemein schaft wollte auch durch ein äußeres Zeichen dem Eindruck der Feier Dauer, verleihen: sie ließ den Knaben und Mädcite t wertvolle Bücher überreichen. - Gemeindeabend der Liberalen Synagoge Berlin-Osten. Der Verein „Liberale Synagoge Osten“ veranstaltete at t 8. Juni in der Aula der Schule Kaiserstraße seinen-zweite i diesjährigen Gemeindeabend, an dem annähernd 5U0 Besuche r teilnahmen. .Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Ittmann, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die werbende Kraft de, religiös-liberalen Gedankens hin. Auch im Osten der Stadi, wo bis vor drei Jahren jede gottesdienstliche Versorgung in liberalen Sinne gefehlt hat. sei es gelungen, neues jüdische; Leben zu erwecken. .Die stets steigende Besucherzahl de i liberalen Gottesdienstes, der eine Durchschnittsziffer von 24) Teilnehmern aufweist, sei die beste Bestätigung für das Be-- dürfnis weiter jüdischer Kreise, lebendigen Anteil am jüdische i Gemeindeleben zu nehmen. Mit einem besonderen Dank ai - den Gemeindevorstand, der trotz der Schwere der Zelt durch Bereitstellung der Mittel, die Durchführung des Gottesdienst! s ermöglicht, schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall au :- genommenen Ausführungen. .ii Hierauf nahm Herr Moritz Rosenthal das Wort ru einem ausführlichen Referat über die'Aufgaben der Gemeind s. )Trotz der bedrohlichen Wirtschaftskrise, die sich auch in den Gemeindefinanzen auswirke, betrachte ^s die Verwaltung nac h wie vor als vornehmste•Pflicht, die von~ihr übernommenen Aufgaben auf kulturellem, religiösem und sozialem Gebiet nac h Maßgabe ihrer Kräfte zu erfüllen. Eines der Hauptziele-di r Gemeinde müsse sein, an der Peripherie der Stadt ein Ne z kleinerer Synagogen zu schaffen- Die jüdischen Volksschulen stellen eine bedeutende finanzielle Belastung der-Gemeim e dar. Die Stadt Berlin, der die Versorgung auch der jüdisclu n ■ Schulpflichtigen obliege, habe es bisher abgelehnt, die Kost n für die jüdischen Schulen zu übernehmen oder sie wenigste is zu. subventionieren. Für den Religionsunterricht sei In all :n Teilender Stadt ausreichend gesorgt. Uebergehend zu d :n sozialen Einrichtungen schilderte der Referent, in welch ui ifangreicher Weise die Gemeindeverwaltung für die notleiden le Jugend, für das Alter, für Kranke und Sieche eintrete. Ai fgabe der Gemeinde müsse es sein, die sozialen Einrichtungen im vollen Umfange aufrechtzuerhalten. .Den Willen, der Q :- meinde die Treue zu haften, ihr in der. Zeit der Not die gan :e Kraft zur Verfügung zu stellen, bewies der starke,Beifall, d in die Ausführungen des Herrn Rosenthal bei allen Zuhöre n . fanden. Im musikalischen Teil wirkten außer dem verstärkt :n , Chor und Sangesfreunde 1927 Fräulein Lucie Charlotte ßaer, Herr Kantor Jacubowski, Herr Loewy und Herr Qoi :- sclialk mit. Sie alle, unter Leitung, des bewährten Chordirigenten Herrn Martin Bpstein, ernteten für ihre ausg:- zeichneten Leistungen uneingeschränkten BeifalD Berlln-Obenpree. (Erster liberaler Ciottesdiens .) Der erste Gottesdienst, den die junge Bczirksgruppe Oberspree d :s Berliner Liberalen Vereins anlällUch des Sclinwunusfestes veranstaltete, nahm einen. würdigen Verlauf.. Unser Mitglied' Herr Kirt i Prager hatte in dankenswerter Weise eine Lautsprecher-Apparat ir Für einen größeren Anstaltsbetrieb wird zum sofortigen Antritt ein pädagogisch befähigter Sozialarbeiter gesucht, der Erfahrungen im Anstal tabetrieb and in der Fürsorge- Verwaltung hat, insbesondere im Verkehr mit Behörden. Bewerbung, imit Lichtbild sind za richten unter IA 456 in die Geschäftsstelle der „Jüdisch-liberalen Zeitung“, Berlin jSWll. Hallesche Straße 1. Für das am 1. Oktober 19 i2 zu eröffnende Btt Bf HMISCteMIlMia umritt wird eine praktisch bewil in der Führung von schw erziehbaren Mädchen (16-25 Ij.) erfahrene, mit idem wirtschat- Uchen Heimbetrieb vertraute Kraft gesucht.^ Bewerbungen mitLebenalauf tind Zeugnissen an Kuratorium fj d. Fttnorgeerziehung(D.LG.] L), Berlin W, Steglitzer Straße 9. Wollen Sie Kostenlos eine Bibliothek erwerben oder Ihre Bibliothek ergänzen! Die „JQdltdia liberale Zeitung* verhllfl Ihnen dazu. . Scheuen Sie nicht die Mühe, ihr - eine Postkarte mit ihrer. Adressenangabe zu schreiben, und . Sie werden umgehend Näheres, erfahren. ' Ausdrücklich bemerken . wir, dalf Ihner keinerlei Verpflichtungen entstehen, und dal; aud i der Bücherbezug mit keinen Kosten verknüpft, ish Unter anderen können Sie Bücher folgend« r Autoren beziehen: M. J. 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